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Fragen zum EN 225 (Paris-Venedig) und Bf Vallorbe

geschrieben von: 146 116-9

Datum: 17.11.19 10:02

Hallo zusammen

Ich hätte da mal eine Frage zum Laufweg des EN 225
von Paris nach Venedig sowie zum Bahnhof Vallorbe.

Dieser Zug hat doch in Dijon Ville einen Zwischenhalt, was
mir nun naheliegt ist das dieser über Vallorbe und durch die
Schweiz Fährt.
aber ist das wirklich so ?

Sollte dies so sein, ergäbe sich noch die Frage zum Lokwechsel,
wie geht der Vonstatten, möglich wäre ja das nach ausfahren der französischen Lok
die Fahrleitung umgeschaltet wird, und die SBB Lok fährt an den Zug, oder ist dafür
eine Rangierlok nötig, welche die SNCF Lok wieder unter ihr Heimatstromsystem schubst ?

Ich meine bei meinem dortigen besuch auch gesehen zu haben das dort
die Bahsteigfahrleitung von 15K KV auf 25 KV umschaltbar ist,
zumindest gibts dort einen Anzeiger welcher sowohl 15000 und 25000
anzeigen kann, gesehen hab ich den Wechsel als der Blauwal Richtung
Frankreich abfuhr, wobei der ja mit Diesel fährt.

Ja da wäre nun meine Letzte Frage, wird der Bahnhof eigentlich von Lausanne
aus Ferngesteuert, oder ist der örtlich besetzt ?

Das wars erstmals von mir, ich sage jetzt schonmal besten Dank für die Antworten, und
wünsche euch noch einen schönen Sonntag.
Grüße Uwe
Grüss Dich/Bonjour;

meineswissens fährt ein Nachtzug von IT nach FR via CH. Die Zugnummer kenne ich allerdings nicht. Es ist gut möglich, dass es dieser Zug ist.

Lausanne hat ein Fernsteuerzentrum von welchem aus mittlerweile fast die gesamte Westschweiz gesteuert wird. Es gibt aber noch einige Ausnahmen. Lausanne selber ist hingegen, wie ich mir habe erklären lassen, noch ortsgesteuert und wird noch nicht in das ESTW integriert. Ausserdem werden in Lausanne sogar die nichtbegleiteten Züge noch von einer Bahnsteigaufsicht abgefertigt. Bei den Fernzügen verlangt die Bahnsteigaufsicht über Funk die Ausfahrt, aber die Aufsicht fertigt diese nicht ab. Das macht das Zugpersonal. Aber die Tage der Bahnsteigaufsicht und der Ortssteuerung sind gezählt. Nach meiner Info soll sich das alles im Frühjahr ändern. Dann soll auch Lausanne selber automatisiert und ins Fernsteuerzentrum integriert werden. Dann dürfte auch die letzte Aufsicht, der letzte Wärter und der letzte Arbeitsplatz auf dem Turm wegkommen. Vielleicht gibt es dann höchstens noch eine solche Aufsicht wie in Zürich, Bern oder keine Ahnung, wo es die sonst noch gibt, die auf dem ganzen Bahnhof alleine ist und die auch bei Notfällen als Notfallmanager ausrücken muss.

Herzliche Grüsse
Martin



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.11.19 11:41.
146 116-9 schrieb:
Hallo zusammen

Ich hätte da mal eine Frage zum Laufweg des EN 225
von Paris nach Venedig sowie zum Bahnhof Vallorbe.

Dieser Zug hat doch in Dijon Ville einen Zwischenhalt, was
mir nun naheliegt ist das dieser über Vallorbe und durch die
Schweiz Fährt.
aber ist das wirklich so ?

Sollte dies so sein, ergäbe sich noch die Frage zum Lokwechsel,
wie geht der Vonstatten, möglich wäre ja das nach ausfahren der französischen Lok
die Fahrleitung umgeschaltet wird, und die SBB Lok fährt an den Zug, oder ist dafür
eine Rangierlok nötig, welche die SNCF Lok wieder unter ihr Heimatstromsystem schubst ?

Ich meine bei meinem dortigen besuch auch gesehen zu haben das dort
die Bahsteigfahrleitung von 15K KV auf 25 KV umschaltbar ist,
zumindest gibts dort einen Anzeiger welcher sowohl 15000 und 25000
anzeigen kann, gesehen hab ich den Wechsel als der Blauwal Richtung
Frankreich abfuhr, wobei der ja mit Diesel fährt.
[Lausanne -] Vallorbe - Les Tavins [- Frasne] (electrified)
All daytime cross-border passenger trains are multi-system TGVs running between Paris and Lausanne. Overnight and freight trains are worked by SNCF to Vallorbe where tracks can be fed at 25kV 50Hz or 15kV 16.7Hz.
Quelle: [www.bueker.net]

Es kann umgeschalten werden.

Re: Fragen zum EN 225 (Paris-Venedig) und Bf Vallorbe

geschrieben von: X73900

Datum: 17.11.19 16:18

146 116-9 schrieb:Zitat:
Hallo zusammen

Ich hätte da mal eine Frage zum Laufweg des EN 225
von Paris nach Venedig sowie zum Bahnhof Vallorbe.
Hallo,

ich meine, früher fuhr der EN 225 von Thello immer über Vallorbe. Seit ein oder zwei Jahren fährt er aber nur noch Sonntags (und Samstags?) über Vallorbe, an den übrigen Tagen über Modane. Deshalb musste der Verkehr an Wochentagen dieses Jahr auch zwei Wochen unterbrochen werden, als die Strecke über Modane wegen des Erdrutsches unbefahrbar war. Siehe z.B. [www.tourmag.com]

Gruß
X73900

Re: Fragen zum EN 225 (Paris-Venedig) und Bf Vallorbe

geschrieben von: Mike C

Datum: 17.11.19 17:15

Die SNCF Lok (36000) fährt in Vallorbe ein und haltet sich im Schaltbaren Sektor des Bahnhofes. Der Stromabnehmer wird abgesenkt. Danach wird die Oberleitung zur SBB Netz übergeschaltet und die SNCF Lok wird durch einen SBB Shunter entfernt und auf einem anderen Gleis geschoben. Dann wird dieser Gleis zur SNCF Spannung geschaltet und die Lok wird abgefahren und abgestellt.
Gleichzeitig wird eine SBB Lok (Re 4/4II) zum Zug gebracht, gekuppelt und der Zug wird kurz danach in der Richtung Lausanne und Simpson abfahren.
Früher hatte die SBB und SNCF Zweisystem Rangierloks. Heute sind diese Loks nicht mehr in Vallorbe zu finden.

MfG

Mike C



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 17.11.19 17:18.

Merci zusammen

geschrieben von: 146 116-9

Datum: 17.11.19 18:40

Hallo

Danke für die Antworten.
Da habe ich es ja Richtig erkannt
mit dem Ablauf in Vallorbe(danke
für den Link zum Youtube Video), aber
das er nur am Sonntag durch Ch fährt
hätte ich jetzt nicht gedacht.
Auch ein dank für die eingesetzten
Lokbaureihen, sowie den Ablauf
der Abfertigung in Lausanne.

Danke nochmals, Grüsse Uwe
.

Re: Merci zusammen

geschrieben von: Stupor Mundi

Datum: 18.11.19 11:54

Das mit dem derzeit nur am Wochenende stattfindenden Verkehr durch die Schweiz ist wohl eher temporär, das war bislang nicht so und Thello ist ja an einem Verkehrhalt in Lausanne interessiert, was zeigt das eine vollständige Rückkehr auf diese Route wohl sicher wieder kommen wird.

Re: Fragen zum EN 225 (Paris-Venedig) und Bf Vallorbe

geschrieben von: Lenoir

Datum: 18.11.19 16:07

Mike C schrieb:
und der Zug wird kurz danach in der Richtung Lausanne und Simpson abfahren.
Richtung Homer oder Marge?

Sorry, der mußte sein. YMMD.

Oh super, danke für die Info (o.w.T)

geschrieben von: 146 116-9

Datum: 18.11.19 16:35

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)

Wahnsinn, dir auch ein riesendankeschön (o.w.T)

geschrieben von: 146 116-9

Datum: 18.11.19 16:37

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)

Re: Merci zusammen

geschrieben von: X73900

Datum: 18.11.19 23:30

Stupor Mundi schrieb:
Das mit dem derzeit nur am Wochenende stattfindenden Verkehr durch die Schweiz ist wohl eher temporär, das war bislang nicht so und Thello ist ja an einem Verkehrhalt in Lausanne interessiert, was zeigt das eine vollständige Rückkehr auf diese Route wohl sicher wieder kommen wird.
Wenn ich es richtig erinnere, wird gegenwärtig nur deshalb am Wochenende über Vallorbe gefahren, weil die Strecke über Modane dann wegen Instandhaltungsarbeiten o.ä. nicht zur Verfügung steht. Daher bin ich mir nicht so sicher, ob Thello wirklich noch aus eigenem Interesse über Vallorbe fahren will. Falls ja, warum machen sie es dann nicht einfach? Und falls der Halt in Lausanne interessant ist, warum gibt es ihn dann nicht?

Ich vermute eher, dass die Fahrt über Modane trotz der (nehme ich an) längeren Strecke Kosten und Organisationsaufwand spart. Man fährt nur auf zwei Netzen statt auf drei. Auf Fotos ist zu sehen, dass der Zug in der Schweiz von SBB-Loks gezogen wird, es scheint also bei der Fahrt über Vallorbe ein zusätzlicher Lokwechsel erforderlich zu werden, und die SBB lässt sich die Traktion sicherlich gut bezahlen.

Gruß
X73900

Re: Merci zusammen

geschrieben von: Stupor Mundi

Datum: 19.11.19 11:16

Laut Zeitungsartikeln in der Schweiz sowie Informationen aus den häufigen Rundmails von Joachim Holstein zum Thema Nachtzugverkehrt in Europa will Thello den derzeitigen rein betrieblichen Halt in Lausanne zu einem offiziellen Passagierhalt aufwerten. Dies muß aber seitens der schweizerischen Behörden genehmigt werden, welche sich bislang dazu eher dagegen aussprechen. Die Schweiz ist ein Nicht-EU-Land mit Zollkontrollen zu Frankreich und Italien, trotz Teilnahme am Schengenraum. Derzeit ist der Thello durch die Schweiz eine reine Transitfahrt, mit einem offiziellen Halt auf schweizer Boden ändert sich das. Anscheinend sind auch die SBB dagegen. Laut Holstein gibt es aber auch in der Schweiz private Gruppen, welche sich für mehr Nachtverkehrt aussprechen, welche widerrum versuchen doch noch eine positive Entscheidung für Thello herbei zu führen.

Die meisten Jahre, in welchen der Thello jetzt verkehrt sowie die Nachtzüge von Artesia (damals gab es zwei, Paris-Venedig und Paris-Rom) fuhren alle durch die Schweiz. Erst jüngst wird unter der Woche Modane genutzt. Es deutet eher viel darauf hin das die Schweizer derzeit unter der Woche diese Route nicht freigeben und man somit notgedrungen auf Modane ausweicht. Denn ansonsten hätte Thello den Zug ja während der sommerlichen Sperrung der Modanestrecke einfach ersatzweise durch die Schweiz geführt.

Grossbaustelle Lausanne

geschrieben von: Christof 421

Datum: 19.11.19 12:05

Hat das nicht verkehren des Nachtzuges unter der Woche evtl. mit fehlenden Trassen wegen der Grossbaustelle im Raum Lausanne /Genf zu tun?
Immerhin hat die SBB vor einigen Jahren aus diesem Grund auch den direkten ICN von Basel via Delemont, Biel-Lausanne/Genf gestrichen.
Es sind ja damals ab Biel 2 ICN gefahren, einer von Basel nach Lausanne/Genf, der andere von Zürich her nach Lausanne/ Genf.

Die Zielorte Lausanne und Genf wurden dann von beiden Zügen alle Stunde gewechselt.
Nun gibt es ja keinen direkten Zug mehr von der Westschweiz nach Basel.
Man muss in Biel oder Olten umsteigen oder via Bern und dort umsteigen.

Gruss aus Südbaden
Christof 421

Re: Grossbaustelle Lausanne

geschrieben von: Twindexx

Datum: 19.11.19 14:59

Stupor Mundi schrieb:
Es deutet eher viel darauf hin das die Schweizer derzeit unter der Woche diese Route nicht freigeben und man somit notgedrungen auf Modane ausweicht. Denn ansonsten hätte Thello den Zug ja während der sommerlichen Sperrung der Modanestrecke einfach ersatzweise durch die Schweiz geführt.
Nein, das stimmt nicht. Nachdem Thello den Nachtzug nicht mehr täglich durch die Schweiz fährt, haben die SBB kurzfristig an diesen Tagen keine Loks (ETCS!) und auch kein Personal mitten in der Nacht für diese im SBB-Netz exotische Direktverbindung Vallorbe-Domodossola (Streckenkunde!) bereitstellen können.


Christof 421 schrieb:
Hat das nicht verkehren des Nachtzuges unter der Woche evtl. mit fehlenden Trassen wegen der Grossbaustelle im Raum Lausanne /Genf zu tun?
Mitten in der Nacht ganz sicher nicht. Es geht dabei um die Anzahl Grenzkontrollen, via Domodossola-Vallorbe hat man zwei Grenzkontrollen und via Modane hat man nur eine. Grenzkontrollen sind oft eine Verspätungsquelle und deshalb hat Thello auf die Route via Modane gewechselt. Am Wochenende finden auf der Strecke via Modane jedoch Unterhaltsarbeiten statt, weshalb an diesen Tagen weiterhin via Domodossola-Vallorbe gefahren wird.

Christof 421 schrieb:
Immerhin hat die SBB vor einigen Jahren aus diesem Grund auch den direkten ICN von Basel via Delemont, Biel-Lausanne/Genf gestrichen.
Es sind ja damals ab Biel 2 ICN gefahren, einer von Basel nach Lausanne/Genf, der andere von Zürich her nach Lausanne/ Genf.
Man hätte den IC 51 durch das Jura um 30 Minuten drehen können, um Basel-Lausanne weiterhin direkt fahren zu können. Von den SBB war dies auch so geplant. Diese Drehung wurde in der Nordwestschweiz jedoch abgelehnt und in der ursprünglichen Trasse kann der Zug nur noch Basel-Biel verkehren. Die Region Nordwestschweiz hat sich das also selbst so eingehandelt.
Gleichzeitig wurde seitdem Biel-Yverdon nicht mehr mit zwei Zügen innerhalb von drei Minuten gefahren, sondern im Halbstundentakt.

Im Dezember 2023 wird das dann behoben: Mit der Doppelspur Duggingen-Grellingen im Laufental kann der IC 51 zum Halbstundentakt verdichtet werden. Die zusätzliche um 30 Minuten versetzte Fahrlage wird dann auch wie früher bereits geplant als stündliche Direktverbindung Basel-Lausanne verkehren. Der RE Biel-Meroux TGV wird zwischen Delémont und Biel vom halbstündlichen IC 51 ersetzt, ebenfalls wird der entsprechende IC 5 Zürich-Lausanne dafür entfallen; Biel-Lausanne wird der IC 51 jenen IC 5 ersetzen und Zürich-Biel wird dann der IR 55 mit IR-Dosto fahren, der in Biel den Anschluss an den IC 51 herstellt. Der stündliche IC 5 Genève-Aéroport-Biel-Zürich-St. Gallen-Rorschach bleibt eine halbe Stunde versetzt zum IC 51 erhalten.

https://abload.de/img/rabde502006_90prbqk0.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 19.11.19 15:16.

Re: Merci zusammen

geschrieben von: X73900

Datum: 19.11.19 22:26

Stupor Mundi schrieb:
Laut Zeitungsartikeln in der Schweiz sowie Informationen aus den häufigen Rundmails von Joachim Holstein zum Thema Nachtzugverkehrt in Europa will Thello den derzeitigen rein betrieblichen Halt in Lausanne zu einem offiziellen Passagierhalt aufwerten. Dies muß aber seitens der schweizerischen Behörden genehmigt werden, welche sich bislang dazu eher dagegen aussprechen. Die Schweiz ist ein Nicht-EU-Land mit Zollkontrollen zu Frankreich und Italien, trotz Teilnahme am Schengenraum. Derzeit ist der Thello durch die Schweiz eine reine Transitfahrt, mit einem offiziellen Halt auf schweizer Boden ändert sich das. Anscheinend sind auch die SBB dagegen.
Ohne es genau zu wissen: Hat die Schweiz nicht EU-Eisenbahnrecht übernommen? Nach EU-Eisenbahnrecht sind internationale Zugverbindungen im Personenverkehr generell zulässig (so wie internationale Fernbusverbindungen). Einen Genehmigungsvorbehalt gibt es nur bei nationalen Verbindungen. Wenn nur in Lausanne gehalten wird, würden ja nur internationale Verbindungen angeboten.

Gruß
X73900

Re: Merci zusammen

geschrieben von: Stupor Mundi

Datum: 20.11.19 11:41

Zitat aus der Luzerner Zeitung vom 13.11.:

"Der Antrag auf einen Stopp in Lausanne wurde vor zwei Jahren gestellt, aber abgelehnt." Vor zwei Jahren ging es noch nach Plan jede Nacht durch die Schweiz. Würde dieser Halt nun erlaubt könnte es wieder nächtlich in die Schweiz zurück kehren.

Zitat von Joachim Holstein aus seiner Rundmail am 14.11.:

"Der Thello-Zug hat übrigens einen Stopp in Lausanne - bisher ist das nur ein »technischer Halt«. Es gibt in der Region aber engagierte Menschen, die sich Lausanne als Zustiegs- bzw. Ausstiegshalt vorstellen können, so dass die Schweiz eine Nachtverbindung nach Venedig bekommen würde. Wenn man »eigene Abteile« für die späten Zustiege bzw. frühen Ausstiege blockt, würde auch die Nachtruhe derer, die in Frankreich schon zugestiegen sind bzw. dort erst aussteigen, nicht gestört. umverkehR nimmt sich jetzt der Sache an und spricht mit Thello und SBB."

Re: Merci zusammen

geschrieben von: CH-Mirage

Datum: 20.11.19 12:54

X73900 schrieb:
Stupor Mundi schrieb:
Laut Zeitungsartikeln in der Schweiz sowie Informationen aus den häufigen Rundmails von Joachim Holstein zum Thema Nachtzugverkehrt in Europa will Thello den derzeitigen rein betrieblichen Halt in Lausanne zu einem offiziellen Passagierhalt aufwerten. Dies muß aber seitens der schweizerischen Behörden genehmigt werden, welche sich bislang dazu eher dagegen aussprechen. Die Schweiz ist ein Nicht-EU-Land mit Zollkontrollen zu Frankreich und Italien, trotz Teilnahme am Schengenraum. Derzeit ist der Thello durch die Schweiz eine reine Transitfahrt, mit einem offiziellen Halt auf schweizer Boden ändert sich das. Anscheinend sind auch die SBB dagegen.
Ohne es genau zu wissen: Hat die Schweiz nicht EU-Eisenbahnrecht übernommen? Nach EU-Eisenbahnrecht sind internationale Zugverbindungen im Personenverkehr generell zulässig (so wie internationale Fernbusverbindungen). Einen Genehmigungsvorbehalt gibt es nur bei nationalen Verbindungen. Wenn nur in Lausanne gehalten wird, würden ja nur internationale Verbindungen angeboten.

Gruß
X73900
Nein, die CH hat EU-Eisenbahnrecht nur sektoriell übernommen, und wenn, dann v.a. im rein technischen Sektor - grosse Teile gelten aber in der CH nicht, z.B. das sog. ‘4. Eisenbahnpaket’!
Genauso hat die CH auch keine Zollunion mit der EU. Darum kann die Schweiz systematische Zollkontrollen in internationalen Zügen jederzeit durchführen.
Die CH gehört (im Gegensatz z.B. zu Norwegen!) auch nicht zum ’Europ. Wirtschaftsraum (EWR)’.
Die CH verschliesst sich internationelen Zügen sicher nicht, und das hat sie auch zu jenen Zeiten, als es noch gar keine EU gab, nie getan (ausser in Kriegszeiten).
Wenn Thello die rechtlichen und praktischen Parameter nicht passen, ist das halt so!
Auch für Thello gibt’s keine Extrawurst...

Der Hauptgrund für die Verspätungen des Thello-NZ liegt aber in IT (wovon die FS-Tochter Thello natürlich gern ablenkt).
Allerdings gibt es natürlich aktuell auch bei uns Hindernisse, vor allem wegen Bauarbeiten.
Leider ist in den nächsten Jahren gerade die vom Thello-NZ befahrene CH-Simplonlinie von Iselle (Grenze CH/IT) via Lausanne bis Tunnel du Mont d’Or (Grenze CH/FR) besonders betroffen, z.B. durch die Grossbaustelle ‘Léman 2030’ mit dem Totalumbau des Bahnhofs Lausanne.
Und in CH wird vor allem in der Nacht gearbeitet...

PS: @stupor mundi
Was heisst hier ‘trotz’Schengen?!
Die sog. Schengenzone hat nichts mit der Zollunion zu tun. Bei ‘Schengen’ geht’s ausschliesslich um systematische PERSONEN-Kontrollen an den Grenz-Uebergängen, nicht um Waren!
Hinter der Grenze, also auch im Zug, sind Personenkontrollen dagegen immer möglich.
Bei einem kommerziellen Halt in Lausanne wäre dem Schmuggel, d.h. unverzollten Ein- und Ausfuhren von FR/IT in die und aus der CH quasi Tür und Tor geöffnet...
Die CH ist nicht einfach ‘faktisch EU’, womit sich auch Thello vielleicht einmal genauer beschäftigen sollte.

Salut et bon aprè’m
Ueli



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 20.11.19 13:18.

Re: Merci zusammen

geschrieben von: X73900

Datum: 20.11.19 17:48

CH-Mirage schrieb:
Nein, die CH hat EU-Eisenbahnrecht nur sektoriell übernommen, und wenn, dann v.a. im rein technischen Sektor - grosse Teile gelten aber in der CH nicht, z.B. das sog. ‘4. Eisenbahnpaket’!
Danke für die Info. Als Nichtschweizer ist nicht ganz einfach, den Überblick zu behalten, wo eine rechtliche Vereinheitlichung erfolgt ist und wo nicht.

Zitat:
Bei einem kommerziellen Halt in Lausanne wäre dem Schmuggel, d.h. unverzollten Ein- und Ausfuhren von FR/IT in die und aus der CH quasi Tür und Tor geöffnet...
Das gilt doch grundsätzlich aber auch für andere Bahnverbindungen von und nach der Schweiz? Ich könnte mir vorstellen, dass es bei einem Halt in Lausanne irgendwann nach Mitternacht mit relativ wenig Aussteigern sogar einfacher wäre, auffällige Fahrgäste oder auffälligem Gepäck festzustellen, als z.B. bei einem Halt in Basel SBB im Berufsverkehr.

Gruß
X73900



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 20.11.19 17:49.

Ich bin begeistert, und tausend mal danke.

geschrieben von: 146 116-9

Datum: 20.11.19 19:08

Hallo, Jetzt muss ich nochmal was loswerden.

Ich finde es echt super, was für eine
Interressnte und für mich sehr lehrreiche
und lebendige Disskusion sich aus meiner Frage entwickelt hat.

Hierfür nochmals, ein Riesendank an euch.

Grüsse Uwe