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{AT]: Tageskarte für Stern+Hafferl ?

geschrieben von: axelloko

Datum: 08.06.19 11:29

Hallo Zusammen,

nach über 20 Jahren plane ich mal wieder eine Tour nach Oberösterreich. Möchte dort an drei Tagen die Bahnen, die von Stern + Hafferl befahren werden, besuchen.
Nun gilt das Interrail Ticket nicht auf diesen Strecken.
Auch eine Tageskarte, die auf allen Strecke im OÖVV gilt, kann ich nicht finden.
Muss ich wirklich, alles einzeln lösen ?
Herzliche Bitte um Hinweise?
Schon im voraus, vielen Dank.

Axel



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.06.19 11:35.

Re: {AT]: Tageskarte für Stern+Hafferl ?

geschrieben von: oseYannis

Datum: 08.06.19 19:40

Vielleicht hilft Dir das weiter: [www.stern-verkehr.at]
Gruß und gute Reise wünscht
Yannis

Re: {AT]: Tageskarte für Stern+Hafferl ?

geschrieben von: Der Fahrgast

Datum: 08.06.19 19:50

Schönen guten Abend!
Zitat
nach über 20 Jahren plane ich mal wieder eine Tour nach Oberösterreich. Möchte dort an drei Tagen die Bahnen, die von Stern + Hafferl befahren werden, besuchen.
Das ist eine gute Idee. Auch wenn die meisten Strecken mittlerweile 'altwagenfrei' sind, so ist der eigentliche Reiz der Strecken erhalten geblieben. An der Infrastruktur hat sich über die Jahre nichts Wesentliches geändert, so dass immer noch echtes Lokalbahnflair aufkommt. Bzgl. des Fahrzeugeinsatzes sind die Strecken Lambach <> Vorchdorf-Eggenberg (Tw ex Extertal sowie im morgendlichen Schülerverkehr sollte sogar noch ein Zugpaar mit Doppel-Tw ex KFBE verkehren) sowie Neumarkt-Kallham <> Waizenkirchen (<> Peuerbach) - Montag bis Freitag bis ca. Mittag mit SGP-Tw (im Kursbuch alle Fahrten ohne Rollstuhlsymbol, ggf. Fußnoten beachten) - empfehlenswert. Alle anderen Strecken verkehren mit GTW (Linzer Lokalbahn) oder Tramlink-Tw (Traunseetram, Atterseebahn).

Zitat
Nun gilt das Interrail Ticket nicht auf diesen Strecken.
Soweit ich weiß, ist dies (leider) korrekt.

Zitat
Auch eine Tageskarte, die auf allen Strecke im OÖVV gilt, kann ich nicht finden.
Diese wirst Du auch nicht finden, da österreichischen Verkehrsverbünden Tagesnetzkarten unbekannt sind. Auch die OÖVV-Webseite definiert die Tageskarte unmissverständlich in folgendem Satz (Anm.: hervorgehoben = wichtig): "Die OÖVV Tageskarte gilt für beliebig viele Fahrten auf der gewählten Strecke an einem Kalendertag." Gleiches gilt übrigens für Wochenkarten, welche bei den von Dir beabsichtigten drei Tagen normalerweise preislich schon eine Alternative darstellen könnten.

Zitat
Muss ich wirklich, alles einzeln lösen ?
Dies wird sich wohl nicht vermeiden lassen. Tageskarten entsprechen dem Preis für zwei Einzelfahrten. Wenn Du also mehrere Fahrten über eine Rückfahrt hinaus machen willst, sind diese faktisch gratis (z.B. nach Erspähen einer Fotostelle ;-) ). Wenn Du im Besitz einer ÖBB-Vorteilscard bist (= Ermäßigungskarte analog DB BahnCard), kannst Du auch den Stern & Hafferl-Haustarif lösen (bitte extra beim Fahrkartenkauf erwähnen). Damit bekommst Du in der Regel 45% Rabatt und durch die ausschließliche Nutzung des Stern & Hafferl-Verkehrsmittels ist dieser in der Regel weitaus günstiger. Das 'Einfach-Raus-Ticket' für Gruppen ab zwei Personen stellt übrigens keine Alternative dar, da dieses nur in ÖBB-Nahverkehrszügen sowie in den Regionalzügen der GySEV in Österreich gültig ist.

Zitat
Schon im voraus, vielen Dank.
Gern geschehen.

Viele Grüße
Der Fahrgast

Re: {AT]: Tageskarte für Stern+Hafferl ?

geschrieben von: bahncard99

Datum: 08.06.19 19:53

axelloko schrieb:
...eine Tageskarte, die auf allen Strecken im OÖVV gilt, kann ich nicht finden.
Kannste auch nicht, denn die gibt es nicht. In Oberösterreich kannst du den "Verkehrsverbund" wie in Salzburg und (obwohl vor Kurzem als VOR neu aufgestellt) in Niederösterreich/Burgenland nicht mit diesen (ich behaupte: zeitgemäßen) Maßstäben messen.
Tageskarten gelten streckenbezogen und haben keine Netzwirkung. Das heißt, wenn du mit mehreren Personen unterwegs bist, kannst du sparen, indem ihr nacheinander die Strecke abfahrt. "Oaner (allein) isch emmer dr Orsch"... :-(

:
Muss ich wirklich, alles einzeln lösen ?
Ja. Ich wollte, es wäre anders. Und würde mich selbst über andere Tipps zum vergünstigten Streckenbereisen freuen.


LG Thomas (Bahncard99)

Re: {AT]: Tageskarte für Stern+Hafferl ?

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 09.06.19 10:55

bahncard99 schrieb:
axelloko schrieb:
...eine Tageskarte, die auf allen Strecken im OÖVV gilt, kann ich nicht finden.
Kannste auch nicht, denn die gibt es nicht. In Oberösterreich kannst du den "Verkehrsverbund" wie in Salzburg und (obwohl vor Kurzem als VOR neu aufgestellt) in Niederösterreich/Burgenland nicht mit diesen (ich behaupte: zeitgemäßen) Maßstäben messen.
Tageskarten gelten streckenbezogen und haben keine Netzwirkung. Das heißt, wenn du mit mehreren Personen unterwegs bist, kannst du sparen, indem ihr nacheinander die Strecke abfahrt. "Oaner (allein) isch emmer dr Orsch"... :-(

:
Muss ich wirklich, alles einzeln lösen ?
Ja. Ich wollte, es wäre anders. Und würde mich selbst über andere Tipps zum vergünstigten Streckenbereisen freuen.

Die wesentliche Empfehlung wurde bereits gegeben: Streckentageskarten. Aufgrund der Lage der Strecken wird ein Pendeln zwischen verschiedenen Strecken kaum Sinn haben, man muss sich also festlegen. Es ist hierbei angebracht, den An- und Abreiseweg (sofern am Besuchstag) in die Tageskarte einzubeziehen, man überzahlt auch bei zweimaliger Nutzung ganz sicher nicht.

Sofern der Verlauf der besuchten Strecke nicht die kürzeste Strecke ist, sollte man zugrundelegen, wo man tatsächlich flexibel unterwegs sein will. Die Tageskarte gilt dann auch über andere Wege mit maximal gleicher Zonenanzahl, allerdings auf der abweichenden Strecke ohne Fahrtunterbrechung. Mit einer Tageskarte Lambach - Gmunden über Vorchdorf darf man z. B. auch mit ÖBB über Attnang-Puchheim oder mit dem direkten Bus fahren. Der Fahrkartenverkauf ist verbindungsbasiert, man muss also ggf. den Umweg spezifizieren. Der Umweg über Vorchdorf machte hierbei etwas Mühe bei der Wegauswahl, solange es die durchgehende Traunseetram noch nicht gab, weil da in der Verbindungsauswahl was fehlte. Das könnte aber inzwischen behoben sein.

Das gilt insbesondere für den Endabschnitt der Linzer Lokalbahn, an dem es keine Übernachtungsmöglichkeit gibt. Man hat also auf jeden Fall die Anfahrt von Grieskirchen, Eferding oder Wels zurückzulegen.

Wels ist der zweckmäßigste Unterkunftsort, wenn man sowohl Lambach - Vorchdorf als auch Neumarkt-Kallham - Waizenkirchen besuchen will. Tatsächlich wird man auch kaum mehr als einige wenige Fahrten auf den besuchten Strecken machen, das weitaus meiste macht man zu Fuß. Das anderswo funktionierende Prinzip "Foto an Haltestelle machen und dann mitfahren" funktioniert bei Stern und Hafferl praktisch nicht, weil alles Bedarfshalte sind und ein Fotograf an der Haltestelle nicht als haltwünschender Fahrgast wahrgenommen wird.

Für Lambach - Vorchdorf empfehle ich daher solide Orientierungshilfsmittel. Man kann die Ostseite der Traunbrücke problemlos vom Bahnhof Lambach aus zu Fuß erreichen, wenn man den Weg kennt. Und zwischen der Westseite der Traunbrücke und Bad Wimsbach (bzw. den Kurven nördlich davon) kann man gut abkürzen.

Re: {AT]: Tolle Reaktionen

geschrieben von: axelloko

Datum: 10.06.19 06:09

Liebe Stern und Hafferl Freunde,

möchte mich ganz herzlich für Eure Antworten bedanken:

Besonders für alle Informationen, die über das reine Fahrkarten Angebot hinausgingen. So erhalte ich für meine kleine Tour viele nützliche Tipps.

Schade dass es nicht mehr so ein Angebot gibt, wie die "Rabbit" Card der ÖBB in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Das war ein tolles Angebot und die Österreichischen Bahnen waren doch damals unheimlich innovativ. Lange Zeit hatte ich dort die Verkehrspolitik nicht mehr auf dem Schirm und muss nun feststellen, dass ich das ja sehr zurück entwickelt hat
Von dem innovativen Ansatz der neunziger Jahre (Austro Takt, Rabbit Card ) ist ja nicht viel geblieben, zumindest was die Nebenbahnen der ÖBB angeht. Kann mich noch an Züge, alle zwei Stunden z.B. auf der Aschacher Bahn erinnern. Auch die Stern und Hafferl Strecke nach Haag am Hausruck bekam doch noch neue Tw. Und jetzt ?
Vielleicht hat noch jemand Lust, speziell zur Situation in Oberösterreich im Bezug auf die Verkehrspoltische Entwicklung etwas zu sagen oder einen Literatur Hinweis.

Liebe Grüße an alle Interessierten.

Axel

Re: {AT]: Tolle Reaktionen

geschrieben von: J-C

Datum: 10.06.19 10:12

Die rabbitCard galt aber nur 4 Tage und kostete ungefähr so viel wie das heutige Sommerticket, das heuer 30 Tage lang gültig sein wird.

Tagesnetzkarten ergeben für die meisten Anwendungsfälle kaum Sinn, die Zahl der Nutzer dürfte da überschaubar sein. Übrigens ist es zumindest beim VOR so, dass man nicht auf eine Strecke beschränkt ist. Alle Linien, die zwischen Start und Ziel liegen, sind mit drin.

Der Austrotakt hatte damals auch Konzeptfehler, so war es kaum verständlich, wieso Salzburg - Innsbruck über Bischofshofen ein besseres Angebot haben sollte als die Korridorstrecke.

Und überhaupt hatte man auf der Weststrecke nur einen Zweistundentakt. Also komplett.

Heutzutage ist alles hingegen sogar besser vertaktet, das Problem ist eher bei der Verknüpfung Bahn - Bus. Ansonsten wurden und werden dank Ausbauten viele Taktknoten geschaffen, die durchaus das Leben erleichtert haben. Dass Nebenbahnen eingestellt wurden, hat weniger mit einem Taktfahrplan, sondern mehr mit der desinteressierten Politik zu tun.

Wenn man sich jetzt den Verkehrsdienstevertrag der Republik Österreich mit den ÖBB anschaut:

[www.bmvit.gv.at]


dann stellt man fest, dass die Weichen auf Ausbau gestellt sind. Der NAT wird dagegen wie ein Pimperlangebot aussehen.

https://abload.de/img/dwaminic8pum.jpg




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.06.19 10:19.

Re: {AT]: Tolle Reaktionen

geschrieben von: Wrzlbrnft.

Datum: 10.06.19 10:41

Der NAT lag während der 2000er-Jahre wieder völlig darnieder, in den letzten Jahren hat sich das Bild aber sukzessive gewandelt und es finden sich unterdessen wieder in ganz Österreich aufeinander abgestimmte Taktverkehre. U.a. in Wien Hbf findest du sogar einen FV-Taktknoten nach Schweizer Vorbild vor. Nach einem Taucher während der 2000er präsentiert sich die Situation in Österreich heute wesentlich besser und solider aufgestellt als noch in den 90ern.

Danke im Übrigen ebenfalls an die tariflichen Hinweise. Vor dem Problem der möglichst kostengünstigsten Komplettbereisungen der Stern-&-Hafferl-Bahnen stehe auch ich noch, mal sehen, wie ich das dereinst in Angriff nehmen werde... ;-)

Re: {AT]: Tolle Reaktionen

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 10.06.19 16:00

axelloko schrieb:
Von dem innovativen Ansatz der neunziger Jahre (Austro Takt, Rabbit Card ) ist ja nicht viel geblieben, zumindest was die Nebenbahnen der ÖBB angeht. Kann mich noch an Züge, alle zwei Stunden z.B. auf der Aschacher Bahn erinnern. Auch die Stern und Hafferl Strecke nach Haag am Hausruck bekam doch noch neue Tw. Und jetzt ?

Vieles davon ist Bundespolitik, vor allem was ÖBB-Strecken betrifft. Oberösterreich ist verkehrspolitisch ziemlich indifferent. Von einer schwarz-blauen Landesregierung sind generell keine progessiven Ansätze zu erwarten; was in Gmunden und bei der Atterseebahn ging, ging großenteils auf Druck von Stern und Hafferl zurück. Ansonsten beschränkt man sich aufs Nichtstun. Man schreckt davor zurück, bei den Stilllegungskandidaten Sattledt - Grünau und Haiding - Aschach klare Verhältnisse zu schaffen (in Niederösterreich wären solche Strecken schon lange weg), aber man verbessert auch nichts.

Der OÖVV gehört zu den verschnarchtesten Verkehrsverbünden Österreichs. OK, verkappte Streckentarife sind das alles in Österreich. Aber in Oberösterreich gibt es mit Ausnahme einer Schülervariante keine Netzkarten, auch nicht als Jahreskarte. Streckenzeitkarten gelten nicht mal in den mitgekauften Zonen als Netzkarte, nur in Start- und Zielzone. Stadtverkehre sind für Schülerzeitkarten gesperrt, und Schichtarbeiter dürfen sich keine übertragbaren Zeitkarten teilen. Das Verständnis vom Fahrgast als Kunden ist in Oberösterreich noch lange nicht angekommen.

Die beiden Stern-und-Hafferl-Bahnen mit alten Fahrzeugen sind ebenso Zeugen dieser indifferenten Verkehrspolitik. Das Verkehrsaufkommen ist ein Witz. Gerade in der fotografisch relevanten Einsatzzeit der SGP-Triebwagen herrscht zwischen Neumarkt-Kallham und Niederspaching weitgehend Alibiverkehr, die Triebwagen sind oftmals ohne jegliche Fahrgäste. Während des Schüler- und Berufsverkehrs sind sie mäßig besetzt, und auch dann weitestgehend im Durchgangsverkehr. Das Verkehrsaufkommen der Zwischenhalte ist praktisch null. Bei Lambach - Vorchdorf sind komplett fahrgastfreie Fahrten eher selten (es gibt sie aber), aber die Fahrgäste der meisten Fahrten würde man locker auch in einem PKW unterbringen können. Lediglich im Schüler- und Berufsverkehr sind die Züge besser besetzt.

Vor dem Hintergrund der kaum existierenden Nachfrage wären Investitionen kaum zu rechtfertigen. Man hat jetzt mit der Traunseebahn einen Referenzfall. Deren Verkehrsaufkommen war über weite Teile des Tages auch ziemlich traurig, erst recht am Wochenende (wenn auch nicht so krass wie nördlich von Vorchdorf). Hier wäre zu beobachten, ob es für die schwachen Zeiten einen deutlich positiven Trend gibt, wobei ich absolute Zahlen in Anbetracht des sparsamen Ausgangsniveaus für aussagekräftiger halten würde als Steigerungsraten.

Die Strecken werden voll instandgehalten, und kleinere Maßnahmen gibt es auch (wenn auch mitunter in einer Art, die man als Bahnfreund weniger gern sieht, so wurde z. B. das Haltestellenhäuschen in Au durch eine Standardhaltestelle ersetzt). Aber Neufahrzeuge sind nicht absehbar. Ich kann es nicht explizit belegen, aber es sieht schon so aus, als ob der Endabschnitt der Linzer Lokalbahn für die Ermittlung des Bedarfs an Niederflurwagen ignoriert wurde, weil man keine sichere Zukunft für diesen Abschnitt sah.

Für die Fahrzeugsituation muss man zudem die komplizierte Vertragssituation beachten. Eigentümer der Fahrzeuge bei Stern und Hafferl sind traditionell die Lokalbahnen, nicht Stern und Hafferl als Betriebsführer. Für die Meterspur ist das kein Problem, die Lokalbahn Gmunden - Vorchdorf ist eine 100%ige Tochter von Stern und Hafferl und bei der Lokalbahn Vöcklamarkt - Attersee haben die anderen Eigentümer nicht mal eine Sperrminorität. Die Lokalbahnen der normalspurigen Strecken sind dagegen in Fremdeigentum. Lambach - Haag gehörte den ÖBB, und die wollten die Strecke unbedingt loswerden. Die Lokalbahn Lambach - Vorchdorf gehört zum weitaus größten Teil der Republik Österreich, die Linzer Lokalbahn der Stadt Linz (obwohl sie keinerlei innerstädtische Verkehrsleistung erbringt). Lambach - Vorchdorf fährt schon lange nur noch mit Mietfahrzeugen, die Extertaler gehören Stern und Hafferl, die KFBE-Züge der Linzer Lokalbahn. Wo soll da die Bereitschaft zur Finanzierung von Neufahrzeugen herkommen? Die Chance zur Übernahme der Fahrzeuge von Lambach - Haag ist mit deren Ausmusterung wohl vorbei.

Und so geht das mit den beiden Bahnen ohne Konzept für die Zukunft weiter. Wie lange noch, bleibt abzuwarten. Die Extertaler scheinen ungewöhnlich ausfallfreudig zu sein. 2017 hat man den Fahrplan wieder zusammengekürzt, unter Vermeidung von Fahrtstreichungen, aber weitgehend nur noch mit einem Umlauf unter Inkaufnahme von schlechten Anschlüssen. Zuvor waren mo - fr über den größten Teil des Tages zwei Triebwagen mit langen Wendezeiten unterwegs, mit einer kurzen Lücke morgens für den Kölner Zug und einer 2-Stunden-Lücke sm Vormittag. Das reichte für die Wartung anscheinend auf Dauer nicht aus.

J-C schrieb:
Tagesnetzkarten ergeben für die meisten Anwendungsfälle kaum Sinn, die Zahl der Nutzer dürfte da überschaubar sein.

In Tirol gibt es z. B. Wochenkarten fürs ganze Netz für etwa 70 Euro. Das ist kaum mehr, als man extrapoliert aus den Streckentageskarten für eine Tagesnetzkarte ansetzen würde. Besuchern kommt ein solches Angebot sehr entgegen, und das wäre für Oberösterreich auch nicht anders. Wer Stern und Hafferl besuchen will, ist ja nicht an einem Tag fertig.

J-C schrieb:
Übrigens ist es zumindest beim VOR so, dass man nicht auf eine Strecke beschränkt ist. Alle Linien, die zwischen Start und Ziel liegen, sind mit drin.

In Oberösterreich ist das (wie bereits erwähnt) explizit anders geregelt: Als echte Tageskarte gilt sie nur in den gewählten Zonen. Andere Wege sind bis maximal zur gleichen Zonenanzahl erlaubt, aber dort nur ohne Fahrtunterbrechung.

Re: {AT]: Tolle Reaktionen

geschrieben von: Schienenradler

Datum: 11.06.19 06:47

J-C schrieb:
Die rabbitCard galt aber nur 4 Tage und kostete ungefähr so viel wie das heutige Sommerticket, das heuer 30 Tage lang gültig sein wird.
Die rabbitCard konnte aber auch von Erwachsenen erworben werden, das Sommerticket nicht...

Es gibt aber durchaus auch sehr gute Angebote in Österreich, speziell hervorheben möchte ich:

Freizeit-Ticket Steiermark
Das Freizeit-Ticket Steiermark wird ganzjährig an allen Samstagen, Sonntagen und Feiertagen angeboten.
  • Es ist ein 1-Tages-Ticket für die ganze Steiermark.
  • Es gilt für eine Person auf allen steirischen Verbundlinien im Nahverkehr.
  • Das Freizeit-Ticket Steiermark kostet einheitlich € 11,00 pro Person.

  • Im Frühjahr hatte man damit sogar freien Eintritt in zahlreichen Ausflugszielen in der Steiermark!

    Re: {AT]: Tolle Reaktionen

    geschrieben von: kmueller

    Datum: 11.06.19 11:00

    axelloko schrieb:
    Schade dass es nicht mehr so ein Angebot gibt, wie die "Rabbit" Card der ÖBB in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Das war ein tolles Angebot und die Österreichischen Bahnen waren doch damals unheimlich innovativ. Lange Zeit hatte ich dort die Verkehrspolitik nicht mehr auf dem Schirm und muss nun feststellen, dass ich das ja sehr zurück entwickelt hat
    Von dem innovativen Ansatz der neunziger Jahre (Austro Takt, Rabbit Card ) ist ja nicht viel geblieben, zumindest was die Nebenbahnen der ÖBB angeht. Kann mich noch an Züge, alle zwei Stunden z.B. auf der Aschacher Bahn erinnern. Auch die Stern und Hafferl Strecke nach Haag am Hausruck bekam doch noch neue Tw. Und jetzt ?
    Vielleicht hat noch jemand Lust, speziell zur Situation in Oberösterreich im Bezug auf die Verkehrspoltische Entwicklung etwas zu sagen oder einen Literatur Hinweis.
    [/b]
    Es gab einige Rücknahmen gegenüber dem NAT, insbes. einige Konzentration von Angeboten auf nachfragestarke Strecken, aber generell wurde in Österreich erweitert und ausgebaut. Insbes. wurde seitdem praktisch der gesamte Nahverkehr vertaktet. Man sollte in die Betrachtung neben der Anzahl fahrender Züge auch deren Zustand und den der Stationen einbeziehen.

    Ein passender Vergleich, der auch die Bevölkerungsdichte einbezieht, wäre derjenige zwischen den Regionen Salzburg+Oberösterreich und Mecklenburg.

    Re: {AT]: Tolle Reaktionen

    geschrieben von: bahamas

    Datum: 12.06.19 11:13

    kaufhalle schrieb:
    Man schreckt davor zurück, bei den Stilllegungskandidaten Sattledt - Grünau und Haiding - Aschach klare Verhältnisse zu schaffen (in Niederösterreich wären solche Strecken schon lange weg), aber man verbessert auch nichts.

    Hat man 2019 doch getan: erstere bleibt, die zweite dagegen wird das Jahr nicht überleben.

    Re: {AT]: Tolle Reaktionen

    geschrieben von: J-C

    Datum: 12.06.19 11:31

    Am ehesten vergleichbar mit Mecklenburg-Vorpommern wären die Steiermark und Kärnten von der Bevölkerungsdichte. Wohl auch Niederösterreich. Die anderem Bundesländer haben wesentlich mehr Dichte.

    https://abload.de/img/dwaminic8pum.jpg

    Re: {AT]: Tolle Reaktionen

    geschrieben von: kmueller

    Datum: 12.06.19 14:53

    J-C schrieb:
    Am ehesten vergleichbar mit Mecklenburg-Vorpommern wären die Steiermark und Kärnten von der Bevölkerungsdichte. Wohl auch Niederösterreich. Die anderem Bundesländer haben wesentlich mehr Dichte.
    Wo gibts denn in Kärnten Städte der Größenordnung Rostock (Linz) und Stralsund (Salzburg)?

    Mecklenburg-Vorpommern hat übrigens 1.6 Mio. Einwohner. Welche zwei österreichischen Bundesländer kommen wenigstens zusammen auf diese Zahl?

    Re: {AT]: Tolle Reaktionen

    geschrieben von: J-C

    Datum: 12.06.19 18:50

    Point taken, ich habe mich da auf die Einwohnerdichte fokussiert.

    Das Ding ist, vor allem in Oberösterreich ist die Einwohnerdichte doch etwas höher als in Mecklenburg, also suchte ich nach Bundesländern mit vergleichbarer Bevölkerungsdichte..

    andererseits hätte die Steiermark mit Graz durchaus eine größere Stadt drin.

    Re: {AT]: Tolle Reaktionen

    geschrieben von: kaufhalle

    Datum: 12.06.19 20:13

    bahamas schrieb:
    kaufhalle schrieb:
    Man schreckt davor zurück, bei den Stilllegungskandidaten Sattledt - Grünau und Haiding - Aschach klare Verhältnisse zu schaffen (in Niederösterreich wären solche Strecken schon lange weg), aber man verbessert auch nichts.

    Hat man 2019 doch getan: erstere bleibt, die zweite dagegen wird das Jahr nicht überleben.

    Ersteres wusste ich noch nicht, danke. Aber der Weg zu diesen Entscheidungen war sehr spät und zäh.

    Re: {AT]: Tolle Reaktionen

    geschrieben von: Schienenradler

    Datum: 13.06.19 08:06

    kmueller schrieb:
    Mecklenburg-Vorpommern hat übrigens 1.6 Mio. Einwohner. Welche zwei österreichischen Bundesländer kommen wenigstens zusammen auf diese Zahl?
    Tu Dich nicht Täuschen:
    Niederösterreich hat 1,66 Mio. Einwohner, und Wien sogar 1,87 Mio.!!!
    Oberösterreich hat 1,5 Mio.

    Re: {AT]: Tolle Reaktionen

    geschrieben von: 2095_010

    Datum: 19.06.19 09:45

    Danke @Schienenradler, genau mein Gedanke.

    PS: Wien hat schon die 1,9 geknackt.

    Re: {AT]: Tolle Reaktionen

    geschrieben von: bahncard99

    Datum: 19.06.19 14:33

    Wrzlbrnft. schrieb:
    Danke im Übrigen ebenfalls an die tariflichen Hinweise. Vor dem Problem der möglichst kostengünstigsten Komplettbereisungen der Stern-&-Hafferl-Bahnen stehe auch ich noch, mal sehen, wie ich das dereinst in Angriff nehmen werde... ;-)
    Da bist du in guter Gesellschaft.
    Eigentlich müsste man sich tatsächlich verabreden, die Tageskarte für je eine Strecke gezielt weiterreichen und abwechselnd nutzen. Schon aus Prinzip... (wenn es denn nur ums Bereisen und nicht um Zwischenaufenthalte für Streckenfotos geht)