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[CH] - Petition zur Rettung der Gotthardanlage im VHS

geschrieben von: aerials

Datum: 07.09.20 12:42

Ich erlaube mir den Hinweis auf unsere Petition zur Rettung des Modells der Gotthardnordrampe im Verkehrshaus der Schweiz.
Das Thema macht dankenswerterweise bereits in diversen Kreisen die Runde, aber auf DSO habe ich es noch nicht gefunden.

Mit dem Neubau der Schienenhalle 1 im Verkehrshaus ist der weitere Erhalt der Anlage akut gefährdet. Erste Pläne sahen vor, die Anlage zwei Jahre extern in einem Zelt (!) zu lagern. Mittlerweile gibt es einen anderen Lagerplatz, über dessen Beschaffenheit allerdings noch nichts bekannt ist.

Offizielle Pläne, die Anlage wieder ins Museum zurückzubringen, bestehen nicht.

Wir - die Eisenbahn- und Modellbaufreunde Luzern - sind der Meinung, dass die Anlage unbedingt erhalten und weiterhin dem Publikum zugänglich bleiben sollte. Zu diesem Zweck haben wir unter dem Slogen "Rettet die Ahnen unserer Modellbahnen" eine Petition bei openpetition.eu gestartet:

Unterstütze unsere Petition zum Erhalt der Gotthardanlage

Wir sind dankbar um jede Weiterverbreitung unseres Anliegens in weiteren Foren, Social Media etc.
Und vielen Dank all jenen, welche die Petition bereits unterzeichnet haben!

Eisenbahn- und Modellbaufreunde Luzern
embl.ch
Ich habe mich bereits vorgestern der Petition angeschlossen.

Diese Anlage hat mir als Kind Anfang der 60er Jahre bereits den Weg zu schweizer Modellbahnen gewiesen.

Re: [CH] - Petition zur Rettung der Gotthardanlage im VHS

geschrieben von: Lok35

Datum: 09.09.20 18:38

Gruetzi miteinand ! Habe ich gerade gemacht und holt Euch HAG ins Boot !
Grüezi,

all Jene, welche schon die Kommentare und Aussagen, Kritiken und Vorschläge gelesen haben, wird wohl aufgefallen sein, dass diese Anlage nicht nur in der Schweiz sehr beliebt ist. Weiter wird auch dem VHS, genau so wie dem Tram-Museum in Zürich, vorgeworfen, dass das lebendige frühere Museum zu Eventhalle, Spielplatz und ähnlichen Anlässen (Schokoladeverkaufsladen) verkommt.

Klar, ist, dass Museen keinen leichten Stand haben und auf Einnahmen angewiesen sind.

Darf ich aus meiner Sicht ein Stück weit die Geschichte des Verkehrshauses der Schweiz nachzeichnen:
In der Nachkriegszeit gab es in Zürich in der Güterabfertigung gegenüber dem SBB-Depot Feldstrasse ein Eisenbahnmuseum. Initiert hat dies ein ehemaliger Chef der Hauptwerkstätte Zürich. Meines Wissen kostete der Besuch dort nichts! Als Kinder waren viele unter uns späteteren Eisenbahner und Eisenbahnfreunde natürlich mehrmals dort zu Besuch. Mich hat z. B. dort ein grosses Modell des Schinenzeppelins mit seinem Propeller recht Eindruck gemacht, aber auch der später in der VHS-Bahnhalle aufgestelle Leichtstahl-Schnellzug mit einer Re 4/4 (damals ohne hochgestellte I) war schon dort zugegen. Weitere - vor allem Dampfloks - fanden sich dort, sowie auch Laternen, Signale, Uniformen usw.
Das Ganze muss bis etwa Ende der 50er-Jahre des letzten Jahrhundert offen gewesen sein, bis man dann das VHS gründete.

Die SBB haben wohl gemerkt, dass ein Eisenbahnmuseum nur mit Bahnbeteiligung keine grossen Menschenscharen auf Dauer anzulocken vermag und versuchte dann auch andere Verkehrsträger miteinzubeziehen, so die Swissair, Schifffahrt, Strassenverkehr, Luftseilbahnen, die Post mitsamt Telefonie etc., etc. Dies gelang tatsächlich und wurde zu einem grossen Erfolg. Einer der Anziehungspunkt waren ganz klar die vom EMBL erstellte Gotthardnordrampe der SBB ab Erstfeld . . . Wieviele Stunden haben Kinder, Jugendliche und deren Eltern den Zügen nachgeschaut und sich immer wieder gefragt, wann der eigene Favorit der Züge wieder irgendwo auftauchen würde. Die Anlage wurde auch regelmässig unterhalten, gereinigt, Fahrzeuge und defekte Teile ersetzt oder repariert.

Klar - die Anlage zeigt nicht mehr den neuesten Stand, sie muss das auch gar nicht, Stahlträgerbrücken sind verbaut und keine Betonbrücken, aber die Landschaft ist auch heute noch klar zu erkennen. Mag sein, dass sie nicht mehr dem neuesten Technikstand entspricht, da ist noch nicht viel Digitaltechnik drinn - wäre aber durchaus möglich und vermutlich auch vom EMBL schon angedacht.

Die Anlage hat Kultstatus! Sie ist für viele unter uns bereits zum Denkmal geworden, Ausdruck und Intentiät des Verkehrshauses!

Leider kommt da scheinbar noch etwas Anderes dazu. Die Schienenhalle wird abgebrochen, wofür man ja noch Verständnis aufbringen kann, nicht aber, dass dem Vernehmen nach nur noch ein einziges Gleis für Fahrzeuge vorgesehen ist! Wohin denn gehen dann die andern wertvollen Exponate?

Mir scheint, dass die frühere Aktion "Rettet die Ahnen unserer Bahnen!", welche vielfach auch umgekehrt "Rettet die Bahnen unser Ahnen" genutzt wurde, bei den heutigen, wohl aus der St.Galler-Bratwurst-Universität (Aussage eines ehemaligen Chefs ZfW einer Privatbahn) hervorgegangen oder beratene VHS-Leitung überhaupt kein Verständnis für Historie aufzubringen vermag. Das VHS ist ein schweizerisches Verkehrsmuseum und meiner Ansicht nach haben amerikanische Weltraumaktivitäten hier nichts verloren. Genau genommen hat auch das Hans Erni-Haus mit dem auch von mir verehrten Künstler mit dem VHS nicht allzuviel zu tun - was allerdings keine Kritik meinerseits sein soll! Aber hinterfragen sollte man dürfen.

Das VHS hat an Lebendigkeit viel verloren, Spielplätze für Kinder sind kein Ersatz für ein lebendiges Verkehrsmuseum: Was alles ging in den letzten Jahren verloren, verschwand still und leise. Es wäre interessant zu wissen, welche Exponate aus der Zeit des Zürcher Bahnmuseum noch im VHS-Bestand vermodert und versteckt aufzufinden wäre . . .

Habe hier extra keine detaillierten Zahlen usw. aufgetischt, habe absichtlich "aus dem Bauch-Gefühl" geschrieben, denn Gefühle fehlen den heutigen Manager praktisch durchgehend, nicht aber einem grossen Teil der Bevölkerung!

Seit Jahrzehnten zahlendes Mitglied des VHS, scheint mir, sollte das Vorgehen in Sachen Bahn, so weitergehen, ich wohl meine Mitgliedschaft künden werde - und mit mir wohl viele Gleichdenkende. Das heutige Preisgebahren in Sachen Eintrittspreise werden von vielen mir Bekannten als geradezu abzockend bezeichnet! Man schaue sich einmal Preise an, und: Wer mit Kinder kommt, Essen muss, kann sich errechnen, wie sich der Geldbeutel erleichtert!

Es ist genau das, was mit dieser Petition verhindert werden soll: Die Verbundenheit von Mitgliedern und Bevölkerung mit dem Verkehrshaus der Schweiz soll erhalten bleiben und wir möchten dabei lieber mehr als weniger Bahnbezug in Luzern erleben können! Die EMBL-Anlage soll weiterleben! Vielleicht sollen wohl auch einige Leute besser den Hut nehmen!

Urs

Re: [CH] - Petition zur Rettung der Gotthardanlage im VHS

geschrieben von: Lok35

Datum: 10.09.20 08:58

Dem stimme ich voll zu..und ja, manche Manager sind fehl am Platz, auch im VHS.
A propos VHS:

Wie kommen eigentlich die 56 CHF Eintritt zu stande?
Ja, das Museum bedarf Pflege, Mitarbeiter müssen bezahlt werden und und und.
Für das gleiche Geld komme ich auch in den Europa Park.

Zum Vergleich Sinsheim - auch privat geführt: 17€
Technorama Winterthur: 29 CHF.

Und, ja, es gibt Railaway Angebote.
RhBDirk schrieb:
A propos VHS:

Wie kommen eigentlich die 56 CHF Eintritt zu stande?
Ja, das Museum bedarf Pflege, Mitarbeiter müssen bezahlt werden und und und.
Für das gleiche Geld komme ich auch in den Europa Park.
Der Eintritt ins Museum kostet für Erwachsene 32 CHF.

Gruss, Thomas.
RhBDirk schrieb:
A propos VHS:

Wie kommen eigentlich die 56 CHF Eintritt zu stande?
Ja, das Museum bedarf Pflege, Mitarbeiter müssen bezahlt werden und und und.
Für das gleiche Geld komme ich auch in den Europa Park.

Zum Vergleich Sinsheim - auch privat geführt: 17€
Technorama Winterthur: 29 CHF.

Und, ja, es gibt Railaway Angebote.
Grüezi,

man muss sich auch bewusst sein, dass viele Exponate, darunter Originalbahnfahrzeuge, Autos usw. nicht immer ausgestellt werden können und auch Abstellplatz benötigen. Weiter gibt es viele geschenkte historische Archivalien, welche viel weiteren Platz benötigen. Dieser muss z, T. auch ausserhalb des VHS zugemietet werden, dabei ist zu beachten, dass z.B. Vieles darunter in Sachen Feuchtigkeit, Temperatur, Licht usw. heikel ist und die Räume vielfach klimatisiert werden müssen.
So ist auch die Anlage in sehr schlechtem Unterstand abgestellt, wie man vernimmt! Das da keine Fachleute das Sagen haben, scheint offenkundig zu sein!

Aber viele Donatoren, wie SBB und andere Unternehmen im ÖV müssen vom Gesetzgeber verlangt, sparen zum Teufel komm raus! Sie dürfen mit wenigen Ausnahmen (RhB) keine öffentlichen Mittel (Subventionen) für Historisches aufwenden! Die Fliegerei ist weggefallen, die Raumfahrtsindustrie in der USA wird auch nichts zahlen, das Planetarium wird auch nicht selbstragend sein usw. Eigentlich sollte die öffentliche Hand vermehrt für die eigene Geschichte und Vergangenheit einstehen, was aber vor den politsche rechts stehenden Parteien dauernd in den Parlamenten abgelehnt wird und auf die private Hand verwiesen wird . . .! Teils wird mit der "tollen" Vergangenheit politisiert, aber das eigene Ahne wird dann doch nicht unterstützt, da sieht man wie verlogen deren Argumentationen sind! Zu sehen gerade in der gestrigen Debatten in Stände- und im Nationalrat, wo die Interesse der herrschenden Schicht: Juristen, Bankenwelt, Lobbisten, nicht verändert werden soll, obwohl diese im Volk einen immer schlechteren Ruf haben!

Darunter leidet die eigene Kultur - und Verkehr ist Teil unserer Kultur!

kritisch sehend
Urs
Danke allen, welche unsere Petition unterstützen. Bitte fleissig weiter unterschreiben, jede Unterschrift zählt.
marosko schrieb:
Danke allen, welche unsere Petition unterstützen. Bitte fleissig weiter unterschreiben, jede Unterschrift zählt.
Ja - das Ziel wurde schon längst erreicht, aber bitte weiter so, die nächsten Tausend liegt in ereichbarer Nähe!

Urs