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 08/02 - Alpenlandforum 

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Bernhard Martin schrieb:
Tragfähiges Konzept? Nun ja, gewisse Verbesserungen gibt es (keine Taktbrüche mehr, also leichter merkbarer Fahrplan, letztere Fahrt nach hinten verschoben, damit weniger Zeitdruck für die Rückfahrt, aber ein abendliches Einkehren in einem Gasthof ist damit weiterhin nicht möglich), aber reichen die aus? Ein 3-Stunden-Takt verlangt von den Tagesausflüglern weiterhin eine gute Planung.

Welcher Gasthof? OK, in Bad Gleichenberg und vielleicht auch in Gnas müsste es was geben. Ansonsten ist da nichts. Fürs Abendessen auswärts reicht die Zeit eh nicht, wäre aber auch zu viel verlangt. Insgesamt sind jetzt 9 Stunden abgedeckt (3 Abstände zu 3 h), zuvor waren es 7 h (je nach Richtung 2+3+2 oder 3+2+2). Bis vor einigen Jahren gab es samstags noch ein weiteres Zugpaar am Abend, womit man bei der gleichen letzten Abfahrt ab Bad Gleichenberg war wie in Zukunft - nur mit einem Zugpaar mehr.

Die Gegend ist nicht wirklich touristisch geprägt. Es gibt relativ viele Hotels in Feldbach, aber die Ferienhaussiedlungen oder Pensionen, die man in einer touristisch geprägten Region erwarten würde, gibt es praktisch nicht. Das Angebot zielt auf Einheimische, wie bisher auch schon. Die kriegen das schon hin mit der Planung.

Bernhard Martin schrieb:
Einfach mal mitfahren, aussteigen und wieder einsteigen ist weiterhin nicht möglich. Gibt es ein Konzept zur Vermarktung der Bahn? Womit will man die Tagesausflügler anlocken? Außer Wandern und Radfahren hat die Gegend nicht viel zu bieten - und das gibt es auch anderswo in der Steiermark.

Die Frage ist wohl nicht, was man aus der Strecke alles machen kann, sondern ob der bisher von den Fahrgastzahlen so einigermaßen tragfähige Wochenendverkehr weiterlaufen kann. Daher hat man erst mal verlängert. Viel mehr wird da auch nicht kommen.

Man sollte hierbei nicht vergessen, dass die Nutzer in erster Linie aus der Region stammen, also keine Übernachtungsgäste sind, und mangels Gastronomie ihre Verpflegung selbst mitbringen. Man mag zwar auch Optionen wie "zum Mittagessen oder Kaffeetrinken nach Bad Gleichenberg und ein bisschen Spaziergang im Ort" in Erwägung ziehen, aber das dürfte eine Randerscheinung sein, zumal der Fahrplan dafür nicht optimal ist. Der touristische Umsatz durch die Fahrgäste dürfte also nahezu Null sein - weswegen man auch nur begrenzt Geld reinstecken kann.

Bernhard Martin schrieb:
Die Fahrzeuge sind weder sonderlich bequem für Kinderwägen und Radfahrer, aber durch die seltsame Modernisierung der Fahrgasträume und die Lackierung des ET 2 auch nicht wirklich nostalgisch.

Natürlich nicht, das hatten sie auch nicht sein sollen. Von den Originalfahrzeugen sieht man nichts, faktisch sind das 60er-Jahre-Fahrzeuge, und zwar auf ziemlich sparsamem Niveau.. Im Innern moderner ist nur Triebwagen 2. Am Lack könnte man noch am ehesten was ändern. Kann schon sein, dass man da was dran macht.

Bernhard Martin schrieb:
Wrzlbrnft. schrieb:
diese - für den täglichen Pendlerverkehr eigentlich nicht wirklich zur Straße konkurrenzfähige - Bahnlinie
Das gilt ja i.W. für die Relation Bad Gleichenberg - Feldbach (- Graz) und evtl. Gnas - Feldbach (- Graz).

Für den Pendlerverkehr war die Strecke in erster Linie wegen des Fahrplans nicht brauchbar. Das reichte gerade mal für den Schülerverkehr.

Bernhard Martin schrieb:
Hinzu kam aber, dass die Bahn darüber hinaus fast nichts erschließt, weil die Orte entweder weit abseits der Bahn liegen und/oder die Haltestellen reichlich ungünstig liegen.

Das stimmt so pauschal nicht. Oedt, Oedt Siedlung, Maierdorf, Katzendorf, Hofstätten und die Bahnhofssiedlung von Trautmannsdorf sind schon erreichbar - nur aber auch nicht überragend groß. Das Problem mit der Entfernung vom Ort trifft eigentlich nur Gnas.

Bernhard Martin schrieb:
Somit ist ein bahnwürdiges Fahrgastpotential eher nicht vorhanden.

Bahnwürdig nicht, aber das vorhandene Potenzial hat man durch den unbrauchbaren Fahrplan verschenkt.

Bernhard Martin schrieb:
Außerdem war in dieser Gegend ein ÖPNV-Angebot fast nicht vorhanden, da die Buslinien abseits der "Hauptstrecke" nur auf den Schülerverkehr ausgerichtet waren und die 2-3 Fahrten am Wochenende und in den Ferien sogar ganz wegfielen.

Das hat sich nicht geändert. Lediglich für Gnas hat man geringfügig nachgebessert, aber am Wochenende fährt da auch nichts. Insofern könnte der Zug für die Orte an der Bahn theoretisch sogar nutzbar sein, weil man jetzt samstags mit dem Zug zum Einkaufen nach Feldbach fahren kann. Das ging mit dem bisherigen Samstagsfahrplan praktisch nicht. Nennenswerte Nachfrage wird das aber nicht bringen.

Bernhard Martin schrieb:
Nach den Erfahrungen mit dieser Gegend wird bis dahin ein langfristiges Konzept mit Sicherheit nicht vorliegen. Seit zwei Jahrzehnten wurde über eine stärkere Ausrichtung der Bahn auf den Tourismus geredet. Vielmehr als eher lächerliche DIN A4-Aushänge an den Haltestellen ist dabei bis heute nicht herausgekommen. Schon Mitte letzteren Jahres hätte ein neues Betriebskonzept vorgelegt werden sollen. Daraus wurde nichts. Und jetzt soll plötzlich der große Wurf gelingen? Möge daran glauben, wer will. Ich tue es jedenfalls nichts. Meine Prognose: Das Durchwurschteln wird auch 2022ff. weitergehen...

Wie bereits gesagt: Es wird nur darum gehen, ob man bereit ist, die Weiterführung des Wochenendbetriebs zu finanzieren. Mehr kommt da nicht.
Die Betriebsaufnahme erfolgt nach derzeitigem Stand erst per 13.02.2021 da der Lockdown in Österreich bis inklusive 07.02.2021 verlängert wird!
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