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 08/02 - Alpenlandforum 

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Hallo,

hier kommt der vierte und somit letzte Teil der „Rauf auf die Gipfel“-Tour im Herbst 2019.
Nach einer ersten Überwindung der 3000 m-Höhenmarke am Gornergrat, waren wir am vorigen Abend in Interlaken angekommen. Wer die bisherigen Teile verpasst hat, kann sie hier finden:
Teil 1: [www.drehscheibe-online.de]
Teil 2: [www.drehscheibe-online.de]
Teil 3: [www.drehscheibe-online.de]

Tag 4

Der letzte Tag war bereits im Zuge der Planung mit insgesamt ca. 10 h reiner Zugfahrzeit und einigen längeren Aufenthalten relativ straff geplant. Hauptziel war das Jungfraujoch mit anschließender Heimfahrt nach Deutschland. In der Unterkunft hatte man uns am Vorabend noch einen verhalten optimistischen Ausblick gegeben, was das Wetter anging. Aufgrund einer Föhnlage könnte es recht bald aufklaren, so die dortige Meinung. So ging es dann auch gegen halb acht schon zum Bahnhof Interlaken West. Trotz des tief hängenden Nebels konnte man einige Bergspitzen erahnen.
https://abload.de/img/schweiz_2019_4-1y8j16.jpg

Nach einer kurzen Fahrt bis nach Interlaken Ost besorgten wir uns schnell unsere Tickets bis aufs Jungfraujoch und fuhren mit der nächsten BOB bis nach Lauterbrunnen, wo dieses Foto nach der Einfahrt entstand.
https://abload.de/img/schweiz_2019_4-22rkej.jpg

Der nachfolgende Zug der WAB bestand aus einem „Pano-Triebwagen“ sowie dem erst ca. zwei Jahre alten Steuerwagen 254 an der Spitze. Auf der Fahrt nach Wengen hat man nochmal einen genialen Ausblick zurück ins Tal mit seinen fast senkrecht abfallenden Felsen.
https://abload.de/img/schweiz_2019_4-3vfjhg.jpg

Hier ist zudem unser Zug beim Aufenthalt im Bahnhof Wengen zu sehen.
https://abload.de/img/schweiz_2019_4-4dvkdd.jpg

Auf der weiteren Fahrt entstand dieses Landschaftsfoto der Transformation vom noch herbstlichen Gelbton hin zu den bereits winterlichen Ansichten in höheren Lagen. Das Fenster schloss ich aber recht schnell wieder, da der Wind recht ordentlich blies.
https://abload.de/img/schweiz_2019_4-5gkk7s.jpg

Für den Bahnhof Wengernalp wurde dann ein außerplanmäßiger Umstieg in ein anderes Fahrzeug aus „windbedingten Gründen“ durchgesagt. Eine kurze Nachfrage beim Personal ergab, dass „die Panos“ etwas anfällig gegen Seitenwind seien und „die alten Keksdosen“ hier stabiler bei dem weiter oben herrschenden stürmigen Wetter seien. Also wendete unser Pano in Wengernalp in Richtung Tal, während die aus Kleine Scheidegg kommenden und bereits bereitstehenden „Keksdosen“ in Form der in den späten 80er Jahre gebauten BDhe 4/8 uns weiter raus bis nach Kleine Scheidegg brachten. Hier noch ein etwas hektisch angefertigtes Foto beim Umstieg in Wengernalp.
https://abload.de/img/schweiz_2019_4-6i8j8d.jpg

In Kleine Scheidegg angekommen war auch sofort deutlich zu spüren, dass die getroffenen Vorsichtsmaßnehmen wohl begründet waren, denn es pfiff ganz ordentlich über die Passhöhe.
Und als wäre der außerplanmäßige Umstieg in Wengernalp schon eine Vorwarnung gewesen, schallte über den Bahnsteig die Info, dass der nächste Zug zum Jungfraujoch aufgrund zu starken Windes erstmal ausfallen würde. Was nun? Nach einem Blick in die Umgebung entdeckten wir einen Aussichtspunkt am Restaurant Grindelwaldblick. Also marschierten wir als Zeitvertreib dorthin. Auf dem Aussichtspunkt selbst waren wir über das geschulterte Zusatzgewicht der Rucksäcke doch recht dankbar, um nicht irgendwo ins Gelände geweht zu werden. Einer auf der Terasse des Restaurants noch stehenden Eistruhe erging es da anders...
Hier ein Blick hinunter zum Bahnhof Kleine Scheidegg. Aufgrund des Windes hatten sich offensichtlich alle dort wartenden Touristen inzwischen in alle möglichen Ecken im Innern verzogen.
https://abload.de/img/schweiz_2019_4-7v7jvy.jpg

Hier noch ein Foto vom nahe des Bahnhofs gelegenen Teichs (vermutlich ein Feuerlöschteich?) hinunter in Richtung Grindelwald. Im Hintergrund sieht man zudem Galeriebauwerke der Wengernalpbahn.
https://abload.de/img/schweiz_2019_4-8txja2.jpg

Obwohl man bisher keinen Zug hoch zum Jungfraujoch abgelassen hatte, kam inzwischen der zweite Zug wieder hinunter, welchen ich hier nach der Ankunft im Bahnhof ablichtete.
https://abload.de/img/schweiz_2019_4-9a5jed.jpg

Die Anzeigetafel verhieß nichts gutes, denn auch der nächste Zug hinauf zum Gipfel war gecancelt.
https://abload.de/img/schweiz_2019_4-10xrkhv.jpg

Nach einer heißen Schoki und einer weiteren knappen halben Stunde Wartezeit kam ein weiterer Talfahrer in Kleine Scheidegg an.
https://abload.de/img/schweiz_2019_4-11mxjyv.jpg

Nun hatte sich die Prognose scheinbar doch etwas gebessert, denn man begann mit dem „Boarding“ für einen ersten Zug hinauf zum Jungfraujoch, in welchem wir doch tatsächlich Plätze ergattern konnten. Leider entfiel auf der Fahrt nach oben (vermutlich zur Aufholung der zeitlichen Rückstände) der Aussichtshalt an der Station Eismeer. Aber immerhin einige fotografische Spielereien konnte ich vom Klappsitz neben dem rückwärtigen Führerstand aus machen.
https://abload.de/img/schweiz_2019_4-127hkag.jpg

Am Bahnhof Jungfraujoch wurde kräftig gebaut. Unser Zug fuhr in das in einem separaten Tunnelteil liegende dritte Gleis ein, wobei hier eine etwas „Marke Eigenbau“ anmutende Markierung des Halteplatzes zum Einsatz kam.
https://abload.de/img/schweiz_2019_4-13h6jkr.jpg

Die Besichtigung der Bergstation war leider etwas betrüblich, denn wie man es auf den bisherigen Fotos schon vermuten konnte, war das Wetter alles andere als ideal für eine Aussicht.
Trotzdem machten wir den normalen Rundgang und wagten auch einen Blick auf die Aussichtsplattform am Observatorium. Statt der sonst genialen Aussicht zeigte sich hier ein irgendwie ganz anderer Blick... irgendwo ins nichts. Man hatte absolut keine Ahnung, wie weit man eigentlich schauen konnte in dieser Wolke und dem herrschenden Sturm. Hier zwei Impressionen der etwas anderen Art vom „Top of Europe“
https://abload.de/img/schweiz_2019_4-14mdjtd.jpg

https://abload.de/img/schweiz_2019_4-15r3jp7.jpg

Nachdem im Sturm dann der eine oder andere Eisbrocken an unseren Kopfen vorbeiflog verzogen wir uns doch recht bald wieder ins Innere und erkundeten den Eispalast.
https://abload.de/img/schweiz_2019_4-16xnkmu.jpg

Mit der Abfahrt ins Tal war es dann ähnlich wie mit der Bergfahrt.. da weitere Züge ausfielen, waren wir nach der Besichtigung erstmal auf dem Jungfraujoch gefangen. Im Restaurant berichtete man zudem, dass für den heutigen Tag keine weiteren Personen nach oben transportiert würden. Wir hatten also wohl Glück, überhaupt bis auf den Gipfel gekommen zu sein.
Irgendwann ging es dann aber in einem stark überfüllten Zug bergab bis nach Kleine Scheidegg, wo diese Garnitur aus dem 60er Jahren abzulichten war.
https://abload.de/img/schweiz_2019_4-17u9kqx.jpg

Der Fahrplan der Wengernalpbahn war zumindest auf der Grindelwander Seite noch soweit in Takt, dass wir mit dem nächsten Zug nahezu pünktlich in Richtung Tal weiterfuhren. Gegenüber unserem eigentlichen Reiseplan hatten wir mittlerweile aber eine Stunde Verspätung. Diese holten wir jedoch wieder auf, indem die eigentlich zur Besichtigung und Verpflegung gedachten Stops mit jeweils Auslassen eines direkten Anschlusses in Grindelwald und Interlaken Ost entfielen. Hier der bereits in Grindelwald wartende Zug der Berner-Oberland-Bahn beim etwas beschleunigten Umstieg aufgrund leichter Verspätung der Wengernalpbahn nach einer verzögerten Kreuzung.
https://abload.de/img/schweiz_2019_4-18nyj7z.jpg

Zusätzlich viel mir auf, dass das Gleis 2 durchgehend mit Zahnstange ausgerüstet ist, während das Gleis 1 erst am Beginn des Gefälles den Einstieg hat. Hat hier jemand Kenntnisse zum Grund? Vielleicht zur wirtschaftlichen Optimierung, da Gleis 2 mehr genutzt wird, um die verschleißanfällige Einfädelung zu vermeiden?
https://abload.de/img/schweiz_2019_4-19vokzz.jpg

Die Rückfahrt nach Deutschland sollte ab Interlaken nicht auf direktem Wege über Bern, Basel erfolgen, sondern mit der Zentralbahn über den Brünigpass. Unser Zug war mit einer Traktion aus einem siebenteiligen Adler und einem dreiteiligen Fink für Meterspurverhältnisse ordentlich lang (ca. 180 m). Hier steht er beim Kopfmachen in Meiringen auf dem hinteren Gleis. Im Vordergrund ein Stadler Spatz mit Ziel Interlaken Ost.
https://abload.de/img/schweiz_2019_4-21xmj35.jpg

Die Fahrt über den Brünigpass wurde hauptsächlich mit Ausruhen und aus dem Fenster schauen verbracht. Nach der Ankunft in Luzern war eine Verpflegungspause dringend nötig, welche mit einem kleinen Fußmarsch rund um den Bahnhof kombiniert wurden. Hierbei überquerten wir auch die weithin bekannte hölzerne Kapellbrücke über die Reuss.
https://abload.de/img/schweiz_2019_4-23ugkbt.jpg

Als letzter Umstieg in der Schweiz war auch diesmal Zürich HB der passende Punkt. Diesmal ging es aber nicht mit dem ICE über Basel, sondern mit dem IC über die Gäubahn zurück nach Deutschland. Hier noch ein abschließendes Prellbockfoto der bereits abgekoppelten Re 4/4‘‘ der Vorgängerleistung und einem daneben stehenden „Pannenzug“, wie die örtliche Presse zu diesem Zeitpunkt noch regelmäßig zu schreiben pflegte.
https://abload.de/img/schweiz_2019_4-24bujnw.jpg

Die Fahrt über die Gäubahn verlief bereits im Dunkeln, sodass es von hier nichts sehenswertes mehr zu berichten gibt.

So ging nach etwa 25 Stunden reiner Zugfahrzeit verteilt auf vier Tage auch diese Tour wieder dem Ende zu. Trotz des teilweise durchwachsenen Wetters bleiben viele spannende Eindrücke erhalten. Und wenns Wetter besser ist, muss man halt einfach nochmal aufs Jungfraujoch und vllt. auch den Gornergrat.

Mir bleibt an dieser Stelle nur noch Danke zu sagen, dass ihr mich auf der Tour begleitet habt.

Viele Grüße
Tobias
Mir bleibt auch nur Danke sagen - und zwar vierfach ;-)

Freue mich auf hoffentlich folgende weitere Berichte.

Wieder sehr nett, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 02.05.20 01:07

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
http://raildata.info/raildatabanner1.jpg
vielen Dank für's Zeigen!

Schade, dass ihr bei dieser auch nicht gerade günstigen Tour so ein Pech mit dem Wetter hattet.
Da das Berner Oberland neben dem Jungfraujoch auch weitere, bahntechnische Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, heißt es also nochmal wiederkommen :-) Wenn es denn wieder geht...
Bei ein paar Tagen Aufenthalt im Hochsommer lässt sich sicherlich ein schöner Tag fürs Jungfraujoch finden an dem dann auch die Unterwegshalte in der Eigerwand und am Eismeer besichtigt werden können.
Immer eine Reise wert ist auch die historische Schynige-Platte-Bahn, die ab Wilderswil 5 km von Interlaken entfernt startet. Und auch die Dampfzahnradbahn von Brienz auf das Rothorn ist sehenswert.

Zu dem fotografierten "Löschteich", das ist ein Wasserspeicher für die Schneekanonen im Winter. Davon gibt es noch mehr im Raum Kleine Scheidegg. Aktuell wird das gesamte Gebiet ja durch die "V-Bahn" noch mehr für größere Mengen Wintersportler erschlossen. Über den Sinn und den damit verbundenen Wegfall der alten Gondelbahn Grindelwald-Männlichen sowie den nach Eröffnung der V-Bahn sicherlich stark reduzierten Bahnbetrieb der WAB auf Grindelwalder Seite mag man sicherlich streiten. Die Skigebiete der Schweiz stehen jedoch in enger Konkurrenz zueinander und anscheinend zählt jede Minute, um den Städtern aus dem Flachland schnelle Zuwege zu den Pisten zu ermöglichen. Zusätzlich ist durch den LBT das Wallis (Zermatt, Saas-Fee) deutlich näher an die Deutschschweiz geraten.
Ja schade,Tobias,mit dem Wetter!Kann halt nicht immer klappen.
Trotzdem hast Du ein paar eindrückliche Bilder mitgebracht!Wünsche Dir ein weiteres Mal mit viel Sonne,dann lohnt sich der teure Aufstieg.
Vielen Dank und schönen Sonntag!
Olaf
Tobias, eine sehr schöne Reise mit vielen Höhepunkten und Gipfeln. Das Jungfraujoch hätte bei schönem Wetter z.B. so aussehen können:

Jungfrau BO.jpg
31.12.2016

Grüsse
Gunther
DB-189 schrieb:
Zusätzlich viel mir auf, dass das Gleis 2 durchgehend mit Zahnstange ausgerüstet ist, während das Gleis 1 erst am Beginn des Gefälles den Einstieg hat. Hat hier jemand Kenntnisse zum Grund? Vielleicht zur wirtschaftlichen Optimierung, da Gleis 2 mehr genutzt wird, um die verschleißanfällige Einfädelung zu vermeiden?

Umgekehrt: Gleis 1 (also dort wo der Zug drauf steht) ist durchgehend mit Zahnstange ausgerüstet, Gleis 2 nicht. Dafür gibt mehrere Gründe:
-Durch die durchgehende Zahnstange kann schneller ein- und ausgefahren werden
-Das durchgehende Zahnstangengleis ist im Unterhalt viel günstiger als die Zahnstangeneinfahrt; so kann eine teure Zahnstangeneinfahrt eingespart werden

Gleis 1 wiederum wird nur selten verwendet, bzw. dient nur für Dienstzüge, darum bleibt das so wie es ist.

Dasselbe vorgehen hat die BOB im übrigen auch in Lauterbrunnen angewendet, wo ja gleich nach dem Bahnhof auch die Zahnstange beginnt; auch dort sie die Zahnstange neu durchgehend.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.05.20 14:45.
Gunther,
das ist gemein,dem Tobias zu zeigen,WIE ES HäTTE SEIN KöNNEN:=)
Dann will ich aber auch mal gemein sein:

https://abload.de/img/11.05-interl122-mnch-84j7g.jpg


Mönch vom Joch aus und von Süden.Man beachte die Gletscher auf beiden Seiten!

https://abload.de/img/11.05-interl12504j3y.jpg

Und hier die Jungfrau vor der Jungfrau:=) (Nein,meine Frau ist nicht mehr Jungfrau.)

https://abload.de/img/11.05-interl126-jungf0pkd1.jpg

Meine Wenigkeit vor der Sphinx.Sonne ja,aber kräftiger Wind!
So,jetzt hab'ich auch das Messer in der Wunde gedreht:=)
Schönen Sonntag Euch Beiden!
Olaf
Olaf,
Du schätzt mich vollkommen falsch ein, ich möchte Tobias motivieren etwas mehr Zeit im Berner Oberland zu verbringen, damit man die Wetterlage beobachten kann, um den richtigen 'Jungfrau-Tag' zu finden.

Im August 1978 war ich das erste Mal auf dem Jungfraujoch, auf Kleine Scheidegg wurden die Weichen beim Rangieren noch von Hand umgelegt:
JB 70er.jpg
__.08.1978

Der erste Halt auf dem Weg zum Jungfraujoch war damals in der Station Eigerwand, die heute nicht mehr bedient wird. Von dort aus hatte man einen beeindruckenden Blick auf den Männlichen und Richtung Grindelwald:
Station Eigerwand.jpg
__.08.1978

Den Halt in der Station Eismeer kann man mit diesem Bild nachholen:
Station Eismeer.jpg
31.12.2016

Von der Sphinx aus hat man bei schönem Wetter ;-) einen wunderbaren Blick auf die Kleine Scheidegg, Interlaken und den Thuner See, der sich hier aber unter dem Nebelmeer versteckt:
Observatorium.jpg
31.12.2016

Im Eispalast finde ich das Gletscherblau immer wieder beeindruckend:
Eispalast.jpg
31.12.2016

Hoffe, dass es nicht zu sehr OT ist. Wünsche Euch einen schönen Abend.

Grüsse
Gunther
Aber nein,Gunther,
hab'ich auch so verstanden.Und mit ein paar Bildern noch verschlimmert:=)
Die Fotos sind von 11 und da gibt es viele mehr.Übrigens-weiss nicht,ob das noch gültig ist-wenn man an der Kleinen Scheidegg gemütlich bei Käsekruste bis 14 Uhr wartet,
sieht man zum Einen,was grade für ein Wetter ist oder man abbricht und zahlt zum Anderen die Hälfte!Wenn man nicht wie Du im Schnee wandern will,reichen 1 bis 2 Stunden für ausgiebige Fotos.
Gute Nacht,danke für Fotos!
Olaf
falco973 schrieb:
Zu dem fotografierten "Löschteich", das ist ein Wasserspeicher für die Schneekanonen im Winter. Davon gibt es noch mehr im Raum Kleine Scheidegg. Aktuell wird das gesamte Gebiet ja durch die "V-Bahn" noch mehr für größere Mengen Wintersportler erschlossen. Über den Sinn und den damit verbundenen Wegfall der alten Gondelbahn Grindelwald-Männlichen sowie den nach Eröffnung der V-Bahn sicherlich stark reduzierten Bahnbetrieb der WAB auf Grindelwalder Seite mag man sicherlich streiten. Die Skigebiete der Schweiz stehen jedoch in enger Konkurrenz zueinander und anscheinend zählt jede Minute, um den Städtern aus dem Flachland schnelle Zuwege zu den Pisten zu ermöglichen. Zusätzlich ist durch den LBT das Wallis (Zermatt, Saas-Fee) deutlich näher an die Deutschschweiz geraten.
Das ist so nicht ganz richtig. Die V-Bahn, bzw. der derzeit noch im Bau befindliche Eigerexpress als Teil wichtigster davon, wird in erster Linie für die Ausflügler zum Jungfraujoch gebaut, nicht für die Schifahrer. Das Problem sind da vor allem die bekannten japanischen Europatouren, bei denen die Fahrzeit aufs Joch immer weniger akzeptiert wird. Es gab unterschiedliche Ideen das zu "verbessern" (unteranderem eine direkte Standseilbahn aus dem Lauterbrunnental), aber letztlich ist man zum jetzigen Kompromiss gelangt. Dabei wird eine neue Sellbahn zum Bahnhof Eigergletscher errichtet, der eine neue Bahnhofshalle bekommt. Von dort fahren dann zusätzliche Taktverdichter aufs Joch. Wenn ich mich richtig erinnere geht es künftig halbstündlich am Kleine Scheidegg und viertelstündlich ab Eigergletscher hoch.

Das ganze war ein ziemlich zäher Kampf gegen Widerstände aus Grindelwald. Deswegen musste die Jungfraubahn auch schauen, dass sie da möglichst viel Rückhalt bekommt. Das ist ja immerhin in der Schweiz, und die bekannte Basisdemokratie gilt auch für solche Projekte. Darum wurde auch die Gondelbahn auf den Männlichen erneuert, Geld verdienen die Jungfraubahnen aber in erster Linien mit den horrend teuren Ausflugstickets aufs Joch.
Der Bahnbetrieb von Grindelwald auf die kleine Scheidegg wird natürlich künftig deutlich weniger nachgefragt und sicher reduziert werden, aber man musste sich vertraglich dazu verpflichten weiterhin einen 30er Takt zu fahren, wie heute auch. Das ist also höchstens für den Eisenbahnfan ein Problem, weil die Vorzüge wegfallen und vielleicht auch nur noch in Einfachtraktion gefahren wird, das Angebot an sich bleibt aber erhalten.

Der Ersatz der Bahn auf den Männlichen war dringend nötig, die Fahrzeit war ewig und die Gondeln sehr eng. Außerdem gab es dort regelmäßig lange Wartezeiten. Aber wir wären nicht in der Schweiz wenn man nicht gleich den ÖV mitgedacht hätte, und deswegen wurde im Zuge des Projekts gleich ein neuer Haltepunkt der BOB an der Talstation der neuen Seilbahnen angelegt, vollständig überdacht und mit überdachtem Gang zu den Seilbahnen. Vorher musste man mit der BOB nach Grindelwald in den Ort fahren und dort auf die WAB umsteigen. Von dort ging es dann (bzw. geht, die Möglichkeit besteht ja noch) wieder runter nach Grindelwald Grund wo Kopf gemacht wurde um zur Kleinen Scheidegg zu fahren. Alternativ konnte man mit dem Bus zur Gondelbahn fahren. Jetzt kommt man mit der BOB zur Seilbahn und schneller ins Schigebiet. Auch in der Schweiz befindet sich der ÖV im Wettbewerb mit dem Auto, es werden nur größere Anstrengungen unternommen um die Leute von seiner Nutzung zu überzeugen. Nicht jeder ist so ein glühender Bahnfahrer wie wir, auch die meisten Schweizer wollen es in erster Linie bequem haben.
MrEnglish schrieb:
Das ganze war ein ziemlich zäher Kampf gegen Widerstände aus Grindelwald. Deswegen musste die Jungfraubahn auch schauen, dass sie da möglichst viel Rückhalt bekommt. Das ist ja immerhin in der Schweiz, und die bekannte Basisdemokratie gilt auch für solche Projekte. Darum wurde auch die Gondelbahn auf den Männlichen erneuert, Geld verdienen die Jungfraubahnen aber in erster Linien mit den horrend teuren Ausflugstickets aufs Joch.
Eine kleine, aber meiner Meinung nach relevante Ergänzung:
Die Männlichenbahn ist eine eigenständige Aktiengesellschaft, die "gehört" nicht den Jungfraubahnen. Bei der Aktiongesellschaft hat die JB zwar einen Aktienanteil von 28%, aber sie haben nicht die Aktienmehrheit.
Die beiden Bahnen haben zwar im V-Projekt zusammengearbeitet, aber geschäften tut die Männlichenbahn AG für sich alleine, und die neue Bahn wurde durch die Männlichenbahn AG finanziert, nicht durch die Jungfraubahnen.
Ich finde diese V-Bahn kein Superprojekt. Der Direktor der Jungfaubahnen ja in Werbetourem durch Asien um für seine Bahn den Massentourismus anzuziehen. Nur stösst dieser immer mehr auf Widerstand. In Luzern sieht man dies bereits, im Berneroberland wird es bald nicht anders sein. Ich denke, man könnte diese Werbeaktionen bleiben lassen. Es kämen immer noch genügend Touristen aufs Joch. Die Reisfreudigkeit der Menschen nimmt ja immer noch zu. Wie man dann mit der angestrebten angestrebte Menge an Leuten auf dem Jungfraujoch umgehen will, ist eine ganz andere Frage.

Gruss
Ernst

Die Beschränkung wegen dem Corona- Virus sollte diesen "Tourismusförderern" auch zu denken geben.
Ebenso das Risiko von Verbreiten von Krankheiten um die ganze Welt.
Man hat in den letzten Jahren nicht weit gedacht, das Geld lockte.
Weniger wäre mehr gewesen, auch der Einheimische Tourist wäre etwas Wert gewesen.
Aber diesen wollte man nicht mehr, resp. dieser fühlte sich, mitten von Fremden, fremd und nichts mehr wert.
Jetzt Jammern diese "Tourismusförderer".
e32 schrieb:
Die Beschränkung wegen dem Corona- Virus sollte diesen "Tourismusförderern" auch zu denken geben.
Ebenso das Risiko von Verbreiten von Krankheiten um die ganze Welt.
Man hat in den letzten Jahren nicht weit gedacht, das Geld lockte.
Weniger wäre mehr gewesen, auch der Einheimische Tourist wäre etwas Wert gewesen.
Aber diesen wollte man nicht mehr, resp. dieser fühlte sich, mitten von Fremden, fremd und nichts mehr wert.
Jetzt Jammern diese "Tourismusförderer".
Dazu fällt mir dieses Foto ein:

20190827-003.jpg

Der Zug, in dem das aufgenommen wurde, ist komplett auf chinesische Touristen ausgerichtet. Und rettete mir als zwischengeschobener Sonderzug trotz verspätetem EC7 den Anschluss an mein Postauto in Brienz.

Ach so: besten Dank für die tollen Fotos natürlich! Da war ich nun 13 mal im Berner Oberland, habe es aber bislang nie nach Lauterbrunnen, Grindelwald, Schynige Platte geschafft. Eine Schande! Das mus ich nachholen, so sich die Gelegenheit noch einmal ergeben sollte.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.05.20 20:10.
Hallo,

vielen Dank allen für die zahlreichen Kommentare mit technischen, fotografischen und sonstigen Ergänzungen (auch unter den ersten drei Teilen).
Wir haben tatsächlich schon mit dem Gedanken gespielt, bei besserem Wetter nochmal eine Fahrt aufs Jungfraujoch zu unternehmen. Insofern sind die Fotos hier bei gutem Wetter nur Ansporn :-)
Wer weiß.. vielleicht folgt hierzu irgendwann auch mal ein Beitrag, so wie es denn machen.
Danke auch für den Hinweis zur Schynige-Platte-Bahn. Da könnte ich aus dem Jahr 2015 mal ein paar Fotos hochkramen, wo ich bereits dort oben war.

Viele Grüße
Tobias
Da wünsche ich Euch dann bestes Wetter!!

Solltet Ihr einen zusätzliche Tag einplanen können, empfiehlt sich auch die Gletscherwanderung über den Aletsch mit Übernachtung auf den Concordiahütten. R$ückfahrt dann entweder über Brig/Lötschberg oder auch über Andermatt.
Danke DB-189 für die interessanten Berichte die Erinnerungen wecken!


Trans schrieb:
Solltet Ihr einen zusätzliche Tag einplanen können, empfiehlt sich auch die Gletscherwanderung über den Aletsch mit Übernachtung auf den Concordiahütten. R$ückfahrt dann entweder über Brig/Lötschberg oder auch über Andermatt.
Dem kann ich grundsätzlich zustimmen, allerdings ist eine alpinistische Grunderfahrung und Gletscherausrüstung (Steigeisen, Seil bei Bedarf) dringend angeraten. Oder man bucht eine geführte Tour.