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Re: Petition für die Achenseebahn

geschrieben von: jochen11

Datum: 13.03.20 08:30

Hallo Schienenradler,

persönlich bin ich ein großer Fan dieser tollen Eisenbahn und Landschaft.

Es wäre ein Traum, wenn diese erhalten bleibt, aber eben ein Traum.

Ich bin Förderer von vielen Projekten und Unternehmen, so habe ich 2013 von meinem Privatkonto eine Summe zur Reparatur von 01 150 dazu gegeben.

Würde ich Heute auch nicht mehr machen, da kein Konzept dahinter steckt.

So ist es auch bei der Achenseebahn.

So gerne ich mir wünschen würde das die Bahn erhalten bleibt, so Unrealistisch ist es mit den jetzigen Betreibern.

Ich war 2016 mal für ein Gespräch dort.

Wenn ich höre, dass da ein Millionenbetrag von der Verwaltung überwiesen wird, jetzt wieder 300.000 Euro und die Bahn dennoch zahlungsunfähig ist, dann passt da was nicht.

Ich sehe dies genauso, jeder weitere Euro wäre umsonst.

Es heißt jedoch nicht das der Betrieb für immer vorbei ist, nur weil es jetzt erst mal auf null gesetzt wird, so wie es aktuell aussieht.

Ich bin mir sicher, die Bahn wird wieder fahren, wenn auch etwas anders als jetzt.

LG Jochen

Re: Petition für die Achenseebahn

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 13.03.20 09:32

Deinen Optimismus in allen Ehren, aber was soll denn bitte "etwas anders als jetzt" sein? Die fahren schon ein ziemlich minimalistisches Angebot (der Fahrplan für dieses Jahr wurde erst vor kurzem zusammengestrichen) mit viel persönlichem Einsatz der Mitarbeiter. Ich sehe nicht, wo man da signifikant noch was einsparen könnte.
SPNV auf der anderen Seite, ist einfach viel zu teuer. Das Land Tirol investiert zwar massiv in den Ausbau des ÖV, aber zu verschenken haben die ihr Geld auch nicht (abgesehen von einem bestimmten, sehr gut vernetzten Tal, aber lassen wir das).

Früher hat die Bahn wohl wenigstens ihre Betriebskosten gedeckt und für die Infrastruktur bekam sie Zuschüsse. Die wurden dann irgendwann eingestellt, weil es sich eben nicht um ÖV handelt.

Der ehemalige Chef war zwar ein rühriger Mann, lebte aber leider auch in seiner eigenen Welt. Die Geschichte mit den Fahrzeugen der Appenzeller Bahn ist ja hinlänglich bekannt. Er war aber auch der Meinung, dass die Tarifreform des VVT Schuld am Einbruch der Fahrgastzahlen gewesen wäre. Durch die günstigen Tickets wären die Leute Bus statt Bahn gefahren.
Dass es vielleicht schädlicher war, dass man sich mit der Achenseeschifffahrt überworfen hat und es aus dem Grund keine Kombitickets mehr gab, das wurde gerne ignoriert.

Re: Petition für die Achenseebahn

geschrieben von: Peter Illertr

Datum: 13.03.20 09:54

Der neue Betriebsdirektor Martin Uhlig setzt nicht auf die Appenzeller Garnituren. Das sehe ich genauso. Die Reaktionen auf die Petition zeigen doch, wo die Stärken der Achenseebahn gesehen werden. Was den Fahrplan angeht: Lieber einen zuverlässigen Ein-Zug-Betrieb als häufige Ausfälle. Gerade weil die Achenseebahn eine Touristikbahn und keine öffentliche Grundversorgung ist, wäre eine Stilllegung womöglich das unumkehrbare Ende.

Re: Petition für die Achenseebahn

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 13.03.20 19:31

Schienenradler schrieb:
Da das Land Tirol kein Interesse zeigt, sich aktiv an der Erhaltung der Achenseebahn zu beteiligen

Diese Unterstellung ist eine Unverschämtheit. Und sie geht ganz klar an den Fakten vorbei. Das Land Tirol unterstützt die Achenseebahn seit letztem Jahr mit ganz erheblichen Mitteln, gegen jede verkehrspolitische Vernunft. Aber an einer Insolvenzverschleppung kann und darf das Land sich nicht beteiligen.

Schienenradler schrieb:
wurde eine Online-Petition „Rettet das Kulturerbe Achenseebahn“ ins Leben gerufen.

Und das soll jetzt genau was bringen? Die Insolvenz abwenden? Und geht es da jetzt um die Achenseebahn AG oder um die Achenseebahn selbst? Wer das nicht präzise auseinanderhält, hat entweder keine Ahnung oder verfolgt unlautere Absichten.

Und genau da sind wir auch wieder beim Engagement des Landes. Aufgrund der bisherigen Bemühungen wird das sicher auch weitergehen, und es wird wichtiger als bisher werden, z. B. wenn es darum geht, Infrastruktur aus der Konkursmasse rauszukaufen. Werden dann Förderverein und Onlinepetition irgendwie von Nutzen sein? Wohl kaum. Das Land wird sich sicher auch weiterhin um die Achenseebahn kümmern. Aber mit der Achenseebahn AG ist das Land fertig. Völlig zu recht.

Schienenradler schrieb:
Ich denke, grad weil es sich dabei auch um eine touristische Attraktion handelt, ist es legitim, wenn sich auch Freunde der Achenseebahn außerhalb Tirols daran beteiligen!

Ich wünsche noch viel Spaß mit dieser komplett sinnfreien Aktion.

Re: Petition für die Achenseebahn

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 13.03.20 19:47

MrEnglish schrieb:
Deinen Optimismus in allen Ehren, aber was soll denn bitte "etwas anders als jetzt" sein? Die fahren schon ein ziemlich minimalistisches Angebot (der Fahrplan für dieses Jahr wurde erst vor kurzem zusammengestrichen) mit viel persönlichem Einsatz der Mitarbeiter. Ich sehe nicht, wo man da signifikant noch was einsparen könnte.

Und das bedeutet was in Konsequenz? Dass ein rein touristischer Verkehr wirtschaftlich nicht mehr darstellbar ist. Sollte man vielleicht einfach mal so zur Kenntnis nehmen.

MrEnglish schrieb:
SPNV auf der anderen Seite, ist einfach viel zu teuer. Das Land Tirol investiert zwar massiv in den Ausbau des ÖV, aber zu verschenken haben die ihr Geld auch nicht (abgesehen von einem bestimmten, sehr gut vernetzten Tal, aber lassen wir das).

Nun, man hat genau für die Achenseebahn schon jede Menge Geld verschenkt. Oder auch wahlweise aus dem Fenster geschmissen bzw. in ein Fass ohne Boden. Die Umstellung der Achenseebahn auf ÖPNV ist nicht nur ein reales Thema, sondern die einzige Chance. Dann kann man durchaus wieder nebenher Dampfbetrieb haben. Wohl eher nicht mehr mit zwei Dampfzügen gleichzeitig (aber das sieht ja selbst der angekündigte Fahrplan nicht mal mehr vor) und mit klarer Unterordnung unter den regulären Verkehr (wobei es dann wohl nicht mehr völlig wurscht ist, ob man 15 min zu spät fährt), aber der Dampfbetrieb muss dann nur noch sich selbst tragen und nicht mehr die Festkosten der Strecke.

MrEnglish schrieb:
Er war aber auch der Meinung, dass die Tarifreform des VVT Schuld am Einbruch der Fahrgastzahlen gewesen wäre. Durch die günstigen Tickets wären die Leute Bus statt Bahn gefahren.

Wer solchen Stuss erzählt, muss wohl wirklich in einer anderen Welt leben. Die Hin- und Rückfahrt mit der Bahn kostet 31 Euro, das ist völlig abseits der Busfahrpreise. Egal wie deren Trend gerade mal ist. Und bei den im Vergleich maßgeblichen Einzelfahrscheinen ist der VVT schon ziemlich teuer.

Re: Petition für die Achenseebahn

geschrieben von: korridor

Datum: 13.03.20 20:56

Peter Illertr schrieb:
Gerade weil die Achenseebahn eine Touristikbahn und keine öffentliche Grundversorgung ist, wäre eine Stilllegung womöglich das unumkehrbare Ende.
Das Gegenteil dürfte der Fall sein. Falls die Bahn mit Dampfbetrieb wiederersteht, egal wann, wird sie von den Touristikern wieder ins Programm aufgenommen. Sobald sie sich aber mit moderner Traktion nur dem ÖPNV widmet, dürfte sie für die Touristiker uninteressant sein, da zu wenig spektakulär.

Re: [AT] Achenseebahn, Land stoppt Zuschüsse

geschrieben von: Florian Ziese

Datum: 13.03.20 22:02

tkautzor schrieb:
kaufhalle schrieb:
Aber wenn man natürlich Schrott in Appenzell einkauft und herantransportieren lässt, ist eben kein Geld für die wesentlichen Dinge da.
Das der Kauf der Appenzeller Bahnen-Fahrzeuge durch die Achenseebahn ein Fehler mag sein, aber diese Fahrzeuge sind auf keinem Fall Schrott, sie hätten in der Schweiz noch jahrzehntelang fahren können wenn sich nicht die Regeln geändert hätten und man demnächst mit einem Rollstuhl oder Kinderwagen unbedingt in jeder Tür einsteigen muss, oder wenn die Schweizer Eisenbahnindustrie nicht einen solchen Einfluss auf die Politik hätte.
Klar kann hätte man viel Geld in diese Kisten versenken können, aber ob das wirtschaftlich wäre, ist eine ganz andere Frage. Die Fahrzeuge sind nun 38 Jahre alt und benötigen eine umfangreiche Modernisierung, um sie noch länger einsetzen zu können (und sind dann trotzdem noch "alt"). Zudem haben sie einen Zahnradantrieb, der auf ihrer Stammstrecke nun völlig nutzlos ist und nach Trogen fahren können sie auch nicht weil sie zu breit für die Strecke dorthin sind.
Von den fünf Niederflurtriebwagen des anderen Streckenasts hat sich die AB übrigens auch gleichzeitig getrennt (die allerdings einen geeigneten Käufer fanden).

Ab 2024 braucht es zwar einen Niederflureinstieg, aber da gäbe es auch Möglichleiten. Ein Teil der Triebwagen die jetzt nutzlos bei der Achsenseebahn herumgammeln war ja schon mit Niederflursteuerwagen unterwegs und hätten so angepasst beliebig über 2024 hinaus eingesetzt werden können wenn man den hätte wollen.

Zudem wollen die Besteller auch ohne gesetzlichen Zwang oft einen Niederflureinstieg so früh wie möglich. Einzelne Bahnen trennen sich schon vor 2024 von vor längerem angeschafftes Niederflurfahrzeugen...

Gruss

Florian

Re: [AT] Achenseebahn, Land stoppt Zuschüsse

geschrieben von: tbk

Datum: 13.03.20 22:42

Mit der Zillertalbahn fusionieren, verlängerung nach Pertisau, täglicher regelbetrieb mit einer zahnradvariante der für dort gerade beschafften wasserstoffzüge, zusätzlich saisonaler dampfbetrieb (wie gegenüber im sommer wöchentlich üblich).
Für so ein projekt könnte es dann vielleicht auch landes- und bundeszuschüsse geben, in wasserstoff-infrastruktur wird sowieso investiert und eine gemeinsame technische basis würde trotz unterschiedlicher spurweiten die instandhaltung vereinfachen.


Korrespondenz bitte per e-mail, nicht über "Private Nachrichten" - das wird sonst viel zu schnell voll!

Bei der fülle des zu verarbeitenden materials sind trotz sorgfältiger bearbeitung vereinzelte tippfehler oder kleinere unstimmigkeiten nicht immer vermeidbar. Eine rechtliche gewähr für die richtigkeit des inhalts dieses beitrages kann daher nicht übernommen werden.

Re: [AT] Achenseebahn, Land stoppt Zuschüsse

geschrieben von: CH-Mirage

Datum: 13.03.20 23:01

Florian Ziese schrieb:
tkautzor schrieb:
kaufhalle schrieb:
Aber wenn man natürlich Schrott in Appenzell einkauft und herantransportieren lässt, ist eben kein Geld für die wesentlichen Dinge da.
Das der Kauf der Appenzeller Bahnen-Fahrzeuge durch die Achenseebahn ein Fehler mag sein, aber diese Fahrzeuge sind auf keinem Fall Schrott, sie hätten in der Schweiz noch jahrzehntelang fahren können wenn sich nicht die Regeln geändert hätten und man demnächst mit einem Rollstuhl oder Kinderwagen unbedingt in jeder Tür einsteigen muss, oder wenn die Schweizer Eisenbahnindustrie nicht einen solchen Einfluss auf die Politik hätte.
Klar kann hätte man viel Geld in diese Kisten versenken können, aber ob das wirtschaftlich wäre, ist eine ganz andere Frage. Die Fahrzeuge sind nun 38 Jahre alt und benötigen eine umfangreiche Modernisierung, um sie noch länger einsetzen zu können (und sind dann trotzdem noch "alt"). Zudem haben sie einen Zahnradantrieb, der auf ihrer Stammstrecke nun völlig nutzlos ist und nach Trogen fahren können sie auch nicht weil sie zu breit für die Strecke dorthin sind.
Von den fünf Niederflurtriebwagen des anderen Streckenasts hat sich die AB übrigens auch gleichzeitig getrennt (die allerdings einen geeigneten Käufer fanden).

Ab 2024 braucht es zwar einen Niederflureinstieg, aber da gäbe es auch Möglichleiten. Ein Teil der Triebwagen die jetzt nutzlos bei der Achsenseebahn herumgammeln war ja schon mit Niederflursteuerwagen unterwegs und hätten so angepasst beliebig über 2024 hinaus eingesetzt werden können wenn man den hätte wollen.

Zudem wollen die Besteller auch ohne gesetzlichen Zwang oft einen Niederflureinstieg so früh wie möglich. Einzelne Bahnen trennen sich schon vor 2024 von vor längerem angeschafftes Niederflurfahrzeugen...

Gruss

Florian
Etwas unvollständig und einseitig, nid woor?!😉

a) Die jüngeren Fahrzeuge der hier fraglichen ‘Appenzeller’-Generation aus den 80/90er-Jahren, nämlich die BDeh 4/4 16+17, Bt 116+117 (1993, mit Zahnrad) und BDe 4/4 44+45, Bt 144+145 (1993, nur Adhäsion) sind nach wie vor bei den AB im Einsatz, also 8 Fahrzeuge!
Die beiden Zahnrad-Pendel sogar täglich, denn sie bewältigen den gesamten Betrieb auf der 160 Promille-steilen AB-Linie Altstätten Stadt-Gais.

b) Die 3 für diese Rollmaterial-Generation ca. 2004 beschafften Nf-Steuerwagen mit Zahnrad (Bt 121-123) brauchen die AB weiterhin. 2 davon, um juste mit den BDeh 116+117 ab 2024 auf der Linie Altstätten-Gais künftig den gesetzlich obligatorischen Nf-Einstieg offerieren zu können, der dritte für die Reserve- und Zusatzzüge auf der GAW-Linie.

c) Und ‘altes’ CH-Rollmaterial wie die ‘Appenzeller’ sind sehr robust und für einen Lebenszyklus von 50 Jahren konzipiert.
Es kommt bei vielen CH-Bahnen beider Spurweiten nur wegen der Behinderten-Legislation zu vorzeitigen Ersatzbeschaffungen (mit entspr. eidg. Subventionen).
Ohne diese neue Rechtslage hätten die AB die Adhäsions-Pendel aus den 80/90er-Jahren für die GAW-Linie wohl noch nicht so schnell ersetzt/in die Reserve versetzt.
Und ohne ‘Durchmesserlinie’ Apppenzell-SG-Trogen wären auch die Zahnradzüge nicht so rasch für SG-Gais-Appenzell ersetzt worden.
Bei den neuen ‘Walzer’-Zügen für die GAW-Adhäsionslinie kommt hinzu, dass sich die AB den praktisch identischen Westschweizer Bestellungen (v.a. NStCM, TPF, CJ) relativ günstig anhängen konnten.

d) ‘Wirtschaftlichkeit’ ist relativ und Definitionssache. Jedes Land definiert Rentabilität im Service public anders.
Und eine BWL-Optik bringt sowieso nichts, denn Service public, d.h. auch OeV, kann per se betriebswirtschaftlich nie rentabel sein!
Volkswirtschaftlich (inkl. Oekologie, Sicherheit etc.) ist die Sache allerdings eine komplett andere...

Wird bei jeder Strassensanierung nach Hindertupfigä auch nach ‘Wirtschaftlichkeit’ gefragt...?

Bonsoir
Ueli

PS: Wenn Du mit Deinem letzten Satz die Thurbo AG gemeint haben solltest, dann werden einige normalspurige ‘Bluëmechischtli’ (GTW der 1. Generation) bei den CJ in der Ajoie weiter fahren.
Und die ex-TB-Niederflurzüge (heute TransN) hätten zuerst für 1,5 kV= und für die 90-Promille-Rampe im neuen Riethüsli-Tunnel angepasst werden müssen. Eine einheitliche neue Serie für Appenzell-SG-Trogen ist deshalb sinnvoll.



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.03.20 00:36.

Re: Petition für die Achenseebahn

geschrieben von: nozomi07

Datum: 14.03.20 00:28

MrEnglish schrieb:
Der ehemalige Chef war zwar ein rühriger Mann, lebte aber leider auch in seiner eigenen Welt. Die Geschichte mit den Fahrzeugen der Appenzeller Bahn ist ja hinlänglich bekannt. Er war aber auch der Meinung, dass die Tarifreform des VVT Schuld am Einbruch der Fahrgastzahlen gewesen wäre. Durch die günstigen Tickets wären die Leute Bus statt Bahn gefahren.
Dass es vielleicht schädlicher war, dass man sich mit der Achenseeschifffahrt überworfen hat und es aus dem Grund keine Kombitickets mehr gab, das wurde gerne ignoriert.
Das alles klingt nach kompletter Weltfremdheit. Man kauft mal irgendwo gebrauchte Züge ohne die geringste Ahnung wozu. So kauf ich nicht mal Modellbahn! Bestellter ÖV ist nicht geplant, und für den Museumsbetrieb sind die Appenzeller uninteressant (wer zahlt 30 Euro für ein bisschen Straßenbahn). Man überwirft sich mit einem wichtigen Partner im lokalen Tourismus - wie kann sowas passieren! Und fantasiert irgendwas mit Buspreisen daher.

Die große Frage ist : Wäre die Achenseebahn mit erträglichen Zuschüssen als Touristenattraktion dauerhaft betreibbar? Oder ist sie systembedingt ein Fass ohne Boden? Beurteilen können wir das allees nicht.

Aber einem derart dilettantischen Management traue ich diese Entscheidung nicht zu. Die oben genannten Punkte reichen, um zu wissen, wem man eine Millionen Zuschüsse auf keinen Fall geben kann. Das Land hat hier völlig recht, die haben genug in die Achenseebahn investiert, denen kann man keinen Vorwurf machen.

Lasst die Gesellschaft über die Klinge springen, und dann sollen Land und Zillertalbahn gemeinsam ein Konzept entwickeln, wie die Strecke betreibbar ist. Dann wird man sehen, ob es eine Lösung mit erträglichen Subventionen gibt.

Re: Petition für die Achenseebahn

geschrieben von: CH-Mirage

Datum: 14.03.20 01:05

nozomi07 schrieb:
MrEnglish schrieb:
Der ehemalige Chef war zwar ein rühriger Mann, lebte aber leider auch in seiner eigenen Welt. Die Geschichte mit den Fahrzeugen der Appenzeller Bahn ist ja hinlänglich bekannt. Er war aber auch der Meinung, dass die Tarifreform des VVT Schuld am Einbruch der Fahrgastzahlen gewesen wäre. Durch die günstigen Tickets wären die Leute Bus statt Bahn gefahren.
Dass es vielleicht schädlicher war, dass man sich mit der Achenseeschifffahrt überworfen hat und es aus dem Grund keine Kombitickets mehr gab, das wurde gerne ignoriert.
Das alles klingt nach kompletter Weltfremdheit. Man kauft mal irgendwo gebrauchte Züge ohne die geringste Ahnung wozu. So kauf ich nicht mal Modellbahn! Bestellter ÖV ist nicht geplant, und für den Museumsbetrieb sind die Appenzeller uninteressant (wer zahlt 30 Euro für ein bisschen Straßenbahn). Man überwirft sich mit einem wichtigen Partner im lokalen Tourismus - wie kann sowas passieren! Und fantasiert irgendwas mit Buspreisen daher.

Die große Frage ist : Wäre die Achenseebahn mit erträglichen Zuschüssen als Touristenattraktion dauerhaft betreibbar? Oder ist sie systembedingt ein Fass ohne Boden? Beurteilen können wir das allees nicht.

Aber einem derart dilettantischen Management traue ich diese Entscheidung nicht zu. Die oben genannten Punkte reichen, um zu wissen, wem man eine Millionen Zuschüsse auf keinen Fall geben kann. Das Land hat hier völlig recht, die haben genug in die Achenseebahn investiert, denen kann man keinen Vorwurf machen.

Lasst die Gesellschaft über die Klinge springen, und dann sollen Land und Zillertalbahn gemeinsam ein Konzept entwickeln, wie die Strecke betreibbar ist. Dann wird man sehen, ob es eine Lösung mit erträglichen Subventionen gibt.
Die ex-Appenzeller-Fahrzeuge sind KEINE Trams, sondern - stell Dir vor - richtige Eisenbahnfahrzeuge!

Bei uns in CH wäre der Fall schon längst klar bzw. spätestens vor ca. 40 Jahren klar gewesen:

Sofortige Elektrifikation mit Fahrleitung, Verlängerung in weitere Siedlungsgebiete, Refit und Einsatz der Occasionszüge, die gerade bei Zahnradbahnen aufgrund der geringeren Kilometerleistung eine Lebenszeit von mind. 50 Jahren haben. In der CH ist heute teilw. 70-80-jähriges Rollmaterial noch im regulären Betrieb (vgl. Rigibahnen, Pilatus).

Und das gälte auch bei einem komplett oder in erster Linie touristischen Betrieb.
vgl. Ferrovia Monte Generoso (elektriziert 1982), Rigibahnen (1906/37), Pilatus-Bahn (1937), Wengernalp-/Jungfraubahn (1912/14), Montreux-Rochers-de-Naye (1938) u.v.m.
Und diese Bahnen haben sehr gute Passagierfrquenzen ‘trotz’ E-Traktion und auch alles andere als günstigen Preisen.

Und jede Zahnradbahn gilt als öV, wenn auch nur eine einzige ganzjährig bewohnte Siedlung in deren Einzugsgebiet liegt (d.h. GA-/Halbtax sind gültig). Das ist z.B. schon bei den Rigibahnen der Fall, aber auch Montreux-Caux, Lauterbrunnen-Wengen etc. pp.

Die Achenseebahn wäre in CH selbstverständlich ein reguläres und subventioniertes, ganzjähriges betriebenes öff. Verkehrsmittel, integriert in den nationalen und regionalen Tarifverbund mit Taktfahrplan. Denn es wohnen ja ganzjährig Leute an der Achenseebahn.
Sonst würde es ja keinen parallelen öV-Bus geben...

In CH würde dieser Bus natürlich parallel zur Modernisierung und Verlängerung der Bahn so rasch als möglich eingestellt.

Für Dampffreaks würden ein paar historische Fahrtage genügen.

Aber ‘weder Fisch noch Vogel’-Politik funktioniert natürlich längerfristig nicht.
OeV+Tourismus müsste das Konzept sein.

Ueber das Theater um die Achenseebahn kann man als Auswärtiger wirklich langsam nur noch den Kopf schütteln...🤔

Guëtnacht
Ueli

PS: Das oben Gesagte gälte in der CH natürlich auch für Schafberg- und Schneebergbahn.👋



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.03.20 04:46.

Re: [AT] Achenseebahn, Land stoppt Zuschüsse

geschrieben von: RhB WR 3811

Datum: 14.03.20 03:36

oseYannis schrieb:
[www.tt.com]
Ab 13:00 frei lesbar. In der heutigen Zeit wo viele Bahnen reaktiviert oder neu gebaut werden ist das der falsche Weg.
Trauriger Gruß Yannis
Trainspotter-Ideologie vor wirtschaftlicher Vernunft.
oseYannis schrieb:
[www.openpetition.eu]
Bitte mitmachen und weiterleiten!
Danke sagt Yannis
Was bitte soll das bringen? Ich sehe hinter dieser Petition keinerlei Konzept.
Unsinnig ! Betrieb stillegen !Solange kein schlüssiges Konzept vorgelegt werden kann. Schließlich geht es um Steuergelder! Und falls es einige hier bei DSO vergessen haben sollten: Freiheit ist auch immer die Freiheit des Andersdenkenden bzw hier- schreibenden !



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 15.03.20 18:14.

Re: [AT] Achenseebahn, Land stoppt Zuschüsse

geschrieben von: citta dei sassi

Datum: 14.03.20 10:00

tbk schrieb:
Mit der Zillertalbahn fusionieren, verlängerung nach Pertisau, täglicher regelbetrieb mit einer zahnradvariante der für dort gerade beschafften wasserstoffzüge, zusätzlich saisonaler dampfbetrieb (wie gegenüber im sommer wöchentlich üblich).
Für so ein projekt könnte es dann vielleicht auch landes- und bundeszuschüsse geben, in wasserstoff-infrastruktur wird sowieso investiert und eine gemeinsame technische basis würde trotz unterschiedlicher spurweiten die instandhaltung vereinfachen.
Da steckt dann auch richtig Potenzial drin, alleine das Personal zur Wartung der historischen Maschinen könnte sehr viel besser eingesetzt werden von der Verwaltung und anderem Personal wollen wir garnicht erst reden. Für einen reinen Fahrbetrieb wie er jetzt ist sollten 6 Mann reichen. Im Nahverkehr das ganze Jahr über müsste dann auf 12 aufgestockt werden.

Das Potenzial für den Nahverkehr ist wirklich nicht zu unterschätzen, besonders wenn die Geschwindigkeiten Talwärts auf 25 und bergwärts auf 30 km/h angehoben wird.

Was ich aber kritisch sehe ist die Wasserstoffgeschichte: Die Bremsenergie muß Talwärts verheizt und Bergwärts ein sehr schwerer Tank mitgeschleppt werden. Macht das ganze nicht zum Idealfall.

Re: [AT] Achenseebahn, Land stoppt Zuschüsse

geschrieben von: Florian Ziese

Datum: 14.03.20 11:14

CH-Mirage schrieb:
a) Die jüngeren Fahrzeuge der hier fraglichen ‘Appenzeller’-Generation aus den 80/90er-Jahren, nämlich die BDeh 4/4 16+17, Bt 116+117 (1993, mit Zahnrad) und BDe 4/4 44+45, Bt 144+145 (1993, nur Adhäsion) sind nach wie vor bei den AB im Einsatz, also 8 Fahrzeuge!
Die beiden Zahnrad-Pendel sogar täglich, denn sie bewältigen den gesamten Betrieb auf der 160 Promille-steilen AB-Linie Altstätten Stadt-Gais.
Und was hat das jetzt mit dem Thema und den an die Achenseebahn verkauften Züge zu tun?
Zudem sind die von dir genannten Züge 11 Jahre jünger.

Zitat:
b) Die 3 für diese Rollmaterial-Generation ca. 2004 beschafften Nf-Steuerwagen mit Zahnrad (Bt 121-123) brauchen die AB weiterhin. 2 davon, um juste mit den BDeh 116+117 ab 2024 auf der Linie Altstätten-Gais künftig den gesetzlich obligatorischen Nf-Einstieg offerieren zu können, der dritte für die Reserve- und Zusatzzüge auf der GAW-Linie.
Aber die nun verkauften Triebwagen fuhren zuvor mit den Niederflursteuerwagen. Das wäre problemlos über 2024 hinaus möglich gewesen. Klar hätte man dann mehr als 3 Steuerwagen für 7 Triebwagen benötigt (oder alternativ Mittelwagen).
Aktuell sind die BDeh 16+17 übrigens meineswissens noch nicht mit den Niederflursteuerwagen unterwegs, das will man erst wenn man muss.

Und die von der AB beschafften GAW-Triebwagen werden bei anderen Bahnen durchaus gemischt mit Altfahrzeugen eingesetzt. Man hätte mit durchaus weniger neuen Fahrzeugen als beschafft alle AB-Züge barrierefrei bekommen können. Die CJ hat zum Bespiel nur Triebwagen dieser Bauart beschafft und setzt sie mit alten Wagen und Steuerwagen ein. Oder die AB hätte z.B. statt fünf dreiteiliger Neubaufahrzeugen nur zwei Züge Be+B+ABt kaufen können. Dann die Fahrzeuge gut mit den alten Fahrzeugen durchmischen und es kämen sechs Züge mit Niederflureinstieg heraus. Wenn dann später die alten Fahrzeuge ersetzt worden wären, hätte man die neuen Fahrzeuge wieder vereinen können.
Die BAM hat zum Beispiel erst Niederflur-Zwischenwagen gekauft (lange bevor es gesetzlich nötig gewesen wäre) und in die Altzüge gekuppelt und dann einige Jahre später neue Triewagen ähnlich der Niederflurwagen dazu gekauft. Die neuen Triebwagen werden teils auch mit alten Wagen eingesetzt.
Das Erfüllen der gesetzlichen Vorgaben wäre mit durchaus weniger neuen Fahrzeugen möglich als beschafft wird.

Zitat:
PS: Wenn Du mit Deinem letzten Satz die Thurbo AG gemeint haben solltest, dann werden einige normalspurige ‘Bluëmechischtli’ (GTW der 1. Generation) bei den CJ in der Ajoie weiter fahren.
Aber sicher wird die CJ keine 10 GTW samt 4 Steuerwagen kaufen. Man muss schon froh sein, wenn sie drei betriebsfähige Triebwagen kaufen, um die heute gelegentlich nötigen Bus-Ersatzfahrten wieder einzuschränken (heute 2 Umläufe mit nur 2 Triebwagen ohne Reserve).
Und übrigens, die CJ hat einen NPZ von 1984 (also 2 Jahre jünger als die AB-Fahrzeuge), der ist seit längerer Zeit abgestellt. Die ex MThB-NPZ von 1994/95(!) hat die SBB grossteils gar schon vor langem verschrotet (nur 3 von 14 Fahrzeugen verkauft), weil die geplante Modernisierung schon nur wegen den leichten technischen Abweichung zu anderen NPZ zu unwirtschaftlich wurde.

Bezüglich Ausrangierung von Niederflurfahrzeugen, die nicht wegen gesetzlicher Vorgaben beschafft wurden, meine ich aber andere. Die RBS trennte sich von den Mandarinli samt deren nachbeschafften Niederflurwagen. Die RBS Be 4/10, mit Niederflureinstieg verlägerte Be 4/8 verschwinden genauso wie diverse ähnliche Strassenbahnen.
Die FLP beschafft neue Fahrzeuge, was die nachbeschafften Niederflurwagen überflüssig macht. Die SZU will ihre Niederflur-GTW-Wagen auch bald ersetzen.

Bis jetzt hält sich Interesse der Bahnen an den RBS-Niederflurwagen aber zum Beispiel sehr zurück.

Gruss

Florian



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.03.20 11:19.

Re: Petition für die Achenseebahn

geschrieben von: nozomi07

Datum: 14.03.20 13:03

CH-Mirage schrieb:
Die ex-Appenzeller-Fahrzeuge sind KEINE Trams, sondern - stell Dir vor - richtige Eisenbahnfahrzeuge!
Stell dir vor, das weiß ich. Ich bin die auch schon gefahren. Ändert nichts daran, dass sie für Touristen reizlos sind. Keiner zahlt 30 Euro, um darin eine kleine Stichbahn zu fahren. Die Übernahme dieser Fahrzeuge war eine Gaga-Aktion.

Auch die Schweiz hat schon Strecken stillgelegt, und nicht jede Strecke hat Bedeutung im ÖV. Bei der Achenseebahn muss man sich entscheiden: Will man sie in ihrem historischen Charme erhalten? Oder zum modernen ÖV umbauen, mit einzelnen historischen Fahrten, wie bei der Zillertalbahn? Beides geht nicht. Welche Option die bessere ist, kann man nur mit viel Expertise vor Ort klären.

Aber einem Betreiber, der mal eben irgendwelche Fahrzeuge kauft, ohne Sinn und Veerstand, wird man diese Aufgabe sicher nicht überlassen. Ein Weiterso kann ich mir nicht vorstellen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 14.03.20 13:03.

Re: Petition für die Achenseebahn

geschrieben von: THU

Datum: 14.03.20 15:45

CH-Mirage schrieb:
Und diese Bahnen haben sehr gute Passagierfrquenzen ‘trotz’ E-Traktion und auch alles andere als günstigen Preisen.
Die aufgezählten Bahnen haben allerdings auch recht "bahnexklusive" Ziele, während die Achenseebahn eigentlich nur existiert, weil Pferde mit Zahnradhufeisen technisch problematisch waren und keine wirklich exklusive Transportleistung erbringt und somit tatsächlich eher eine Spaßbahn denn ein wirklich notwendiges Transportmittel ist.

Ob ein ÖPNV-Betrieb das aber bessern könnte? So viel Bedarf ist entlang der Strecke nun auch nicht, für den täglichen ÖPNV sind die Gefäßgrößen der Busse besser geeignet. Ein zwanghafter Schnitt in Maurach würde nur zusätzliche Fahrthindernisse in Form eines zusätzlichen Umstiegs erfordern, zumal Bahn- und Bushaltestelle in Maurach nicht wirklich gut zueinander gelegen sind. Bliebe noch der sommer- und winterliche Touristikverkehr, ohne eine Verlängerung nach Pertisau ist aber auch das recht mager.
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