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 08/02 - Alpenlandforum 

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Montag soll bei der Achenseebahn-Aufsichtsratssitzung die Stilllegung der Bahn Thema sein. Drei Politiker nehmen das Land in die Pflicht


[www.tt.com]

Da wird (zu Recht und endlich) über Kohleausstieg, Luftqualität und CO2 diskutiert, und die Bahnbetreiber dort wollen Subventionen für ein kohlebetriebenes Freizeitverkehrsmittel.

Die Bahn gehört elektrifiziert und als ganz normales öffentliches Verkehrsmittel in den VVT übernommen.
Ich hab mich schon öfter dazu geäußert, aber dieses Anspruchsdenken bei der Achenseebahn ist nur noch zum Kotzen. Es steht dem Land zu, seine Mittelzuweisungen auf Bahnen mit ÖPNV zu beschränken. Natürlich ist das Geld anderswohin geflossen, aber hier aus Sicht der Achenseebahn von "unser Geld" zu sprechen, ist eine Unverschämtheit.

Es ist immer das gleiche: Die Achenseebahn hat kein Konzept und will Geld. Insofern sind auch an der Kritikalität der ausstehenden Arbeiten Zweifel angebracht. Zudem kann man sich wohl kaum "schwarzer Zahlen" rühmen, wenn man nicht mal die Instandhaltung finanzieren kann.

Die Drohung mit Insolvenz dürfte wohl haltlos sein. Andererseits sollte man es vielleicht wirklich drauf ankommen lassen. Man kann als Land die Achenseebahn auch in Konkurs gehen lassen, die Infrastruktur aus der Konkursmasse rauskaufen (sofern die Strecke nicht sowieso an die Gemeinden fällt) und dann konstruktiv an der Umnutzung für ÖPNV arbeiten. Das ist immer noch besser, als sich von der derzeitigen Achenseebahn erpressen zu lassen.
pas auf mit was man sacht die achensee bahn bringt meer geld in die region dan nur die fahrgelder
Wer keinen Plan hat, der erhält auch kein Steuergeld...
r125 schrieb:
Die Bahn gehört elektrifiziert und als ganz normales öffentliches Verkehrsmittel in den VVT übernommen.
Das dürfte auch der Plan der Achenseebahn sein, sonst hätte man die Appenzeller Bahn Triebwagen kaum übernommen.
Man hat wahrscheinlich schon einen Plan, sprich Elektrifizierung. Aber ich bezweifle, dass die Achenseebahn weiss, WIE sie die Elektrifizierung umsetzen und die alten AB-Triebwagen dafür ertüchtigen will. Vielleicht sollte man zuerst diese Hausaufgabe lösen, ehe man die hohle Hand macht...
r125 schrieb:
Da wird (zu Recht und endlich) über Kohleausstieg, Luftqualität und CO2 diskutiert, und die Bahnbetreiber dort wollen Subventionen für ein kohlebetriebenes Freizeitverkehrsmittel.
Ansichtssache. Die Propaganda der Klimaretter hat offenbar bei dir schon ganze Arbeit geleistet. Zwei bessere Bockwurstkessel auf Schienen, die zu dem nicht ganzjährig fahren, abzustellen wird da nicht viel nützen, aber solche medialen Bauernopfer sehen halt gut aus...

MfG

"Weiss jemand ob DR Kesselwagen auch durch die BRD gefahren sind. Von Güterwagen weiss ich, dass sie auch in der BRD unterwegs waren, aber Kesselwagen ?"
Aus: [www.stummiforum.de]
(:-O???)
meine aktuelle Hymne: [www.youtube.com]
Matthias Muschke schrieb:
r125 schrieb:
Da wird (zu Recht und endlich) über Kohleausstieg, Luftqualität und CO2 diskutiert, und die Bahnbetreiber dort wollen Subventionen für ein kohlebetriebenes Freizeitverkehrsmittel.
Ansichtssache. Die Propaganda der Klimaretter hat offenbar bei dir schon ganze Arbeit geleistet.

Danke für die Blumen. Und welche Propagandaabteilung war bei dir aktiv?

Zitat:
Zwei bessere Bockwurstkessel auf Schienen, die zu dem nicht ganzjährig fahren, abzustellen wird da nicht viel nützen,

Natürlich machen die absolut nicht viel. Aber

1. dürfte so eine Ausflugsfahrt auf der Achenseebahn pro Kopf gerechnet schon nicht ganz ohne sein was Schadstoffe etc. angeht.
2. kann man mit einer Million Euro Steuergeld besseres anstellen, auch und gerade im Bereich ÖPNV.

Zitat:
aber solche medialen Bauernopfer sehen halt gut aus...

Aha, wenn ich z.B. den Weiterbetrieb der Kohlekraftwerke in Deutschland einigermassen kritisch sehe, darf ich nicht gleichzeitig im Kleinen die öffentliche Förderung eines Dampflokbetriebs kritisch sehen?

Eigenartige Logik.
Moin zusammen,

ja die Achenseebahn wäre ein Bauernopfer... Erst die Fahrzeuge weg wegen denen die Touristen mitfahren und dann feststellen das der Bus doch schneller ist...

Die Planer sollten sich im Klaren sein, dass die Fahrgäste mitfahren weil es ein Verkehrsmittel ist bei dem sich die K&K Zeit bis heute gehalten hat . Man hat nicht versucht sie wieder zu schaffen. Man hat sie einfach erhalten. Das zu zerstören wäre...

Zum Gedanken Umweltschutz und Lufreinhaltung. In Europa setzt man seit Jahrzehnten auf die Straße. Noch heute werden täglich Bahstrecken stillgelegt und abgebaut. Industriegebiete angelegt die nur über die Straße erreichbar sind... Man fliegt für 9€ quer durch Europa, schippert mit riesen Pötten sinnfrei über die Weltmeere, verschrottet neuwertige Autos um neue Fahrzeuge zu bauen deren Umweltverhalten nur im kaum messbaren Bereich Vorteile bringt... Man merkt wohl, dass ich das Argument Umweltschutz mit einer Schmalspurbahn und deren Dampfloks nicht gelten lassen kann...

Achtungspfiff
Stephan

P.s. Übrigens liegen in Deutschland die Feinstaubgrenzwerte für Büroräume um ein zwanzigfaches höher wie die für neue Dieselfahrzeuge...
Schienenbus schrieb:
Die Planer sollten sich im Klaren sein, dass die Fahrgäste mitfahren weil es ein Verkehrsmittel ist bei dem sich die K&K Zeit bis heute gehalten hat .

Und wieviel mehr würde sie benützt wenn sie ein modernes, elektrisch betriebenes Nahverkehrsmittel für die örtliche Bevölkerung wäre?
Garnicht, dafür eignet sich die Strecke einfach nicht. Zahnradbahnen sind langsam, egal ob elektrisch oder mit Dampf. Der Bus wird da immer deutlich schneller sein auf der Strecke und die Orte besser erschließen.

Das Problem der Achenseebahn ist, dass sich irgendwo zwischen Erschliesungsfunktion und spektakulärer Bergbahn befindet, nichts davon erfüllt sie wirklich richtig.
Immerhin überwindet die Bahn 440 Höhenmeter (von 530m auf 970m), auf deutlich direkterem Weg als die B181. Der Zahnstangenabschnitt hat laut Wikipedia 3.6km, bei 20 km/h wären das knapp 11 Minuten, bei 30 km/h gut 7 Minuten (und wie schnell könnte eine modernisierte Zahnradbahn jetzt konkret wirklich fahren?). Solche Fahrzeiten finde ich für ÖPNV jetzt nicht so absurd.

Man könnte da schon daran denken, die 440 Höhenmeter elektrisch statt mit Dieselbussen auf der Straße zu fahren, und dann oben Feinverteilung mit Bussen zu machen. Abgesehen davon dass die Bahn schon ziemlich in der Mitte durch Maurach fährt, also ganz so schlimm ortsfern wie du es darstellst ist die auch wieder nicht.

Ob es vom Aufwand her sinnvoll wäre dahingehend umzubauen wäre wieder eine andere Frage, einfach zum Spaß Dampfbetrieb da rauf zu machen und dann dafür öffentliches Geld zu wollen sehe ich allerdings sicher nicht als sinnvoll an.
r125 schrieb:
Schienenbus schrieb:
Die Planer sollten sich im Klaren sein, dass die Fahrgäste mitfahren weil es ein Verkehrsmittel ist bei dem sich die K&K Zeit bis heute gehalten hat .
Und wieviel mehr würde sie benützt wenn sie ein modernes, elektrisch betriebenes Nahverkehrsmittel für die örtliche Bevölkerung wäre?
Die optimale Lösung liegt wohl in der Mitte:
-Der Betrieb von subventionierten, Regionalzügen als Erschliessung der Region, dafür wird die Strecke elektrifiziert.
-Für die Touristen als Ergänzung einige Dampfzüge mit "Dampfzuschlag".

Ich denke, dass die Bahn nur mit beiden Elementen überleben kann.
MrEnglish schrieb:
Garnicht, dafür eignet sich die Strecke einfach nicht. Zahnradbahnen sind langsam, egal ob elektrisch oder mit Dampf. Der Bus wird da immer deutlich schneller sein auf der Strecke und die Orte besser erschließen.

Letzteres glaube ich nicht. Der Bus ist von Maurach nach Jenbach dem zeitweise sehr starken Strassenverkehr und dem Strassenzustand einer Bergstrasse ausgeliefert - während dem ein paar Meter weiter eine gut trassierte Eisenbahn, die in Maurach quasi durchs Zentrum fährt, sechs Monate im Jahr völlig brach liegt. Die anderen sechs Monate im Jahr erfüllt diese Bahn keinerlei ÖPNV-Funktion - während dem die darauf angewiesenen hoffen, dass der Bus nicht im Verkehr stecken bleibt und die Anschlüsse in Jenbach klappen.

Der Ort, der nicht an der Achenseebahn liegt, Wiesing, liesse sich durchaus mittels einer anderen Buslinie erschliessen. Die Feinverteilung der Bedienung der Orte am Achensee per Bus findet mittels Umsteigen am Busbahnhof "Maurach Mittelschule" statt - dieser Ortsteil wird aber auch durch die Bahn erschlossen (Maurach Mitte). Dann steigt man eben vom Zug auf die Ortsbusse um.

Hier könnte die Achenseebahn durchaus einen sinnvollen ÖPNV zwischen Maurach/Eben und Jenbach erfüllen - wenn denn alle Parteien am gleichen Strick ziehen. Letzteres scheint dort in der Region mitunter etwas schwierig zu sein...
Schienenbus schrieb:
ja die Achenseebahn wäre ein Bauernopfer... Erst die Fahrzeuge weg wegen denen die Touristen mitfahren und dann feststellen das der Bus doch schneller ist...

Da ist ein grundsätzlicher Denkfehler drin. Der ÖPNV auf der Achenseebahn würde die Fahrgäste vom Bus übernehmen, nicht von der derzeitigen Achenseebahn. Der Busverkehr zwischen Wiesing und Maurach wäre einzustellen. Die Verbindung bliebe mit Umstieg an der HTL Jenbach erhalten.

Den bisherigen Bahnfahrgästen stünden auch weiterhin Dampfzüge zur Verfügung, wenn auch wohl in reduziertem Umfang.

Der Bus ist nicht schneller. Die Bahnstrecke ist wesentlich kürzer als die Buslinie über Wiesing. Die Bahn würde die Busfahrzeiten halten können. Lediglich die nur für eine Fahrt morgens genutzte direkte Straße wäre kürzer, würde aber auch Eben abhängen.

Schienenbus schrieb:
Die Planer sollten sich im Klaren sein, dass die Fahrgäste mitfahren weil es ein Verkehrsmittel ist bei dem sich die K&K Zeit bis heute gehalten hat . Man hat nicht versucht sie wieder zu schaffen. Man hat sie einfach erhalten. Das zu zerstören wäre...

Den heutigen mit Bussen rangekarrten Gruppen dürfte KuK sonstwo vorbeigehen. Ansonsten halte ich es für eher problematisch, dass eine Bahnstrecke nur für ein paar Monate Spaßbetrieb genutzt wird und sonst brachliegt, obwohl sie ÖPNV gute Dienste tun könnte.
r125 schrieb:
Immerhin überwindet die Bahn 440 Höhenmeter (von 530m auf 970m), auf deutlich direkterem Weg als die B181. Der Zahnstangenabschnitt hat laut Wikipedia 3.6km, bei 20 km/h wären das knapp 11 Minuten, bei 30 km/h gut 7 Minuten (und wie schnell könnte eine modernisierte Zahnradbahn jetzt konkret wirklich fahren?). Solche Fahrzeiten finde ich für ÖPNV jetzt nicht so absurd.
Hier Seite 441:
[www.google.com]
Bei 160 Promillen wären bis zu 23 km/h zulässig in der Schweiz.
je nach Streckenprofil auch mehr.
Gruss Leo
Moin,

sicherlich liegt die Bahn das halbe Jahr brach. Und ja klar kann man irgendwie eine Bahnstrecke "nutzbarer" machen.
Dem Dampffreund und Hobbyhistoriker stellt sich dann die Frage des Denkmalschutzes und des historischen Wertes dieser Bahnlinie. Da eine andere Nutzung sicherlich in vielen Belagen einen Umbau bzw eine Anpassung voraussetzt .
Ich stelle mir die Frage warum eine Bahn die seit ihrer Eröffnung fast ausschließlich für touristische Zwecke gebaut und genutzt wurde auf einmel ein modernes Verkehrsmittel werden muss. Das war sie nämlich nur ein paar Jahre lang. Wenn ich jetzt wieder von mir ausgehe... Ich bin bisher oft mit der Achenseebahn gefahren um Achenseebahn zu fahren und nicht um irgendwo anzukommen. Den Eindruck hatte ich aber auch von den anderen Fahrgästen. Und ob die noch kommen wenn man wie mit einer Straßenbahn den Hügel hoch fährt? Ich frage mich eben warum die Bahn seit gut 130 Jahren so lebt wie sie lebt und warum genau das jetzt auf einmal so schlecht sein soll!?

Achtungspfiff
Stephan
Schienenbus schrieb:
sicherlich liegt die Bahn das halbe Jahr brach. Und ja klar kann man irgendwie eine Bahnstrecke "nutzbarer" machen.
Dem Dampffreund und Hobbyhistoriker stellt sich dann die Frage des Denkmalschutzes und des historischen Wertes dieser Bahnlinie. Da eine andere Nutzung sicherlich in vielen Belagen einen Umbau bzw eine Anpassung voraussetzt.
Ich stelle mir die Frage warum eine Bahn die seit ihrer Eröffnung fast ausschließlich für touristische Zwecke gebaut und genutzt wurde auf einmel ein modernes Verkehrsmittel werden muss.

Die Frage die sich mir stellt ist, wie organisiert man in einer Zeit wo sich Kohle- und Ölzeitalter dem Ende neigen (und das global betrachtet auch sein muss, wenn man beim Thema Klima nicht grade die Worst-Case-Prognosen eintreten lassen will) Nahverkehr?

Bezogen auf den konkreten Fall: 440 Höhenmeter Höhenunterschied, derzeit Betrieb mit Dieselbussen. Beim Rauffahren wird eine Menge Diesel verbraucht (die 15 oder wieviel Tonnen so ein Bus hat wollen ja 440 Meter nach oben gehoben werden), beim Runterfahren wandert die Energie in Erhitzung der Bremsen. Sicher, man wird Busse auch anders betreiben können als mit Diesel, aber so einfach und billig wie mit Diesel wird das glaube ich nicht mehr.

Und dann ist daneben eine Bahnstrecke, wo mein Verdacht ist dass eine Elektrifizierung, optimalerweise mit Energierückgewinnung bei der Talfahrt, vielleicht eine große Investition erfordern würde, aber so ein Hexenwerk auch nicht sein sollte. Weil das eine Technologie ist die in ihren Grundzügen bei anderen Zahnradbahnen schon bis Hausnummer ein Jahrhundert im Einsatz ist, und nicht grade erst mühsam serienreif gemacht wird.

Ob das vom Aufwand her sinnvoll wäre wage ich mal mangels Fachkenntnis nicht zu beurteilen, aber der Gedanke die Bahn so zu nutzen liegt für meine Begriffe schon nahe. Einfach weil die an der Stelle schon da ist, was an vielen anderen Stellen in den Alpen eben nicht der Fall ist.

Zitat:
Das war sie nämlich nur ein paar Jahre lang. Wenn ich jetzt wieder von mir ausgehe... Ich bin bisher oft mit der Achenseebahn gefahren um Achenseebahn zu fahren und nicht um irgendwo anzukommen. Den Eindruck hatte ich aber auch von den anderen Fahrgästen. Und ob die noch kommen wenn man wie mit einer Straßenbahn den Hügel hoch fährt? Ich frage mich eben warum die Bahn seit gut 130 Jahren so lebt wie sie lebt und warum genau das jetzt auf einmal so schlecht sein soll!?

Und ich frage mich, falls die Achenseebahn ihre beanspruchten Subventionen nicht bekommt, und in Folge dessen Insolvenz anmelden muss, und keine Nachnutzung wie oben skizziert erfolgt, was wäre dann aus Sicht des Denkmalschutzes gewonnen?

Dann hätten wir eine kilometerlange Strecke, die langsam verfallen würde, und vielleicht in ein paar Jahren wenn es entsprechende Begehrlichkeiten gibt an den ersten Stellen überbaut wird.
Schienenbus schrieb:
sicherlich liegt die Bahn das halbe Jahr brach. Und ja klar kann man irgendwie eine Bahnstrecke "nutzbarer" machen.
Dem Dampffreund und Hobbyhistoriker stellt sich dann die Frage des Denkmalschutzes und des historischen Wertes dieser Bahnlinie. Da eine andere Nutzung sicherlich in vielen Belagen einen Umbau bzw eine Anpassung voraussetzt .

Zunächst mal ist die Sicht der Dampffreunde nur eine unter vielen. Dem stehen deutlich mehr Anwohner gegenüber, die großenteils den Dampfbetrieb als Belästigung empfinden, insbesondere in Jenbach (Um es gleich vorwegzunehmen: Auf die üblichen Phrasen, wer denn wohl zuerst da war, können wir diesmal vielleicht verzichten. Irgendwie kann man schon erwarten, dass sich das Emissionsverhalten des Bahnbetriebs aktuellen Maßstäben anpasst).

Dass die Achenseebahn bisher nicht totmodernisiert wurde wie z. B die Bahnen im Harz, liegt nicht daran, dass man so sorgsam mit dem historischen Erscheinungsbild umginge. Man hat halt einfach an vielen Stellen nix gemacht. Dass es nicht an Sorge ums Erscheinungsbild liegt, sieht man schon an den optisch dominanten Jubiläumsschildern und -fahnen. Zudem pflegt die Achenseebahn schon seit Jahren großkotzige Ausbaupläne, die nichts mit ÖPNV zu tun haben, sondern nur dem flexibleren Durchschleusen von noch mehr Busladungen dienen sollten. Die Ausweiche in Fischl gehört da noch zu den vernünftigeren und auch streckenbildverträglicheren Maßnahmen. Z. B. sollte Maurach (nicht Maurach Mitte!) zum Bahnhof ausgebaut werden, unter Beseitigung der nördlich angrenzenden Straße. Wie das Ergebnis ausgesehen hätte, kann man sich leicht vorstellen.

Wohlgemerkt, das hat nichts mit Ausbau für ÖPNV zu tun, der sowieso kein wirkliches Anliegen der Achenseebahn ist und den man nur verfolgt, um wieder Subventionen zu kassieren. In Maurach wäre ein Bahnhof sowieso witzlos, die Kreuzungsmöglichkeit gehört nach Maurach Mitte, weil dort die Busanschlüsse sind. Genau dort ist aber nichts geplant.

Ja, das Erscheinungsbild würde sich ändern, schon durch die Elektrifizierung. Man würde auch Haltestellen ausbauen müssen und neue bauen. Und das extrem leichte Schienenprofil auf der Flachstrecke (dss ist so etwa auf Pferdebahnniveau) würde zugunsten von Standardmaßen verschwinden - die Achenseebahn wollte allerdings im Zuge ihres nicht-ÖPNV-Projekts zwischen Maurach Mitte und Seespitz sogar komplett umtrassieren und den Raum von Bahn und Straße neu ordnen.

Zu klären wäre, ob man mit aktueller Technik auch ohne Oberleitung elektrisch fahren könnte. Das würde die Akzeptanz des sowieso reduziert erhalten bleibenden Dampfbetriebs erhöhen und könnte ein Kompromiss sein.

Der "historische Wert" ist der Achenseebahn also reichlich egal. Ob da was unter Denkmalschutz steht, weiß ich nicht. Die Lokomotiven sind jedenfalls keineswegs so original, wie gern behauptet wird. Es könnte aber hilfreich sein, mit Denkmalschutz vor einem möglichen Konkurs das Wegräumen der Fahrzeuge zu verhindern.

Schienenbus schrieb:
Ich stelle mir die Frage warum eine Bahn die seit ihrer Eröffnung fast ausschließlich für touristische Zwecke gebaut und genutzt wurde auf einmel ein modernes Verkehrsmittel werden muss. Das war sie nämlich nur ein paar Jahre lang. Wenn ich jetzt wieder von mir ausgehe... Ich bin bisher oft mit der Achenseebahn gefahren um Achenseebahn zu fahren und nicht um irgendwo anzukommen. Den Eindruck hatte ich aber auch von den anderen Fahrgästen. Und ob die noch kommen wenn man wie mit einer Straßenbahn den Hügel hoch fährt? Ich frage mich eben warum die Bahn seit gut 130 Jahren so lebt wie sie lebt und warum genau das jetzt auf einmal so schlecht sein soll!?

Wenn die Achenseebahn es nicht schafft, ihre rein touristisch genutzte Infrastruktur instandzuhalten, scheint es wohl doch nicht weitergehen zu können wie bisher. Dass das Land eine solche rein touristisch genutzte Infrastruktur nicht subventionieren will, sollte wohl auch nachvollziehbar sein. Nun sind an der Notwendigkeit der öffentlichen Mittel für die Streckeninstandhaltung sowieso Zweifel angebracht, ebenso am drohenden Konkurs. Das macht es aber nicht besser und spricht auch nicht für einen sorgenfreien Weiterbetrieb. Auch wenn das Problem dann nur an der Unternehmensleitung liegt.
Das Land würde eine rein touristische Nutzung schon finanzieren, zumindest vorübergehend und mit Unterstützung des Bundes. Was das Land nicht will sind unüberlegte Schnellschüsse, z.B. einfach Geld für ETs raushauen ohne auch nur ansatzweiße eine Idee von der Elektrifizierung zu haben.
MrEnglish schrieb:
Das Land würde eine rein touristische Nutzung schon finanzieren, zumindest vorübergehend und mit Unterstützung des Bundes. Was das Land nicht will sind unüberlegte Schnellschüsse, z.B. einfach Geld für ETs raushauen ohne auch nur ansatzweiße eine Idee von der Elektrifizierung zu haben.

Es geht zunächst mal nur um den aktuellen Erpressungsversuch der Achenseebahn. Gibt es da irgendwelche Anzeichen, dass das Land einknicken wird? Und natürlich wäre auch das schon nicht nachhaltig, wenn man nicht weiß, wie es danach weitergehen soll.
Dazu darf ich leider nichts sagen, ist aber auch nicht so schlimm, weil ich es eh nicht mit Sicherheit weiß.
Meiner Ansicht nach ist der aktuelle Status der Achenseebahn dem vieler deutscher Schmalspurbahnen vergleichbar. Die Bahn sitzt zwischen allen Stühlen, ist einerseits wertvolles Kulturgut und ein lebendiges Museum, da professionell und regelmäßig von einer Betriebsgesellschaft betrieben aber keine reine vereinsbetriebene Museumsbahn. Ähnlich wie z.B. HSB oder RüBB dient sie überwiegend dem Touristenverkehr und nur zu geringen Teilen echtem ÖPNV. Die Mehrzahl der Fahrgäste fährt mit um die Bahnfahrt - vorallem wegen dem Dampfbetrieb und der schönen Landschaft - ansich zu erleben, weniger um zwingend von A nach B zu kommen. Schüler und Berufspendler nehmen - so es sie in diesem Bereich überhaupt in signifikanter Zahl gibt - den Bus bzw. das Auto. Der Bahn wird Konzeptlosigkeit vorgeworfen. Nur was will man schon anderes tun als die letzten 50 Jahre ? Wie bei nahezu allen Bahnen dieser Art wird es ohne zusätzliche Mittel aus der öffentlichen Hand nicht gehen wenn man den Bahnbetrieb langfristig erhalten möchte. Wer nun fordert den Betrieb einzustellen oder die Bahn aus Kosten- und Umweltschutzgründen zu elektrifizieren müßte auch fordern alle deutschen dampflokbetriebenen Schmalspurbahnen einzustellen. Es gibt Bahnen mit friedlicher Koexistenz von Historie und Moderne, aber ich habe große Zweifel ob der Weg aus der Achenseebahn eine Art "Albtalbahn (AVG) 2.0" zu machen mit modernem ÖPNV und sporadischem Museumsbahnverkehr der richtige und erfolgversprechende ist. Dazu fehlt einfach das Fahrgastpotential und ein dicht besiedeltes Umfeld. Ohne Dampf fahren da nur noch wenige mit. Dass die Bahn nach Jahrzehnten der Kontinuität in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist dürfte eher an politischem Gezänk und persönlichen Befindlichkeiten liegen. Alle Beteiligten sollten sich um eine konstruktive Lösung bemühen. Wenn der Betrieb in bisherigem Umfang absolut nicht mehr finanzierbar ist wäre es vielleicht eine Option die Achenseebahn in eine klassische Museumsbahn zu überführen mit Betrieb nur am Wochenende so sich ein entsprechender Verein findet. Ohne öffentliche Hilfen geht es aber auch dann nicht. Es wäre jammerschade würde diese interessante Dampfbahn für immer verschwinden......

MfG Volker B



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:12:06:23:21:11.
Hallo,

eigentlich mag ich mich ja nicht an manchmal sinnfreie Diskussionen über "ungelegte Eier" beteiligen , aber bei dem Thema Achenseebahn tue ich es jetzt doch mal.

In den 1970er bis Anfang 1980er habe ich selbst die Achenseebahn häufiger als ganz normales Verkehrsmittel benutzt um von Jenbach nach Maurach für Touren im Rofan zu fahren. Und ich war da nicht der einzige, der z.B. von Jenbach nach Maurach oder Eben fuhr um dann von dort eine Bergtor zu starten. Damals war die Bahn nicht so wesentlich teurer als das Postauto, nur eben stilvoller. Damals waren die Fahrzeiten aber auch so, dass man den Zug für eine Bergtour nutzen konnte und nicht wie heute, wo der erste Zug um 10:00h ab Jenbach fährt.

Damals gab es für Urlauber auch bezahlbare Kombitickets, Zillertalbahn - Achenseebahn - Achenseeschifffahrt. Dann in den 1990er aber sind die Preise derart explodiert, dass sich eine normale Familie den Spaß "Achenseebahn" kaum mehr leisten konnte ohne vorher bei der Hausbank einen Kreditantrag zu stellen. Aber dies ist ja kein Alleinstellungsmerkmal der Achenseeebahn sonder gilt für fast jedwede Seilbahn bzw. für große Teile des speziell Tirol Tourismus.
Was ich aber damals schon nicht verstand, war der Umstand, dass im Winter keinerlei Betrieb war, obwohl es bereits genügend Wintertourismus, und dies waren nicht nur Skifahrer, in Maurach gab.

Jetzt aber zum aktuellen Stand.
Zitat
Kaufhalle schrieb:
"Es ist immer das gleiche: Die Achenseebahn hat kein Konzept und will Geld. Insofern sind auch an der Kritikalität der ausstehenden Arbeiten Zweifel angebracht. Zudem kann man sich wohl kaum "schwarzer Zahlen" rühmen, wenn man nicht mal die Instandhaltung finanzieren kann."

Richtig ist, dass man sich manchmal fragt, ob bei der Achenseebahn überhaupt nachgedacht wird oder man dort in einer Paralleltraumwelt lebt.
Da kreisen jahrelang völlig irreale Pläne mit "Kristallexpreß" bis in die Eng herum.
Da werden Umlegungspläne im Raum Maurach - Seespitz haarklein ausgearbeitet ohne überhaupt das Kapital zum Streckenerhalt zu haben. Das Erstellen dieser Planungsunterlagen, die von der Idee her nicht verkehrt sind, war sicher nicht gratis.
Und da werden E-Triebwagen gekauft ohne zu wissen wie sie betrieben werden soll. Die Fahrzeuge gab es sicher nicht umsonst, mußten also bezahlt werden, aber das Geld fehlt jetzt so zum Unterhalt der Strecke, dass die Stilllegung im Raum steht.

Zitat
r125 schrieb:
"Und wieviel mehr würde sie benützt wenn sie ein modernes, elektrisch betriebenes Nahverkehrsmittel für die örtliche Bevölkerung wäre?"

Ich wage zu bezweifeln, dass die absoluten Fahrgastzahlen steigen würden. Dafür ist die Einwohnerzahl viel zu gering. In der Gemeinde Eben zusammen mit den Ortsteilen Maurach und Pertisau leben gerade einmal 3.180 Einwohner, von denen sicher nicht die meisten regelmäßig pendeln, sondern vielmehr im Tourismus vor Ort beschäftigt sind. Laut Statistik von 2016 sind im gesamten Planungsverband 23 (Eben, Achenkirch, Steinbberg am Rofan) 1.373 Auspendler gewesen, wobei Achenkirch und Steinberg sicherlich nicht die Achenseebahn benutzen werden, sondern mit Bus oder Pkw fahren. Demgegenüber stehen 2017 über 1.509.000 Nächtigungen pro Jahr und das riesige Einzugsgebiet des Zillertals mit 4.293.000 Nächtigungen in 2017.

Die Achenseebahn wirbt nicht unrecht damit, dass sie die einzige rein dampfbetriebene Strecke in Österreich im Regelbetrieb ist, sie wirbt damit, dass sie quasi seit 130 Jahren im Originalzustand fährt. Und dies sind sicher, auch wenn es einige hier anders sehen, Argumente, die Touristen anziehen. Sicher wird nicht jeder Busreisende der hier durchgeschleust wird auf die Originalität der Bahn achten, aber der Werbefaktor wäre nach einer Elektrifizierung dahin.
Die Bahn ist eben keine "Mickey Mouse Bahn" mit irgendwie zusammengewürfelten Fahrzeugen. Das Gegenbeispiel dazu ist die Zillertalbahn, hier wurde aus dem stilreinen Regeldampfzügen wie sie bis Anfang der 80er Jahre verkehrten mittlerweile ein touristisches, recht teures Vergnügen mit nicht unbedingt passenden Fahrzeugen wie der bosnischen Lok 4, Fasslwagen, Swarowsky Kristall-Werbewagen, Cabriowagen usw. Ich will damit nicht die Leistungen der Zillertalbahn schmälern, die heute ein attraktives Nahverkehrsmittel ist und nachdem die Entscheidung gegen Elektrifizierung und für Wasserstoffbetrieb getroffen wurde, den Dampfzügen wenigstens (hoffentlich) eine optisch passende Umgebeung, soweit dies im Zillertal möglich ist, bietet. Nur steht es fest und ist in jedem Jahresbericht der ZB ausgeführt, daß die Nutzerzahlen der Dampfzüge immer weiter zurück gegangen sind. Und dies dürfte an beiden Faktoren liegen, hoher Fahrpreisaufschlag (H/R Jenbach - Mayrhofen mit Dampfzug 22,00EUR, mit VVT 14,80EUR), zu starke touristische Vermarktung mit z.T. unpassenden Fahrzeugen. Folge davon ist die immer stärkere Einschränkung des Dampfbetriebs.

Die Achenseebahn dagegen entspricht doch aber gerade dem, was einige in DSO immer so fordern...

Nur wenn jetzt eine Fahrleitung aufgestellt wird, dann war es das mit Original, dann sieht es auch der letzte Tourist, dass die Dampfzüge nix mehr mit Originalbetrieb zu tun haben. Dann könnte es schon sein, dass die Nutzerzahlen derer die bereit sind den exorbitanten Fahrpreis zu zahlen zurück gehen. Dann geht es wie bei der Zillertalbahn, Ausdünnung der Dampfzugfahrten, so dass dann nur noch ein Alibidampfzugverkehr übrig bleibt. Und schon wird der Betrieb völlig unrentabel und eines schönen Tages eingestellt.

Die Mitmenschen, die jetzt aus der Öko- / Klima- / Umweltschutzseite her kommen (ja, ich bin auch für Umweltschutz, nur sollte diese Debatte nicht völlig faktenfrei und einseitig geführt werden), die z.B.
Zitat
[/bgcolor][bgcolor= rgb(229, 229, 225)]r125 schrieb:
"Da wird (zu Recht und endlich) über Kohleausstieg, Luftqualität und CO2 diskutiert, und die Bahnbetreiber dort wollen Subventionen für ein kohlebetriebenes Freizeitverkehrsmittel. "
Zitat
Kaufhalle schrieb:
"Wenn die Achenseebahn es nicht schafft, ihre rein touristisch genutzte Infrastruktur instandzuhalten, scheint es wohl doch nicht weitergehen zu können wie bisher. Dass das Land eine solche rein touristisch genutzte Infrastruktur nicht subventionieren will, sollte wohl auch nachvollziehbar sein. Nun sind an der Notwendigkeit der öffentlichen Mittel für die Streckeninstandhaltung sowieso Zweifel angebracht, ebenso am drohenden Konkurs."

Wieso sollte das Land kein Geld zu einer reinen touristischen Infrastruktur geben? Der wirtschaftliche Nutzen für das Land und die anliegenden Gemeinden von ca. 120.00 Fahrgästen pro Jahr sollte hierbei auch nicht vernachlässigt werden. Diese Fahrgäste werden sicher nicht nur die Fahrkaste bei der Achenseebahn kaufen, sondern Gaststätten aufsuchen, mit der Achenseeschifffahrt fahren, die Seilbahnen in Maurach nutzen usw.. Ob all die Gäste auch ohne Achenseebahn in die Region gefahren wären wage ich zu bezweifeln und ob sie ohne Dampfzüge mit der Bahn gefahren wären und nicht gleich mit dem PKW wäre auch zu untersuchen.

Aber zu der Frage, warum sollte das Land touristische Anlagen fördern? Ganz einfach, weil z.B. in Tirol jeder Betrieb, auch wenn er gar nichts mit Tourismus zu tun hat, eine gewinnabhängige Tourismusabgabe leisten muß. Ich habe z.B. wirklich nichts mit Tourismus zu tun (Schiffselektrik und Elektronik) und dennoch bin ich verpflichtet eine Tourismusabgabe zu leisten. Wenn die Aussage von Kaufhalle stimmen richtig wäre, dann stelle ich mir die Frage warum ich den Tourismus fördern soll?
Ein Großteil der Wirtschaftsleistung Tirols kommt nun einmal aus dem Tourismus, also soll das Land dann auch touristische Projekte, wie z.B. die Achenseebahn, fördern.

Ich frage mich aber, wieso der Streckenzustand derart katastrophal sein soll, daß ohne Instandsetzung in 2019 kein Betrieb stattfinden kann. Laut Verkehrsbericht 2004 vom Land Tirol, Seite 53, Abschnitt 2.4.4 heißt es " Im Rahmen des V. Privatbahn-Investitionsprogramms wurde im vergangenen Jahr die Flachstrecke von Eben nach Seespitz auf einer Länge von 3,4 km saniert. "
Wie kann bei der geringen Nutzung der Strecke diese nach 14 Jahren bereits wieder derart desolat sein, daß ein Weiterbetrieb nicht möglich sei? Hier kommt dann auch bei mir der Verdacht auf, daß hier ein kleiner Erpressungsversuch gestartet werden soll und das Geld eigentlich für etwas anderes benötigt wird. Aber dies sollte doch wohl die Aufsichtsbehörde klären können. (Vielleicht sollte in diesem Zug auch geklärt werden, wer denn zufällig zeitlich passend alle Triebwagen derart mit Grafitti verunziert haben, daß seitens der Achenseebahn von einem Schaden in Höhe von 100.000 ... 250.000 EUR gesprochen wird. Siehe hierzu Bericht der TT vom 30.11.18.)


Der andere Punkt ist aber, daß wirklich ein Jammer ist, daß eine existierende Bahnstrecke, die optimal das Siedlungsgebiet Maurach erschließt, nicht für den regulären ÖPNV genutzt wird. Und das dies nicht durch die jetzige Betriebsführung mit 4 historischen Dampfloks erfolgen kann ist auch klar.

Die Fahrzeuge für eine modernere Betriebsführung sind gleichgültig ob jetzt mit Überlegung oder aus Träumerei heraus beschafft worden. Also sollten sie auch genutzt werden.

Woher soll aber auch das Geld für die Streckenelektrifizierung kommen? Wie lange soll das Projekt denn dauern, es ist doch nicht damit getan einige Masten aufzustellen und etwas Kupferdraht drüber zu spannen. Heute bedarf es doch was weiß ich für Planungsvorlauf, vielleicht eine UVP oder so. Dann kommen die Einsprüche gegen den bösen Elektrosmog...
Und in 10 Jahren wird dann mit dem Bau begonnen. Nur bis dahin haben die schönen Triebwagen wahrscheinlich noch Schrottwert und sind technisch komplett überholt und nicht mehr zulassungsfähig.

Also bleibt ein Generatorwagen, der ist aber auch nicht von der Stange zu haben und kostet auch Geld, wenn auch sicher nicht so viel wie eine Streckenelektrifizierung. Nur wie diesen betreiben?
Diesel?
Aber da geht dann sicher auch sofort das Geschrei los, Diesel geht gar nicht, ausgenommen vielleicht bei dem SUV vor dem Haus (ja, habe ich auch vor der Garage stehen. Stehe dazu.)

Wasserstoff?
Das Experiment will die ZB ja jetzt durchführen, nur wird das sicher wesentlich teuer als Diesel. Und wer soll für die paar Triebwagen einen bezahlbaren Generatorwagen bauen? Der Markt hierfür dürfte mehr als begrenzt sein, also würde es eine extrem teure Einzelfertigung sein.
Und wie sollte bei Wasserstoffbetrieb die Werkstätte aussehen? Die Achenseebahn wirbt ja gerade mit ihrer historischen Werkstatt, es fehlt also die komplette Infrastruktur.
Und wie soll das Zusammenspiel zwischen Dampfbetrieb und Wasserstoffbetrieb bei den begrenzten Platzkapazitäten funktionieren? Die Werkstatt und Tankstelle wird dann sicher ATEX Zone 2 sein, da wird es dann wieder richtig teuer mit allem, aber wirklich allem, was dort verwendet wird.

Batteriebetrieb?
Wäre fahrzeugtechnisch sicher die einfachste Variante, betriebstechnisch und preislich aber sicher nicht das Ideal. Die Triebwagen haben 820kW Dauerleistung, angenommen einstündiger Betrieb bis zum Nachladen, also ganz grob 900kWh Batteriekapazität (die Batterien dürfen ja nicht vollstndig entladen werden, Heizung ist auch nicht schlecht). Damit kostet die reine Batteriebank ca. 280.000 EUR, ohne jede erforderliche Leistungselektronik, ohne Ladetechnik.
Mit dem Einbau der Batterien in die Triebwagen ist es ja nicht getan. Es muß die geeignete Ladetechnik her, die wirkliches Schnellladen erlaubt und an diese Ladestelle muß auch ein ausreichend dimensionierter Anschluß an das EVU vorhanden sein. Also auch hohe Kosten.

Und nicht zuletzt, welches Personal soll die Wasserstoff- bzw. Batterietechnik bei der Achenseebahn beherrschen? Elektroniker mit Schwerpunkt Leistungselektronik sind sicher nicht die Menschen die aktuell händeringend Arbeit suchen. Eventuell wäre hier eine Kooperation mit der Zillertalbahn denkbar, nur würde die ja bei dem Projekt ihre Buslinie zum Achensee verlieren, was vielleicht die Kooperationswilligkeit einschränkt.

Für einen der wichtigsten Punkte bei dem ganzen Thema Achenseebahn als normaler ÖPNV-Betrieb in den VVT integrieren, halte ich die Verlängerung zumindest bis Pertisau. Dies sollte auf dem heute von Fuß- und Radweg genutzten Streifen unter Einbezug des Grünstreifens und "Zusammenrücken" von Fuß- und Radweg eventuell beschneiden des Straßenbanketts relativ problemlos möglich sein.
Damit könnte der Busverkehr nach Pertisau entfallen, vielleicht ließe sich dieses Straßenstück auch zur verkehrsberuhigten Zone umgestalten.
Ein weiterer, für die Umwelt wirklicher Nutzen wäre ferner die spätere Verlängerung in die Gramai.
Heute ist dies durch eine rein touristische und im Sommer hochbelastet Mautstraße bis zur Gaststätte Gramai erschlossen. Diese könnte dann für den Individualverkehr gesperrt werden und damit würde dem Gedanken Naturpark Karwendel Rechnung getragen.
Die Trassenführung wäre ohne größere Kunstbauten parallel zur Mautstraße durchführbar.

So, damit sind meine Gedanken zum Thema Achenseebahn für heute erschöpft, vielleicht war die eine oder andere Idee für eine weiterführende Diskussion dabei.
Ansonsten ist meine nächste Idee jetzt ein schönes Bier auzumachen :-)

Schönen Gruß Norbert

Bahn benutzen - nicht nur fotografieren!
vobri schrieb:
Meiner Ansicht nach ist der aktuelle Status der Achenseebahn dem vieler deutscher Schmalspurbahnen vergleichbar. Die Bahn sitzt zwischen allen Stühlen, ist einerseits wertvolles Kulturgut und ein lebendiges Museum, da professionell und regelmäßig von einer Betriebsgesellschaft betrieben aber keine reine vereinsbetriebene Museumsbahn. Ähnlich wie z.B. HSB oder RüBB dient sie überwiegend dem Touristenverkehr und nur zu geringen Teilen echtem ÖPNV.

Sie dient überhaupt nicht echtem ÖPNV. Das ist mit den Fahrpreisen nicht machbar, auch die Kurzstreckenfahrscheine auf der Flachstrecke von 2,50 EUR je Teilstrecke (tauchen auf der Internetseite nicht auf) helfen da nicht. Zudem hat man bei der Achenseebahn ein Verständnis von Pünktlichkeit, das mit Touristenbetrieb vereinbar ist, aber nicht mit ÖPNV. Zudem taugt die Fahrplanlage der Züge nur wenig für ÖPNV.

Die Situation ist insofern vielleicht irgendwie ähnlich mit manchen Bahnen in Deutschland, aber nicht wirklich vergleichbar. Die Achenseebahn lebt zu einem ganz wesentlichen Teil von Touristen, die einmal rauf und runter und dazwischen mit dem Schiff fahren. Das kommt eher einem Fahrgeschäft als einer Touristenbeförderung nahe.

vobri schrieb:
Die Mehrzahl der Fahrgäste fährt mit um die Bahnfahrt - vorallem wegen dem Dampfbetrieb und der schönen Landschaft - ansich zu erleben, weniger um zwingend von A nach B zu kommen. Schüler und Berufspendler nehmen - so es sie in diesem Bereich überhaupt in signifikanter Zahl gibt - den Bus bzw. das Auto. Der Bahn wird Konzeptlosigkeit vorgeworfen. Nur was will man schon anderes tun als die letzten 50 Jahre ? Wie bei nahezu allen Bahnen dieser Art wird es ohne zusätzliche Mittel aus der öffentlichen Hand nicht gehen wenn man den Bahnbetrieb langfristig erhalten möchte.

Die Achenseebahn ist für 31 Euro für Hin- und Rückfahrt unterwegs. Und diesen Preis kann man auch kaum mehr als nur symbolisch drücken, der ist real. Das ist eine völlig andere Größenordnung als bei den Dampfbahnen im deutschen Osten. Zu diesem Preis wird ÖPNV-nahe touristische Nutzung (z. B. mit der Bahn zum Wandern fahren) ausgegrenzt, wozu allerdings auch die eingeschränkte tägliche Betriebszeit beiträgt. Mit dieser Preislage schafft man aber auch eine Einnahmesituation, die kostendeckend ist und auch kostendeckend sein muss. Man würde sich sehr schwer tun, dass Befördern von Rentnerbusladungen aufwärts mit dem einzigen Zweck, nach Schiffsfahrt wieder runterzufahren, als irgendwie subventionswürdig zu verkaufen. Was die Achenseebahn eigentlich und ursprünglich will, wofür sie Geld haben will und was mit den Elektrifizierungs- und ÖPNV-Bemühungen nur sehr mühsam und halbherzig kaschiert wird, ist eine Optimierung dieses Busladungsabfertigens.

vobri schrieb:
Wer nun fordert den Betrieb einzustellen oder die Bahn aus Kosten- und Umweltschutzgründen zu elektrifizieren müßte auch fordern alle deutschen dampflokbetriebenen Schmalspurbahnen einzustellen. Es gibt Bahnen mit friedlicher Koexistenz von Historie und Moderne, aber ich habe große Zweifel ob der Weg aus der Achenseebahn eine Art "Albtalbahn (AVG) 2.0" zu machen mit modernem ÖPNV und sporadischem Museumsbahnverkehr der richtige und erfolgversprechende ist. Dazu fehlt einfach das Fahrgastpotential und ein dicht besiedeltes Umfeld. Ohne Dampf fahren da nur noch wenige mit. Dass die Bahn nach Jahrzehnten der Kontinuität in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist dürfte eher an politischem Gezänk und persönlichen Befindlichkeiten liegen. Alle Beteiligten sollten sich um eine konstruktive Lösung bemühen. Wenn der Betrieb in bisherigem Umfang absolut nicht mehr finanzierbar ist wäre es vielleicht eine Option die Achenseebahn in eine klassische Museumsbahn zu überführen mit Betrieb nur am Wochenende so sich ein entsprechender Verein findet. Ohne öffentliche Hilfen geht es aber auch dann nicht. Es wäre jammerschade würde diese interessante Dampfbahn für immer verschwinden......

Die Situation ist nicht vergleichbar. Das Fahrgastpotenzial für den Dampfbetrieb ginge nur sehr begrent verloren, weil es den Rentnergruppen völlig wurscht ist, ob da eine Oberleitung hängt. In der Schweiz funktioniert Dampfbetrieb unter Oberleitung auch. Andererseits halte ich es durchaus für prüfenswürdig, ob man mit oberleitungslosem elektrischem Betrieb auch auskommen würde, womit dann der Dampfbetrieb weiterhin freie Entfaltung (allerdings innerhalb fest einzuhaltender Fahrplanlagen hätte. Solange die Strecke nicht bis Pertisau verlängert wird, hätte man sowieso den ÖPNV nur bis Maurach Mitte, das Stück bis Seespitz hätten die Dampfzüge für sich allein. Andererseit wäre im Fall einer Verlängerung bis Pertisau weiterhin in Seespitz Schluss für die Dampfzüge. Der Dampfbetrieb würde aber wohl tatsächlich Fahrgäste an den Triebwagenbetrieb verlieren. All diejenigen, die eine Bergbahnfahrt haben wollen, dafür mangels Alternative die horrenden Preise akzeptieren, die aber mit Triebwagen zum Verbundtarif glücklicher wären.

bergeundmeer83 schrieb:
eigentlich mag ich mich ja nicht an manchmal sinnfreie Diskussionen über "ungelegte Eier" beteiligen , aber bei dem Thema Achenseebahn tue ich es jetzt doch mal.

Erst mal vielen Dank für die differenzierte Darstellung und dem Bemühen um eine Berücksichigung beider Seiten.

bergeundmeer83 schrieb:
In den 1970er bis Anfang 1980er habe ich selbst die Achenseebahn häufiger als ganz normales Verkehrsmittel benutzt um von Jenbach nach Maurach für Touren im Rofan zu fahren. Und ich war da nicht der einzige, der z.B. von Jenbach nach Maurach oder Eben fuhr um dann von dort eine Bergtor zu starten. Damals war die Bahn nicht so wesentlich teurer als das Postauto, nur eben stilvoller. Damals waren die Fahrzeiten aber auch so, dass man den Zug für eine Bergtour nutzen konnte und nicht wie heute, wo der erste Zug um 10:00h ab Jenbach fährt.

Damals gab es für Urlauber auch bezahlbare Kombitickets, Zillertalbahn - Achenseebahn - Achenseeschifffahrt. Dann in den 1990er aber sind die Preise derart explodiert, dass sich eine normale Familie den Spaß "Achenseebahn" kaum mehr leisten konnte ohne vorher bei der Hausbank einen Kreditantrag zu stellen.

Bliebe die Frage, ob das damals aufgrund geringerer Lohnkosten kostendeckend war oder ob es da Subventionen gab.

bergeundmeer83 schrieb:
Aber dies ist ja kein Alleinstellungsmerkmal der Achenseeebahn sonder gilt für fast jedwede Seilbahn bzw. für große Teile des speziell Tirol Tourismus.

Im Sommer gibt es durchaus Gästekarten, die die Nutzung diverser Seilbahnen ohne weitere Kosten ermöglichen. Für die Achenseebahn gibt es das so nicht, da wird lediglich eine Kaufmöglichkeit für eine Wochenkarte angeboten - zu einem Preis, für den man auch eine Wochenkarte für den ganzen restlichen ÖPNV in Tirol bekommt (als VVT-Tirolticket-Wochenkarte).

bergeundmeer83 schrieb:
Was ich aber damals schon nicht verstand, war der Umstand, dass im Winter keinerlei Betrieb war, obwohl es bereits genügend Wintertourismus, und dies waren nicht nur Skifahrer, in Maurach gab.

Der Wintertourismus ist halt sehr monothematisch, auch wenn das nicht immer den Bedürfnissen der Touristen entspricht. Es gab vor einigen Jahren mal den Versuch eines Versuchs von Winterbetrieb, der voll in die Hose gegangen ist, war hier auch Thema. Man hatte 2016 einen Winterfahrplan zunächst für 3b Wochend von Ende November bis Mitte Dezember angekündigt, mit dem Umfang des Nachsaisonfahrplans. Kurz vor Wirksamwerden des Fahrplans hat man dann nicht etwa die Ankündigung zurückgezogen, sondern den Fahrplan ohne irgendeinen Kommentar von der Seite genommen. Das ist halt das professionelle Management der Achenseebahn.

bergeundmeer83 schrieb:
Ich wage zu bezweifeln, dass die absoluten Fahrgastzahlen steigen würden. Dafür ist die Einwohnerzahl viel zu gering. In der Gemeinde Eben zusammen mit den Ortsteilen Maurach und Pertisau leben gerade einmal 3.180 Einwohner, von denen sicher nicht die meisten regelmäßig pendeln, sondern vielmehr im Tourismus vor Ort beschäftigt sind. Laut Statistik von 2016 sind im gesamten Planungsverband 23 (Eben, Achenkirch, Steinbberg am Rofan) 1.373 Auspendler gewesen, wobei Achenkirch und Steinberg sicherlich nicht die Achenseebahn benutzen werden, sondern mit Bus oder Pkw fahren. Demgegenüber stehen 2017 über 1.509.000 Nächtigungen pro Jahr und das riesige Einzugsgebiet des Zillertals mit 4.293.000 Nächtigungen in 2017.

Die Einführung von ÖPNV auf der Achenseebahn erfordert zwingend, dass der Busverkehr zwischen Wiesing und Maurach eingestellt wird. Diese Busfahrgäste hat man also sowieso schon in den Triebwagen. Vom Aufwand her ist das nicht neutral, weil der Busverkehr zwischen Jenbach und Wiesing bleiben müsste, weil ein Stundentakt (Linie nach Brixlegg) dort nicht akzeptabel wäre und die Rofansiedlung weiterhin bedient werden muss. In diesem Busverkehr ist aber der Busverkehr Jenbach - Achenkirch mit drin. Der Busfahrplan weist das nicht immer sauber aus, die scheinbaren Parallelfahrten von Postbus und Zillertalbahn zwischen Jenbach und Maurach gibt es nicht. Umsteigen in Maurach muss man heute oftmals sowieso, der Busfahrplan legt das nur nicht offen.

bergeundmeer83 schrieb:
Die Achenseebahn wirbt nicht unrecht damit, dass sie die einzige rein dampfbetriebene Strecke in Österreich im Regelbetrieb ist, sie wirbt damit, dass sie quasi seit 130 Jahren im Originalzustand fährt. Und dies sind sicher, auch wenn es einige hier anders sehen, Argumente, die Touristen anziehen. Sicher wird nicht jeder Busreisende der hier durchgeschleust wird auf die Originalität der Bahn achten, aber der Werbefaktor wäre nach einer Elektrifizierung dahin.
Die Bahn ist eben keine "Mickey Mouse Bahn" mit irgendwie zusammengewürfelten Fahrzeugen. Das Gegenbeispiel dazu ist die Zillertalbahn, hier wurde aus dem stilreinen Regeldampfzügen wie sie bis Anfang der 80er Jahre verkehrten mittlerweile ein touristisches, recht teures Vergnügen mit nicht unbedingt passenden Fahrzeugen wie der bosnischen Lok 4, Fasslwagen, Swarowsky Kristall-Werbewagen, Cabriowagen usw. Ich will damit nicht die Leistungen der Zillertalbahn schmälern, die heute ein attraktives Nahverkehrsmittel ist und nachdem die Entscheidung gegen Elektrifizierung und für Wasserstoffbetrieb getroffen wurde, den Dampfzügen wenigstens (hoffentlich) eine optisch passende Umgebeung, soweit dies im Zillertal möglich ist, bietet. Nur steht es fest und ist in jedem Jahresbericht der ZB ausgeführt, daß die Nutzerzahlen der Dampfzüge immer weiter zurück gegangen sind. Und dies dürfte an beiden Faktoren liegen, hoher Fahrpreisaufschlag (H/R Jenbach - Mayrhofen mit Dampfzug 22,00EUR, mit VVT 14,80EUR), zu starke touristische Vermarktung mit z.T. unpassenden Fahrzeugen. Folge davon ist die immer stärkere Einschränkung des Dampfbetriebs.

Die Achenseebahn dagegen entspricht doch aber gerade dem, was einige in DSO immer so fordern...

Es stimmt schon, dass die Achenseebahn sich eine gewisse Authentizität bewahrt hat und weder quietschbunt noch totmodernisiert wurde. Eine konsequente Ausrichtung in diesem Sinne sehe ich aber nicht. Sonst würde man nicht Fahrzeuge und Strecke mit den Jubiläumsplaketten zunageln.

bergeundmeer83 schrieb:
Wieso sollte das Land kein Geld zu einer reinen touristischen Infrastruktur geben? Der wirtschaftliche Nutzen für das Land und die anliegenden Gemeinden von ca. 120.00 Fahrgästen pro Jahr sollte hierbei auch nicht vernachlässigt werden. Diese Fahrgäste werden sicher nicht nur die Fahrkaste bei der Achenseebahn kaufen, sondern Gaststätten aufsuchen, mit der Achenseeschifffahrt fahren, die Seilbahnen in Maurach nutzen usw.. Ob all die Gäste auch ohne Achenseebahn in die Region gefahren wären wage ich zu bezweifeln und ob sie ohne Dampfzüge mit der Bahn gefahren wären und nicht gleich mit dem PKW wäre auch zu untersuchen.

Das Geld, das die Achenseebahn nicht mehr bekommt, ist für "Privatbahnen" bestimmt, die ÖPNV leisten. Es ist völlig korrekt, dass die derzeitige Achenseebahn davon nichts abbekommt. Tourismusförderung ist eine andere Baustelle, anscheinend ist da prinzipiell weniger zu holen. Grundsätzlich kann von privat betriebenen Touristenattraktionen (dazu gehört eben auch die Achenseebahn) Kostendeckung erwartet werden, sofern es nicht eine Querfinanzierung gibt. Der Haken dabei ist, dass sehr viele Nutzer der Achenseebahn außer den unmittelbaren Fahrpreisen für Bahn und Schiff kaum Geld dalassen. Da ist vielleicht noch gerade das Mittagessen drin, aber übernachtet wird woanders. Sonst würde man ja nicht mit dem Bus anreisen. Wirklich Geld bringen die Leute, die vor Ort übernachten, aber denen bietet die Achenseebahn wenig. Teilstreckennutzungen sind preislich unattraktiv, und wer eh schon oben seine Unterkunft hat, erreicht mit der Bahn kaum attraktiven Ziele.

bergeundmeer83 schrieb:
Der andere Punkt ist aber, daß wirklich ein Jammer ist, daß eine existierende Bahnstrecke, die optimal das Siedlungsgebiet Maurach erschließt, nicht für den regulären ÖPNV genutzt wird. Und das dies nicht durch die jetzige Betriebsführung mit 4 historischen Dampfloks erfolgen kann ist auch klar.

Die Fahrzeuge für eine modernere Betriebsführung sind gleichgültig ob jetzt mit Überlegung oder aus Träumerei heraus beschafft worden. Also sollten sie auch genutzt werden.

Woher soll aber auch das Geld für die Streckenelektrifizierung kommen? Wie lange soll das Projekt denn dauern, es ist doch nicht damit getan einige Masten aufzustellen und etwas Kupferdraht drüber zu spannen. Heute bedarf es doch was weiß ich für Planungsvorlauf, vielleicht eine UVP oder so. Dann kommen die Einsprüche gegen den bösen Elektrosmog...
Und in 10 Jahren wird dann mit dem Bau begonnen. Nur bis dahin haben die schönen Triebwagen wahrscheinlich noch Schrottwert und sind technisch komplett überholt und nicht mehr zulassungsfähig.

Es ist sehr fraglich, ob mit den gekauften Triebwagen irgendwas auszurichten wäre. Sie sind nicht barrierefrei, und lange Züge braucht man eigentlich nicht.

bergeundmeer83 schrieb:
Für einen der wichtigsten Punkte bei dem ganzen Thema Achenseebahn als normaler ÖPNV-Betrieb in den VVT integrieren, halte ich die Verlängerung zumindest bis Pertisau. Dies sollte auf dem heute von Fuß- und Radweg genutzten Streifen unter Einbezug des Grünstreifens und "Zusammenrücken" von Fuß- und Radweg eventuell beschneiden des Straßenbanketts relativ problemlos möglich sein.
Damit könnte der Busverkehr nach Pertisau entfallen, vielleicht ließe sich dieses Straßenstück auch zur verkehrsberuhigten Zone umgestalten.

Diese Verlängerung würde sehr helfen, dem Bahnbetrieb über die kritische Größe zu bringen.
Die fehlende Barrierefreiheit der Triebwagen sehe ich in einem "isolierten System" wie der Achenseebahn als relativ geringes Problem an.

Die Appenzeller Bahn hat es selber vorgemacht: Auf der Linie nach Walzenhausen fährt seit genau 60 Jahren ein und der selbe Triebwagen. Um die Barrierefreiheit gemäss BehiG zu erreichen, hat man nun die Bahnsteige angepasst.

Dies sollte auf der Achenseebahn mit ihren wenigen Stationen auch möglich sein - dann werden sich die Anpassungen an den Triebwagen auf einen oder mehrere Türbereiche einschränken.
Kann man machen. Allerdings befördert man damit genau die befürchtete "Verunstaltung" des Erscheinungsbilds. Andererseits müssen sowieso Haltepunkte neu gebaut werden. Der Haltepunkt Burgeck (der sowieso nur der Dekoration dient und faktisch mangels Bedarfs nicht bedient wird) hat überhaupt keinen Bahnsteig, die Straße ist der "Bahnsteig". Das ist dort auch nicht zu ändern. Die Lage ist aber sowieso ungünstig, den Haltepunkt könnte man etwas weiter nach Süden verschieben, wo ein Zugang von den Wohnblocks zu schaffen wäre. Völlig neu wäre ein Halt in Höhe der HTL Jenbach. Außerdem wäre wohl in Fischl nicht nur eine Ausweiche (braucht man für Mischbetrieb mit Dampfzügen und ggf. für Halbstundentakt in der Frühspitze), sondern auch ein Haltepunkt sinnvoll, weil dort keine Bushaltestelle mehr wäre. Ebenso wäre im Westen von Eben eine zusätzliche Haltestelle nötig, um dort den Bus abzulösen.
kaufhalle schrieb:
Kann man machen. Allerdings befördert man damit genau die befürchtete "Verunstaltung" des Erscheinungsbilds.

Erscheinungsbild bei der Achenseebahn?
Der moderne ÖBB-Bahnhof Jenbach?
Das moderne Bushäuserl in Maurach Mitte mit dem Beton-Bahnsteig und -Ensemble?
Die moderne Endstation am Seespitz direkt an der Leitplanke der Strasse?

Ist die bahnsteiglose Ausweiche Eben schützenswert? Oder der Bahnhof Maurach?

Wirklich interessant sind die historischen Zahnradlokomotiven. Aber die werden sicher, wie am Schnee- und Schafberg, weiterhin Touristen erfreuen können.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:12:10:11:23:02.
Patrick Rudin schrieb:
kaufhalle schrieb:
Kann man machen. Allerdings befördert man damit genau die befürchtete "Verunstaltung" des Erscheinungsbilds.

Erscheinungsbild bei der Achenseebahn?
Der moderne ÖBB-Bahnhof Jenbach?
Das moderne Bushäuserl in Maurach Mitte mit dem Beton-Bahnsteig und -Ensemble?
Die moderne Endstation am Seespitz direkt an der Leitplanke der Strasse?

Ist die bahnsteiglose Ausweiche Eben schützenswert? Oder der Bahnhof Maurach?

Wirklich interessant sind die historischen Zahnradlokomotiven. Aber die werden sicher, wie am Schnee- und Schafberg, weiterhin Touristen erfreuen können.

Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich jetzt verunsichert sein wegen der widersprüchlichen Aussagen. Die einen betonen den authentischen und unverbauten Charakter der Achenseebahn, Du sagst, dass eh alles hinüber ist. Die Realität liegt dazwischen, und eigentlich steht das auch alles schon da. Tatsache ist, dass die Achenseebahn nicht "totmodernisiert" wurde, aber auch, dass sich das halt so ergeben hat und keinen hohen Stellenwert bei der Achenseebahn hat.

Deine Beispiele sind sehr einseitig gewählt. In Jenbach ist die Achenseebahn nicht wirklich Teil des Bahnhofs (auch wenn das für die Parole vom Dreispurweitenbahngof gern so hingebogen wird), sondern mindestens in gleichem Maß Teil des Bahngofsvorplatzes. Maurach Mitte ist Neubau, da war vorher nichts. Also hat man da auch nichts kaputtgemacht. Außerdem muss das eh wieder weg, weil da eine Ausweiche hinmuss. Und dem Bahnhof Dreispitz kann man die Leitplanke nichr wirklich anlasten. Leitplanken kommen meistens woanders her.

Eben ist tatsächlich ansprechend, die Haltestelle Maurach (ist kein Bahnhof) könnte es auch sein.

Die historische Substanz an den Lokomotiven hält sich übrigens in Grenzen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2018:12:10:22:57:16.
kaufhalle schrieb:

Deine Beispiele sind sehr einseitig gewählt. In Jenbach ist die Achenseebahn nicht wirklich Teil des Bahnhofs (auch wenn das für die Parole vom Dreispurweitenbahngof gern so hingebogen wird), sondern mindestens in gleichem Maß Teil des Bahngofsvorplatzes.
Meine Beispiele sind nicht einseitig gewählt - ich habe schlicht und ergreifend alle Haltestellen mit Hochbauten aufgezählt. Beim Seespitz wirkt das Gebäude genau so modern wie die Leitplanke - und der asphaltierte Bahnhofsvorplatz in Jenbach gibt auch keine historische Kulisse ab...

Und ob Eben so fotogen ist, dass man den Bahnhof nicht antasten darf?

Die Lokomotiven sind dagegen im technischen und optischen Zustand der Ablieferung, auch wenn die Rahmen und Kessel im Laufe der Zeit ersetzt wurden. Aber diese herrlichen technischen Wunderwerke können die Leute auch noch erfreuen, wenn der Planverkehr statt mit Bussen mit Triebwagen stattfindet, und die Leute an Hochperrons ein- und aussteigen...
Hallo,

lasst mich die Argumente mit drei Bildern illustrieren:

https://abload.de/img/img_1270_2lyidm.jpg

Ende Oktober war ich einfach verblüfft. Hochinteressante Arbeiten gab es auch:

https://abload.de/img/img_1274kjfal.jpg

Und zum Abschluss ein Blick auf fast den ganzen Fahrzeugpark der Achenseebahn:


https://abload.de/img/img_1287n5fih.jpg

Schön, dass ausgerechnet die Dampflok im Einsatz war!

Aus der Diskussion möchte ich mich heraushalten. Ich wünsche ein schönes Jahr 2019,
Gilles