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[AT] ÖBB sucht (neuen) Ersatz für Talent 3

geschrieben von: eingangssteller

Datum: 08.01.20 11:24

Hallo zusammen,

gerade zufällig gesehen:

Nach der Markterkundung Ende letzten Jahres hat die ÖBB nun Nägel mit Köpfen gemacht und will neue ET beschaffen.

Quelle: (EN) [www.railjournal.com]

So long

eingangssteller :0)



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.01.20 11:25.
Die ÖBB wollen neue EMUs beschaffen

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben nach einer im November vergangenen Jahres eingeleiteten Marktuntersuchung angekündigt, 39 einstöckige Triebwagen, darunter 11 75 m lange und 28 100 m lange Triebwagen, zu erwerben.

Die Flotte wird in Salzburg und Oberösterreich eingesetzt, um die kürzlich unterzeichneten PSO-Verträge für diese Regionen zu erfüllen.

Die EMUs sollten mit einer Elektrifizierung von 15 kV 16,7 Hz und 25 kV 50 Hz betrieben werden können und für den Betrieb in Österreich, Deutschland und der Tschechischen Republik zugelassen sein.

Die ÖBB beabsichtigen, die Züge für eine Laufzeit von 10 Jahren zu kaufen oder zu leasen, wobei eine Wartungsoption im Vertrag enthalten ist. Die neuen Sets müssen ab dem 1. Januar 2023 einsatzbereit sein, um die in den PSO-Verträgen enthaltenen Strafen zu vermeiden.

Abgabeschluss für Interessenbekundungen ist der 13. Januar. Danach werden die ÖBB Verhandlungen aufnehmen, die zu einem Ausschreibungsverfahren führen können. Interessierte Hersteller müssen nachweisen, dass sie die Lieferfrist einhalten können.

Die Ausschreibung ist das Ergebnis anhaltender Probleme bei der Lieferung von Talent 3-EMUs auf Bestellung von Bombardier, die sich stark verzögert.
Dann haben sich die Gerüchte also bestätigt, sehr interessant. Leider wird damit die Flotte weiter zerstückelt und die Flexibilität wird geringer. Ich bin mal gespannt wer da das Rennen macht.
Hm - heißt das dann, dass die Züge nur 10 Jahre im Dienst bleiben sollen? Irgendwie habe ich ja schon den Eindruck, dass Langlebigkeit nicht mehr gefragt ist, und in 10 Jahren kann ja auch viel passieren - aber ist das nachhaltig ... ?!?

Züge für einen grenzüberschreitenden Verkehr finde ich auf jeden Fall innovativ.

Gruß

Frank
Ich gehe davon aus, dass die ÖBB diese ET braucht um überhaupt in den nächsten 10 Jahren in Salzburg und Oberösterreich antreten und ihre vertraglichen Pflichten erfüllen zu können. Es scheint so als glaube die ÖBB, dass die das nicht mit dem Talent 3 - für den sie ja einen Rahmenvertrag hat - kann. (Warum auch immer - ich nehme an die ÖBB weiß von größeren Qualitätsproblemen oder ähnlich) Nach den 10 Jahren sollten sich diese neuen ETs auch an anderen Stellen in Österreich einsetzen lassen. Siehe auch aktuelle Einsätze mit Talent 1 CityJets.

Mich würde interessieren, ob ein Desiro ML weiter in Frage käme. Nach dem VMV (DE) Auftrag wissen wir ja nun, dass Siemens auch den ML neben dem Mireo auch weiter verkauft. Dann gäbe es einen Splittergattung weniger und wir hätten eine größere Chance auf mehr CityJet Ecos. Das wäre mein persönlicher Favorit.

So long :0)



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.01.20 12:32.
Womöglich liegt es auch nur an den vertragsbedingungen, dass neu ausgeschrieben wird, statt optionen zu ziehen.
Jetzt wird ein festes datum genannt, zu dem die züge einsatzbereit sein müssen, sowie der nachweis bereits in ein paar tagen, sie innerhalb drei jahren liefern zu können.
Damit wälzen die ÖBB das risiko, zu vertragsbeginn womöglich ohne adäquates rollmaterial dazustehen, auf den lieferanten ab. Wenn keine allzu großen innovationen verlangt werden, könnten die hersteller aber auch einfach weiter aus ihrem baukasten produzieren, dann wären die drei jahre sicher einzuhalten.

Das in IRJ genannte datum wurde inzwischen gemäß der ausschreibung [ted.europa.eu] auf 1. Dezember 2023 korrigiert.

Natürlich steht es Bombardier frei, wieder zu bieten und zu beweisen, dass die probleme nun ausgebügelt sind.

So viel zum thema "epoche 6 ist eintönig": die vielfalt wird immer größer .... schon jetzt kann ich in der Steiermark nicht voraussagen, ob in einem bestimmten kurs ein 4024 oder 4744 laufen wird. Demnächst kommen auch neue doppelstockzüge dazu, die alten werden aber trotzdem modernisiert, bleiben uns also ebenfalls erhalten.


Korrespondenz bitte per e-mail, nicht über "Private Nachrichten" - das wird sonst viel zu schnell voll!

Bei der fülle des zu verarbeitenden materials sind trotz sorgfältiger bearbeitung vereinzelte tippfehler oder kleinere unstimmigkeiten nicht immer vermeidbar. Eine rechtliche gewähr für die richtigkeit des inhalts dieses beitrages kann daher nicht übernommen werden.




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.01.20 14:55.
"PSO" ... sollte man auch übersetzen. Oder eher mit dem richtigen ersetzen: VDV

"Flotte weiter zerstückeln?" ... Für die Größe der ÖBB haben sie einen sehr einheitlichen Fuhrpark (jeweils knapp 200 Talent 1 und Desiro ML; Talent 3 bleibt im Westen)

"10 Jahre" .... Der Verkehrsdienstevertrag ist nunmal nicht länger. Warum sollte man sich somit länger an Fahrzeuge binden? Das hat nichts mit Lebensdauer zu tun.

"Talent 3 - größere Qualitätsprobleme" ... oder es liegt einfach daran, dass sie sich mindestens um ein Jahr verspäten und wenn man die Situation in Deutschland sieht, ich an keine Besserung glaube

Desiro ML der ODEG ... ist ja ein Anhängsel der ÖBB-Bestellung, ob sie wirklich noch angeboten werden?
Viel weiter als die jetzigen Salzburger und oö. Regionalzüge werden die nicht kommen, ins D/CZ-Ausland also nach Freilassing, Passau Hbf und Budweis. Vielleicht erleben sie auch noch ein Schnürl nach Simbach.

110 483-5 schrieb:
Zitat:
Züge für einen grenzüberschreitenden Verkehr finde ich auf jeden Fall innovativ.

Gruß

Frank
Ich meine, nach Budweis mit modernen Triebwagen zu fahren ist gewiss schon ein Fortschritt. Hätten die ein Bistro und erste Klasse, könnte man aber auch bis Prag die Züge als IC führen. Die Bezeichnung "InterRegio" in der Ausschreibung kommt sicher nicht von Ungefähr.

https://abload.de/img/dwaminic8pum.jpg
Hallo,

Ich lese das so dass man kaufen oder fèr 10 Jahre leasen möchte.

JC
tbk schrieb:
Womöglich liegt es auch nur an den vertragsbedingungen, dass neu ausgeschrieben wird, statt optionen zu ziehen.
Jetzt wird ein festes datum genannt, zu dem die züge einsatzbereit sein müssen, sowie der nachweis bereits in ein paar tagen, sie innerhalb drei jahren liefern zu können.
Damit wälzen die ÖBB das risiko, zu vertragsbeginn womöglich ohne adäquates rollmaterial dazustehen, auf den lieferanten ab. Wenn keine allzu großen innovationen verlangt werden, könnten die hersteller aber auch einfach weiter aus ihrem baukasten produzieren, dann wären die drei jahre sicher einzuhalten.

Das in IRJ genannte datum wurde inzwischen gemäß der ausschreibung [ted.europa.eu] auf 1. Dezember 2023 korrigiert.

In Österreich ist das anders als in Deutschland, da müssen die neuen Fahrzeuge zum Vertragsbeginn eines neuen VDV nicht direkt zur Verfügung stehen. Tirol hat z.B. seit Fahrplanwechsel einen neuen VDV (war hier schon Thema) aber ein Einsatz der Talent 3 war für 2019 nie geplant.
2095_010 schrieb:
"10 Jahre" .... Der Verkehrsdienstevertrag ist nunmal nicht länger. Warum sollte man sich somit länger an Fahrzeuge binden? Das hat nichts mit Lebensdauer zu tun.
Mit Lebensdauer nicht, aber mit Abschreibung:
Wenn du keine Garantie hast, dass du die Fahrzeuge nachher noch benötigst (und keine Garantie hast, dass der Vertragsnachfolger die übernimmt), musst du sie in der Zeit abschreiben. Also jedes Jahr 10 Prozent, statt 3.4 Prozent bei einer Abschreibungsdauer von 30 Jahren.
Kannst dir vorstellen, wer das am Schluss zahlt.
Darum wahrscheinlich auch die Option mit leasen. Wobei sich dann für den Verleaser die gleiche Problematik stellt.
Nicht umsonst ist im PBG der Schweiz festgehalten, das die Fahrzeuge, wenn es verlangt wird, zum Restbuchwert an den Nachfolger übergeben werden müssen.
Und BW baut sich einen eigenen Fahrzeugpool auf, der an den jeweiligen Betreiber vermietet wird.
Gruss Leo



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.01.20 08:09.