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Re: EU Super-Sparpreis und Corona-Kulanz

geschrieben von: X73900

Datum: 19.07.20 14:30

D 2027 schrieb:
Wenn der Zug gefahren ist, liegt das Erfüllen der Grenzübertrittsbedingungen ausschließlich beim Reisenden und nicht beim Beförderer; der hat nämlich nicht die Grenzschließungen veranlasst (das war ein Horst S. aus I.) und ist auch nicht für die Einhaltung der Paßgesetze durch den Reisenden verantwortlich.
Im konkreten Fall war streng genommen noch nicht mal Horst S. Schuld, sondern die Schweizer Behörden. Nicht mehr möglich war ja die Einreise in die Schweiz. Aus Sicht der deutschen Behörden hätte der Reise formal nichts entgegengestanden, allenfalls wäre nach der Rückkehr eine 14-tägige Quarantäne fällig gewesen (bei Aufenthalt im Ausland länger als 72 Stunden - so war jedenfalls die Regelung in Baden-Württemberg).

Gruß
X73900



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.07.20 14:31.
X73900 schrieb:
kaufhalle schrieb:
X73900 schrieb:
Zitat:
Bei den durchgehenden ICE/EC Deutschland - Schweiz erfolgt die Zollkontrolle und früher auch die Passkontrolle üblicherweise bereits im fahrenden Zug zwischen Freiburg und Basel Bad Bf.
Das ist lediglich eine Hinterlandkontrolle. Schließlich findet ja auch nur die deutsche Kontrolle dort statt.
Nein, auch die Schweizer Einreisekontrolle findet in den über Basel Bad Bf hinausfahrenden Fernverkehrszügen bereits ab Freiburg statt. Das war schon immer so und ist auch noch heute bei der Zollkontrolle so (eine Passkontrolle gibt es heute ja normalerweise nicht mehr).

Es gibt auch irgend einen Staatsvertrag, wo geregelt ist, dass die Schweizer schon ab Freiburg kontrollieren dürfen, und wie es gehandhabt wird, wenn sie dort, also auf deutschem Boden, z.B. jemand festnehmen wollen.
Auch andernorts finden und fanden teils Zollkontrollen auf weiter weg liegenden Abschnitten statt. Gab es früher nicht auch solche zwischen Tuttlingen und Singen? Ohne dass Singen nun deswegen zolltechnisch in der Schweiz läge.
Davon abgesehen, wie will man eine Zollkontrolle eines ganzen ICEs auf der kurzen Fahrt vom Bad Bf nach SBB machen? Entweder man rückt mit 50 Mann an, der Zug macht eine längere Standpause oder eben man muss schon deutlich vor/nach der Grenze kontrollieren um zeitlich durch den Zug zu kommen.

Gruss

Florian
X73900 schrieb:
Nein, auch die Schweizer Einreisekontrolle findet in den über Basel Bad Bf hinausfahrenden Fernverkehrszügen bereits ab Freiburg statt. Das war schon immer so und ist auch noch heute bei der Zollkontrolle so (eine Passkontrolle gibt es heute ja normalerweise nicht mehr).

Und was will der Zoll da kontrollieren? Basel Bad Bf ist vollwertiger Grenzübergang mit Warenabfertigung. Wenn jemand was anzumelden hat, muss er das im Badischen Bahnhof machen und dafür die Fahrt unterbrechen (nein, im Zug geht es nicht). Und Personenkontrollen sind witzlos, weil man zwar in diesem Fall eie Pflicht zum Mitführen eines Ausweises annehmen kann, aber die Schweiz die Weiterfahrt im deutschen Zollraum in Richtung Grenzach oder Lörrach gar nicht verbieten kann.

X73900 schrieb:
Es gibt auch irgend einen Staatsvertrag, wo geregelt ist, dass die Schweizer schon ab Freiburg kontrollieren dürfen, und wie es gehandhabt wird, wenn sie dort, also auf deutschem Boden, z.B. jemand festnehmen wollen.

Die dürfen auf deutschem Boden genauso viel wie die äthiopische Grenzwache oder jeder Zivilist, nämlich Straftäter bis zum Eintreffen befugter Organe festhalten. Festnehmen dürfen sie niemanden. Wär ja noch schöner ...

X73900 schrieb:
Nach der ICE-Entgleisung auf der Verbindungsbahn vor einiger Zeit wurde mal diskutiert, wer eigentlich bei den ICE zwischen Basel Bad Bf und Basel SBB EVU ist. Ich meine, Ergebnis war, dass es die SBB ist...

Ja sicher. Aber was tut das hier zur Sache?

Re: EU Super-Sparpreis und Corona-Kulanz

geschrieben von: Polarfuchs

Datum: 19.07.20 16:59

D 2027 schrieb:
jetzt muss ich aber doch mal ausnahmsweise die DB in Schutz nehmen. Die Kulanzbedingungen fand ich vorbildlich und man kann es beim besten Willen nicht dem Beförderer anlasten, dass der Reisende die Grenze nicht überqueren kann. Wenn der Zug gefahren ist, liegt das Erfüllen der Grenzübertrittsbedingungen ausschließlich beim Reisenden und nicht beim Beförderer; der hat nämlich nicht die Grenzschließungen veranlasst (das war ein Horst S. aus I.) und ist auch nicht für die Einhaltung der Paßgesetze durch den Reisenden verantwortlich. Das ist allgemeine Praxis, auch in der Luftfahrt und das Angebot der DB die Reise später durchzuführen ist mehr als nur großzügig! Einen rechtlichen Anspruch auf Rückerstattung in diesem Fall gibt es nämlich nicht.

Anders sieht es aus, wenn der Zug wegen Grenzschließungen - wie in unserem Fall nach Lausanne - nicht gefahren ist. Hier greifen die gesetzlichen Fahrgastrechte und die DB hat in solchen Fällen das Geld anstandlos und prompt ausgezahlt. Ein Feld übrigens, bei dem sich die Airlines nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben; man google einmal "Rückerstattungen Luftfahrt Corona" und freue sich über das Geschäftsgebahren der DB. Ja, es gab Fehler wo versehentlich Gutscheine ausgestellt wurden, aber auf die Reklamation kam immer sofort das Geld... hatte selbst drei solcher Fälle.

Gruss
Erik

der auch fürchtet, dass die europäische Reisefreiheit spätestens im September wieder beendet wird
Da bin ich komplett anderer Meinung. Es geht hier nicht um alltägliche Einreisebedingungen, die sich ändern, und für deren Erfüllung natürlich der Fahrgast verantwortlich ist. Wir reden von einer monatelangen Grenzschließung innerhalb der EU, innerhalb des Schengen-Gebiets, das es so in der Form in der EU noch nie gegeben hat. Hier dem Fahrgast zu sagen: "Naja, Pech für dich, du kannst ja irgendwann sonst mal fahren, wenn/falls die Grenzen wieder offen sind" halte ich für ziemlich mies. Ich erwarte keine Erstattung, aber die Möglichkeit einer Umbuchung. Die ÖBB haben internationale Spraschiene-Tickets anstandlos erstattet (!), die DSB haben zuggebundende nicht-stornierbare Tickets in dieser Zeit ohne Probleme erstattet - egal, ob der Zug fuhr oder nicht (das sind beiden anderen für mich relevanten Bahngesellschaften, deswegen der Vergleich mit denen). Das ich rechtlich einen Anspruch auf Erstattung durch die DB habe, behaupte ich nicht, sonst würde ich gegen das Verhalten der DB rechtlich vorgehen. Ich hätte mir aber erwaret, das Ticket zumindest in einen Gutschein umwandeln zu lassen. Meine Konsequenz ist daher: Keine Buchung mit der DB mehr. Die ÖBB und DB haben gezeigt, wie vertrauensbildende und tatsächlich kulantes Verhalten aussehen kann.

Ja, die meisten Fluggesellschaften haben mit ihrem Verhalten bei Flugstreichungen in den letzten Monaten definitiv keinen positiven Eindruck hinterlassen. So sehr ich das Problem für die Fluglinien (keine Einnahmen, jedoch Milliarden an Rückerstattungen auszubezahlen) nachvollziehen kann, ist das aus Kundensicht trotzdem inakzeptabel, und ich vermute, dass einige daraus auch die Konsequenz ziehen werden (ich zumindest tue es), dass sie dieses Risiko beim künftigen Planen von Reisen berücksichtigen werden. Die Fluglinien haben aber zumindest begriffen, dass man den Kunden in der aktuellen Zeit Flexibilität geben muss, damit sie zurückkommen, und bieten zum Teil an, dass selbst die günstigsten Tickets umgebucht werden können (unabhängig davon, ob der Flug storniert wird oder nicht). Ich weiß also, dass ich zumindest den Ticketwert nicht verliere (auch wenn bei einer Flugstreichung die Erstattung rechtswiedrig nicht genehmigt werden sollte oder ewig dauert). Die DB hingegen bietet Supersparpreise an, die im Falle von Grenzschließungen vermutlich wieder wertlos werden, wenn ich nicht irgendwann später auf genauer der gleichen Strecken fahren möchte, oder das Ticket verfällt komplett, wenn ich die Reise nicht mehr antreten möchte (zB aufgrund eines plötzlich erhöhten Risikos an meinem Ziel).
Florian Ziese schrieb:
Gab es früher nicht auch solche zwischen Tuttlingen und Singen?

Gemäß Staatsvertrag dürfen die Schweizer auf deutschem Boden bis und ab Singen und Freiburg kontrollieren, die Deutschen auf Schweizer Boden bis und ab Schaffhausen und Basel SBB. Ab Tuttlingen dürfen die Schweizer also nicht kontrollieren. Die Deutschen können die Kontrolle natürlich auf Deutschem Boden beginnen, wo sie wollen, also auch schon in Tuttlingen oder noch früher.

[www.admin.ch]

Gruß
X73900
kaufhalle schrieb:
Und was will der Zoll da kontrollieren? Basel Bad Bf ist vollwertiger Grenzübergang mit Warenabfertigung. Wenn jemand was anzumelden hat, muss er das im Badischen Bahnhof machen und dafür die Fahrt unterbrechen (nein, im Zug geht es nicht).
Naja, der Zoll kontrolliert, was er immer so kontrolliert. Ob verbotene Substanzen mitgeführt werden. Ob die Freimengen bei Waren eingehalten werden.

Bist Du sicher, dass im ICE keine Waren angemeldet werden können? Ich frage, weil in den RE ja ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass keine anmeldepflichtigen Waren mitgeführt werden dürfen. In den ICE habe ich diesen Hinweis noch nicht bemerkt.

Die eidgenössische Zollverwaltung meint dazu:
Ist im Zug Zollpersonal anwesend, müssen Sie alle mitgeführten Waren unaufgefordert anmelden. Die mündliche Anmeldung ist verbindlich.
Ist kein Zollpersonal anwesend, können Sie
- den Zug beim Grenzbahnhof verlassen und Ihre privaten Waren schriftlich anmelden ...;
- oder die Waren nachträglich, innerhalb von 7 Tagen, bei jeder Zollstelle während der Öffnungszeiten zur Verzollung anmelden.
[www.ezv.admin.ch]

kaufhalle schrieb:
X73900 schrieb:Zitat:
Es gibt auch irgend einen Staatsvertrag, wo geregelt ist, dass die Schweizer schon ab Freiburg kontrollieren dürfen, und wie es gehandhabt wird, wenn sie dort, also auf deutschem Boden, z.B. jemand festnehmen wollen.
Die dürfen auf deutschem Boden genauso viel wie die äthiopische Grenzwache oder jeder Zivilist, nämlich Straftäter bis zum Eintreffen befugter Organe festhalten. Festnehmen dürfen sie niemanden. Wär ja noch schöner ...
Das ist nicht richtig. Die Schweizer Grenzwache darf gemäß Staatsvertrag auf deutschem Boden innerhalb der Grenzabfertigungszone Schweizer Staatsbürger und Staatsangehörige von Drittstaaten festnehmen und in die Schweiz verbringen. Sie darf allerdings keine deutschen Staatsbürger festnehmen und in die Schweiz verbringen. Deutsche Staatsbürger darf sie nur bei den deutschen Behörden "vorführen" (steht so im Staatsvertrag). Zur Grenzabfertigungszone gehören auch die Züge zwischen Basel und Freiburg.

Das gleiche gilt natürlich umgekehrt auch für die deutsche Bundespolizei auf Schweizer Boden.

Siehe
[www.admin.ch]
[www.admin.ch]

Art. 4 Abs. 1 des Vertrags vom 01.06.1961:

In der (Grenzabfertigungs-)Zone gelten die Rechts- und Verwaltungsvorschriften des Nachbarstaates, die sich auf die Grenzabfertigung beziehen... Sie werden ... von den Bediensteten des Nachbarstaates im gleichen Umfang und mit allen Folgen wie im eigenen Staatsgebiet durchgeführt. Personen dürfen jedoch nur wegen Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften über die Grenzabfertigung des Nachbarstaates oder, wenn sie von den Behörden des Nachbarstaates gesucht werden, festgenommen und in den Nachbarstaat verbracht werden.

Gruß
X73900



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.07.20 17:38.
X73900 schrieb:
kaufhalle schrieb:
Und was will der Zoll da kontrollieren? Basel Bad Bf ist vollwertiger Grenzübergang mit Warenabfertigung. Wenn jemand was anzumelden hat, muss er das im Badischen Bahnhof machen und dafür die Fahrt unterbrechen (nein, im Zug geht es nicht).
Naja, der Zoll kontrolliert, was er immer so kontrolliert. Ob verbotene Substanzen mitgeführt werden. Ob die Freimengen bei Waren eingehalten werden.

Mengen oberhalb der Freimengen kann man beim Zoll im Bahnhof anmelden. Oder man steigt im Badischen Bahnhof um, dann es geht es den Schweizer Zoll gar nichts an, was man dabei hat.

X73900 schrieb:
Bist Du sicher, dass im ICE keine Waren angemeldet werden können? Ich frage, weil in den RE ja ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass keine anmeldepflichtigen Waren mitgeführt werden dürfen. In den ICE habe ich diesen Hinweis noch nicht bemerkt.

Demnach nicht mehr so ganz, wahrscheinlich ist Warenanmeldung im Zug möglich. Aber ungeachtet des tatsächlichen Orts der Abfertigung nominell am Badischen Bahnhof.

X73900 schrieb:
Das ist nicht richtig. Die Schweizer Grenzwache darf gemäß Staatsvertrag auf deutschem Boden innerhalb der Grenzabfertigungszone Schweizer Staatsbürger und Staatsangehörige von Drittstaaten festnehmen und in die Schweiz verbringen. Sie darf allerdings keine deutschen Staatsbürger festnehmen und in die Schweiz verbringen. Deutsche Staatsbürger darf sie nur bei den deutschen Behörden "vorführen" (steht so im Staatsvertrag). Zur Grenzabfertigungszone gehören auch die Züge zwischen Basel und Freiburg.
Das gleiche gilt natürlich umgekehrt auch für die deutsche Bundespolizei auf Schweizer Boden.

Ist ja alles ganz nett. Ändert aber nichts daran, dass der Grenzübertritt erst im Badischen Bahnhof erfolgt und nicht in Otterbach. Denn das war die eigentliche Frage.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.07.20 17:48.
kaufhalle schrieb:
Ist ja alles ganz nett. Ändert aber nichts daran, dass der Grenzübertritt erst im Badischen Bahnhof erfolgt und nicht in Otterbach. Denn das war die eigentliche Frage.

Äh, doch, der Grenzübertritt erfolgt natürlich im fahrenden Zug auf Höhe von Otterbach. Ab dann ist man in der Schweiz, mit allen Konsequenzen. Wenn man dann z.B. im Zug oder auch auf dem Bahnsteig im Badischen Bahnhof eine Straftat verübt, wird man von der Schweizer Polizei festgenommen und von einem Schweizer Gericht nach Schweizer Recht verurteilt. Und zwar auch dann, wenn man eigentlich nur auf der Durchreise von Müllheim nach Bad Säckingen war.

Die deutsche Bundespolizei und der deutsche Zoll dürfen im Badischen Bahnhof dagegen nur auf Grund des Staatsvertrags ihrer Tätigkeit nachgehen, und nur in dem durch den Staatsvertrag zugelassenen Rahmen.

Umgekehrt ist es natürlich genauso. Bei einer ICE-Fahrt in Richtung Norden gilt ab Otterbach deutsches Recht, selbst wenn die Schweizer Ausreisekontrolle und die deutsche Einreisekontrolle (so sie denn stattfinden) erst auf Höhe von Bad Krozingen erfolgen.

Gruß
X73900
X73900 schrieb:
kaufhalle schrieb:
Ist ja alles ganz nett. Ändert aber nichts daran, dass der Grenzübertritt erst im Badischen Bahnhof erfolgt und nicht in Otterbach. Denn das war die eigentliche Frage.

Äh, doch, der Grenzübertritt erfolgt natürlich im fahrenden Zug auf Höhe von Otterbach. Ab dann ist man in der Schweiz, mit allen Konsequenzen. Wenn man dann z.B. im Zug oder auch auf dem Bahnsteig im Badischen Bahnhof eine Straftat verübt, wird man von der Schweizer Polizei festgenommen und von einem Schweizer Gericht nach Schweizer Recht verurteilt. Und zwar auch dann, wenn man eigentlich nur auf der Durchreise von Müllheim nach Bad Säckingen war.

Die deutsche Bundespolizei und der deutsche Zoll dürfen im Badischen Bahnhof dagegen nur auf Grund des Staatsvertrags ihrer Tätigkeit nachgehen, und nur in dem durch den Staatsvertrag zugelassenen Rahmen.

Umgekehrt ist es natürlich genauso. Bei einer ICE-Fahrt in Richtung Norden gilt ab Otterbach deutsches Recht, selbst wenn die Schweizer Ausreisekontrolle und die deutsche Einreisekontrolle (so sie denn stattfinden) erst auf Höhe von Bad Krozingen erfolgen.

Wenn Du in einem Flughafentransitbereich Mist baust, bekommst Du es auch mit der Polizei eines Staats zu tun, in den Du nie eingereist bist. Das ist am Badischen Bahnhof genau so: Schweizer Staatsgebiet, Deutsches Zollgebiet. Am Flughafen Basel oder am Autobahngrenzübergang Weil (dem in Richtung Süden nach der Einreise in die Schweiz noch etwa 700 m deutsches Gebiet folgen) verhält es sich ja auch entsprechend.

Als die ICE nur bis Basel Bad Bf gefahren sind, war demzufolge auch keine Kontrolle duchzuführen, da die Einreisekontrolle dann erst im Bahnhof durchzuführen war.

Der Vergleich mit Bad Krozingen ist Unfug, weil da kein Grenzübergang ist.

Meinungen und Deinungen...

geschrieben von: D 2027

Datum: 19.07.20 18:43

Polarfuchs schrieb:
Da bin ich komplett anderer Meinung. Es geht hier nicht um alltägliche Einreisebedingungen, die sich ändern, und für deren Erfüllung natürlich der Fahrgast verantwortlich ist. Wir reden von einer monatelangen Grenzschließung innerhalb der EU, innerhalb des Schengen-Gebiets, das es so in der Form in der EU noch nie gegeben hat. Hier dem Fahrgast zu sagen: "Naja, Pech für dich, du kannst ja irgendwann sonst mal fahren, wenn/falls die Grenzen wieder offen sind" halte ich für ziemlich mies. Ich erwarte keine Erstattung, aber die Möglichkeit einer Umbuchung. Die ÖBB haben internationale Spraschiene-Tickets anstandlos erstattet (!), die DSB haben zuggebundende nicht-stornierbare Tickets in dieser Zeit ohne Probleme erstattet - egal, ob der Zug fuhr oder nicht (das sind beiden anderen für mich relevanten Bahngesellschaften, deswegen der Vergleich mit denen). Das ich rechtlich einen Anspruch auf Erstattung durch die DB habe, behaupte ich nicht, sonst würde ich gegen das Verhalten der DB rechtlich vorgehen. Ich hätte mir aber erwaret, das Ticket zumindest in einen Gutschein umwandeln zu lassen. Meine Konsequenz ist daher: Keine Buchung mit der DB mehr. Die ÖBB und DB haben gezeigt, wie vertrauensbildende und tatsächlich kulantes Verhalten aussehen kann.


Nun,

ich bin nach wie vor der Ansicht, dass es eine recht grosszügige Kulanz war, nachdem es - kurzfristige Grenzschliessung hin oder her - keinerlei rechtliche Grundlage für die DB gab auf ihre Einnahme zu verzichten, trotzdem eine Verlängerung der Fahrkarten anzubieten. Dass es immer Unternehmen gibt, die es grosszügiger handhaben wie die von Dir erwähnten Bahnen oder gar keine Kulanz wie div. dt. Verkehrsverbünde walten lassen, ist ja unbestritten und im ersteren Falle auch sehr zu loben. Aber die DB für ihre Kulanz, es gab übrigens auch Gutscheine für nicht zu nutzende Bahncards und Statuspunkte für Comfort-Kunden, zu verdammen ist in meinen Augen nun wirklich nicht angebracht... auch wenn dabei individuelle Härten auftreten.

Nicht dass Du denkst ich wisse nicht von was ich rede: bei mir liegt auch noch ein SSP vom 13.03. nach Westerland, der wahrscheinlich (Maskenpflicht!) ungenutzt verfallen wird, herum und auf zwei Globalpreisen für den Dacia nach Alba Iulja bin ich auch sitzen geblieben. Der ist nämlich genau am gebuchten Abend für rumänische Krankenschwestern gefahren, nachdem er vorher wochenlang ausgefallen war. Pech für die Kuh Elsa...

Und die plötzliche Flexibilität von Airlines, Hotels und auch Bahnen in Coronazeiten kaum noch unstornierbare Tickets anzubieten, dürfte schlicht und ergreifend marktwirtschaftliche Gründe haben... sonst bucht nämlich niemand mehr irgendwas.

Beste Grüsse
Erik

P.S. @X73900: die Grenzen waren ja von beiden Richtungen geschlossen; da war unser Bundeshorst schon nicht ganz unbeteiligt. Und besonders übel nehme ich ihm, dass er am 15.05. die t. Grenzen weiterhin geschlossen hielt, obwohl die Eidgenossenschaft ihre bilateral wieder geöffnet hätte. Vielen Dank für einen weiteren Monat in diesem Staat eingesperrt sein und wenn wir noch über sein Personal von der NVA äh Bundespolizei anfangen zu reden, werden wir nie mehr fertig.

Herr Spahn meinte ja dass wir uns nach Corona viel zu verzeihen haben und da hat er sicher nicht unrecht... aber bei Vollhorst machen wir bitte eine Ausnahme. Gott vergibt, Django nie! ;-)

Der Tod eines einzelnen Mannes ist eine Tragödie, aber der Tod von Millionen nur eine Statistik!

(Karl Lauterbach, Maskenstalinist)




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.07.20 18:44.

Re: EU Super-Sparpreis und Corona-Kulanz

geschrieben von: Herre Elk

Datum: 19.07.20 19:20

Kralle schrieb:
Hallo,

hat jemand schon Erfahrung mit der Kulanzregelung in Tschechien oder der Slowakei gemacht? Habe hier noch 2 Fahrkarten von Mai rumliegen, die ich im August nutzen möchte.
Gerade im Schlafwagen wären endlose Diskussionen in der Nacht nicht gerade toll.
ČD und ZSSK ist immer sehr vom Personal abhängig. Stempel jeglicher Art bewirken jedoch meist Wunder.

Re: EU Super-Sparpreis und Corona-Kulanz

geschrieben von: Kralle

Datum: 19.07.20 19:24

Herre Elk schrieb:
Kralle schrieb:
Hallo,

hat jemand schon Erfahrung mit der Kulanzregelung in Tschechien oder der Slowakei gemacht? Habe hier noch 2 Fahrkarten von Mai rumliegen, die ich im August nutzen möchte.
Gerade im Schlafwagen wären endlose Diskussionen in der Nacht nicht gerade toll.
ČD und ZSSK ist immer sehr vom Personal abhängig. Stempel jeglicher Art bewirken jedoch meist Wunder.
Na dann lass ich mir da irgendwo an einem Servicepoint auf der Anreise doch noch einen Stempel draufdrücken.

Meine Reiseberichte findet ihr in Zukunft auch hier:

[www.facebook.com]

Re: EU Super-Sparpreis und Corona-Kulanz

geschrieben von: pausanias2

Datum: 19.07.20 20:47

Hat jemand schon Erfahrungen, ob die von der DB gewährte Corona-Kulanz auch vom schweizerischen Zugpersonal (SBB, BLS) akzeptiert wird, sofern ein entsprechendes DB-Sparpreisticket mit Zugbindung vorhanden ist? Anschlussfrage wäre - akzeptiert die DB im Rahmen der Corona-Kulanz auch internationale Tickets der SBB nach Deutschland, sofern diese vor dem 13. März gelöst wurden?

Re: drei interessante Links zum Thema Badischer Bahnhof

geschrieben von: X73900

Datum: 19.07.20 21:30

Christof 421 schrieb:
Danke für die interessanten Links, die ich noch nicht kannte.

Der Fall mit der Schweizerin mit Haftbefehl in Deutschland ist ja schon kurios. Hätte die Polizei sie mal nach Deutschland einreisen lassen, dann hätte man sie festnehmen können. Hatte die Bundespolizei Personalmangel und konnte der Dame nicht hinterherfahren, oder wollte sie dem Steuerzahler die Kosten des Gefängnisaufenthalts ersparen?

Gruß
X73900

Re: Meinungen und Deinungen...

geschrieben von: X73900

Datum: 19.07.20 21:34

D 2027 schrieb:
P.S. @X73900: die Grenzen waren ja von beiden Richtungen geschlossen; da war unser Bundeshorst schon nicht ganz unbeteiligt. Und besonders übel nehme ich ihm, dass er am 15.05. die t. Grenzen weiterhin geschlossen hielt, obwohl die Eidgenossenschaft ihre bilateral wieder geöffnet hätte. Vielen Dank für einen weiteren Monat in diesem Staat eingesperrt sein und wenn wir noch über sein Personal von der NVA äh Bundespolizei anfangen zu reden, werden wir nie mehr fertig.
Da möchte ich ich Dir in keiner Weise widersprechen. Wenn ich nur an die Farce denke, wo man sich geeinigt hatte, die Grenzen am gleichen Tag zu öffnen. Alle wollten um 0:00 Uhr öffnen, nur Deutschland um 23:59 Uhr öffnen, ist ja noch der gleiche Tag...

Aber in einem eventuellen Rechtsstreit in der konkreten Angelegenheit könnte man nicht mal geltend machen, dass der 100-%ige Eigner des bundeseigenen Bahnunternehmens die Reise selbst verunmöglicht hat. Das Bahnunternehmen und sein Eigner könnten da auf Entscheidungen im Ausland verweisen.

Gruß
X73900

Re: Meinungen und Deinungen...

geschrieben von: didikong

Datum: 19.07.20 22:48

Wie wäre denn die Situation ohne Corona gewesen, wenn die gebuchte Verbindung im Laufe der Zeit den Fahrweg ändert und aus einer Verbindung mit einmaligem Umstieg eine Verbindung mit dreimaligem Umstieg wird?

Die Ankunft wäre definitiv 60 Minuten später erfolgt, in Basel SBB bestanden 11 Minuten Umsteigezeit. Laut Fahrplanauskuft verkehrte der gebuchte Zug ausserplanmässig nur bis Basel Bad, Ankunft dort 22 Minuten vor Abfahrt des Anschlusszuges. Auf der Rückfahrt fünf Tage später (noch immer waren die Grenzen geschlossen) wurde eine Verbindung von Lausanne über Zürich mit zweimaligem zusätzlichen Umsteigen statt der durchgehenden Verbindung Lausanne-Basel SBB/Basel SBB-Hamburg vorgeschlagen, die dementsprechend ebenfalls wesentlich länger dauerte als gebucht, da auch diese Verbindung laut Fahrplan gestrichen wurde.

Die Bahn schreibt auf ihrer Internetseite https://inside.bahn.de/was-tun-wenn-es-mal-schief-laeuft/ :

Zitat
Bei einer zu erwartenden Verspätung von mehr als 60 Minuten am Zielbahnhof haben Sie mehrere Möglichkeiten die Reise abzubrechen oder davon zurückzutreten:

* Sie können die Reise nicht antreten und sich den Fahrkartenpreis erstatten lassen.
* Sie können die Reise abbrechen und sich den Anteil des Fahrkartenpreises für die nicht genutzte Strecke erstatten lassen.
* Sie können die Reise abbrechen, wenn sie sinnlos geworden ist, zum Ausgangsbahnhof zurückkehren und sich den Fahrkartenpreis erstatten lassen.
Fakt ist, die Bahn konnte ihre gebuchte Verbindung nicht liefern. Wenn ich mich auf einen bestimmten Zug festlege(n muss), dann kann ich auch erwarten, dass diese Verbindung geliefert wird. Das wäre doch genauso, als wenn ich im Restaurant eine Steak bestelle und im vorwege bezahle, der Ober mir aber nach zwanzig Minuten sagt, Steak sei alle und dafür Tofu anbietet. Alternativ könne ich ja heute aufs Essen verzichten und innerhalb eines halben Jahres wiederkommen und hoffen, dass es dann Steak gibt. Ich denke nicht, dass das rechtlich und auch und gerade mit EU-Recht vereinbar ist.

Lieben Gruß,
Didi

Re: EU Super-Sparpreis und Corona-Kulanz

geschrieben von: pausanias2

Datum: 21.07.20 16:30

Gemäss soeben erhaltener Auskunft des SBB-Kundenzentrums wird die Corona-Kulanzregelung der DB (vor dem 13. März gelöste Tickets bis 31. Oktober ohne Zugbindung gültig) auch von den SBB akzeptiert.

Leider habe ich noch keine Antwort auf die Frage, ob die DB denn eventuell auch SBB-Tickets für Reisen CH-->DE oder DE-->CH bis am 31. Oktober akzeptiert, sofern sie vor dem 13. März gelöst wurden. Ich poste die Antwort hier, sobald ich sie bekomme; vielleicht weiss da jemand auch mehr.


pausanias2 schrieb:
Hat jemand schon Erfahrungen, ob die von der DB gewährte Corona-Kulanz auch vom schweizerischen Zugpersonal (SBB, BLS) akzeptiert wird, sofern ein entsprechendes DB-Sparpreisticket mit Zugbindung vorhanden ist? Anschlussfrage wäre - akzeptiert die DB im Rahmen der Corona-Kulanz auch internationale Tickets der SBB nach Deutschland, sofern diese vor dem 13. März gelöst wurden?

Re: EU Super-Sparpreis und Corona-Kulanz

geschrieben von: warakorn

Datum: 21.07.20 17:18

Zitat
Also für den etwa 5-fachen Preis des EU Super-Sparpreises ein Ticket aufgedrängt bekommen und zähneknirschend bezahlt
Hast Du für den deutschen Streckenanteil etwa auch bezahlt?

Zitat
Also daheim angekommen gleich zum Schalter und die Geschichte erzählt.

Und? Und was soll ein Schalter von DB Vertrieb zu einem von den ÖBB-ausgebenen Ticket sagen?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 21.07.20 17:20.

Re: EU Super-Sparpreis und Corona-Kulanz

geschrieben von: DerSteuermann

Datum: 22.07.20 13:02

Hallo warakorn,
Zitat
ZitatZitat:
Also für den etwa 5-fachen Preis des EU Super-Sparpreises ein Ticket aufgedrängt bekommen und zähneknirschend bezahlt
Hast Du für den deutschen Streckenanteil etwa auch bezahlt?

Ich hab für die ganze Strecke noch mal bezahlt, weil ich ja mit meinem Anliegen zur DB gehen wollte (die mir den SSP verkauft hat), und wenn ich da mit einer innerösterreichischen ÖBB-Fahrkarte gekommen wäre, hätte man bei der DB sich ja für nicht zuständig erklären können...

Zitat
ZitatZitat:
Also daheim angekommen gleich zum Schalter und die Geschichte erzählt.

Und? Und was soll ein Schalter von DB Vertrieb zu einem von den ÖBB-ausgebenen Ticket sagen?

Der Kollege am Schalter hat beide Tickets aufgenommen und an den Kundendialog weitergeleitet. Die befassen sich jetzt damit. Die Antwort steht noch aus.
Gruß, Der Steuermann

P. S. Die eleganteste Notlösung wäre es wohl gewesen, den ÖBB-Schaffner bis zur Grenze hinzuhalten. Der Anschlusszug stand am Gleis gegenüber - dort hätte man sofort feststellen können, dass mein SSP noch gültig ist. Hinterher ist man immer schlauer...
Seiten: 1 2 All Angemeldet: -