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 08/02 - Alpenlandforum 

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Hallo zusammen,

willkommen zum zweiten Teil unserer kleinen Rundfahrt durch die Alpen. Im letzten Teil waren wir von Konstanz über Zürich nach Jenbach gefahren und hatten die Achenseebahn besucht.

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Tag 2: Jenbach – Schwarzach-St.Veit – Villach – Udine - Cividale del Friuli – Udine - Gorizia

Wir haben in Jenbach übernachtet und beginnen den Reisebericht am dortigen Bahnhof. Eine Lok der Reihe 1144 kommt mit einem Intercity der Relation Innsbruck-Graz eingefahren. Wir nutzen den Zug bis Schwarzach-St.Veit.

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Der Zug befährt von Jenbach bis Wörgl die Unterinntalbahn, dann geht es weiter auf der Salzburg-Tiroler-Bahn durch das Brixental in die Kitzbüheler Alpen und durch das Leukental und über den Grießenpass. Hier fahren wir gerade durch das Saalfeldner Becken.

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Vom Zeller See gelingt mir diesmal kein vorzeigbares Bild, hier sind wir schon ein Stück weiter und fahren durch das enge Tal der Salzach. Die Bahnstrecke ist auch als Giselabahn bekannt, benannt nach der zweiten Tochter von Kaiser Franz Joseph I.

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Schwarzach-St. Veit ist ein Trennungsbahnhof, hier zweigt die Tauernbahn von der Salzburg-Tiroler-Bahn ab. Der zugehörige Ort Schwarzach im Pongau hat nur etwa 3.500 Einwohner und ist dennoch ein wichtiger Bahnknoten selbst im internationalen Verkehr. Für uns geht es mit einem Railjet weiter.

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Auf der Tauernbahn fahren wir nun ins Gasteinertal und auf die Nordrampe der Gebirgsstrecke. Es folgen die ganzen „Gasteins“, Dorfgastein, Bad Hofgastein und Bad Gastein, dabei gewinnt der Zug ständig an Höhe. Der Halt des Railjets in den Orten dient der touristischen Erschließung – außerdem gibt es hier so gut wie keinen Regionalverkehr.

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Nachdem der Zug im Tauerntunnel den Scheitelpunkt auf 1.226 Meter über dem Meer passiert hat, geht es nun auf der kärntner Seite wieder hinab. Auf einem Felsgrat über dem Mölltal erhebt sich die Burg Niederfalkenstein.
In Villach verlassen wir den Zug.

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Für die Weiterfahrt nach Udine wählen wir ausnahmsweise nicht den Zug – schlicht, weil es vom Fahrplan hier nicht anders gepasst hat. Und weil ich doch auch etwas neugierig auf den Intercitybus der ÖBB bin. Die ÖBB nahmen 2007 eine Fernbusverbindung zwischen Graz und Klagenfurt auf. Als sich 2008/2009 die italienische Bahn im Personenverkehr von der Pontebbana-Strecke Udine-Villach zurückzog, wurde auch hier eine Busverbindung eingerichtet. Obwohl mittlerweile auch wieder Züge nach Italien fahren, wurden einige Busverbindungen beibehalten.

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Die Doppelstockbusse im ÖBB-Design verkehren nach Eisenbahn-Tarif, im Italien-Verkehr gilt ein Sparschiene-Globalpreis. Als Beförderer ist auf der Fahrkarte „ÖBB Postbus“ genannt. Im Untergeschoss gibt es die erste Klasse mit Ledersitzen. Und so geht es nun auf der Autobahn durch das Kanaltal zwischen Karnischen und Julischen Alpen.

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Für die Fahrgäste der ersten Klasse gibt es ein kostenloses Getränkeangebot, aus dem Wasserspender kommt Heißwasser für Instantkaffee oder Tee.

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In Sichtweite verläuft die Pontafelbahn – besser bekannt als Pontebbana. Bei der Fahrzeit gibt es keinen großen Unterschied, der Railjet ist auf der Strecke Villach-Udine planmäßig 7-8 Minuten schneller als der Bus. In Udine verlassen wir den Bus, dieser fährt weiter bis Venedig.

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Erinnert Ihr Euch noch an den Regen im ersten Teil des Reiseberichts? Genau so geht es hier weiter, pünktlich mit der Ankunft in Udine geht ein Gewitterschauer nieder und wir können uns gerade noch unter das Bahnsteigdach retten. Und hier kommt gerade der Grund für den Abstecher nach Udine eingefahren: ein Zug der regionalen Eisenbahngesellschaft Società Ferrovie Udine Cividale (FUC). Die FUC betreibt gemeinsam mit den ÖBB den grenzüberschreitenden Micotra-Zug und außerdem den Regionalverkehr von Udine auf der Stichstrecke nach Cividale del Friuli.

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Den Micotra-Zug kennen wir bereits (zum Reisebericht) und so wollen wir heute mit dem GTW nach Cividale fahren. Auf der Strecke gibt es einen Stundentakt, der in der Hauptverkehrszeit zu einem Halbstundentakt verdichtet wird. Die Hauptlast tragen zwei Diesel-GTW, die seit 2006 auf der Strecke im Einsatz sind.

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Die Strecke ist gut 15 Kilometer lang, sie ist nicht elektrifiziert und überwiegend eingleisig. Die Fahrt dauert 22 Minuten, sie führt mit mehreren kleinen Zwischenhalten durch die Ebene des Friaul.

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Und hier sind wir schon am Endbahnhof in Cividale del Friuli angekommen. Am Nachbarbahnsteig steht ein älterer Triebwagen – ach schade, mit dem wäre ich auch gerne gefahren. Wir starten nun (natürlich bei Regen) zu einem Spaziergang durch Cividale del Friuli.

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Cividale del Friuli hat 11.000 Einwohner, die traditionsreiche Stadt liegt im Dreiländer-Eck zwischen Italien, Österreich und Slowenien und trägt deshalb auch mehrere Namen: furlanisch Cividât, slowenisch Čedad und deutsch Östrich. Hier die Piazza Paolo Diacono.

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Und weiter geht’s zum dreischiffigen Dom Santa Maria Assunta (Mariä Himmelfahrt) aus dem 14. Jahrhundert.

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Das Wahrzeichen der Stadt ist jedoch die Teufelsbrücke über den Fluss Natisone. Nach der Sage soll der Teufel die Brücke über den reißenden Fluss gebaut haben und als Lohn die Seele des Ersten gefordert haben, der die Brücke überqueren würde. Die findigen Bürger jagten jedoch als erstes einen Hund über die Brücke. Durch die Altstadt machen wir uns auf den Rückweg zum Bahnhof.

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Die Bahnstrecke nach Cividale del Friuli wurde 1886 eingeweiht, seither wechselten die Betreiber mehrfach. Seit 2005 erfolgt der Betrieb unter Regie der FUC. Die letzte große Veränderung gab es 2008, als ein neuer Endbahnhof in Cividale del Friuli in Betrieb genommen wurde. Die Strecke wurde dabei etwas verkürzt und das historische Bahnhofsgebäude verlor seine Funktion.

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Und dieses Schmuckstück ist die neue Stazione di Cividale. Es handelt sich um einen kombinierten Bahn- und Busbahnhof mit klimatisiertem Warteraum, Schalter und Sanitäranlagen. Die FUC vermarktet sich als „Zug der Sprachen“ und greift damit die Vielsprachigkeit der Region Friaul-Julisch Venetien auf. Amtssprache ist Italienisch; Furlanisch, Deutsch und Slowenisch sind als geschützte Minderheitensprachen anerkannt.

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Da die FUC nur zwei GTW besitzt, lag die Vermutung nahe, dass bei den Verstärkerkursen die älteren Triebwagen zum Einsatz kommen könnten. Und tatsächlich: als wir zum Bahnhof kommen, läuft beim FIAT-Triebwagen der Motor. Sehr schön, so können wir auch noch diese Triebwagen-Generation mitnehmen.

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Die FUC besitzt drei Dieseltriebwagen der ALn 663-Familie. Der Triebwagen wurde 1984 gebaut und ist damit eines der älteren Exemplare dieser Baureihe, die Fahrzeuge wurden von 1983 bis 1993 gebaut und gingen sowohl an die Staatsbahn als auch an Privatbahnen.

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So, dann kann es jetzt gleich losgehen. Ob die Uhr am rechten Bildrand ein Relikt des früheren Bahnhofsgebäudes ist? Mit einer Dieselwolke verlassen wir nun den Bahnhof und fahren zurück nach Udine.

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Auch die Bahnhofsschilder unterwegs sind zweisprachig. In Remanzacco (furlanisch Remanzâs) findet eine Zugkreuzung mit einem GTW statt.

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Wenig später führt die Strecke über den Fluss Torre, die Brücke ist einer der wenigen Kunstbauten der Strecke. 1938 stützte die Brücke durch eine Flut ein, als sich gerade ein Personenzug auf der Brücke befand. Das Unglück forderte 21 Todesopfer.

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Doch, doch, wir passieren hier San Gottardo. Wer denkt denn da gleich an die Schweiz oder Ungarn? San Gottardo ist ein Vorort von Udine, der Haltepunkt wurde 2008 in Betrieb genommen.

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Bei diesem Bild sind wir schon im Stadtgebiet von Udine angekommen und treffen auf die Gleise der Pontebbana. Kurz darauf endet die Fahrt im Bahnhof von Udine.

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Na toll, jetzt konnten wir mit Schirm durch Cividale del Friuli laufen und hier in Udine herrscht wieder strahlendes Sommerwetter. Andersherum wäre es mir lieber gewesen, denn in Udine war ich schon einmal (zum Reisebericht). Und jene Reise bzw. der damalige Reisebericht hatten sich gelohnt. Das österreichische Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen hatte mich nämlich im Nachhinein angefragt, ob ich ein Foto aus Udine aus dem Reisebericht für das Titelbild einer topographischen Karte zur Verfügung stellen würde. Ich habe einige Freiexemplare bekommen, deshalb folgendes Angebot: wer häufiger in der Region unterwegs ist, Verwendung für die BEV-Karte NL 33-04, Udine 1:250.000 hat und als erstes einen Beitrag mit einer Interessenbekundung schreibt, dem schenke ich ein Exemplar.

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Für uns geht es im Anschluss gleich weiter, mit einem Regionalzug fahren wir nach Gorizia. Auf der Strecke verkehrt ein Minuetto-Triebzug der Trenitalia.

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Wir sind nun weiter in Friaul-Julisch Venetien unterwegs, die Fahrt bis Gorizia dauert eine halbe Stunde. Hier treffen wir wieder auf den Fluss Torre – oder besser gesagt dessen Flussbett. In der Region wird schon seit der Antike Weinbau betrieben.

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Kurz vor dem Bahnhof Gorizia führt die Bahnstrecke über den Fluss Isonzo. Der Fluss entspringt in Slowenien und heißt dort Soča. Am nächsten Reisetag wird es ein Wiedersehen mit der Soča geben.

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Und hier sind wir am Bahnhof Gorizia Centrale angekommen. Gorizia (deutsch Görz) ist eine Stadt auf der italienisch-slowenischen Grenze. Der italienische Teil heißt Gorizia, der slowenische Teil Nova Gorica. Beide Stadtteile haben Bahnhöfe an unterschiedlichen Strecken, es gibt zwar eine grenzüberschreitende Gleisverbindung, jedoch findet dort kein Personenverkehr mehr statt. Die Distanz zwischen beiden Bahnhöfen lässt sich mit dem Stadtbus überwinden, da wir hier jedoch einen Übernachtungsstopp eingeplant haben, legen wir diesen Teil der Rundreise zu Fuß zurück. Vorbei am Verdi-Theater laufen wir Richtung Innenstadt.

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Im Zentrum liegt die Piazza della Vittoria mit dem Neptunbrunnen aus dem Jahr 1756. Auf der anderen Seite der Piazza erhebt sich die Chiesa di Sant'Ignazio.

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Zum Abschluss des Tages laufen wir hinauf zum Burghügel und lassen den Blick über die Dächer der Stadt schweifen.

Damit sind wir am Ende dieses Teils angelangt. In den nächsten Tagen folgt Teil 3, dann laufen wir hinüber zum slowenischen Bahnhof und setzen die Reise auf der Wocheinerbahn fort.

Viele Grüße

Tobias

http://www.bahnreisefuehrer.de - Deutschland aus der Fahrgastperspektive
Der Weg ist das Ziel: Meine Bahnreiseberichte.de.
Hallo TD,

danke auch für diesen Teil, auch hier kommt mir noch einiges bekannt vor.

Als ich zuletzt in Schwarzach St.Veit war, fuhr der Großglockner noch als IC, heute ist es ja sogar ein ICE und das in so einem kleinen Ort;)

Gruß
Tz 4683
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Grandois lesenswert wie auch der erste Teil. Tausend Dank fürs mitnehmen!
Hallo Tobias

Zuerst einmal ein riesen Kompliment für Deine Umfassenden Reiseberichte.

Da meine Schwiegereltern aus dem Friuli kommen (Comeglians in der Nähe von Ravascletto - Monte Zoncolan - Villa Santina mit Denkmallok am alten Bahnhof und Tolmezzo) und ich natürlich das Friaul inklusive Udine kenne,
würde ich mich über ein Exemplar der von Dir gegannten BEV-Karte NL 33-04, Udine 1:250.000 freuen.
Besten Dank

Karte vergeben

geschrieben von: TD

Datum: 08.01.20 19:01

donbalsi schrieb:
würde ich mich über ein Exemplar der von Dir gegannten BEV-Karte NL 33-04, Udine 1:250.000 freuen.
Gut, damit ist die Karte vergeben. Rest per PN.

Viele Grüße

Tobias

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Sehr nett, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 12.01.20 19:09

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de] - Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de]
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