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 08/02 - Alpenlandforum 

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Im vergangenen Sommer verbrachte ich zwei Wochen im Engadin und legte dabei meinen Fokus noch einmal auf die nun wohl doch bald ausscheidenden Loktypen Ge 6/6 II und Ge 4/4 I. Durch die Streckensperrung im Unterengadin und Fahrzeugmangel kam es zu interessanten Lokeinsätzen und so gelangen mir auch zahlreich Aufnahmen der im Personenzugdienst sehr selten gewordenen Ge 6/6 II.


Von Mitte bis Ende Juli konnte ich in diesem Sommer zwei Wochen in Bever im Oberengadin verbringen. Von meinem Basislager in Bever stellte ich fast täglich Ausflüge mit dem Rad entlang der Bündner Meterspurgleise an. Am Ende von zehn Fototagen standen so rund 700 km und mehrere Tausend Höhenmeter auf dem Tacho des berggängigen Velos - ohne Hilfsakku ;-)
Natürlich entstanden dabei unzählige Aufnahmen, die zu zeigen wohl jeglichen Rahmen sprengen würde, gerade in Anbetracht der ohnehin auf diesem und anderen bekannten Kanälen gut vertretenen RhB. Momentan läuft ja auch schon eine wunderbare Bilderreihe vom Alltagsbetrieb der RhB vom "Philosoph".
Daher möchte ich mich in diesem Bilderbogen auf die nicht alltäglichen Einsätze der Ge 6/6 II vor Personenzügen und auf die Highlights der Ge 6/6 II im Güterverkehr, sowie die wohl ebenfalls bald ausscheidenden Loktypen Ge 4/4 I und die alten Stammetzpendeln Be 4/4 konzentrieren.
Wer Interesse an den gesammelten Werken dieses Urlaubes hat, dem empfehle ich an dieser Stelle einen Blick in meinen Reisebericht, der aktuell auf meiner Website erscheint und auch zahlreiche weitere Motive mit "gewöhnlichen" Planzügen zeigt:[www.tramtrain.de]
Die Betriebssituation im Engadin war in diesem Jahr von März bis September eine Besondere: Im Unterengadin bestand vom Vereina-Tunnel bis Scoul eine baubedingte Streckensperrung, während derer Bahnhöfe, Tunnels und Gleise gleichermaßen in einer großen, konzentrierten Kraftanstrengung generalsaniert wurden. Dadurch konnten weder die Engadin-Pendel Pontresina-Scoul, noch die Regios Disentis-Scoul das östliche Streckenende im Unterengadin anfahren. Kurzerhand entschied man sich bei der RhB, für diesen Zeitraum beide Linien zusammenzulegen und von Samedan bis Disentis im Stundentakt durchzubinden. Das Reststück Samedan-Pontresina wurde währenddessen von einem zusätzlich in Samedan bereitgestellten Pendelzug bedient. Im Unterengadin bestand zwischen Susch und Scoul ein Schienenersatzverkehr. Der Engadin-Star Landquart-St.Moritz, war in seiner Linienführung von der Sperrung nicht betroffen und fuhr den Tag über wie gewohnt, meist im 2-Stunden-Takt.
Betrieblich versprach diese Situation einige Abwechslung: Zum Einen konnten zahlreiche Nachmittagsmotive endlich mal ohne die sonst üblichen, Richtung Samedan stehenden Steuerwagen umgesetzt werden. Zum Anderen waren die Umläufe Samedan-Disentis natürlich schier endlos und boten daher bei den Lokeinsätzen den ganzen Tag über viel Abwechslung.
So lag mein Fokus auch immer wieder auf den mit Ge 6/6 II bespannten Personenzügen. In den zwei Wochen gelang trotz der teils täglich wechselnden Leistungen einige Aufnahmen:

https://abload.de/img/t2019-07-22_018rhb705dyk9d.jpg
Der abendliche Engadin-Star 1358 St. Moritz-Landquart war mit Ausnahme weniger Tage, während der zwei Wochen eine feste Bank für die Ge 6/6 II. Am 22. Juli wurde er von Ge 6/6 II 705 gezogen. Das die Sonne dabei in Celerina noch nicht voll schien, war eher Segen als Fluch, hätte das Licht doch noch garnicht richtig gestanden...

https://abload.de/img/t2019-07-23_010rhb707ghkrl.jpg
Der vormittägliche Engadin Star 1327 aus Landquart wurde an mehreren Tage von einer Ge 6/6 II gezogen. Diese Leistung fällt besonders durch ihre beeindruckende Zuglänge auf, fährt allerdings im Engadin die meiste Zeit im Gegenlicht. Am 23. Juli wurde Ge 6/6 II 707 mit wenigen Minuten Verspätung daher aus einer seitlichen Perspektive zwischen S-chanf und Zuoz aufgenommen werden.

https://abload.de/img/t2019-07-23_019rhb707l9kf4.jpg
Bis zum frühen Nachmittag war ich bis Zernez hinab geradelt und erwartete die 707 auf ihrer Rückfahrt als Engadin Star 1342 in der Kehre von Zernez.

https://abload.de/img/t2019-07-23_028rhb70709k2t.jpg
Dieser Tag war wohl der erfolgreichste, was die Jagd auf die 6/6 IIer im Personenzugsienst anbelangte, denn auch am Abend wurde die Ge 6/6 II 707 für den Engadin Star eingeteilt und konnte als 1351 bei S-chanf aufgenommen werden.

https://abload.de/img/t2019-07-25_010rhb706p5j89.jpg
Auch am 25. Juli wurde der vormittägliche Engadin Star mit einer "Großen" gefahren. Dieses mal passte ich den 1327 Richtung Samedan in der S-Kurve zwischen La Punt und Bever ab.

https://abload.de/img/t2019-07-27_008rhb707mfjob.jpg
Über das Wochenende 28.-29. Juli wurden die Ge 6/6 II-Leistungen deutlich weniger, da zwei Ge 4/4 III auf die Engadin Umläufe eingeschert waren. Aufgrund des durchziehenden Tiefdruckgebietes, war das aber auch nicht weiter tragisch. Während am Sonntag gar keine der alten Maschienen im Einsatz stand und wettertechnisch ohnehin nichts ging, war wenigstens am Samstagabend der Engadin Star 1358 von St. Moritz nach Landquart mit Ge 6/6 II 707 bestückt. Die Wiese bei Celerina war zwischenzeitlich frisch gemäht worde, sodass ich mich ein paar Schritte in die Wiese wagen konnte. Auch in der kommenden Woche war der 1358 noch am zuverlässigsten mit Ge 6/6 II besetzt.

https://abload.de/img/t2019-07-30_037rhb703jdkl0.jpg
Am 30. Juli ging es ins Prättigau. Eigentlich war der erfolgreiche Fotonachmittag schon zufrieden für beendet erklärt worden, doch als ich von Pagrüeg die Steigung nach Klosters hinauf strampelte und die bekannte Fotokurve vor Klosters Dorf sichtete, kam mir der jeden Moment ausstehende Engadin Star 1358 in den Sinn. Schnell das Radel an die Hütte gelehnt und den Blick zum Himmel gerichtet: Ziemlich düster da oben, es hatte sich binnen weniger Minuten zugezogen. Doch schon kam am Hang oberhalb von Klosters Dorf eine rote Wagenschlange dahergefahren und an der Spitze war wie so oft in den letzten Tagen eine Ge 6/6 II.
Als dann rund eine Minute später auch noch die Sonne einen letzten Kraftakt für den Tag anstrengte und die wunderbar ins Motiv passende Komposition mit Ge 6/6 II 703 in warmes Abendlicht tauchte, war der Fototag perfekt und die rund 800 Höhenmeter über Schotterpisten und durch Regenschauer hinauf nach Davos zum Auto, traten sich gleich viel leichter...


https://abload.de/img/t2019-07-31_006rhb701pjkfu.jpg
Während der 1358 im Prättigau im Grunde die gesamte Zeit gut im Licht fährt, stellt sich die Situation im Engadin doch etwas komplizierter dar. Abgesehen von der Wiese bei Celerina bleibt eigentlich nur die Schleife von Zernez, in der immer irgendwas geht und die Kurve vor Celerina aus St. Moritz kommend. Letztere wollte ich am 31. Juli noch einmal versuchen. Sicher war das Gelingen des Fotos allerdings mit Nichten, zogen doch noch einige Reste der dichten Regenwolken vom Vormittag durch's Engadin. Als Ge 6/6 II 701 dann aber mit dem Engadin Star 1358 aus St. Moritz nach Celerina hinab gerollt kam, klappte alles wie gewünscht.
Neben den eher seltenen Personenzugeinsätzen, kamen die Ge 6/6 II natürlich auch ihrer angestammten Hauptaufgabe der letzten 20 Jahre im Güterzugdienst nach. Die Albulagüterzüge wurden ausschließlich von Ge 6/6 II bedient, ebenso an den meisten Tagen der morgendliche GmP 4109. Die Güterzüge aus Landquart durch den Vereina ins Engadin wurden dagegen auch teilweise von Ge 4/4 II gefahren.
Anschließend nun einige Aufnahmen der Ge 6/6 II im Güterzugdienst:

https://abload.de/img/t2019-07-22_001rhb7013mkiz.jpg
Ge 6/6 II 701 erreicht mit dem frühmorgendlichen Albula-GmP 4109 gegen 7 Uhr Bever. Die Wiese vor der Ortseinfahrt dürfte so ziemlich die einzige Stelle sein, an der diese Leistung mit Sonne funktionieren könnte. Allerdings war es schon ein bis zwei Wochen zu spät, oder der Zug einfach zu pünktlich ;-) Ein leichter Sonnenschimmer lag allerdings schon über der Szenerie und so war der kleine Umweg beim Brötchenholen nicht ganz umsonst...

https://abload.de/img/t2019-07-22_003rhb70358jpm.jpg
Der vormittägliche Albula Güterzug 5113 fiel leider oftmals recht kurz aus. Am 22. Juli rollt Ge 6/6 II 703 um kurz vor zehn im Val Bever Richtung Samedan.

https://abload.de/img/t2019-07-31_013rhb7041kkp4.jpg
Von den Albula Güterzügen bietet sich im kurzen Abschnitt im Engadin zwischen Spinas und Samedan besonders der abendliche 5162 Richtung Chur zum fotografieren an. Dieser fährt im optimalen Licht das Val Bever hinauf und hat in der Regel eine stattliche Länge. Am 31. Juli konnte Ge 6/6 II 704 mit ihrem eindrucksvollen Güterzug mit nicht weniger als 14 Wagen im Val Bever auf dem Weg über den Albula aufgenommen werden.

https://abload.de/img/t2019-07-23_008rhb704tskfr.jpg
Bis Zernez oftmals ganz ohne Wagen ist der Güterzug 5336 aus Samedan durch den Vereina nach Landquart unterwegs. Am 23. Juli hat Ge 6/6 II 704 ab Samedan wenigstens einen Wagen am Haken und konnte zwischen Madulain und Zuoz aufgenommen werden. An vielen hohen Bahndämmen wurden in den letzten Jahren derartige Gitterkonstruktionen errichtet, um das Abrutschen des Schotterdamms zu verringern.

https://abload.de/img/t2019-07-25_007rhb70764jfs.jpg
Mit ihrer Kürze ist diese Leistung genau das Richtige für das bekannte Kirchturmmotiv von Bever. Am 25. Juli kam Ge 6/6 II 707 mit dem perfekten Zug für deise Stelle daher: Die zwei flachen Wagen von 5336 verdecken den Turm nur geringfügig.

https://abload.de/img/t2019-07-25_017rhb7035cj5h.jpg
Während es sich bis Mittag desselben Tages nahezu im gesamten Engadin zugezogen hatte, hielt sich über Samedan noch einige Stunden ein blaues Loch. So konnte Ge 6/6 II 703 am Hausbahnsteig in Samedan bei der Abfahrt Richtung Pontresina mit vier Güterwagen abgelichtet werden.

https://abload.de/img/t2019-07-29_003rhb7065jkm3.jpg
Zwischen Pontresina und Samedan sind reine Lokzüge keine Seltenheit, da es oftmals gilt, einige Wagen zum oder vom Bernina zu verschieben und häufig keine Transporte in Gegenrichtung anstehen. So ist der 5113 am Morgen oftmals ohne Wagen von Samedan nach Pontresina unterwegs, am 29. Juni kam Ge 6/6 II 706 diese Aufgabe zu, um ein wenig Baugeraffel und einen Coop-Wagen aus Pontresina abzuholen. Kurz vor Punt Muragl konnte die Maschine auf der langen Gerade hinter Samedan aufgenommen werden.

https://abload.de/img/t2019-07-31_011rhb704v2jm0.jpg
Am Nachmittag wird diese Leistung in der Regel anders herum beansprucht, da es gilt, Öl und Holz für die abendlichen Berninazüge nach Pontresina zu bringen. Am 31. Juli eilt Ge 6/6 II 704 zwischen dem Pendelzug und einem Berninaexpress mit zwei Kesselwagen nach Pontresina. Rechts oben thront die Bergstation der Standseilbahn über dem Engadin.

https://abload.de/img/t2019-07-31_012rhb7041aj7l.jpg
Wenig später eilt 704 schon zurück nach Samedan, um in wenigen Minuten den bereitstehenden Güterzug über den Albula zu ziehen.

https://abload.de/img/t2019-07-26_001rhb7065ckut.jpg
Am Vormittag des 26. Juni ging es über den Albula zum Landwasser. Ge 6/6 II 706 überquert mit dem morgendlichen Güterzug 5113 das Landwasserviadukt.

https://abload.de/img/t2019-07-26_022rhbfil68k5g.jpg
Bis das Tiefdruckgebiet Graubünden für das anstehende Wochenende entgültig im Griff hatte, wurden noch einige Stunden an der Aussichtsplattform Süd verbracht. Aus der klassischen Hochkanntperspektive lässt sich die beeindruckende Szenerie immer noch am besten darstellen. Nachdem Hochkantaufnahmen mit dem Aufkommen der Digitalfotografie aufgrund der Bildschirme im Querformat schlagartig unpopulär wurden, sind sie durch die breite Nutzung von Smartphones für sämtliche digitale Angelegenheiten mitlerweile zum Glück wieder in der breiten Masse angekommen. Ge 6/6 II 704 mit dem Güterzug 5140 auf dem Landwasser.

https://abload.de/img/t2019-07-26_023rhbfilaik3s.jpg
Zum Abschluss der Landwasser-Session dann noch der Gegenzug 5135 mit Ge 6/6 II 706 aus einer himmellosen Weitwinkel-Perspektive. Kurz darauf brachen im Himmel auch alle Dämme und ich war froh, schnell beim in Filisur abgestellten Auto zu sein und diese Tour in weiser Vorraussicht ob der Wetterprognose nicht mit dem Rad angetreten zu sein...

https://abload.de/img/t2019-07-30_036rhb7042njxf.jpg
Nach und von Davos gibt es nur den Güterzug 5047/5054, welcher in der Regel nicht sonderlich stark ausgelastet ist, meist aber von einer 6/6 II gefahren wird. Am 30. Juli konnte Ge 6/6 II 704 im Prättigau um kurz vor sechs bei Pagrüeg Richtung Landquart aufgenommen werden. Alle anderen Güterzüge durch's Prättigau verschwinden ab Kloster im Vereinatunnel.

Der bedrohteste Loktyp ist derzeit allerdings die Ge 4/4I. Nach früheren Planungen schon seit Jahren ausgemustert, überlebten vier der einst zehn Maschinen aus den Jahren 1947 und 1953 bis heute vor allem durch den zusätzlichen Lokbedarf der Albula-Tunnelbaustelle. Die zwischenzeitlich bereits im Verkehrshaus in Luzern aufgestellte 602, wurde gar reaktiviert und konnte im vergangenen Jahr vor dem Wasserzug nach Ilanz abgelichtet werden. In diesem Sommer konnten dann 603 und 605 täglich im Einsatz im Engadin beobachtet werden. Die vierte im Bunde, 610, lief am 25. Juli gar als Ersatz vor dem RE 1344 Samedan-Disentis. Leider erfuhr ich davon erst am Abend und so ging mir diese absolute Seltenheit durch die Lappen - es kann ja nicht alles klappen...
603 und 605 hatten während der zwei Wochen jedenfalls recht feste Aufgaben: 603 war für die Albula-Tunnelbaustelle eingeteilt und brachte morgens auch meist noch zwei Holzwagen von einer der kleinen Verladestationen am Albula mit (Ich vermute mal Surava?).
605 fuhr am Mittag den täglichen Güterzug 5942/5943 Samedan-Zernez-Samedan. Richtung Zernez stets als Lokzug, brachte sie täglich immer die gleichen vier Wagen aus Zernez hinauf ins Oberengadin: Einen Postcontainer und die drei geleerten Wagen der Albula-Baustelle, welche 603 anschließend wieder nach Preda bringen durfte.

https://abload.de/img/t2019-07-22_005rhb603cckrd.jpg
Die Fahrzeiten des Albula-Bauzuges variierten teilweise. Im grafischen Fahrplan sind zwischen Samedan und Preda unzählige fakultative Trassen eingeplant, von denen nur einige wenige am Tag gefahren werden. Sehr zuverlässig war allerdings die vormittägliche Ankunft gegen 10:30 vom Albula in Bever. Diesem Zug waren meist auch noch zwei Holzwagen vom Albula beigestellt, sodass er eine sehr hübsche Einheit abgab. Ge 4/4 I 603 erreicht am 22. Juli Bever.

https://abload.de/img/t2019-07-25_009rhb603djku4.jpg
Auch am 25. Juli war auf diese Leistung Verlass. Nach einem Bernina-Express kam erneut um halb elf Ge 4/4 I 603 mit dem sehr ansehnlichen Güterzug aus Preda das Val Bever hinuter.

https://abload.de/img/t2019-07-29_031rhb605ofjkk.jpg
Am Nachmittag des 29. Juli wartete ich im Val Bever einfach mal auf das Auftauchen des nachmittäglichen Bauzuges. Um kurz nach drei kam dann Ge 4/4 I 605 mit den üblichen Schuttwagen vom Albula. Die Sonne hatte bereits stark nachgelassen, was angesichts des Sonnenstandes aber eher positiv war.

https://abload.de/img/t2019-07-22_012rhb605veklh.jpg
Den Pendel Samedan-Zernez-Samedan mit Ge 4/4 I 605 als Gz 5943, konnte ich erstmals an der Straßenbrücke zwischen Zuoz und Madulain ablichten. Diese Leistung wurde über die ganzen zwei Wochen mit Ge 4/4 I erbracht und bestand immer aus einem Postwagen und drei leeren Abraumwagen der Albula-Baustelle, welche in Zernez geleert wurden und in Samedan wieder an den Tunnelbauzug übergeben wurden.

https://abload.de/img/t2019-07-23_017rhb605k6k7v.jpg
Am 23. Juli erwischte ich Ge 4/4 I 605 mit dem Güterzug 5943 Zernez-Samedan in er großen Kurve von Zernez. Ein wenig Baugeraffel wurde digital aus der Wiese gehoben.

https://abload.de/img/t2019-07-25_013rhb605u7j57.jpg
Am 25. Juli konnte 5943 kurz vor dem Weltuntergang, wie immer mit Ge 4/4 I 605 und der üblichen Wagenkomposition, an der Ausfahrt La Punt Richtung Bever aufgenommen werden.

https://abload.de/img/t2019-07-29_027rhb6030jkzh.jpg
Am 29. Juli wurde die Rückkehr von Ge 4/4 I 603 als 5943 aus Zernez bei Madulain erwartet.
Ein Schattendasein führen bei vielen Fotografen die alten Stammnetzpendel Be 4/4 511-516, dabei dürften gerade diese mit Inbetriebnahme der Capricorn einem baldigen Einsatzende entgegensehen. Sollten die Stammnetzpendel ürsprünglich schon ab 2011 von den neuen vierteiligen Stammnetz-Allegras ABe 4/16 3101-3105 weitgehend abgelöst werden, erhielten sie sogar noch einmal ein kleines Refit und sind noch heute unverzichtbar. Mit den 36 neuen CAPRICORN Flügeltriebzügen, welche ab 2020 schrittweise in Betrieb gehen sollen, dürfte es gerade für die sechs alten Stammnetzpendel langsam knapp werden.
Ein letztes festes Einsatzgebiet dieser Triebwagen ist in den letzten Jahren der Pendel Davos-Klosters: Zwischen Davos Platz und Kloster Platz pendelt im Sommer, zusätzlich zu den Zügen Davos-Landquart, alle zwei Stunden einer der alten Stammnetzpendel aus den 70er Jahren. Dieser stellt in Klosters den Anschluss nach Davos, des alle zwei Stunden aus Landquart nach St. Moritz fahrenden Engadin-Star her. Im Winter fährt dieser Pendelzug meines Wissens nach sogar stündlich, besteht doch durch die vielen Wintersportler zwischen Klosters und Davos zur weißen Jahreszeit ein deutlich höherer Bedarf.
Da diese Leistung seit Jahren verlässlich von einem der alten Stammnetzpendel bedient wird, ist sie stets ein guter Anlaufpunkt, um die formschönen Triebwagen abseits der eher langweiligen S-Bahn Linie Schiers-Reichenau/Thusis, in der schönen alpinen Landschaft zwischen Davos und Klosters aufzunehmen.

https://abload.de/img/t2019-07-30_014rhb5130rkst.jpg
Stammnetzpendel Be 4/4 513 hat am 30. Juli Davos Dorf Richtung Klosters verlassen und passiert die große Wiese am Davosersee.

https://abload.de/img/t2019-07-30_023rhbcav0hj2z.jpg
Be 4/4 513 am gleichen Tag aus Davos kommend bei Cavadürli.


Soweit mein kleiner Überblick über die Einsätze der vom Aussterben bedrohten Fahrzeuggattungen in Graubünden. Ich hoffe dieser Bilderbogen hat jetzt nicht zu einem RhB-Overflow geführt ;-)
Wer nicht genug von der RhB bekommen kann, dem empfehle ich wie gesagt meinen ausführlichen Reisebericht über die zwei Wochen im Engadin:Reisebericht: Zwei Wochen in Graubünden auf tramtrain.de

Gruß,
Tobias

Mehr Reiseberichte und Serien rund um die Straßenbahn- und Schmalspurfotografie auf [www.tramtrain.de]
Verzeichnis meiner Berichte auf DSO: [www.drehscheibe-online.de]
https://www.tramtrain.de/wp-content/uploads/2019/04/Logo-Kopie3.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.10.19 12:18.
Wow... Super-Bilder... Insbesondere die besondere Perspektive aufs Landwasserviadukt mit den Felsen im Vordergrund...


Viele Grüße Jochen
die abendlichen Güterzüge von Samedan sind meistens länger, dort werden die Güterwagen vom Containerterminal und von der Berninabahn gesammelt.Es fahren aber auch Güterzüge, teilweise mit Allegras bespannt, nachts zwischen 22:00 h und 01.00 h nach Landquart.Meistens durch den Vereinatunnel. Güterwagen in der Frühe werden bergwärts von Landquart aus den Personenzügen mitgegeben, manche auch tagsüber. Desgleichen fahren abends Leerzüge nach Landquart zur Reinigung,technischen Kontrolle und ggfs Instandsetzung wie auch der Krokodilzug Freitags abends nach Landquart, Samstags morgens wieder nach Davos-Platz.Ggfs. fahren auch Bedarfsgüterzüge für Bauzwecke wie z.B. Schottertransport oder die Bauausrüstung für den Umbau von Bahnhöfen und Gleisbaustellen während der Bauphase.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.10.19 20:31.
Moin moin!
Deine Bilder beweisen, dass die RhB immer noch nicht tot fotografiert ist. es gibt immer noch relativ unbekannte Fotostandpunkte.
Das erste Bild vom Landwasser Viadukt ist der Hammer.
Stehst du auf dem Wanderweg von Filisur nach Wiesen, oder wo ist dein Foto Standpunkt?
Gruß
Christian
Vielen Dank für Deine Bilder. Besonders schön, dass Du auch die Bilder mit mittelmässigem Wetter bzw. nicht 100% optimaler "Besonnung" zeigst - Perfekt besonnte "Blauhimmel-Bilder" sind zwar schön, aber in den Bergen gehört das wechselhafte Wetter und das Lichtspiel mit den Wolken sowie nicht perfekter "Besonnung" einfach dazu - das gibt für mich viel mehr Stimmung auf den Bilder :-)

Viele Grüsse,
SLM-Nostalgiker
Jochen-1958 schrieb:
Wow... Super-Bilder... Insbesondere die besondere Perspektive aufs Landwasserviadukt mit den Felsen im Vordergrund...
Schliesse mich an - absolut sehenswert und mit der einen oder anderen überraschenden Perspektive. Danke!

Biotoms Reiseberichte: [www.drehscheibe-online.de]
Moin Tobias,

starker Bilderbogen, sehr schön gemacht. Einige Motive kommen mir bekannt vor :-)!

Das Motiv am Landwasserviadukt kann in der Tat Mitte September nicht mehr umgesetzt werden. Das war eigentlich der einzige Wermutstropfen bei meiner Tour.

Noch eine Frage: Das letzte Motiv in Cavadürli ist nur zu Fuß oder per Fahrrad erreichbar? Das muss ich bei meiner nächsten Tour unbedingt einplanen!

Beste Grüße

Carsten

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Hallo Tobias,

da hast Du ja einen schönen Bilderbogen der Rhätischen aufgezogen, und Aufnahmen "mit ohne" Sonne gehören zu einem Aufenthalt im Gebirge einfach mit dazu. Festgestellt habe ich, dass es noch immer Perspektiven gibt die ich noch nicht erwischt habe. 👍zu Deinen Fotos.

ciao Detlef

PS: Die Kesselwagen nach Italien sind leer, der Treibstoff kommt aus Tirano in die Schweiz.

Moin zusammen!

Danke euch zu allererst für die vielen lobenden Worte!

@SLM-Nostalgiker: Für mich gehören die Aufnahmen bei nicht optimalen Bedingungen ebenso dazu, wie die klassischen "Kaiserwetter"-Aufnahmen. Daher versuche ich immer eine ansprechende Mischung aus Beidem zu finden, da für mich gerade aus diesem Kontrast auch die Abwechslung eines Bilderbogens entsteht. Das mir dies hier scheinbar ganz gut gelungen ist, freut mich besonders!

@Christian Protze: Ja, man erwischt sich schnell dabei, automatisch immer wieder zu den selben klassischen Motiven aufzubrechen. Da nutze ich dann die verregneten Tage eines Urlaubes gern dazu, auch mal wieder über Recherche in Foren, Satellitenbildern und Karten, die eine oder andere neue Perspektive zu "erarbeiten". Habe dir noch eine PN zum Landwasser geschickt...

@Carsten der "Philosoph": Das Motiv in Cavadürli ist tatsächlich nicht per Auto erreichbar, da auch der Bahnhof abseits jeglicher öffentlicher Straßen in den Schleifen zwischen Klosters Platz und Davos Laret liegt. Ich bin an diesem Tag von Davos Frauenkirch bis Saas und zurück mit dem Mountainbike unterwegs gewesen, da kommt man praktisch zwangsläufig in Cavadürli durch. Allerdings ist das Steilstück auf teils bösen Schotterpisten zwischen Klosters Platz und Davos Wolfgang nicht unbedingt mit jedem Rad und jeder Kondition zu meistern ;-) Zu Fuß ist die Stelle vom Bahnhof Cavadürli allerdings in wenigen Minuten komfortabel auf Schotterwegen erreichbar. Daher empfehle ich besser ganz entspannt mit der Bahn nach Cavadürli zu fahren und anschließend die 12min zur Stelle zu laufen: [www.google.de]
Zwischen 12:00 und 14:00 Uhr ist der Blick optimal im Licht.

@Detlef Klein: Das habe ich vielleicht etwas unglücklich formuliert, ein Ölexport aus der Schweiz wäre schon sehr überraschend ;-)

Gruß,
Tobias

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.10.19 13:00.
DB 399 101-5 schrieb:
@Detlef Klein: Das habe ich vielleicht etwas unglücklich formuliert, ein Ölexport aus der Schweiz wäre schon sehr überraschend ;-)
Die Schweiz re-exportiert tatsächlich ein bedeutendes Anteil der importierten Ölprodukte. So ist die VARO-Raffinerie in Cressier (NE) direkt per Pipeline mit dem Hafen Genua verbunden. Ein Teil der raffinierten Produkte wird dann nach Deutschland, Benelux und Frankreich re-exportiert.

Gruss, Thomas.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.10.19 14:00.
Hallo Thomas,

das mit der Pipeline ist für mich ebenso überraschend und erstaunlich, man lernt im Alter immer wieder neu dazu. Danke für die Info.

ciao Detlef

Sehr schöne mit Sorgfalt gestaltete Bilder. Am meisten gefällt mir, dass keine der Lok mit Werbemüll verschmiert ist - noch Eisenbahn die in die Landschaft passt.
Grüsse Heinz
Hallo

Fast richtig Start ist in Fos sur mer bei Marseille.

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Felix