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Re: [LI] Keine S-Bahn Buchs SG - Feldkirch.

geschrieben von: kmueller

Datum: 04.09.20 19:28

kaufhalle schrieb:
Die S-Bahn hatte höchstens ganz am Rande dem Binnenverkehr dienen sollen. Das liegt nicht nur an der Lage der existierenden Strecke, sondern schon daran, dass das Binnenverkehrsaufkommen einer Region mit noch nicht mal 40.000 Einwohnern schlichtweg nicht für eine S-Bahn reicht. Die S-Bahn hatte dem internationalen Verkehr nach Schweiz und Österreich dienen sollen.
Dieser 'internationale Verkehr' ist faktisch ein 'regionaler Binnenverkehr'. Die Grenze zwischen Liechtenstein und Schweiz ist für den Normalbürger faktisch gar nicht existent, und die Trennwirkung der EU-Außengrenze Österreichs gegenüber Ostschweiz und Liechtenstein hat in den letzten Jahrzehnten drastisch abgenommen. Man sieht es konkret an der Zunahme des Bus-Linienverkehrs über die (juristischen) Grenzen.

Eine 'S-Bahn' Buchs-Feldkirch würde unter dem Strich eine Lücke im Bahn-Regionalverkehr zwischen den regional bedeutenden 'Zentren' Buchs und Feldkirch schließen. Daß Vaduz für einen Anschluß an der falschen Stelle liegt, ist halt so. Vielleicht kriegt es mal von anderswoher eine Schienenanbindung.

Re: [LI] Keine S-Bahn Buchs SG - Feldkirch.

geschrieben von: Ulrich Grosse

Datum: 04.09.20 19:53

Die S-Bahn sollte sicherlich nicht vorrangig dem Binnenverkehr dienen. Liechtenstein hat ausgesprochen viele Einpendler, fast soviele, wie es Liechtensteiner gibt. Diese Einpendler kommen vorwiegend aus Vorarlberg (etwa ab Rankweil) und auch aus dem Montafon. Ebenso sind aus dem Bereich Waalensee (via Sargans) viele Einpendler vorhanden. In Liechteinstein gibt es eine ganze Reihe von Firmen mit Weltruf, z.B. Hilti oder Ivoclar (Hersteller von Zahnersatz mit über 3.000 Mitarbeitern), auch Ospelt, Hilcona (Lebensmittelbranche). Ob die S-Bahn für die meisten Einpendler das geeignete Verkehrsmittel wäre, wage ich zu bezweifeln, weil diese teilweise in abgelegenen Alpentälern wohnen.

Re: [LI] Keine S-Bahn Buchs SG - Feldkirch.

geschrieben von: philipp

Datum: 04.09.20 20:15

Wenn die Strecke nicht über 2 Grenzen gehen würde, dann hätte sie angesichts der Bevölkerungsdichte wohl schon lange ein bedeutend dichteres Nahverkehrsangebot

Wobei:
Wenn die Strecke im Kanton St. Gallen liegen würde, dann würde man so alle 5-10 Jahre mal den Regionalverkehr einführen und wieder abschaffen, so ganz danach, ob es mit einer Rundfahrt Buchs-Feldkirch-Bregenz-St Margrethen-Buchs gerade aufgeht oder nicht. Sieht Bahnhofschliessungen und -wiedereröffnungen im St. Galler Rheintal und am Walensee.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.09.20 20:16.

Re: [LI] Keine S-Bahn Buchs SG - Feldkirch.

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 04.09.20 22:18

philipp schrieb:
kaufhalle schrieb:
Lok35 schrieb:
Doch nach Liechtenstein..bin doch selber dort gefahren als Fahrgast !!!!
Es gibt keine Schweizer Postbusse in Liechtenstein. Das wird alles von Liemobil gefahren.
Da irrst Du Dich gewaltig. LIEmobil ist nur die Planung und Organisation des Leistungsangebots zuständig, für die Erbringung der Transportleistung setzt LIEmobil Partner als Auftragnehmer ein.
[www.liemobil.li]

Prakisch alle Buslinien in Liechtenstein werden von Postauto (PostAuto Liechtenstein Anstalt) gefahren

[www.postauto.ch]

"Im Fürstentum Liechtenstein sowie im schweizerischen und österreichischen Grenzgebiet ist PostAuto Liechtenstein im Auftrag von LIEmobil mit 14 Linien und rund 620 Fahrten pro Werktag dafür besorgt, dass mehr als 16 000 Fahrgäste täglich zuverlässig und sicher ans Ziel kommen."

vgl. Leistungsbericht 2019 der PostAuto Liechtenstein Anstalt

[www.postauto.ch]

Danke. Allerdings sind sie dort offensichtlich nur als Subunternehmer tätig, die Busse sind nur mit "Liemobil" gekennzeichnet.

Twindexx schrieb:
kaufhalle schrieb:
Es waren zwei Beiträge. Einer von dir.
Nein, ich habe auf deine konkrete Frage «Was endet in Nendeln?» einfach den sachlichen Hinweis zum Geltungsbereich Schweizer Abos gegeben. Dass ich mich sonst an dieser Diskussion beteiligt haben soll, hast du einfach mal frei erfunden. Das können alle auf Seite 1 nachlesen.

Nun ja, das kann man alles nachlesen. War übrigrns auch nur ein Beispiel.

Twindexx schrieb:
kaufhalle schrieb:
Woher willst du die Ablehnungsgründe kennen?
Weil ich mich im Gegensatz zu dir mit der Materie befasse. Aber du kannst das noch nachholen: [www.radio.li]
Ab 20:00 fordert der S-Bahn-Gegner explizit die Nordschleife und ab 23:00 führt der zuständige Liechtensteiner Regierungsrat auch aus, dass Liechtenstein die Nordschleife auch will und eine Südschleife ablehnt, das Thema aber erst nach 2035 konkretisiert werden dürfte.

Nun, das sind die Darstellungen der Gegnerorganisation (die wahrscheinlich auch das Märchen in die Welt gesetzt haben, der S-Bahn-Ausbau solle dem Güterverkehr dienen - was in Anbetracht massenhaft freier Trassen völlig absurd ist). Das sagt nichts über die Beweggründe derjenigen, die gegen den Ausbau gestimmt haben. Da kommen auch noch andere Gründe in Frage. Immerhin würde auch der S-Bahn-Ausbau etlichen Einwohnern nichts nützen. Da kann man sich schon daran stören, dass dafür Geld ausgegeben wird.

Twindexx schrieb:
kaufhalle schrieb:
Von der Nordschleife haben die meisten Liechtensteiner gar nichts. Warum sollten sie eine teure Neubaustrecke finanzieren, wenn nur Schaan einen Nutzen hat - und selbst da nur ein Teil der Einwohner. Die S-Bahn hätte wenigstens einen Nutzen gehabt. Nur waren die meisten potenziellen Fahrgäste nicht stimmberechtigt.
Wie gesagt, du kannst dir das verlinkte Streitgespräch selbst anhören. Da fordert der Anführer des S-Bahn-Nein-Kommitees explizit die Nordschleife und der Regierungsrat würde diese auch wollen. Während der Regierungsrat ausführt, dass hier aber nicht über die Nordschleife abgestimmt wird, sondern über die S-Bahn, fordert der S-Bahn-Gegner eine solche Lösung noch vor der S-Bahn.

Nun ja, lautstarke Gegnerorganisation eben. Rückschlussmöglichkeit auf die stimmberechtigte Bevölkerung: keine.

Twindexx schrieb:
kaufhalle schrieb:
Von Österreich wird da nicht viel zu erwarten sein.
Die ÖBB haben in ihrem Strategiepapier selbst eine Schleife Buchs drin. Sie selber werden eine Südschleife gegen jeden Widerstand von Liechtenstein und dem Kanton St. Gallen nicht durchdrücken können. Sonst will nur die Gemeinde Buchs eine Südschleife ausschliesslich für Güterzüge, während die RJ weiterhin die Spitzkehre machen sollen. Dass das aber widerum Blödsinn wäre, sieht auch der Kanton St. Gallen und hält im Einklang mit Liechtenstein an der Nordschleife fest.
In der Form, in der die Nordschleife auch positive Einflüsse auf Österreich hat, wird man auf jeden Fall mit Österreich über eine Beteiligung verhandeln können. Ich behaupte ja nicht, das Ergebnis einer solchen Verhandlung zu kennen.

Wer sollte über etwas verhandeln, was gar nicht aktuell ist? Im übrigen sollte man von einer Befürwortung durch die ÖBB nicht darauf schließen, dass die sich auch in der Pflicht der Mitfinanzierung sehen.

Twindexx schrieb:
kaufhalle schrieb:
Die Idee ist real und offiziell. Mehr aber auch nicht, die Realisierung wird auch langfristig an dem verheerenden Kosten-Nutzen-Verhältnis scheitern.
Mit Mathematik hast du es offenbar nicht so sehr. Weil die Fachleute sagen dazu nämlich etwas anderes. Den Mehrkosten der Nordschleife gegenüber der Südschleife stehen auch entsprechende Mehrwerte gegenüber, welche diese Mehrkosten überkompensieren. Damit ist das Kosten/Nutzen-Verhältnis der Nordschleife sogar besser als das der Südschleife.

Selbst wenn das Ergebnis günstiger wäre als für die Südkurve, heißt das noch lange nicht, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis ausreichend wäre.

kmueller schrieb:
kaufhalle schrieb:
Die S-Bahn hatte höchstens ganz am Rande dem Binnenverkehr dienen sollen. Das liegt nicht nur an der Lage der existierenden Strecke, sondern schon daran, dass das Binnenverkehrsaufkommen einer Region mit noch nicht mal 40.000 Einwohnern schlichtweg nicht für eine S-Bahn reicht. Die S-Bahn hatte dem internationalen Verkehr nach Schweiz und Österreich dienen sollen.
Dieser 'internationale Verkehr' ist faktisch ein 'regionaler Binnenverkehr'. Die Grenze zwischen Liechtenstein und Schweiz ist für den Normalbürger faktisch gar nicht existent, und die Trennwirkung der EU-Außengrenze Österreichs gegenüber Ostschweiz und Liechtenstein hat in den letzten Jahrzehnten drastisch abgenommen. Man sieht es konkret an der Zunahme des Bus-Linienverkehrs über die (juristischen) Grenzen.

Es macht einen Unterschied bei manchen Verkehrsströmen. So findet in aller Regel grenzüberschreitend kein Schülerverkehr statt. Auch ein Kleinstaat wie Liechtenstein ist bei allgemeinbildenden Schulen Selbstversorger.

Die mindere Bedeutung der EU-Außengrenze kann an dieser Stelle auch daran liegen, dass Liechtenstein (im Gegensatz zur Schweiz) Mitglied im EWR ist.

kmueller schrieb:
Eine 'S-Bahn' Buchs-Feldkirch würde unter dem Strich eine Lücke im Bahn-Regionalverkehr zwischen den regional bedeutenden 'Zentren' Buchs und Feldkirch schließen. Daß Vaduz für einen Anschluß an der falschen Stelle liegt, ist halt so. Vielleicht kriegt es mal von anderswoher eine Schienenanbindung.

Es wäre im Prinzip denkbar, die S-Bahn (oder einen Zweig davon) westlich von Schaan nach Süden abknicken zu lassen und am Westrand der Bebauung weiterzuführen. Damit wäre Vaduz angebunden. Anschluss wäre dann an die Ostkurve von Sargans (oder auch schon in Sevelen). Wirklich realistisch ist das aber nicht.
philipp schrieb:
kaufhalle schrieb:
Lok35 schrieb:
Doch nach Liechtenstein..bin doch selber dort gefahren als Fahrgast !!!!
Es gibt keine Schweizer Postbusse in Liechtenstein. Das wird alles von Liemobil gefahren.
Da irrst Du Dich gewaltig. LIEmobil ist nur die Planung und Organisation des Leistungsangebots zuständig, für die Erbringung der Transportleistung setzt LIEmobil Partner als Auftragnehmer ein.
[www.liemobil.li]

Prakisch alle Buslinien in Liechtenstein werden von Postauto (PostAuto Liechtenstein Anstalt) gefahren

[www.postauto.ch]

"Im Fürstentum Liechtenstein sowie im schweizerischen und österreichischen Grenzgebiet ist PostAuto Liechtenstein im Auftrag von LIEmobil mit 14 Linien und rund 620 Fahrten pro Werktag dafür besorgt, dass mehr als 16 000 Fahrgäste täglich zuverlässig und sicher ans Ziel kommen."

vgl. Leistungsbericht 2019 der PostAuto Liechtenstein Anstalt

[www.postauto.ch]

Danke. Allerdings sind sie dort offensichtlich nur als Subunternehmer tätig, die Busse sind nur mit "Liemobil" gekennzeichnet.

Twindexx schrieb:
kaufhalle schrieb:
Es waren zwei Beiträge. Einer von dir.
Nein, ich habe auf deine konkrete Frage «Was endet in Nendeln?» einfach den sachlichen Hinweis zum Geltungsbereich Schweizer Abos gegeben. Dass ich mich sonst an dieser Diskussion beteiligt haben soll, hast du einfach mal frei erfunden. Das können alle auf Seite 1 nachlesen.

Nun ja, das kann man alles nachlesen. War übrigrns auch nur ein Beispiel.

Twindexx schrieb:
kaufhalle schrieb:
Woher willst du die Ablehnungsgründe kennen?
Weil ich mich im Gegensatz zu dir mit der Materie befasse. Aber du kannst das noch nachholen: [www.radio.li]
Ab 20:00 fordert der S-Bahn-Gegner explizit die Nordschleife und ab 23:00 führt der zuständige Liechtensteiner Regierungsrat auch aus, dass Liechtenstein die Nordschleife auch will und eine Südschleife ablehnt, das Thema aber erst nach 2035 konkretisiert werden dürfte.

Nun, das sind die Darstellungen der Gegnerorganisation (die wahrscheinlich auch das Märchen in die Welt gesetzt haben, der S-Bahn-Ausbau solle dem Güterverkehr dienen - was in Anbetracht massenhaft freier Trassen völlig absurd ist). Das sagt nichts über die Beweggründe derjenigen, die gegen den Ausbau gestimmt haben. Da kommen auch noch andere Gründe in Frage. Immerhin würde auch der S-Bahn-Ausbau etlichen Einwohnern nichts nützen. Da kann man sich schon daran stören, dass dafür Geld ausgegeben wird.

Twindexx schrieb:
kaufhalle schrieb:
Von der Nordschleife haben die meisten Liechtensteiner gar nichts. Warum sollten sie eine teure Neubaustrecke finanzieren, wenn nur Schaan einen Nutzen hat - und selbst da nur ein Teil der Einwohner. Die S-Bahn hätte wenigstens einen Nutzen gehabt. Nur waren die meisten potenziellen Fahrgäste nicht stimmberechtigt.
Wie gesagt, du kannst dir das verlinkte Streitgespräch selbst anhören. Da fordert der Anführer des S-Bahn-Nein-Kommitees explizit die Nordschleife und der Regierungsrat würde diese auch wollen. Während der Regierungsrat ausführt, dass hier aber nicht über die Nordschleife abgestimmt wird, sondern über die S-Bahn, fordert der S-Bahn-Gegner eine solche Lösung noch vor der S-Bahn.

Nun ja, lautstarke Gegnerorganisation eben. Rückschlussmöglichkeit auf die stimmberechtigte Bevölkerung: keine.

Twindexx schrieb:
kaufhalle schrieb:
Von Österreich wird da nicht viel zu erwarten sein.
Die ÖBB haben in ihrem Strategiepapier selbst eine Schleife Buchs drin. Sie selber werden eine Südschleife gegen jeden Widerstand von Liechtenstein und dem Kanton St. Gallen nicht durchdrücken können. Sonst will nur die Gemeinde Buchs eine Südschleife ausschliesslich für Güterzüge, während die RJ weiterhin die Spitzkehre machen sollen. Dass das aber widerum Blödsinn wäre, sieht auch der Kanton St. Gallen und hält im Einklang mit Liechtenstein an der Nordschleife fest.
In der Form, in der die Nordschleife auch positive Einflüsse auf Österreich hat, wird man auf jeden Fall mit Österreich über eine Beteiligung verhandeln können. Ich behaupte ja nicht, das Ergebnis einer solchen Verhandlung zu kennen.

Wer sollte über etwas verhandeln, was gar nicht aktuell ist? Im übrigen sollte man von einer Befürwortung durch die ÖBB nicht darauf schließen, dass die sich auch in der Pflicht der Mitfinanzierung sehen.

Twindexx schrieb:
kaufhalle schrieb:
Die Idee ist real und offiziell. Mehr aber auch nicht, die Realisierung wird auch langfristig an dem verheerenden Kosten-Nutzen-Verhältnis scheitern.
Mit Mathematik hast du es offenbar nicht so sehr. Weil die Fachleute sagen dazu nämlich etwas anderes. Den Mehrkosten der Nordschleife gegenüber der Südschleife stehen auch entsprechende Mehrwerte gegenüber, welche diese Mehrkosten überkompensieren. Damit ist das Kosten/Nutzen-Verhältnis der Nordschleife sogar besser als das der Südschleife.

Selbst wenn das Ergebnis günstiger wäre als für die Südkurve, heißt das noch lange nicht, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis ausreichend wäre.

kmueller schrieb:
kaufhalle schrieb:
Die S-Bahn hatte höchstens ganz am Rande dem Binnenverkehr dienen sollen. Das liegt nicht nur an der Lage der existierenden Strecke, sondern schon daran, dass das Binnenverkehrsaufkommen einer Region mit noch nicht mal 40.000 Einwohnern schlichtweg nicht für eine S-Bahn reicht. Die S-Bahn hatte dem internationalen Verkehr nach Schweiz und Österreich dienen sollen.
Dieser 'internationale Verkehr' ist faktisch ein 'regionaler Binnenverkehr'. Die Grenze zwischen Liechtenstein und Schweiz ist für den Normalbürger faktisch gar nicht existent, und die Trennwirkung der EU-Außengrenze Österreichs gegenüber Ostschweiz und Liechtenstein hat in den letzten Jahrzehnten drastisch abgenommen. Man sieht es konkret an der Zunahme des Bus-Linienverkehrs über die (juristischen) Grenzen.

Es macht einen Unterschied bei manchen Verkehrsströmen. So findet in aller Regel grenzüberschreitend kein Schülerverkehr statt. Auch ein Kleinstaat wie Liechtenstein ist bei allgemeinbildenden Schulen Selbstversorger.

Die mindere Bedeutung der EU-Außengrenze kann an dieser Stelle auch daran liegen, dass Liechtenstein (im Gegensatz zur Schweiz) Mitglied im EWR ist.

kmueller schrieb:
Eine 'S-Bahn' Buchs-Feldkirch würde unter dem Strich eine Lücke im Bahn-Regionalverkehr zwischen den regional bedeutenden 'Zentren' Buchs und Feldkirch schließen. Daß Vaduz für einen Anschluß an der falschen Stelle liegt, ist halt so. Vielleicht kriegt es mal von anderswoher eine Schienenanbindung.

Es wäre im Prinzip denkbar, die S-Bahn (oder einen Zweig davon) westlich von Schaan nach Süden abknicken zu lassen und am Westrand der Bebauung weiterzuführen. Damit wäre Vaduz angebunden. Anschluss wäre dann an die Ostkurve von Sargans (oder auch schon in Sevelen). Wirklich realistisch ist das aber nicht.

philipp schrieb:
kaufhalle schrieb:
Lok35 schrieb:
Doch nach Liechtenstein..bin doch selber dort gefahren als Fahrgast !!!!
Es gibt keine Schweizer Postbusse in Liechtenstein. Das wird alles von Liemobil gefahren.
Da irrst Du Dich gewaltig. LIEmobil ist nur die Planung und Organisation des Leistungsangebots zuständig, für die Erbringung der Transportleistung setzt LIEmobil Partner als Auftragnehmer ein.
[www.liemobil.li]

Prakisch alle Buslinien in Liechtenstein werden von Postauto (PostAuto Liechtenstein Anstalt) gefahren

[www.postauto.ch]

"Im Fürstentum Liechtenstein sowie im schweizerischen und österreichischen Grenzgebiet ist PostAuto Liechtenstein im Auftrag von LIEmobil mit 14 Linien und rund 620 Fahrten pro Werktag dafür besorgt, dass mehr als 16 000 Fahrgäste täglich zuverlässig und sicher ans Ziel kommen."

vgl. Leistungsbericht 2019 der PostAuto Liechtenstein Anstalt

[www.postauto.ch]

Danke. Allerdings sind sie dort offensichtlich nur als Subunternehmer tätig, die Busse sind nur mit "Liemobil" gekennzeichnet.

Twindexx schrieb:
kaufhalle schrieb:
Es waren zwei Beiträge. Einer von dir.
Nein, ich habe auf deine konkrete Frage «Was endet in Nendeln?» einfach den sachlichen Hinweis zum Geltungsbereich Schweizer Abos gegeben. Dass ich mich sonst an dieser Diskussion beteiligt haben soll, hast du einfach mal frei erfunden. Das können alle auf Seite 1 nachlesen.

Nun ja, das kann man alles nachlesen. War übrigrns auch nur ein Beispiel.

Twindexx schrieb:
kaufhalle schrieb:
Woher willst du die Ablehnungsgründe kennen?
Weil ich mich im Gegensatz zu dir mit der Materie befasse. Aber du kannst das noch nachholen: [www.radio.li]
Ab 20:00 fordert der S-Bahn-Gegner explizit die Nordschleife und ab 23:00 führt der zuständige Liechtensteiner Regierungsrat auch aus, dass Liechtenstein die Nordschleife auch will und eine Südschleife ablehnt, das Thema aber erst nach 2035 konkretisiert werden dürfte.

Nun, das sind die Darstellungen der Gegnerorganisation (die wahrscheinlich auch das Märchen in die Welt gesetzt haben, der S-Bahn-Ausbau solle dem Güterverkehr dienen - was in Anbetracht massenhaft freier Trassen völlig absurd ist). Das sagt nichts über die Beweggründe derjenigen, die gegen den Ausbau gestimmt haben. Da kommen auch noch andere Gründe in Frage. Immerhin würde auch der S-Bahn-Ausbau etlichen Einwohnern nichts nützen. Da kann man sich schon daran stören, dass dafür Geld ausgegeben wird.

Twindexx schrieb:
kaufhalle schrieb:
Von der Nordschleife haben die meisten Liechtensteiner gar nichts. Warum sollten sie eine teure Neubaustrecke finanzieren, wenn nur Schaan einen Nutzen hat - und selbst da nur ein Teil der Einwohner. Die S-Bahn hätte wenigstens einen Nutzen gehabt. Nur waren die meisten potenziellen Fahrgäste nicht stimmberechtigt.
Wie gesagt, du kannst dir das verlinkte Streitgespräch selbst anhören. Da fordert der Anführer des S-Bahn-Nein-Kommitees explizit die Nordschleife und der Regierungsrat würde diese auch wollen. Während der Regierungsrat ausführt, dass hier aber nicht über die Nordschleife abgestimmt wird, sondern über die S-Bahn, fordert der S-Bahn-Gegner eine solche Lösung noch vor der S-Bahn.

Nun ja, lautstarke Gegnerorganisation eben. Rückschlussmöglichkeit auf die stimmberechtigte Bevölkerung: keine.

Twindexx schrieb:
kaufhalle schrieb:
Von Österreich wird da nicht viel zu erwarten sein.
Die ÖBB haben in ihrem Strategiepapier selbst eine Schleife Buchs drin. Sie selber werden eine Südschleife gegen jeden Widerstand von Liechtenstein und dem Kanton St. Gallen nicht durchdrücken können. Sonst will nur die Gemeinde Buchs eine Südschleife ausschliesslich für Güterzüge, während die RJ weiterhin die Spitzkehre machen sollen. Dass das aber widerum Blödsinn wäre, sieht auch der Kanton St. Gallen und hält im Einklang mit Liechtenstein an der Nordschleife fest.
In der Form, in der die Nordschleife auch positive Einflüsse auf Österreich hat, wird man auf jeden Fall mit Österreich über eine Beteiligung verhandeln können. Ich behaupte ja nicht, das Ergebnis einer solchen Verhandlung zu kennen.

Wer sollte über etwas verhandeln, was gar nicht aktuell ist? Im übrigen sollte man von einer Befürwortung durch die ÖBB nicht darauf schließen, dass die sich auch in der Pflicht der Mitfinanzierung sehen.

Twindexx schrieb:
kaufhalle schrieb:
Die Idee ist real und offiziell. Mehr aber auch nicht, die Realisierung wird auch langfristig an dem verheerenden Kosten-Nutzen-Verhältnis scheitern.
Mit Mathematik hast du es offenbar nicht so sehr. Weil die Fachleute sagen dazu nämlich etwas anderes. Den Mehrkosten der Nordschleife gegenüber der Südschleife stehen auch entsprechende Mehrwerte gegenüber, welche diese Mehrkosten überkompensieren. Damit ist das Kosten/Nutzen-Verhältnis der Nordschleife sogar besser als das der Südschleife.

Selbst wenn das Ergebnis günstiger wäre als für die Südkurve, heißt das noch lange nicht, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis ausreichend wäre.

kmueller schrieb:
kaufhalle schrieb:
Die S-Bahn hatte höchstens ganz am Rande dem Binnenverkehr dienen sollen. Das liegt nicht nur an der Lage der existierenden Strecke, sondern schon daran, dass das Binnenverkehrsaufkommen einer Region mit noch nicht mal 40.000 Einwohnern schlichtweg nicht für eine S-Bahn reicht. Die S-Bahn hatte dem internationalen Verkehr nach Schweiz und Österreich dienen sollen.
Dieser 'internationale Verkehr' ist faktisch ein 'regionaler Binnenverkehr'. Die Grenze zwischen Liechtenstein und Schweiz ist für den Normalbürger faktisch gar nicht existent, und die Trennwirkung der EU-Außengrenze Österreichs gegenüber Ostschweiz und Liechtenstein hat in den letzten Jahrzehnten drastisch abgenommen. Man sieht es konkret an der Zunahme des Bus-Linienverkehrs über die (juristischen) Grenzen.

Es macht einen Unterschied bei manchen Verkehrsströmen. So findet in aller Regel grenzüberschreitend kein Schülerverkehr statt. Auch ein Kleinstaat wie Liechtenstein ist bei allgemeinbildenden Schulen Selbstversorger.

Die mindere Bedeutung der EU-Außengrenze kann an dieser Stelle auch daran liegen, dass Liechtenstein (im Gegensatz zur Schweiz) Mitglied im EWR ist.

kmueller schrieb:
Eine 'S-Bahn' Buchs-Feldkirch würde unter dem Strich eine Lücke im Bahn-Regionalverkehr zwischen den regional bedeutenden 'Zentren' Buchs und Feldkirch schließen. Daß Vaduz für einen Anschluß an der falschen Stelle liegt, ist halt so. Vielleicht kriegt es mal von anderswoher eine Schienenanbindung.

Es wäre im Prinzip denkbar, die S-Bahn (oder einen Zweig davon) westlich von Schaan nach Süden abknicken zu lassen und am Westrand der Bebauung weiterzuführen. Damit wäre Vaduz angebunden. Anschluss wäre dann an die Ostkurve von Sargans (oder auch schon in Sevelen). Wirklich realistisch ist das aber nicht.

Ulrich Grosse schrieb:
Die S-Bahn sollte sicherlich nicht vorrangig dem Binnenverkehr dienen. Liechtenstein hat ausgesprochen viele Einpendler, fast soviele, wie es Liechtensteiner gibt. Diese Einpendler kommen vorwiegend aus Vorarlberg (etwa ab Rankweil) und auch aus dem Montafon. Ebenso sind aus dem Bereich Waalensee (via Sargans) viele Einpendler vorhanden. In Liechteinstein gibt es eine ganze Reihe von Firmen mit Weltruf, z.B. Hilti oder Ivoclar (Hersteller von Zahnersatz mit über 3.000 Mitarbeitern), auch Ospelt, Hilcona (Lebensmittelbranche). Ob die S-Bahn für die meisten Einpendler das geeignete Verkehrsmittel wäre, wage ich zu bezweifeln, weil diese teilweise in abgelegenen Alpentälern wohnen.

Wie schon erwähnt: Diese potenziellen Nutzer waren nicht stimmberechtigt.

Re: [LI] Keine S-Bahn Buchs SG - Feldkirch.

geschrieben von: kmueller

Datum: 05.09.20 11:09

philipp schrieb:
Wenn die Strecke nicht über 2 Grenzen gehen würde, dann hätte sie angesichts der Bevölkerungsdichte wohl schon lange ein bedeutend dichteres Nahverkehrsangebot

Wobei:
Wenn die Strecke im Kanton St. Gallen liegen würde, dann würde man so alle 5-10 Jahre mal den Regionalverkehr einführen und wieder abschaffen, so ganz danach, ob es mit einer Rundfahrt Buchs-Feldkirch-Bregenz-St Margrethen-Buchs gerade aufgeht oder nicht. Sieht Bahnhofschliessungen und -wiedereröffnungen im St. Galler Rheintal und am Walensee.
Auf den genannten Strecken (Walensee-Sargans-St.Margrethen-St.Gallen) sehe ich über die Jahr(zehnt)e aber einen ähnlich klaren Trend zu Ausbauten und Angebotsausweitung wie in Vorarlberg, Busverkehr inbegriffen. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als ein Zug pro h im Takt als gutes Angebot galt.

Erstaunlich ist eher, daß trotz der immer noch bestehenden Eingleisigkeiten drei Taktzüge pro h (und einzelne zusätzliche) fahren können. Viel weniger erstaunlich ist, daß hier und dort ein Halt (noch) nicht eingerichtet werden kann, und daß bei überregionalen Fahrplanumstellungen solche Details angepaßt werden müssen.

Re: [LI] Keine S-Bahn Buchs SG - Feldkirch.

geschrieben von: tkautzor

Datum: 05.09.20 12:03

kaufhalle schrieb:
philipp schrieb:
kaufhalle schrieb:
Lok35 schrieb:
Doch nach Liechtenstein..bin doch selber dort gefahren als Fahrgast !!!!
Es gibt keine Schweizer Postbusse in Liechtenstein. Das wird alles von Liemobil gefahren.
Da irrst Du Dich gewaltig. LIEmobil ist nur die Planung und Organisation des Leistungsangebots zuständig, für die Erbringung der Transportleistung setzt LIEmobil Partner als Auftragnehmer ein.
[www.liemobil.li]

Prakisch alle Buslinien in Liechtenstein werden von Postauto (PostAuto Liechtenstein Anstalt) gefahren

[www.postauto.ch]

"Im Fürstentum Liechtenstein sowie im schweizerischen und österreichischen Grenzgebiet ist PostAuto Liechtenstein im Auftrag von LIEmobil mit 14 Linien und rund 620 Fahrten pro Werktag dafür besorgt, dass mehr als 16 000 Fahrgäste täglich zuverlässig und sicher ans Ziel kommen."

vgl. Leistungsbericht 2019 der PostAuto Liechtenstein Anstalt

[www.postauto.ch]
Danke. Allerdings sind sie dort offensichtlich nur als Subunternehmer tätig, die Busse sind nur mit "Liemobil" gekennzeichnet.
Auf den Bussen steht das sie durch PostAuto Liechtenstein Anstalt betrieben werden. Und neben Bussen in LIEmobil-Farben oder in Vollwerbung fahren wenige auch in vollen schweizer PostAuto-Farben.

Gruss, Thomas.

Re: [LI] Keine S-Bahn Buchs SG - Feldkirch.

geschrieben von: Twindexx

Datum: 07.09.20 15:07

kaufhalle schrieb:
Nun, das sind die Darstellungen der Gegnerorganisation (die wahrscheinlich auch das Märchen in die Welt gesetzt haben, der S-Bahn-Ausbau solle dem Güterverkehr dienen - was in Anbetracht massenhaft freier Trassen völlig absurd ist). Das sagt nichts über die Beweggründe derjenigen, die gegen den Ausbau gestimmt haben. Da kommen auch noch andere Gründe in Frage. Immerhin würde auch der S-Bahn-Ausbau etlichen Einwohnern nichts nützen. Da kann man sich schon daran stören, dass dafür Geld ausgegeben wird.
Ich halte dir zu Gute, dass du offenbar nicht viel Erfahrung mit direkter Demokratie hast. Denn dann wüsstest du, dass es in der Regel nicht so abläuft, dass die Stimmberechtigten aus völlig anderen Gründen Ja oder Nein zu etwas gesagt haben, wie im Vorfeld der Abstimmung auch von den in der Öffentlichkeit stehenden Organisationen an Argumenten hin und hergeworfen worden sind. Ein recht eindeutiges Indiz, dass dies hier bei der S-Bahn nicht anders ist, ist die Tatsache, dass die Ablehnung in den Orten mit S-Bahn-Halt grösser war als in den Orten ohne. Deine These, dass die Ablehnung zur S-Bahn daher käme, dass es den Leuten nichts nütze, hält damit jedenfalls einer genaueren Analyse nicht stand.

Gleichzeitig ist es aber auch eine Tatsache, dass Verkehrspobleme in Schaan das ganze Fürstentum interessieren. Denn dafür gibt es keine Umfahrungsmöglichkeit. Und die Zufahrtsachse von und nach Richtung Buchs muss immer beim Bahnhof Schaan über den Bahnhübergang. Ich habe da zwar schon selber geschrieben, dass ich mir die Schliesszeiten der dortigen Barriere nur mit veralteter Technik erklären kann, aber dass das Thema im gesamten Ländle von Interesse ist, ist auf keinen Fall abwegig. Dein Einwand, dass dies nur die Leute in Schaan interessieren würde, ist definitiv falsch.
Da kommt dann aber jetzt auch noch hinzu, dass eine Tieferlegung der Bahnlinie wegen der dadurch entstehenden Steigungsverhältnisse zwischen tiefergelgter Bahnlinie und Rheinbrücke nicht ganz trivial ist. Eine Höherlegung der Bahnlinie scheidet aber aus Gründen des Ortsbildes und des Lärmschutzes aus. Somit ist unter dem Strich die sinnvollste Lösung schon eine Nordschleife. Und da dies in ganz Liechtenstein Thema ist, würde man auch nicht nur in Schaan für dieses Projekt eine Zustimmung finden.

kaufhalle schrieb:
Nun ja, lautstarke Gegnerorganisation eben. Rückschlussmöglichkeit auf die stimmberechtigte Bevölkerung: keine.
Da liegst du wie gesagt komplett falsch. Die Organsisationen, die im Rampenlicht stehen, reden ja auch der mit der Bevölkerung und nehmen deren Argumente mit.
Hier hast du es auch noch komplett in Farbe und bunt in der Nachanalyse der Abstimmung, dass die Situation in Schaan der Hauptgrund für das Nein war: [www.vaterland.li] (ganz unten)
Kein persönlicher Nutzen rangiert an viertletzter Stelle der Nein-Gründe. Das kann also nicht für das mehrheitliche Nein der ausschlaggebende Faktor gewesen sein.

kaufhalle schrieb:
Wer sollte über etwas verhandeln, was gar nicht aktuell ist? Im übrigen sollte man von einer Befürwortung durch die ÖBB nicht darauf schließen, dass die sich auch in der Pflicht der Mitfinanzierung sehen.
Die Mitfinanzierung würde ja dann vom österreichischen Staat kommen und nicht von den ÖBB. Und zumindest auf dieser Ebene kommt jetzt natürlich die Verbindung Feldkrich-Buchs in neuer Form auf den Tisch. Denn dass Liechtenstein die S-Bahn nicht will, ist eine Sache. Auf der anderen Seite wollen wir zwischen Österreich und der Schweiz trotzdem bessere Verbindungen. Auch wenn das nicht in dein Weltbild passen mag, aber bei diesen nun kommenden Verhandlungen könnte die Norschleife nun tatsächlich etwas Schub erhalten. Denn letztlich wäre es das einzige, wo Liechtenstein noch mitzahlen würde. Die S-Bahn ist in dieser Form jedenfalls jetzt vom Tisch, das wurde in den letzten Tagen klar kommuniziert von Regierungsseite.

kaufhalle schrieb:
Selbst wenn das Ergebnis günstiger wäre als für die Südkurve, heißt das noch lange nicht, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis ausreichend wäre.
Ein günstigeres Ergebnis bedeutet zwangsläufig ein besseres Kosten/Nutzen-Verhältnis. Denn Ergebnis ist nur ein anderes Wort für Kosten/Nutzen-Verhältnis. Es werden alle Kosten, auch die externen, sämtlichen damit enstehenden Nutzen gegenübergestellt. Dem sagt man dann entweder Vehältnis oder Ergebnis, meinen tut man aber dasselbe.

https://abload.de/img/rabde502006_90prbqk0.jpg




3-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.09.20 15:16.

Re: [LI] Keine S-Bahn Buchs SG - Feldkirch.

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 08.09.20 20:22

Twindexx schrieb:
Ich halte dir zu Gute, dass du offenbar nicht viel Erfahrung mit direkter Demokratie hast. Denn dann wüsstest du, dass es in der Regel nicht so abläuft, dass die Stimmberechtigten aus völlig anderen Gründen Ja oder Nein zu etwas gesagt haben, wie im Vorfeld der Abstimmung auch von den in der Öffentlichkeit stehenden Organisationen an Argumenten hin und hergeworfen worden sind. Ein recht eindeutiges Indiz, dass dies hier bei der S-Bahn nicht anders ist, ist die Tatsache, dass die Ablehnung in den Orten mit S-Bahn-Halt grösser war als in den Orten ohne. Deine These, dass die Ablehnung zur S-Bahn daher käme, dass es den Leuten nichts nütze, hält damit jedenfalls einer genaueren Analyse nicht stand.

Ich würde eigentlich nicht dazu neigen, den Abstimmenden jegliches eigene Urteilsvermögen abzusprechen. Was du da machst, ist Kaffeesatzleserei. Mag schon sein, dass die Abstimmung in eine Grundsatzfrage zur Bahn abgedriftet ist. Dafür spricht auch schon die zuvor genannte fakteninkompatible Parole von der angeblich beabsichtigten Förderung des Güterverkehrs - wer auch immer diesen Unfug in die Welt gesetzt hat.

Twindexx schrieb:
Gleichzeitig ist es aber auch eine Tatsache, dass Verkehrspobleme in Schaan das ganze Fürstentum interessieren. Denn dafür gibt es keine Umfahrungsmöglichkeit. Und die Zufahrtsachse von und nach Richtung Buchs muss immer beim Bahnhof Schaan über den Bahnhübergang. Ich habe da zwar schon selber geschrieben, dass ich mir die Schliesszeiten der dortigen Barriere nur mit veralteter Technik erklären kann, aber dass das Thema im gesamten Ländle von Interesse ist, ist auf keinen Fall abwegig. Dein Einwand, dass dies nur die Leute in Schaan interessieren würde, ist definitiv falsch.

Nun, auch das ist natürlich zunächst mal Spekulation. Aber möglicherweise sind die Liechtensteiner wirklich Bahnhasser.

Twindexx schrieb:
Da kommt dann aber jetzt auch noch hinzu, dass eine Tieferlegung der Bahnlinie wegen der dadurch entstehenden Steigungsverhältnisse zwischen tiefergelgter Bahnlinie und Rheinbrücke nicht ganz trivial ist. Eine Höherlegung der Bahnlinie scheidet aber aus Gründen des Ortsbildes und des Lärmschutzes aus. Somit ist unter dem Strich die sinnvollste Lösung schon eine Nordschleife. Und da dies in ganz Liechtenstein Thema ist, würde man auch nicht nur in Schaan für dieses Projekt eine Zustimmung finden.

Auch wenn das jetzt nur deine Meinung ist, kommen wir damit dem Ziel der Nordkurve deutlich näher: Es geht überhaupt nicht um Fahrzeitverkürzung für den Fernverkehr (die sowieso minimal wäre). Es geht auch nicht darum, Trassen für den Nahverkehr freizubekommen. Es geht darum, die Strecke Nendeln - Schaan - Buchs komplett loszuwerden.

Twindexx schrieb:
Da liegst du wie gesagt komplett falsch. Die Organsisationen, die im Rampenlicht stehen, reden ja auch der mit der Bevölkerung und nehmen deren Argumente mit.
Hier hast du es auch noch komplett in Farbe und bunt in der Nachanalyse der Abstimmung, dass die Situation in Schaan der Hauptgrund für das Nein war: [www.vaterland.li] (ganz unten)
Kein persönlicher Nutzen rangiert an viertletzter Stelle der Nein-Gründe. Das kann also nicht für das mehrheitliche Nein der ausschlaggebende Faktor gewesen sein.

Was du da so alles rausliest. Sehr kreativ.

Twindexx schrieb:
Die Mitfinanzierung würde ja dann vom österreichischen Staat kommen und nicht von den ÖBB. Und zumindest auf dieser Ebene kommt jetzt natürlich die Verbindung Feldkrich-Buchs in neuer Form auf den Tisch. Denn dass Liechtenstein die S-Bahn nicht will, ist eine Sache. Auf der anderen Seite wollen wir zwischen Österreich und der Schweiz trotzdem bessere Verbindungen. Auch wenn das nicht in dein Weltbild passen mag, aber bei diesen nun kommenden Verhandlungen könnte die Norschleife nun tatsächlich etwas Schub erhalten. Denn letztlich wäre es das einzige, wo Liechtenstein noch mitzahlen würde. Die S-Bahn ist in dieser Form jedenfalls jetzt vom Tisch, das wurde in den letzten Tagen klar kommuniziert von Regierungsseite.

Die Liechtensteiner wollen offensichtlich überhaupt keine Eisenbahn. Und wenn doch, dann so, dass sie nicht stört.

Und hinsichtlich der österreichischen Interessen liegst du völlig falsch. Zunächst mal ist die Differenzierung zwischen Republik und ÖBB falsch. Die Republik ist hier Eigentümer und kann auf ausländischem Gebiet nur in Form der ÖBB agieren. Welches Interesse sollte Österreich nun an der Nordschleife haben? 5 min Fahrzeitverkürzung? Das bringts nicht. Dafür würde aber Österreich seinen Einwohnern den Weg zur Arbeit in Liechtenstein erschweren, weil es ja keinen Nahverkehr nach Schaan mehr gäbe (und auch nicht mehr nach Forst Hilti). Die Rentabilität des Restnahverkehrs würde sinken, sofern er überhaupt noch aufrechtzuerhalten wäre. Und du meinst wirklich, Österreich würde dafür auch noch bezahlen?

Twindexx schrieb:
Ein günstigeres Ergebnis bedeutet zwangsläufig ein besseres Kosten/Nutzen-Verhältnis. Denn Ergebnis ist nur ein anderes Wort für Kosten/Nutzen-Verhältnis. Es werden alle Kosten, auch die externen, sämtlichen damit enstehenden Nutzen gegenübergestellt. Dem sagt man dann entweder Vehältnis oder Ergebnis, meinen tut man aber dasselbe.

Darum geht es gar nicht. Es geht darum, ob der Nutzen überhaupt höher als die Kosten wäre. Wohl eher nicht.

Re: [LI] Keine S-Bahn Buchs SG - Feldkirch.

geschrieben von: leofink

Datum: 09.09.20 08:59

kaufhalle schrieb:
Twindexx schrieb:
kaufhalle schrieb:
Was endet in Nendeln?
Die Gültigkeit Schweizer Abos:
Das ist ja auch der letzte Verkehrshalt in Liechtenstein. Bis wohin sonst sollten die Abos denn gültig sein?
Wie wärs mit Schaanwald?
[map.geo.admin.ch]

Re: [LI] Keine S-Bahn Buchs SG - Feldkirch.

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 09.09.20 11:47

leofink schrieb:
kaufhalle schrieb:
Twindexx schrieb:
kaufhalle schrieb:
Was endet in Nendeln?
Die Gültigkeit Schweizer Abos:
Das ist ja auch der letzte Verkehrshalt in Liechtenstein. Bis wohin sonst sollten die Abos denn gültig sein?
Wie wärs mit Schaanwald?
[map.geo.admin.ch]

Kein Verkehrshalt.

Re: Keine S-Bahn Buchs SG - Feldkirch.

geschrieben von: bahamas

Datum: 09.09.20 11:52

kaufhalle schrieb:
Es wäre im Prinzip denkbar, die S-Bahn (oder einen Zweig davon) westlich von Schaan nach Süden abknicken zu lassen und am Westrand der Bebauung weiterzuführen. Damit wäre Vaduz angebunden. Anschluss wäre dann an die Ostkurve von Sargans

Das wäre die beste Lösung. Es liegt an den Liechtensteinern, die Vorteile zu erkennen, vielleicht verschlafen sie aber auch wie viele andere die Gelegenheit, solange noch Geld dafür zur Verfügung steht, und müssen sich dann dauerhaft mit Rückständigkeit abfinden.

Re: [LI] Keine S-Bahn Buchs SG - Feldkirch.

geschrieben von: Twindexx

Datum: 19.09.20 22:04

kaufhalle schrieb:
Was du da so alles rausliest. Sehr kreativ.
Willst du eigentlich hier nur rumtrollen oder was wird das, wenns fertig ist? Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage. Das ist Gang und Gäbe in der direkten Demokratie. Du kannst dir das Egrebnis auch gerne von einem Politikwissenschaftler erklären lassen. Der wird dir aber auch nichts anderes erzählen als ich. Weil es eben keine Kaffeesatzleserei ist, sondern das sind Fakten. Ich habe aber sowieso irgendwie das Gefühl, dass du alles diffamierst, was nicht deinen Wünschen entspricht, selbst wenn du mit eindeutigen Fakten konfrontiert wirst. Aber so funktioniert die Welt nunmal nicht und das musst auch du akzeptieren. Es gibt klare Gründe, warum es zum Nein kam. Die kann weder ich noch du beeinflussen, wir müssen das dann auch so anerkennen. Also ich tue das, du offensichtlich nicht. Du machst dir ja noch nicht mal die Mühe, dich näher damit zu befassen. Aber dann frage ich mich, warum du überhaupt meinst, etwas zum Thema beisteuern zu können.

Twindexx schrieb:
Die Liechtensteiner wollen offensichtlich überhaupt keine Eisenbahn. Und wenn doch, dann so, dass sie nicht stört.
Dass Liechtenstein gelinde gesagt kein Bahnland ist, ist nunmal so. Solche Leute hat man aber immer und überall. In Liechtenstein fehlt aber zusätzlich auch eine Bahnkultur. Allerdings muss man aber trotzdem sehen, dass eine Entflechtung Strasse/Schiene keine abwegige Forderung ist.

kaufhalle schrieb:
Und hinsichtlich der österreichischen Interessen liegst du völlig falsch. Zunächst mal ist die Differenzierung zwischen Republik und ÖBB falsch. Die Republik ist hier Eigentümer und kann auf ausländischem Gebiet nur in Form der ÖBB agieren. Welches Interesse sollte Österreich nun an der Nordschleife haben? 5 min Fahrzeitverkürzung? Das bringts nicht. Dafür würde aber Österreich seinen Einwohnern den Weg zur Arbeit in Liechtenstein erschweren, weil es ja keinen Nahverkehr nach Schaan mehr gäbe (und auch nicht mehr nach Forst Hilti). Die Rentabilität des Restnahverkehrs würde sinken, sofern er überhaupt noch aufrechtzuerhalten wäre. Und du meinst wirklich, Österreich würde dafür auch noch bezahlen?
Erstens: Die ÖBB werden keine solch immens hohen Trassenpreise haben, dass sie Eigenmittel investieren können. Die SBB können jedenfalls grundsätzlich nicht selbst in ihre Gleise investieren, weil sie dafür kein Geld haben. Hier finanziert ausschliesslich der Bund und nicht die ISB. Das wird in Österreich nicht viel anders sein, da finanziert letztlich immer Österreich und nicht die ÖBB.

Zweitens: Natürlich kann eine Republik im Ausland finanzieren. Da schreibst du hier einen ziemlichen Käse. Mit Lindau-Geltendorf haben die SBB nicht das Geringste zu tun, das läuft direkt vom BAV aus. Auch in Frankreich hat die Schweiz ähnliches gemacht, direkt ohne SBB. Das kann Österreich auch jederzeit machen, ohne ÖBB.

Drittens: Einfach pauschal zu sagen, fünf Minuten Fahzeitverkürzung bächten nichts, ist schon arg kurzsichtig von dir. Insgesamt wären es nämlich sowieso eher zehn Minuten, wenn man es richtig macht (Buchs an .48, ab .50; Nordschleife, Doppelspurabschnitt zwischen Grenze FL/AT und Feldkirch zur Kreuzung RJ/RJ um .00 sowie Vmax-Erhöhung gibt Reduktion auf 13min bis Feldkirch, an 03., ab .07 statt wie heute .17 -> zehn Minuten Fahrzeitverkürzung).

Viertens: Regionalverkehr via Schaan steht nirgends zur Diskussion, da erfindest du jetzt wieder irgendwelches Zeugs, was nicht stimmt. Die Linie via Schaan würde bei Realisation der Nordschleife erhalten bleiben, einfach mit der Einschränkung nur Personenverkehr. Und weil der Fernverkehr selbstverständlich aus Eigeninteresse die Route ohne Fahrtrichtungswechsel wählen wird, würde dann eben nur noch der Regionalverkehr übrig bleiben. Aber deswegen wird die Linie durch Schaan ja nicht abgebaut. Vor allem kann man analog zur Konzession zwischen Bern und Olten auch hier vorsehen, dass bei Störungen oder Bauarbeiten trotzdem alle Züge durch Schaan geleitet werden können. Das ist ja kein Problem.

kaufhalle schrieb:
Darum geht es gar nicht. Es geht darum, ob der Nutzen überhaupt höher als die Kosten wäre. Wohl eher nicht.
Eben doch. Aber das wirst du eh nie raffen. Bzw. du willst es nicht verstehen, weil das Egebnis nicht deine Wünsche abbildet. Du willst ja auch partout die Kosten zur Ersatzanbindung der Anschlüsse im Knoten Buchs bei einer Südschleife nicht wahrhaben, welche bei der Südschleife zu einem negativen Ergebnis führen würden, weil sie in jedem Fall bei den Kosten miteinzurechnen wären. Aber die Diskussion hatten wir schonmal und da bist du schon absolut beratungsesistent gegenüber offensichtlichen Fakten gewesen.

https://abload.de/img/rabde502006_90prbqk0.jpg

Re: Keine S-Bahn Buchs SG - Feldkirch.

geschrieben von: Twindexx

Datum: 19.09.20 22:15

bahamas schrieb:
Das wäre die beste Lösung. Es liegt an den Liechtensteinern, die Vorteile zu erkennen, vielleicht verschlafen sie aber auch wie viele andere die Gelegenheit, solange noch Geld dafür zur Verfügung steht, und müssen sich dann dauerhaft mit Rückständigkeit abfinden.
Es wurde mal eine Tram auf dieser Verbindung untersucht (Sargans-Balzers-Vaduz-Schaan mit Weiterfahrt auf den ÖBB-Gleisen nach Feldkirch). Man hatte sich dann aber zum Mobilitätskonzept mit der halbstündlichen S-Bahn Buchs-Feldkirch entschieden. Nun ist das aber gegessen, weshalb andere Ideen wieder auf den Tisch kommen können. Eine richtige Vollbahn würde einiges mehr kosten ohne direkt für Liechtenstein mehr Nutzen gegenüber einer Trambahn zu generieren. Deshalb dürfte im entsprechenden Fall einfach die Trambahn weiter diskutiert werden. Aber auch als Tram wird es einiges mehr Kosten wie die nun abgelehnten Investitionen in die ÖBB-Linie.

https://abload.de/img/rabde502006_90prbqk0.jpg

Re: [LI] Keine S-Bahn Buchs SG - Feldkirch.

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 20.09.20 16:25

Twindexx schrieb:
kaufhalle schrieb:
Was du da so alles rausliest. Sehr kreativ.
Willst du eigentlich hier nur rumtrollen oder was wird das, wenns fertig ist? Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage. Das ist Gang und Gäbe in der direkten Demokratie. Du kannst dir das Egrebnis auch gerne von einem Politikwissenschaftler erklären lassen. Der wird dir aber auch nichts anderes erzählen als ich. Weil es eben keine Kaffeesatzleserei ist, sondern das sind Fakten. Ich habe aber sowieso irgendwie das Gefühl, dass du alles diffamierst, was nicht deinen Wünschen entspricht, selbst wenn du mit eindeutigen Fakten konfrontiert wirst. Aber so funktioniert die Welt nunmal nicht und das musst auch du akzeptieren. Es gibt klare Gründe, warum es zum Nein kam. Die kann weder ich noch du beeinflussen, wir müssen das dann auch so anerkennen. Also ich tue das, du offensichtlich nicht. Du machst dir ja noch nicht mal die Mühe, dich näher damit zu befassen. Aber dann frage ich mich, warum du überhaupt meinst, etwas zum Thema beisteuern zu können.

Und für diesen seltsamen Erguss hast du jetzt fast zwei Wochen gebraucht. Ganz tolle Leistung.

Zunächst mal ist die Abstimmung, und die ist eine rein binäre Angelegenheit. Alles weitere sind unverbindliche Umfragen unter einem winzigen Teil der Stimmberechtigten und entsprechend unsicher. Das gilt erst für Rückschlüsse aus der Kombination von beidem.

Twindexx schrieb:
kaufhalle schrieb:
Die Liechtensteiner wollen offensichtlich überhaupt keine Eisenbahn. Und wenn doch, dann so, dass sie nicht stört.
Dass Liechtenstein gelinde gesagt kein Bahnland ist, ist nunmal so. Solche Leute hat man aber immer und überall. In Liechtenstein fehlt aber zusätzlich auch eine Bahnkultur. Allerdings muss man aber trotzdem sehen, dass eine Entflechtung Strasse/Schiene keine abwegige Forderung ist.

Wenn dabei von der Bahn nichts mehr übrig bleibt, stimmen die Prioritäten nicht mehr. Ebensowenig, wenn man für die Beseitigung eines Bahnübergangs etliche Kilometer Neubaustrecke samt zusätzlicher Rheinbrücke braucht. Das ist jenseits jeglicher Verhältnismäßigkeit.

Twindexx schrieb:
kaufhalle schrieb:
Und hinsichtlich der österreichischen Interessen liegst du völlig falsch. Zunächst mal ist die Differenzierung zwischen Republik und ÖBB falsch. Die Republik ist hier Eigentümer und kann auf ausländischem Gebiet nur in Form der ÖBB agieren. Welches Interesse sollte Österreich nun an der Nordschleife haben? 5 min Fahrzeitverkürzung? Das bringts nicht. Dafür würde aber Österreich seinen Einwohnern den Weg zur Arbeit in Liechtenstein erschweren, weil es ja keinen Nahverkehr nach Schaan mehr gäbe (und auch nicht mehr nach Forst Hilti). Die Rentabilität des Restnahverkehrs würde sinken, sofern er überhaupt noch aufrechtzuerhalten wäre. Und du meinst wirklich, Österreich würde dafür auch noch bezahlen?
Erstens: Die ÖBB werden keine solch immens hohen Trassenpreise haben, dass sie Eigenmittel investieren können. Die SBB können jedenfalls grundsätzlich nicht selbst in ihre Gleise investieren, weil sie dafür kein Geld haben. Hier finanziert ausschliesslich der Bund und nicht die ISB. Das wird in Österreich nicht viel anders sein, da finanziert letztlich immer Österreich und nicht die ÖBB.

Letztlich ist es ziemlich egal, ob Österreich die ÖBB mit den nötigen Mitteln für den Neubau ausstattet oder ihn direkt bezahlt. Sie wird beides nicht tun.

Twindexx schrieb:
Zweitens: Natürlich kann eine Republik im Ausland finanzieren. Da schreibst du hier einen ziemlichen Käse. Mit Lindau-Geltendorf haben die SBB nicht das Geringste zu tun, das läuft direkt vom BAV aus. Auch in Frankreich hat die Schweiz ähnliches gemacht, direkt ohne SBB. Das kann Österreich auch jederzeit machen, ohne ÖBB.

Siehe oben, es ist letztlich völlig wurscht, auf welche Weise Österreich sich nicht an einer Investition beteiligt.

Twindexx schrieb:
Drittens: Einfach pauschal zu sagen, fünf Minuten Fahzeitverkürzung bächten nichts, ist schon arg kurzsichtig von dir. Insgesamt wären es nämlich sowieso eher zehn Minuten, wenn man es richtig macht (Buchs an .48, ab .50; Nordschleife, Doppelspurabschnitt zwischen Grenze FL/AT und Feldkirch zur Kreuzung RJ/RJ um .00 sowie Vmax-Erhöhung gibt Reduktion auf 13min bis Feldkirch, an 03., ab .07 statt wie heute .17 -> zehn Minuten Fahrzeitverkürzung).

Das ist alles Blödsinn von vorn bis hinten. Zunächst mal wäre das ein Neubau auch der verbleibenden Bestandsstrecke, der ebenso wie der Doppelspurabschnitt im Preis gar nicht drin ist. Weiterhin ist es Unfug, den Kreuzungspunkt nach Osten zu schieben. Die Fahrzeit in Feldkirch ist nämlich fest. Die RJX dienen in allererster Linie dem Verkehr zwischen Vorarlberg bzw. Tirol (mit Schwerpunkt auf letzterem) und dem restlichen Österreich. Das ist die Hauptachse des österreichischen Personenverkehrs und als solche Kernstück des Taktfahrplans. Der Abschnitt Feldkirch - Zürich ist dabei nur ein Anhängsel, das in der Schweiz ja auch in keinen Taktfahrplan passt. Es gibt derzeit keinen Ansatz, wo die restlichen 53 min Fahrzeitverkürzung herkommen sollen. Eine Fahrzeitverkürzung ist nur durch Verschiebung in Richtung Sargans zu erreichen, ansonsten würde der Schwanz mit dem Hund wedeln.

Hinzu kommt bei deiner gefakten Rechnung noch, dass du 4 min von der Standzeit in Feldkirch vereinnahmst.

Twindexx schrieb:
Viertens: Regionalverkehr via Schaan steht nirgends zur Diskussion, da erfindest du jetzt wieder irgendwelches Zeugs, was nicht stimmt. Die Linie via Schaan würde bei Realisation der Nordschleife erhalten bleiben, einfach mit der Einschränkung nur Personenverkehr. Und weil der Fernverkehr selbstverständlich aus Eigeninteresse die Route ohne Fahrtrichtungswechsel wählen wird, würde dann eben nur noch der Regionalverkehr übrig bleiben. Aber deswegen wird die Linie durch Schaan ja nicht abgebaut. Vor allem kann man analog zur Konzession zwischen Bern und Olten auch hier vorsehen, dass bei Störungen oder Bauarbeiten trotzdem alle Züge durch Schaan geleitet werden können. Das ist ja kein Problem.

Sagt wer? Es ist ein politischer Vorstoß von Gruppen, die auch vor Lügen nicht zurückschrecken (siehe ÖBB-Güterverkehr). Den Stellungnahmen zufolge stört der Bahnübergang an sich und nicht nur der RJX alle 2 h. Der Nahverkehr der Bahn interessiert die Leute nicht, der Bahnübergang muss weg, also kommt die Bestandsstrecke weg. Ob das heute schon in offiziellen Planungen explizit so drinsteht, ist dabei nachrangig.

Twindexx schrieb:
kaufhalle schrieb:
Darum geht es gar nicht. Es geht darum, ob der Nutzen überhaupt höher als die Kosten wäre. Wohl eher nicht.
Eben doch. Aber das wirst du eh nie raffen. Bzw. du willst es nicht verstehen, weil das Egebnis nicht deine Wünsche abbildet. Du willst ja auch partout die Kosten zur Ersatzanbindung der Anschlüsse im Knoten Buchs bei einer Südschleife nicht wahrhaben, welche bei der Südschleife zu einem negativen Ergebnis führen würden, weil sie in jedem Fall bei den Kosten miteinzurechnen wären. Aber die Diskussion hatten wir schonmal und da bist du schon absolut beratungsesistent gegenüber offensichtlichen Fakten gewesen.

Falsche Annahme. Man braucht keine Ersatzanbindung für Buchs. Ein paar der (eh schon wenigen) Fahrgäste in Buchs sind Liechtensteiner und mit einem Halt in Schaan besser bedient, für die anderen bleibt der Umstieg in Sargans weiterhin zur Verfügung, und vielleicht 3 1/2 Fahrgäste fahren dann halt nicht mehr mit dem Zug. Das kann in Anbetracht der Fahrzeitverkürzung in Kauf genommen werden.
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