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 08/02 - Alpenlandforum 

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Guten Abend,

da es immer wieder Gerüchte / Vermutungen gibt, das bei DB-Wendezüge in Österreich, auf bestimmten Strecken, bestimmte Lokstellungen (vorne oder hinten) verboten sein sollen / könnten und dies hier auch wieder Thema ist, mach ich einmal ein neues Thema auf, um vielleicht Licht ins dunkel zu bringen.

Gibt es Strecken in Österreich, wo eine bestimmte Lokstellung vorgeschrieben / empfohlen /verboten ist, und wenn ja, wo, bei welchen Fahrzeugen (nur DB-FV-Wendezüge oder z. B. Regio (in der Vergangenheit) auch betroffen) und wenn ja, warum ?

Und wo werden Lokumfahrungen um Steuerwagenzüge bzw. Zugbildungen Lok vor Steuerwagen, in Österreich nur aus anderen Gründen gemacht, wie z. B. fehlende Schulungen der Tf oder vereinfachtere Rangier- / Verschubarbeiten am Endbahnhof ?

Für Antworten wäre ich sehr dankbar und wünsche noch einen schönen Abend.

Michael L.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.01.21 23:46.
Ich würde doch mal schwer bezweifeln, dass es irgendwo verboten ist Loks vorne einzureihen. Einzig eine unpassende ETCS Ausrüstung würde mir da als Grund einfallen, aber da ziehen die Steuerwagen noch vor den Loks den Kürzeren. Außer den Railjet Steuerwagen dürfte meines Wissens aktuell kein Steuerwagen in Deutschland und Österreich eine ETCS Zulassung haben (im IC2 läuft sie ja noch nicht). Oder habe ich was übersehen?
Zitat
Gibt es Strecken in Österreich, wo eine bestimmte Lokstellung vorgeschrieben / empfohlen /verboten ist, und wenn ja, wo, bei welchen Fahrzeugen (nur DB-FV-Wendezüge oder z. B. Regio (in der Vergangenheit) auch betroffen) und wenn ja, warum ?
Im Ennstal werden in den Wintermonaten Tfz vor den DB-Steuerwagen gespannt, um ein mögliches Entgleisen bei ungünstiger Schneekonstellation zu verhindern.

https://live.staticflickr.com/65535/49787809808_e2038fd935_b.jpg


ÖBB 1142 665 vor EC 217 Dachstein; 8.2.20; Liezen
Sers.

Wenn die DB-FV-Wendezüge über Salzburg nach Österreich rein kommen muss die Lok führend sein. D.h. gezogen übern Tauern südwärts nach Kärnten.
In Richtung Graz von Bischofshofen weg geschoben, ab Selzthal gezogen.

Grüße vom Brennersee http://up.picr.de/30448216zl.jpg

Avala schrieb:
Im Ennstal werden in den Wintermonaten Tfz vor den DB-Steuerwagen gespannt, um ein mögliches Entgleisen bei ungünstiger Schneekonstellation zu verhindern.
Ja, zwischen Bischofshofen und Selzthal gibt es Wintervorspann. Der Grund sind allerdings Probleme (Schleudern) mit den schiebenden 101 im steilen und schattigen Fritztal zwischen Bischofshofen und Eben.

Siehe z.B.:
[salzburg.orf.at]
Brennersee schrieb:
Sers.

Wenn die DB-FV-Wendezüg

e über Salzburg nach Österreich rein kommen muss die Lok führend sein. D.h. gezogen übern Tauern südwärts nach Kärnten.
In Richtung Graz von Bischofshofen weg geschoben, ab Selzthal gezogen.
Welche Bewandnis steht dahinter? Umschaltung ins heimische Netz bei Funk und Zugsicherungssysteme oder doch die Topografie der Tauernnordrampe?
Ausschließlich mit der Tauernbahnrampe.
Zugsicherung bleibt gleich, Funk wird auf dem jeweiligen Fahrzeug umgeschalten.

Grüße vom Brennersee http://up.picr.de/30448216zl.jpg





2-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.01.21 16:43.

Überpuffern im Schiebebetrieb ?

geschrieben von: Saxobav

Datum: 05.01.21 14:13

Brennersee schrieb:
Ausschließlich mit der Tauernbahnrampe.
Zugsicherung bleibt gleich, Funk wird auf dem jeweiligen Fahrzeug umgeschalten.
Hallo Brennersee, sehr interessant.

Dann ist also die "negative" Zugkraft der Loks bei Übertragung über die Puffer scheinbar das Problem, hier in Bergfahrt. Bei den Loks mit Nutzbremsung wurde kürzlich von maximal 150 kN elektrischer Bremskraft geschrieben, während die Anfahrzugkraft meistens auf 300 kN limitiert ist.

Das ist dann also ein Problem, was man im GV gerade mit den Mittelpufferkupplungen zu lösen versucht und im PV wegen der Triebzüge seltener geworden ist.

Wie ist dann die Bestimmung bei den Railjets? Die haben ja auch noch mindestens eine Pufferkupplung zwischen Lok und Zug, die gefährdet wäre (analog zu den MET).

Danke, viele Grüße saxobav

Re: Überpuffern im Schiebebetrieb ?

geschrieben von: Brennersee

Datum: 05.01.21 17:57

So wie es gesagt wurde, ja, es geht rein um die Druckkräfte im Zusammenspiel mit der Gleisgeometrie.
E-Bremse ist bei der 101 relativ egal, die bringt nur 150 kN, kann man also voll aufregeln.
Wenn der RJ normal gebildet ist hat man nur im Weichrenbereich bei gewissen Geschwindigkeiten auf die Druck/Bremskräfte zuachten, sonst kann man, salopp gesagt, den Hebel auf den Tisch legen. Egal ob fahren oder elektrisch bremsen.

Beim Güterzug sind im Nachschiebetrieb mehrere Faktoren zu beachten, ebenfalls bei der dynamischen Bremse an der Zugspitze. Ein Spezialfall ist die Rola.

Grüße vom Brennersee http://up.picr.de/30448216zl.jpg





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.01.21 18:05.

Dankeschön. (o.w.T)

geschrieben von: Saxobav

Datum: 05.01.21 18:57

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)

Re: Überpuffern im Schiebebetrieb ?

geschrieben von: bahnplaner

Datum: 06.01.21 12:01

Hallo Sax!

Bei RJ gilt aus dem genannten Grund ein Nachschiebeverbot auf der Semmering-Nordrampe.

Gruß vom bahnplaner

Re: Überpuffern im Schiebebetrieb ?

geschrieben von: Provodnik

Datum: 06.01.21 12:17

bahnplaner schrieb:
Hallo Sax!

Bei RJ gilt aus dem genannten Grund ein Nachschiebeverbot auf der Semmering-Nordrampe.

Gruß vom bahnplaner


Nein, es gibt am Semmering keine Schiebeverbot für Railjets, sondern mWn lediglich abschnittsweise geringfügig reduzierte Höchstgeschwindigkeiten.

Re: Überpuffern im Schiebebetrieb ?

geschrieben von: Brennersee

Datum: 06.01.21 17:04

Stimmt, Schiebeverbot gibt es nicht, aber auch keinerlei Geschwindigkeitseinschränkungen.
Es gibt lediglich bei Ergänzung mit Zusatzwagen inclusive Zusatztfz Reihungsbeschränkungen.

Grüße vom Brennersee http://up.picr.de/30448216zl.jpg

Re: Überpuffern im Schiebebetrieb ?

geschrieben von: Avala

Datum: 06.01.21 17:06

Zu Beginn der Railjet-Ära auf der Südbahn standen auch die Lokomotiven noch wienseitig.

Re: Überpuffern im Schiebebetrieb ?

geschrieben von: Meyer-schlom

Datum: 06.01.21 19:27

Das war auch der Grund, warum jetzt die Steuerwagen wienseitig stehen. Aber wenn es (wenn auch nur geringfügige) Einschränkungen bei der Höchstgeschwindigkeit gibts, dann hat man in die andere Richtung auch was Puffer eingebaut. Richtung Wien dauert es nur um eine Minute länger als in die andere Richtung.?

Re: Überpuffern im Schiebebetrieb ?

geschrieben von: Provodnik

Datum: 06.01.21 21:36

Meyer-schlom schrieb:
Das war auch der Grund, warum jetzt die Steuerwagen wienseitig stehen. Aber wenn es (wenn auch nur geringfügige) Einschränkungen bei der Höchstgeschwindigkeit gibts, dann hat man in die andere Richtung auch was Puffer eingebaut. Richtung Wien dauert es nur um eine Minute länger als in die andere Richtung.?
Der Fahrplan hat damit überhaupt nichts zu tun.

Re: Überpuffern im Schiebebetrieb ?

geschrieben von: Provodnik

Datum: 06.01.21 21:39

Avala schrieb:
Zu Beginn der Railjet-Ära auf der Südbahn standen auch die Lokomotiven noch wienseitig.
Und da gabs dann nach einiger Zeit Vmax-Reduktionen (die aber nicht im Fahrplan Niederschlag fanden), die nach der Umkehrung der Garniturenreihung dann hinfällig wurden (und offenbar auch nicht mehr gelten, wenn im Einzelfall doch eine Garnitur andersherum gereiht ist).

Re: Überpuffern im Schiebebetrieb ?

geschrieben von: Brennersee

Datum: 06.01.21 22:56

Nein, es gibt keine Einschränkungen mehr, es ist egal wie der RJ steht. Es ist aber angenehmer ihn Richtung Süden zu ziehen. In den Süden schieben hat den Garnituren nicht gut getan. Das war auch, aber nicht der alleinige Grund, dass die RJ in den Süden gedreht wurden.

Grüße vom Brennersee http://up.picr.de/30448216zl.jpg