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[CH]:Ein paar Stunde am Fryenweijer und Theilersrank

geschrieben von: Urs Nötzli

Datum: 01.10.19 22:05

Ein paar Stunde am Fryenweijer und Theilersrank

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Bild 1
Als bekennender Südostbahn- (und früher auch Bodensee-Toggenburg-Bahn-) Fan waren mir immer die beiden Bahnen auf der «Direkten Linie» vom Bodensee nach dem Vierwaldstättersee ein Begriff. Kam dazu, dass es früher noch einen «Abzweiger» gab, den viele unter uns nicht mehr kennen. Die Züge der BT auf der Strecke Romanshorn - St. Gallen -Rapperswil bestanden vielfach aus zwei Zugsteilen für die Weiterfahrt ab Rapperswil:
Den logischen nach Arth-Goldau und teilweise bis Luzern sowie den wenig bekannten über Meilen nach Zürich HB. Die Zürcher Abteilung, von St. Gallen her, meist am Zugschluss, wurde in Rapperswil abgehängt und von der Gegenseite abgeholt, allenfalls rangiert! Der Grund dieser «Beziehung» war das Textilgewerbe, vor allem zwischen Ausbildungs- und Produktionszentrum Wattwil und dem Toggenburg sowie die dazu gehörende Schule in nächster Nähe zum damaligen Bahnhof Zürich-Letten. Gesehen hat der Schreibende regelmässig die Mitteleinstiegsleichtstahlwagen der BT oder die modernisierten älteren Wagen, ein BC4ü, ein C 4ü (später AB und B), sowie ein dazu gehörender Zweiachspackwagen F (später D2) . Der somit leichter gewordene Zugsteil verkehrte dann über die 50 ‰-Rampen der SOB weiter.

Seit dieser Zeit, verstärkt durch scharfe Beobachtungen zweier Augen auf jeweiligen Fahrten vor allem nach Einsiedeln richtete sich mein Fokus auf die mit selten schmalen Stromabnehmer ausgerüsteten ABe 4/4 1-6 «Glaskasten» sowie die Fremdloks, vielfach mit Pilger- oder Sportzügen nach Einsiedeln und Sattel-Aegeri unterwegs waren.

Das Interesse muss zu einer schweren chronischen Erkrankung geführt zu haben, welche bis heute anhält! Dies erinnert mich an Maedels Buch «Eisenbahn-Narren».

So kam es, dass ganz ungeplant am Dienstag 10. 9. 2019 Samstagern mit dem Zug erreicht wurde, dann den vom mir bestens bekannte Weg in Richtung Sennerei Erlen (früher mit grosser Spur 0-Anlage) bis zur Abzweigung «Wytiweg» und dessen Verlängerung «Neufeldweg», welche sich im Bereich «Itlimoos» beim im Volksmund und in der Landeskarte «Freyenweijer» beschriebener Örtlichkeit, marschiert wurde.

Der SOB-Flirt in der bergseitigen Einfahrt im Bahnhof Samstagern (Gemeinde Richterswil, ZH) nach Rapperswil fahrend.


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Bild 2
Praktisch vom gleichen Standort aus die gleiche Komposition beim «Ober Schellhammer» bei der Kantonsgrenze Zürich / Schwyz. Gleich rechts der Zugsspitze befindet sich der «Sternenweiher», welche die Richterswiler Fontaine beim dortigen Schwimmbad speist.
Dahinter links der Richterswiler Dorfteil mit SOB-Haltestelle «Grünfeld», es folgen Teile des Zürichsee’s mit der Gemeinde Stäfa am «Stollen» liegend.


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Bild 3
Es ist schon so: Früher verkehrten mehr verschiedene Fahrzeugtypen als heute, trotzdem: Eine Fahrt von Rapperswil oder Wädenswil nach Arth-Goldau oder zumindest nach Einsiedeln ist immer schön. Selbst dann, wenn unten ein Nebelmeer liegt (es sind übrigens drei verschiedene Höhen bekannt!), meist kommt man im Bereich Schindellegi an die Sonne!
Die Sicht ist herrlich, ich versuche den Beweis anzutreten . . !

Aber, mein Ziel war eigentlich weiter oben beim Theilersrank! Nur: Beim «Freyenweijer» hat es mit den «Ärmel reingenommen», den ich war überrascht von dessen Schönheit. Und so reizte es mich, Weiher und Bahn zusammenzuführen, denn ich sehe nicht nur den Zug allein im Mittelpunkt, sondern eher den Sinn des Zuges, als unser Transportmittel in der Landschaft!


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Bild 4
Natur und Technik zusammengeführt, faszinierte mich immer. Die Züge müssen sich hier mit 50 ‰ Gefälle oder Steigung abmühen, auch heute noch für das Lokpersonal trotz modernster Technik immer noch eine Herausforderung. Der jetzt pensionierte, hier tätige gewesene Lokführer macht noch öfters bei zu schnellem Aufschalten - sprich: dem Vollausschlag des Fahr-/Bremshebel - die Feststellung beginnendes Schleudern und Gleitens.

Und: Ohne Technik fähr kein Zug, somit sind Schienen, Fahr- und Freileitungen, genau so Masten, ganz einfach Zeichen unserer heutigen Zeit, welche sich z. B. hier im dahinter sich befindlichem Unterwerk Weberrüti bemerkbar machen.


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Bild 5
Auf 50 ‰ im «Theilersrank»! Genau müsste es wohl heissen: «Im Theilers Rank», denn das Land, durch welches die SOB fährt, gehört eben einer Familiendinastie Namens Theiler.


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Bild 6
Oberhalb des «Theilersrank» steigt die Strecke nach Schindellegi-Feusisberg weiter, oberhalb des Zuges führt die Strasse von Samstagern nach dem «Vogelnest», heute eine Überführung, wo man auf die Strasse von Hütten trifft, im Bild ganz oben! Lustig auch die Spiegelung im «Freyenweijer».


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Bild 7
Der Weiher wird durch den Weg in zwei Teile getrennt. Im dicht bewachsenen Ufer ergeben sich aber doch verschiedene Durchblicke auf das Bahntrasse.


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Bild 8
Nach einem weiten Umweg über den Weidliweg zum Schoeniweg gab es ein Bild zum Bauernhof der Theilers und der Unterführung des Neufeldwegs zur Allenwindenstrasse hinauf in Richtung Schönenberg.


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Bild 9
Oberhalb des Bahntrasses geht die Sicht über den auch gelegentlich als «Itlimoos-Weiher» bezeichneten Weiher in Richtung Samstagern - Grünfeld und der gegenüberliegenden Zürichseeregion «Goldküste». Die Aufnahme von Bild 6 machte ich von der Plattform am oberen rechten Ende des Weihers aus, wo der Krebsbach entwässert. Die hier an der Sonne lagernden Enten umging ich so, dass ich sie nicht verscheuchte . . .


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Bild 10
Am Bahnübergan gleich unter der Allenwindenstrasse am Schoeniweg (mit einer zum Verweilen geeigneten Sitzbank) kam auf dem rechten Gleis der nach Rapperswil fahrende Voralpenexpress vor die Linse! Die in Vielfachsteuerung fahrenden 456 werden in Schindellegi bereits für die Weiterfahrt ab Samstagern auf das rechte Gleis der Doppelspur geleitet, um so das Queren im Bahnhof zu vermeiden.


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Bild 11
Wir sind immer noch beim Bahnübergang Schoeniweg, wo wir oberhalb des «Itlimoos» durch die Hochspannungleitung die Sicht auf «Ober Schellhammer» mit Grünfeld und Stäfa auf dem gegenüberliegenden Ufer des Zürichsees haben. Hinter der horizontalen Baumgruppe in Bildmitte rechts, versteckt sich geschickt der «Sternensee» mit seinem beliebten Restaurant.


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Bild 12
Beim privaten Parkplatz geht die Sicht in Richtung Rapperswil und dem Seedamm. Am See vor Rapperswil treffen sich die drei Kantone St. Gallen, Schwyz und Zürich nahe dem Damm. Der zur Gemeinde Freienbach gehörende Ortsteil «Wilen bei Wollerau» am Hang und rechts der vom Klostergut Einsiedeln bewirtschaftete Rebhang der «Leutschen« verdeckt die Sicht auf ein weiteres Klostergut, der Insel Ufenau. Das dortige Restaurant wurde modernisiert und umgebaut und empfielt sich. Zugang nur mit der Schifffahrt auf dem Zürichsee!


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Bild 13
Sitzend von beschriebener Sitzbank aus aufgenommen: Zugsbegegnung am Schoeniweg mit bergwärtsfahrendem Voralpenexpress nach Luzern und talwärts nach Wädenswil fahrendem SOB-Flirt.


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Bild 14
Als Beweismittel für den Fotografenkomfort mit bergwärtsfahredem Flirt . . . Die Sitzbank sollte immer noch dort stehen!


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Bild 15
Gleiche Situation wie Bild 3 im «Theilersrank» mit «SOB-Traverso» als VAE nach Luzern und in Samstagern einfahrender Flirt der S 13 nach Wädenswil.


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Bild 16
Nach einem artigen Tippel über den Bellenweg bin ich auf der Bergseite der SOB-Werkstätte angelangt, wo sich immer wieder interessante Fahrzeuge ansammeln, so bin ich auf der Zufahrtsstrasse zur Gleisbaunternehmng Vanoli ins Vorfeld um eine Aufnahme gegen das Depot zu machen. Interessant ist die ohne Hängeseil ausgeführte Einfachfahrleitung, welche sich hier bewährte und günstiger ist. Allerdings war ich mal daran, ein Fahrzeug aufzurüsten, als sich plötzlich die Fahrleitung durchzuhängen begann. An einem Masten hat sich, wie sich herausstellte der Lagerbolzen einer Abspannrolle «verabschiedet», weil er gebrochen war!


[/url][url=https://abload.de/image.php?img=2019-09-10-dsc_1288-u7ykea.jpg]https://abload.de/img/2019-09-10-dsc_1288-u7ykea.jpgn.

Bild 17
Eine noch wenig bekannte Hinweistafel für den Beginn von Industrie- oder Anschlussgleise mit entsprechenden Vorschriften.


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Bild 18
Gleicher Standort mit den Angabe des Ende des Industrie- oder Anschlussgleises zudem mit dem Vermerk, dass hier Halt für Fahrzeuge des Anschlussgleisbesitzer gilt.


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Bild 19
Der BDe 94 85 7 576 058, ein «Sokrates», wie jene mit der leicht schrägen, aber nicht abgerundeten Form genannt werden ist als Versuchsträger unterwegs, rechts einer der verkauften Hochleistungstriebwagen BDe der Vorgängerserie.


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Bild 20
Der BDe 576 058 dient der Firma Stadler als Versuchsträger für das neue «Guardia»-ETCS-System! Es ist zu hoffen, dass jetzt die Preise der beiden «Platzhirsche» nun stark fallen werden - Konkurrenz belebt die Sache!

Nach 14 Uhr begab ich mich wieder via Pfäffikon SZ auf den Heimweg . . .

Urs Nötzli