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Gruß Yannis



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.11.20 17:45.
Wie soll das gehen?
94% sind für erhalten, nicht nur am Wochenende!
Und laut Wikipedia fahren 4 Zugpaare am Tag! und Vmax 40 km/h
Da kann man schon für Erhalten sein, wenn's nichts kostet und man nie damit gedenkt zu fahren?
Die Bahn ist nicht wegen den Umwegen ein Rohrkrepierer, sondern aufgrund des Fahrplanangebotes!

Nochmal: Bad Gleichenberg hat eine FH, eine Tourismusschule, Kur- und Touristikeinrichtungen, aber keine dafür nutzbare Verbindung.

Wenn man das Fahrplanangebot an die Pendlerströme (Studenten) anpasst, direkte Züge nach Graz mit akzeptablen Niederflurzügen (5022, Diesel-GTW) anbieten würde, liesse sich die gegenüber dem Bus auf dem Papier längere Fahrzeit mehr als kompensieren. Wer auf der staugeplagten Strasse mit Ortsdurchfahrt in Feldbach ebendort schon den ÖBB-Anschluss verpasst und eine Stunde warten musste, weiss wovon ich rede. Auch wenn der Busfahrplan mit einer Fahrzeit von 20 Minuten (versus 40 Minuten mit der Bahn) auf dem Papier attraktiver aussieht.

Mit einer letzten Abfahrt in Feldbach um 14:45, wie es heute unter der Woche ist, bringt man keine zusätzlichen Passagiere in den Zug.

Dann kann man mit den hochflurigen Triebwagen von 1930 gerne noch 2-3 Wanderzüge am Wochenende anbieten - vielleicht selbige mit Fenstern zum Öffnen und einer anderen Inneneinrichtung mit wenig Aufwand wieder etwas romantischer gestalten...
Interessanter als der Artikel ist mE der Kommentar/Leserbrief des Obmann der Interessensgemeinschaft „Neue Radkersburger Bahn“.
chnookie schrieb:
Interessanter als der Artikel ist mE der Kommentar/Leserbrief des Obmann der Interessensgemeinschaft „Neue Radkersburger Bahn“.
Und wo ist der ?
Patrick Rudin schrieb:
Wenn man das Fahrplanangebot an die Pendlerströme (Studenten) anpasst, direkte Züge nach Graz mit akzeptablen Niederflurzügen (5022, Diesel-GTW) anbieten würde ...
... dann ist man immer noch doppelt so lange als mit dem PKW unterwegs. Angesichts der zahlreichen Nebenbahneinstellungen der letzten Jahrzehnte wundert es mich immer wieder wie sich diese Strecke so lange halten konnte (auf der Haager Lies war z.b. mehr los).
WBC schrieb:
dann ist man immer noch doppelt so lange als mit dem PKW unterwegs.

Das ist mir bewusst. Trotzdem würde der Studentenverkehr, heute unbequem per Bus mit unsicheren Anschlüssen in Feldbach, zumindest mal eine Erwähnung irgendwo in den Medien rechtfertigen. Dass sich die Finanzierung einer reinen Ausflugsbahn rechtfertigen lässt, bezweifle ich dagegen sehr stark. Zwischen Feldbach und Bad Gleichenberg ist entlang der Bahn einfach: Nichts. Entlang der Buslinie natürlich auch nicht viel, mal abgesehen von einem Nostalgiemuseum mit einem Antonov-Doppeldecker auf dem Dach und 2-3 Restaurants...
Kritisch äußern sich die Grünen zur Situation. "Nach dem Elektrifizierungsvorhaben für die Ostbahn wäre das Kappen des Personenverkehrs auf diesem regionalen Personenverkehrsast von Feldbach nach Gleichenberg ein wirklicher Unsinn", so der Grüne-Verkehrssprecher LAbg. Lambert Schönleitner.

Durchgebundene Züge von und nach nach Graz sowie ein abgestimmter Fahrplan wären sicher sinnvoll. Und wie schon oft geschrieben ANGEBOT SCHAFFT NACHFRAGE !
Meint Yannis
WBC schrieb:Zitat:
Angesichts der zahlreichen Nebenbahneinstellungen der letzten Jahrzehnte wundert es mich immer wieder wie sich diese Strecke so lange halten konnte (auf der Haager Lies war z.b. mehr los).
Das ist mal wieder der typische Äpfel- und Birnenvergleich. Bei der Haager Lies war sehr vieles anders als bei der Gleichenberger Bahn:
- Der Fahrplan war wesentlich dichter und die Betriebszeiten länger.
- Zu bestimmten Zeiten gab es durchgehende Verbindungen nach Wels.
- Die Orte entlang der eigentlichen Strecke waren wesentlich größer. (Allerdings fuhr die LH in einiger Entfernung an den meisten von ihnen vorbei.)
- Die Streckenführung war nicht ganz so umwegig wie bei der FG. (Der Umweg betraf i.W. den letzten Abschnitt nach Lambach.)

(Trotzdem war m.A.n. die Einstellung der Haager Lies nachvollziehbar. Zu wenig Fahrgastpotential und eine zu schlechte Erschließungswirkung sprachen gegen die Bahn. Trotz dieser eigentlich guten Voraussetzungen hat man es nicht geschafft, einen attraktiven Busersatzverkehr auf die Beine zu stellen. (Dessen Betreiber ist übrigens Stern & Hafferl...))
oseYannis schrieb:Zitat:
Kritisch äußern sich die Grünen zur Situation. "Nach dem Elektrifizierungsvorhaben für die Ostbahn wäre das Kappen des Personenverkehrs auf diesem regionalen Personenverkehrsast von Feldbach nach Gleichenberg ein wirklicher Unsinn", so der Grüne-Verkehrssprecher LAbg. Lambert Schönleitner.
So ein undifferenzierter Unsinn erhöht nicht gerade meine schlechte Meinung von den österreichischen Grünen...

oseYannis schrieb:
Zitat:
Und wie schon oft geschrieben ANGEBOT SCHAFFT NACHFRAGE !
Ja, ja, so einfach ist die Welt für ein Bahnenthusiasten... Natürlich würden mehr (und vertaktete) Fahrten sowie durchgehende Verbindungen nach Graz die Nachfrage auf der Gleichenberger Bahn steigern. Trotzdem würde das kaum ausreichen, um den Bahnverkehr zu rechtfertigen. Das Fahrgastpotential ist sehr begrenzt: Feldbach wird weitgehend umfahren, der eine Haltepunkt in Bad Gleichenberg bedeutet für weite Teile dieses eher flächigen Ortes relativ weite Wege, entlang der Strecke liegen fast nur einzelne Höfe, das Örtchen Maierdorf wird nur berührt, das in Hanglage gelegene und flächige Örtchen Oedt nur mit einem Haltepunkt bedient, der Bahnhof des größeren Dorfes Gnas liegt weit abseits der Bebauung im tiefen Wald. Außerdem sind die allermeisten Bewohner der Gegend aufs Auto fixiert. Wer wollte es ihnen angesichts des katastrophalen Angebots von Bahn und Bus - i.d.R. zwei Fahrten in der Früh, ein bis zwei Fahrten zwischen 12 und 14 h, kein Betrieb an Wochenenden und in den Schulferien! - auch verdenken. Da kann nicht viel Nachfrage herausspringen!

Das Ergebnis Deines "Konzepts" wäre eine deutliche Erhöhung der Betriebskosten und eine relativ übersichtliche (v.a. in absoluten Zahlen) Steigerung der Fahrgastzahlen. Unter dem Strich stünde ein deutlich erhöhter Zuschussbedarf. Besichtigen kannst Du dieses Konzept insbesondere auf der Attergaubahn und der Vorchdorferbahn. Mit Abstrichen gilt das auch für die (nun verknüpften) Traunseebahn und die Straßenbahn Gmunden. (Die Jubelberichterstattung nennt immer nur die tollen prozentualen Nachfragesteigerungen, verschweigt aber die wesentlich ernüchternderen absoluten Zahlen.)
Patrick Rudin schrieb:Zitat:
Bad Gleichenberg hat eine FH, eine Tourismusschule
Lassen wir mal die Kirche im Dorf: Die "FH" (sie ist nicht eigenständig, sondern eine Außenstelle der FH Graz (Joanneum)) hat 350 Studenten, die Tourismusschule 310 Schüler. Alles andere als weltbewegend. Außerdem kommen mit Sicherheit nicht alle ihre Nutzer aus Richtung Graz.
oseYannis schrieb:
chnookie schrieb:
Interessanter als der Artikel ist mE der Kommentar/Leserbrief des Obmann der Interessensgemeinschaft „Neue Radkersburger Bahn“.
Und wo ist der ?
Direkt unter dem von dir verlinkten Artikel.
Zitat
(Trotzdem war m.A.n. die Einstellung der Haager Lies nachvollziehbar. Zu wenig Fahrgastpotential und eine zu schlechte Erschließungswirkung sprachen gegen die Bahn. Trotz dieser eigentlich guten Voraussetzungen hat man es nicht geschafft, einen attraktiven Busersatzverkehr auf die Beine zu stellen. (Dessen Betreiber ist übrigens Stern & Hafferl...))
Endgültig gestorben ist die LH ja an der Neubaustrecke westlich von Lambach.
Avala schrieb:
Zitat
(Trotzdem war m.A.n. die Einstellung der Haager Lies nachvollziehbar. Zu wenig Fahrgastpotential und eine zu schlechte Erschließungswirkung sprachen gegen die Bahn. Trotz dieser eigentlich guten Voraussetzungen hat man es nicht geschafft, einen attraktiven Busersatzverkehr auf die Beine zu stellen. (Dessen Betreiber ist übrigens Stern & Hafferl...))
Endgültig gestorben ist die LH ja an der Neubaustrecke westlich von Lambach.

Die ÖBB als Inhaber wollten aber vorher schon nicht mehr.
oseYannis schrieb:
Kritisch äußern sich die Grünen zur Situation. "Nach dem Elektrifizierungsvorhaben für die Ostbahn wäre das Kappen des Personenverkehrs auf diesem regionalen Personenverkehrsast von Feldbach nach Gleichenberg ein wirklicher Unsinn", so der Grüne-Verkehrssprecher LAbg. Lambert Schönleitner.
Wenn Ostbahn elektrisch wird, soll entweder Gleichenberger Bahn umgespannt werden, oder die Fahrzeuge dafür geeignet sein - wer bezahlt die Mehrkosten dazu?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.11.20 11:14.
no-night schrieb:oseYannis schrieb:
oseYannis schrieb:
Kritisch äußern sich die Grünen zur Situation. "Nach dem Elektrifizierungsvorhaben für die Ostbahn wäre das Kappen des Personenverkehrs auf diesem regionalen Personenverkehrsast von Feldbach nach Gleichenberg ein wirklicher Unsinn", so der Grüne-Verkehrssprecher LAbg. Lambert Schönleitner.
Wenn Ostbahn elektrisch wird, soll entweder Gleichenberger Bahn umgespannt werden, oder die Fahrzeuge dafür geeignet sein - wer bezahlt die Mehrkosten dazu?
Die Oberleitung der Gleichenberger Bahn wurde bei der letzten Sanierung bereits für 15kV ertüchtigt.
Bernhard Martin schrieb:
Patrick Rudin schrieb:Zitat:
Bad Gleichenberg hat eine FH, eine Tourismusschule
Lassen wir mal die Kirche im Dorf: Die "FH" (sie ist nicht eigenständig, sondern eine Außenstelle der FH Graz (Joanneum)) hat 350 Studenten, die Tourismusschule 310 Schüler. Alles andere als weltbewegend. Außerdem kommen mit Sicherheit nicht alle ihre Nutzer aus Richtung Graz.
Weltbewegend nicht, aber der Pendlerverkehr mit dem Bus ist da, am stärksten am Freitag und am Sonntag. Zudem ist der Bahnhof für die Schulen besser gelegen als die Bushaltestelle oben auf dem Berg.

Warum es in den Bussen abends mehr Fahrgäste hat als in den Zügen mittags, muss man nicht weiter ergründen. Nur war das unverständlicher Weise nie ein Thema, alle beissen sich an der längeren Linienführung der Bahn fest.

Der wesentliche Grund, dass keine Studenten und Pendler abends die Bahn benutzen, ist, dass kein Zug fährt... Aber ein Tourismusbetrieb in einer Gegend, wo es entlang der Bahn nicht mal Verpflegungsmöglichkeiten gibt, soll sich rechnen? Für welche Zielgruppe?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.11.20 12:46.

Re: [AT] Schweiz oder Frankreich als Vorbild...

geschrieben von: bollisee

Datum: 11.11.20 13:00

oseYannis schrieb:
Einen Versuch ist es allemal wert: [www.meinbezirk.at]
Gruß Yannis
Da muss sich Österreich halt mal entscheiden, wie es generell weitergehen soll. Verkehrswende oder nicht... Generell ist ja in Österreich auch grün im Trend, sie könnten ja mal beim Verkehrsminister von BW anklopfen, um nachzufragen, wie man mit Nebenbahnen umgeht. So ganz generell erscheint mir die Fahrt mit dem Auto zur falschen Zeit in Österreich recht katastrophal verstaut zu sein. Häufig ist da auch die Bahn einfach absolut keine Alternative wie etwa in der Schweiz.
Bernhard Martin schrieb:
oseYannis schrieb:Zitat:
Kritisch äußern sich die Grünen zur Situation. "Nach dem Elektrifizierungsvorhaben für die Ostbahn wäre das Kappen des Personenverkehrs auf diesem regionalen Personenverkehrsast von Feldbach nach Gleichenberg ein wirklicher Unsinn", so der Grüne-Verkehrssprecher LAbg. Lambert Schönleitner.
So ein undifferenzierter Unsinn erhöht nicht gerade meine schlechte Meinung von den österreichischen Grünen...

oseYannis schrieb:
Zitat:
Und wie schon oft geschrieben ANGEBOT SCHAFFT NACHFRAGE !
Ja, ja, so einfach ist die Welt für ein Bahnenthusiasten... Natürlich würden mehr (und vertaktete) Fahrten sowie durchgehende Verbindungen nach Graz die Nachfrage auf der Gleichenberger Bahn steigern. Trotzdem würde das kaum ausreichen, um den Bahnverkehr zu rechtfertigen. Das Fahrgastpotential ist sehr begrenzt: Feldbach wird weitgehend umfahren, der eine Haltepunkt in Bad Gleichenberg bedeutet für weite Teile dieses eher flächigen Ortes relativ weite Wege, entlang der Strecke liegen fast nur einzelne Höfe, das Örtchen Maierdorf wird nur berührt, das in Hanglage gelegene und flächige Örtchen Oedt nur mit einem Haltepunkt bedient, der Bahnhof des größeren Dorfes Gnas liegt weit abseits der Bebauung im tiefen Wald. Außerdem sind die allermeisten Bewohner der Gegend aufs Auto fixiert. Wer wollte es ihnen angesichts des katastrophalen Angebots von Bahn und Bus - i.d.R. zwei Fahrten in der Früh, ein bis zwei Fahrten zwischen 12 und 14 h, kein Betrieb an Wochenenden und in den Schulferien! - auch verdenken. Da kann nicht viel Nachfrage herausspringen!

Das Ergebnis Deines "Konzepts" wäre eine deutliche Erhöhung der Betriebskosten und eine relativ übersichtliche (v.a. in absoluten Zahlen) Steigerung der Fahrgastzahlen. Unter dem Strich stünde ein deutlich erhöhter Zuschussbedarf. Besichtigen kannst Du dieses Konzept insbesondere auf der Attergaubahn und der Vorchdorferbahn. Mit Abstrichen gilt das auch für die (nun verknüpften) Traunseebahn und die Straßenbahn Gmunden. (Die Jubelberichterstattung nennt immer nur die tollen prozentualen Nachfragesteigerungen, verschweigt aber die wesentlich ernüchternderen absoluten Zahlen.)
Die Untergrenze für die Systemadäquanz für ÖBB-Regionalbahnen liegt bei 2.000 Fahrgästen pro Tag, viele österreichische Lokalbahnen befördern weniger Fahrgäste, auch die Gleichenberger Bahn ist weit davon entfernt. Die Traunseetram beförderte im ersten Betriebsjahr 2.300 Fahrgäste pro Tag, im Jahr zuvor waren es 1.600 FG (Straßenbahn und Lokalbahn zusammengezählt), im Jahr 2010 waren es knapp 1.300, also führten bereits die ersten Bauetappen zu steigenden Fahrgastzahlen.
Der Betreiber Stern & Hafferl fährt nur jene Leistungen, welche der OÖVV bestellt (betreffend deiner Kritik am Busverkehr zwischen Lambach und Haag).

Re: [AT] Schweiz oder Frankreich als Vorbild...

geschrieben von: Bernhard Martin

Datum: 11.11.20 23:31

bollisee schrieb:Zitat:
Da muss sich Österreich halt mal entscheiden, wie es generell weitergehen soll. Verkehrswende oder nicht...
Und die Verkehrswende geht immer nur mit der Bahn? Eine Verkehrswende, die ihren Namen verdienen würde, bestünde m.A.n. im Einzugsbereich der Gleichenberger Bahn in einem Busnetz, das sowohl bzgl. der Flächenabdeckung als auch bzgl. des Angebots attraktiv wäre. Gerade erstens kann die Bahn nicht leisten. Auch haben viele deutsche Städte vergleichbarer Größe wie Feldbach Stadtbussysteme eingerichtet und damit die Nachfrage enorm gesteigert. (Das selbstbesoffene Feldbach - an gefühlt jeder zweiten Straßenecke in der Innenstadt hingen im August Plakate, auf denen sich die Stadt rühmte, ach so toll zu sein... - hat so etwas offenbar nicht nötig...)
no-night schrieb:Zitat:
Wenn Ostbahn elektrisch wird, soll entweder Gleichenberger Bahn umgespannt werden, oder die Fahrzeuge dafür geeignet sein - wer bezahlt die Mehrkosten dazu?
Ein entscheidender, völlig ungeklärter Punkt wäre ja auch noch die Fahrzeugfrage: Die gängigen E-Modelle auf dem Markt sind allesamt viel zu groß für das Fahrgastaufkommen der Gleichenberger Bahn. Mit ihnen würde man jede Menge heiße Luft durch die Gegend kutschieren. Kleinere Modelle gibt es nur in der Dieselvariante. Eine E-Spezialfertigung wäre daher sicherlich ziemlich teuer.
Avala schrieb:
Endgültig gestorben ist die LH ja an der Neubaustrecke westlich von Lambach.
Ja, das war der letzte Mosaikstein. Aber die von mir genannten Argumente hätten m.A.n. auch so bei einer nicht-ideologischen Abwägung für die Umstellung auf Busbetrieb gesprochen.

kaufhalle schrieb:Zitat:
Die ÖBB als Inhaber wollten aber vorher schon nicht mehr.
Zur Erläuterung für die Nicht-LH-Kenner: Die Streckeninfrastruktur gehörte den ÖBB. StH besorgte die Betriebsführung. Die ÖBB hatten schon lange nur wenig Interesse an der LH und stellten zuletzt auch zu wenig Geld für den Streckenunterhalt zur Verfügung, so dass die Gleislage streckenweise ziemlich schlecht war. 2004 oder 2005 drohte bereits einmal die Einstellung des Betriebs. Der faule Kompromiss war dann der Weiterbetrieb bei ausgedünntem Fahrplan.

Beim Ausbau der Westbahn wollten die ÖBB keine niveaugleiche Ausfädelung der LH wie bisher akzeptieren. Für eine niveaufreie Ausfädelung gab es keine Finanzierungsmöglichkeit.
Patrick Rudin schrieb:Zitat:
Weltbewegend nicht, aber der Pendlerverkehr mit dem Bus ist da, am stärksten am Freitag und am Sonntag.
Ich würde auch nicht bestreiten, dass es Pendlerverkehr gibt. Aber ich bezweifle, dass dieser ausreichen würde, um den Bahnbetrieb auf halbwegs gesunde Füße zu stellen.
no-night schrieb:Zitat:
Wenn Ostbahn elektrisch wird, soll entweder Gleichenberger Bahn umgespannt werden, oder die Fahrzeuge dafür geeignet sein - wer bezahlt die Mehrkosten dazu?

Auf einem teil der strecke sind ohnehin schon isolatoren für 15 kV eingebaut, so dass nur noch umgeschaltet werden müsste.

Bernhard Martin schrieb:
Ein entscheidender, völlig ungeklärter Punkt wäre ja auch noch die Fahrzeugfrage: Die gängigen E-Modelle auf dem Markt sind allesamt viel zu groß für das Fahrgastaufkommen der Gleichenberger Bahn. Mit ihnen würde man jede Menge heiße Luft durch die Gegend kutschieren. Kleinere Modelle gibt es nur in der Dieselvariante. Eine E-Spezialfertigung wäre daher sicherlich ziemlich teuer.

Die Steiermarkbahn hat drei elektische GTW 2/6 (4062), allerdings ist der 001 wohl immer noch nicht wieder im einsatz (nach dem zusammenstoß 2015 wurde bei Stadler aus den beiden unfallfahrzeugen ein betriebsfähiger triebzug 002 zusammengebaut). Allerdings immer noch doppelt so groß wie die aktuell eingesetzten triebwagen.


Korrespondenz bitte per e-mail, nicht über "Private Nachrichten" - das wird sonst viel zu schnell voll!

Bei der fülle des zu verarbeitenden materials sind trotz sorgfältiger bearbeitung vereinzelte tippfehler oder kleinere unstimmigkeiten nicht immer vermeidbar. Eine rechtliche gewähr für die richtigkeit des inhalts dieses beitrages kann daher nicht übernommen werden.
Bernhard Martin schrieb:
Avala schrieb:
Endgültig gestorben ist die LH ja an der Neubaustrecke westlich von Lambach.
Ja, das war der letzte Mosaikstein. Aber die von mir genannten Argumente hätten m.A.n. auch so bei einer nicht-ideologischen Abwägung für die Umstellung auf Busbetrieb gesprochen.

kaufhalle schrieb:Zitat:
Die ÖBB als Inhaber wollten aber vorher schon nicht mehr.
Zur Erläuterung für die Nicht-LH-Kenner: Die Streckeninfrastruktur gehörte den ÖBB. StH besorgte die Betriebsführung. Die ÖBB hatten schon lange nur wenig Interesse an der LH und stellten zuletzt auch zu wenig Geld für den Streckenunterhalt zur Verfügung, so dass die Gleislage streckenweise ziemlich schlecht war. 2004 oder 2005 drohte bereits einmal die Einstellung des Betriebs. Der faule Kompromiss war dann der Weiterbetrieb bei ausgedünntem Fahrplan.

Beim Ausbau der Westbahn wollten die ÖBB keine niveaugleiche Ausfädelung der LH wie bisher akzeptieren. Für eine niveaufreie Ausfädelung gab es keine Finanzierungsmöglichkeit.
Mit ein Grund für die Einstellung der LH war, dass auf der Donauuferbahn im Abschnitt Linz-Perg die Fahrgastzahlen stark anstiegen, aber für eine Fahrplanverdichtung dem OÖVV das Geld fehlte. Mit der Einstellung der LH konnte das Angebot auf der Donauuferbahn erhöht werden. Jetzt wäre interessant, ob in der Steiermark ähnliches angedacht ist.
Bernhard Martin schrieb:
kaufhalle schrieb:Zitat:
Die ÖBB als Inhaber wollten aber vorher schon nicht mehr.
Zur Erläuterung für die Nicht-LH-Kenner: Die Streckeninfrastruktur gehörte den ÖBB. StH besorgte die Betriebsführung.

Das ist auf allen Bahnen von Stern und Hafferl so. Die besitzen keine einzige Strecke selbst, die Strecken und (mit wenigen Ausnahmen) die Fahrzeuge gehören der jeweiligen rechtlich selbstständigen Lokalbahn, bzw. im Fall von Lambach - Haag den ÖBB. Lediglich die Eigentumsverhältnisse differieren, bei den Normalspurbahnen hat(te) Stern und Hafferl entweder gar keinen Anteil oder nur einen kleinen. Die Meterspurbahnen dagegen sind weit mehrheitlich (Vöcklamarkt - Attersee) oder komplett (Gmunden - Vorchdorf) Teil von Stern und Hafferl.

Diese Konstruktion ist grundsätzlich anders als bei der Steiermarkbahn, wo es keine separaten Inhaber gibt.