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 08/02 - Alpenlandforum 

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​Manchmal muss ein Signal rechts der Gleise stehen. Dann wird es heutzutage mittels eines Signalkorbs über die Gleise gehoben und hängt links. So weit, so einfach. Das war aber nicht immer so.

Ich kenne diverse Fotos aus der Epoche III, da stehen Signale rechts, Lichtsignale wie Semaphore. Ein besonderer Hinweis ist nie erkennbar. (In Italien sind die Lichtsignaltafeln in solchen Fällen rechteckig statt rund.)

Frage: Gab es dafüer eine besonder Kennzeichnung, Hinweistafel o.ä.? Meine Signalbücher -ältestes leider erst 1982 - geben dazu nichts her.
Le Mistral schrieb:
​Manchmal muss ein Signal rechts der Gleise stehen. Dann wird es heutzutage mittels eines Signalkorbs über die Gleise gehoben und hängt links. So weit, so einfach. Das war aber nicht immer so.

Ich kenne diverse Fotos aus der Epoche III, da stehen Signale rechts, Lichtsignale wie Semaphore. Ein besonderer Hinweis ist nie erkennbar. (In Italien sind die Lichtsignaltafeln in solchen Fällen rechteckig statt rund.)

Frage: Gab es dafüer eine besonder Kennzeichnung, Hinweistafel o.ä.? Meine Signalbücher -ältestes leider erst 1982 - geben dazu nichts her.
Ursprünglich standen die Signale in der Schweiz im Regelfall rechts (passend zum eigentlich mal offiziellen Rechtsverkehr), auch auf den Führerständen sass der Lokführer deswegen lange rechts.
Abweichend davon standen an zweigleisigen Strecken aber die Signale links (sonst wäre es sehr aufwändig geworden, Signale am Gegengleis gab es damals noch nicht). Vor langer Zeit (in den 1930ern?) begann man mit dem versetzten der Signale auf die linke Seite. Dies zog sich aber über viele Jahrzehnte hin, letzter Bahnhof mit Signalen in Rechtsaufstellung dürfte Romanshorn bis zweitausendirgendwas gewesen sein.
Eine generelle Kennzeichnung gab und gibt es nicht.
Auf mehrgleisigen Strecken darf das Signal am äussersten rechten Gleis auch rechts stehen.

Gruss

Florian



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.09.20 12:00.
Hoi,

hier der Auszug aus der aktuellen FDV:

1.1.3 Aufstellung der Signale
Ortsfeste Signale befinden sich links vom Gleis. Auf einspurigen Stre-
cken können sie zur besseren Sichtbarkeit auch rechts aufgestellt sein.
Auf mehrspurigen Strecken und in Bahnhöfen können die Signale des
rechten äussersten Gleises auf dessen rechter Seite aufgestellt sein. Die
Bezeichnungen links und rechts gelten im Sinne der Fahrrichtung.
In zweigleisigen Tunnels können die Signale beider Gleise zusammen
zwischen den Gleisen angeordnet werden.

Hüntwangen-Wil steht z.B. neben dem rechten Durchfahrtgleis ein Zwischensignal
für den Anschluss der Kieszüge, dieses ist mit einem Pfeil versehen damit es keine
Zuordnungsprobleme gibt.

Ich hoffe die Antwort ist hilfreich. MfG
Ohne Korinthenkacker zu spielen,
in der Schweiz heissen Zwischensignale nicht so... sondern Gleisabschnittsignale!
Auch Vorsignalwiederholer der DB heissen gemäss FDV: Wiederholungssignal!

Gruess MirageRuedi
Florian,
auch in der Schweiz herrschte schon zur Gründungszeit der SBB schon LINKS Verkehr!
zu Privatbahnzeiten gab es welche die Rechtsverkehr hatten, andre wiederum seitBeginn der Doppelspuren links!!!

Das kommt ganz einfach aus der Zeit, als die Engländer die Eisenbahnentwicklung noch prägten... und in England war und ist Linksverkehr auf Strasse und Schiene heute noch üblich!
.... alles andere wäre mir gänzlich neu....

Gruess MirageRuedi
Schotterpilot schrieb:
Florian,
auch in der Schweiz herrschte schon zur Gründungszeit der SBB schon LINKS Verkehr!
zu Privatbahnzeiten gab es welche die Rechtsverkehr hatten, andre wiederum seitBeginn der Doppelspuren links!!!

Das kommt ganz einfach aus der Zeit, als die Engländer die Eisenbahnentwicklung noch prägten... und in England war und ist Linksverkehr auf Strasse und Schiene heute noch üblich!
.... alles andere wäre mir gänzlich neu....
Aber die SBB entstand ja nicht aus dem nichts sondern hatte ihre Vorgänger. Und offiziell gab es meinseswissens bis kurz vor Gründung der SBB Rechtsverkehr auch wenn wohl mehrheitlich schon links gefahren wurde. Wobei Rechtsverkehr für die Schweiz eh ungewöhnlich war, da sie von Linksfahreren quasi umrundet war. Italien und Frankreich fahren heute noch links, aber auch nördlich des Rheins wurde damals links gefahren, in Baden wurde erst in den 1920ern(?) von Links- auf Rechtsverkehr umgestellt...

Der ehemalige (vorgesehene) Rechtsverkehr spiegelte sich aber auch klar noch lange in den Signalen und den Führerständen wieder. Die Signale waren alle auf Rechtsverkehr ausgelegt, nur an zweigleisigen Strecken standen sie mangels Platz zwischen den Gleisen links. Und auch der Lokführer war auf der rechten Seite, erst in den 1940ern begann die SBB bei Neufahrzeugen (langsam) auf passender Linksführerstände umzustellen. Die BLS war konservativer und so haben selbst den BLS-Re 4/4 noch den Führerstand auf der inzwischen "falschen" Seite.
Übrigens die ersten Zwergsignale standen auch noch rechts (wohl passend zu damals noch der grossen Mehrheit der Loks), wurde dann aber später auch auf links geändert.

Gruss

Florian



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.09.20 21:19.
Florian Ziese schrieb:
Aber die SBB entstand ja nicht aus dem nichts sondern hatte ihre Vorgänger. Und offiziell gab es meinseswissens bis kurz vor Gründung der SBB Rechtsverkehr auch wenn wohl mehrheitlich schon links gefahren wurde. Wobei Rechtsverkehr für die Schweiz eh ungewöhnlich war, da sie von Linksfahreren quasi umrundet war. Italien und Frankreich fahren heute noch links, aber auch nördlich des Rheins wurde damals links gefahren, in Baden wurde erst in den 1920ern(?) von Links- auf Rechtsverkehr umgestellt...

Der ehemalige (vorgesehene) Rechtsverkehr spiegelte sich aber auch klar noch lange in den Signalen und den Führerständen wieder. Die Signale waren alle auf Rechtsverkehr ausgelegt, nur an zweigleisigen Strecken standen sie mangels Platz zwischen den Gleisen links. Und auch der Lokführer war auf der rechten Seite, erst in den 1940ern begann die SBB bei Neufahrzeugen (langsam) auf passender Linksführerstände umzustellen. Die BLS war konservativer und so haben selbst den BLS-Re 4/4 noch den Führerstand auf der inzwischen "falschen" Seite.
Übrigens die ersten Zwergsignale standen auch noch rechts (wohl passend zu damals noch der grossen Mehrheit der Loks), wurde dann aber später auch auf links geändert.
Hi,

der Vollständigkeit halber sollte noch erwähnt werden, das es bis heute Strecken mit Rechtsverkehr in der Schweiz gibt. Die Grenzbetriebsstrecken Basel SBB/RB > Basel Bad Bf und Basel SBB > St. Johann > Grenze CH/F werden, natürlich wegen des Rechtsverkehrs im jeweils angrenzenden Land, so betrieben.

Gruß Marc

https://live.staticflickr.com/65535/48978975778_c5495bddc4.jpg
Zitat
Hi,

der Vollständigkeit halber sollte noch erwähnt werden, das es bis heute Strecken mit Rechtsverkehr in der Schweiz gibt. Die Grenzbetriebsstrecken Basel SBB/RB > Basel Bad Bf
Zwsichen Basel SBB und Basel Bad Bf wird auch gerne im Linksverkehr gefahren. Ich habe es schon mehrmals erlebt, dass mein ICE vom Gleis 12 einmal quer durchs Vorfeld auf das linke Gleis fuhr, um dann auf der Rheinbrücke wieder zu das Gleis zu wechseln :-)
Meistens wird so gefahren, wie es grade der Betrieb im Basel SBB zulässt.

Zwischen Zürich HB und Killwangen-Spreitenbach wird im Fernverkehr ebenfalls rechts gefahren. Dies hängt noch mit dem Regime im Kopfbahnhof Zürich HB und einer möglichst guten Kapazitätsauslastung zusammen.

Mit freundlichen Grüssen
SwissExpress

Meine hier wiedergegebenen Äusserungen sind einzig und allein meine private Meinung.

Teilweise sind meine Beträge bewusst provokant und/ oder zynisch verfasst.
Nicht nur dort.
Wo planmässig in der innerschweiz rechts gefahren wird, ist auf der S6 der Zürcher S-Bahn. Um genau zu sein zwischen Regensdorf-Watt und Seebach.
Auch fährt man rechts im Kanton Schaffhaussen. (Badumm Tssss :-) Zwischen Erzingen - Wilchingen-Hallau - Schaffhausen - Tahyngen. Aber das liegt einzig an der deutschen Infrastruktur und ist hinlänglich bekannt.
Florian Ziese schrieb:
Schotterpilot schrieb:
Florian,
auch in der Schweiz herrschte schon zur Gründungszeit der SBB schon LINKS Verkehr!
zu Privatbahnzeiten gab es welche die Rechtsverkehr hatten, andre wiederum seitBeginn der Doppelspuren links!!!

Das kommt ganz einfach aus der Zeit, als die Engländer die Eisenbahnentwicklung noch prägten... und in England war und ist Linksverkehr auf Strasse und Schiene heute noch üblich!
.... alles andere wäre mir gänzlich neu....
Aber die SBB entstand ja nicht aus dem nichts sondern hatte ihre Vorgänger. Und offiziell gab es meinseswissens bis kurz vor Gründung der SBB Rechtsverkehr auch wenn wohl mehrheitlich schon links gefahren wurde. Wobei Rechtsverkehr für die Schweiz eh ungewöhnlich war, da sie von Linksfahreren quasi umrundet war. Italien und Frankreich fahren heute noch links, aber auch nördlich des Rheins wurde damals links gefahren, in Baden wurde erst in den 1920ern(?) von Links- auf Rechtsverkehr umgestellt...

Florian
Bei den normalspurigen, inländischen Vorgängerbahnen war nur die alte Hauensteinlinie Rechtsverkehr. Die wurde aber schon früh auf Links umgebaut. Der Grund, war damals, so liest man, dass man die talfahrenden Züge im Homburgertal näher am Felsen fahren lassen wollte. Das sei sicherer.
[www.coopzeitung.ch]
Nachzulesen in "Ein Jahrhundert Schweizerbahnen"

Man darf auch nicht vergessen, dass bis zur SBB, fast alle Bahnen einspurig waren!

Heute ist nicht immer nachvollziehbar, welcher Zug, wann, wo fährt:
Eine Stunde Bözberglinie am 5. September 2020:
Giruno links talwärts:
[flic.kr]

Güterzug links talwärts:
[flic.kr]

Güterzug rechts talwärts:
[flic.kr]

Ebenfalls:
[flic.kr]

Dazwischen waren Reisezüge bergwärts mal rechts und mal links.


Gruss Leo



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.09.20 05:15.
SwissExpress schrieb:

Zwischen Zürich HB und Killwangen-Spreitenbach wird im Fernverkehr ebenfalls rechts gefahren. Dies hängt noch mit dem Regime im Kopfbahnhof Zürich HB und einer möglichst guten Kapazitätsauslastung zusammen.
Das hat eher mit dem Taktfahrplan zu tun. Vor der vollen /halben Stunden fährt der Fernverkehr auf beiden Gleisen Richtung Zürich, danach ebenfalls auf beiden Geleisen von Zürich weg.

Auch die Ende der 20er-Jahre gebauten Ae 4/7 hatten den Führerstand rechts wie die Dampflok, wie Bilder bei SBB Historic zeigen.
BR290 schrieb:
Nicht nur dort.
Wo planmässig in der innerschweiz rechts gefahren wird, ist auf der S6 der Zürcher S-Bahn. Um genau zu sein zwischen Regensdorf-Watt und Seebach.
Auch fährt man rechts im Kanton Schaffhaussen. (Badumm Tssss :-) Zwischen Erzingen - Wilchingen-Hallau - Schaffhausen - Tahyngen. Aber das liegt einzig an der deutschen Infrastruktur und ist hinlänglich bekannt.
Wobei ja zwischen Schaffhausen und Beringen noch in den 1990ern links gefahren wurde, da eben Baden Linksfahrland war. Alle zur Reichsgründung bereits doppelspurigen Strecken fuhren links und wurden erst viel später umgestellt.

Gruss, Fastrider

Treno Verde statt QdLT und Ländertickets
eugenR schrieb:
SwissExpress schrieb:
Zwischen Zürich HB und Killwangen-Spreitenbach wird im Fernverkehr ebenfalls rechts gefahren. Dies hängt noch mit dem Regime im Kopfbahnhof Zürich HB und einer möglichst guten Kapazitätsauslastung zusammen.
Das hat eher mit dem Taktfahrplan zu tun. Vor der vollen /halben Stunden fährt der Fernverkehr auf beiden Gleisen Richtung Zürich, danach ebenfalls auf beiden Geleisen von Zürich weg.

Auch die Ende der 20er-Jahre gebauten Ae 4/7 hatten den Führerstand rechts wie die Dampflok, wie Bilder bei SBB Historic zeigen.
Bei den SBB waren bis zur kleinen Re in den 40er Jahren alle Führerstände rechts. Bei den BLS noch wesentlich länger: Die braunen Re hatten auch noch rechte Führerstände.
Gruss Leo
Fastrider schrieb:
Wobei ja zwischen Schaffhausen und Beringen noch in den 1990ern links gefahren wurde, da eben Baden Linksfahrland war. Alle zur Reichsgründung bereits doppelspurigen Strecken fuhren links und wurden erst viel später umgestellt.
Also den Bildern nach kann das nicht sein, mindestens seit Anfang der 1960ern wird nach Beringen rechts gefahren, vermutlich noch viel früher umgestellt.
Erst seit kurzem könnte wieder vernünftig links gefahren werden, da nun auch am Gegengleis Signale stehen. Allerdings DB-üblich in Sparausführung mit längeren Blockabständen.

Wo in der Schweiz häufiger rechts gefahren wird ist bei Schmalspurbahnen. Wohl auch zusammenhängend damit, dass Strassenbahnen natürlich auch rechts fahren.

Gruss
Florian



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.09.20 11:34.
SwissExpress schrieb:
Zwischen Zürich HB und Killwangen-Spreitenbach wird im Fernverkehr ebenfalls rechts gefahren. Dies hängt noch mit dem Regime im Kopfbahnhof Zürich HB und einer möglichst guten Kapazitätsauslastung zusammen.
Falsch, nur bis Spreitenbach. Dort befindet sich ein Überwerfungsbauwerk. Ab da bis hinter Killwangen fährt man links im Richtungsbetrieb. Ich fahre auf der Linie täglich.

Was mich jedoch wundert, dass es in Ch früher Rechtsverkehr gegeben haben soll. Nach meiner Theorie ist der Linksverkehr dadurch entstanden, dass die Eisenbahn ein Importprodukt aus UK ist, und damit auch anfangs überall links gefahren wurde, bis einige Bahnen herausgefunden hatten, dass es für sie günstiger ist wenn der Lokführer rechts steht, und der Heizer links.

In Belgien fährt man übrigends auch links. Dafür wurde în Aachen Süd auch ein entsprechendes Bauwerk erstellt.
Meinst du 1890???
also alle „Kellensignale“ standen Mitte 1970 schon rechts!!!
nix mit 1990 noch linksverkehr... ich kenne da uralte Bilder aus der Enge, beim alten Eisweiher... da fahren sie schon rechts!!!
Gruess MirageRuedi, der fast an dieser Linie wohnt!