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Salü,

der Blog des Eisenbahn-Amateurs [eisenbahn-amateur.ch] meldet:

Die Transports Publics Neuchâtelois SA (auf Deutsch: Neuenburgische Verkehrsbetriebe) wird 2023 die Meterspurstrecke Le Locle–Les Brenets stilllegen und bis 2025 durch einen elektrischen Bus – teils auf dem Trassée der Bahn - ersetzen. Zum Einsatz sollen Batteriebusse kommen, über deren Technik noch nicht entschieden ist. Diese Umstellung auf Strassenverkehr wird erstaunlicherweise aus dem Bahninfrastrukturfonds (BIF) bezahlt.

Schade...

Traurige Grüsse von
Hubert.



Das Land, das die Fremden nicht beschützt, geht bald unter.
Johann Wolfgang von Goethe: West-östlicher Divan. Stuttgart, 1819

Oh das ist wirklich sehr schade

geschrieben von: 146 116-9

Datum: 31.07.20 21:44

Hallo
Ich habe diese Bahn im Urlaub 2018 eher Zufällig entdeckt, und bin gleich mitgefahren,ist wirklich eine sehr schöne Bahn.
Da muss ich nochmals hin bevor die auf Busbetrieb umstellen, und dies im Bahnland Schweiz, wären es ein O-Bus
könnt ihnen ja noch Verstehen, aber Batterie.
Grüße Uwe



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 31.07.20 21:44.

Re: Oh das ist wirklich sehr schade

geschrieben von: jossi

Datum: 31.07.20 22:07

Hallo

War vor 2 Tagen dort. Hab mit dem Lokführer gesprochen. Kann dies bestätigen. Der Bus soll dabei u.a. den langen Tunnel bei Le Locle befahren, um der Hauptstrasse mit täglichem Stau ( Grenzgänger) auszuweichen. Es ist eine sehr kurze Bahn, aber landschaftlich sehr reizvoll.

Es sind noch zwei Twg. und ein Steuerwagen vorhanden, wobei immer nur ein Twg. solo unterwegs ist. Gerade der Bhf. Les Brenets vermittelt Nebenbahnstimmung aus längst vergangener Zeit.

U. Jossi
2241001_resized.JPG
Kurz vor dem Endbahnhof
2241002_resized.JPG
Endbahnhof Les Brenets. Nebenbahnstimmung pur.

2241003_resized.JPG
Unterwegs auf der Strecke.



5-mal bearbeitet. Zuletzt am 31.07.20 22:41.
Man hätte es ja schon ahnen können, nachdem die Gleisanlagen des Bahnhofs Les Brenets gerade erst saniert worden sind :(

Thomas
Zitat
Die Transports Publics Neuchâtelois SA (auf Deutsch: Neuenburgische Verkehrsbetriebe) wird 2023 die Meterspurstrecke Le Locle–Les Brenets stilllegen und bis 2025 durch einen elektrischen Bus – teils auf dem Trassée der Bahn - ersetzen. Zum Einsatz sollen Batteriebusse kommen, über deren Technik noch nicht entschieden ist. Diese Umstellung auf Strassenverkehr wird erstaunlicherweise aus dem Bahninfrastrukturfonds (BIF) bezahlt.
Schade, dass man sich nicht zur Umspurung und Durchbindung der Züge aus La-Chaux-de-Fonds entschieden hat.
Denn ich glaube kaum, dass irgenwelche E-Bussen Zustande kommen. Es werden stinkende Dieselbussen übernehmen!

Traurige Grüsse von Alex

Meine Bahnwelt :

[www.flickr.com]
Schade, und das in der Schweiz! Aber bei dieser Strecke brodelt es doch seit Jahren....

Gut, dass ich im letzten Jahr da mitgefahren bin.

Baden-Württemberg: Wir können Alles außer Flügeln!
SPS schrieb:
Schade, und das in der Schweiz! Aber bei dieser Strecke brodelt es doch seit Jahren....

Eben, überraschend ist die Einstellung nun nicht. Eher verwunderlich, dass die Strecke so lange durchgehalten hat. Aber die Fahrzeuge sind nun 70 Jahre alt und leben auch nicht ewig. Gebrauchtfahrzeuge gäbe es zwar sicher, aber es bliebe das Problem des Niederflureinstiegs.

"Probleme" der Bahn sind halt neben dem geringen Fahrgastaufkommen die etwa ungünstige Lage der beiden Endbahnhöfe (die einzigen mit Bedeutung). Da nach kurzer Fahrt im Zug noch einen Anschlussbus in Les Brenets zu fahren ist natürlich ein Argument für den Bus.
Wenn man dann auch zukünftig den Eisenbahntunnel für den Bus nutzt zur Umfahrung des problematischen Strassenabschnitts fällt vermutlich das Hauptargument weg, weswegen die Bahn die letzen Jahre überlebt hat.

Besser fände ich natürlich die Lösung mit Umspurung und Durchbindung von in Le Locle endenden Züge, das würde auch auf weitergehenden Relationen einen Umstieg sparen, diese Lösung ist aber natürlich deutlich teurer, vor allem wohl wegen der Tunnel.
Laut Wikipedia hat Les Brenets 1044 Einwohner. Da ist es schon verwunderlich, dass es bis heute eine Bahn dorthin gibt, viel Spielraum für teure Umbauten ist nicht vorhanden.

Gruss

Florian
Signalschruber schrieb:
Zitat
Die Transports Publics Neuchâtelois SA (auf Deutsch: Neuenburgische Verkehrsbetriebe) wird 2023 die Meterspurstrecke Le Locle–Les Brenets stilllegen und bis 2025 durch einen elektrischen Bus – teils auf dem Trassée der Bahn - ersetzen. Zum Einsatz sollen Batteriebusse kommen, über deren Technik noch nicht entschieden ist. Diese Umstellung auf Strassenverkehr wird erstaunlicherweise aus dem Bahninfrastrukturfonds (BIF) bezahlt.
Schade, dass man sich nicht zur Umspurung und Durchbindung der Züge aus La-Chaux-de-Fonds entschieden hat.
Nein, das ist verständlich. Die Kosten für die Umspurung wären viel zu hoch und die Frequenzen viel zu tief für noch grössere Züge. Wenn schon die kleinen Triebwagen kaum ausgelastet sind, dann wird das mit den viermal so grossen Flirts nicht besser, zumal die Nachteile der dezentralen Bahnhöfe der Linie bleiben.

Dass die Linie keine Zukunft mehr hatte war mir klar. Die Züge fahren praktisch leer, die Triebwagen sind von 1950, der Bahnhof Les Brenets befindet sich am Dorfrand, die Zwischenbahnhöfe im Nirgendwo.

Der Bus wiederum wird nicht per se ein Batteriebus sein, sondern einer mit elektrischem Antrieb. Das exakte System muss noch erarbeitet werden, auch Trolley wäre theoretisch denkbar. Aber als solches ist der Bus genau gleich umweltfreundlich wie die Bahn.
Für den Bahnfan ist der Umbau dieser schmucken Nebenbahn natürlich schade. Aber am Ende des Tages muss die Bahn für die örtliche Bevölkerung einen Nutzen haben, was die Bahn zuletzt nur noch sehr bedingt hat. Sie erschliesst weder das Zentrum von Les Brenets noch den touristisch bedeutenden See. All das kann die neue Lösung, weshalb sie für den täglichen Benutzer nur Vorteile hat.

Nicht jede Bahnumstellung ist a priori oder grundsätzlich schlecht. In diesem Fall sorgt sie für einmal zur Abwechslung für eine Verbesserung des Angebotes.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.08.20 21:10.
Zitat
Wenn schon die kleinen Triebwagen kaum ausgelastet sind, dann wird das mit den viermal so grossen Flirts nicht besser
Sobald man es schafft die Verlängerung aus der jetzigen Wendezeit in Le Locle zu produzieren spielt das keine Rolle.
Rein von der Atmosphäre her finde ich es natürlich auch schade, dass die Bahn eingestellt wird. Allerdings fährt eine solche Bahn nicht für uns Bahnfreaks, sondern für die täglichen (potentiellen) Fahrgäste, und da stehen eigentlich alle Argumente gegen die Bahn:

- der Endbahnhof in Les Brenets ist überhaupt nicht dort, wo die Leute hinwollen: am Rand des Dorfes, hoch oben. Entweder mit Fussmarsch oder zusätzlichem Bus zu erschliessen.
- die Fahrzeuge sind uralt und müssen sowohl aus Altersgründen als auch wegen des Behig ersetzt werden

Eine Durchbindung der normalspurigen Regios aus La Chaux-de-Fonds wäre gemäss aktuellem Fahrplan möglich, den zukünftigen Fahrplan habe ihn gerade nicht zur Hand. Allerdings müsste dafür die Strecke doch deutlich ausgebaut werden müssen (Profil).
Mit dieser Elektrobuslösung scheint mir doch ein guter Kompromiss gelungen:
- man kann die wirklichen Ziele direkt und mit einem Fahrzeug erschliessen
- den staugefährdeten Abschnitt umfährt man elegant im Bahntunnel

Aus verkehrlicher Sicht scheint mir das eine gute Lösung zu sein, auch wenn ich die Bahn vermissen werde.
- und auf der Seite des Kantons steht sogar, dass eine allfällige Verlängerung nach z.B. Villers-le-Lac möglich wäre.

Dies wäre natürlich elegant, so könnten die dortigen Pendler den Stau mit dem öV umfahren.

Und wer weis, vllt wäre eine Verlängerung zu den Pendlerzeiten sogar bis Morteau sinnvoller, als die Bahnlinie ins Trans Run Projekt zu integrieren. Zu den Pendlerzeiten hat es durchaus Leute in den wenigen Zügen, ansonsten ist dort - Frankreich typisch - tote Hose. Da wäre es ev sinnvoller die Bahnlinie lediglich zu Stosszeiten und für 2-3 internationale Anbindungen wie heute zu unterhalten und mit dem Bus zu ergänzen, statt Millionen reinzustecken.

Klar hat das Risiko, dass die Bahnlinie gänzlich durch den Bus abgelöst werden könnte. Dies ist nicht auszuschliessen.
Dieser Vorschlag sollte eigentlich mit gleichem Aufwand für das gleiche Geld umsetzbar sein, da man den Tunnel ja auch mit einem Fahrbahnbelag nebst Schienen (wie eine Straßenbahn) gestalten kann. Dies könnte auch eine Lösung sein wenn man die Bahn lediglich für museale Zwecke erhalten möchte.
Villiers-le-Lac und Morteau liegen beide in FR, bei solchen Projekten sollte man erst mal das Ergebnis der Volksabstimmung vom 27.09.2020 abwarten.

Gruss, Thomas.
tkautzor schrieb:
Villiers-le-Lac und Morteau liegen beide in FR, bei solchen Projekten sollte man erst mal das Ergebnis der Volksabstimmung vom 27.09.2020 abwarten.
Warum - soll es denn danach keinen internationalen Eisenbahnverkehr mehr geben?

Gruss Pelzer
pelzer schrieb:
tkautzor schrieb:
Villiers-le-Lac und Morteau liegen beide in FR, bei solchen Projekten sollte man erst mal das Ergebnis der Volksabstimmung vom 27.09.2020 abwarten.
Warum - soll es denn danach keinen internationalen Eisenbahnverkehr mehr geben?

Gruss Pelzer
Richtig, es hat auch vor den ‘Bilateralen’ und damit vor der PFZ internationale Züge (sogar mehr als heute) und auch Grenzgänger gegeben!

@thomas (tkautzor)

Auch bei einem JA am 27.9.2020 würde sich nicht viel ändern, die CH würde deshalb nicht auf einen ‘anderen Planeten’ wechseln. 😉😅
Keine Panik!😅

Bon après-midi
Ueli
Es kommt hie und da durchaus vor dass die beiden Triebwagen in Mehrfachtraktion verkehren. So zb. Für Gruppen. Der Steuerwagen soll gemäss Personal schon länger defekt sein.
DSC06869.JPG
Signalschruber schrieb:
Zitat
Wenn schon die kleinen Triebwagen kaum ausgelastet sind, dann wird das mit den viermal so grossen Flirts nicht besser
Sobald man es schafft die Verlängerung aus der jetzigen Wendezeit in Le Locle zu produzieren spielt das keine Rolle.
Doch spielt es, weil die bestehenden Tunnels zu klein für die Flirts sind. Sprich die Umspurung dürfte mit grösster Wahrscheinlichkeit noch teurer kommen als die jetzige Lösung, weswegen sich die Beteiligten wohl auch gegen die Umspurung entschieden haben. Ich denke, dass man mit der jetzigen Lösung das Optimum für diese Linie gefunden hat.
IntelliTrain schrieb:
- den staugefährdeten Abschnitt umfährt man elegant im Bahntunnel

Und wie willst Du den Bus in den Tunnel kriegen? Ohne Spurführung reicht das Profil nicht.