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Ende 2018 wurde ein entscheidender Schritt zur Wiedereröffnung des Abschnitts Saint-Gingolph - Evian der Tonkin-Linie getan. Die Eidgenossenschaft wird ihre Wiedereröffnung prüfen und 100 Millionen Franken auf den Tisch legen. Mehr dazu:
[france3-regions.francetvinfo.fr]
In der Botschaft des Bundesrates vom 4.12.2018 ans Parlament zum Ausbauschritt 2035 der Eisenbahninfrastruktur steht:

Kosten und Finanzierung grenzüberschreitender Ausbauten
Infrastrukturausbauten im Ausland sind grundsätzlich Sache der dortigen Besteller. Diese haben für eine Finanzierungsmöglichkeit in ihren eigenen Ländern zu sorgen. Die hier ausgewählten Module bringen jedoch auch der Schweiz einen erheblichen Nutzen. Eine Mitfinanzierung dieser Ausbauten kann helfen, die Interessen der Schweiz in den grenznahen Räumen wahrzunehmen. Welche Projekte schliesslich einen finanziellen Beitrag aus dem BIF erhalten und wie die Kosten aufgeteilt wer- den, wird im Rahmen von Verhandlungen mit den ausländischen Partnern zu be- stimmen sein. Für den AS 2035 sind vorderhand 100 Millionen Franken als Beitrag der Schweiz an diese Ausbauten oder Vorstudien eingestellt, zum Beispiel für die Wiederinbetriebnahme der Strecke Evian-les-Bains–St-Gingolph («Ligne du Sud-Léman»).

Aus Sicht des "Tonkin" ist also gar nichts gesichert, besteht aber ein Hoffnungsschimmer.
Danke für diese Klarstellung, da hatte die französische Zeitung nur die Hälfte verstanden.
Naja, für einige Ecken des Kantons Wallis würde diese Strecke über Frankreich der kürzeste Schienenweg nach Genf darstellen, also betrifft der Streckenabschnitt in Frankreich durchaus auch rein schweizerische nationale Interessen.
... und mit einer Walliserin ab Mitte nächster Woche im Bundesrat, wird dieses Projekt auf der Prioritätenliste sicher weiter nach oben gesetzt. Egal, ob die Kosten-Nutzenrechnung dieses Projekt rechtfertigt, oder eben auch nicht...

Hab‘ mich übrigens schon gefragt, ob wir uns jetzt über die Finanzierung des Grimseltunnels Gedanken machen müssen, oder ob die Walliser nun endlich ihre Olympischen Spiele bekommen werden? ;-)

beste Grüsse, =weineggbahn=

https://www.facebook.com/Weineggbahn/
[weineggbahn.blogspot.ch]

Re: [CH][FR] Neue Perspektive für die Ligne du Tonkin?

geschrieben von: 44 115

Datum: 30.12.18 17:56

Hallo,
wenn man bedenkt,wie viele Walliser in Genf arbeiten und wohnen...
dann ist für die ein kürzerer Weg nach Genf interessant.Fragt sich nur,ob nach Umsteigen in Savoyen der Zug genauso schnell unterwegs ist?Und billiger?
Warten wir's ab.Einstweilen Guten Rutsch Euch Allen!
Olaf

Re: [CH][FR] Neue Perspektive für die Ligne du Tonkin?

geschrieben von: tbk

Datum: 30.12.18 21:00

Warum heißt die so wie früher mal Nordvietnam?


Korrespondenz bitte per e-mail, nicht über "Private Nachrichten" - das wird sonst viel zu schnell voll!

Bei der fülle des zu verarbeitenden materials sind trotz sorgfältiger bearbeitung vereinzelte tippfehler oder kleinere unstimmigkeiten nicht immer vermeidbar. Eine rechtliche gewähr für die richtigkeit des inhalts dieses beitrages kann daher nicht übernommen werden.
44 115 schrieb:
Hallo,
wenn man bedenkt,wie viele Walliser in Genf arbeiten und wohnen...
dann ist für die ein kürzerer Weg nach Genf interessant.Fragt sich nur,ob nach Umsteigen in Savoyen der Zug genauso schnell unterwegs ist?Und billiger?
Warten wir's ab.Einstweilen Guten Rutsch Euch Allen!
Olaf
Nicht wenige Schweizer besitzen ein GA. Selbst bei Reaktivierung glaube ich aber nicht, dass das GA dann auch zwischen St.Gingolph und Genf auf der Französischen Seite gültig sein wird. Deswegen dürfte ein nicht zu unterschätzender Teil der Reisenden weiterhin über Lausanne fahren.

Ansonsten aber fände ich es schon positiv, das brachliegende Stück Strecke wieder zu reaktivieren.

Herzliche Grüsse
Martin

Re: [CH][FR] Neue Perspektive für die Ligne du Tonkin?

geschrieben von: tkautzor

Datum: 31.12.18 00:35

tbk schrieb:
Warum heißt die so wie früher mal Nordvietnam?
https://fr.wikipedia.org/wiki/Ligne_du_Tonkin#Origine_du_surnom

Re: [CH][FR] Neue Perspektive für die Ligne du Tonkin?

geschrieben von: eugenR

Datum: 31.12.18 12:20

Der Einstellungsentscheid vor 20 Jahren war wohl ziemlich kurzsichtig!
Für die 100 Mio hätte man während der 20 Jahre mit 5 Mio Verlust pro Jahr fahren können.
Aber wahrscheinlich standen grössere Unterhaltsarbeiten an und die wollte man sich sparen?
Ist halt viel zu weit weg von Paris!
eugenR schrieb:
Der Einstellungsentscheid vor 20 Jahren war wohl ziemlich kurzsichtig!
Für die 100 Mio hätte man während der 20 Jahre mit 5 Mio Verlust pro Jahr fahren können.
Aber wahrscheinlich standen grössere Unterhaltsarbeiten an und die wollte man sich sparen?
Ist halt viel zu weit weg von Paris!
Der Einstellung des Personenverkehrs war aber bereits vor 80 Jahren. Danach nur noch Güterverkehr und nach dessen Einstellung zuletzt gar nur noch etwas Museumsverkehr. Und auch wenn du hier die Museumsbahner kritisierst, die hatten halt ihre Probleme, die Strecke in Betrieb zu halten und gaben vor 20 Jahren auf. Ist ja auch nicht wirklich deren Aufgabe, die Strecke vorzuhalten.

Und nach 80 Jahren mit nur geringem Güterverkehr (ausser 2. Weltkrieg) und gelegentlichen Dampffahrten dürfte da auf jeden Fall eine Kompletterneuerung der Strecke anstehen, wenn man zügigen Personenverkehr im Takt anbieten will.

Wobei das Potential ab der Schweiz Richtung Genf eher überschaubar sein dürfte, wohl nur im Bereich Monthey westwärts im Direktzug nach Genf. Die Strecke unten am See entlang ist zwar kürzer, dafür aber weitgehend eingleisig, der Zug würde meist mit Halt auf allen Bahnhöfen fahren. Via Lausanne geht es hingegen halbstündlich mit Fernverkehr und wenigen Halten, mit höherer Vmax auf meist gut trassierter Strecke. Wirklich schneller ist man via Evian nicht. Für den Lokalverkehr hingegen entlang der Strecke wäre eine Wiederinbetriebnahme natürlich trotzdem sinnvoll.

Gruss

Florian



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:12:31:13:42:10.
Ich denke wenn die Schweiz die Strecke finanziert dann wird auch die Anerkennung des GA durchgesetzt werden. Via Dommodossola gilt es ja auch, ansonsten müßte man ja von Locarno nach Bern ja auch einen irren Umweg fahren.
Man darf aber nicht vergessen dass die Strecke Lausanne-Genf an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt ist und eine Verkehrszunahme nur kaum wird stemmen können. Da könnte sich, aus Richtung Wallis und oberes Rhonetal und in Fahrtrichtung Genf, diese Route durchaus als Alternative anbieten.
Stupor Mundi schrieb:
Ich denke wenn die Schweiz die Strecke finanziert dann wird auch die Anerkennung des GA durchgesetzt werden. Via Dommodossola gilt es ja auch, ansonsten müßte man ja von Locarno nach Bern ja auch einen irren Umweg fahren.
Ob die GA-Anerkennung da durchgesetzt wird, ist die gute Frage. Das GA gilt zwar im Transit via Domodossola und auch ab/bis Domo. Im Internationalen Verkehr jedoch gilt es nur bis Iselle. Die Fahrkarten werden dann auch ab Iselle berechnet.

Handkehrum gilt das GA auch nicht zwischen Basel Bad Bf und Riehen bzw. Basel Bad Bf und Erzingen. Im Binnenverkehr gilt es bis Thayngen, im Internationalen Verkehr gilt es nur bis Schaffhausen.
Ich könnte mir vorstellen, dass das GA dann über die Frz-Strecke sowie zwischen Basel und Erzingen auf deutscher Seite dann gelten wird, wenn da viele Leute da lang fahren, wie z.B. über Domo. Da es aber nur wenige Leute sind, wird es da wohl nicht anerkannt.

Herzliche Grüsse
Martin
Auf dem Basler Tram bis Weil waren es viele Leute und deswegen gilt es jetzt da nicht mehr... ;-))

MfG

"Weiss jemand ob DR Kesselwagen auch durch die BRD gefahren sind. Von Güterwagen weiss ich, dass sie auch in der BRD unterwegs waren, aber Kesselwagen ?"
Aus: [www.stummiforum.de]
(:-O???)
meine aktuelle Hymne: [www.youtube.com]

Re: [CH][FR] Neue Perspektive für die Ligne du Tonkin?

geschrieben von: Ae4/7

Datum: 01.01.19 10:49

Ja, diese Strecke hätte wohl ausschiesslich eine wichtige Rolle für den Grenzarbeiterverkehr (Chemie-Gebiet Monthey). Die Strasse am See ist hoffnungslos überlastet und die rollende Stinkerei startet langsam an den Nerven der Einwohner zwischen Evian und Bouveret zu zerren.

Im Fernverkehr bzw. internationalen Verkehr wird diese Strecke nie eine wichtige Rolle spielen bzw. hat diese nie erfüllt. Viele Pendler, die täglich zwischen Wallis und Genève reisen, gibt es auch nicht. Im Güterverkehr sehe ich auch keine wichtige Funktion für diese Verbindung.

Die nahe Zukunft wird jetzt zeigen, wie es endlich mit dieser Strecke weitergeht. In keinem Fall soll man aber von Fernzügen und langen Güterzügen träumen...

VG von Alex (der am neuen Güterbahnhof in Monthey gerade arbeitet).

Meine Bahnwelt :

[www.flickr.com]
Ae4/7 schrieb:
Ja, diese Strecke hätte wohl ausschiesslich eine wichtige Rolle für den Grenzarbeiterverkehr (Chemie-Gebiet Monthey). Die Strasse am See ist hoffnungslos überlastet und die rollende Stinkerei startet langsam an den Nerven der Einwohner zwischen Evian und Bouveret zu zerren.

Im Fernverkehr bzw. internationalen Verkehr wird diese Strecke nie eine wichtige Rolle spielen bzw. hat diese nie erfüllt. Viele Pendler, die täglich zwischen Wallis und Genève reisen, gibt es auch nicht. Im Güterverkehr sehe ich auch keine wichtige Funktion für diese Verbindung.

Die nahe Zukunft wird jetzt zeigen, wie es endlich mit dieser Strecke weitergeht. In keinem Fall soll man aber von Fernzügen und langen Güterzügen träumen...

VG von Alex (der am neuen Güterbahnhof in Monthey gerade arbeitet).
Also, die Strecke dürfte im Grenzarbeiterverkehr und im Tourismus eine Rolle spielen. Aber im Chemie-Gebiet von Monthey könnte sie auch eine Zubringerfunktion im Güterverkehr gewährleisten, Voraussetzung die Güterbahnen sind bereit dort lang zu fahren, und es werden entsprechende Kapazitäten auch bereitgestellt. Ausserdem könnte sie noch als Umleiterstrecke dienen.

Herzliche Grüsse, und gesegnetes neues Nein äh Ja(hr).
Martin
weineggbahn schrieb:
... und mit einer Walliserin ab Mitte nächster Woche im Bundesrat, wird dieses Projekt auf der Prioritätenliste sicher weiter nach oben gesetzt. Egal, ob die Kosten-Nutzenrechnung dieses Projekt rechtfertigt, oder eben auch nicht...

Hab‘ mich übrigens schon gefragt, ob wir uns jetzt über die Finanzierung des Grimseltunnels Gedanken machen müssen, oder ob die Walliser nun endlich ihre Olympischen Spiele bekommen werden? ;-)

beste Grüsse, =weineggbahn=
Die Walliserin wird mit dem VBS zu Genüge zu tun haben, als dass sie sich auch noch darum kümmern kann. Und Frau Sommarugga als neue UVEK-Vorsteherin wird sich von ihrer neuen Kollegin nicht sagen lassen, was sie tun hat.

Stupor Mundi schrieb:
Zitat:
Ich denke wenn die Schweiz die Strecke finanziert dann wird auch die Anerkennung des GA durchgesetzt werden. Via Dommodossola gilt es ja auch, ansonsten müßte man ja von Locarno nach Bern ja auch einen irren Umweg fahren.
Ich sehe nicht ein, weshalb die Schweiz den Aufbau einer Strecke auf französischem Boden komplett selber finanzieren soll. Die Finanzierung sollte zwischen den beiden Ländern aufgeteilt werden, mi dem grösseren Anteil an Frankreich. Und die erfoderlichen Mitfinanzierung von Frankreich dürfte auch das grösste Problem sein...

Re: [CH][FR] Neue Perspektive für die Ligne du Tonkin?

geschrieben von: Railfan

Datum: 01.01.19 18:44

Ich sehe auch keine grosse Zukunft für die Strecke.

Vergessen wir hier, dass durch die CEVA, die neue Durchmesserlinie Frankreich - Schweiz, in Genf dann ganz andere Zugverbindungen im Grenzgebiet möglich werden. Die CEVA wird im Dezember 2019 eröffnet und ermöglicht total bessere Verbindungen von der Schweiz auf die 3 Hauptäste in Frankreich. Neben den S-Bahnen sollen auch Schnellzüge ab schweizerischen Orten nach Frankreich verkehren. Möglicherweise könnten auch Züge um den Genfersee herum (Schweiz - Frankreich - Schweiz) ins Wallis verlängert werden. Ob eine grosse Nachfrage dafür besteht, kann ich nicht beurteilen.

Für die CEVA werden 40 2-System-Triebzüge neu beschafft. 23 sind Flirts der SBB, 17 sind Regiolis der SNCF von Alstom.

Das Ganze ist eine sehr grosse Sache. Ich werde das auf jeden Fall nutzen.

[de.wikipedia.org]



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.01.19 18:53.

Re: [CH][FR] Neue Perspektive für die Ligne du Tonkin?

geschrieben von: 44 115

Datum: 01.01.19 22:21

Hallo,
jetzt muss ganz schnell die Nachfrage sondiert werden.Wie so oft kommen die Benutzer,weil
eine Strecke angeboten wird.Die Ceva befördert bald bis Evian,es geht also"nur"um den Ausbau Evian-St.Maurice.
Und dann wird es mit einmal Umsteigen für Viele interessant:viele Walliser,die in Genf arbeiten ;französische Grenzgänger,
die im Wallis oder bis Lausanne arbeiten.Nicht zu vergessen,die kürzere Verbindung Genf-Wallis für die Anderen(z.B.Skifahrer).
Kommt hinzu,dass das dritte Gleis"obenrum"noch lange nicht in fertig sein wird.
Sehe da durchaus Potential!
Viele Grüsse
Olaf
44 115 schrieb:
Hallo,
jetzt muss ganz schnell die Nachfrage sondiert werden.Wie so oft kommen die Benutzer,weil
eine Strecke angeboten wird.Die Ceva befördert bald bis Evian,es geht also"nur"um den Ausbau Evian-St.Maurice.
Und dann wird es mit einmal Umsteigen für Viele interessant:viele Walliser,die in Genf arbeiten ;französische Grenzgänger,
die im Wallis oder bis Lausanne arbeiten.Nicht zu vergessen,die kürzere Verbindung Genf-Wallis für die Anderen(z.B.Skifahrer).
Kommt hinzu,dass das dritte Gleis"obenrum"noch lange nicht in fertig sein wird.
Sehe da durchaus Potential!
Die Strecke auf der Südseite ist nur ca. 12 km oder ca. 10 % kürzer. 10 % schneller wird man wegen weitgehend eingleisiger Strecke und der etwas schlechteren Trassierung aber trotzdem sicher nicht sein, und dazu wird es einen echten Schnellzug auf der Südseite nicht geben. Da ist zu bezweifeln, dass man z.B. ab Sion überhaupt schneller wäre als bereits heute via Lausanne. Je nach Ziel in Genf spart eine besser erreichebare Haltestelle via Süden allerdings noch etwas. Auf solche Distanz ist das Pendleraufkommen gering (reine Zug-Fahrzeit deutlich über eine Stunde und Weg zum/vom Bahnhof noch obendrauf).
Von daher liegt das Potential in meinen Augen weitgehend nur in den Orten entlang der Strecke, also nur für Start und/oder Ziel zwischen St-Maurice und Genf.
Da ist sicher Poential vorhanden, aber etwas vorsichtig muss man das schon betrachten.

Ein nenneswerte Entlastung oder gar eine Alternative zu einem Ausbau zwischen Lausanne und Genf ist das nicht. Weniger Züge wird es zwischen Lausanne und Genf auch mit Zugverkehr auf der Südseite nicht geben und wirklich spürbarer leerer würde es in den Zügen auch nicht, dafür ist dar Anteil der potentiellen Reisenden am riesigen Gesamtaufkommen zwischen Lausanne und Genf zu gering. Der grösste Teil möglicher Reisender auf der Südseite sitzt heute wohl im Auto, nicht im Zug.

Einzige betriebliche Entlastung via Lausanne könnte der ein oder andere Güterzug sein. Nenneswert viele sind das aber auch nicht, wenn sie überhaupt diesen Weg nehmen würden (Anzahl und Länge der Kreuzungsgleise). Und wegen der Anwohner entlang der Strecke sollte man auch nicht zuviel möglichen Güterverkehr herbeireden.

Gruss

Florian



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.01.19 23:41.
Florian Ziese schrieb:
Die Strecke auf der Südseite ist nur ca. 12 km oder ca. 10 % kürzer. 10 % schneller wird man wegen weitgehend eingleisiger Strecke und der etwas schlechteren Trassierung aber trotzdem sicher nicht sein, und dazu wird es einen echten Schnellzug auf der Südseite nicht geben. Da ist zu bezweifeln, dass man z.B. ab Sion überhaupt schneller wäre als bereits heute via Lausanne. Je nach Ziel in Genf spart eine besser erreichebare Haltestelle via Süden allerdings noch etwas. Auf solche Distanz ist das Pendleraufkommen gering (reine Zug-Fahrzeit deutlich über eine Stunde und Weg zum/vom Bahnhof noch obendrauf).
Von daher liegt das Potential in meinen Augen weitgehend nur in den Orten entlang der Strecke, also nur für Start und/oder Ziel zwischen St-Maurice und Genf.
Da ist sicher Poential vorhanden, aber etwas vorsichtig muss man das schon betrachten.

Ein nenneswerte Entlastung oder gar eine Alternative zu einem Ausbau zwischen Lausanne und Genf ist das nicht. Weniger Züge wird es zwischen Lausanne und Genf auch mit Zugverkehr auf der Südseite nicht geben und wirklich spürbarer leerer würde es in den Zügen auch nicht, dafür ist dar Anteil der potentiellen Reisenden am riesigen Gesamtaufkommen zwischen Lausanne und Genf zu gering. Der grösste Teil möglicher Reisender auf der Südseite sitzt heute wohl im Auto, nicht im Zug.

Einzige betriebliche Entlastung via Lausanne könnte der ein oder andere Güterzug sein. Nenneswert viele sind das aber auch nicht, wenn sie überhaupt diesen Weg nehmen würden (Anzahl und Länge der Kreuzungsgleise). Und wegen der Anwohner entlang der Strecke sollte man auch nicht zuviel möglichen Güterverkehr herbeireden.

Gruss

Florian
Also zwischen Lausanne und Genf wird die Südstrecke nichts entlasten können. Sie wird höchstens den einen oder anderen Güterzug aus dem Wallis oder dem Chemie-Werk in Monthey Richtung Frankreich oder umgekehrt ermöglichen. Aber bei einer Störung zwischen Lausanne und Genf könnte vielleicht der EINE ODER ANDERE Güterzug dann dortlang geleitet werden. Den Gesamtgüterverkehr auf der anderen Seeseite kann die Südstrecke unmöglich ausnehmen. Sie kann nur den einen oder anderen Zug abnehmen, viel mehr nicht!

Aber genau, sie könnte den einen oder anderen Güterzug via Lausanne aufnehmen und damit den Lausanner Knoten um den EINEN oder ANDEREN Güterzug entlasten. Mehr definitiv nicht. Dass bei einer Störung in Lausanne die IR über die Südstrecke nach Genf geschickt werden, halte ich für ausgeschlossen.
Andererseits wenn der eine oder andere Güterzug dortlang die Strassen entlastet, ist das schon einmal ein Vorteil. Entlastet die Strecke, wenn auch in geringem Masse, den Lausanner Knoten, dann ist das ein weiterer Vorteil. In Zeiten aber, wo man davon redet, den Verkehr auf die Schiene zu verlagern, muss man dies eben auch durch Streckenaktivierungen und -ausbauten ermöglichen.

Herzliche Grüsse
Martin



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 02.01.19 04:20.

GA auf der Tramlinie 8

geschrieben von: Christof 421

Datum: 02.01.19 09:05

Hallo Matthias,

das wird wohl eher ein Problem des Abzockerverbundes RVL sein. Der anerkennt weder GA noch Halbtaxabo.
Nachdem gesehen wurde, wieviel Personen doch mit der Tram 8 über die Grenze in den Verbund RVL fahren, hat man einfach die Anerkennung des GA aberkannt.
Die kassieren ja selbst noch an der Haltestelle Weil-Friedlingen Zoll, wo das Tram bereits ein Stück auf schweizer Boden hält, noch eine Zone RVL zu 2,50 Euro für die Fahrt nach Basel.
Wenn ich mir vorstelle, das in diesem Riesenverbund Rhein Neckar eine Monatskarte um die 60.-- Euro kostet und der nur den Landkreis Lörrach umfassende Verbund RVL praktisch das Gleiche für die Monatskarte verlangt.

Eigentlich sollte dieser Verbund schleunigst aufgelöst und die Geschäftsführer abgesetzt werden.

Gruss aus ebendiesem RVL-Verbund
Christof 421

Re: GA auf der Tramlinie 8

geschrieben von: DaniMB

Datum: 02.01.19 10:01

Als ob der RVL der einzige ist, der überall noch etwas abzuzwacken versucht. Oder wie ist es sonst zu erkären, dass Lörrach – Schliengen via Basel Bad noch 4,10 kostet, eine resp. zwei Stationen mehr (Auggen, Müllheim) dann aber aufgrund der "harten" Zonengrenze RVL / RFV 8,70?

Ganz zu schweigen davon, dass der "liebe" TNW ab Mitte Jahr zwischen Basel und EAP eine neue, "leere" Zone 14 reinbastelt und berechnet.

Solche Schlaumeiereien gibt es auch südlich des Hochrheins, und es betrifft fast immer Zonengrenzen und kreatives Gebastel, um den Einzelfahrern doch noch zwei, drei Franken mehr aus der Tasche zu ziehen. Beim Pendler mit Jahreskarte sind es im Kanton Zürich dann schnell mal 350 Franken mehr...

Re: GA auf der Tramlinie 8

geschrieben von: Wrzlbrnft.

Datum: 02.01.19 11:23

Christof 421 schrieb:
Die kassieren ja selbst noch an der Haltestelle Weil-Friedlingen Zoll, wo das Tram bereits ein Stück auf schweizer Boden hält, noch eine Zone RVL zu 2,50 Euro für die Fahrt nach Basel.

Ist das so? Gemäss Liniennetzplan liegt die Haltestelle auf der Zonengrenze: [www.bvb.ch] .

(sorry fürs OT)

Haltestelle Weil-Friedlingen Zoll

geschrieben von: Christof 421

Datum: 02.01.19 11:33

Hallo Wrzlbrnft,

bin vor einigen Tagen der Landesgrenze entlang an diese Haltestelle gelaufen und wollte dann von dort via Basel SBB oder auch Basel Bad nach Lörrach zurückfahren.
Als ehrlicher Mensch wollte ich mir an eben diesem Automat beim Stempeltempel eine Fahrkarte nach Lörrach kaufen.
Das waren bis anhind 2 Zonen von Basel nach Lörrach.
Der Automat zeigt mir aber nur 1 Zone an, obwohl ich Suche nach Ortschaften und dann Lörrach eingegeben habe. Und selbst wenn ich über Weil Ost oder mit der S5 gefahren wäre, wären es ja 2 Zonen RVL.
Leider hatte ich keine Zeit und Lust, weiter auf dem Automaten rumzudrücken.
Jedenfalls bin ich erst mal schwarz nach Kleinhüningen im TNW gefahren, habe dann dort eine Fahrkarte nach Lörrach gekauft.
Und siehe da, dieser Automat konnte mir ein 2 Zonen Billet mit HTA-Ermässigung zu 3,60 sfrs verkaufen.

Eine Antwort ist mir der TNW und auch der RVL bis heute schuldig.

Gruss aus Südbaden
Christof 421

Re: GA auf der Tramlinie 8

geschrieben von: Weltreisender

Datum: 02.01.19 14:57

Christof 421 schrieb:
Hallo Matthias,

das wird wohl eher ein Problem des Abzockerverbundes RVL sein. Der anerkennt weder GA noch Halbtaxabo.
Nachdem gesehen wurde, wieviel Personen doch mit der Tram 8 über die Grenze in den Verbund RVL fahren, hat man einfach die Anerkennung des GA aberkannt.
Die kassieren ja selbst noch an der Haltestelle Weil-Friedlingen Zoll, wo das Tram bereits ein Stück auf schweizer Boden hält, noch eine Zone RVL zu 2,50 Euro für die Fahrt nach Basel.
Wenn ich mir vorstelle, das in diesem Riesenverbund Rhein Neckar eine Monatskarte um die 60.-- Euro kostet und der nur den Landkreis Lörrach umfassende Verbund RVL praktisch das Gleiche für die Monatskarte verlangt.

Eigentlich sollte dieser Verbund schleunigst aufgelöst und die Geschäftsführer abgesetzt werden.

Gruss aus ebendiesem RVL-Verbund
Christof 421
Ich bezweifle, dass das der ach so böse RVL ist. Ich glaube stattdessen eher, dass die Kreispolitik da einen Kostenrahmen festlegt, den sie zu zahlen bereit ist, andererseits hat sie auch Einfluss auf die Fahrpreisgestaltung. Der RVL legt die Preise zwar fest, muss sie aber vom Landkreis und den Gemeinden absegnen lassen. Anhang davon wird dann nämlich auch kalkuliert, wieviel Abgeltungen bzw. Bestellerentgelte nötig sind.

In Berlin da hat einerseits die BVG jedes Jahr mehr Einnahmen haben wollen, andererseits hat die Politik selber festgelegt, wann um wieviel die Preise steigen sollen.

Herzliche Grüsse
Martin

Re: [CH][FR] Neue Perspektive für die Ligne du Tonkin?

geschrieben von: rabe 520

Datum: 03.01.19 20:25

Weltreisender schrieb:
Handkehrum gilt das GA auch nicht zwischen Basel Bad Bf und Riehen

Die Zeiten sind vorbei. Die Bahnhaltestelle Riehen ist explizit in der TNW-Zone 10 erwähnt und auch auf der Übersichtskarte ist Riehen dabei, jedoch bei SBB GmbH nicht erwähnt...
rabe 520 schrieb:
Weltreisender schrieb:
Handkehrum gilt das GA auch nicht zwischen Basel Bad Bf und Riehen

Die Zeiten sind vorbei. Die Bahnhaltestelle Riehen ist explizit in der TNW-Zone 10 erwähnt und auch auf der Übersichtskarte ist Riehen dabei, jedoch bei SBB GmbH nicht erwähnt...
Ja, stimmt. Du hast Recht. Aber das ist in der Tat etwas irreführend. Der rote Strich für Bahnstrecke geht bis Riehen, aber unter SBB GmbH ist nur Basel SBB-Basel Bad Bf aufgeführt. Ich hatte zuerst in Erinnerung, dass in den SBB Deutschland Zügen TNW und GA nicht bis Riehen gilt, in den Bussen/Tram der BVB/BLT? hingegen schon? Es ist ja gut, wenn das GA in beiden gilt. Bei Singen ist es ja auch etwas speziell. GA und TK gelten im Bus bis Singen, im Zug aber nur die Schaffhausen/Thayngen. Hier wäre auch eine Vereinheitlung wünschenswert. Aber das könnte daran scheitern, dass da auf D-Seite die Gemeinden nicht mitspielen, bzw. der Bus bis Singen ist evtl. ein Schweizer Bus, die Bahn wird hingegen operativ zwar von der DB betrieben, auch wenn die EC-Züge Schweizer Züge sind. Aber das ist ja nur eine Frage der Abmachungen. Aber zumindest beim Zugpersonal gab es ja zumindest bis vor Kurzem noch einen Kuhhandel, dass das DB-Personal bis Zürich durchfährt und das SBB-Personal bis Stuttgart. Ich weiss nicht, ob das immer noch der Fall ist.

Herzliche Grüsse
Martin

Re: [CH][FR] Neue Perspektive für die Ligne du Tonkin?

geschrieben von: leofink

Datum: 04.01.19 08:30

Stupor Mundi schrieb:
Ich denke wenn die Schweiz die Strecke finanziert dann wird auch die Anerkennung des GA durchgesetzt werden. Via Dommodossola gilt es ja auch, ansonsten müßte man ja von Locarno nach Bern ja auch einen irren Umweg fahren.
Ein kleiner Unterschied besteht aber:
[www.admin.ch]
Die Simplonlinie, bis Domo gehörte der Jura Simplonbahn, und heute dem Nachfolger SBB
Art 3 und 4 !
Die Tonkin Restlinie aber der SNCF!
Gruss leo

Re: GA auf der Tramlinie 8

geschrieben von: leofink

Datum: 04.01.19 08:41

Wrzlbrnft. schrieb:
Christof 421 schrieb:
Die kassieren ja selbst noch an der Haltestelle Weil-Friedlingen Zoll, wo das Tram bereits ein Stück auf schweizer Boden hält, noch eine Zone RVL zu 2,50 Euro für die Fahrt nach Basel.
Ist das so? Gemäss Liniennetzplan liegt die Haltestelle auf der Zonengrenze: [www.bvb.ch] .

(sorry fürs OT)
Bei der Eröffnung wurde das irgendwo gesagt:
Das Tram von Weil in die Schweiz hält an der Grenze so, dass die erste Tür in der Schweiz liegt. Damit gilt das ganze Tram zolltechnisch als Schweizer Gebiet.
Gruss Leo
leofink schrieb:
Stupor Mundi schrieb:
Ich denke wenn die Schweiz die Strecke finanziert dann wird auch die Anerkennung des GA durchgesetzt werden. Via Dommodossola gilt es ja auch, ansonsten müßte man ja von Locarno nach Bern ja auch einen irren Umweg fahren.
Ein kleiner Unterschied besteht aber:
[www.admin.ch]
Die Simplonlinie, bis Domo gehörte der Jura Simplonbahn, und heute dem Nachfolger SBB
Art 3 und 4 !
Die Tonkin Restlinie aber der SNCF!
Gruss leo

Das GA ist ja vor allem auf der gesamten Centovallibahn und damit auch auf dem zur italienischen SSIF gehörigen Teil gültig. Hier gibt es entsprechende Vereinbarungen, welche auch mit der SNCF getroffen werden könnten.
Ein gewisses Potenzial hätte die Strecke aus meiner Sicht durchaus, würde man mit 2-System-Fahrzeugen z.B. eine schnelle RE-Verbindung Genève - Evian-les-Bains - Martigny - Sion anbieten. Auch wäre sie eine willkommene Alternative bei Unterbrüchen am Genfersee. Heute wird einfach der gesamte Verkehr ersatzlos eingestellt, da das immense Reiseaufkommen schlicht nicht mehr mit Bussen bewältigt werden kann.


Zum thematischen Abstecher nach Basel: Ja, von der Aussage mit der Tramspitze auf CH-Gebiet weiß ich und kenne die Haltestelle auch vor Ort. Tariflich entsinne ich mich aber, dass die Haltestelle direkt auf der Zonengrenze liegt, somit also auch GA & Co. ab dort gültig sind. Beim früheren SWEG-Bus war dies tatsächlich noch anders.
@Weltreisender: Schweizer Fahrscheine gelten schon seit Jahren auch für die Bahnfahrt nach Riehen. Ebenso nach Basel St. Johann (Strecke Richtung Mulhouse). Riehen und Riehen Niederholz sind unterdessen nicht nur deutsche sondern auch vollwertige CH-Tarifpunkte.
leofink schrieb:
Stupor Mundi schrieb:
Ich denke wenn die Schweiz die Strecke finanziert dann wird auch die Anerkennung des GA durchgesetzt werden. Via Dommodossola gilt es ja auch, ansonsten müßte man ja von Locarno nach Bern ja auch einen irren Umweg fahren.
Ein kleiner Unterschied besteht aber:
[www.admin.ch]
Die Simplonlinie, bis Domo gehörte der Jura Simplonbahn, und heute dem Nachfolger SBB
Art 3 und 4 !
Die Tonkin Restlinie aber der SNCF!
Nein, die Simplonlinie bis Domodossola gehörte nie der SBB, der Abschnitt Iselle-Domo ist FS/trenitalia. Steht auch so in den von dir erwähnten Artikeln 3 und 4.

Die Tarifgrenze im internationalen Verkehr liegt folgereichtig auch NICHT in Domodossola. Der Schweizer Tarif gilt nur zusätzlich für Transitfahrten ins Centovalli oder für Fahrten bis maximal Domodossola.
Also vergleichbar Schaffhausen, für Fahrten nach Deutschland ist dort Tarifgrenze, für Fahrten aus der Schweiz nach Thayngen oder Erzingen gilt zusätzlich auch CH-Tarif.

Das ganze ist jeweils von den getroffenen Regelungen abhängig. Oft regeln in diesen Fällen Staatsverträge oder deren sinngemässe Anwendung die Tarif-Gültigkeit. Zum Beispiel auch beim Bus nach Singen, das war eine SBB-Strecke mit SBB-Tarif, weswegen auch der Bus als Ersatzverbindung weiterhin im CH-Tarif ist. Via Thayngen galt der CH-Tarif hingegen nie nach Singen und tut es deswegen auch heute nicht.

Regeln liesse sich das heute natürlich genauso durch neue Vereinbarungen. Die Verhandlungen an sich wären vermutlich schon nicht so einfach, aber ein Hauptproblem dürfte das Geld sein. Um die Gültigkeit des CH-Tarifs im Ausland zu ermöglichen, muss diese Gültigkeit natürlich durch Ausgleichszahlungen aus dem GA-/Halbtax-Topf finanziert werden. Das heisst, entweder man erhöhte die Preise für GA/Halbtax leicht oder alle Bahn-/Bus-/Seilbahnunternehmen etc. bekämen etwas weniger als heute. Mit genügend Einsatz bekommt man sicher so etwas durchgeboxt, aber wenn niemand wirklich den Kampf dafür aufnehmen will, dann gibt es keine Geld und damit keine Tarifanerkennung.
Die ganzen bestehenden Regeln mit Gültigkeit ins Ausland sind Uralt-Regelungen, die sind seit 100 Jahren so und die Finanzierung ist quasi Gewohnheit an der niemand etwas ändern will, bzw. wegen Staatsvertägen oft auch nicht könnte.

In Basel mit dem Tram über die Grenze war es meiner Erinnerung nach wohl ählich, wirklich finanziell geregelt war die Gültigkeit des GA nicht, man wollte die paar GA-Fahrer einfach aus den sowieso fliessenden GA-Einnahmen für die CH-Seite bezahlen (zumal zur Teilkompensation zusätzliche Fahrten im CH-Abschnitt auch zusätliche Gelder aus dem GA-Topf gebracht hätten). Es fuhren dann aber viel mehr GA-Nutzer als erwartet und rissen so ein deutlich grösseres Loch in die Kasse als eingeplant, so dass die Anerkennung deswegen beendet wurde.

Gruss

Florian



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.01.19 13:18.

Re: [CH][FR] Neue Perspektive für die Ligne du Tonkin?

geschrieben von: bollisee

Datum: 04.01.19 22:37

Weltreisender schrieb:
Also, die Strecke dürfte im Grenzarbeiterverkehr und im Tourismus eine Rolle spielen. Aber im Chemie-Gebiet von Monthey könnte sie auch eine Zubringerfunktion im Güterverkehr gewährleisten, Voraussetzung die Güterbahnen sind bereit dort lang zu fahren, und es werden entsprechende Kapazitäten auch bereitgestellt. Ausserdem könnte sie noch als Umleiterstrecke dienen.
Frankreich und Güterverkehr?!? Wenn das schon reichlich komisch erscheint, Frankreich und Umleiterverkehr?!?!?!? Wie war das noch mal mit Rastatt? Dieser Schock sitzt in der Schweiz immer noch tief und manifestiert sich noch immer an der Werbelok Rastattless... Aber ganz ehrlich, wie viele Güterzüge wurden damals durch Frankreich umgeleitet? Zwischen Basel und Mühlhausen lief nicht mehr als die üblichen Alibigüterzüge alle paar Stunden, selbst nach einem Monat Vorlaufzeit... Man konnte nicht und man wollte nicht. Da waren die lächerlichen paar Umleitungen über Gäubahn/obere Neckartalbahn und die ausweichstellenkastrierte Bodenseegürtelbahn schon ein massiver Zugverkehr dagegen. Ob es irgendwelchen nennenswerten Zugverkehr über Frasne oder Genf gab? Das müssen allerdings andere Leute bewerten.
Wrzlbrnft. schrieb:
Zitat:
Zum thematischen Abstecher nach Basel: Ja, von der Aussage mit der Tramspitze auf CH-Gebiet weiß ich und kenne die Haltestelle auch vor Ort. Tariflich entsinne ich mich aber, dass die Haltestelle direkt auf der Zonengrenze liegt, somit also auch GA & Co. ab dort gültig sind. Beim früheren SWEG-Bus war dies tatsächlich noch anders.
@Weltreisender: Schweizer Fahrscheine gelten schon seit Jahren auch für die Bahnfahrt nach Riehen. Ebenso nach Basel St. Johann (Strecke Richtung Mulhouse). Riehen und Riehen Niederholz sind unterdessen nicht nur deutsche sondern auch vollwertige CH-Tarifpunkte.
Aha. Danke für die Info. Dass das GA bis Basel-St Johann gültig ist, habe ich nicht anders erwartet. Das ist ja die erste Station nach Basel SBB/Bâle SNCF. Da hätte ich schon erwartet, dass es bis dahin gültig ist, auch wenn im int. Verkehr der SNCF-Tarif bereits in Basel SBB beginnt. Aber das ist ja mit Domo und Iselle sowie Schaffhausen und Thayngen nicht anders.

Herzliche Grüsse
Martin
Florian Ziese schrieb:
Nein, die Simplonlinie bis Domodossola gehörte nie der SBB, der Abschnitt Iselle-Domo ist FS/trenitalia. Steht auch so in den von dir erwähnten Artikeln 3 und 4.

Die Tarifgrenze im internationalen Verkehr liegt folgereichtig auch NICHT in Domodossola. Der Schweizer Tarif gilt nur zusätzlich für Transitfahrten ins Centovalli oder für Fahrten bis maximal Domodossola.
Also vergleichbar Schaffhausen, für Fahrten nach Deutschland ist dort Tarifgrenze, für Fahrten aus der Schweiz nach Thayngen oder Erzingen gilt zusätzlich auch CH-Tarif.

Das ganze ist jeweils von den getroffenen Regelungen abhängig. Oft regeln in diesen Fällen Staatsverträge oder deren sinngemässe Anwendung die Tarif-Gültigkeit. Zum Beispiel auch beim Bus nach Singen, das war eine SBB-Strecke mit SBB-Tarif, weswegen auch der Bus als Ersatzverbindung weiterhin im CH-Tarif ist. Via Thayngen galt der CH-Tarif hingegen nie nach Singen und tut es deswegen auch heute nicht.

Regeln liesse sich das heute natürlich genauso durch neue Vereinbarungen. Die Verhandlungen an sich wären vermutlich schon nicht so einfach, aber ein Hauptproblem dürfte das Geld sein. Um die Gültigkeit des CH-Tarifs im Ausland zu ermöglichen, muss diese Gültigkeit natürlich durch Ausgleichszahlungen aus dem GA-/Halbtax-Topf finanziert werden. Das heisst, entweder man erhöhte die Preise für GA/Halbtax leicht oder alle Bahn-/Bus-/Seilbahnunternehmen etc. bekämen etwas weniger als heute. Mit genügend Einsatz bekommt man sicher so etwas durchgeboxt, aber wenn niemand wirklich den Kampf dafür aufnehmen will, dann gibt es keine Geld und damit keine Tarifanerkennung.
Die ganzen bestehenden Regeln mit Gültigkeit ins Ausland sind Uralt-Regelungen, die sind seit 100 Jahren so und die Finanzierung ist quasi Gewohnheit an der niemand etwas ändern will, bzw. wegen Staatsvertägen oft auch nicht könnte.

In Basel mit dem Tram über die Grenze war es meiner Erinnerung nach wohl ählich, wirklich finanziell geregelt war die Gültigkeit des GA nicht, man wollte die paar GA-Fahrer einfach aus den sowieso fliessenden GA-Einnahmen für die CH-Seite bezahlen (zumal zur Teilkompensation zusätzliche Fahrten im CH-Abschnitt auch zusätliche Gelder aus dem GA-Topf gebracht hätten). Es fuhren dann aber viel mehr GA-Nutzer als erwartet und rissen so ein deutlich grösseres Loch in die Kasse als eingeplant, so dass die Anerkennung deswegen beendet wurde.

Gruss

Florian
Danke Florian für Deine Ausführungen. Ja, eine Erweiterung des GA-Geltungsbereich bis Singen über auf der Südstrecke des Genfersee müsste aus dem GA/HTA-Topf bezahlt werden. Andererseits ist zumindest die Erweiterung bis Singen noch ein relativ kleiner Zopf mit wenigen Kilometern, der vielleicht noch so gestemmt werden könnte. Genfersee-Südseite sind schon mehr KM, wenn auch die KM-Preise im Personenverkehr in F im Vergleich zu CH doch auch noch relativ niedrig sind. Da denke ich mal ist die Aufnahme der MGB sowie der Rigibahn doch denke ich schon ein bedeutend grösserer Zopf.
Dann ist ja auch noch die spannende Frage bzgl. GA-Anerkennung auf einigen Bergbahnen, nachdem doch Stanserhorn, Brunni und Stockhorn plötzlich beim SwissTravelPass mitmachten und daraufhin grössere Bahnen wie z.B. die Jungfraubahn dann auch mit reinwollen aber zu doch bedeutend höheren Beträgen aus dem SwissTravelPass-Topf und dann irgendein Abgeordneter sich dann dieser Sache annahm und in meinen Augen mit Recht sagte, wenn das beim SwissTravelPass mit drin ist, muss es im GA auch mit drin sein.

Warten wir es ab.
Herzliche Grüsse
Martin
bollisee schrieb:
Frankreich und Güterverkehr?!? Wenn das schon reichlich komisch erscheint, Frankreich und Umleiterverkehr?!?!?!? Wie war das noch mal mit Rastatt? Dieser Schock sitzt in der Schweiz immer noch tief und manifestiert sich noch immer an der Werbelok Rastattless... Aber ganz ehrlich, wie viele Güterzüge wurden damals durch Frankreich umgeleitet? Zwischen Basel und Mühlhausen lief nicht mehr als die üblichen Alibigüterzüge alle paar Stunden, selbst nach einem Monat Vorlaufzeit... Man konnte nicht und man wollte nicht. Da waren die lächerlichen paar Umleitungen über Gäubahn/obere Neckartalbahn und die ausweichstellenkastrierte Bodenseegürtelbahn schon ein massiver Zugverkehr dagegen. Ob es irgendwelchen nennenswerten Zugverkehr über Frasne oder Genf gab? Das müssen allerdings andere Leute bewerten.
Also, etwas soll durchaus über F gelaufen sein. Wie viel das aber war, weiss ich natürlich nicht. Hier war das Problem, dass es da noch ein Stück über eine nichtelektrifizierte Nebenbahn ging über Wissembourg/Wissenburg oder Lauterbourg/Lauterburg. Dazu brauchte es nicht nur Frankreichfähige Loks, auch noch Dieselloks, welche dann in Lauterburg oder Wissenburg gegen eine deutsche V-Lok getauscht werden musste und dann wenig später wieder gegen eine E-Lok. Dass das relativ aufwändig ist, liegt auf der Hand. Dann ist ja noch die Frage, wer dann in Lauterburg und/oder Wissenburg die Bremsprobe macht. Dass dort Rangierer/Wagenmeister anwesend sind, wage ich doch zu bezweifeln. Hinzukommt noch, dass zwischen Müllhausen/Mulhouse und Strasburg/Strasbourg es evtl. auch Probleme mit den Trassen gegeben haben kann. Da ja dort doch eine relativ grosse Zugdichte besteht.

Herzliche Grüsse
Martin
Weltreisender schrieb:
Also, etwas soll durchaus über F gelaufen sein. Wie viel das aber war, weiss ich natürlich nicht. Hier war das Problem, dass es da noch ein Stück über eine nichtelektrifizierte Nebenbahn ging über Wissembourg/Wissenburg oder Lauterbourg/Lauterburg. Dazu brauchte es nicht nur Frankreichfähige Loks, auch noch Dieselloks, welche dann in Lauterburg oder Wissenburg gegen eine deutsche V-Lok getauscht werden musste und dann wenig später wieder gegen eine E-Lok. Dass das relativ aufwändig ist, liegt auf der Hand. Dann ist ja noch die Frage, wer dann in Lauterburg und/oder Wissenburg die Bremsprobe macht. Dass dort Rangierer/Wagenmeister anwesend sind, wage ich doch zu bezweifeln. Hinzukommt noch, dass zwischen Müllhausen/Mulhouse und Strasburg/Strasbourg es evtl. auch Probleme mit den Trassen gegeben haben kann. Da ja dort doch eine relativ grosse Zugdichte besteht.

Herzliche Grüsse
Martin

In Lauterbourg gab es bei den Rastatt-Umleitern keinen Lokwechsel. Der erfolgte in Wörth, wo ohnehin von V- auf E-Traktion umgespannt werden musste. Das Problem war eher die fehlende Streckenkunde der Lokführer, weshalb Lotsen erforderlich waren.

Gruß
Paul
Kees Eurotravel schrieb:
Ende 2018 wurde ein entscheidender Schritt zur Wiedereröffnung des Abschnitts Saint-Gingolph - Evian der Tonkin-Linie getan. Die Eidgenossenschaft wird ihre Wiedereröffnung prüfen und 100 Millionen Franken auf den Tisch legen. Mehr dazu:
[france3-regions.francetvinfo.fr]
Hallo!

Danke für die interessante Info und den Link. Der Lückenschluss wäre sicher nicht nur für die Bewohner der kleineren Orte sinnvoll, sondern auch für den Tourismus. Ich habe mir die Strecke mal auf google maps angeschaut und komme zu folgenden Erkenntnissen bzw. Schlussfolgerungen:

Die Strecke verläuft überwiegend direkt durch die kleinen Orte. Das ist eigentlich eine gute Voraussetzung für eine Reaktivierung. In der heutigen Zeit wird die Infrastrukturplanung aber nicht mehr von der Politik bzw. den zuständigen Ministerien bestimmt, sondern von den Anwohnern und den Tierchen, die sich auf den Trassen eingenistet haben. Außerdem wird die Immobilien-Lobby ihren Einfluss geltend machen, da niemand ein Haus bzw. Grundstück an einer Bahnlinie kauft bzw. dort ein Hotel errichten bzw. ein Zimmer mieten wird.
Fazit: Frankreich wird diese Strecke nie reaktivieren, und zwar auch dann nicht, wenn sie zu 100% von der Schweiz finanziert würde.

Gruß
Paul
cargofuzzy schrieb:
In Lauterbourg gab es bei den Rastatt-Umleitern keinen Lokwechsel. Der erfolgte in Wörth, wo ohnehin von V- auf E-Traktion umgespannt werden musste. Das Problem war eher die fehlende Streckenkunde der Lokführer, weshalb Lotsen erforderlich waren.

Gruß
Paul
Ah, wenn man da so problemlos durchfahren konnte, ist das natürlich noch besser. Aber das Problem mit der Streckenkunde und dem erforderlichen Lotsen leuchtet natürlich ein.
Danke für die Info.

Herzliche Grüsse
Martin
cargofuzzy schrieb:
Hallo!

Danke für die interessante Info und den Link. Der Lückenschluss wäre sicher nicht nur für die Bewohner der kleineren Orte sinnvoll, sondern auch für den Tourismus. Ich habe mir die Strecke mal auf google maps angeschaut und komme zu folgenden Erkenntnissen bzw. Schlussfolgerungen:

Die Strecke verläuft überwiegend direkt durch die kleinen Orte. Das ist eigentlich eine gute Voraussetzung für eine Reaktivierung. In der heutigen Zeit wird die Infrastrukturplanung aber nicht mehr von der Politik bzw. den zuständigen Ministerien bestimmt, sondern von den Anwohnern und den Tierchen, die sich auf den Trassen eingenistet haben. Außerdem wird die Immobilien-Lobby ihren Einfluss geltend machen, da niemand ein Haus bzw. Grundstück an einer Bahnlinie kauft bzw. dort ein Hotel errichten bzw. ein Zimmer mieten wird.
Fazit: Frankreich wird diese Strecke nie reaktivieren, und zwar auch dann nicht, wenn sie zu 100% von der Schweiz finanziert würde.

Gruß
Paul
Andererseits habe ich gehört, dass bei öffentlichen Interessen in F längst nicht so lange gefackelt wird, wie in D. Da wird einfach ein Strich auf der Landkarte gehabt und die Anlieger müssen dann weichen. Da geht es dann nur noch darum, wie man sie dann entschädigt. So glaube ich, dass auch bei Reaktivierung die Anwohner dann auch nicht viel machen können. So rigoros die Franzosen oft beim Streik sind, so rigoros ist die Polizei dann auch manchmal in ihrem Vorgehen, habe ich mir sagen lassen.

Herzliche Grüsse
Martin

Re: [CH][FR] Neue Perspektive für die Ligne du Tonkin?

geschrieben von: leofink

Datum: 08.01.19 11:03

oberländer schrieb:
Ich sehe nicht ein, weshalb die Schweiz den Aufbau einer Strecke auf französischem Boden komplett selber finanzieren soll. Die Finanzierung sollte zwischen den beiden Ländern aufgeteilt werden, mi dem grösseren Anteil an Frankreich. Und die erfoderlichen Mitfinanzierung von Frankreich dürfte auch das grösste Problem sein...

Sehe ich nicht so: Im Gegensatz zu einem andern Nachbarland der Schweiz hat sich Frankreich immer schön an der Finanzierung beteiligt und sind innerhalb des Zeitrahmens fertig geworden.
[de.wikipedia.org] Guggsch unter HGV Anschluss.
Weiter gugglsch mal unter CEVA
Oder hier:
[www.grenchnertagblatt.ch]
Es besteht also kein Grund da irgendwo an Frankreich rumzumäkeln.
Gruss Leo
leofink schrieb:
Sehe ich nicht so: Im Gegensatz zu einem andern Nachbarland der Schweiz hat sich Frankreich immer schön an der Finanzierung beteiligt und sind innerhalb des Zeitrahmens fertig geworden.
[de.wikipedia.org] Guggsch unter HGV Anschluss.
Weiter gugglsch mal unter CEVA
Oder hier:
[www.grenchnertagblatt.ch]
Es besteht also kein Grund da irgendwo an Frankreich rumzumäkeln.
Gruss Leo
Da muss ich Leo recht geben: Mit Frankreich mag es auch nicht immer einfach sein, aber zumindest, wenn man sich partnerschaftlich gefunden hat, funktionert es mit der RFF durchaus recht gut. Auch die Umelektrifizierung der Strecke Bellegarde - Genf Cornavin funktionierte einwandfrei, die SNCF bezieht sogar die Energie ihres Streckenabschnittes ab La Plaine vom Unterwerk Verbois gleich am schweizerischen Teil der Strecke gelegen.

Die Einführung der nun doppelspurigen Streckenteils Eaux-Vives - Annemasse der CEVA läuft reibungslos vor sich und dieser Bahnhof wird nun zum Zweispannungsbahnhof. Im Gegensatz zu Genf Cornavin müssen dort keine Isolatoren gewechselt werden, aber eine Fahrspannungsumschaltmöglichkeit muss trotzdem geschaffen werden.
So wie ich die Strecke kenne, kann diese in Zukunft wohl noch mit Trassierungsänderungen "schneller" werden, Doppelspurabschnitte sind möglich. Elektrifiziert ist die Strecke längst. Es ist ja nicht so, dass der Abschnitt Evian - St. Gingolph nie mehr befahren werden konnte, der Museumsbetrieb fand jahrelang statt. Klar, dass man nun einen Totalumbau angehen muss und dadurch auch die Vmax sicherlich erhöhen kann. Es geht nicht darum, schneller in Genf Cornavin zu sein, sondern ab dem Wallis und dem Südufer schneller und einfacher die südlichen Genfer Stadtteile und dessen Umland besser zu erreichen. Die CEVA soll ja die Regionen beidseits der Grenze besser verbinden, den Moloch Strassenverkehr zu minimieren. Wer schon am Grenzposten Moillesulaz die ganztägigen Autokolonnen beidseits der Grenze erleben durfte/musste, wird gerne auf eine S-Bahn umsteigen.
Wenn schon Evian miteinbezogen wird, ist bis Bouveret - Monthey nur noch ein kleiner Sprung.
Dass zugleich eine Umleitungsvariante zum Nordufer geschaffen wird, ist sicher nicht dumm und kann von Nutzen sein.

Lassen wir GA-Berechtigung und gegenseitige Fahrzeugzulassungen mal ausser Acht - alles braucht seine Zeit!

Urs