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Vorteilskarte

geschrieben von: 38815

Datum: 07.06.20 02:05

Hallo,

Zitat
Bei Preisen ab 9€ noch 25% Rabatt wollen, nungut...
9€-Sparschienen bekommst Du ja auch zwischen Lindau und Wien oder? Ach, da kosten die mehr? Na sowas. ;)

Zitat
Ich hab mal Herrn Matthä gefragt, wieso man eine VorteilsCard im Angebot hat anstatt die Preise für alle zu senken, er meinte, es geht da vor allem um die Kundenbindung.
Vor allem... Worum geht es bei der VC denn noch außer Kundenbindung? Der Satz wirkt ziemlich entlarvend (bzgl. Fastriders Theorie).

Zitat
wie eine Rabattaktion beim Catering (da bekam man einen Rabatt auf eine Kombination aus Kipferl mit Heißgetränk)
Ich weiß. Davon mache ich auch immer Gebrauch, wenn ich mit dem Railjet von München nach Salzburg (=DB) fahre. Hoppla... Rabatte im Bordrestaurant auf DB-Strecken für üblicherweise Österreicher. Nicht gerade die Sache einer österreichischen Bahn-Rabattkarte.

Zitat
Oder die ermäßigten Reservierungsgebühren von 1€ in der Saison.

Womit ich v.a. fleißig ICE-Züge reserviert habe (eigentlich nichts anderes). ;) Auch das ist nicht Sinn einer österreichischen Rabattkarte.
Legen die ÖBB dann eigentlich drauf? Die DB müsste doch irgendeinen Betrag von den ÖBB erhalten, wenn dort eine Reservierung in Frankfurt eingetragen wird. Der DB wird es wohl egal sein, was die ÖBB mit ihren Aktionen treibt.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.06.20 02:06.

Re: Vorteilskarte

geschrieben von: J-C

Datum: 07.06.20 08:13

Mein Punkt ist, die Sparschienen starten beim günstigsten Modell schon bei 9€.
Wien - Lindau kostet mit VC ohne Sparschiene 40,60€. Kann die DB das für solche langen Relationen im Fernverkehr anbieten, ohne ein schwankendes Sparpreissystem zu haben? Ich glaube nicht.

Ja, es stimmt, im Gegensatz zur DB wird bei den ÖBB nach Länge der Relation gestaffelt. Also Wien - Linz ab 9€, Wien - Salzburg ab 19€ und Wien - Bregenz ab 29€. Bei den ÖBB steht die Sparschiene halt im Verhältnis zur Relation. Wien - Bregenz ab 9€ würde auch irgendwie zu viel des guten sein.

Einerseits sind die Preise generell etwas günstiger, andererseits kostet die VC auch weniger. Ich sehe keinen Grund, da noch einen extra-Rabatt aufzulegen. Das ergibt für die DB Sinn, aber welche andere Bahngesellschaft, die Rabattkarten hat, bietet einen Rabatt auf einen rabattierten Preis?

Und natürlich bringt eine VC im Ausland was, wäre ja merkwürdig wenn nicht.
Aber in der Regel wird man sie kaum haben, wenn man nicht wenigstens hin und wieder nach Österreich fährt.

Für mich ist die VC für 19€ freilich ein No-Brainer. Aber es ist tatsächlich so, dass ich durch die VC meinetwegen öfters fahre als ohne, weil man durch diese günstiger als zum Verbundstarif fährt. Weiß nicht, wie das andertweitig möglich sein sollte.

https://abload.de/img/dwaminic8pum.jpg




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.06.20 09:08.

Re: Geschäftsmodell der Vorteilskarte

geschrieben von: junglok13

Datum: 07.06.20 13:05

38815 schrieb:


Was soll das jetzt? Natürlich kann man auch als Deutscher eine VC kaufen. Alles andere wäre glasklare Diskrimminierung von Ausländern.

Der Punkt ist aber der, dass ein Deutscher, am besten noch Gelegenheitsfahrer, die im Allgemeinen nicht kaufen wird, wenn er überhaupt von dem Angebot "VC" Kenntnis erlangt. Durch die Geburtstagsaktion ist es eigentlich schon so, dass bereits der Kauf der VC ein Nullsummenspiel ist. Die VC bekommt man als Normal-Österreicher wirklich hintergeworfen.

Die Theorie vom Fastrider ist da so abwegig nicht. Bei anderen Sachen ist es in Österreich ja genauso.

Grüße eines VC- und BC-Besitzers aus Deutschland
Ja genau was soll das jetzt?
Ich verstehe die Argumentationskette überhaupt nicht?

In diesem Fred geht es doch darum, warum die Östereicher soviel Bahn fahren?
Daher verstehe ich jetzt nicht unbedingt wenn die Bahnpreise auch ohne Vorteilscard schon billiger sind, um etwa 20 %, weshalb dann die Deutschen Touris durch Bahnfahren in Österreich ausgenommen werden, stattdessen spart jeder der in Östereich Bahn fährt, egal woher er kommt, auch ohne Vorteilscard, Bares Geld, gegenüber den Preisen in Frankreich, Deutschland, Holland und der Schweiz als Bsp.
Der ausschlagebende Punkt warum die Östereicher soviel fahren ist eben weil die Preise so transparent und günstig sind.
Vergleiche doch mal die Preise für St. Pölten - Wien mit Augsburg - München, oder Wien - Salzburg mit München - Würzburg.

Wenn wir in Deutschland auch so ein Bahnland werden wollen, dann wurde dies eben bedeuten dass man die Flexpreise auch um 20 % senken sollte, die Bahnkartpreise eben auch um 50 % reduzieren sollten und die Bahnkarte 1. Klasse komplett abschaffen, die neue Bahnkarte 2. Klasse, ist nun klassenlos, wie in jedem anderen Land auch und der ICE kostet im Flexpreis genauso viel wie die Regionalbahn.
Wie gesagt, halt nur wenn wir von den Österreichern lernen wollen, wieso die Menschen dort soviel Bahnfahren.

Re: [AT] Warum ist Österreich so erfolgreich?

geschrieben von: junglok13

Datum: 07.06.20 13:20

Ich verstehe nur Bahnhof schrieb:

Österreich legt im Rekordtempo Strecken still. Zum Beispiel die Ybbsthalbahn, ich glaube die wäre in keinem der anderen Nachbarländern stillgelegt worden.
Also diese Strecken wurden in Deutschland schon länger still gelegt, ich kenne die Strecke jetzt nicht persönlich, habe mir aber gestern mal die Daten dazu angeschaut, Streckenlänge, Einwohnerzahl der Orte welche dort wohnen und die Höchstgeschwindigkeit was indirekt auch die mögliche Fahrzeit niederschlägt. Im Grunde ist die Ybbstahlbahn, fast identisch mit der Ablachtalbahn in Deutschland.
Beide Strecken wären gute Querverbindungen, haben aber auch beide den Nachteil eingleisig, nicht elektrifiziert, geringe Vmax. und es leben dort kaum Menschen an der Strecke. Daher gerade im Hinblick dass man jede Mark oder jeden Schilling nur einmal ausgeben kann. Ist die Frage ob anderenorts, gerade wo es mehr Menschen an der Strecke leben, dazu der Ausbau billiger ist, vorerst das vorhandene Geld besser, ertragreicher ausgegeben ist. Wenn man dann Alle priorisierten Strecken ausgebaut hat und dann immer noch Geld übrig hat, dann kann man auch weitere Strecken ausbauen, aber man muss halt auch einfach gewissen Prioritäten setzen, das Geld wächst schließlich nicht auf bäumen.
Es ist im Grunde wie beim Hausbau, der Platz hinterm Haus wäre ideal für eine Terrasse, aber wenn das Geld knapp ist und das ist bei der Infrastruktur im jeden Land so, sollte ich von dem Geld was ich habe, vielleicht zuerst mal Fenster kaufen, damit es nicht zieht, bevor ich nicht unbedingt notwendiges wie eine Terrasse baue.

Re: Vorteilskarte

geschrieben von: 38815

Datum: 07.06.20 14:30

Zitat
Für mich ist die VC für 19€ freilich ein No-Brainer.
So ist es.

b)
Zitat
Und natürlich bringt eine VC im Ausland was, wäre ja merkwürdig wenn nicht.
Ich finde das ungerecht wegen c)

c)
Zitat
Aber in der Regel wird man sie kaum haben, wenn man nicht wenigstens hin und wieder nach Österreich fährt.
Korrekt, darum siehe Fastriders Kommentar.

Die DB würde Wien-Lindau eben für 13,40€ an BC-Besitzer verkaufen. Das kann sinnvoll sein, wenn man nachfrageschwache Züge auffüllen möchte. Ich verstehe aber generell nicht, warum es für ÖBB-Verbindungen mit reinem Nahverkehr keine Sparschienen gibt. Sämtliche Verkehrsverträge mit den ÖBB sind Netto-Verträge. Einen wirklichen Unterschied gibt es da nicht, im Gegensatz zum deutschen System.

Gruß

Re: Geschäftsmodell der Vorteilskarte

geschrieben von: 38815

Datum: 07.06.20 14:43

Hallo,

Zitat
Ja genau was soll das jetzt?
Ich verstehe die Argumentationskette überhaupt nicht?
Es ging darum, was man mit einem Angebot bezwecken will, das 50% Rabatt auf alle Fahrkarten gibt (d.h. eine vollwertige BC50F für teilweise nur 19€), das jedem Österreicher hintergeworfen wird (lohnt sich ab 38€ Umsatz pro Jahr) und warum man nicht gleich die VC abschafft und überall 50% gewährt. Da kann man feststellen, dass fast jeder Österreicher eine VC hat und fast kein Ausländer und dass das fast das einzige ist, was die VC bewirkt, nämlich dass Nicht-Österreicher teurer fahren als der durchschnittliche Österreicher.
Mit Bahnland hat das nix zu tun.

Gruß

Re: [AT] Warum ist Österreich so erfolgreich?

geschrieben von: J-C

Datum: 07.06.20 14:50

Beim Schweinbarther Kreuz letztes Jahr war es offenbar der Unwille Niederösterreichs, sich an der Sanierung der Strecke zu beteiligen.

Klar, es wurden viele Strecken stillgelegt, dafür wird auf den Bestandsstrecken das Angebot laufend ausgeweitet. Erst kürzlich wurde in Kärnten die Strecke nach Hermagor im Takt aufgewertet und elektrifiziert. Durch die Koralmbahn erhält der Regionalverkehr in der Region eine massive Aufwertung. Bestehende Linien werden durch Führung auf der Neubaustrecke erheblich attraktiviert.

Man sieht, solche Hochleistungsstrecken brachten und bringen eben auch für Nebenbahnen einen Benefit. Es wird ja gerne kritisiert, dass man nur teure Hochleistungsstrecken baut und die Regionalbahnen vernachlässigt. Andersherum wird ein Schuh heraus. Ein tolles Nebenbahnnetz bringt kaum etwas, wenn du nicht auf den Hauptstrecken schnell weiterkommst. Ich bin auch in Tschechien unterwegs. Einer wollte es ja in diesem Thread nicht wahr haben, aber aber ein Land wird nicht zu einem führenden Bahnland, in dem man ganz viele Gleise im Angebot hat, sondern indem man ein attraktives, komfortables und auch in der Geschwindigkeit adäquates Beförderungsmittel auf die Gleise stellt. Der Modal Split ist in Tschechien eben niedriger bei der Bahn, d das Auto eben laufend an Beliebtheit gewinnt. Die tollen romantischen Nebenbahnen mit den tollen romantischen Klapperkisten bringen nicht viel, wenn sie kaum wer nutzt.

Davon abgesehen, dass auch in Nebenbahnen investiert wurde und wird.

Auf der Koralmbahn sieht man wunderbar, wie das funktionieren kann. Da wird eine komplett neue Hauptstrecke durch ein von der Bahn kaum bis gar nicht erschlossenem Gebiet verlegt und dabei auch die adjazenten Nebenbahnstrecken gleich mit einbezogen. So werden teils sehr große Fahrtzeitverkürzungen auch bei regionalen Relationen erreicht. Mittels zweier Umsteigeknoten können die Fahrtzeitverkürzungen optimal in die Region gebracht werden und bei alledem hat man auch noch eine optimale Zeit für den integralen Taktfahrplan erreicht.

Und das ist der nächste Trumpf, in Österreich waren und sind Hochgeschwindigkeitsverkehr und Integraler Taktfahrplan kein Widerspruch, sondern die perfekte Kombination. Gerade deswegen ist die Weststrecke so gut frequentiert, weil eben nicht nur schnell gefahren wird, sondern man am Ende auch rasche Umstiege zu seinem Anschluss kriegt.

Es wurde einfach einiges in Österreich richtig gemacht und das passierte vor allem im letzten Jahrzehnt.

Und es sieht nicht danach aus, als wäre diese Erfolgsgeschichte mit einem Ende versehen.

https://abload.de/img/dwaminic8pum.jpg

Re: Vorteilskarte

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 07.06.20 14:52

38815 schrieb:
Sämtliche Verkehrsverträge mit den ÖBB sind Netto-Verträge. Einen wirklichen Unterschied gibt es da nicht, im Gegensatz zum deutschen System.
Falsch.

Re: Geschäftsmodell der Vorteilskarte

geschrieben von: Provodnik

Datum: 07.06.20 18:10

38815 schrieb:
Es ging darum, was man mit einem Angebot bezwecken will, das 50% Rabatt auf alle Fahrkarten gibt (d.h. eine vollwertige BC50F für teilweise nur 19€), das jedem Österreicher hintergeworfen wird (lohnt sich ab 38€ Umsatz pro Jahr) und warum man nicht gleich die VC abschafft und überall 50% gewährt.
Weil mit dem Vollpreis durchaus relevante Anteile des Erlöses erzielt werden, das ist EUR-mässig ganz und gar kein Minderheitenprogramm. Es gibt mehr Leute, als man annehmen möchte, die den Vollpreis zahlen...

Zitat:
Da kann man feststellen, dass fast jeder Österreicher eine VC hat und fast kein Ausländer und dass das fast das einzige ist, was die VC bewirkt, nämlich dass Nicht-Österreicher teurer fahren als der durchschnittliche Österreicher.

Jo mei, das ist halt Schicksal. Ist in anderen Ländern auch nicht anders, de facto überall gibt es Stammkundenkarten, die Oftfahrern einen grosszügige Ermässigung bieten.


Provodnik



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.06.20 18:11.

Re: Geschäftsmodell der Vorteilskarte

geschrieben von: 38815

Datum: 07.06.20 19:02

Zitat
Jo mei, das ist halt Schicksal. Ist in anderen Ländern auch nicht anders, de facto überall gibt es Stammkundenkarten, die Oftfahrern einen grosszügige Ermässigung bieten.

In Deutschland haben aber auch viel weniger Fahrgäste eine Bahncard. Du wirst es kaum glauben, aber ich habe eine BC50, weil ich viel mit der Bahn fahre. Wer viel mit der Bahn fährt erhält damit einen Rabatt. Ich erwarte, dass man diesen Rabatt nicht jedem gewährt.

Ob man die Preisgestaltung beim Flexpreis jetzt angemessen findet, ist eine andere Sache.

Gruß

"Vieles richtig gemacht"

geschrieben von: 38815

Datum: 07.06.20 19:59

Zitat
Erst kürzlich wurde in Kärnten die Strecke nach Hermagor im Takt aufgewertet und elektrifiziert.
Das bringt einem in Kötschach nichts. Mit den Millionen, die man in die Elektrifizierung der restlichen Strecke investiert hat, hätte man auch einen Takt nach Kötschach über Jahrzente finanzieren können. Davon hätten mehr Leute etwas, denn die Züge enden mit dem derzeitigen Programm eh alle Villach, d.h. die Elektrifizerung kann bislang nicht mit besonders viel Nutzen glänzen, der sich z.B. in möglichen Direktverbindungen nach Klagenfurt zeigen könnte. Da das Gailtal durch den See und durchs Nassfeld touristisch alles andere als unbedeutend ist, kann man das noch weniger nachvollziehen. Andernorts finanziert man sich einen Großteil des Angebots über die Kurtaxe/Bettenabgabe und ermöglicht den Gästen einen Zugang mit der Gästekarte. Gleichzeitig entlastet man die Täler vom Autoverkehr. Niemand jammert so viel über PKW-Lawinen wie Österreich.

Zitat
Man sieht, solche Hochleistungsstrecken brachten und bringen eben auch für Nebenbahnen einen Benefit.
Sofern man die Nebenbahn nicht stilllegt stimmt das. Wenn Du von Kötschach oder Tröpolach jedoch nicht nach Villach kommst, dann wird man ebensowenig von Villach nach Wien den schnellen Railjet nehmen. Im Ybbstal verhält es sich nicht anders. Das gehört alles zusammen. Die Strecken bestehen ja schon, man muss nur Züge darauf bestellen. Wenn Du so eine Bahnstrecke einmal stillgelegt hast, dann gibt es meistens kein Zurück mehr.

Zitat
Davon abgesehen, dass auch in Nebenbahnen investiert wurde und wird.
Das Thema war, dass man in den vergangenen Jahrzenten eine Bahnstrecke nach der anderen stillgelegt hat. Diese Entgegnung ist absolut lächerlich.
Betrieb und Erhalt der Nebenbahnen ist vor allem Angelegenheit der Länder. Die großen Maßnahmen (Semmering, Koralm usw.) werden aber überwiegend vom Bund getragen. Es rechtfertigt also überhaupt nicht die Stilllegungswellen, die in Kärnten, NÖ usw. abgehen. Tirol ist davon ausgenommen, da gibt es auch nebst der Zillertal- und der insolventen Achenseebahn gar keine Nebenbahnen, die man stilllegen könnte.

Es gibt übrigens auch genug bedeutende Hauptstrecken in Österreich, die in einem furchtbar erbärmlichen Zustand sind. Arlberg (Zürich-Innsbruck) und Ennstal (Salzburg-Graz) sind schon genannt worden und das sind bedeutende Magistralen. Neigetechnik, zweigleisiger Ausbau, Taktverdichtungen... Pustekuchen. Was müssen die Leute da auch fahren. Sollen sie doch einfach auf der Westbahn fahren.

Zitat
Es wurde einfach einiges in Österreich richtig gemacht und das passierte vor allem im letzten Jahrzehnt.

Und es sieht nicht danach aus, als wäre diese Erfolgsgeschichte mit einem Ende versehen.
Man kann noch so viel auf Investitionen rumreiten. Die Stilllegungen sind die andere Seite der Medallie und dabei ist man EU-Weltmeister. Österreich lässt sich damit einfach nicht als Bahnland bezeichnen.

Dass man auch ein flächendeckendes Bahnnetz betreiben und gleichermaßen in Hochgeschwindigkeitsverkehr investieren kann, zeigt die Schweiz. Ob man das in Tschechien auch so hinbekommen wird, wenn man die angedachten Hochgeschwindigkeitsstrecken Prag-Brünn, und Prag-Pilsen auch hinbekommt, ohne alle anderen Bahnstrecken stillzulegen, wird sich zeigen. Viel schlechter als in Österreich kann man es eh nicht machen.

Gruß

Re: "Vieles richtig gemacht"

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 07.06.20 21:53

38815 schrieb:
Das bringt einem in Kötschach nichts. Mit den Millionen, die man in die Elektrifizierung der restlichen Strecke investiert hat, hätte man auch einen Takt nach Kötschach über Jahrzente finanzieren können. Davon hätten mehr Leute etwas, denn die Züge enden mit dem derzeitigen Programm eh alle Villach, d.h. die Elektrifizerung kann bislang nicht mit besonders viel Nutzen glänzen, der sich z.B. in möglichen Direktverbindungen nach Klagenfurt zeigen könnte. Da das Gailtal durch den See und durchs Nassfeld touristisch alles andere als unbedeutend ist, kann man das noch weniger nachvollziehen. Andernorts finanziert man sich einen Großteil des Angebots über die Kurtaxe/Bettenabgabe und ermöglicht den Gästen einen Zugang mit der Gästekarte. Gleichzeitig entlastet man die Täler vom Autoverkehr. Niemand jammert so viel über PKW-Lawinen wie Österreich.

Das Nassfeld lies sich vor der Stilllegung nicht mit der Bahn erreichen und jetzt auch nicht. Ob man jetzt in Hermagor auf den Bus umsteigt oder ein paar Halte später macht nicht den großen Unterschied.

Meinst du mit dem See den Presseger See? Man kann sich ja grundsätzlich über dessen Bedeutung unterhalten, aber er ist auf jeden Fall noch genau so gut zu erreichen wie bisher, der Bahnhof wird ja noch angefahren.

38815 schrieb:
Das Thema war, dass man in den vergangenen Jahrzenten eine Bahnstrecke nach der anderen stillgelegt hat. Diese Entgegnung ist absolut lächerlich.
Betrieb und Erhalt der Nebenbahnen ist vor allem Angelegenheit der Länder. Die großen Maßnahmen (Semmering, Koralm usw.) werden aber überwiegend vom Bund getragen. Es rechtfertigt also überhaupt nicht die Stilllegungswellen, die in Kärnten, NÖ usw. abgehen. Tirol ist davon ausgenommen, da gibt es auch nebst der Zillertal- und der insolventen Achenseebahn gar keine Nebenbahnen, die man stilllegen könnte.

Das Außerfern gehört auch zu Tirol, ich weiß nicht ob das allgemein bekannt ist.

38815 schrieb:
Es gibt übrigens auch genug bedeutende Hauptstrecken in Österreich, die in einem furchtbar erbärmlichen Zustand sind. Arlberg (Zürich-Innsbruck) und Ennstal (Salzburg-Graz) sind schon genannt worden und das sind bedeutende Magistralen. Neigetechnik, zweigleisiger Ausbau, Taktverdichtungen... Pustekuchen. Was müssen die Leute da auch fahren. Sollen sie doch einfach auf der Westbahn fahren.

Am Arlberg müsste man wirklich mal weiter bauen, aber es ist ja nicht so, dass man da nichts gemacht hat. Ob man das Enstal als jetzt als Bedeutende Hauptstrecke klassifiziert würde ich doch mal in Frage stellen.

38815 schrieb:
Man kann noch so viel auf Investitionen rumreiten. Die Stilllegungen sind die andere Seite der Medallie und dabei ist man EU-Weltmeister. Österreich lässt sich damit einfach nicht als Bahnland bezeichnen.

Auch die Schweiz legt Strecken still, darf man die auch nicht mehr als Bahnland bezeichnen? Für den EU Weltmeister hast du sicher konkretere Daten.

38815 schrieb:
Dass man auch ein flächendeckendes Bahnnetz betreiben und gleichermaßen in Hochgeschwindigkeitsverkehr investieren kann, zeigt die Schweiz. Ob man das in Tschechien auch so hinbekommen wird, wenn man die angedachten Hochgeschwindigkeitsstrecken Prag-Brünn, und Prag-Pilsen auch hinbekommt, ohne alle anderen Bahnstrecken stillzulegen, wird sich zeigen. Viel schlechter als in Österreich kann man es eh nicht machen.

Hochgeschwindigkeitsverkehr in der Schweiz? Davon wüsste ich aber. Geschwindigkeiten jenseits der 200 km/h kann man dort lediglich in den drei Basistunneln fahren und dort wird die tatsächliche Höchstgeschwindigkeit limitiert um die Kapazität nicht zu sehr zu beeinträchtigen. Aber das ist auch kein Problem, die meisten schweizer Züge schaffen eh bestenfalls 200 km/h. Nur der Giruno und der ETR 650 schaffen 250 km/h, fahren tun sie das aber bestenfalls im Ausland.

Re: Geschäftsmodell der Vorteilskarte

geschrieben von: Fastrider

Datum: 07.06.20 22:12

38815 schrieb:
Was soll das jetzt? Natürlich kann man auch als Deutscher eine VC kaufen. Alles andere wäre glasklare Diskrimminierung von Ausländern.

Der Punkt ist aber der, dass ein Deutscher, am besten noch Gelegenheitsfahrer, die im Allgemeinen nicht kaufen wird, wenn er überhaupt von dem Angebot "VC" Kenntnis erlangt. Durch die Geburtstagsaktion ist es eigentlich schon so, dass bereits der Kauf der VC ein Nullsummenspiel ist. Die VC bekommt man als Normal-Österreicher wirklich hintergeworfen.

Ja genau so ist es. Wer regelmässig nach Österreich fährt, weil er da beruflich hin muss, Verwandte hat oder sonst irgendwie Beziehungen hat, wird sich eine VC zulegen. Wer dagegen einmalig eine Städtereise nach Wien macht oder Österreich im Transit nach Kroatien oder Italien durchfährt, wird eher nicht an eine VC denken.


Gruss, Fastrider

Treno Verde statt QdLT und Ländertickets

Re: "Vieles richtig gemacht"

geschrieben von: J-C

Datum: 07.06.20 22:24

Zitat:
Das bringt einem in Kötschach nichts. Mit den Millionen, die man in die Elektrifizierung der restlichen Strecke investiert hat, hätte man auch einen Takt nach Kötschach über Jahrzente finanzieren können. Davon hätten mehr Leute etwas, denn die Züge enden mit dem derzeitigen Programm eh alle Villach, d.h. die Elektrifizerung kann bislang nicht mit besonders viel Nutzen glänzen, der sich z.B. in möglichen Direktverbindungen nach Klagenfurt zeigen könnte.

Grade auf Scotty geschaut, zumindest zu Hauptlastzeiten werden die S4-Züge bis Klagenfurt und weiter nach St. Veit an der Glan durchgebunden. Derzeit gibt es dort anscheinend Baustellen und daher einen SEV, aber paar Wochen im voraus sieht es schonmal besser aus. Abseits dessen dürfte die Nutzung bis Kötschach generell eher nicht einen Weiterbetrieb gerechtfertigt haben. Zu sagen, man lässt um das Geld die Bahn weiter bis Kötschach-Mauten fahren, ergibt nur eingeschränkt Sinn, denn irgendwann wäre dieses hypothetische Geld auch wieder weg. Und so teuer wäre eine Strippe nicht, dass man um dessen Geld so viele Kilometer weiter betreiben könnte. Stattdessen ergibt sich die Gelegenheit, die Strecke nach Hermagor in die S-Bahn einzubinden und das wird ja auch genutzt im Zuge der Durchbindungen.

Zitat:
Sofern man die Nebenbahn nicht stilllegt stimmt das. Wenn Du von Kötschach oder Tröpolach jedoch nicht nach Villach kommst, dann wird man ebensowenig von Villach nach Wien den schnellen Railjet nehmen.

Stimmt, wer nicht nach Villach kommt, kommt wahrscheinlich nicht nach Wien... wobei ich mich frage, wie oft jemand aus Tröpolach, von dessen Existenz ich nun erfahre, nach Wien fährt.

Wenn er nach Villach käme, würde er wahrscheinlich das Auto am Bahnhof abstellen und nach Wien nehmen, es sei denn, er ist gail - Schreibweise beabsichtigt - auf solche Langstreckenfahrten im Auto, das weder ein Bordrestaurant, noch die Möglichkeit, sich auszuruhen oder produktiv zu werden, bietet.

Zitat:
Im Ybbstal verhält es sich nicht anders. Das gehört alles zusammen. Die Strecken bestehen ja schon, man muss nur Züge darauf bestellen. Wenn Du so eine Bahnstrecke einmal stillgelegt hast, dann gibt es meistens kein Zurück mehr.

Hat sich nicht gerechnet, man kann halt nicht sinnvoll eine Bahn ins letzte Loch fahren lassen. Dafür gibt es ja Busse. Sinnvoll angewendet kann man durchaus auch die Leute damit abholen. Das sieht man ja in der Schweiz.

Zitat:
Das Thema war, dass man in den vergangenen Jahrzenten eine Bahnstrecke nach der anderen stillgelegt hat. Diese Entgegnung ist absolut lächerlich
Absolute lächerlich ist es, immer nur auf die stillgelegten Strecken zu schauen. Man setzte und setzt Prioritäten, die stillgelegten Strecken haben kaum genug Nachfrage lukriert, ein Aufrechterhalten des Angebots war schlicht inadäquat.

Da schaut man sich sicher alle Optionen an, in Salzburg etwa wurde auch eine ÖBB-Strecke durch die Pinzgauer Lokalbahn übernommen. Wenn also mit einem anderen Betreiber das besser ginge, würde man das sicher machen.

Bloß scheint das nicht mit einem anderen Betreiber besser zu gehen.

Zitat:
Betrieb und Erhalt der Nebenbahnen ist vor allem Angelegenheit der Länder. Die großen Maßnahmen (Semmering, Koralm usw.) werden aber überwiegend vom Bund getragen. Es rechtfertigt also überhaupt nicht die Stilllegungswellen, die in Kärnten, NÖ usw. abgehen.

Natürlich rechtfertigt das eine nicht das andere, aber solche Großprojekte sichern insgesamt die Attraktivität eben auch der Nebenbahnen.

Eine Nebenbahn hält sich besser, wenn im Anschluss eine gut ausgebaute Hauptbahn kommt, durch die etwaige Fahrtzeitnachteile ausgeglichen werden.

Zitat:
Tirol ist davon ausgenommen, da gibt es auch nebst der Zillertal- und der insolventen Achenseebahn gar keine Nebenbahnen, die man stilllegen könnte.
Weil Tirol so viele Berge hat und sich dadurch abseits des Tals kaum etwas Interessantes zu erschließen findet.

Zitat:
Es gibt übrigens auch genug bedeutende Hauptstrecken in Österreich, die in einem furchtbar erbärmlichen Zustand sind. Arlberg (Zürich-Innsbruck) und Ennstal (Salzburg-Graz) sind schon genannt worden und das sind bedeutende Magistralen. Neigetechnik, zweigleisiger Ausbau, Taktverdichtungen... Pustekuchen. Was müssen die Leute da auch fahren. Sollen sie doch einfach auf der Westbahn fahren.
Am Arlberg befindet sich kein bedeutender Korridor, der in dem Fall kostspielige Ausbauten rechtfertigen würde. Überhaupt, was ist erbärmlich daran? Die Infrastruktur wird laufend in einem guten Zustand gehalten und die Bahnhöfe sind auch recht gut ausgebaut. Man kommt, wo es geht, auch halbwegs flott voran. Bloß, wer hätt's gedacht, das ist ein Berg. Sofern du nicht einen sündhaft teuren Basistunnel baust, für den der Nutzen bisher in keinem Verhältnis zu den Kosten zu stehen scheint, wird da nichts sich dran ändern. Zumal man für eine Bergestrecke eigentlich in einem annehmbaren Tempo vorankommt. Für die Relationen, die da interessant sind, reicht's.

Wenn du ernsthaft meinetwegen von Wien nach Zürich so schnell wie möglich per willst, würde der Weg künftig ohnehin über's Allgäu führen.

Das Ennstal hatte und hat im Fernverkehr in erster Linie regionale Bedeutung. Mal davon abgesehen, dass ich mich frage, was du da eigentlich ausbauen willst. Auch dort führt kein bedeutender Korridor entlang und durch die Koralmbahn wird die Strecke entgültig ihrer überregionalen Bedeutung geraubt, das Konzept sieht 2 InterRegio-Linien im Zweistundentakt, die sich zwischen Graz und Selzthal zu einem angenäherten Stundentakt überlappen. Das wird keine Strecke sein, für die sich größere Ausbauten (was auch immer du da willst) lohnen. Ich war auch dort unterwegs und fand den Zustand der Strecke ganz annehmbar, die Bahnhöfe in einem sehr guten Zustand...

Neigetechnik kostet Geld und erhöht den Verschleiß. Das ist nicht gail. Und wenn das nicht in den ITF passt, dann ist's irrelevant. Zumal es ja künftig noch mehr Halte im InterRegio-Konzept geben. Da ist der marginale Nutzen der Neigetechnik noch ein Stück ineffektiver. Da kitzelst du vielleicht paar Minütchen raus, mehr nicht. Und die kannst du nicht einmal gescheit investieren.

Die Strecken sind für ihren Bedarf von der Kapazität her ausreichend ausgebaut, du kannst mir nicht erzählen, dass im Ennstal oder am Arlberg jetzt soooo viel Potenzial brach liegt. Schau dir mal an, wie groß die Orte sind und wie die Bevölkerungsdichte dort ist. Da ist kaum was los, ohne den Tourismus würde es kaum Anreize geben, einen Fernverkehr dort zu führen. Im Waldviertel hat's ja auch keinen Fernverkehr.

Wir reden über Relationen, wo in Deutschland jemand eher darüber staunen würde, dass es da überhaupt Fernverkehr in dieser Frequenz gibt.

Und jetzt mal zum Thema Taktverdichtungen. Der VDV des Fernverkehrs sieht einen Zweistundentakt Graz - Selzthal - Linz vor, der eben mit einem weiteren Zweistundentakt Graz - Bischofshofen - Wörgl sich überlappen wird.
Das ist schonmal etwas. Und dann will man seitens des Landes Salzburg zwischen Schladming, Radstadt und Bischofshofen wieder einen Regionalverkehrstakt einführen. Also da tut sich eben schon etwas.

Du hast ja auch aus guten Gründen die Pyhrnbahn nicht genannt, schließlich wird ja auch u.A. der Bosrucktunnel ausgebaut, was die Strecke Graz - Linz wesentlich beschleunigen wird.

Zitat:
Die Stilllegungen sind die andere Seite der Medallie und dabei ist man EU-Weltmeister. Österreich lässt sich damit einfach nicht als Bahnland bezeichnen.
"EU-Weltmeister" ist ein Oxymoron, das passt nicht. Und trotz der Stilllegungen steht Österreich EU-weit wieder und wieder sehr gut da. Interessant, nicht?

Zitat:
Dass man auch ein flächendeckendes Bahnnetz betreiben und gleichermaßen in Hochgeschwindigkeitsverkehr investieren kann, zeigt die Schweiz
Es gibt eine Hochgeschwindigkeitsstrecke - also mehr als 200 km/h - und dort wird die Geschwindigkeit nicht einmal planmäßig ausgefahren.

Zitat:
Ob man das in Tschechien auch so hinbekommen wird, wenn man die angedachten Hochgeschwindigkeitsstrecken Prag-Brünn, und Prag-Pilsen auch hinbekommt, ohne alle anderen Bahnstrecken stillzulegen, wird sich zeigen. Viel schlechter als in Österreich kann man es eh nicht machen.
Das wird halt eine Weile dauern, bis dahin hat Österreich die großen Projekte verwirklicht und kann seine Kapazitäten der Feinerschließung widmen.
Und dann sieht's wieder anders aus.
Ich finde es ja nicht falsch, erst einmal sich darum zu kümmern, ein exzellentes Grundgerüst zu haben, aufgrund dessen man dann weiter in die Feinerschließung investieren kann und das eben auf einer bestmöglichen Basis.
Im besten Fall entstehen dabei auch Synergieeffekte.
Die jetzige Strategie bringt sehr vielen etwas und bei einer Bahn, welche vor allem als Massentransportmittel eine gute Figur macht, ist das ja auch durchaus sinnvoll. Die Bauwirtschaft hat keine unbegrenzten Ressourcen.

https://abload.de/img/dwaminic8pum.jpg




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.06.20 22:28.

Re: [AT] Warum ist Österreich so erfolgreich?

geschrieben von: Fastrider

Datum: 07.06.20 22:32

junglok13 schrieb:
Ich verstehe nur Bahnhof schrieb:
Österreich legt im Rekordtempo Strecken still. Zum Beispiel die Ybbsthalbahn, ich glaube die wäre in keinem der anderen Nachbarländern stillgelegt worden.
Also diese Strecken wurden in Deutschland schon länger still gelegt,
Also bei der Deutschen Bundesbahn wurden zwischen 1950 und 1900 im Westen 10% des Netzes stillgelegt und weitere 10% im PV. Bei der DR verringerte sich die Streckenlänge um ca. 15%. Bei den ÖBB um 5%. Nach 1990 wurden in .de weitere 20% stillgelegt. Für Österreich habe ich keine Zahlen der letzten 30 Jahre gefunden.

Gruss, Fastrider

Treno Verde statt QdLT und Ländertickets

Re: "Vieles richtig gemacht"

geschrieben von: Meyer-schlom

Datum: 07.06.20 22:57

Sage ich auch. Sicher, man hat die Bahnstrecke nach Kötschach abgestoßen. Da hat man dann ein stündliches Bussystem etabliert, dass gleich viel kostet, wie der Zwei Stunden Takt Bahn. Aber in Kärnten ist man wirklich kein Vorzeigebundesland in der Bahn (und generell in Österreich abseits Corona) Da fährt halt jeder lieber mit dem Auto. Und wenn man ihm sein Hochheiligtum mal wegnimmt, macht man mal zuerst große Augen und fragt bei seinen Bekannten ab, ob dort wer ein Auto leihen kann. Wenn da dann keiner ist, überlegt man sich, wie man (möglichst mit vertretbaren Zeiten) zur Arbeit kommt. Selbst mir bleibt da nicht viel anderes übrig. Ein Auto ist in Kärnten mal definitv lebensnotwendig. Und ich kenne keinen, der auf die Idee kommt, mit dem Auto bis zur Bushaltestelle zu fahren und dort mit einem überteurten (17km =
6€) Bus mal 30 Minuten bis Klagenfurt zu fahren.

Aber in Österreich komme ich grundsätzlich ordentlich weiter. Wenn man mal wirklich länger als 20 Minuten warten muss, ist man schon geschockt über die lange Wartezeit. In Deutschland schauts danach aus, dass man an einigen Nebenbahnen einfach mal den Umlauf möglichst optimal ausgelastet hat. Takt ist dort in einigen Teilen schon noch ein Fremdwort. Preismäßig liegt Österreich sowieso vor Deutschland, München - Salzburg (147 km, nationale DB-Verbindung) kostet mich mit dem FV 38,6 Euro, NV 33,90 Euro. Salzburg HBF - Villach HBF (192 km) zahle ich 37,70 Euro. Und wer diese Strecke mal einmal H+R im Jahr fährt, fährt mit VC um ~19 Euro.

Es bringt aber auch nichts, eine supertolle Rennbahn zu haben, wo man dann 20 Minuten, die man teuer ausgebaut hat, am Bahnhof zu verbringen. Gut, die Strecke Hartberg - Villach (Ankunft 16:57, Abfahrt 16:57) nenne ich mal einfach als Relation, die eher selten über Wr. Neustadt gefahren wird.

Re: "Vieles richtig gemacht"

geschrieben von: 38815

Datum: 08.06.20 00:46

Hallo J-C,
ich sag ja nicht, dass alles schlecht ist in Österreich.

Zitat
Stimmt, wer nicht nach Villach kommt, kommt wahrscheinlich nicht nach Wien... wobei ich mich frage, wie oft jemand aus Tröpolach, von dessen Existenz ich nun erfahre, nach Wien fährt.
Ich hab's schon mal erklärt, dass es sich hierbei um ein touristisch wertvolles Tal handelt. Und die Strecke, deren Gleise ja immer noch liegen, führt durch ein ebenes Tal. Es ist nicht so wie MrEnglish gerne schreibt, dass es sich hier um eine teure Gebirgsstrecke handelt.

Schau mal was es rund um Chur für dufte Strecken gibt.

Zitat
Da schaut man sich sicher alle Optionen an, in Salzburg etwa wurde auch eine ÖBB-Strecke durch die Pinzgauer Lokalbahn übernommen. Wenn also mit einem anderen Betreiber das besser ginge, würde man das sicher machen.

Bloß scheint das nicht mit einem anderen Betreiber besser zu gehen.
Was hat das damit zu tun? Das Land hat kein Interesse mehr an einem Weiterbetrieb der Strecke, darum wird eine Strecke stillgelegt, nicht weil der Betrieber das "will".

Zitat
aber solche Großprojekte sichern insgesamt die Attraktivität eben auch der Nebenbahnen.
Absolut!

Zitat
Eine Nebenbahn hält sich besser, wenn im Anschluss eine gut ausgebaute Hauptbahn kommt, durch die etwaige Fahrtzeitnachteile ausgeglichen werden.
Umso verrückter, dass grob mit dem Baubeginn von SBT und KAB die Gailtalbahn stillgelegt worden ist und mit der "schnellen" Westbahn die Ybbstalbahn und vieles mehr.

Zitat
Weil Tirol so viele Berge hat und sich dadurch abseits des Tals kaum etwas Interessantes zu erschließen findet.
In Tirol... Wie viele Menschen fahren jährlich ins Stubaital (teilweise erschlossen) Ötztal, Paznauntal und über den Fernpass (Gurgltal)?

Zitat
Bloß, wer hätt's gedacht, das ist ein Berg.
Der Arlberg ist kein Berg, auch wenn er Berg heißt. Das ist ein Pass, bzw. Handelsweg und der wird sogar in einem Tunnel unterquert (Arlbergeisenbahn- und Straßentunnel).

Zitat
Sofern du nicht einen sündhaft teuren Basistunnel baust, für den der Nutzen bisher in keinem Verhältnis zu den Kosten zu stehen scheint, wird da nichts sich dran ändern.

Das ist unzutreffend. Der Tunnel ist eh kerzegerade und ab St. Anton ostwärts ist das Tal schön breit und flach. Hier kommt man schon gut voran. Kritisch sind die Bereiche, in denen sich die jeweiligen Täler stark verengen, d.h. auf Tiroler Seite der Aufstieg westlich von Landeck (ca. 10km), der sehr langsam ist und der Bereich zwischen Ötztal und Pitztal. Sowas kann man punktuell mit Tunnels angehen. Ein Basistunnel wäre Wahnsinn und überhaupt nicht erforderlich (keine GV-Achse). Man muss nicht jeden Kilometer Gleis mehrere hundert Meter tief verbuddeln, damit es schneller voran geht.

Zitat
Wenn du ernsthaft meinetwegen von Wien nach Zürich so schnell wie möglich per willst, würde der Weg künftig ohnehin über's Allgäu führen.
Mit Blick auf den Deutschlandtakt ist das zu verneinen. Von ÖBB-Seite wird man sicherlich kein Interesse daran haben, dass die Relation Salzburg-Zürich über München geht. Von daher wird es auch bestimmt keine Railjets durchs Allgäu betrieben von DB Fernverkehr geben.

Zitat
Das Ennstal hatte und hat im Fernverkehr in erster Linie regionale Bedeutung.
München-Graz hat nicht nur regionale Bedeutung, sondern ist eine sehr wichtige internationale Metropolverbindung.

Zitat
Auch dort führt kein bedeutender Korridor entlang und durch die Koralmbahn wird die Strecke entgültig ihrer überregionalen Bedeutung geraubt,
Wird die Relation Salzburg-Graz dadurch auch beschleunigt? Nein, wird sie nicht.

Zitat
Ich war auch dort unterwegs und fand den Zustand der Strecke ganz annehmbar
Ja, ungesicherte Bahnübergänge sind ziemlich cool auf ner Hauptbahn und 60km/h sind einfach nur etwas gemütlicher.

Zitat
die Bahnhöfe in einem sehr guten Zustand...
Bahnsteige braucht man im Bahnhof Radstadt auch keine.

Zitat
Neigetechnik kostet Geld und erhöht den Verschleiß.
Ist aber schnell und mit nur sehr wenig Anforderung an die Infrastruktur. Für kurvige Gebirgstrecken, die sich ansonsten nur mit Tunnels beschleunigen ließen und wie man sie in Österreich vorfindet, genau das Richtige.

Zitat
Da ist kaum was los
-.-

Zitat
ohne den Tourismus würde es kaum Anreize geben, einen Fernverkehr dort zu führen.
Völlig ohne Tourismus hatte man damals diese Strecke gebaut, um u.a. Salzburg und Innsbruck mit Graz zu verbinden.


Zitat
Wir reden über Relationen, wo in Deutschland jemand eher darüber staunen würde, dass es da überhaupt Fernverkehr in dieser Frequenz gibt.
Das wäre dann halt ein Regionalverkehr, denn auch bei der Linie da unten geht es nicht ohne Zuschüsse, die es in Deutschland aber nicht vom Bund gibt.

Zitat
Und jetzt mal zum Thema Taktverdichtungen. Der VDV des Fernverkehrs sieht einen Zweistundentakt Graz - Selzthal - Linz vor, der eben mit einem weiteren Zweistundentakt Graz - Bischofshofen - Wörgl sich überlappen wird.
Das ist schonmal etwas.
Das ist etwas und zwar keine Taktverdichtung. Der Salzburg-Graz-IR entfällt. Der Ennstal-Verkehr wird auf Innsbruck umgeklappt.

Der kommende Regionalverkehr ist wirklich eine positive Botschaft, aber auch überfällig. Das betrifft den Bereich westlich von Schladming.

Zitat
"EU-Weltmeister" ist ein Oxymoron, das passt nicht.
Ich konnte mich nicht entscheiden. :)

Zitat
Und trotz der Stilllegungen steht Österreich EU-weit wieder und wieder sehr gut da. Interessant, nicht?
Und trotz der überzogenen Hetze steht Deutschland EU-weit sehr gut da (siehe MrEnglish Statistik). Interessant!

200km/h ist Hochgeschwindigkeitsverkehr und die technisch möglichen 250km/h werden auf der West- und Unterinntalstrecke übrigens auch nicht ausgefahren.

Gruß



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.06.20 11:16.

Re: "Vieles richtig gemacht"

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 08.06.20 06:59

38815 schrieb:
Ich hab's schon mal erklärt, dass es sich hierbei um ein touristisch wertvolles Tal handelt. Und die Strecke, deren Gleise ja immer noch liegen, führt durch ein ebenes Tal. Es ist nicht so wie MrEnglish gerne schreibt, dass es sich hier um eine teure Gebirgsstrecke handelt.

Hör auf mir Dinge in den Mund zu legen die ich nie gesagt, bzw. geschrieben habe. Bei der teuren Gebirgsstreckd ging es um den Fernpass, den du ja mit einer ganz einfachen flachen Strecke überqueren willst. Vielleicht bietest du deine Dienste als Trassierungsmagier mal den ÖBB und dem Land Tirol an, vielleicht wird die Strecke dann auch gebaut.

38815 schrieb:
Und trotz der überzogenen Hetze steht Deutschland EU-weit sehr gut da (siehe MrEnglish). Interessant!

Wieder so eine Behauptung, wo nimmst du das her? Ich habe hier sogar eine Statistik verlinkt aus der hervorgeht, dass Deutschland bei den Pkm/EW auf Platz 4 der EU liegt. Wo ist das Hetze? Weißt du überhaupt was das Wort bedeutet? Österreich liegt in selbiger Statistik aber eben auf Platz 1, das ist keine Hetze, das ist eine Tatsache.

Ach so, ich habe schon mehrfach hier ausgeführt, dass der Vertrieb der DB dem der ÖBB überlegen ist, wie du das als Hetze gegen den deutschen Bahnverkehr einstufen willst würde mich wirklich mal interessieren.

38815 schrieb:
200km/h ist Hochgeschwindigkeitsverkehr und die technisch möglichen 250km/h werden auf der West- und Unterinntalstrecke übrigens auch nicht ausgefahren.

Ja, man kann sich natürlich alles schönreden. Auch die 200 km/h werden in der Schweiz neben den Basistunneln (bei denen sie mehr ein Abfallprodukt des Ausbaus für den GV sind) nur auf einer einzigen Strecke erreicht und die verbindet nicht mal zwei nennenswerte Städte, sie endet auf der Hälfte. Das wäre in etwa so wie wenn man auf der Westbahn nur den Wienerwaldtunnel gebaut hätte.
Die Schweizer machen sicher einen großartigen Job beim Thema Bahn und ÖV, aber der HGV gehört sicher nicht dazu.

Re: "Vieles richtig gemacht"

geschrieben von: 38815

Datum: 08.06.20 11:15

Zitat
Wieder so eine Behauptung, wo nimmst du das her? Ich habe hier sogar eine Statistik verlinkt aus der hervorgeht, dass Deutschland bei den Pkm/EW auf Platz 4 der EU liegt. Wo ist das Hetze? Weißt du überhaupt was das Wort bedeutet? Österreich liegt in selbiger Statistik aber eben auf Platz 1, das ist keine Hetze, das ist eine Tatsache.


Tut mir leid, ich wollte eigentlich schreiben "siehe MrEnglish Statistik". Du warst damit nicht gemeint.

Gruß

Re: Preisunterschiede DB-ÖBB

geschrieben von: kmueller

Datum: 08.06.20 11:19

38815 schrieb:
Zitat
Ich vermute, es liegt daran, daß dort weniger durchgeknallte Betriebswirte als Yield-Optimierer tätig sind.
Der SSPE in die Schweiz beinhaltet auch eine Pauschale. Bei den SBB arbeiten also keine (nach Deiner Auffassung) "durchgeknallte Betriebswirte als Yield-Optimierer"[ /quote]
Daß ÖBB und DB von internationelen DB-Sparpreisen eine (nach deiner Ansicht hohe) Pauschale wollen, ist mir neu, aber durchaus verständlich angesichts von Werbung des Typs 'für 19 EUR durch ganz Deutschland". Verständlich, daß man dann nicht für 10% davon die Weiterreise bis Wien verschleudern will.

Bei Inlandsreise in CH oder A bekommt man im Regelfall von den variablen Preisen sowieso nichts mit (nur Spartageskarten habe ich jemals genutzt). Relevant für mich als Nutzer ohne interne Kenntnis sind die Konditionen internationaler Tickest zwischen Köln/Düsseldorf und Österreich. Die sind fast immer günstiger als im selben Zug die Fahrt zwischen K/D und Stuttgart oder Nürnberg. Warum soll ich mich da mit DB-Sparpreisen überhaupt noch abärgern? Außer natürlich, es gibt die Fahrt bis Passau/Salzburg/Kufstein/Lindau (oder Basel) zu 19 EUR. Da sagt man nicht nein. Auch nicht zu 29 (der Nachtflix nach Basel will typischerweise 25.-EUR).

Zitat
Sehr günstig waren zeitweise Reiseketten mit den ICE Brüssel-Frankfurt, weil sie offenbar kaum jemand von Belgien bis Frankfurt nutzt. Das ging natürlich nur ab/bis Köln.
Redest Du jetzt von der Buchung über ÖBB oder über die DB? Bei den ÖBB hat der Preis nämlich idR nichts mit den enthaltenen ICE-Verbindungen zu tun, sondern nur mit dem ÖBB-Anteil.
Das waren DB-Sparpreise bis Passau. Buchte man bis Linz, sprang der DB-Preis so stark nach oben, daß eine ÖBB-Sparschiene (oder der günstige Sparpreis Passau plus Verbundticket von dort bis Linz) wieder günstiger war.

Zitat
Von Karlsruhe nach Salzburg bzw. ein Stück weiter fuhr ich das letzte Mal an einem Sonntag für 49.-EUR mit Sparschiene (ICE/EC/REX).
Das ist Dir nicht zu teuer für zuggebundenen Scheiß?
DB wäre noch 50% teurer gewesen und die einzige Alternative zu dieser Verbindung (Bus am Ende sonntags zweistündlich und letzter am Spätnachmittag) war Auto. Ich bin zur Zeit der Monopolfliegerei (innereuropäisch zweimal oder noch öfter umsteigen) aus demselben Grund schon per Auto von Düsseldorf bis Spanien gefahren (statt eine Nacht auf irgendeinem Flughafen abzusitzen).
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