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Es ist keine Ankündigung, sondern nur der Hinweis auf die Möglichkeit, Flixtrains in der Schweiz zu fahren, und die Schaffung der gesetzlichen Grundlagen dafür:

Zitat:
Im Mai gab Flixtrain bekannt, dass man auch in Schweden Zugstrecken betreiben wolle. Das Ziel ist immer das Gleiche: Das Flixbus- und das Flixtrain-Netz miteinander zu verknüpfen. Bald könnte auch die Schweiz zum Ziel für eine Zug-Expansion werden. Flixmobility setzt auf die Liberalisierung der europäischen Eisenbahnnetze. Auch in der Schweiz laufen Bestrebungen in diese Richtung. Im Oktober 2017 teilte das Bundesamt für Verkehr mit, der Bundesrat prüfe die Öffnung des Schweizer Marktes für ausländische Zugunternehmen. In der Zwischenzeit hat das Parlament das Geschäft an sich genommen. Im Juni wurde eine Motion angenommen, die den Bundesrat anweist, die Marktöffnung dem Parlament vorzulegen. Zuvor müsste sich die Regierung aber für diese Öffnung aussprechen. Der Bundesrat will nun eine «Aussprache» halten. Laut einem Sprecher des Bundesamts für Verkehr hat diese noch nicht stattgefunden. Ein Termin dafür könne nicht genannt werden.
[www.luzernerzeitung.ch]


Ganz neu ist der Gedanke nicht, wie dieser Ausschnitt aus einem Artikel vom 08.08.2018 zeigt:

Zitat:
Das Unternehmen verhandelt mit der Deutschen Bahn derzeit noch über neue Trassees, doch Flixbus-Chef André Schwämmlein sagt im Interview mit der «Handelszeitung», dass die Schweiz auch bald ein Ziel sein könnte. Bestehende Trassees vom Netz der Deutschen Bahn seien bereits vorhanden. «Ein Flixtrain bis nach Basel ist also durchaus in Diskussion.»
[www.bazonline.ch]
Ich kann mir schon vorstellen, dass der Markt für den Personenverkehr innerhalb der Schweiz mittelfristig geöffnet wird. Wenn, dann aber nur - wie schon im Fernbusverkehr - mit strengen personellen Auflagen sowie einer Anerkennungspflicht von Fahrscheinen des Direkten Verkehrs. Und auch dann hoffe ich, dass eine klar ausformulierte Klausel dem übergeordneten Taktverkehr im PV sowie auch dem Güterverkehr Vorrang gegeben wird. Dies mag dann halt bedeuten, dass solche Züge von Basel nach Zürich als auch nach Olten ziemlich sicher den Umweg via Fricktal nehmen müssten. Auch eine Fahrt zwischen Lausanne und Genève sehe ich vorderhand als "herausfordernd" an.

Bis es überhaupt soweit wäre, werden aber wohl noch einige Jahre ins Land gehen.
Da kann man nur hoffen, dass der Flix Schrott nicht in die Schweiz fahren darf.
Wrzlbrnft. schrieb:
Ich kann mir schon vorstellen, dass der Markt für den Personenverkehr innerhalb der Schweiz mittelfristig geöffnet wird. Wenn, dann aber nur - wie schon im Fernbusverkehr - mit strengen personellen Auflagen sowie einer Anerkennungspflicht von Fahrscheinen des Direkten Verkehrs. Und auch dann hoffe ich, dass eine klar ausformulierte Klausel dem übergeordneten Taktverkehr im PV sowie auch dem Güterverkehr Vorrang gegeben wird. Dies mag dann halt bedeuten, dass solche Züge von Basel nach Zürich als auch nach Olten ziemlich sicher den Umweg via Fricktal nehmen müssten. Auch eine Fahrt zwischen Lausanne und Genève sehe ich vorderhand als "herausfordernd" an.

Bis es überhaupt soweit wäre, werden aber wohl noch einige Jahre ins Land gehen.
Salü, salut, ciao, allegra

Das wird politisch kaum passieren, schon die Fernliniencars kamen sehr unter Beschuss!

In der CH ist unbegrenzter ‘EU-(Neo-) liberalismus’ mit ausländischem Lohn-/Salärniveau und Abfluss von evtl. Gewinnen und Steuern ins Ausland - während wir auf ungedeckten Infrastruktur-, Gesundheits- und Umweltkosten ‘hockenbleiben’ - mehrheitlich unpopulär und hat politisch kaum eine Chance.

Und ‘Geiz ist geil’-Billigofferten wird’s sowieso nie geben, denn gleiche Billetttarife (Einbezug in den ‘nationalen Verkehrsverbund’ Direkter Verkehr) sowie gleiche Löhne und Sozialleistungen (flankierende Massnahmen!) sind absolut zentral, fast schon ‘Staatsraison’.
Kabotage will niemand trotz Lobbydrucks (wobei die CH-Gummipneu-Lobby gerade wegen deren Dumpingmethoden immer gegen ‘Flixbus’ etc. war).
Und es kommt nicht in Frage, dass ein ausländischer Grosskonzern wie ‘Flixbus-train’ sich in unsere Verkehrspolitik einmischt.

Ausserdem haben in einer Referendumsdemokratie wie in der CH in jedem Fall das Volk und die Kantone das letzte und entscheidende Wort (entweder direkt oder im Zusammenhang mit den sog. ‘EU-Rahmenverträgen’, wenn diese überhaupt je soweit kommen). Denn ohne Aenderung der Bundesverfassung und der daraus folgenden Uebergangs- und Ausführungsgesetze (von denen jedes einzelne wieder referendumsfähig ist), ist ein Systemwechsel ausgeschlossen.

@lammpe
Ja, Deine fast schon ideologisch betriebene Liberalisierungsphilosophie stösst in anderen Ländern schon aufgrund komplett anderer polit. Systeme, Usanzen und Traditionen nicht auf soviel Resonanz wie in EU-DE/FR u.a.😉

Ausserdem lieben Herr/Frau Schweizer ihr Bahnsystem (weshalb sie auch ihr Portemonnaie sehr weit aufmachen), und die SBB sind einige der wenigen in der CH überhaupt existierenden (und traditionell positiv konnotierten) nationalen Institutionen, die man im ganzen Land kennt und schätzt (neben den SBB sind das bloss noch die CH-Armee/Armée/Esercito, PostAuto und das CH-Grenzwachtkorps/garde-frontières/guardia di confine)...

Jeder Versuch (erst recht wenn er aus dem Ausland gesteuert ist), dies zu ändern, zu unterlaufen oder abzuschaffen, wird quasi als ‘Angriff auf die Eidgenössischen Werte’ (die teilw. inkompatibel sind mit den sog. ‘Europäischen Werten’) gesehen und provoziert in der mehrheitlich sehr wertkonservativen CH sofort heftigen politischen Widerstand.
Und die Kantone, Verbände, Interessengruppen etc. können im Rahmen der Vernehmlassung einen bundesrätlichen Vorschlag faktisch schon bodigen (dt. zu Fall bringen, scheitern lassen), bevor er überhaupt in die Bundesversammlung (beide Parlamentskammern) und vors Volk kommt (was recht häufig der Fall ist). Erscheint der Widerstand/Uneinigkeit gegen eine Vorlage des Bundesrats schon im Vorfeld (Vernehmlassung) als zu gross, zieht der Bundesrat sein Projekt retour oder lässt wesentliche umstrittene Elemente fallen, weil es sonst keine Chance im Parlament/Volk hätte.

Treffend sagte einmal ein ‘geflügeltes Wort’ aus einem südschweizerischen Bergdorf ohne Bahnanschluss:
» Il nostro autobus giallo è l’unica rappresentanza dello stato centrale » (helv.-dt. übersetzt: ‘Unser gelber Autobus ist die einzige Repräsentanz des Zentralstaats’). Gemeint ist das Postauto des Bundes. Damit konnten ‘Verscherbelungen’ im Keim erstickt werden.
Ergo:
SBB CFF FFS und die anderen erwähnten gesamtschweizerischen Institutionen haben auch eine enorme staatspolitische Bedeutung.

So eine Liberalisierung kann - Gott sei Dank! - bei uns nicht von oben herab ‘par ordre du mufti’ oder per ‘Parlamentsbeschluss der Regierungsmehrheit mit Fraktionszwang’ durchgesetzt werden.

Schöne Sunntig
Bon dimanche
Buona domenica
Buna dumeng

Ueli

Edit:
Kleine Korrekturen/Ergänzungen



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.07.19 23:05.
Ah ja, die üblich Schweizer Überheblichkeit auf DSO mal wieder . Wenn ich mir so die Berichte über den Schweizer Einkaufstourismus im Grenzgebiet so anschaue, dann ist Geiz sehr wohl geil bei vielen Eidgenossen. Ganz nebenbei sorgen sie dabei höchst persönlich für den Abfluss von Steuern (selbst das was sie sich wieder zurück holen zahlen sie dann nicht in der Schweiz wie es rechtlich vorgeschrieben wäre) und Gewinn ins Ausland und Schweizer Lohnniveau wird dort sicher auch nicht gezahlt. Wobei es eh sehr amüsant ist wenn ein Land über abfließende Steuern jammert das praktisch seinen ganzen Wohlstand darauf begründet, dass es Kriminelle dabei unterstützt hat Steuern in anderen Ländern zu hinterziehen.

Um das klarzustellen, Flixtrain braucht in der Schweiz keiner und auch in Deutschland nicht.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.07.19 08:46.

Willkommen in Europa!

geschrieben von: Thomas_Lammpe

Datum: 28.07.19 08:50

CH-Mirage schrieb:
Das [Marktöffnung des Schweizer Schienenverkehrs] wird politisch kaum passieren, schon die Fernliniencars kamen sehr unter Beschuss!
Und dennoch fahren die Fernliniencars in der Schweiz, wenn auch die Auslastung nach meinen Stichproben sehr schlecht ist.



CH-Mirage schrieb:
In der CH ist unbegrenzter ‘EU-(Neo-) liberalismus’ mit ausländischem Lohn-Salärniveau und Abfluss von evtl. Gewinnen und Steuern ins Ausland - während wir auf ungedeckten Infrastruktur-, Gesundheits- und Umweltkosten ‘hockenbleiben’ - mehrheitlich unpopulär und haben politisch kaum eine Chance.
[..]
Und es kommt nicht in Frage, dass ein ausländischer Grosskonzern wie ‘Flixbus-train’ sich in unsere Verkehrspolitik einmischt.
"Abfluss von evtl. Gewinnen und Steuern ins Ausland", "ausländischer Grosskonzern": Willkommen in Europa, dem sich selbst ein Land wie die Schweiz nicht entziehen kann, sondern durch bilaterale Verträge 'mitgliedsähnlich' verbunden ist!



CH-Mirage schrieb:
Ja, Deine fast schon ideologisch betriebene Liberalisierungsphilosophie stösst in anderen Ländern schon aufgrund komplett anderer polit. Systeme, Instanzen und Traditionen nicht auf soviel Resonanz wie in EU-DE/FR u.a.😉
Und dennoch wird eine Marktöffnung offensichtlich geprüft:
Zitat:
Im Oktober 2017 teilte das Bundesamt für Verkehr mit, der Bundesrat prüfe die Öffnung des Schweizer Marktes für ausländische Zugunternehmen. In der Zwischenzeit hat das Parlament das Geschäft an sich genommen. Im Juni wurde eine Motion angenommen, die den Bundesrat anweist, die Marktöffnung dem Parlament vorzulegen.
[www.luzernerzeitung.ch]

Flixtrain braucht keiner?

geschrieben von: Thomas_Lammpe

Datum: 28.07.19 08:54

MrEnglish schrieb:
Um das klarzustellen, Flixtrain braucht in der Schweiz keiner und auch in Deutschland nicht.
Das sehen die Nutzer von Flixtrain in Deutschland etwas anders. Vielleicht brauchen sie den Zug nicht zwingend, sie sehen aber in dessen Nutzung einen Vorteil für sich. Denn sonst würden sie ja nicht damit fahren.
Lieber Urs,

Es wäre ja schön wenn ihr wirklich so "wertekonservativ" wärt wie du schreibst. Allerdings zeugt auch die Entwicklung der "Staatseisenbahn" in die andere Richtung. Natürlich nicht so deutlich und massiv wie hier, es kommt eher schleichend aber es kommt... Hast du nicht letztens davon geschrieben das es am Rheinfall nicht mehr Thurbo, sondern wieder nur noch die SBB gibt? Warum gibt es denn Thurbo überhaupt? Und das ist nur ein Beispiel... Und auch wenn es der "Blick" ist, ist das hier "wertekonservativ"?

[www.blick.ch]

Ihr seid nichts besseres und ohne die anderen gehen die Lichter ziemlich schnell aus...
Den komischen grünen Zug mit seinem Billig-personal möchte ich hier auch nicht sehen, ich fürchte aber da findet sich unter deinen Landsleuten eine Mehrheit. Zu Aldi und Lidl geht ja auch keiner.

MfG

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

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aus aktuellem Anlass :-(: [www.youtube.com]
Matthias Muschke schrieb:
[www.blick.ch]

Ihr seid nichts besseres und ohne die anderen gehen die Lichter ziemlich schnell aus...
Den komischen grünen Zug mit seinem Billig-personal möchte ich hier auch nicht sehen, ich fürchte aber da findet sich unter deinen Landsleuten eine Mehrheit. Zu Aldi und Lidl geht ja auch keiner.

Gerade der letzte Satz hat es schon schön auf den Punkt gebracht.^^

Und: Wenn gleiche Billettpreise für alle "schon fast 'Staatsraison'" sind, warum boxt die SBB dann mit aller Kraft ihre Sparpreise durch?

Im Güterverkehr spielt die Liberalisierung ja schon größtenteils. So wie ich das BAV kenne, wird dieses auch eine Liberalisierung im Personenverkehr prüfen und zum Schluss kommen, dass man der Idee grundsätzlich nicht abgeneigt sei, bestehende Taktverkehre mit ihrer Netzwirkung aber weiterhin Vorrang haben dürfen und auch neue Player sich an strenge Spielregeln in puncto Sicherheit (ganz zuoberst!), Personalentlöhnung und Eingliederung in die CH-Tarifsysteme (ggf. auch Verbundtarife) halten müssen.

Unter dieser Prämisse wird es für ausländische Anbieter schwierig, Fuß zu fassen, aber es ist nicht unmöglich. Wenn Flixbus einen genügend langen finanziellen Atem hat, halte ich einen Markteintritt dennoch nicht für ausgeschlossen. Ob Herr und Frau SchweizerIn das Angebot letztlich nutzen wollen, entscheiden sie dann selber. Marktanteile dürfte Flixtrain der SBB jedoch nur in geringem Maße abjagen. (sage ich übrigens als selbst-Bundesbähnler)
Die Blau-Gelbe Eisenbahn ist sicher nicht abgeneigt da mitzuspielen...

MfG

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aus aktuellem Anlass :-(: [www.youtube.com]
Wrzlbrnft. schrieb:
Unter dieser Prämisse wird es für ausländische Anbieter schwierig, Fuß zu fassen, aber es ist nicht unmöglich. [..] Ob Herr und Frau SchweizerIn das Angebot letztlich nutzen wollen, entscheiden sie dann selber. Marktanteile dürfte Flixtrain der SBB jedoch nur in geringem Maße abjagen.
Für mich ist es nur schwer vorstellbar, dass Flixtrain im Falle eines Markteintritts in die Schweiz eine nennenswerte Anzahl von Fahrgästen des innerschweizer Binnenverkehrs gewinnen würde. Schon bei den Fernbussen hat sich gezeigt, dass Flixbus zwar viele internationale Fahrgäste in und aus der Schweiz befördert, aber im Binnenverkehr in Konkurrenz zu Taktverkehr und weitverbreiteten Rabattkarten keinen Erfolg hat. Deshalb würde wohl auch der Flixtrain in erster Linie auf grenzüberschreitende Fahrgäste setzten, denen die passende Rabattkarte im jeweiligen Nachbarland fehlt bzw. nur noch einen reduzierten Rabatt gewährt.
Thomas_Lammpe schrieb:
Es ist keine Ankündigung, sondern nur der Hinweis auf die Möglichkeit, Flixtrains in der Schweiz zu fahren, und die Schaffung der gesetzlichen Grundlagen dafür

Das ist alles uralt, und es tut sich nichts. Man sollte auch akzeptieren, dass die Schweiz selbst entscheidet, ob sie ihr Bahnnetz konkurrierendem Personenverkehr öffnet. Die wesentlichen Strecken, und das sind ganz sicher diejenigen, auf denen Flix Rosinenpickerei betreiben will, sind dicht mit Taktverkehr belegt. Dessen Priorität wird niemand für irgendeinen Flixzug in Frage stellen.

MrEnglish schrieb:
Wenn ich mir so die Berichte über den Schweizer Einkaufstourismus im Grenzgebiet so anschaue, dann ist Geiz sehr wohl geil bei vielen Eidgenossen. Ganz nebenbei sorgen sie dabei höchst persönlich für den Abfluss von Steuern (selbst das was sie sich wieder zurück holen zahlen sie dann nicht in der Schweiz wie es rechtlich vorgeschrieben wäre) und Gewinn ins Ausland und Schweizer Lohnniveau wird dort sicher auch nicht gezahlt.

Die Mehrwertsteuererstattung ist zwar ein übles Kaspertheater mit durchaus erheblichen Verkehrsproblemen als Folge, ist aber legal. Es ware Sache der deutschen Politik, hier einen wirksamen Erstattungsschwellenwert anzusetzen, der dem ein Ende bereitet; das erfolgt aus unverständlicher politischer Rücksichtnahme auf den Einzelhandel aber nicht. Ein öffentliches Interesse an der Förderung des Einkaufstourismus besteht nicht. Eher im Gegenteil.

Dass die Einkäufe in der Schweiz nicht einfuhrversteuert werden, ist bei Einkäufen üblicher Größenordnung ebenfalls legal, die Freibeträge liegen ziemlich hoch. Auch das ist in der Schweiz so gewollt. Kontrollen finden vereinzelt statt.

Sicher sagt das was über die Schweiz aus. Einkauf im Ausland und Mehrwertsteuererstattung folgen dem üblichen Prinzip "Alle sind dagegen, aber alle machen mit." Außerdem würden die Leute in nahezu gleichem Ausmaß auch ohne Mehrwertsteuererstattung in Deutschland kaufen, die ist im Vergleich zur eigentlichen Preisdifferenz bei Lebensmitteln nämlich Peanuts.

Thomas_Lammpe schrieb:
MrEnglish schrieb:
Um das klarzustellen, Flixtrain braucht in der Schweiz keiner und auch in Deutschland nicht.
Das sehen die Nutzer von Flixtrain in Deutschland etwas anders. Vielleicht brauchen sie den Zug nicht zwingend, sie sehen aber in dessen Nutzung einen Vorteil für sich. Denn sonst würden sie ja nicht damit fahren.

Das sagt nichts. Jedes Angebot findet irgendwelche Nutzer. Es kommt drauf an, ob ernsthaft was fehlen würde, wenn es das Angebot nicht mehr gäbe. Es werden auch ständig Flixbus-Linien eingestellt, die für manche Leute von Nutzen waren. Braucht niemand? Braucht doch jemand? Wenn es Flixbus egal ist, kann es auch der Allgemeinheit egal sein.

Thomas_Lammpe schrieb:
Für mich ist es nur schwer vorstellbar, dass Flixtrain im Falle eines Markteintritts in die Schweiz eine nennenswerte Anzahl von Fahrgästen des innerschweizer Binnenverkehrs gewinnen würde. Schon bei den Fernbussen hat sich gezeigt, dass Flixbus zwar viele internationale Fahrgäste in und aus der Schweiz befördert, aber im Binnenverkehr in Konkurrenz zu Taktverkehr und weitverbreiteten Rabattkarten keinen Erfolg hat. Deshalb würde wohl auch der Flixtrain in erster Linie auf grenzüberschreitende Fahrgäste setzten, denen die passende Rabattkarte im jeweiligen Nachbarland fehlt bzw. nur noch einen reduzierten Rabatt gewährt.

Wenn das wirklich das Ziel wäre, könnte man leicht ein Vorlaufangebot schaffen. Die Haupteinfallschneise aus Deutschland in die Schweiz geht über Basel, das zudem selbst die drittgrößte Stadt der Schweiz ist. Mit einem Flixzug bis Basel Bad Bf würde man also bereits internationalen Verkehr anbieten, bekäme die Trasse aber nach deutschem Recht. Wenn man dann noch einen Halt in Weil oder Eimeldingen (im Umfeld des letztgenannten Bahnhofs ist mehr Platz) einlegt und von dort aus passende und anschlussgesicherte Busfahrten in die Schweiz mit ausschließlich internationaler Beförderung anbietet, hat man eigentlich schon alles. Ohne Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen in der Schweiz.

Re: [CH] Blau-gelbe Eisenbahn?

geschrieben von: Augustinus Hipponensis

Datum: 28.07.19 13:35

Hallo Matthias!
Jetzt musst Du mir auf die Sprünge helfen. Ich wohne zwar in der Schweiz und kenne die Eisenbahn(en) hier ziemlich gut, aber wer ist die blau-gelbe Bahn?
Herzlichen Gruss

Martin K.

https://farm8.staticflickr.com/7467/16121205656_fac9c2d50d_o.jpg

Mwst-Bagatellgrenze 175.-- Euro

geschrieben von: Christof 421

Datum: 28.07.19 13:38

Hallo zusammen,

wie wir alle wissen, ist der Schäuble als Finanzminister und Bewohner von Südbaden weg von seinem Amt.
Neu haben wir einen Finanzminister Scholz und der hat jetzt tatsächlich die Aufgabe, diesen grünen Zetteln an den Kragen zu gehen.

Der südbadische Handel sträubt sich vehement gegen diese Bagatellgrenze.
Ich persönlich hoffe aber, dass der Scholz sich durchsetzen kann und diese Grenze einführt.
Nur, die gilt dann nicht nur für Schweizer, sondern für alle Drittstaatenangehörigen, die z.B. auch über einen Hafen oder Flughafen Deutschland und die EU verlassen.

[www.bzbasel.ch]

Gruss aus Südbaden
Christof 421
MrEnglish schrieb:
Ah ja, die üblich Schweizer Überheblichkeit auf DSO mal wieder . Wenn ich mir so die Berichte über den Schweizer Einkaufstourismus im Grenzgebiet so anschaue, dann ist Geiz sehr wohl geil bei vielen Eidgenossen. Ganz nebenbei sorgen sie dabei höchst persönlich für den Abfluss von Steuern (selbst das was sie sich wieder zurück holen zahlen sie dann nicht in der Schweiz wie es rechtlich vorgeschrieben wäre) und Gewinn ins Ausland und Schweizer Lohnniveau wird dort sicher auch nicht gezahlt. Wobei es eh sehr amüsant ist wenn ein Land über abfließende Steuern jammert das praktisch seinen ganzen Wohlstand darauf begründet, dass es Kriminelle dabei unterstützt hat Steuern in anderen Ländern zu hinterziehen.

Um das klarzustellen, Flixtrain braucht in der Schweiz keiner und auch in Deutschland nicht.
Schweizer Überheblichkeit hier im DSO????
Ist eigentlich schon eher starker Toback so eine Aussage. Und das Geschwafel wegen Steuern oder Schweizer Einkaufstourismus oder gar Unterstützung von Kriminellen ist nicht gerade sehr geistreich und zeigt eher mangelnde Kenntnisse der Verhältnisse in der Schweiz.

Ich bin von meiner politischen Gesinnung hier vermutlich kein Freund von Ueli, aber seine richtigen Ausführungen der politischen Abläufe in der Schweiz sind korrekt! Für EU-Bürger sind Diese eventuell nicht nachvollziehbar, weil ungewohnt und halt höchst demokratisch.

Gruess aus der Schweiz
Markus

Re: Mwst-Bagatellgrenze 175.-- Euro

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 28.07.19 14:45

Christof 421 schrieb:
wie wir alle wissen, ist der Schäuble als Finanzminister und Bewohner von Südbaden weg von seinem Amt.
Neu haben wir einen Finanzminister Scholz und der hat jetzt tatsächlich die Aufgabe, diesen grünen Zetteln an den Kragen zu gehen.

Der südbadische Handel sträubt sich vehement gegen diese Bagatellgrenze.
Ich persönlich hoffe aber, dass der Scholz sich durchsetzen kann und diese Grenze einführt.
Nur, die gilt dann nicht nur für Schweizer, sondern für alle Drittstaatenangehörigen, die z.B. auch über einen Hafen oder Flughafen Deutschland und die EU verlassen.

Schön, dass da endlich mal was passiert; das war mir neu. Ich würde die Bagatellgrenze aber höher ansetzen und vom Erstattungsbetrag abhängig machen statt vom Warenwert, das passt von der Steuersystematik her besser und würde Lebensmitteleinkäufe angemessener, weil überproportional treffen. Ich würde da an 50 Euro Mehrwertsteuer je Ausfuhrvorgang denken. Ein Grenzwert von 175 Euro Warenwert würde eher als Umsatzförderung dienen. Aber wahrscheinlich muss man erst mal anfangen und später die Grenzwerte raufsetzen. Das Geheul der Gewerbetreibenden muss man nicht ernst nehmen. Die südbadische Wirtschaft hängt nicht am Einkaufstourismus und schon gar nicht an der Mehrwertsteuererstattung.

Re: [CH] Blau-gelbe Eisenbahn?

geschrieben von: Matthias Muschke

Datum: 28.07.19 15:09

Augustinus Hipponensis schrieb:
Hallo Matthias!
Jetzt musst Du mir auf die Sprünge helfen. Ich wohne zwar in der Schweiz und kenne die Eisenbahn(en) hier ziemlich gut, aber wer ist die blau-gelbe Bahn?
Herzlichen Gruss
Hallo,

Widmer-Rail...

MfG

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schmalspur17 schrieb:
Schweizer Überheblichkeit hier im DSO????
Ist eigentlich schon eher starker Toback so eine Aussage. Und das Geschwafel wegen Steuern oder Schweizer Einkaufstourismus oder gar Unterstützung von Kriminellen ist nicht gerade sehr geistreich und zeigt eher mangelnde Kenntnisse der Verhältnisse in der Schweiz.

Ich bin von meiner politischen Gesinnung hier vermutlich kein Freund von Ueli, aber seine richtigen Ausführungen der politischen Abläufe in der Schweiz sind korrekt! Für EU-Bürger sind Diese eventuell nicht nachvollziehbar, weil ungewohnt und halt höchst demokratisch.
Es geht nicht um die Schweizer Demokratie, es geht um die Aussage, dass es in der Schweiz keine Geiz-ist-geil-Mentalität gäbe und darum, dass die Schweizer ihr Geld nicht zu ausländischen Unternehmen tragen die das Schweizer Steueraufkommen verringern. In einer solchen Aussage schwingt einfach Überheblichkeit mit und sie ist absoluter Blödsinn, daher das Gegenbeispiel mit dem Einkaufstourismus.

Beiträge mit diesem Tenor liest man von gewissen Leuten hier öfter.
MrEnglish schrieb:
Ah ja, die üblich Schweizer Überheblichkeit auf DSO mal wieder . Wenn ich mir so die Berichte über den Schweizer Einkaufstourismus im Grenzgebiet so anschaue, dann ist Geiz sehr wohl geil bei vielen Eidgenossen. Ganz nebenbei sorgen sie dabei höchst persönlich für den Abfluss von Steuern (selbst das was sie sich wieder zurück holen zahlen sie dann nicht in der Schweiz wie es rechtlich vorgeschrieben wäre) und Gewinn ins Ausland und Schweizer Lohnniveau wird dort sicher auch nicht gezahlt.
Grenzland-Schweizer, die billige deutsche Lebensmittel aufkaufen, sind genauso fies wie Grenzland-Deutsche, die gutbezahlte Schweizer Arbeitsplätze wegschnappen.

Arbeitsplätze und Grenzgänger

geschrieben von: Christof 421

Datum: 28.07.19 16:41

das Problem ist nur, dass die Schweiz nicht genügend eigene Fachkräfte findet und darum drauf angewiesen ist, Grenzgänger aus DE, FR, IT, AT einzustellen.
Viele Berufe in der Schweiz wollen die Schweizer eh gar nicht mehr haben.

Möchte nicht wissen, wie es im Raum Basel bestellt wäre, wenn keine DE, FR Grenzgänger kämen?
Dann könnten einige Krankenhäuser und die ganzen Detailhändler und Speditionen dicht machen.
Selbst die SBB sucht ja ihre Lokführer und Schaffner im grenznahen Ausland.

Im Übrigen habe ich meine Stelle als Grenzgänger aufgegeben, habe dann Arbeitslosengeld bezogen und lebe jetzt ganz gut ohne Ärger und Stress mit Behörden von meiner Pensionskasse.
Ob die Firma dafür einen Schweizer eingestellt hat?
Und das Geld gebe ich grösstenteils in der EU aus.

Dies nur, um bei einigen Neid zu schüren.
Gruss aus Südbaden
Christof 421



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.07.19 16:43.
kmueller schrieb:
... sind genauso fies wie Grenzland-Deutsche, die gutbezahlte Schweizer Arbeitsplätze wegschnappen.
Ooohhh! Ich habe selten so gelacht. Du bist ja ein richtiger Auskenner!
(als wir vor zwei Jahre Tf ausgebildet haben, war unser Schweizer Dienststellenleiter sehr bemüht auch Landsleute einzustellen. Am Ende waren es alles Deutsche, u.a. aus Itzehoe)
Du hast von den Verhältnissen auf dem Arbeitsmarkt hier offenbar nicht die geringste Ahnung...

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.07.19 16:46.
kmueller schrieb:
Grenzland-Schweizer, die billige deutsche Lebensmittel aufkaufen, sind genauso fies wie Grenzland-Deutsche, die gutbezahlte Schweizer Arbeitsplätze wegschnappen.

Nö. Es geht ja nicht ums Wegkaufen von Lebensmitteln. Die Versorgung ist schon hinreichend stabil. Wer als Nichtschweizer seinen Arbeitsplatz in der Schweiz hat, ist zunächst mal frei in der Entscheidung des Wohnsitzlandes. Den Schweizern nimmt man eh keine Arbeitsplätze weg, weil die Schweizer Bildungspolitik nicht ausreichend qualifizierte Arbeitnehmer bereitstellt.

Der wesentliche Unterschied zum Einkaufen: Nichtschweizer, die in der Schweiz arbeiten, zahlen in der Schweiz Steuern. Immer. Nach dem Wohnort richtet sich lediglich, ob sie alles in der Schweiz bezahlen oder einen Teil am ausländischen Wohnort. Schweizer Einkaufstouristen zahlen in Deutschland keine Steuern. Deutschland verzichtet ohne Not auf die ihm zustehende Mehrwertsteuer und hat dadurch auch noch Mehrkosten durch Zollpersonal.
MrEnglish schrieb:
schmalspur17 schrieb:
Schweizer Überheblichkeit hier im DSO????
Ist eigentlich schon eher starker Toback so eine Aussage. Und das Geschwafel wegen Steuern oder Schweizer Einkaufstourismus oder gar Unterstützung von Kriminellen ist nicht gerade sehr geistreich und zeigt eher mangelnde Kenntnisse der Verhältnisse in der Schweiz.

Ich bin von meiner politischen Gesinnung hier vermutlich kein Freund von Ueli, aber seine richtigen Ausführungen der politischen Abläufe in der Schweiz sind korrekt! Für EU-Bürger sind Diese eventuell nicht nachvollziehbar, weil ungewohnt und halt höchst demokratisch.
Es geht nicht um die Schweizer Demokratie, es geht um die Aussage, dass es in der Schweiz keine Geiz-ist-geil-Mentalität gäbe und darum, dass die Schweizer ihr Geld nicht zu ausländischen Unternehmen tragen die das Schweizer Steueraufkommen verringern. In einer solchen Aussage schwingt einfach Überheblichkeit mit und sie ist absoluter Blödsinn, daher das Gegenbeispiel mit dem Einkaufstourismus.

Beiträge mit diesem Tenor liest man von gewissen Leuten hier öfter.
Geiz-ist-geil-Mentalität gibt es überall. Die unangenehm auftretenden Einkaufstouristen von der Schweiz her gibt es nur sehr begrenzt, umgekehrt schon auch (siehe die Zustände in Basel, wenn in Süddeutschland Feiertag ist und in der Schweiz nicht)! Frage mich einfach ob die Unterstellung der Überheblichkeit nicht ein Befinden eines Einzelnen ist, welches aus Nichtwissen oder ev. auch Neid entsteht.

Wie war das ursprüngliche Thema schon wieder? Ahja Flixtrain...

Gruess
Markus
schmalspur17 schrieb:
Geiz-ist-geil-Mentalität gibt es überall. Die unangenehm auftretenden Einkaufstouristen von der Schweiz her gibt es nur sehr begrenzt

Es ist kein bisschen verwerflich, seine Ausgaben zu optimieren. Wohl aber, sich als Autofahrer beim Einkaufstourismus wie die Axt im Walde zu benehmen (zu besichtigen jeden Samstag in Weil-Friedlingen). Die Einkaufstouristen mit dem Mehrwertsteuererstattungszirkus machen sich halt unbeliebt, wenn sie mit ihren Sonderwünschen an den Kassen den Betrieb aufhalten, an der Grenzhaltestelle ewig die Türen der Straßenbahn blockieren lassen, weil sie grad beim Zoll dran sind (irgendjemand muss nun mal der erste sein, der nicht mehr mitkommt und dann warten muss, aber die Leute kapieren das nicht), wenn sie der Straßenbahn StVO-widrig im Weg stehen. Das ist ein reales Problem, und wenn die Bagatellgrenze kommt, dürfte das die Situation deutlich entspannen und der Zuverlässigkeit der Linie 8 sehr dienlich sein (um mal wieder den Bezug zu einem Verkehrsthema zu bekommen).

schmalspur17 schrieb:
umgekehrt schon auch (siehe die Zustände in Basel, wenn in Süddeutschland Feiertag ist und in der Schweiz nicht)!

Nicht wirklich. Basel ist für das deutsche Umland zum Einkaufen eher uninteressant.

Witzig aber ist es an solchen Tagen, die Schweizer durchs Grenzgebiet fahren zu sehen, die mit der Tatsache deutscher Feiertage intellektuell überfordert sind. Der Anblick der dummen Gesichter vor den geschlossenen Läden ist unbezahlbar.

Nicht wirklich. Basel ist für das deutsche Umland zum Einkaufen eher uninteressant.

Witzig aber ist es an solchen Tagen, die Schweizer durchs Grenzgebiet fahren zu sehen, die mit der Tatsache deutscher Feiertage intellektuell überfordert sind. Der Anblick der dummen Gesichter vor den geschlossenen Läden ist unbezahlbar.
Dann empfehle ich Dir bei nächster Gelegenheit (Feiertag in BW, Werktag in CH/BS9 nach Basel zu gehen. Deine Meinung von "Basel uninteressant" musst Du dann wohl revidieren... (Ah ja nach, in Wohne seit 60 Jahren in Basel, kenne die Verhältnisse. Brauche keine weiteren Erklärungen wie die Verhältnisse hier sind...). Das Verhalten der CH-Autofahrer in Friedlingen ist für mich als Schweizer höchst peinlich.

Gruess aus Basel
Markus
schmalspur17 schrieb:
Dann empfehle ich Dir bei nächster Gelegenheit (Feiertag in BW, Werktag in CH/BS9 nach Basel zu gehen. Deine Meinung von "Basel uninteressant" musst Du dann wohl revidieren... (Ah ja nach, in Wohne seit 60 Jahren in Basel, kenne die Verhältnisse. Brauche keine weiteren Erklärungen wie die Verhältnisse hier sind...).

Basel schluckt eine Menge Leute problemlos. Auch wenns mal ein paar mehr sind. Das ist kein Vergleich mit dem Chaos jeden Samstag auf der anderen Seite.

Re: Arbeitsplätze und Grenzgänger

geschrieben von: kmueller

Datum: 28.07.19 18:33

Christof 421 schrieb:
das Problem ist nur, dass die Schweiz nicht genügend eigene Fachkräfte findet

Möchte nicht wissen, wie es im Raum Basel bestellt wäre, wenn keine DE, FR Grenzgänger kämen?
Dann könnten einige Krankenhäuser und die ganzen Detailhändler und Speditionen dicht machen.
Ähnlich wie diverse Läden in Weil und Lörrach, wenn die Basler nicht mehr zum Einkaufen kämen.
kaufhalle schrieb:
Basel schluckt eine Menge Leute problemlos. Auch wenns mal ein paar mehr sind. Das ist kein Vergleich mit dem Chaos jeden Samstag auf der anderen Seite.
Hi,

dann bist du aber noch nie im Berufsverkehr morgens und nachmittags rund um Basel mit dem Auto unterwegs gewesen, oder?

Gruß Marc

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/logo11lprfuthq0.jpg
kmueller schrieb:
Christof 421 schrieb:
das Problem ist nur, dass die Schweiz nicht genügend eigene Fachkräfte findet

Möchte nicht wissen, wie es im Raum Basel bestellt wäre, wenn keine DE, FR Grenzgänger kämen?
Dann könnten einige Krankenhäuser und die ganzen Detailhändler und Speditionen dicht machen.
Ähnlich wie diverse Läden in Weil und Lörrach, wenn die Basler nicht mehr zum Einkaufen kämen.

Nö. Die Einkaufsmöglichkeiten in Weil und Lörrach passen für Städte dieser Größe, ganz ohne Schweizer Kunden. Die Schweizer Kaufkraft wird keineswegs professionell abgegriffen, da könnte man wesentlich mehr machen. Das Klischee von den Einkaufszentren, die nur durch einkaufende Schweizer (oder korrekter: Einwohner der Schweiz) existieren, entspricht nicht der Realität. Im übrigen würden die Schweizer auch ohne Mehrwertsteuererstattung kommen.

PKP Cargo schrieb:
dann bist du aber noch nie im Berufsverkehr morgens und nachmittags rund um Basel mit dem Auto unterwegs gewesen, oder?

Eigentlich bin ich überhaupt nicht mit dem Auto unterwegs.
Als "zugezogener Heimwehbasler" aus Österreich, der die Grenzverkehrs-Verhältnisse selber bestens kennt (per ÖV hin und wieder gar selbst dazu beiträgt) würde ich dennoch ganz gern wieder über das Ausgangsthema diskutieren: Marktöffnung für privatkommerzielle PV-Anbieter in der Schweiz. Danke / Merci.

Re: Arbeitsplätze und Grenzgänger

geschrieben von: Matthias Muschke

Datum: 28.07.19 19:24

kmueller schrieb:
Christof 421 schrieb:
das Problem ist nur, dass die Schweiz nicht genügend eigene Fachkräfte findet

Möchte nicht wissen, wie es im Raum Basel bestellt wäre, wenn keine DE, FR Grenzgänger kämen?
Dann könnten einige Krankenhäuser und die ganzen Detailhändler und Speditionen dicht machen.
Ähnlich wie diverse Läden in Weil und Lörrach, wenn die Basler nicht mehr zum Einkaufen kämen.
Die sind aber nicht erst alle seit dem Euro-Fall da, Vielleicht solltest du mal besser recherchieren?
Von Westen kommen auch ganz viele und die bekommen beim Einkauf nichts zurück?

MfG

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

Facebook-Fundstück...

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aus aktuellem Anlass :-(: [www.youtube.com]
kmueller schrieb:
Grenzland-Schweizer, die billige deutsche Lebensmittel aufkaufen, sind genauso fies wie Grenzland-Deutsche, die gutbezahlte Schweizer Arbeitsplätze wegschnappen.
Und jetzt? Das widerlegt mein Argument jetzt genau wie?

Im Übrigen, keiner Stellt einen Deutschen in der Schweiz an nur weil er deutsch ist (mit ganz ganz wenigen Ausnahmen bei denen das nützlich ist). Deutsche haben maximal gegenüber den meisten anderen Ausländern einen Vorteil weil sie sowas ähnliches wie die Landessprache sprechen, aber nicht gegenüber den Schweizern. Wenn die Deutschen die Jobs für weniger Geld machen, dann sollte man sich als Schweizer eher über die eigenen Unternehmen aufregen die "zu geringe" Löhne zahlen.
schmalspur17 schrieb:
Geiz-ist-geil-Mentalität gibt es überall. Die unangenehm auftretenden Einkaufstouristen von der Schweiz her gibt es nur sehr begrenzt, umgekehrt schon auch (siehe die Zustände in Basel, wenn in Süddeutschland Feiertag ist und in der Schweiz nicht)! Frage mich einfach ob die Unterstellung der Überheblichkeit nicht ein Befinden eines Einzelnen ist, welches aus Nichtwissen oder ev. auch Neid entsteht.

Wie war das ursprüngliche Thema schon wieder? Ahja Flixtrain...
Ich darf nochmal daran erinnern wie wir auf das Thema gekommen sind. Es wurde die Behauptung aufgestellt, dass die Schweizer ja ach so gute Menschen sind und weder Geiz kennen noch ihr Geld zu ausländischen Unternehmen tragen weil die billiger sind (im konkreten Fall Flixtrain). Was da jetzt der Hinweis darauf soll, dass Deutsche zum Einkaufen in die Schweiz kommen erschließt sich mir nicht. Offenbar hast du nicht verstanden warum ich auf die Einkaufstouristen verwiesen habe.

Dass Leute zum Einkaufen in Nachbarländer fahren wenn es unterschiedliche Feiertagsregelungen gibt ist dagegen völlig nachvollziehbar, sie haben dann halt Zeit. Das passiert auch innerhalb von Deutschland. In Mannheim muss die RNV Verstärkerfahrten ins benachbarte Viernheim fahren wenn in Baden-Württemberg Feiertag ist und in Hessen nicht, weil es dort ein großes Einkaufszentrum gibt.

Wenn man jetzt aber das Einkaufen auf der anderen Seite, egal aus welchem Grund, als verwerflich und schädlich ansieht, dann ist die Belastung durch die Schweizer in Deutschland trotzdem höher als umgekehrt. Die meisten Feiertage sind christlichen Ursprungs und daher in beiden Ländern gleich. Von wie vielen Tagen im Jahr sprechen wir also? Vielleicht 5? Die Schweizer fallen dagegen jedes Wochenende im Nachbarland ein, also 10 mal so oft. Das aber nur nebenbei, das war gar nicht mein Argument.
MrEnglish schrieb:
kmueller schrieb:
Grenzland-Schweizer, die billige deutsche Lebensmittel aufkaufen, sind genauso fies wie Grenzland-Deutsche, die gutbezahlte Schweizer Arbeitsplätze wegschnappen.
Und jetzt? Das widerlegt mein Argument jetzt genau wie?

Im Übrigen, keiner Stellt einen Deutschen in der Schweiz an nur weil er deutsch ist (mit ganz ganz wenigen Ausnahmen bei denen das nützlich ist). Deutsche haben maximal gegenüber den meisten anderen Ausländern einen Vorteil weil sie sowas ähnliches wie die Landessprache sprechen, aber nicht gegenüber den Schweizern. Wenn die Deutschen die Jobs für weniger Geld machen, dann sollte man sich als Schweizer eher über die eigenen Unternehmen aufregen die "zu geringe" Löhne zahlen.
So, und WELCHE Landessprache, in CH gibt’s 4 davon, meinst Du nun?
In CH gibt’s 4 davon, alle mit verfassungsrechtlich definierten und garantierten Territorien!
Und ALLE sind konstitutiv (de. ‘staatsbildend’), d.h. absolut gleichgestellt und jede ist in ihren Territorien jeweils einzige Staats-, Verwaltungs- und Verkehrssprache - wobei die Verwendung einer anderen Landessprache im ganzen Land nicht verboten ist.

Welche (sprachlichen) Vorteile sollen die Deutschen denn haben bei Arbeitsstellen in z.B. Delémont (wenige Kilometer westlich von Basel/Bâle/Basilea) oder in La Chaux-de-Fonds, Neuchâtel, Fribourg oder Yverdon-les-Bains?! ;-)

Salut
Ueli
War klar, dass so ein Blödsinn wieder kommen musste. Der Vorwurf war, dass die Deutschen die Arbeitsplätze wegschnappen, nicht die Franzosen oder die Italiener, deswegen bin ich natürlich auch nur darauf eingegangen. Und nachdem nicht mal die meisten Schweizer alle Amtssprachen richtig beherrschen (ich saß schon mit zwei Schweizern aus der Romandie zusammen die gerade aus dem (jährlichen) Deutschlandurlaub bei Verwandten kamen. Der erwachsene Sohne musste dann für die Unterhaltung mit uns schon das Wörterbuch rausziehen. Daher erlaube ich mir davon auszugehen, dass es durchaus ausreichend ist wenn man eine der Landessprachen (halbwegs) spricht, solange man sich im richtigen Landesteil bewirbt.

Außerdem war das eh nicht der Punkt meiner Aussage, es ging darum, dass die Deutschen auf Grund ihrer Qualifikation einem Schweizer vorgezogen werden, oder eventuell noch weil sie für weniger arbeiten.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.07.19 21:00.
MrEnglish schrieb:
War klar, dass so ein Blödsinn wieder kommen musste. Der Vorwurf war, dass die Deutschen die Arbeitsplätze wegschnappen, nicht die Franzosen oder die Italiener, deswegen bin ich natürlich auch nur darauf eingegangen. Und nachdem nicht mal die meisten Schweizer alle Amtssprachen richtig beherrschen (ich saß schon mit zwei Schweizern aus der Romandie zusammen die gerade aus dem (jährlichen) Deutschlandurlaub bei Verwandten kamen. Der erwachsene Sohne musste dann für die Unterhaltung mit uns schon das Wörterbuch rausziehen. Daher erlaube ich mir davon auszugehen, dass es durchaus ausreichend ist wenn man eine der Landessprachen (halbwegs) spricht, solange man sich im richtigen Landesteil bewirbt.

Außerdem war das eh nicht der Punkt meiner Aussage, es ging darum, dass die Deutschen auf Grund ihrer Qualifikation einem Schweizer vorgezogen werden, oder eventuell noch weil sie für weniger arbeiten.
An Deiner Stelle wäre ich mit Begriffen wie ‘Blödsinn’ und ‘Ueberheblichkeit’ (gerade von einem deutschen Lautsprecher, ich verweise auf die dt. Vergangenheit) ganz simpel gesagt etwas vorsichtiger...!
Wie heisst es schon wieder auf ‘fussballgermanisch’:
Ball flach halten... oder so.

Und Dein Pseudonym (wo bleibt Dein echter Name? Grund des Versteckis?) passt langsam, aber sicher nicht mehr wirklich, odrr?

Denn Briten (erst recht Engländer und Waliser) und Schweizer ticken vis-à-vis EU und DE ziemlich ähnlich ;-)

Der einzige Punkt, bei dem ich Dir zustimme, ist der letzte:
Der Grund für die Attraktivität der CH für die Einstellung von Deutschen, Franzosen und Italienern u.a. (aus Sicht der Firmen) ist tats. Lohndumping, weil Ausländer (nicht nur Deutsche!)! eben ‘billiger’ arbeiten, während aus Sicht der Ausländer das CH-Salärniveau 2-3x höher ist und die Steuern/Abgaben 2-3x tiefer sind.
Trotz höherer Lebenshaltungskosten bleibt dem Ausländer so auf jeden Fall ‘mehr netto vom brutto’ als in seiner Heimat.

Und so können die Herkunftsländer grad noch ihre Arbeitslosenstatistiken frisieren, indem sie einen Teil ihrer Arbeitslosigkeit quasi zu uns exportieren (neumodisch: ‘outsourcen’).
Um dann noch billiger arbeitende ‘Flüchtlinge’ oder Osteuropäer, Balkanier, Türken ins Land zu holen...
Wie praktisch für Euch, nicht?!

Auf der Strecke bleiben schlussendlich die hochqualifizierten und erfahrenen (d.h. > 40-jährigen) CH-Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die dann nach 1 1/2 Jahren ALV-Bezug ausgesteuert werden und auf dem Sozialamt landen... (hier sind sich Gewerkschaften und Konservative durchaus politisch einig!).

So wurde das z.B. in den letzten 10 Jahren massenhaft von ‘unseren’ ach so globalisierten ex-CH-Grossbanken UBS und CS praktiziert!

Was für eine Demütigung! Was für eine Verschleuderung von ‘Humankapital’, Ressourcen und Savoir-faire (neu-dt: know-how)!

Und dann wundern sich (ignorante) Ausländer noch, warum in der CH weitere ‘Liberalisierungen’ und ‘EU-Oeffnungen’ immer unpopulärer werden?!

In DE feiern Nazis und andere Rechts- und Linksextremisten (‘Reichsbürger’ und andere totalitäre Spinner) ja schon wieder eine ‘bemerkenswerte’ (= erschreckende) Renaissance...
Und dies bei einer 3x tieferen Ausländerquote als in CH!
Einfach bei der GANZEN Wahrheit bleiben, bitte!

Und das in DE verbreitete Märli, dass die CH ‘nur’ vom Finanzplatz ‘reich’ geworden sei, ist ebenso klischeehaft dumm wie falsch:
Nein, es war vor allem der Werkplatz (Industrie, KMU), welche die CH ökonomisch stark gemacht hat und die grosse und gut ausgebildete Mittelschicht seit dem 19. Jh.
Der Anteil des Finanzplatzes an der Volkswirtschaft betrug nie mehr als +/- 10 %!

Also wenn Du schon kaum eine Ahnung von der CH hast (aber ‘gutdeutsch’ natürlich meinst, es ‘besser’ zu wissen als die Autochthonen):
Bitte schön vorsichtig bleiben und vor der eigenen Tür wischen, gäll!

Grüessli
Ueli

PS:
Zur existenziellen Erhaltung der fein austarierten, aber durchaus fragilen sprachlichen und regionalen Balance in der CH, wäre es eine Ueberlegung wert, für eine längere Zeitperiode Deutschen nur noch Arbeitsplätze in der lateinischen Schweiz (Westen, Süden) bzw. Franzosen und Italienern nur noch noch im alemannischen Landesteil (Norden, Osten) zu offerieren...
Also, hopp hopp, Ihr Deutschen, sofort französisch und italienisch lernen ;-)

Und Dein westschweizerischer Unterhaltungspartner im Zug muss kein Deutsch können, denn er lebt und arbeitet offensichtlich nur in der Suisse romande, wo er NUR und richtigerweise nur (helvetisches) französisch braucht... und die CH ist (auch) ein originär frankophones Land!
Und wieviele ‘alemannische Schweizer’ gibt es, die fliessend franz. und ital. beherrschen? Leider nur wenige... also gilt das auch vice-versa!

Die obige Ueberlegung wäre gut für die schweizerische Kohäsion, weil dadurch gleich auch die Schweizer ihre Kenntnisse der anderen Landessprachen verbessern könnten, und sogar die ‘EU-Personenfreizügigkeit’ wäre gewahrt. ;-)

Denn Schweiz ist Schweiz... überall im Land!
Dies, bevor sich die 3 ‘grossen’ Nachbarn unser Land am Schluss faktisch unter sich aufteilen, oder wollt Ihr bzw. das « Friedensprojekt EU » (grosse Anführungszeichen!) in unserem schönen und (noch) friedlichen Land belgische oder neuerdings britische oder gar (ex-) jugoslawische Zustände provozieren?! :-((
Wehret den Anfängen!

Ancora un salutino



4-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.07.19 23:35.
MrEnglish schrieb:
Wenn ich mir so die Berichte über den Schweizer Einkaufstourismus im Grenzgebiet so anschaue, dann ist Geiz sehr wohl geil bei vielen Eidgenossen.
Gewisse Produkte findet man hierzulande halt nicht; saure Gurken habe ich beispielsweise letzen Samstag im Jelmoli in Zürich vergebens gesucht; um Kleider zu kaufen fahre ich zudem gerne nach Hamburg, da ich den dort üblichen (gut, zumindest bei Brendler) bequemen Schnitt lieber als den in der Eidgenossenschaft üblichen habe.
Kleider einer deutschen Mode-Marke habe ich bei Monn in Locarno (solange diese im Sortiment war) gekauft, es ist aber nicht Schuld des Einkaufstouristen wenn die Marke nicht mehr geführt wird; dann fährt man halt nach Deutschland (bzw. fuhr; eine Zeit lang war man im markeneigenen Laden im Konstanzer Lago gut bedient, inzwischen scheint es auch dort nur noch hässlichen Stretch-Kleider zu haben).
kaufhalle schrieb:
Wer als Nichtschweizer seinen Arbeitsplatz in der Schweiz hat, ist zunächst mal frei in der Entscheidung des Wohnsitzlandes.

Das dürfen nur EU- und EFTA-Bürger sowie Angestellte internationaler Organistationen frei entscheiden, alle anderen müssen in der Schweiz wohnen.

kaufhalle schrieb:Zitat:
Der wesentliche Unterschied zum Einkaufen: Nichtschweizer, die in der Schweiz arbeiten, zahlen in der Schweiz Steuern. Immer. Nach dem Wohnort richtet sich lediglich, ob sie alles in der Schweiz bezahlen oder einen Teil am ausländischen Wohnort. Schweizer Einkaufstouristen zahlen in Deutschland keine Steuern. Deutschland verzichtet ohne Not auf die ihm zustehende Mehrwertsteuer und hat dadurch auch noch Mehrkosten durch Zollpersonal.
Das soll sich auf Anordnung der EU ja bald ändern, alle sollen dann ihre Steuern an ihrem Wohnort zahlen.

Gruss, Thomas.
tkautzor schrieb:
kaufhalle schrieb:
Wer als Nichtschweizer seinen Arbeitsplatz in der Schweiz hat, ist zunächst mal frei in der Entscheidung des Wohnsitzlandes.

Das dürfen nur EU- und EFTA-Bürger sowie Angestellte internationaler Organistationen frei entscheiden, alle anderen müssen in der Schweiz wohnen.

Das sind natürlich schon mal etliche, zumal hier von Deutschen die Rede war. Zudem stimmt es nicht ganz, auch Leute von ganz woanders dürfen Grenzgänger sein, sich allerdings nur grenznah niederlassen. Und um die aufenthsltsrechtlichen Fragen dort müssen sie sich auch kümmern.

tkautzor schrieb:
kaufhalle schrieb:Zitat:
Der wesentliche Unterschied zum Einkaufen: Nichtschweizer, die in der Schweiz arbeiten, zahlen in der Schweiz Steuern. Immer. Nach dem Wohnort richtet sich lediglich, ob sie alles in der Schweiz bezahlen oder einen Teil am ausländischen Wohnort. Schweizer Einkaufstouristen zahlen in Deutschland keine Steuern. Deutschland verzichtet ohne Not auf die ihm zustehende Mehrwertsteuer und hat dadurch auch noch Mehrkosten durch Zollpersonal.
Das soll sich auf Anordnung der EU ja bald ändern, alle sollen dann ihre Steuern an ihrem Wohnort zahlen.

OK, ist mir jetzt neu. Die Praxis zwischen EU und Schweiz ist hier auch die gleiche wie zwischen EU-Staaten, trotzdem wird die EU das nicht im Alleingang machen können.
Bonsoir cher Thomas (tkautzor)

Bèh voilà!
Ce sont justement (entre autres) des tentatives infames de telle genre en provenance de l‘UE qui sont absolument inacceptables pour notre Suisse commune, sous aucun titre:-(

So ist es!
Es sind genau (unter anderen) infame Versuche dieser Art von Seiten der EU, die für unsere gemeinsame Schweiz absolut inakzeptabel sind:-(

Donc, NON aux dites ‘accords de cadre’ avec l’UE.
Also, NEIN zu den sog. ‘Rahmenverträgen’ mit der EU.
Quindi, NO ai cosidetti ‘accordi di quadro’ con l’UE.

Vive la Confoederatio Helvetica!

Salutations cordiales à Genève et Bonne nuit
Ueli de Schaffhouse



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.07.19 23:51.

Muss das alles wieder sein?

geschrieben von: Staatsbahn

Datum: 29.07.19 00:04

MrEnglish schrieb:
Ah ja, die üblich Schweizer Überheblichkeit auf DSO mal wieder . Wenn ich mir so die Berichte über den Schweizer Einkaufstourismus im Grenzgebiet so anschaue, dann ist Geiz sehr wohl geil bei vielen Eidgenossen. Ganz nebenbei sorgen sie dabei höchst persönlich für den Abfluss von Steuern (selbst das was sie sich wieder zurück holen zahlen sie dann nicht in der Schweiz wie es rechtlich vorgeschrieben wäre) und Gewinn ins Ausland und Schweizer Lohnniveau wird dort sicher auch nicht gezahlt. Wobei es eh sehr amüsant ist wenn ein Land über abfließende Steuern jammert das praktisch seinen ganzen Wohlstand darauf begründet, dass es Kriminelle dabei unterstützt hat Steuern in anderen Ländern zu hinterziehen.

Um das klarzustellen, Flixtrain braucht in der Schweiz keiner und auch in Deutschland nicht.
Konzepte die gegen Taktverkehre, einheitliches Tarifniveau für eine Karte für alles etc. sind, sind eh für die Tonne.

Aber mich regen schon wieder diese Grabenkämpfe auf. Überheblichkeit findest du überall, so wie dein Beitrag total überheblich ist, da solltest dir erstmal den Spiegel vorhalten.
Es gibt weder "die Schweizer" noch "die Deutschen" oder sonstwen, diese pauschalen Verurteilungen regen mich auf.
Dieser "Tourismus" findet doch auch überall statt, aber trotzdem steht der nicht für ein Land gesamt und es passiert überall. Andersherum eben beim Tanken oder wenn man die deutlich bessere Internet- und Mobilfunkinfrastruktur einfach so mitnehmen könnte, müsste jeder dt. Bürger anderswo hinreisen um mal schnelles Internet oder guten Mobilfunk zu vernünftigen Preisen (ok das nicht in CH, dafür ist die Qualität aber wenigstens besser) zu bekommen und davon hängt Zukunft und Wohlstand ab, kapiert aber keiner, siehe 5G-Ergebnisse.

Ich finde gar nicht verkehrt was CH-Mirage schreibt und ich habe da große Sympathie dafür wie z. B. die Eisenbahn in CH organisiert ist oder wie welche Sanktionen es bei Überschreitungen im Straßenverkehr gibt.
Auch finde ich gut dass schweizer Niveau vorgegeben wird.
Ich würde mir auch wünschen dass die SubSub der Flix in D doch mal das Gehaltsniveau der marktführenden EVU anbieten würden inkl. Tarifvertrag. Aber kann ja jeder denken warum das nicht so ist.

Für die Zukunft würde ich mir wünschen dass da einige pauschale Aussagen über eine Region, ein Land, eine Bahn etc. unterlassen würden, das ist echt ein grausliges Niveau.

Ich denke CH wird sich sein gutes Taktbahnsystem nicht von Einzelzügen zerstören lassen, die 2x am Tag irgendwas fahren oder bei Vollmond auch 3x am Tag, sofern der Donnerstag kein Regentag ist.

Man kann ja mal die Eisenbahner/innen in Deutschland fragen welches Arbeitsumfeld sie bevorzugen würden. Da würde mit Sicherheit nicht das perverse dt. Wettbewerbsmodell herauskommen, das die Mitarbeiter nicht mitnimmt und wo Gelder nicht wieder reinvestiert werden, sondern dazu dienen dass Gewinnabführungsverträge gefüttert werden, sicher nicht zum Wohle von Fahrgast und Personal.

Re: Muss das alles wieder sein?

geschrieben von: MrEnglish

Datum: 29.07.19 01:22

Was ist daran überheblich, wenn ich einem seine eigene verklärte Sicht auf sein Land vor Augen halte? Ich war es nicht der ein ganzes Land in einen Topf geworfen hat, CH-Mirage hat behauptet es gäbe in der Schweiz keine Geiz-ist-geil-Mentalität usw. Ich habe nur aufgezeigt, dass es das sehr wohl gibt, das bedeutet ja nicht, dass dann alle so drauf sind. Seine Aussagen waren aber totalitär: "das gibt es hier nicht, sowas macht hier keiner".
Vielen Dank, dass du meinen Eindruck nochmal bestätigst. Mag sein, dass ich den meisten schweizer Forumkollegen mit meiner Anschludigung unrecht getan habe (ganz sicher sogar), aber dir definitiv nicht.

CH-Mirage schrieb:
An Deiner Stelle wäre ich mit Begriffen wie ‘Blödsinn’ und ‘Ueberheblichkeit’ (gerade von einem deutschen Lautsprecher, ich verweise auf die dt. Vergangenheit) ganz simpel gesagt etwas vorsichtiger...!
Wie heisst es schon wieder auf ‘fussballgermanisch’:
Ball flach halten... oder so.
Ach so, auf dem Niveau befinden wir uns schon wieder. Dann rate ich dir aber auch mal nachzuschauen wie viele Hackenkreuze du noch in euren Banktressoren findest.

CH-Mirage schrieb:
Und Dein Pseudonym (wo bleibt Dein echter Name? Grund des Versteckis?) passt langsam, aber sicher nicht mehr wirklich, odrr?
Und du meinst du bist so furchtbar offen weil du einen Vornahmen unter deine Beiträge schreibst? Weiß ich ob der überhaupt stimmt?

CH-Mirage schrieb:
Denn Briten (erst recht Engländer und Waliser) und Schweizer ticken vis-à-vis EU und DE ziemlich ähnlich ;-)
Schon wieder verallgemeinerst du. Aber die Briten können ja demnächst ausprobieren wie toll es ohne die EU läuft. Wenn du willst, dass die Schweiz sich politisch an denen orientiert, dann gute Nacht.

CH-Mirage schrieb:
Der einzige Punkt, bei dem ich Dir zustimme, ist der letzte:
Der Grund für die Attraktivität der CH für die Einstellung von Deutschen, Franzosen und Italienern u.a. (aus Sicht der Firmen) ist tats. Lohndumping, weil Ausländer (nicht nur Deutsche!)! eben ‘billiger’ arbeiten, während aus Sicht der Ausländer das CH-Salärniveau 2-3x höher ist und die Steuern/Abgaben 2-3x tiefer sind.
Trotz höherer Lebenshaltungskosten bleibt dem Ausländer so auf jeden Fall ‘mehr netto vom brutto’ als in seiner Heimat.
Komisch, ich habe da anderes gehört, sowohl von Schweizern die viel Kontakt mit Deutschen haben, als auch von Deutschen die eine Zeit lang in der Schweiz gearbeitet haben. Weißt du denn überhaupt wie Steuern und Abgaben in anderen Ländern aussehen?
Und wenn die Ausländer tatsächlich das Lohnniveau kaputt machen, warum tut ihr dann nichts dagegen? Wie wäre es mit entsprechenden Mindestlöhnen und verbindlichen Tarifverträgen? Warum setzt ihr das in eurer Basisdemokratie nicht einfach um? Oder könnte es vielleicht sein, dass die Schweiz genau so ein Problem mit dem Neoliberalismus hat wie die EU? Nur weil das auf den ÖV noch nicht komplett durchschlägt, heißt das nicht, dass es das nicht gibt.

CH-Mirage schrieb:
Und so können die Herkunftsländer grad noch ihre Arbeitslosenstatistiken frisieren, indem sie einen Teil ihrer Arbeitslosigkeit quasi zu uns exportieren (neumodisch: ‘outsourcen’).
Um dann noch billiger arbeitende ‘Flüchtlinge’ oder Osteuropäer, Balkanier, Türken ins Land zu holen...
Wie praktisch für Euch, nicht?!
Stimmt, wir schicken euch ja nur das ganze unqualifizierte Personal das hier keiner braucht. Es sind nicht etwas Ärzte, Ingenieure, etc. die wir teuer in Deutschland ausgebildet haben und die dann ihre Steuern in der Schweiz zahlen statt dort wo der Staat in sie investiert hat (mach ich übrigens auch).

CH-Mirage schrieb:
Auf der Strecke bleiben schlussendlich die hochqualifizierten und erfahrenen (d.h. > 40-jährigen) CH-Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die dann nach 1 1/2 Jahren ALV-Bezug ausgesteuert werden und auf dem Sozialamt landen... (hier sind sich Gewerkschaften und Konservative durchaus politisch einig!).
Ja wer schafft es denn da wieder nicht in einer Basisdemokratie in einem reichen Land ein vernünftiges Sozialsystem aufzubauen? Wem willst du dafür jetzt wieder die Schuld in die Schuhe schieben? Nochmal, ihr seid doch ach so demokratisch, ändert das doch einfach.

CH-Mirage schrieb:
So wurde das z.B. in den letzten 10 Jahren massenhaft von ‘unseren’ ach so globalisierten ex-CH-Grossbanken UBS und CS praktiziert!
Ups, wie konnte das nur passieren, dass die nicht nur im Ausland Leute auf die Straße setzen?

CH-Mirage schrieb:
Was für eine Demütigung! Was für eine Verschleuderung von ‘Humankapital’, Ressourcen und Savoir-faire (neu-dt: know-how)!
Offenbar hat es sich nicht gelohnt das Humankapital zu halten, vielleicht sind die tollen schweizer Arbeitnehmer doch nicht so unersetzlich.

CH-Mirage schrieb:
Und dann wundern sich (ignorante) Ausländer noch, warum in der CH weitere ‘Liberalisierungen’ und ‘EU-Oeffnungen’ immer unpopulärer werden?!
Hat die EU die Leute entlassen oder war das vielleicht doch eher die Profitgier von Schweizer Unternehmen?

CH-Mirage schrieb:
In DE feiern Nazis und andere Rechts- und Linksextremisten (‘Reichsbürger’ und andere totalitäre Spinner) ja schon wieder eine ‘bemerkenswerte’ (= erschreckende) Renaissance...
Und dies bei einer 3x tieferen Ausländerquote als in CH!
Einfach bei der GANZEN Wahrheit bleiben, bitte!
Ach so, und in der Schweiz gibt es keine konservativen und nationalistischen Tendenzen? Welches Land war das nochmal das per Volksentscheid ein Minarettverbot erlassen hat? Und stimmt es nicht, dass es im Tessin ein Verschleierungsverbot gibt das sich gegen islamische Kleidung richtet?

CH-Mirage schrieb:
Und das in DE verbreitete Märli, dass die CH ‘nur’ vom Finanzplatz ‘reich’ geworden sei, ist ebenso klischeehaft dumm wie falsch:
Nein, es war vor allem der Werkplatz (Industrie, KMU), welche die CH ökonomisch stark gemacht hat und die grosse und gut ausgebildete Mittelschicht seit dem 19. Jh.
Der Anteil des Finanzplatzes an der Volkswirtschaft betrug nie mehr als +/- 10 %!
Du hast sicher Statistiken die das belegen parat. Ich habe zumindest mal das hier gefunden: Anteil des Finanzstandortes am Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Schweiz von 2007 bis 2017
Laut der Statistik wurden deine 10% erstmals 2014 unterschritten und wo die Tendenz her kommt ist klar zu erkennen. Da wirkt sich schon längst aus, dass Länder wie Deutschland die Faxen dicke haben und z.B. Steuer CDs angekauft haben. Früher als die Regierenden bei uns noch selbst ihre Nümmerlikontos hatten war das anders.

CH-Mirage schrieb:
Also wenn Du schon kaum eine Ahnung von der CH hast (aber ‘gutdeutsch’ natürlich meinst, es ‘besser’ zu wissen als die Autochthonen):
Bitte schön vorsichtig bleiben und vor der eigenen Tür wischen, gäll
Das Kompliment gebe ich gerne zurück. Es hilft mal aus seinem kleinen Land raus zu kommen.

CH-Mirage schrieb:
PS:
Zur existenziellen Erhaltung der fein austarierten, aber durchaus fragilen sprachlichen und regionalen Balance in der CH, wäre es eine Ueberlegung wert, für eine längere Zeitperiode Deutschen nur noch Arbeitsplätze in der lateinischen Schweiz (Westen, Süden) bzw. Franzosen und Italienern nur noch noch im alemannischen Landesteil (Norden, Osten) zu offerieren...
Also, hopp hopp, Ihr Deutschen, sofort französisch und italienisch lernen ;-)
Ihr könntet euch auch mal selbst Mühe geben euren Röstigraben zu überwinden, aber der ist ja noch schlimmer wie unsere Mauer. Fat könnte man ihn als nationales Heiligtum bezeichnen.

CH-Mirage schrieb:
Und Dein westschweizerischer Unterhaltungspartner im Zug muss kein Deutsch können, denn er lebt und arbeitet offensichtlich nur in der Suisse romande, wo er NUR und richtigerweise nur (helvetisches) französisch braucht... und die CH ist (auch) ein originär frankophones Land!
Und wieviele ‘alemannische Schweizer’ gibt es, die fliessend franz. und ital. beherrschen? Leider nur wenige... also gilt das auch vice-versa!
Ganz genau, und das gilt auch für einen Deutschen der in der Schweiz arbeitet, nichts anderes wollte ich damit ausdrücken.

CH-Mirage schrieb:
Die obige Ueberlegung wäre gut für die schweizerische Kohäsion, weil dadurch gleich auch die Schweizer ihre Kenntnisse der anderen Landessprachen verbessern könnten, und sogar die ‘EU-Personenfreizügigkeit’ wäre gewahrt. ;-)
Nicht reden, einfach machen.

CH-Mirage schrieb:
Denn Schweiz ist Schweiz... überall im Land!
Dies, bevor sich die 3 ‘grossen’ Nachbarn unser Land am Schluss faktisch unter sich aufteilen, oder wollt Ihr bzw. das « Friedensprojekt EU » (grosse Anführungszeichen!) in unserem schönen und (noch) friedlichen Land belgische oder neuerdings britische oder gar (ex-) jugoslawische Zustände provozieren?! :-((
Wehret den Anfängen!
Ja ja, die arme kleine Schweiz ist immer nur von Feinden umzingelt. Seid doch froh, dass ihr uns als äußeres Feindbild habt um euch zu einen, sonst müsstet ihr euch mit euren eigenen Spannungen im Land beschäftigen. Hat für Deutschland auch wunderbar funktioniert, ein bisschen Starthilfe von Frankreich und schon gab es wieder ein Deutsches Reich. Aber Vorsicht, sowas kann nach hinten losgehen wenn man es übertreibt, auch damit haben wir Erfahrung.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 29.07.19 02:00.
CH-Mirage schrieb:Zitat:

An Deiner Stelle wäre ich mit Begriffen wie ‘Blödsinn’ und ‘Ueberheblichkeit’ (gerade von einem deutschen Lautsprecher, ich verweise auf die dt. Vergangenheit) ganz simpel gesagt etwas vorsichtiger...!
Wie heisst es schon wieder auf ‘fussballgermanisch’:
Ball flach halten... oder so.

Oh! Da wäre ich aber gerade als Schweizer sehr, sehr vorsichtig.

Die Schweiz galt nicht ohne Grund sondern sehr berechtigt bei den Siegermächten als "Kriegsgewinnler", die eifrig zu ihrem eigenen Vorteil mit den Nazis kooperiert hatte und damit das Regime mit an der Macht hielt.

Ihr habt auch die in der Schweiz angelegten Vermögen der ermordeten Juden still und heimlich als "nachrichtenlose Vermögen" deklariert und einfach einkassiert und es hat bis in die 2000er (!) Jahre gedauert und reichlich internationalen Druck gebraucht, damit ihr euch hier bewegt.

[de.wikipedia.org]


Ich selber war als junger Mann sehr schockiert, wieviele ältere Schweizer noch in den 70er und 80er Jahren eine ausgesprochen positive Meinung über Hitler hatten.
So meinten z. B. etliche in Anbetracht der damaligen Platzspitz-Drogenszene in Zürich, man müsste mal jemanden wie AH haben, der da aufräumt.....

############

Zur EU und den Rahmenverträgen: Ihr müsst keine Verträge mit der EU abschliessen!
Aber wenn ihr mit den EU-Mitgliedern Handel betreiben wollt, dann halt schon.
Man kann nicht freien Marktzugang forden und sich im Gegenzug selber aber abschotten.
Auch wenn offenbar manche Schweizer meinen, sie hätten gleichzeitig Anrecht auf "Fünfer und Weggli" - die mittlerweile sprichwörtliche schweizer "Rosinenpickerei" eben.

Und eure direkte Demokratie ändert nichts daran, daß ihr nicht alleine auf dieser Welt lebt, sondern in Abhängigkeiten mit anderen.
So hätte auch eine Volksabstimmung nicht verhindern können, daß euch die US-Amerikaner euer "heiliges" Bankgeheimnis abschaffen.

#############

Aus meinen vielfältigen und langjährigen Kontakten in der Schweiz weiß ich natürlich auch, daß viele Deutsch-Schweizer sich für etwas besseres bzw. "überlegen" halten. Diesen Dünkel gibt es nicht nur gegen die ungeliebten Deutschen sondern etwas abgemildert auch gegenüber den Österreichern und sogar gegenüber den "Welschen", also den Bewohnern der französischen Schweiz.

Neu ist dagegen, wie offen und direkt das mittlerweile in Foren wie auch diesem hier kommuniziert wird.




Schwarzwälder

Re: Mwst-Bagatellgrenze 175.-- Euro

geschrieben von: leofink

Datum: 29.07.19 07:56

Christof 421 schrieb:
Hallo zusammen,

wie wir alle wissen, ist der Schäuble als Finanzminister und Bewohner von Südbaden weg von seinem Amt.
Neu haben wir einen Finanzminister Scholz und der hat jetzt tatsächlich die Aufgabe, diesen grünen Zetteln an den Kragen zu gehen.

Der südbadische Handel sträubt sich vehement gegen diese Bagatellgrenze.
Ich persönlich hoffe aber, dass der Scholz sich durchsetzen kann und diese Grenze einführt.
Nur, die gilt dann nicht nur für Schweizer, sondern für alle Drittstaatenangehörigen, die z.B. auch über einen Hafen oder Flughafen Deutschland und die EU verlassen.

[www.bzbasel.ch]

Gruss aus Südbaden
Christof 421
Ehrlich gesagt, Ich bin auch dafür, dass die Grenze massiv erhöht wird.
Aber kein Jammern dan in Deutschland, wenn ein Lidl und Aldi reich zwischen Basel und Schaffhausen :-)

Ich wohnte von 1982 bis 2012 nah an der Grenze. Einkauf in D. kam für mich nie in Frage. Erstens wegen der Zeit, die ich verplemperle, und auch wegen der Qualität. Vielleicht ist das der Grund, dass die, die immer in Deutschland einkaufen, nicht auf einen grünen Zweig kommen. Denn wer seine Einkäufe in D macht, zeigt, dass er nicht rechnen kann.

Natürlich geht man auch zu Aldi und Lidl. Aber interessant finde ich die Werbung:
Am Anfang war einfach alles billig, und plötzlich war die Qualität auch ein wesentliches Kriterium.
Ach ja; Und der Saturn ist weg!
War wohl zu billig.
Gruss Leo

Re: Mwst-Bagatellgrenze 175.-- Euro

geschrieben von: Matthias Muschke

Datum: 29.07.19 08:08

Bist du einer von denen die glauben Saturn und Media Markt wären Konkurrenten?
Ist alles Metro und die Media Märkte sind noch da...

MfG

"Damit auch ich was zu meckern habe: Ich finde immer die künstliche Dampfentwicklung durch Abblasen an den Zylindern fürchterlich. Sicher gibt das für den ambitionierten Laien tolle Fotos, den Sound jedoch zerstört es vollkommen. :-("

Facebook-Fundstück...

[m.facebook.com]

aus aktuellem Anlass :-(: [www.youtube.com]

Re: Mwst-Bagatellgrenze 175.-- Euro

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 29.07.19 08:49

leofink schrieb:
Ehrlich gesagt, Ich bin auch dafür, dass die Grenze massiv erhöht wird.
Aber kein Jammern dan in Deutschland, wenn ein Lidl und Aldi reich zwischen Basel und Schaffhausen :-)

Keine Sorge, da bleibt alles da. Zumindest alles, was wichtig ist. Das ist lobbyistisches Rumgeheule auf primitivstem Niveau, was da läuft.

leofink schrieb:
Ich wohnte von 1982 bis 2012 nah an der Grenze. Einkauf in D. kam für mich nie in Frage. Erstens wegen der Zeit, die ich verplemperle, und auch wegen der Qualität. Vielleicht ist das der Grund, dass die, die immer in Deutschland einkaufen, nicht auf einen grünen Zweig kommen. Denn wer seine Einkäufe in D macht, zeigt, dass er nicht rechnen kann.

2012 und davor sah das aufgrund des Wechselkurses noch etwas anders aus. Das Märchen von der besseren Qualität hört man öfter. Damit rechtfertigen viele Leute auch die gegenüber Deutschland teilweise erheblich höheren Lebensmittelpreise in Österreich (bei im Mittel geringeren Einkommen als in Deutschland!). Einem Blindversuch würde das selten standhalten. Und vieles, was man bei Migros und Coop bekommt, oft auch deren Eigenmarken, ist exakt das gleiche wie in den Nachbarländern.

leofink schrieb:
Natürlich geht man auch zu Aldi und Lidl. Aber interessant finde ich die Werbung:
Am Anfang war einfach alles billig, und plötzlich war die Qualität auch ein wesentliches Kriterium.

Hat die sich dadurch geändert? Haben sich die Preise dadurch geändert? Nö.

Zumal ja mindestens Coop und Migros

geschrieben von: Christof 421

Datum: 29.07.19 08:52

eigene Zolldeklaranten haben und einen Grossteil der Ware in der EU einkaufen und in die Schweiz einfuhrverzollen.
Ich weiss, von was ich rede.
Musste das selbst schon händeln.

Gruss aus Südbaden
Christof 421

Re: Arbeitsplätze und Grenzgänger

geschrieben von: kmueller

Datum: 29.07.19 08:59

Matthias Muschke schrieb:
kmueller schrieb:
Christof 421 schrieb:
Möchte nicht wissen, wie es im Raum Basel bestellt wäre, wenn keine DE, FR Grenzgänger kämen?
Dann könnten einige Krankenhäuser und die ganzen Detailhändler und Speditionen dicht machen.
Ähnlich wie diverse Läden in Weil und Lörrach, wenn die Basler nicht mehr zum Einkaufen kämen.
Die sind aber nicht erst alle seit dem Euro-Fall da, Vielleicht solltest du mal besser recherchieren?
Von Westen kommen auch ganz viele und die bekommen beim Einkauf nichts zurück?
Deutliche Preisunterschiede gabs schon vor der letzten Frankenaufwertung, bei Lebensmitteln auch gegenüber Frankreich.

Das Einkaufszentrum mit großem Parkhaus am Rhein kurz hinter der Grenze im Süden von Weil zielt aber klar auf Basler, und die in den letzen Jahren verhängten Parkbeschränkungen in diesem Stadtteil richten sich gleichermaßen gegen Schweizer Einkäufer wie gegen deutsche Grenzgänger. So wie die neue Tram.
MrEnglish schrieb:
Vielen Dank, dass du meinen Eindruck nochmal bestätigst. Mag sein, dass ich den meisten schweizer Forumkollegen mit meiner Anschludigung unrecht getan habe (ganz sicher sogar), aber dir definitiv nicht.

CH-Mirage schrieb:
An Deiner Stelle wäre ich mit Begriffen wie ‘Blödsinn’ und ‘Ueberheblichkeit’ (gerade von einem deutschen Lautsprecher, ich verweise auf die dt. Vergangenheit) ganz simpel gesagt etwas vorsichtiger...!
Wie heisst es schon wieder auf ‘fussballgermanisch’:
Ball flach halten... oder so.
Ach so, auf dem Niveau befinden wir uns schon wieder. Dann rate ich dir aber auch mal nachzuschauen wie viele Hackenkreuze du noch in euren Banktressoren findest.

CH-Mirage schrieb:
Und Dein Pseudonym (wo bleibt Dein echter Name? Grund des Versteckis?) passt langsam, aber sicher nicht mehr wirklich, odrr?
Und du meinst du bist so furchtbar offen weil du einen Vornahmen unter deine Beiträge schreibst? Weiß ich ob der überhaupt stimmt?

CH-Mirage schrieb:
Denn Briten (erst recht Engländer und Waliser) und Schweizer ticken vis-à-vis EU und DE ziemlich ähnlich ;-)
Schon wieder verallgemeinerst du. Aber die Briten können ja demnächst ausprobieren wie toll es ohne die EU läuft. Wenn du willst, dass die Schweiz sich politisch an denen orientiert, dann gute Nacht.

CH-Mirage schrieb:
Der einzige Punkt, bei dem ich Dir zustimme, ist der letzte:
Der Grund für die Attraktivität der CH für die Einstellung von Deutschen, Franzosen und Italienern u.a. (aus Sicht der Firmen) ist tats. Lohndumping, weil Ausländer (nicht nur Deutsche!)! eben ‘billiger’ arbeiten, während aus Sicht der Ausländer das CH-Salärniveau 2-3x höher ist und die Steuern/Abgaben 2-3x tiefer sind.
Trotz höherer Lebenshaltungskosten bleibt dem Ausländer so auf jeden Fall ‘mehr netto vom brutto’ als in seiner Heimat.
Komisch, ich habe da anderes gehört, sowohl von Schweizern die viel Kontakt mit Deutschen haben, als auch von Deutschen die eine Zeit lang in der Schweiz gearbeitet haben. Weißt du denn überhaupt wie Steuern und Abgaben in anderen Ländern aussehen?
Und wenn die Ausländer tatsächlich das Lohnniveau kaputt machen, warum tut ihr dann nichts dagegen? Wie wäre es mit entsprechenden Mindestlöhnen und verbindlichen Tarifverträgen? Warum setzt ihr das in eurer Basisdemokratie nicht einfach um? Oder könnte es vielleicht sein, dass die Schweiz genau so ein Problem mit dem Neoliberalismus hat wie die EU? Nur weil das auf den ÖV noch nicht komplett durchschlägt, heißt das nicht, dass es das nicht gibt.

CH-Mirage schrieb:
Und so können die Herkunftsländer grad noch ihre Arbeitslosenstatistiken frisieren, indem sie einen Teil ihrer Arbeitslosigkeit quasi zu uns exportieren (neumodisch: ‘outsourcen’).
Um dann noch billiger arbeitende ‘Flüchtlinge’ oder Osteuropäer, Balkanier, Türken ins Land zu holen...
Wie praktisch für Euch, nicht?!
Stimmt, wir schicken euch ja nur das ganze unqualifizierte Personal das hier keiner braucht. Es sind nicht etwas Ärzte, Ingenieure, etc. die wir teuer in Deutschland ausgebildet haben und die dann ihre Steuern in der Schweiz zahlen statt dort wo der Staat in sie investiert hat (mach ich übrigens auch).

CH-Mirage schrieb:
Auf der Strecke bleiben schlussendlich die hochqualifizierten und erfahrenen (d.h. > 40-jährigen) CH-Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die dann nach 1 1/2 Jahren ALV-Bezug ausgesteuert werden und auf dem Sozialamt landen... (hier sind sich Gewerkschaften und Konservative durchaus politisch einig!).
Ja wer schafft es denn da wieder nicht in einer Basisdemokratie in einem reichen Land ein vernünftiges Sozialsystem aufzubauen? Wem willst du dafür jetzt wieder die Schuld in die Schuhe schieben? Nochmal, ihr seid doch ach so demokratisch, ändert das doch einfach.

CH-Mirage schrieb:
So wurde das z.B. in den letzten 10 Jahren massenhaft von ‘unseren’ ach so globalisierten ex-CH-Grossbanken UBS und CS praktiziert!
Ups, wie konnte das nur passieren, dass die nicht nur im Ausland Leute auf die Straße setzen?

CH-Mirage schrieb:
Was für eine Demütigung! Was für eine Verschleuderung von ‘Humankapital’, Ressourcen und Savoir-faire (neu-dt: know-how)!
Offenbar hat es sich nicht gelohnt das Humankapital zu halten, vielleicht sind die tollen schweizer Arbeitnehmer doch nicht so unersetzlich.

CH-Mirage schrieb:
Und dann wundern sich (ignorante) Ausländer noch, warum in der CH weitere ‘Liberalisierungen’ und ‘EU-Oeffnungen’ immer unpopulärer werden?!
Hat die EU die Leute entlassen oder war das vielleicht doch eher die Profitgier von Schweizer Unternehmen?

CH-Mirage schrieb:
In DE feiern Nazis und andere Rechts- und Linksextremisten (‘Reichsbürger’ und andere totalitäre Spinner) ja schon wieder eine ‘bemerkenswerte’ (= erschreckende) Renaissance...
Und dies bei einer 3x tieferen Ausländerquote als in CH!
Einfach bei der GANZEN Wahrheit bleiben, bitte!
Ach so, und in der Schweiz gibt es keine konservativen und nationalistischen Tendenzen? Welches Land war das nochmal das per Volksentscheid ein Minarettverbot erlassen hat? Und stimmt es nicht, dass es im Tessin ein Verschleierungsverbot gibt das sich gegen islamische Kleidung richtet?

CH-Mirage schrieb:
Und das in DE verbreitete Märli, dass die CH ‘nur’ vom Finanzplatz ‘reich’ geworden sei, ist ebenso klischeehaft dumm wie falsch:
Nein, es war vor allem der Werkplatz (Industrie, KMU), welche die CH ökonomisch stark gemacht hat und die grosse und gut ausgebildete Mittelschicht seit dem 19. Jh.
Der Anteil des Finanzplatzes an der Volkswirtschaft betrug nie mehr als +/- 10 %!
Du hast sicher Statistiken die das belegen parat. Ich habe zumindest mal das hier gefunden: Anteil des Finanzstandortes am Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Schweiz von 2007 bis 2017
Laut der Statistik wurden deine 10% erstmals 2014 unterschritten und wo die Tendenz her kommt ist klar zu erkennen. Da wirkt sich schon längst aus, dass Länder wie Deutschland die Faxen dicke haben und z.B. Steuer CDs angekauft haben. Früher als die Regierenden bei uns noch selbst ihre Nümmerlikontos hatten war das anders.

CH-Mirage schrieb:
Also wenn Du schon kaum eine Ahnung von der CH hast (aber ‘gutdeutsch’ natürlich meinst, es ‘besser’ zu wissen als die Autochthonen):
Bitte schön vorsichtig bleiben und vor der eigenen Tür wischen, gäll
Das Kompliment gebe ich gerne zurück. Es hilft mal aus seinem kleinen Land raus zu kommen.

CH-Mirage schrieb:
PS:
Zur existenziellen Erhaltung der fein austarierten, aber durchaus fragilen sprachlichen und regionalen Balance in der CH, wäre es eine Ueberlegung wert, für eine längere Zeitperiode Deutschen nur noch Arbeitsplätze in der lateinischen Schweiz (Westen, Süden) bzw. Franzosen und Italienern nur noch noch im alemannischen Landesteil (Norden, Osten) zu offerieren...
Also, hopp hopp, Ihr Deutschen, sofort französisch und italienisch lernen ;-)
Ihr könntet euch auch mal selbst Mühe geben euren Röstigraben zu überwinden, aber der ist ja noch schlimmer wie unsere Mauer. Fat könnte man ihn als nationales Heiligtum bezeichnen.

CH-Mirage schrieb:
Und Dein westschweizerischer Unterhaltungspartner im Zug muss kein Deutsch können, denn er lebt und arbeitet offensichtlich nur in der Suisse romande, wo er NUR und richtigerweise nur (helvetisches) französisch braucht... und die CH ist (auch) ein originär frankophones Land!
Und wieviele ‘alemannische Schweizer’ gibt es, die fliessend franz. und ital. beherrschen? Leider nur wenige... also gilt das auch vice-versa!
Ganz genau, und das gilt auch für einen Deutschen der in der Schweiz arbeitet, nichts anderes wollte ich damit ausdrücken.

CH-Mirage schrieb:
Die obige Ueberlegung wäre gut für die schweizerische Kohäsion, weil dadurch gleich auch die Schweizer ihre Kenntnisse der anderen Landessprachen verbessern könnten, und sogar die ‘EU-Personenfreizügigkeit’ wäre gewahrt. ;-)
Nicht reden, einfach machen.

CH-Mirage schrieb:
Denn Schweiz ist Schweiz... überall im Land!
Dies, bevor sich die 3 ‘grossen’ Nachbarn unser Land am Schluss faktisch unter sich aufteilen, oder wollt Ihr bzw. das « Friedensprojekt EU » (grosse Anführungszeichen!) in unserem schönen und (noch) friedlichen Land belgische oder neuerdings britische oder gar (ex-) jugoslawische Zustände provozieren?! :-((
Wehret den Anfängen!
Ja ja, die arme kleine Schweiz ist immer nur von Feinden umzingelt. Seid doch froh, dass ihr uns als äußeres Feindbild habt um euch zu einen, sonst müsstet ihr euch mit euren eigenen Spannungen im Land beschäftigen. Hat für Deutschland auch wunderbar funktioniert, ein bisschen Starthilfe von Frankreich und schon gab es wieder ein Deutsches Reich. Aber Vorsicht, sowas kann nach hinten losgehen wenn man es übertreibt, auch damit haben wir Erfahrung.
So viel unqualifiziertes Gequatsche habe ich noch selten gelesen. Du weisst ja gar nicht von was Du redest.

Gruess aus der Schweiz
Markus