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 08/02 - Alpenlandforum 

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Hallo zusammen,

nachdem ich Euch zuletzt auf eine Reise zur Alpen-U-Bahn und durch 100 Täler aus dem Herbst 2018 mitgenommen hatte, starten wir nun mit der Aufbereitung der Reisen aus dem Jahr 2019.

Im Februar lag im Allgäu Schnee und es wollte noch eine BahnBonus-Prämie verfahren werden. Als frühe Abschiedsfahrt sollte es nochmals mit dem Panoramawagen durchs Allgäu gehen, außerdem war ich der Annahme, dass Eile geboten wäre für eine Mitfahrt mit dem alten München-Nürnberg-Express. Rund um diese beiden Fixpunkte hatte ich eine Wochenendtour gebastelt, bei der es auch die Kochelseebahn, der ICE Wetterstein sowie eine allerletzte Mitfahrt mit einem Zug der Baureihe 611 in den Tourplan geschafft haben.

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Wir fahren von Konstanz nach St. Gallen und von dort mit dem Eurocity durchs Allgäu. Von München geht’s weiter nach Kochel, im Anschluss mit dem ICE auf der Mittenwaldbahn nach Innsbruck und von dort zurück nach München. Am zweiten Tag steht der München-Nürnberg-Express auf dem Programm, von Nürnberg geht es weiter über Aalen und Ulm nach Friedrichshafen und mit dem Katamaran nach Konstanz.


Tag 1: Konstanz – St. Gallen – München – Kochel – Tutzing – Innsbruck – München

Wir beginnen die Tour morgens um sieben Uhr am Bahnhof von Konstanz. Zunächst fahren wir mit einem RegioExpress nach St. Gallen, zum Einsatz kommt ein GTW von Thurbo. Ich weiß gar nicht mehr, warum ich kein Startbild aus Konstanz habe, wahrscheinlich standen Raucher auf dem Bahnsteig im Bild.

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Bei der Fahrt entlang des Bodensees ist es noch recht dunkel, aber am Hafen von Romanshorn gibt es die Möglichkeit für ein Bild aus dem Zug auf eine ausfahrende Fähre. Anschließend fährt der Zug durch das Bodensee-Hinterland hinauf nach St. Gallen.

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Nach der Ankunft in St. Gallen holen wir das Bild des GTW nach, die RegioExpress-Züge von Konstanz nach St. Gallen sind durchgebunden bis Herisau. Bis zur Weiterfahrt können wir noch eine Runde um und durch den Bahnhof St. Gallen drehen. Das imposante Hauptgebäude wurde 1913 fertiggestellt. Die alte Schalterhalle präsentiert sich seit 2018 ansprechend renoviert.

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Jetzt wird es aber Zeit für den EC 191 von Zürich nach München. Nach der Elektrifizierung der Strecke durch das Allgäu werden ab dem Fahrplanwechsel im Dezember Triebzüge des Typs ETR 610 ‚Astoro‘ eingesetzt. Die Zeit von Lok und Wagen geht damit auf dieser internationalen Fernverbindung zu Ende – und damit auch die Möglichkeit, im Panoramawagen durch das Allgäu zu reisen.

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Wir fahren nun wieder hinab an den Bodensee und erreichen bald die Grenze zwischen der Schweiz und Österreich. Hier sind wir schon in Vorarlberg und blicken auf das im Jahr 1570 erbaute Wasserschloss Mittelweiherburg. Erhalten blieb nur ein Nebentrakt mit einem Treppenturm, auch der namensgebende Weiher ist im Laufe der Zeit verschwunden. Zwischen Bregenz und Lindau fährt der Zug direkt an der Uferpromenade des Bodensees entlang.

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Auf dem Bodenseedamm fährt der Zug dann in den Kopfbahnhof von Lindau. Hier findet ein Lokwechsel statt und zwei Loks der Baureihe 218 übernehmen den Eurocity. Ab der neuen Fahrplanperiode werden die Züge in Lindau nicht mehr auf die Insel fahren, sondern auf dem Festland am neuen Fernbahnhof Lindau-Reutin halten. Der bisherige Hauptbahnhof Lindau heißt dann Lindau Insel. Und der Eurocity wird in Deutschland zum EuroCity-Express (ECE).

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Auf dem Bodenseedamm geht es zurück aufs Festland und dann hinauf ins Allgäu. Der Zug befährt die klassische Allgäubahn über Kempten. Elektrifiziert wird die Alternativstrecke über Memmingen; über die landschaftlich schönere Strecke via Kempten wird man mit dem grenzüberschreitenden Fernzug dann nicht mehr fahren. Hier oben zieht nun eine reizvolle Winterlandschaft am Zugfenster vorbei.

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Und wenn wir schon wehmütig in Abschiedsstimmung sind: das gibt’s auch nicht mehr. Nein, nicht den Kaffee, den wird’s im ECE auch geben. Aber das Faltblatt ‚Ihr Reiseplan‘ ist bereits Geschichte.

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Diese schneebedeckte Fläche ist eigentlich ein Gewässer, die Strecke führt hier am Nordufer des Großen Alpsees entlang. Die Strecke gewinnt anschließend wieder an Höhe, bei Günzach nördlich von Kempten erreicht die Strecke mit 825 Metern Meereshöhe den höchsten Punkt zwischen Zürich und München.

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Je näher wir München kommen, desto weniger Schnee ist vor dem Zugfenster zu sehen. Nachdem der Zug Lindau mit rund 5 Minuten Verspätung verlassen hat, sind wir in München wieder weitgehend pünktlich. Für die Fahrt von St. Gallen bis München hat der Zug 3 Stunden 40 Minuten gebraucht, ab Dezember werden es 2 Stunden 58 Minuten sein.

Obwohl wir nur mit minimaler Verspätung in München ankommen, meint der DB Navigator, dass der Anschluss nach Kochel 11 Minuten später voraussichtlich nicht erreichbar sei. Das System nimmt es wohl sehr ernst mit den hinterlegten 10 Minuten bis zum Starnberger Flügelbahnhof…

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…dabei reicht die Zeit sogar noch, um für ein Foto an die Zugspitze zu laufen. Die Züge nach Kochel werden bis Tutzing gemeinsam mit den Zügen nach Weilheim geführt, zum Einsatz kommen Talent 2 von DB Regio.

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Warum ausgerechnet Kochel? Nun, die Strecke kenne ich noch nicht und es bietet sich an, diese Stichstrecke jetzt mitzunehmen. Die Kochelseebahn gehört zum Werdenfelsnetz. Wir fahren zunächst nach Kochel, später dann zurück nach Tutzing und über Garmisch-Partenkirchen nach Innsbruck. Am Abend geht es dann von Innsbruck „außenrum“ wieder zurück nach München.

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Von München fahren wir zunächst zum Starnberger See, dann biegt der Zug auf die Kochelseebahn ab. Die Kochelseebahn ist gut 35 Kilometer lang, sie ist eingleisig und seit 1925 elektrifiziert. Die Strecke führt anfangs weiter am Starnberger See entlang und erreicht dann die Gruppe der Osterseen sowie die umgebenden Verlandungs- und Moorgebiete.

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Der erste Teil der Strecke bis Penzberg wurde 1865 von den Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen eröffnet, sie diente insbesondere der Anbindung des Penzberger Kohlenbergwerks. 1898 wurde die Verlängerung der Strecke bis Kochel in Betrieb genommen. Das Bahnhofsgebäude von Benediktbeuern wird heute privat genutzt, es ist als „typischer Bahnhof aus Bayern“ als Bausatz für die Modelleisenbahn erhältlich.
Die Strecke führt weiter durch das Bayerische Oberland, östlich der Strecke erheben sich die Bayerischen Voralpen.

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70 Minuten nach der Abfahrt in München erreicht der Zug die Endstation Kochel.
Der Ort Kochel am See hat gut 4.000 Einwohner, in Oberbayern ist der Ort für den ‚Schmied von Kochel‘ bekannt. Als Soldat soll er im Großen Türkenkrieg nur mit einer Stange bewaffnet das Stadttor von Belgrad eingerammt haben und später als mutiger Anführer des Bauernaufstands gegen die österreichischen Besatzer 1705 gefallen sein. Im Zentrum von Kochel erinnert ein Denkmal an die Sagenfigur.

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Wenn wir schon mal hier sind, unternehmen wir noch einen Spaziergang zum Kochelsee. Der See liegt am Übergang zwischen dem flachen Voralpenland zu den Voralpen, am gegenüberliegen Ufer erheben sich die schneebedeckten Gipfel rund um den Jochberg.

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Vorbei an der Pfarrkirche St. Michael laufen wir zurück zum Bahnhof. Eine erste St.-Michaels-Kirche wurde im Jahr 1071 eingeweiht, der Kern der heutigen Kirche entstand um 1521, die Kirche wurde später barockisiert und erweitert.

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Nach dem Rückgang des Güterverkehrs und aufgrund sinkender Fahrgastzahlen unternahm die Bundesbahn in den 1970er und 1980er Jahren mehrere Versuche zur Stilllegung der Strecke, was jedoch am Widerstand des Freistaats Bayern scheiterte. Mit der Einführung des Stundentakts gelang eine Trendwende, mittlerweile sind die Haltepunkt barrierefrei ausgebaut. Dank des Flügelkonzepts gibt es umsteigefreie Verbindungen in die Landeshauptstadt.

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Mit dem Kloster Benediktbeuern liegt eine bekannte Sehenswürdigkeit direkt an der Strecke. Die Basilika wurde im 17. Jahrhundert im Stil des italienischen Frühbarocks erbaut, sie gilt als eine der ersten bedeutenden Barockkirchen auf dem Land in Oberbayern. Die Klosterkirche wurde 1972 zur Basilica minor erhoben.
Im weiteren Verlauf quert die Kochelseebahn die Loisach, dem Fluss werden wir später wieder begegnen.

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Am Bahnhof Tutzing verlassen wir den Zug, das Empfangsgebäude stammt aus dem Jahr 1865. Das Gebäude wurde wie die Nachbarbahnhöfe im Maximilianstil erbaut, es beherbergte einst Schalter, Wartesäle, Gepäckaufgabe und Diensträume, später eine Bahnhofsgaststätte. Die für den Bahnbetrieb erforderlichen Einrichtungen wurden mittlerweile in einen Anbau verlegt, das historische Empfangsgebäude ist seither seiner originären Funktionen beraubt.

Auf Gleis 3 steht mittlerweile schon der ICE 1297 „Wetterstein“. Die touristische Verbindung verkehrt samstags von Hamburg über die Mittenwaldbahn bis Innsbruck und sonntags retour. Dass Fahrgäste an den Zwischenhalten aussteigen und frische Luft schnappen, kommt auf dieser Verbindung an mehreren Bahnhöfen vor, aber dazu gleich mehr. Wir steigen jetzt erstmal ein in den Zug der Baureihe 411.

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Auf der Fahrt Richtung Garmisch-Partenkirchen queren wir erneut die Loisach, dann geht es hinauf in das winterliche Werdenfelser Land. Die Strecke folgt nun dem Tal der Loisach, auf der gegenüberliegenden Talseite erhebt sich das Estergebirge.

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In Garmisch-Partenkirchen liegt ganz ordentlich Schnee, wir sind hier auf 708 Meter Meereshöhe. Garmisch-Partenkirchen ist Ausgangspunkt der eigentlichen Mittenwaldbahn, die von hier nach Innsbruck führt. Die Bahnstrecke gewinnt auf dem nächsten Abschnitt weiter deutlich an Höhe, es geht hinauf nach Klais.

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Der Bahnhof Klais liegt auf 933 Meter Meereshöhe. Er trug früher die Aufschrift „Deutschlands höchstgelegener Intercity-Bahnhof“. Die Ära der Intercity-Züge auf der Mittenwaldbahn ist jedoch Geschichte, die Aufschrift am Bahnhof lautet nun „Bayerns höchstgelegener Bahnhof“. Ganz korrekt wäre diese Aussage allerdings nur mit dem Zusatz „an einer Normalspurstrecke“.
Zwischen Karwendel- und Wettersteingebirge fahren wir mit den letzten Sonnenstrahlen weiter über Mittenwald zur österreichischen Grenze.

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Für die Fahrt mit dem ICE über die Strecke ist allerdings Geduld gefragt. Während Regionalzüge für die Verbindung von München bis Innsbruck 2 Stunden 51 Minuten brauchen, ist der ICE 3 Stunden 19 Minuten unterwegs. Der Zug hat immer wieder längere Kreuzungsaufenthalte. Hier schnappen wir in Seefeld etwas frische Luft. Bei Seefeld liegt der Scheitelpunt der Strecke, der Bahnhof Seefeld in Tirol ist mit 1.182 Meter Meereshöhe der höchstgelegene ICE-Bahnhof.

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In Seefeld sind die letzten Touristen ausgestiegen, wir sind bis Innsbruck nun die einzigen Fahrgäste im Wagen. Eigentlich kommt jetzt die spektakulärste Etappe der Strecke durch die Martinswand und dann hinab ins Inntal, für weitere Streckenbilder ist es jetzt allerdings zu dunkel. Auch bei Dunkelheit hat die Strecke jedoch ihren Reiz, gerade bei der Fahrt hoch über den vielen Lichtern des Tals.

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Der Rest des Tages ist nun schnell erzählt, nach der Ankunft in Innsbruck drehen wir eine kleine Runde durch den Hauptbahnhof, dann fahren wir auf der schnelleren Strecke mit einem Eurocity durch das Inntal über Rosenheim nach München. Nach der Ankunft in München holen wir noch Innen- und Außenbild des Zugs nach.

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Mit einem nächtlichen Blick vom Marienplatz in München hinüber zu den Türmen der Frauenkirche beenden wir den ersten Reisetag. Nachdem in der Innenstadt eine große Polizeipräsenz herrscht, wird mir klar, dass wir das Wochenende der Münchner Sicherheitskonferenz erwischt haben. Gut behütet verbringen wir nun die Nacht in München.


Tag 2: München – Nürnberg – Aalen – Ulm – Friedrichshafen Stadt – Friedrichshafen Hafen - Konstanz

Heute drehen wir zur Rückfahrt an den Bodensee eine Runde durch Franken. Wir haben am Morgen noch etwas Zeit und so komme ich auf die Idee, ob sich vielleicht noch eine Mitfahrt in einem S-Bahnzug der Baureihe 420 ergeben könnte. Und es klappt auf Anhieb, gleich der erste einfahrende Zug ist der Wunschtyp. Nur fährt die S-Bahn in die falsche Richtung – aber egal, für eine Station reicht die Zeit für eine Mitfahrt in die Gegenrichtung.

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Die Züge wurden ursprünglich für die S-Bahn München konzipiert, aufgrund ihres Ersteinsatzes bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München werden sie auch ‚Olympiazüge‘ genannt. Der Einsatz der Züge in München endete 2004, dass sich nochmals ein solches Bild aus der bayerischen Landeshauptstadt ergeben würde, war damals kaum vorstellbar. 2014 kamen jedoch wieder erste Züge der Baureihe 420 nach München, anfangs nur auf den Außenästen oder in Randzeiten. Mittlerweile sind die modernisierten Züge häufiger anzutreffen.

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Nach diesem gelungenen Auftakt fahren wir zum Hauptbahnhof. Unser nächster Programmpunkt ist der München-Nürnberg-Express. Besonders und einzigartig macht diese Verbindung, dass die Regionalzüge mit Intercity-Wagen gefahren werden.

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Die Züge nutzen zwischen Ingolstadt und Nürnberg die Neubaustrecke. Da bei Auftragserteilung keine geeigneten Regionalzüge zur Verfügung standen, wurden druckertüchtigte Fernverkehrswagen samt Steuerwagen umgerüstet und haben ein Regio-rotes Farbkleid erhalten.

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Die Verbindung sollte ursprünglich mal FRESH heißen, etwas holprig abgeleitet von „FRanken-Express über die Schnellfahrstrecke in die LandesHauptstadt“. Der Name konnte sich jedoch nicht durchsetzen, heute heißt die Verbindung schlicht München-Nürnberg-Express.

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Damals bei der Mitfahrt im Februar 2019 war ich froh, dass das noch geklappt hatte, denn eigentlich sollte die Verbindung schon lange auf neue Züge umgestellt werden. Die Deutsche Bahn hat 2013 für diese Strecke Lokomotiven und Doppelstockwagen bei Škoda bestellt, ab 2016 sollten die neuen Züge rollen. Zunächst verzögerte sich die Auslieferung um mehrere Jahre, auch die Zulassung durch das Eisenbahnbundesamt lies auf sich warten. Der aktuelle Stand ist wohl, dass die Bahn die Züge nicht abnimmt und Streit zwischen Škoda und Deutscher Bahn herrscht. Der derzeitige Verkehrsvertrag, der eigentlich die Škoda-Züge beinhaltet, läuft noch bis 2028. Ob die neue Züge bis dahin überhaupt noch zum Einsatz kommen?

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Wir fahren nun mit dem München-Nürnberg-Express nach Nürnberg. Ab Ingolstadt befährt der Zug die Schnellfahrstrecke, er ist damit der einzige Regionalzug, der eine Hochgeschwindigkeits-Neubaustrecke in Deutschland in ihrer vollen Länge befährt und mit bis zu 200 km/h ist er für einen Regionalzug auch sehr flott unterwegs.

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Der München-Nürnberg-Express benötigt für die Strecke 1 Stunde 44 Minuten, die schnellsten ICE schaffen die Strecke in 62 Minuten.

Nach der Ankunft in Nürnberg bleibt anschließend Zeit für einen kleinen Spaziergang durch die Innenstadt. Beim nächsten Bild stehen wir vor dem mittelalterlichen Wohnturm Nassauer Haus. Gegenüber befindet sich die Lorenzkirche, die Basilika wurde 1477 vollendet.

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Von der Lorenzer Altstadt machen wir noch einen Abstecher über die Pegnitz. Zum Teil über dem Bett der Pegnitz wurde 1339 das Heilig-Geist-Spital errichtet, es war die größte städtische Einrichtung zur Versorgung von Kranken und Alten in der Reichsstadt.
Das letzte Bild aus dem Zentrum zeigt die Frauenkirche am Hauptmarkt.

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Schließlich wird es Zeit für die Weiterfahrt. Und auch der Intercity von Nürnberg über Stuttgart nach Karlsruhe passt gut zu unserer Abschiedstour. Damals deutete sich schon die Umstellung auf IC 2 an, so dass die Mitfahrt im klassischen Intercity-Wagenzug ebenfalls Abschiedscharakter hatte. Auch der Einsatz der Baureihe 120 im Fernverkehr ist mittlerweile Geschichte.

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Die Strecke von Nürnberg nach Stuttgart gefällt mir recht gut, abseits der großen Metropolen fährt man durchs Grüne, die Landschaft ist nicht spektakulär, aber nett anzusehen. Besonders auch die Etappe über die Frankenhöhe zwischen Ansbach und Crailsheim.

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Hier fahren wir gerade am Ort Kloster Sulz vorbei. Die Kirche gehört zum ehemaligen Prämonstratenserinnenkloster, das Frauenstift wurde um 1200 gegründet.

Ich hatte eigentlich geplant, mit dem Intercity bis Stuttgart und dann über die Gäubahn zurück an den Bodensee zu fahren. Als ich während der Fahrt im DB Navigator spiele, sticht mir jedoch eine Alternativroute über Ulm und weiter mit dem IC 119 ins Auge. Spontan ändern wir den Reiseplan und verlassen in Aalen den Zug.

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Volltreffer! Mir war zwar bewusst, dass die Brenzbahn von Aalen nach Ulm ein letztes Refugium der Baureihe 611 war – ich hatte aber nicht ernsthaft damit gerechnet, nochmals einen der Neigetechnik-Züge anzutreffen. Nachdem ich diesen Fahrzeugen früher häufig am Bodensee oder zwischen Donau und Schwarzwald begegnet war, ist das nun tatsächlich unsere allerletzte Fahrt mit der Baureihe 611. Soviel Abschiedscharakter hatte ich bei der Tourplanung gar nicht im Sinn.

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Mein Verhältnis zu den Zügen war ambivalent – aber etwas Wehmut fährt nun doch mit. Und was die erste Klasse betrifft ist das schon ein himmelweiter Unterschied zum Nachfolger in Form der baden-württembergischen Züge der Baureihe 612.

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Der Zug fährt als Interregio-Express von Aalen nach Ulm. Die Brenzbahn führt zwischen Albuch und Härtsfeld am nordöstlichen Rand der Schwäbischen Alb zur Donau. Start- und Zielbahnhof liegen in Baden-Württemberg, unterwegs führt die Strecke für einige Kilometer durch Bayern. Parallel zur Bahnstrecke mäandriert die Brenz durch Talwiesen.

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Ab Ulm geht es mit dem IC 119 weiter zum Bodensee. Der Zug kommt aus Dortmund, in Stuttgart wurde er auf Dieselloks umgespannt. Fahrtziel des Zugs ist Innsbruck.
Ich bin mir nicht sicher, inwiefern auch das eine Abschiedsfahrt ist, die Baureihe 218 wird man nach der Elektrifizierung der Südbahn Ulm – Friedrichshafen – Lindau hier wahrscheinlich nicht mehr sehen. Welche Zukunft die Fernverbindung IC 118/119 hat, ist offen.

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Wir finden ein freies Abteil und genießen die Fahrt in der Wintersonne durch Oberschwaben. Ich bin zufrieden und freue mich über die spontane Entscheidung mit der geänderten Reiseroute.

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Hier sehen wir den Bahnhof Laupheim West. Jetzt bin ich mit der Entscheidung der geänderten Reiseroute nicht mehr so ganz zufrieden, denn dieses Bild vor dem Zugfenster hat sich schon länger nicht mehr geändert. Stellwerkstörung.
Da hilft nur Warten und Kaffeetrinken.

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Nach 50 Minuten Standzeit in Laupheim West können wir schließlich die Fahrt fortsetzen. Wir fahren jetzt weiter durch Oberschwaben bis nach Friedrichshafen am Bodensee. Der Bodensee – ach, lest selbst:

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Vom Stadtbahnhof in Friedrichshafen fahren wir mit einer Regionalbahn die paar Meter bis zum Hafenbahnhof. Zum Einsatz kommt ein Dieseltriebwagen der Baureihe 628.

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Aufgrund der Verspätung haben wir nun noch etwas mehr Zeit bis zur Abfahrt des Katamarans nach Konstanz. Nutzen wir die Zeit für einen Abstecher auf den stählernen Moleturm. Aus 22 Metern Höhe bietet sich ein Blick über die Uferpromenade von Friedrichshafen.

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http://www.bahnreiseberichte.de/096-Allgaeu-Wetterstein-Franken/96-87Blick-Bodensee-Faehre.JPG

Währenddessen verlässt unter uns eine Autofähre den Hafen und fährt dem schweizerischen Alpenpanorama entgegen. Vielleicht erinnert Ihr Euch an das zweite Bild oben im Reisebericht mit dem Pendant vom Fährhafen im schweizerischen Romanshorn.
Wir fahren nun mit dem Katamaran von Friedrichshafen nach Konstanz.

http://www.bahnreiseberichte.de/096-Allgaeu-Wetterstein-Franken/96-88Fahrt-Katamaran-Bodensee.JPG

http://www.bahnreiseberichte.de/096-Allgaeu-Wetterstein-Franken/96-89Katamaran-Bodensee.JPG

Das vorletzte Bild zeigt die Begegnung mit dem Katamaran, der in Gegenrichtung von Konstanz nach Friedrichshafen unterwegs ist.

http://www.bahnreiseberichte.de/096-Allgaeu-Wetterstein-Franken/96-90Einfahrt-Katamaran-Konstanz.JPG

Und mit der Silhouette der Altstadt von Konstanz mit Konzilgebäude, Münsterturm, Inselhotel und dem Fernmeldegebäude im Abendlicht beenden wir den Reisebericht.

Vielen Dank für das Interesse und fürs Mitkommen.

Viele Grüße und einen schönen Sonntag

Tobias

PS: meine bisherigen Reiseberichte gibt’s unter http://www.bahnreiseberichte.de.

http://www.bahnreisefuehrer.de - Deutschland aus der Fahrgastperspektive
Der Weg ist das Ziel: Meine Bahnreiseberichte.de.
Vielen Dank für den - wie immer - sehenswerten und informativen Reisebericht. Hattest ja richtig Glück mit der Abschiedsfahrt :-)
(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Gruß
Tz 4683
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Mein Beitragsverzeichnis: [www.drehscheibe-online.de]

Danke und ?

geschrieben von: MichiS

Datum: 18.10.20 12:35

Hallo Tobias,


vielen Dank für Deinen - wie immer - informativen und unterhaltsamen Reisebericht!

Eine Frage hätte ich schon seit längerem: Was macht Ihr auf mehrtägigen Touren mit Eurem Gepäck während der Stadtrundgänge? In Kochel z.B. gibt's m.W. keine Schließfächer.


Schöne Grüße

Michi

Zum Gepäck

geschrieben von: TD

Datum: 18.10.20 13:18

MichiS schrieb:
Hallo Tobias,

vielen Dank für Deinen - wie immer - informativen und unterhaltsamen Reisebericht!
Hallo Michi,

vielen Dank, das freut mich.

MichiS schrieb:
Eine Frage hätte ich schon seit längerem: Was macht Ihr auf mehrtägigen Touren mit Eurem Gepäck während der Stadtrundgänge? In Kochel z.B. gibt's m.W. keine Schließfächer.
Ja, das mit dem Gepäck ist immer so eine Sache. Gut, bei dieser Tour mit nur einer Übernachtung war das jetzt nicht so problematisch, da reicht ein kleinerer Rucksack, den kann man auch mal eine Stunde durch Kochel tragen. Wir verreisen grundsätzlich immer nur mit Rucksäcken; wenn es keine Aufbewahrungsmöglichkeit am Bahnhof oder im Hotel gibt, nehmen wir das Gepäck halt zwangsläufig mit. Das Gepäck ist deshalb auch der limitierende Faktor bei großen Touren. Wenn bei Bergbahnen, Museumsbahnen oder Schiffen zwischen all den Touristen Reisende mit großen Rucksäcken auftauchen, sind das vielleicht wir…

Viele Grüße

Tobias

http://www.bahnreisefuehrer.de - Deutschland aus der Fahrgastperspektive
Der Weg ist das Ziel: Meine Bahnreiseberichte.de.

Danke für die Info! (o.w.T)

geschrieben von: MichiS

Datum: 19.10.20 20:56

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)