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[AT] Abrechnung bei Gutschein/Coupon-Aktionen (DB, ÖBB)?

geschrieben von: 38815

Datum: 27.12.19 12:17

Hallo,
das Thema "[AT] ? zum Tarif ICE Frankfurt <-> Wien" hat bei mir weitere Fragen aufgeworfen, was die Abrechnung zwischen den beteiligten Bahnen angeht.

Zunächst vielen Dank für die hilfreichen Antworten zum SCIC-NRT.

Was mich etwas irretiert, ist folgendes:
Ich kann bei den ÖBB für reine DB-Strecken besagten SCIC-NRT erwerben. Dabei ist es allerdings möglich z.B. Toffifee-Gutscheine anrechnen zu lassen, womit der Preis dann u.U. deutlich geringer ausfällt als der reguläre Flexpreis ohne Rabatte bei der DB. Das gilt ebenso auch für die Ländertickets.

Umgekehrt kann ich z.B. (passendes Bsp.) von Freilassing nach Leoben Hbf (oder auch den Anstoß für die BC100 ab Salzburg, Passau etc.) einen SSPE für 19€ erwerben, auf die dann desweiteren BC-Rabatt und DB-Gutscheine oder eCoupons angerechnet werden, was dann wie folgt aussehen könnte:
2 Erw 2 BC25 Freilassing-Leoben Hbf SSPE 33,30€. Zahlung mit 2x 10€ eCoupon aus Ferrero/Paydirekt-Aktionen, die verbleibenden 13,30€ mit den Supermarkt-Gutscheinen (24€ für 29€), d.h. tatsächlich bezahlt hat man ziemlich genau 11€ und erhält dazu noch 34 BahnBonus-Punkte.

Auf der Fahrkarte steht dann, dass so und so viele Euro von den 33,30€ Steuer in AT sind, was bei dem Verhältnis D-Anteil, AT-Anteil an die 100% gehen sollte (?).
Wie wird das verrechnet, wie viel Geld erhalten die ÖBB von der DB nach Verkauf der Fahrkarte und kann es sein, dass in bestimmten Fällen der Fahrscheinverkauf für die DB tatsächlich sogar zu einem Draufzahlgeschäft wird? Mich wundert v.a., woher die ÖBB denn wissen wollen wie viel Geld die DB denn erhalten hat, sodass die ÖBB von der DB oder umgekehrt nicht "über den Tisch" gezogen werden.

Ich hoffe, dass ich nicht zu viele Fragen gestellt habe. ;)

Grüße
Oida du stellt dir fragen!?
Den ÖBB wird herzlich wurscht sein wie viel Ferrero/Rewe/netto Gutscheine oder Erdäpfel für den Fahrschein verrechnet wurde zudem findet in im Ausland keine BC Rabattierung statt. DB Vertrieb wird das schon durchkalkuliert haben das die keinen Verlust machen. Ich vermute das bevor jedes einzelne ticket an das zu erbringende EVU überwiesen wird eine gegen Rechnung stattfindet und der Differenzbetrag dan ausbezahlt wird.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2019:12:28:13:33:50.

Mal generell...

geschrieben von: D 2027

Datum: 28.12.19 18:24

Die Abrechnung funktioniert normalerweise über die entsprechenden Serien, die im Verkaufssystem hinterlegt sind. Sprich: die jeweilige Auslandsbahn erhält vom Verkäufer des Fahrscheins die festgelegte Summe (ggf. ermäßigt) ab dem Grenztarifpunkt zu ihrem Netz. Für Sparpreise und sonstige Angebote gelten besondere Vereinbarungen der Bahnen über die Höhe des Entgelts, welches logischerweise unter dem des SCIC-Tarifs liegt.

In unserem Fall ist es wirklich so, dass die ÖBB oder DB mit ihren Gutscheinen im Einzelfall drauflegen könnten, da sie den festen Betrag an den Nachbarn unabhängig von der real erzielten Einahme zahlen müssen. Allerdings werden sich diese Fälle (wie das hier erwähnte Freilassing - Leoben) doch eher in Grenzen halten und ein geringer Anteil solcher überwiegend durch Coupons bezahlten Fahrkarten dürfte als Kollateralschaden eingepreist sein, weil der Werbeeffekt zur Kundengewinnung als vorteilhafter angesehen wird.

Hoffe etwas geholfen zu haben

Erik

Alles kann passieren, alles ist möglich. Die Welt ist groß und wir sind wunderschön!

Re: Mal generell...

geschrieben von: Löschzug

Datum: 28.12.19 22:28

Interessant finde ich im Fall bei positiven Fahrgastrechten: Wenn z.b. Auf der Fahrt Freilassing-Leoben mit DB Ticket Anspruch auf Entschädigung besteht holt sich die DB dann Geld von den ÖBB?

Re: Mal generell...

geschrieben von: 38815

Datum: 29.12.19 01:08

Hallo Erik,
vielen Dank für diese sehr ausführliche Antwort. Das hat mir sehr weitergeholfen!

Zitat
Die Abrechnung funktioniert normalerweise über die entsprechenden Serien, die im Verkaufssystem hinterlegt sind. Sprich: die jeweilige Auslandsbahn erhält vom Verkäufer des Fahrscheins die festgelegte Summe (ggf. ermäßigt) ab dem Grenztarifpunkt zu ihrem Netz.
Brockt sich die DB dann aber nicht selbst einen Nachteil ein, wenn sie online neben der BC keine weiteren Ermäßigungen (VC, Halbtax etc.) zulässt. So müsste sie dann ja mehr Geld an die Auslandsbahn abführen.

Bei mir standen auf einer SSPE-Fahrkarte, die ich im RZ für 33,65€ erworben habe, die genauen Steuerbeträge, wobei für AT dort 15€ als Bezugsgröße genannt worden ist.
Kann man davon ausgehen, dass dieser Betrag der "festgelegten Summe" entspricht?

Grüße

Ja, das wird untereinander eingefordert

geschrieben von: 38815

Datum: 29.12.19 01:25

Hallo Löschzug,
das FGR-Thema ist grundsätzlich separat zum Einnahmen-Thema zu betrachten.

Die verkaufende Bahn zahlt die FGR-Entschädigung aus, holt sich den Geldbetrag dann aber von der Auslandsbahn zurück. So zumindest laut diesem hier
[community.bahn.de]

Hier können dann auch richtig böse Kollateralschäden für kleine EVU entstehen. Das ist aber bekannt.

Anhand der Pünktlichkeitsstatistiken zu beurteilen wird das allerdings überwiegend umgekehrt sein, d.h. DB zahlt an ÖBB zahlt an Kunden aus.

Interessanterweise sind mir aufgrund von Anschlussversäumnis ungenutzte, bei oebb.at erworbene ICE-Reservierungen bislang immer direkt ausbezahlt worden, ohne mich hierzu nochmal getrennt an die ÖBB wenden zu müssen.

Grüße



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2019:12:29:01:27:41.

Re: Mal generell...

geschrieben von: D 2027

Datum: 29.12.19 11:49

38815 schrieb:

Brockt sich die DB dann aber nicht selbst einen Nachteil ein, wenn sie online neben der BC keine weiteren Ermäßigungen (VC, Halbtax etc.) zulässt. So müsste sie dann ja mehr Geld an die Auslandsbahn abführen.

Bei mir standen auf einer SSPE-Fahrkarte, die ich im RZ für 33,65€ erworben habe, die genauen Steuerbeträge, wobei für AT dort 15€ als Bezugsgröße genannt worden ist.
Kann man davon ausgehen, dass dieser Betrag der "festgelegten Summe" entspricht?

Guten Morgen,

offen gesagt verstehe ich Deine erste Frage nicht. Die DB führt genau die Summe ab, die sie bei der Einnahme ab dem Grenztarifpunkt erzielt. Unabhängig davon ob der Fahrschein mit oder ohne VC, Halbtax oder was auch immer für eine Ermässigung ausgegeben wurde.

Zur zweiten Frage eine ganz klare Antwort: Ja! Der Unterschied zwischen dem für die dt. MWSt. ausgewiesenen Betrag und dem Fahrpreis ist der Anteil (Kleinzeug wie Provisionen etc. lassen wir dabei mal unberücksichtigt) der Auslandsbahn. Nur wenn es mehrere Bahnen sind (beispielsweise ein Fahrschein von München nach Bozen) kann man als Reisender nicht klar abgrenzen wie sich der Anteil auf die beiden Bahnen aufteilt. Das dürfte die Kundschaft allerdings normalerweise auch nicht sonderlich interessieren...

Gruss
Erik

Alles kann passieren, alles ist möglich. Die Welt ist groß und wir sind wunderschön!

Re: Mal generell...

geschrieben von: 38815

Datum: 29.12.19 13:24

Nochmal vielen Dank für die Antworten.
Zitat
offen gesagt verstehe ich Deine erste Frage nicht. Die DB führt genau die Summe ab, die sie bei der Einnahme ab dem Grenztarifpunkt erzielt. Unabhängig davon ob der Fahrschein mit oder ohne VC, Halbtax oder was auch immer für eine Ermässigung ausgegeben wurde.
Naja, ich meine damit, dass die DB ihren eigenen Vertrieb schwächt, weil die Buchung über bahn.de somit unattraktiver wird, sie aber umgekehrt, wenn man sich allerdings dazu entscheiden sollte trotz VC-Besitz und Nichtanrechnung bei bahn.de zu kaufen, z.B. weil man Gutscheine/eCoupons anrechnen kann, dann muss die DB dennoch immer den Vollbetrag an die ÖBB abführen und ist somit finanziell deutlich benachteiligt, weil sie wie beim 33,65€-Ticket einfach gar nichts mehr verdient.

Zitat
Zur zweiten Frage eine ganz klare Antwort: Ja! Der Unterschied zwischen dem für die dt. MWSt. ausgewiesenen Betrag und dem Fahrpreis ist der Anteil (Kleinzeug wie Provisionen etc. lassen wir dabei mal unberücksichtigt) der Auslandsbahn
Und das ist ja dann mal richtig übel für die DB, wenn ich Freilassing-Leoben so buche wie angegeben (von FGR ganz zu schweigen). Da ist auf sehr vielen meiner Tickets, wenn ich die besagten Fahrpreisanteile betrachte, der Betrag an die ÖBB schon fast das doppelte des VC-rabattierten Binnentarifs.
Dann kaufe ich in Zukunft lieber wieder Toffifee-Packungen und buche Ländertickets und Flexpreise für DB-Strecken und Sparschienetickets auf oebb.at. ;)



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2019:12:29:13:26:13.