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 08/02 - Alpenlandforum 

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Das Appenzellerland, sprich seine beiden Halbkantone Inner- und Ausserrhoden, gilt als eine der urtümlichsten Regionen der Schweiz. Eingebettet in sanfte Hügel scheint die Zeit oft etwas stehengeblieben, so dass man hier das Idyll vergangener Zeiten wahrnehmen kann. Es gibt aber auch moderne Sachen im Appenzellerland. So haben die Appenzeller Bahnen ihr Schmalspurnetz in den letzten Jahren sukzessive modernisiert. «Leider», ist man als Eisenbahnfan versucht zu sagen.

Trotz nunmehr moderner Fahrzeuge, wollten Huerz und ich dieses Appenzellerland an Auffahrt einmal erkunden. Wir starteten in Urnäsch an einer uns bekannten Stelle an der Ortsausfahrt. Wenig überraschend kam planmässig ein neuer ABe 4/12. Die AB besitzen fünf dieser Triebzüge des Typs «Walzer». Wie man auf den ersten Blick sieht, sind sie sehr stark mit den Fahrzeugen des Typs SURF verwandt, die man auf diversen Schmalspurbahnen in der Westschweiz trifft.
https://bahnbilder.ch/pictures/large/36384.jpg
ABe 4/12 1003 der AB zwischen Urnäsch und Jakobsbad

Die fünf Fahrzeuge wickeln im Regelfall den gesamten Fahrplan auf der Säntisbahn (Gossau – Wasserauen) ab, so dass es wenig Sinn machte nach einem gelungenen Bild an einer Stelle zu verweilen. Weiter ging es deshalb in den inneren Kantonsteil nach Gonten. Hier erlegten wir das nächste Zugpaar.
https://bahnbilder.ch/pictures/large/36385.jpg
ABe 4/12 1005 der AB zwischen Gonten und Jakobsbad

https://bahnbilder.ch/pictures/large/36386.jpg
ABe 4/12 1004 der AB zwischen Gonten und Jakobsbad

Wer sich im Appenzellerland etwas auskennt hat sicher bemerkt, dass man am linken Bildrand den Kronberg erkennt. Dieser wird mit einer Seilnbahn erschlossen, die bei der Station Jakobsbad startet und auf dem Bild ebenfalls zu erkennen ist. Da die Bergbahnen in der Schweiz wegen Corona jedoch noch nicht fahren, konnte uns dies indes wenig begeistern. Nach weiterer Stellensuche entschlossen wir uns deshalb weiter in Richtung Appenzell und Wasserauen zu fahren. Hinter dem Kantonshauptort stellten wir uns beim Restaurant Schäfli für ein weiteres Bild auf.
https://bahnbilder.ch/pictures/large/36387.jpg
ABe 4/12 1001 der AB zwischen Appenzell und Steinegg

Das Schäfli steht exemplarisch für den traditionellen Appenzeller Baustil, den man in den beiden Halbkantonen noch immer finden kann. Er ist einer der Eckpfeiler, der dieser Region ihre Identität gibt. Daneben bewahren sich die Einheimischen aber auch viele Traditionen. Nach solchen Traditionen sind auch die Walzerzüge benannt. An dieser Stelle handelte es sich um ABe 4/12 1001 Silvesterchlaus. Die Silversterchläuse sieht man eigentlich nur am neuen (gregorianischen) und alten (julianischen) Silvester, also am 31. Dezember und am 13. Januar. Die verkleideten Chläuse ziehen dann schellend und zauernd (eine spezielle Form des Jodelns) durch die Gassen des äusseren Kantonsteils. In der Tradition der Silvesterchläuse gibt es schöni (das sind die mit den kunstvollen Bildern auf den Masken) schö-wüesti und wüesti Chläuse. Ob der Chlaus in Form eines Walzers nun zu den schönen oder wüsten Chläusen gehört, überlasse ich an dieser Stelle dem Auge des Betrachters.

Kommen wir aber zurück zur Reise durchs Appenzellerland. Ein paar Kilometer weiter erreichten wir die nächste Stelle, wo wir zwei Mal den Abe 4/12 1005 «Alpstobete» erlegten. Als Stobete (auch Stubete genannt) bezeichnet man übrigens eine Ländlermusikveranstaltung, bei der sich verschiedene Musikanten treffen um miteinander (teils in ad-hoc Formationen) zu musizieren. Was andern Orts oft verschrien ist, ist hier Programm: Eine Stubete ist eine JeKaMi-Veranstaltung.

https://bahnbilder.ch/pictures/large/36388.jpg
ABe 4/12 1005 der AB zwischen Weissbad und Steinegg

https://bahnbilder.ch/pictures/large/36390.jpg
ABe 4/12 1005 der AB zwischen Weissbad und Steinegg

Während sich der eine oder andere nun vielleicht wehmütig daran erinnert, dass es auf dieser Bahn schon mal mehr Abwechslung bei den Triebfahrzeugen gab, so wird der ortskundige Betrachter sicher festgestellt haben, dass man auf dem zweiten Bild den berühmtesten Appenzeller, den Säntis erkennen kann. Kommt in Richtung Wasserauen immer mehr das Alpsteinmassiv ins Blickfeld, sind es in Richtung Appenzell vor allem die saftigen Hügel der Voralpinen Appenzeller Landschaft, die das Bild prägen. Dies zeigt auch das nächste Bild, das nur einige hundert Meter vom letzten entfernt entstand.
https://bahnbilder.ch/pictures/large/36391.jpg
ABe 4/12 1003 der AB zwischen Weissbad und Steinegg

Wie der aufmerksame Betrachter sicher schon festgestellt hat, fehlt dem gezeigten ABe 4/12 1003 der Name. Laut diversen Quellen des Internets soll dieser Zug einst den Namen «Alpfahrt» tragen. Bekommen hat er ihn aber offenbar noch nicht.

Ebenfalls keine Alpfahrt gab es derweil für uns Fotografen, viel mehr fuhren wir weiter in Richtung Wasserauen. Kurz vor der Entstation der Bahn mussten wir feststellen, dass derart viele Leute zum Wandern an den Fuss von Ebenalp und Säntis wollten, dass sich die Autos bis weit aus dem Ort stauten. Wir entschieden uns daher das Auto hinter Schwende stehen zu lassen und erst einmal hier zu fotografieren. Es folgte Walzer Nummer vier, der «Betruef». Beim Betruf oder Alpsegen handelt es sich um eine Tradition, bei welcher der Senn durch einen hölzernen Milchtrichter mittels Sprechgesangs um Schutz für sich und seine Tiere bittet.
https://bahnbilder.ch/pictures/large/36408.jpg
ABe 4/12 1004 der AB zwischen Wasserauen und Schwende

Nachdem wir einige Meter gelaufen waren, ergab sich derweil noch ein Panoramablick auf den Ort Schwende, welcher gerade vom Silversterchlaus hinter sich gelassen wurde.
https://bahnbilder.ch/pictures/large/36394.jpg
ABe 4/12 1001 der AB zwischen Wasserauen und Schwende

Nach diesem Bild hingen uns die Plastiktrams des Typs Walzer etwas zum Halse heraus. Bevor sich nun jemand irritierfühlt ob meiner Wortwahl, sei hier das Wort «Plastiktram» noch etwas erörtert. Zugegebenermassen handelt es sich hierbei um einen negativ behafteten Sammelbegriff für Regio-Fahrzeuge der Firma Stadler. Der Begriff bringt dabei den Frust des Eisenbahnfans zum Ausdruck, dass die schönen alten Fahrzeuge durch einen Einheitsbrei an neuen Triebzügen ersetzt wurden. Es ist mir durchaus bewusst, dass diese Fahrzeuge grösstenteils aus Alu und nicht aus Plastik bestehen. Auch handelt es sich um Vollbahn-Fahrzeuge und nicht um Strassenbahnen.

Anders sieht dies auf der Linie Trogen – Speicher – St. Gallen – Gais – Appenzell aus. Diese entstand 2018 aus dem zusammenlegen der Linien Trogen – St. Gallen und St. Gallen – Appenzell. Damit diese Durchmesserlinie entstehen konnte, wurde ab 2015 der Ruckhaldentunnel gebaut, der die Zahnradstrecke in eben dieser Ruckhalde in St. Gallen ersetzte. Im nun zahnradfreien Abschnitt zwischen Trogen und Appenzell verkehren seit 2018 Züge des Typs ABe 8/12, welche im Wesentlichen dem Strassenbahntyp «Tango» entsprechen und ebenfalls von der Firma Stadler hergestellt werden. Anders als bei den normalen Strassenbahnen, welche beispielsweise in Basel, Genf, Lyon oder Stuttgart verkehren, haben die Züge der Appenzeller Bahn eine etwas komfortablere Innenausstattung. Ausserdem handelt es sich hierbei um zwei trennbare Halbzüge.

Auf unserer Reise durchs Appenzellerland tanzten wir den ersten Tango im Hauptort direkt neben der Appenzeller Brennerei an der bekannten Brücke über die Sitter.
https://bahnbilder.ch/pictures/large/36395.jpg
Be 4/6 4006 der AB zwischen Appenzell und Hirschberg Station

Weiter ging es danach in Richtung Sammelplatz, wo noch einmal ein solches Tram erlegt wurde.
https://bahnbilder.ch/pictures/large/36396.jpg
Be 4/6 4005 der AB zwischen Sammelplatz und Hirschberg

Alles in allem war dies jedoch nur ein kleiner Zwischenstopp auf Weg zur Bahn von Gais nach Altstätten. Die dritte Bahn des Appenzeller Schmalspurnetzes ist nach dem Bau des Ruckhaldentunnels die letzte mit einer Zahnstange. Auf Grund eines tiefen Deckungsgrades ist die Bahn hinunter ins St. Galler Rheintal leider akut einstellungsgefährdet. Dies obwohl die Bahn auf dem 160 ‰ steilen Zahnradabschnitt zwischen Stoss und Altstätten Stadt einige spektakuläre Ausblicke ins Rheintal bietet. Während der Zug bei Fahrradfahrer vor allem wegen der Bergfahrten beliebt ist, haben normale Bahnreisende das Problem, dass die Bahn keinen Anschluss an die SBB in Altstätten hat. Dies weil der ehemalige Strassenbahn Abschnitt zwischen Altstätten Stadt und Altstätten SBB im Jahre 1975 stillgelegt und zurück gebaut wurde. Dank der ungewissen Situation ist die Bahn dann auch von grösseren Modernisierungen verschont geblieben. So verkehren hier noch immer die BDeh 4/4 16/17 mit Baujahr 1993. Dies im Verbund mit einem Steuerwagen des Typs ABt. Auf der Talseite hängen je nach Bedarf auch noch ein offener Aussichtswagen und ein Velowagen. Der offene Aussichtswagen war bei unserem Besuch in Gais abgestellt. Dieser Umstand kommt wahrscheinlich daher, dass die Bahnen bis 8. Juni wegen Corona keine Ausflugszüge anbieten dürfen.

Wie bereits beschrieben befindet sich der spektakuläre Abschnitt der Bahn zwischen Stoss und Altstätten Stadt. Wir stellten uns deshalb unter der Station Kreuzstrasse auf, wo der Zug aus Altstätten erlegt wurde. Beim talwärts fahrenden Zug entschieden wir uns für einen Querschuss.
https://bahnbilder.ch/pictures/large/36397.jpg
ABt 117 der AB zwischen Warmesberg und Kreuzstrasse

https://bahnbilder.ch/pictures/large/36398.jpg
ABt 117 der AB zwischen Warmesberg und Kreuzstrasse

Anschliessend ging es nach Altstätten, wo der Zug etwas oberhalb der Stadt aufgenommen wurde.
https://bahnbilder.ch/pictures/large/36399.jpg
ABt 117 der AB zwischen Altstätten Stadt und Alter Zoll

Fürs letzte Bild ging es dann nochmals hoch zur Kreuzstrasse.
https://bahnbilder.ch/pictures/large/36400.jpg
ABt 117 der AB zwischen Warmesberg und Kreuzstrasse

Zufrieden mit den Bildern von der Strecken Altsätten – Gais, verschoben wir uns noch einmal nach Appenzell um uns hier noch einmal der Säntisbahn zu widmen. Unmittelbar hinter dem Ort entstanden zwei weitere Walzer Bilder.
https://bahnbilder.ch/pictures/large/36401.jpg
ABe 4/12 1005 der AB zwischen Appenzell und Gontenbad

https://bahnbilder.ch/pictures/large/36402.jpg
ABe 4/12 1003 der AB zwischen Appenzell und Gontenbad

Seht gut zu sehen sind auf diesen Bildern die Berge, die Appenzell umgeben. Sehr markant ist dabei der Fänerenspitz, der sich als Kegel in die Landschaft stellt. Links davon sehen wir auf dem ersten Bild den Hirschberg. Rechts davon sind auf dem unteren Bild der Kamor und der Hohe Kasten zu erkennen.

Auf dem Weg zurück stoppten wir noch einmal in Gonten, wo der Silversterchlaus gerade vor dem Panorama von Kronberg (vorne) und Säntis (hinten) vorbeifuhr.
https://bahnbilder.ch/pictures/large/36403.jpg
ABe 4/12 1001 der AB zwischen Gonten und Jakobsbad

Bei Zürchersmühle konnte der Säntis derweil noch ein bisschen besser ins Licht gerückt werden.
https://bahnbilder.ch/pictures/large/36404.jpg
ABe 4/12 1004 der AB zwischen Waldstatt und Zürchersmühle

An dieser Stelle, kam nun die Frage auf, was man mit dem angebrochenen Nachmittag noch anfangen soll. Wir entschieden uns dabei für eine Fahrt über die Schwägalp nach Nesslau, wo zum Abschluss noch ein GTW festgehalten werden soll. Just auf der Schwägalp musste wir allerdings feststellen, dass im Toggenburg eine riesengrosse Wolke hing und das mit dem Bild wohl nicht mehr klappen würde. Auf wundersame Weise gewann die Sonne dann aber doch noch den Kampf gegen die Wolke, so dass auch diese Stelle in gutem Abendlicht klappte.
https://bahnbilder.ch/pictures/large/36405.jpg
RABe 526 761 der THURBO zwischen Nesslau-Neu Sankt Johann und Krummenau

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5-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.05.20 11:17.
Moin!

Es ist zwar inzwischen sicherlich eine etwas "monotone" Fahrzeugflotte auf vielen schweizer Bahnen entstanden, ob der gezeigten Motive können diese aber durchaus gefallen, wenn sie entsprechend präsentiert werden.

Danke für diesen Beitrag!

Gruß :)

Krückau - Rhein - Isar - Elbe - Leine - mein Bildungsweg ist eine Flusskreuzfahrt!

Tolle Bilder, toller Text

geschrieben von: Packwagen

Datum: 23.05.20 14:53

Hallo,

herzlichen Dank. Großartige Bilder einer wunderschönen alpinen Gegend. Und der Text ist spitze, wie einst bei den Studer-Büchern. Echt informativ und weit über die Bahn hinaus gehend. Super. Das macht Lust auf einen Besuch.

Leider komme ich wegen der Corona bedingten Grenzschließungen nicht über die Grenze und kann den Hauptberg des Appenzells nur von Norden betrachten: [www.drehscheibe-online.de]


Gerne mehr aus dieser schönen Gegend!

Viele Grüße Packwagen - Meine Bild-Beiträge: [www.drehscheibe-online.de]
https://abload.de/img/1989-05-23-dms905inli4ykl8.jpg

Re: Tolle Bilder, toller Text

geschrieben von: 40089227

Datum: 23.05.20 16:44

Tolle Bilder, vielen Dank fürs zeigen.
Salü

Merci villmol, exzellente prächtige Bilder aus dem immer wieder schönen Appenzellerland (in der CH ist es bloss ein Wort).

Tanzen kann man ja nicht nur Tango, sondern eben auch Walzer ;-)

Zum technischen:

Auch die AB-‘Tangos’ sind richtige Bahnfahrzeuge. Und selbst wenn es Trams wären, haben diese natürlich Bahnbezeichnungen:
Also, ABe 4/6+Be 4/6 (= ‘ABe 8/12’) 4000/4100 ff.

Die SURF gibt’s nur bei MVR/MOB und TPC. Nur diese GTW (!) mit Adhäsions-/Zahnradantrieb heissen so, und dies auch nur bei MVR/MOB (MVR/MOB ABeh 2/6 7501-7508, TPC Beh 2/6 541-547).
Die Triebzüge/Motorwagen bei MOB (Serie 9000, ‘Alpina’), TPF, MBC, NStCM, Travys (YSC) und CJ sind keine GTW (‘Surf’), sondern klassische Motorwagen (A)Be 2/4 oder 4/4 mit passenden Zwischenwagen (fix gekuppelt oder nicht).
Die AB-‘Walzer’ ABe 4/12 5001 ff. sind analog zu den letzteren, und entsprechen exakt der Version für die TPF bzw. elektrisch jener der NStCM. Es sind also auch konzeptionell keine ‘Surf’.
Wie ihre welschen Brüder können die ‘Walzer’ auch mit älteren Zwischen- und Steuerwagen eingesetzt werden.
Die LEB wiederum erhält Triebzüge mit Jakobs-DG des RBS-Typs ‘Worbla’, die Frontgestaltung ist jedoch analog zu derjenigen der Walzer/Alpina etc.

Grüess
Salutations
Saluti
Salids
Ueli



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 23.05.20 18:41.
CH-Mirage schrieb:
Merci villmol, exzellente prächtige Bilder aus dem immer wieder schönen Appenzellerland (in der CH ist es bloss ein Wort).
Habe ich korrigiert, danke.


CH-Mirage schrieb:
Auch die AB-‘Tangos’ sind richtige Bahnfahrzeuge. Und selbst wenn es Trams wären, haben diese natürlich Bahnbezeichnungen:
Also, ABe 4/6+Be 4/6 (= ‘ABe 8/12’) 4000/4100 ff.
Jedes Fahrzeug, dass auf der "richtigen" Eisenbahn fährt, ist ein "richtiges" Bahnfahrzeug. Es gibt auch Fahrzeuge, die beides sind, so zum Beispiel die Triebwagen der Forchbahn. Auch haben alle Trams eine normale Schweizer Baureihen bezeichnung. Die Tangos der TPG und BLT sind zum Beispiel Be 6/10.


CH-Mirage schrieb:
Die SURF gibt’s nur bei MVR/MOB und TPC. Nur diese GTW (!) mit Adhäsions-/Zahnradantrieb heissen so, und dies auch nur bei MVR/MOB (MVR/MOB ABeh 2/6 7501-7508, TPC Beh 2/6 541-547).
Die Triebzüge/Motorwagen bei MOB (Serie 9000, ‘Alpina’), TPF, MBC, NStCM, Travys (YSC) und CJ sind keine GTW (‘Surf’), sondern klassische Motorwagen (A)Be 2/4 oder 4/4 mit passenden Zwischenwagen (fix gekuppelt oder nicht).
Die AB-‘Walzer’ ABe 4/12 5001 ff. sind analog zu den letzteren, und entsprechen exakt der Version für die TPF bzw. elektrisch jener der NStCM. Es sind also auch konzeptionell keine ‘Surf’.
SURF steht bekanntlich für Série Unifiée Romande pour réseau Ferré métrique, also für Westschweizer Einheitsserie für das Meterspurnetz. Damit bezeichnet wird meines Wissens die Gesamtbestellung an Triebzügen/-wagen von CJ, NStCM, MBC, MOB und Travys. Später kam hier noch die GTW von MVR und TPC dazu, weshalb man wohl auch diese als SURF bezeichnet. So richtigen bestätigen will das im Internet aber niemand oder hast du eine Quelle, die deine Theorie eindeutig belegt?


CH-Mirage schrieb:
Wie ihre welschen Brüder können die ‘Walzer’ auch mit älteren Zwischen- und Steuerwagen eingesetzt werden.
Es ist vorgesehen Zusatzmodule mit alten Wagen und Steuerwagen an den Triebzug zu hängen. Auseiander genommen wie auf der MOB, MBC oder Travys werden die Züge jedoch nicht.

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Mr._Hockey schrieb:
SURF steht bekanntlich für Série Unifiée Romande pour réseau Ferré métrique, also für Westschweizer Einheitsserie für das Meterspurnetz. Damit bezeichnet wird meines Wissens die Gesamtbestellung an Triebzügen/-wagen von CJ, NStCM, MBC, MOB und Travys. Später kam hier noch die GTW von MVR und TPC dazu, weshalb man wohl auch diese als SURF bezeichnet. So richtigen bestätigen will das im Internet aber niemand oder hast du eine Quelle, die deine Theorie eindeutig belegt?
Würde ich genauso sehen. Die AB-Triebwagen unterscheiden sich optisch aber etwas von den anderen dreiteiligen SURF, indem sie einen "passenden" Mittelwagen haben. Bei tpf, Travys und dem einen MBC-Zwischenwagen fällt sonst die zu den Triebwagen abweichende Dachform/-rundung auf und dass die Fenster etwas tiefer sind. Das sind daher wohl ehr Nachbauten der drei MBC-Wagen, die schon einige Jahre vorher gebaut wurden, die haben gleiche Form und Fensterhöhe.

Gruss Florian



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.05.20 09:24.
Guëte Morgä/ Bonjour

@Mr. Hockey

Merci für Deine Ausführungen👍

Zunächst ein kleiner Fehler meinerseits:
Die AB-‘Walzer’ haben natürlich die Nrn. 1001-1005 (nicht 5001-5005, wie ich falsch schrieb). Pardon!

Ja, man kann dieses Akronym als ‘Série unifiée romande pour le réseau ferrée métrique’ entschlüsseln, wie Du richtig sagst, aber man muss das m.E. nicht.
Denn es passt einfach nicht (mehr) für alles, weder in der West- noch in der Ost-CH.
Denn wie gesagt, es sind 2 grundsätzlich verschiedene Typen:
Einerseits GTW, andererseits klassische 4-achsige normal- oder fixgekuppelte Motor- und Zwischenwagen. Was hier ‘unifié’ sein soll, weiss ich auch nicht... konzeptionell jedenfalls nicht, höchstens die gleichzeitige Beschaffungsperiode. 😉
Würde man nur die Triebzüge aus Motor-/Zwischenwagen als ‘Surf’ bezeichnen, stimmt es durch die Beschaffung der analogen AB-‘Walzer’ auch nicht mehr bzw. es wären ‘Surof’ (Série unifiée romande et orientale pour les réseaux ferrées métriques, dt. West- und Ostschweizerische Einheitsserie für die Meterspurnetze).
‘Walzer’ ist ein interner AB-Name, ebenso wie dieser Fahrzeug-Grundtyp bei der MOB intern ‘Alpina’ heisst (an den ‘neuf mille’/9000ern sogar aussen so angeschrieben).

Den Hinweis wegen der Bahnbezeichnungen für die ‘Trams’ machte ich bloss deshalb, weil Du im Originaltext bei den ‘Walzern’ die Typenbezeichnungen geschrieben hattest, bei den ‘Tangos’ nicht. Merci für Deine Komplettierungen👍
Allerdings: ABe 4/8? Eher ABe 8/12 (als ganzer ‘Tango’-Zug), nicht? 😊

@florian ziese

Im wesentlichen einverstanden.
Die unterschiedlichen Dachkanten bei den westschweizerischen Zwischenwagen resultieren effektiv aus dem Umstand, dass diese aus Kostengründen ein Nachbau der einige Jahre früher von den MBC beschafften Nf-Zwischenwagen sind. Für die AB wurde dieses Detail an die Motorwagen angepasst.
Es gibt im übrigen auch in der Suisse romande Varianten, die betrieblich nicht trennbar sind: TPF und NStCM, und genau diese dienten als Vorbild für die AB-Variante.

Beschti Grüess
Ueli
Schöne Bilder in schöner Landschaft ... mit langweiligen, neuen Zügen! :(



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.05.20 14:13.
CH-Mirage schrieb:
Ja, man kann dieses Akronym als ‘Série unifiée romande pour le réseau ferrée métrique’ entschlüsseln, wie Du richtig sagst, aber man muss das m.E. nicht.
Denn es passt einfach nicht (mehr) für alles, weder in der West- noch in der Ost-CH. (...)
Ich verstehe, was du meinst, nur die "neuen Pendelzüge" NPZ heissen auch noch immer neue Pendelzüge, obwohl die ersten vor 36 Jahren geliefert wurden. SURF ist wahrscheinlich ein Projekttitel, der vergeben wurde, als man sich entschied gemeinsam zu bestellen. Die Fahrzeuge haben dann auch eine gemeinsame Basis. Herausgekommen sind aber individuell sehr unterschiedliche Fahrzeuge. Darum wird SURF ev. auch nicht mehr verwendet.

CH-Mirage schrieb:
Den Hinweis wegen der Bahnbezeichnungen für die ‘Trams’ machte ich bloss deshalb, weil Du im Originaltext bei den ‘Walzern’ die Typenbezeichnungen geschrieben hattest, bei den ‘Tangos’ nicht. Merci für Deine Komplettierungen👍
Allerdings: ABe 4/8? Eher ABe 8/12 (als ganzer ‘Tango’-Zug), nicht? 😊
Die Bildunterschriften werden bei mir auf der Website automatisch generiert. Allerdings habe ich dort einen Fehler gemacht, weshalb nur die Nummer und nicht der Typ eingefügt wurde. Aufgefallen ists mir übrigens, als ich die Typenbezeichnung von ABe 8/12 in Be 4/6 geändert habe. Der Grund dafür ist einfach. Die beiden Halbzüge haben je eine eigene Nummer 40xx und 41xx. Somit hat der vordere Halbzug eine andere Nummer als der hintere Halbzug. In der Summe wäre es schliecht falsch von einem ABe 8/12 4001 zu sprechen, weil dann hätte der gleiche Zug ja zwei Nummern.

CH-Mirage schrieb:
@florian ziese
Die unterschiedlichen Dachkanten bei den westschweizerischen Zwischenwagen resultieren effektiv aus dem Umstand, dass diese aus Kostengründen ein Nachbau der einige Jahre früher von den MBC beschafften Nf-Zwischenwagen sind. Für die AB wurde dieses Detail an die Motorwagen angepasst.
Vergleicht mal die CJ/MOB-Variante mit der TPF/MBC/Travys-Variante. Mir scheint als käme das Dach bei ersterer wesentlich weiter runter, als bei den andern. Wahrschinlich würden dort die Mittelwagen passen.

http://bahnbilder.ch/graphics/banner.png
Mr._Hockey schrieb:
So haben die Appenzeller Bahnen ihr Schmalspurnetz in den letzten Jahren sukzessive modernisiert. «Leider», ist man als Eisenbahnfan versucht zu sagen.
Nein, das ist man ganz sicher nicht versucht, zu sagen. Die Eisenbahn fährt in erster Linie für die Allgemeinheit und nicht für die Eisenbahnfans. Und die Allgemeinheit will zeitgemässe Mobilität. Entweder die Bahn wird modernisiert oder sie wird eingestellt. Genau das wird aktuell bei drei Linien der Appenzeller Bahnen geprüft. Deshalb sollte man als Eisenbahnfan ganz besonderes Interesse an einer Modernisierung haben.

Als im April 2018 der Zahnstangenabschnitt über die Ruckhalde (nicht Ruckerhalde! und es heisst auch nicht Ruckerhaldetunnel, sondern Ruckhaldetunnel) gesperrt wurde und ein halbes Jahr lang klimatisierte Niederflurbusse eingesetzt wurden, waren die meisten Fahrgäste froh darüber. Der durchschnittlich Fahrgast zieht einen modernen Bus einem älteren Zug immer vor, wenn man schon keinen modernen Zug bekommt, hauptsache zeitgemäss. Das sollte man nie vergessen.

Wenn du auf der GAW Abwechslung haben willst, dann komm im Sommer wieder, wenn der Ausflugsverkehr wieder offiziell erlaubt ist. Denn dann fahren bei entsprechendem Fahrgastaufkommen (meist am Wochenende) die Walzer gekuppelt mit Modulen aus älteren Wagen, hier bei einer Testfahrt: [www.youtube.com]
Tatsächlich gibt es von den Walzer mit Modulen bisher so gut wie überhaupt keine Bilder. Ich fände es schön, wenn sich ein guter Bahnfotograf dem mal annehmen würde.


CH-Mirage schrieb:
Die AB-‘Walzer’ ABe 4/12 5001 ff. sind analog zu den letzteren, und entsprechen exakt der Version für die TPF bzw. elektrisch jener der NStCM.
Auch das stimmt so nicht ganz. Zwischen der TPF-Version und den AB Walzer gibt es auch ein paar weitere Unterschiede. Das betrifft unter anderem Wagenlängen (die Walzer sind länger als die TPF-Züge), Achsabstände, Kupplung und Höchstgeschwindigkeit.

Letztlich ist der Walzer einfach nur eine weitere Spezialanfertigung individuell auf die Bedürfnisse und Anforderung der jeweiligen Bahn ausgelegt. Aus einem gewissen Sortiment von mechanischen und elektrischen Baugruppen, die sich auch regelmässig weiterentwickeln, sowie modularer Aluschweisstechniken stellt Stadler da einfach jeweils aus dem aktuellen Baukasten für jede Bahn was passendes zusammen.

https://abload.de/img/rabde502006_90prbqk0.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.05.20 15:02.
Sehr schöner Beitrag,vielen Dank. Die neuen Tangotrams für Trogen sind nicht wintersicher.Das alte Material war robuster.

Sehr schön, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 27.05.20 10:52

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
http://raildata.info/raildatabanner1.jpg
Also mich freut es, wenn auf Schmalspurbahnen modernes Rollmaterial unterwegs ist. Bilder von früher hab ich eh, Bilder von heute sind eben neu und schon deshalb interessant. Der Bilderbogen animiert mich, beim nächsten Vorarlbergbesuch wieder einen Ausflug ins Appenzellerland zu machen...

LG Gustav
HIER sind meine Reiseberichte zu finden!
Lok35 schrieb:
Die neuen Tangotrams für Trogen sind nicht wintersicher.
Was konkret sind die winterprobleme?

Ich war ende september 2019 dort, allerdings nur Altstätten - Gais - Appenzell und Urnäsch - Herisau. Hat alles funktioniert.
(Wie gut müssen die modernen fahrzeuge denn werden, damit die leute nicht trotz, sondern sogar wegen ihnen diese strecke befahren?)

http://www.railfaneurope.net/pix/ch/narrow_gauge/AB/car/ABt/116-117/AB_116_gais1.jpg
ABt 116 + BDhe 4/4 17 + X 1001 nach ankunft aus Altstätten in Gais

http://www.railfaneurope.net/pix/ch/narrow_gauge/AB/emu/ABe8_12/AB_4107_gais1.jpg
Depot Gais mit Be 4/6 4007 + ABe 4/6 4107 "Säntis"

Einige der Walzerzüge wurden auch mit mittel- und steuerwagen verstärkt, dabei kommen überwiegend die 2004 von R+J gebauten steuerwagen ABt 121 bis 123 zum einsatz:
http://www.railfaneurope.net/pix/ch/narrow_gauge/AB/car/ABt/121-123/AB_123_gonb2.jpg
ABt 123 am zugschluss in Gontenbad

http://www.railfaneurope.net/pix/ch/narrow_gauge/AB/emu/ABe4_12/AB_1004_ur3.jpg
Nach einer zugkreuzung in Urnäsch sind beide züge zu sehen, im vordergrund der 1004 "Betruef"

http://www.railfaneurope.net/pix/ch/narrow_gauge/AB/car/ABt/121-123/AB_122_ur1.jpg
Zugkreuzung in Urnäsch, ABt 122 an der zugspitze

http://www.railfaneurope.net/pix/ch/narrow_gauge/AB/emu/ABe4_12/AB_1001_he1.jpg
ABe 4/12 bei dunkelheit in Herisau


Korrespondenz bitte per e-mail, nicht über "Private Nachrichten" - das wird sonst viel zu schnell voll!

Bei der fülle des zu verarbeitenden materials sind trotz sorgfältiger bearbeitung vereinzelte tippfehler oder kleinere unstimmigkeiten nicht immer vermeidbar. Eine rechtliche gewähr für die richtigkeit des inhalts dieses beitrages kann daher nicht übernommen werden.




4-mal bearbeitet. Zuletzt am 27.05.20 14:57.
tbk schrieb:
Lok35 schrieb:
Die neuen Tangotrams für Trogen sind nicht wintersicher.
Was konkret sind die winterprobleme?
Lok35 labert Müll. Es gibt keine speziellen Winterprobleme auf der Linie, weder Infrastruktur noch Fahrzeuge. Mit den an die transN verkauften Triebzüge der Trogenerbahn haben die AB jahrelange Winter-Erfahrung mit leichteren Fahrzeugen als den neuen Tango. Die Betriebssicherheit ist auch im Winter durchgängig gewährleistet.
Und bezüglich Robustheit: Die Tango erfüllen die heute geltenden Crashnormen für Meterspurbahnen in der Schweiz. Das heisst, sie können mit 25 km/h ungebremst in einen 40t-LKW reindonnern und überstehen dies ohne Schäden an der Fahrzeugstruktur. Bei den älteren Fahrzeugen ist dies nicht durchgehend gewährleistet, da sind die neuen Tango also robuster.


Und inzwischen sind die Würfel gefallen, die Kantone Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und St. Gallen haben die Ergebnisse der Untersuchung heute bekannt gegeben:

Altstätten Stadt−Gais bis 2035
Die Bahn Altstätten Stadt bis Gais wird ca. bis ins Jahr 2035 fahren; also bis zum Ende des Lebensalters der Fahrzeuge. Dann wird die Strecke auf einen wirtschaftlich günstigeren Busbetrieb oder eine andere alternative Betriebsform umgestellt. Bis dahin ist die Infrastruktur durch die Appenzeller Bahnen soweit zu unterhalten, dass die Betriebssicherheit gewährleistet ist. Wie die Potenzialanalyse zeigt, ist die touristische Bedeutung dieser Linie klein, da sie nicht an den Bahnhof Altstätten angeschlossen ist. Im Gegensatz zur Bahn wäre mit dem Bus eine Direktverbindung zum Bahnhof Altstätten möglich.

Rorschach Hafen−Heiden weiterhin
Der Bahnbetrieb von Rorschach Hafen nach Heiden wird weitergeführt. Die touristische Bedeutung der Linie wiegt den Vorteil einer Umstellung auf Bus mehr als auf. Die Einstellung des Bahnbetriebs wäre für die Region und den Tourismus schlecht, denn die Bahn hat Zubringer von Schiene, Strasse und Bodensee-Schifffahrt. Mit dem Bus könnte zwar ein grösseres Gebiet entlang der Strecke erschlossen werden. Dafür wären aber zwei Busverbindungen notwendig und Wienacht hätte keinen direkten Anschluss mehr nach Rorschach. Zudem steigen die Chancen, dass ab 2022 mit der Verlängerung der IC-Züge nach Rorschach wieder attraktivere Anschlüsse in Richtung St.Gallen und Zürich möglich werden. Dies würde sich positiv auf die Frequenzen auswirken.

Automatisierte Bahnlösung für Rheineck−Walzenhausen
Der Handlungsbedarf für die Linie Rheineck−Walzenhausen ist hoch, denn das Fahrzeug könnte altersbedingt jederzeit ausfallen und müsste ersetzt werden. Die Appenzeller Bahnen prüfen, ob die Bahn als automatisierte Zahnrad- oder Seilbahn weitergeführt werden kann. Das wäre auch aus touristischer Sicht zusammen mit der Zahnradbahn Rorschach Hafen‒Heiden und der Schifffahrt interessant. Automatisierte Bahnlösungen haben zudem tiefere Betriebskosten und eine Verdichtung des Angebots ist jederzeit und mit geringen Mehrkosten möglich. Wenn diese Abklärungen die Zweckmässigkeit oder die Finanzierbarkeit einer automatisierten Lösung infrage stellen, würde als Option ein erweitertes Buskonzept Heiden–Walzenhausen–St.Margrethen mit dichterem Takt und besseren Anschlüssen auf S-Bahn und Fernverkehrszüge in St.Margrethen geprüft.



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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 27.05.20 19:13.
Guten Abend !

Mal eine Frage: Haben die "Walzer" eigentlich eine Toilette erhalten ? Denn ansonsten war die bis dato mit Lok und Wagen + Steuerwagen (wo in den meisten Wagen ein WC drin war) bediente Strecke nun die letzte Strecke wo Fahrzeuge ohne WC gefahren sind. Gut, die "Straßenbahn" nach Trogen von St. Gallen aus hatte kein WC drin , da ist die Entfernung nicht so weit und die Strecke über Gais nach Appenzell nicht mehr. Denn hier wurde aber früher beim Einsatz von Reisezugwagen + Packwagen noch ein solches mitgeführt.

Angeblich ist bei einer Schmalspurbahn heute das Problem, daß ein normales WC nicht mehr zulässig ist, sondern es muß so groß sein, daß man mit einem Rollstuhl rein kann und sich dann auch noch drin bewegen kann. Das nimmt einfach zu viel Platz weg, wie es oft heißt. Siehe Pinzgaubahn mit ihrem neuen Fuhrpark, aber eine ewig langen Fahrzeit über die Gesamtstrecke.

Irgendwie nicht so ganz verständlich. Macht das wirklich eine Neuanschaffung (z.B. 3-teiligen Schmalspurtriebwagen) so viel teurer wenn 1 WC eingebaut wird ???


Gruß
diesel-fan



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 27.05.20 20:14.
diesel-fan schrieb:
Mal eine Frage: Haben die "Walzer" eigentlich eine Toilette erhalten ? Denn ansonsten war die bis dato mit Lok und Wagen + Steuerwagen (wo in den meisten Wagen ein WC drin war) bediente Strecke nun die letzte Strecke wo Fahrzeuge ohne WC gefahren sind.
Die Walzer haben ein rollstuhlgängiges WC, die Vorgängerfahrzeuge auf der GAW hatten normale WC. Die TB, AG und SGA hatten schon vorher kein WC mehr. Da hat sich mit den Tango nichts verändert.

diesel-fan schrieb:
Angeblich ist bei einer Schmalspurbahn heute das Problem, daß ein normales WC nicht mehr zulässig ist, sondern es muß so groß sein, daß man mit einem Rollstuhl rein kann und sich dann auch noch drin bewegen kann. Das nimmt einfach zu viel Platz weg, wie es oft heißt.
Das hat mehr mit der Fahrzeugbreite zu tun. Die Tango sind wegen der Linie St. Gallen - Trogen nur 2.40 m breit, das ist zu schmal für ein rollstuhlgängiges WC. Die Walzer sind aber breit genug.

https://abload.de/img/rabde502006_90prbqk0.jpg
Twindexx schrieb:
diesel-fan schrieb:
Angeblich ist bei einer Schmalspurbahn heute das Problem, daß ein normales WC nicht mehr zulässig ist, sondern es muß so groß sein, daß man mit einem Rollstuhl rein kann und sich dann auch noch drin bewegen kann. Das nimmt einfach zu viel Platz weg, wie es oft heißt.
Das hat mehr mit der Fahrzeugbreite zu tun. Die Tango sind wegen der Linie St. Gallen - Trogen nur 2.40 m breit, das ist zu schmal für ein rollstuhlgängiges WC. Die Walzer sind aber breit genug.
Prinzipiell liesse sich so ein rolsstuhlgerechtes WC schon in ein 2,40 m breites Fahrzeug einbauen, ist nur eine Frage des Aufwands und des Platzes den man dazu Opfern will. Und somit natürlich auch des Geldes.
Und wenn es bestätigt doch gar nicht gehen sollte, könnte man immer noch als Ausnahme ein normales WC einbauen.
Nur gab es eben auf beiden Strecken zuvor auch kein WC und die AB wollte auch wieder Fahrzeuge ohne WC ohne beschaffen. Als dann die Forderung aufkam, doch zukünftig ein WC anzubieten, war die AB vielleicht nicht ganz so extrem motiviert eine Lösung zu finden für das WC welches man eh nicht wollte, sondern war mit dem ersten "geht nicht" auch zufrieden.
Mit einem klaren Nachweis, dass so ein WC nicht in das Fahrzeug passen kann, hätte man sicher ein gutes Argument für ein normales WC gehabt.

Noch 2013 hat die THRURBO Fahrzeuge ohne rollstuhltaugliche WC beschafft, alleine mit der "Ausrede" dass das ja Nachbauten wären und ein rollstuhlgerechtes WC zu teuer wäre. Möglich wäre es sicher gewesen, GTW mit rollstuhlgerechtem WC hat Stadler da schon seit vielen Jahren an andere Bahnen verkauft...


Gruss

Florian



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 27.05.20 23:35.
Florian Ziese schrieb:
Prinzipiell liesse sich so ein rolsstuhlgerechtes WC schon in ein 2,40 m breites Fahrzeug einbauen, ist nur eine Frage des Aufwands und des Platzes den man dazu Opfern will. Und somit natürlich auch des Geldes.
Du machst es dir definitiv zu einfach, wenn du das nur auf Wille und Geld schiebst. Für die Manövrierfläche innerhalb des WC gibts Mindestvorgaben, die nicht unterschritten werden dürfen. Dasselbe gilt für die Durchgangsbreite neben dem WC. Und damit ist der Rahmen klar abgesteckt, da ändert dann auch Geld und Wille nichts mehr dran.

Florian Ziese schrieb:
Und wenn es bestätigt doch gar nicht gehen sollte, könnte man immer noch als Ausnahme ein normales WC einbauen.
Und wer definiert, was unter die Verhältnismässigkeitsklausel des BehiG fällt und was nicht? Das BAV kann zwar eine Abwägung vornehmen, aber eine abschliessende Beurteilung überlässt das Gesetz der Gerichtsbarkeit. Das bedeutet, dass die AB dann einen Gang bis vor Bundesgericht hätten einkalkulieren müssen. Für den Terminplan zur Ablieferung der Tango hätte dies unvorhersehbare Folgen gehabt. Gerade der Fall SBB FV-Dosto hat dies eindrücklich bewiesen. Auf jeden Fall wäre zur Eröffnung des Ruckhaldetunnels kein einziger Tango vorhanden gewesen, womit das öffentliche Image der AB mit ziemlicher Sicherheit nachhaltigen Schaden erlitten hätte. Unter diesen Umständen war ein Verzicht auf ein Standard-WC die logischste Entscheidung.

Florian Ziese schrieb:
Noch 2013 hat die THRURBO Fahrzeuge ohne rollstuhltaugliche WC beschafft, alleine mit der "Ausrede" dass das ja Nachbauten wären und ein rollstuhlgerechtes WC zu teuer wäre. Möglich wäre es sicher gewesen, GTW mit rollstuhlgerechtem WC hat Stadler da schon seit vielen Jahren an andere Bahnen verkauft...
Die Beschaffung fand 2010 statt, nicht erst 2013. Zwölf GTW Einlösung der Option auf im Grundsatz baugleiche* Fahrzeuge für den Betrieb der ausgebauten S-Bahn St. Gallen mit Zusatzoption auf drei weitere im Zuge eines eventuellen Betriebs auf der S-Bahn Schaffhausen-Erzingen.

*Das rollstuhlgängige WC gilt als erhebliche Änderung und ist daher auch nicht durch die Optionen abgedeckt. Die Alternative wäre also die Ausschreibung eines neuen Fahrzeugtyps für nur zwölf plus drei Fahrzeuge gewesen. Den GTW hat Stadler schon damals nicht mehr neu angeboten, für die S-Bahn St. Gallen war jedoch eine einheitliche Flotte mit den bestehenden GTW angezeigt. Der grosse Wurf kommt ja nun mit BEST, wo Thurbo in einem ersten Schritt bis 2030 gleich 70 Neufahrzeuge in Betrieb setzen wird und mit dem zweiten Schritt nach 2030 dann wieder über eine homogene Einheitsflotte aus deutlich über 100 BEST verfügen wird.

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