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 08/02 - Alpenlandforum 

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Hallo zusammen,

ich hatte Euch kürzlich mitgenommen zu einer Reise mit korsischer Eisenbahn und russischem Nachtzug – das war die letzte Reise aus dem Jahr 2017. Und damit kann nun die Aufbereitung der Reisen aus 2018 beginnen. Wir starten im März mit einer zweitägigen Tour in Richtung Schweiz und Frankreich. Anfang März war es nochmals richtig winterlich und so passt der Reisebericht mit Schnee und Eis nicht ganz zur aktuellen Jahreszeit, aber das ergibt sich jetzt halt so, da müssen wir durch und uns vorarbeiten zu den Sommerreisen des letzten Jahres.

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Im Juli 2015 waren wir auf der Schwalbenlinie unterwegs durch den Jura. Die zweite Reise in diese Gegend ist gewissermaßen eine Ergänzung hierzu, wir befahren einige Strecken, die wir damals ausgelassen hatten und nach der damaligen Sommertour wollen wir diesmal winterliche Eindrücke im Jura sammeln. Am ersten Reisetag fahren wir von Konstanz über Zürich nach Basel, legen einen Zwischenstopp in Delémont ein und fahren mit der Chemins de fer du Jura nach La Chaux-de-Fonds. Nach einem Besuch der Bahnstrecke La Chaux-de-Fonds–Les Ponts-de-Martel fahren wir auf der Ligne des Horlogers, der „Uhrmacherstrecke“, ins französische Besançon. Am zweiten Tag geht es vom dortigen TGV-Bahnhof nach Baden-Baden und anschließend mit der Schwarzwaldbahn zurück an den Bodensee.


Tag 1: Konstanz – Zürich – Basel – Delémont - Glovelier - La Chaux-de-Fonds - Le Locle - Les Ponts-de-Martel - La Chaux-de-Fonds - Besançon

Von Konstanz nach Basel fährt man normalerweise auf der deutschen Seite des Hochrheins. Da wir jedoch mit einer Tageskarte der SBB unterwegs sind, wählen wir diesmal die Variante auf der schweizerischen Seite. Und so starten wir in Konstanz mit einem Interregio nach Zürich.

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Der Wetterbericht hatte eigentlich Schnee versprochen, stattdessen wird uns während des Tages Schneeregen begleiten. Naja, immerhin ist es etwas weiß, hier mit Blick auf die alte Mühle in Kreuzlingen. Der Zug gewinnt nun an Höhe, rund 150 Höhenmeter überwindet die Bahn bei der Fahrt über den Seerücken zwischen Kreuzlingen und Weinfelden. Weiter geht es durch den Thurgau in Richtung Zürich.

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Im Stadtgebiet von Zürich fahren wir über die Limmat, kurz darauf bietet sich ein Blick über die Gleisanlagen vor dem Hauptbahnhof Zürich.

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In Zürich wechseln wir auf einen Intercity zur Fahrt nach Basel. Zunächst begleitet uns wieder die Limmat, dann führt die Strecke weiter nach Nordwesten.

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Eigentlich sollte der Zug über die Hauensteinstrecke fahren, stattdessen befahren wir nun die Bözbergstrecke. Diese Route ist zwar landschaftlich nett - hier das Dorf Hornussen im oberen Fricktal – allerdings kostet dieser Ausflug gut 10 Minuten und damit ist der geplante Anschluss auf die S 3 in Basel weg. Wollte ich hier einen Streit provozieren und alte Stereotypen bedienen, könnte ich jetzt gehässig anmerken „na toll, hätten wir Lust auf einen Anschlussverlust gehabt, hätten wir auch gleich auf der deutschen Seite fahren können“ – aber das verkneife ich mir besser.

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Etwas später als geplant geht es nun also weiter nach Delémont. Immerhin ein ICN anstelle der ursprünglich geplanten S-Bahn, wobei auch der nicht so ganz pünktlich unterwegs ist.

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Wir fahren nun auf der Jurabahn, die Bahnstrecke schlängelt sich entlang der Birs und folgt dem Fluss bis nach Delémont (Delsberg).

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Delémont ist der Hauptort des Kantons Jura, den 13.000-Einwohner-Ort haben wir als erste Zwischenstation vorgesehen. Für die Erkundung der historischen Altstadt bleibt jetzt etwas weniger Zeit als geplant, aber für ein paar Eindrücke reicht es doch. Hier sind wir in der Altstadt und blicken in Richtung Porte de Porrentruy.

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Das zweite mittelalterliche Stadttor ist die Porte au Loup. Neben schmucken Häuserfassaden gibt es in der Stadt auch fünf monumentale Figurenbrunnen im Renaissancestil, sie stammen aus dem 16. Jahrhundert. Über den Dächern erhebt sich der Kirchturm von Saint-Marcel, die Kirche wurde zwischen 1762 und 1767 erbaut.

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Schließlich kehren wir an den Bahnhof Delsberg / Gare de Delémont zurück. Der Bahnhof wurde 1875 eröffnet, er wurde bei einem Luftangriff 1944 stark beschädigt, weil die amerikanischen Bomberpiloten sich im Elsass wähnten.

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Am Bahnhof Delémont zweigt die Bahnstrecke ins französische Delle von der Jurabahn ab. Mit der S 3 der S-Bahn Basel – gebildet aus einem Flirt-Triebzug – befahren wir nun eine Etappe dieser Strecke.

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Die Fahrt durch das Delsberger Becken dauert nur kurz, nach 12 Minuten heißt es schon umsteigen. In Glovelier besteht Anschluss an die Meterspurstrecke der Chemins de fer du Jura nach La Chaux-de-Fonds.

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Für Pendler und normale Reisende mögen planmäßige schlanke 2-Minuten-Übergänge praktisch und zeitsparend sein, ein Reiseberichtsautor kommt hier jedoch an seine Grenzen. Da bleibt nicht viel Zeit, um auf unbekanntem Terrain einen Fotostandort zu suchen und nebenbei auch noch die Linse von Schneeflocken frei zu halten.

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Die Bahnstrecke von Glovelier nach Saignelégier war ursprünglich in Normalspur ausgeführt, sie wurde 1904 von der Eisenbahngesellschaft Régional Saignelégier–Glovelier (RSG) in Betrieb genommen. Durch eine Fusion wurde sie Bestandteil der Chemins de fer du Jura (CJ) und in der Folge auf Meterspur umgebaut. Heute verkehren die Züge der CJ über Saignelégier hinaus durchgehend bis La Chaux-de-Fonds.

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Nach knapp 10 Minuten erreicht die Bahnstrecke an der Station Combe-Tabeillon eine Spitzkehre, durch eine Kehrschleife und mehrere Tunnel führt sie anschließend hinauf zum Kreuzungsbahnhof Bollement, bis dorthin überwindet die Bahn bereits 300 Höhenmeter.

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Ach schade, die ältere Garnitur hätte gerne einen Kurs früher fahren dürfen und etwas Abwechslung in den Reisebericht bringen können, denn die neueren GTW kenne ich schon von der letzten Tour bei der CJ.

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Die Strecke verläuft anschließend über die offene Jurahochfläche und gewinnt dabei weiter an Höhe. In Saignelégier endet die knapp 25 Kilometer lange Strecke der ehemaligen Régional Saignelégier–Glovelier. Von dort geht es weiter auf der Strecke der ehemaligen Chemin de fer Saignelégier–La Chaux-de-Fonds (SC).

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Die Bahnstrecke der SC wurde 1892 in Betrieb genommen, sie war von Anfang an in Meterspur angelegt. Mittlerweile haben wir die 1.000 Meter-Grenze überschritten, der Bahnhof von Les Bois liegt auf 1.029 Meter über dem Meer.

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Hier fahren wir durch das 500-Einwohner-Dorf La Ferrière. Wie viele der Orte in den Freibergen war auch La Ferrière ursprünglich landwirtschaftlich geprägt, dann verhalf die Uhrenindustrie dem Ort zu einem Aufschwung. Seit dem Niedergang der Uhrmacherei spielen Landwirtschaft und Tourismus in der Region wieder eine größere Rolle.

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Nach dem Kreuzungsbahnhof La Cibourg folgt ein kurvenreicher Streckenabschnitt hinauf zum Scheitelpunkt bei Bellevue auf 1.072 Meter.

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Dann ist schon La Chaux-de-Fonds zu sehen, die Stadt liegt in einem breiten Hochtal. Der letzte Streckenabschnitt führt in Straßenlage zum Bahnhof La Chaux-de-Fonds.

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Da wir La Chaux-de-Fonds schon von der letzten Jura-Reise kennen, haben wir dort diesmal keinen Aufenthalt eingeplant, stattdessen geht es gleich mit diesem Gefährt weiter. Der Triebwagen befährt die Stichstrecke der ehemaligen Ponts–Sagne–La Chaux-de-Fonds (PSC).

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Die Strecke ist ebenfalls in Meterspur ausgeführt. Direkt nach der Ausfahrt aus dem Bahnhof von La Chaux-de-Fonds geht es bergauf und nach etwa vier Kilometern ist der Scheitelpunkt auf 1.120 Meter über dem Meer erreicht, anschließend geht es hinab in das Hochtal Vallée des Ponts.

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Die Strecke führt durch das rund zweieinhalb Kilometer lange Straßenzeilendorf La Sagne. Die Domain des Dorfs lautet übrigens lasagne.ch – mit dem Nudelgericht hat der Ort aber nichts zu tun, der Ortsname geht auf das lateinische Wort sagna (Riedgras) zurück.

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Der Name des Hochtals Vallée des Ponts kommt von den Holzstegen, die früher durch das Hochmoor führten. Bei schönerem Wetter ist es hier bestimmt ganz nett.

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Nach gut 16 Kilometern ist die Endstation in Les Ponts-de-Martel erreicht. Der Ort hat gerademal 1.300 Einwohner und ist das regionale Zentrum des Vallée des Ponts. Nach 6 Minuten fährt der Zug wieder zurück – das muss reichen für eine kurze Runde durch der Ort.

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„Les Ponts-de-Martel zeigt das typische Ortsbild eines ehemals durch die Uhrenindustrie geprägten Dorfes. Es besitzt einen schachbrettähnlichen Grundriss mit hangparallelen Strassen und kurzen steilen Querverbindungen. Die kubischen mehrstöckigen Mietshäuser stammen aus der Zeit Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts.“ (Wikipedia)

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So, die Zeit ist um, es geht zurück. Die Bahn wird heute von der Transports Régionaux Neuchâtelois (TRN) betrieben. Der Triebwagen BDe 4/4 8 stammt aus dem Jahr 1996, er ist das jüngste von drei Fahrzeugen auf der Strecke.

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Bei der Ausfahrt aus Les Ponts-de-Martel passiert die Bahn Depot und Werkstätte. Die Bahnstrecke wurde 1889 eröffnet, früher gab es hier auch Güterverkehr mit Rollschemeln.

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Und so fahren wir jetzt zurück nach La Chaux-de-Fonds, die Fahrt dauert 23 Minuten. Im April 2016 gab es Aufregung um die Strecke, als überraschend eine vorläufige Stilllegung angekündigt wurde. Ursache hierfür war offenbar die große Zahl von Bahnübergängen (86 Stück), wovon einige der landwirtschaftlichen Übergänge ungesichert waren und andere nur auf dem Papier bestanden. Damals gab es die Sorge, die Einstellung könne auf Dauer sein, da die Bahn mit ihren Hochflur-Fahrzeugen und dem kleinen Einzugsgebiet mit nur zwei Gemeinden ohnehin vor einer schwierigen Zukunft steht. Mit einigen provisorischen Maßnahmen konnten die Bahnübergänge aber gesichert werden, so dass nach drei Monaten der Verkehr wieder aufgenommen werden konnte.

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Nach der Ankunft in La Chaux-de-Fonds steht ein Regio nach Le Locle auf unserem Plan. Stattdessen verkehrt jedoch ein Bus nach Le Locle, der Grund für den Schienenersatzverkehr ist mir nicht bekannt. Das macht mir etwas Sorge, denn wenn die Strecke gesperrt wäre, würde ja auch der TER von La Chaux-de-Fonds über Le Locle nach Besançon nicht durchkommen, mit dem wir eine Stunde später von Le Locle aus weiterfahren wollen.

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Hier sind wir jedenfalls in Le Locle angekommen und stehen vor der reformierten Kirche. Die 10.000-Einwohner-Stadt nahe der Grenze zu Frankreich gilt als Wiege der schweizerischen Uhrmacherei. Die von der Uhrenindustrie geprägte Stadtlandschaft von La Chaux-de-Fonds und Le Locle gehört seit 2009 zum UNESCO-Welterbe.

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Zu den Sehenswürdigkeiten gehört auch das ehemalige Rathaus von Le Locle, es wurde zwischen 1839 und 1841 erbaut und dient heute als Gerichtsgebäude. Ansonsten macht die Stadt einen sehr ausgestorbenen Eindruck und der Plan scheitert, uns hier mit Proviant zu versorgen. Tja, man sollte bei der Reiseplanung halt auch lokale Feiertage prüfen, dann würde man vielleicht vorher merken, dass am 1. März im Kanton Neuenburg der Jahrestag der Ausrufung der Republik ein Feiertag ist.

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Genauso ausgestorben wirkt auch der Bahnhof von Le Locle. Da noch immer keine Züge fahren, sind wir die einzigen Passanten am Bahnhof und selbst der Süßwarenautomat streikt. In der Schweiz findet man an den Bahnhöfen ja häufig kleine Läden, hier gibt es jedoch nichts. Le Locle ist auch Ausganspunkt einer Meterspurstrecke nach Les Brenets, diese wird während unseres Besuchs aber nicht befahren.

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Puh – eine Streckensperrung ist also nicht Ursache des Schienenersatzverkehrs zwischen La Chaux-de-Fonds und Le Locle, denn der Triebwagen nach Frankreich rollt pünktlich in den Geisterbahnhof von Le Locle ein.

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Die letzte Station in der Schweiz ist nach knapp 2 Kilometern der Bahnhof Le Locle-Col-des-Roches. Dort steigt eine Zugbegleiterin der SNCF zu. Anschließend durchfährt der Zug den Col-des-Roches-Tunnel, in dessen Mitte sich die Landesgrenze befindet. Kurz darauf ist dann auch die Grenze für den Autoverkehr zu sehen.

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Die Bahnstrecke von Le Locle nach Besançon wurde 1884 eröffnet. Sie ist knapp 76 Kilometer lang, eingleisig und nicht elektrifiziert. Aufgrund der zahlreichen Uhrenmanufakturen in der Region trägt die Strecke den Beinamen Ligne des Horlogers (Uhrmacherstrecke).

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Landschaftlich reizvoll führt die Strecke durch das französische Jura und folgt kurvenreich und durch mehrere Tunnel dem Tal des Flusses Doubs. Die Bahn passiert kleinere Orte und Siedlungen wie Rémonot auf dem nächsten Bild.

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Während die Fahrt in Le Locle auf 946 Meter über dem Meer begann, wird die Landschaft langsam flacher. Die Endstation in Besançon liegt auf nur 218 Meter. Die Strecke führt nicht nur durch offene Landschaft, teilweise prägen auch ausgedehnte Wälder die Fahrt.

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Am Bahnhof Besançon-Viotte endet die Fahrt schließlich. Der Bahnhof liegt oberhalb der Innenstadt, wir laufen nun hinab ins Zentrum. Die Altstadt liegt in einer Schleife des Doubs, auf dem Weg dorthin kommen wir an der Kirche Sainte-Madeleine vorbei.

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Besançon gilt als Stadt der Kunst und Geschichte, die ehemalige Hauptstadt der Region Franche-Comté hat ein reiches historisches und architektonisches Erbe. Besançon bietet sich damit als Übernachtungsort an, und so können wir am nächsten Tag noch einige Eindrücke der Stadt sammeln.


Tag 2: Besançon – Baden-Baden – Konstanz

Nachdem wir am ersten Tag sehr kleinteilig unterwegs waren und keinen Umweg ausgelassen haben, haben wir für die Rückfahrt die schnelle Variante gewählt. 5:36 Stunden verspricht die Reiseauskunft für die Verbindung von Besançon nach Konstanz – da bleibt am Vormittag noch Zeit für eine Stadterkundung.

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Seit dem Jahr 2008 zählen die militärischen Befestigungsanlagen von Besançon zum UNESCO-Weltkulturerbe. Und so machen wir uns auf den Weg durch die Stadt hinauf...

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...zur Zitadelle. Das Befestigungssystem mit Zitadelle, Stadtmauern und Bastionen geht auf Vauban zurück, die Zitadelle wurde zwischen 1678 und 1771 erbaut und erstreckt sich über 11 Hektar auf einem Hügel über der Stadt. Die Anlage wird heute vielseitig genutzt und ist ein Touristenmagnet, so gibt es beispielsweise auch einen Zoo dort oben.

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Von der Zitadelle bietet sich ein Ausblick über die Dächer der Stadt und den Doubs. Zu Füßen der Festung verläuft die Bahnstrecke der Ligne des Horlogers, über die wir am Vortag angereist sind.

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Anschließend machen wir uns auf den Weg hinunter in die Stadt, durchs Zentrum und auf der anderen Seite hinauf zum Bahnhof. Durch den Schneeregen ist der Fußweg tückisch glatt. Vorbei an der Kirche Saint-Pierre führt uns der Weg...

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...über den Doubs zur Kirche Sainte-Madeleine...

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...und schließlich den Berg hoch...

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...zum Bahnhof Besançon-Viotte. Der zentrumsnahe Bahnhof wird überwiegend im Regionalverkehr angefahren, knapp 10 Kilometer weiter draußen an der Schnellfahrtstrecke gibt es noch den Fernbahnhof Besançon Franche-Comté TGV.

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Ein Regionalzug dient als Zubringer vom Bahnhof Viotte zum TGV-Bahnhof, die Fahrt zum Fernbahnhof dauert mit einem Zwischenhalt 13 Minuten.

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Die Fahrt des Zubringerzugs endet auf einem Stumpfgleis neben den Bahnsteig- und Durchfahrtsgleisen der LGV Rhin-Rhône. Überdachte Aufgänge führen zum Bahnhofsgebäude.

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Der Bahnhof wurde 2011 gleichzeitig mit der Hochgeschwindigkeitsstrecke eröffnet. Er wurde nach ökologischen Gesichtspunkten gebaut, 75 Prozent des Energiebedarfs kommen aus erneuerbaren Quellen.

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Es liegt wohl am Winterwetter, dass der TGV-Verkehr massive Verspätungen hat. Da haben wir es mit nur +20 für den Zug von Marseille nach Frankfurt ja noch gut getroffen. Und hier kommt er dann auch:

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Die Ligne à grande vitesse Rhin-Rhône verbindet das südliche Elsass und die Nordwestschweiz mit Paris und Lyon. Wir fahren auf dem Ostast in Richtung Mulhouse. Zwischendurch werfen wir einen Blick in „Le Wifi“ und verfolgen die Fahrt parallel auf der Karte.

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Immer nur aus dem Fenster zu schauen ist doch recht anstrengend...

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...da wird es Zeit für Yoga mit Valérie und eine Entlastung unserer müden Augen. Und angesichts der Verspätung können Entspannungsübungen auch nicht schaden.

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Holla, und jetzt haben wir uns auch noch verfahren. Die Karte meint, wir hätten in Mulhouse Kopfmachen sollen, stattdessen gibt es eine Stadtrundfahrt. Die Prognose „pünktlich“ für Frankfurt kann ich auch kaum glauben, denn die Verspätung beträgt mittlerweile über 30 Minuten. Der Zug fährt nun weiter in Richtung Straßburg.

Zwischendurch vielleicht eine Frage an die Fahrgastrechtsexperten: Ein Fahrgast hat ein durchgehendes zuggebundenes Ticket von Besançon Franche-Comté TGV über Baden-Baden nach Konstanz. Aufgrund einer Verspätung wird der Anschlusszug in Baden-Baden absehbar nicht erreicht. Ist es zulässig, in Straßburg auf die SWEG umzusteigen, den Weg so abzukürzen und in Offenburg den eigentlich vorgesehenen Zug nach Konstanz zu erreichen?

Dieses Gedankenspiel stelle ich während der Fahrt tatsächlich an, der Übergang in Straßburg auf die SWEG ist mir dann aber doch zu knapp, zumal der Weg nach Draußen zum Abfahrtsgleis recht weit ist.

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Und so bleiben wir halt doch sitzen, halten uns an die Zugbindung und fahren im TGV über den Rhein. In Baden-Baden verlassen wir schließlich den Zug.

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Hmm, eigentlich wäre ich schon gerne gediegen und mit Bordgastronomie im IC 2005 auf der Schwarzwaldbahn nach Konstanz gefahren. Aber so wird es jetzt halt ein Regionalzug auf der Schwarzwaldbahn – auch ok.

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Im Schwarzwald ist es wieder winterlich, bei der Fahrt im Gutachtal wird es zunehmend weißer vor dem Zugfenster und die Ruine von Schloss Hornberg verschwindet im Schneetreiben.

http://www.bahnreiseberichte.de/086-Jura-Ligne-Horlogers/86-97Hornberg-Schloss.JPG

http://www.bahnreiseberichte.de/086-Jura-Ligne-Horlogers/86-98Schwarzwaldbahn-Winter.JPG

http://www.bahnreiseberichte.de/086-Jura-Ligne-Horlogers/86-99DB-RE-Konstanz.JPG

Auf Gleis 3 im Bahnhof von Konstanz endet schließlich unsere kleine Rundfahrt, nach gut 34 Stunden sind wir damit wieder exakt am Ausgangspunkt angelangt.

Vielen Dank für das Interesse und fürs Mitkommen.

Viele Grüße und schöne Pfingsttage

Tobias

PS: Meine früheren Bahnreiseberichte gibt’s unter http://www.bahnreiseberichte.de

http://www.bahnreisefuehrer.de - Deutschland aus der Fahrgastperspektive
Der Weg ist das Ziel: Meine Bahnreiseberichte.de.
Bahnreise-Wiki.de | Ein Mitmach-Projekt mit Tipps & Tricks für Bahnreisen im In- und Ausland.
N'abend,

ganz toller, lesenwerter Bericht mit netten Bildern. Tausend Dank für die Mühe der "Aufarbeitung" und ebenfalls frohe Pfingsten.
Danke,
sehr schön, sehr ausführlich, sehr winterlich.
Merci
rhein-ruhr
Interessant wie der Bahnhof Glovelier jetzt aussieht. Bis vor einigen Jahren starteten die Züge der CJ dort auf einem Gleis vor dem Bahnhofsgebäude einfach auf der Straße, noch nicht einmal einen richtigen Bahnsteig gab es. Der Autoverkehr hielt sich aber sehr in Grenzen, so daß mir keine Vorfälle bekannt sind bei welchen Reisende direkt nach dem Verlassen des Zuges von einem Auto ohne anzuhalten "mitgenommen" worden wären.