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MrEnglish schrieb:
Das Land würde eine rein touristische Nutzung schon finanzieren, zumindest vorübergehend und mit Unterstützung des Bundes. Was das Land nicht will sind unüberlegte Schnellschüsse, z.B. einfach Geld für ETs raushauen ohne auch nur ansatzweiße eine Idee von der Elektrifizierung zu haben.

Es geht zunächst mal nur um den aktuellen Erpressungsversuch der Achenseebahn. Gibt es da irgendwelche Anzeichen, dass das Land einknicken wird? Und natürlich wäre auch das schon nicht nachhaltig, wenn man nicht weiß, wie es danach weitergehen soll.
Dazu darf ich leider nichts sagen, ist aber auch nicht so schlimm, weil ich es eh nicht mit Sicherheit weiß.
Meiner Ansicht nach ist der aktuelle Status der Achenseebahn dem vieler deutscher Schmalspurbahnen vergleichbar. Die Bahn sitzt zwischen allen Stühlen, ist einerseits wertvolles Kulturgut und ein lebendiges Museum, da professionell und regelmäßig von einer Betriebsgesellschaft betrieben aber keine reine vereinsbetriebene Museumsbahn. Ähnlich wie z.B. HSB oder RüBB dient sie überwiegend dem Touristenverkehr und nur zu geringen Teilen echtem ÖPNV. Die Mehrzahl der Fahrgäste fährt mit um die Bahnfahrt - vorallem wegen dem Dampfbetrieb und der schönen Landschaft - ansich zu erleben, weniger um zwingend von A nach B zu kommen. Schüler und Berufspendler nehmen - so es sie in diesem Bereich überhaupt in signifikanter Zahl gibt - den Bus bzw. das Auto. Der Bahn wird Konzeptlosigkeit vorgeworfen. Nur was will man schon anderes tun als die letzten 50 Jahre ? Wie bei nahezu allen Bahnen dieser Art wird es ohne zusätzliche Mittel aus der öffentlichen Hand nicht gehen wenn man den Bahnbetrieb langfristig erhalten möchte. Wer nun fordert den Betrieb einzustellen oder die Bahn aus Kosten- und Umweltschutzgründen zu elektrifizieren müßte auch fordern alle deutschen dampflokbetriebenen Schmalspurbahnen einzustellen. Es gibt Bahnen mit friedlicher Koexistenz von Historie und Moderne, aber ich habe große Zweifel ob der Weg aus der Achenseebahn eine Art "Albtalbahn (AVG) 2.0" zu machen mit modernem ÖPNV und sporadischem Museumsbahnverkehr der richtige und erfolgversprechende ist. Dazu fehlt einfach das Fahrgastpotential und ein dicht besiedeltes Umfeld. Ohne Dampf fahren da nur noch wenige mit. Dass die Bahn nach Jahrzehnten der Kontinuität in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist dürfte eher an politischem Gezänk und persönlichen Befindlichkeiten liegen. Alle Beteiligten sollten sich um eine konstruktive Lösung bemühen. Wenn der Betrieb in bisherigem Umfang absolut nicht mehr finanzierbar ist wäre es vielleicht eine Option die Achenseebahn in eine klassische Museumsbahn zu überführen mit Betrieb nur am Wochenende so sich ein entsprechender Verein findet. Ohne öffentliche Hilfen geht es aber auch dann nicht. Es wäre jammerschade würde diese interessante Dampfbahn für immer verschwinden......

MfG Volker B



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.12.18 23:21.
Hallo,

eigentlich mag ich mich ja nicht an manchmal sinnfreie Diskussionen über "ungelegte Eier" beteiligen , aber bei dem Thema Achenseebahn tue ich es jetzt doch mal.

In den 1970er bis Anfang 1980er habe ich selbst die Achenseebahn häufiger als ganz normales Verkehrsmittel benutzt um von Jenbach nach Maurach für Touren im Rofan zu fahren. Und ich war da nicht der einzige, der z.B. von Jenbach nach Maurach oder Eben fuhr um dann von dort eine Bergtor zu starten. Damals war die Bahn nicht so wesentlich teurer als das Postauto, nur eben stilvoller. Damals waren die Fahrzeiten aber auch so, dass man den Zug für eine Bergtour nutzen konnte und nicht wie heute, wo der erste Zug um 10:00h ab Jenbach fährt.

Damals gab es für Urlauber auch bezahlbare Kombitickets, Zillertalbahn - Achenseebahn - Achenseeschifffahrt. Dann in den 1990er aber sind die Preise derart explodiert, dass sich eine normale Familie den Spaß "Achenseebahn" kaum mehr leisten konnte ohne vorher bei der Hausbank einen Kreditantrag zu stellen. Aber dies ist ja kein Alleinstellungsmerkmal der Achenseeebahn sonder gilt für fast jedwede Seilbahn bzw. für große Teile des speziell Tirol Tourismus.
Was ich aber damals schon nicht verstand, war der Umstand, dass im Winter keinerlei Betrieb war, obwohl es bereits genügend Wintertourismus, und dies waren nicht nur Skifahrer, in Maurach gab.

Jetzt aber zum aktuellen Stand.
Zitat
Kaufhalle schrieb:
"Es ist immer das gleiche: Die Achenseebahn hat kein Konzept und will Geld. Insofern sind auch an der Kritikalität der ausstehenden Arbeiten Zweifel angebracht. Zudem kann man sich wohl kaum "schwarzer Zahlen" rühmen, wenn man nicht mal die Instandhaltung finanzieren kann."

Richtig ist, dass man sich manchmal fragt, ob bei der Achenseebahn überhaupt nachgedacht wird oder man dort in einer Paralleltraumwelt lebt.
Da kreisen jahrelang völlig irreale Pläne mit "Kristallexpreß" bis in die Eng herum.
Da werden Umlegungspläne im Raum Maurach - Seespitz haarklein ausgearbeitet ohne überhaupt das Kapital zum Streckenerhalt zu haben. Das Erstellen dieser Planungsunterlagen, die von der Idee her nicht verkehrt sind, war sicher nicht gratis.
Und da werden E-Triebwagen gekauft ohne zu wissen wie sie betrieben werden soll. Die Fahrzeuge gab es sicher nicht umsonst, mußten also bezahlt werden, aber das Geld fehlt jetzt so zum Unterhalt der Strecke, dass die Stilllegung im Raum steht.

Zitat
r125 schrieb:
"Und wieviel mehr würde sie benützt wenn sie ein modernes, elektrisch betriebenes Nahverkehrsmittel für die örtliche Bevölkerung wäre?"

Ich wage zu bezweifeln, dass die absoluten Fahrgastzahlen steigen würden. Dafür ist die Einwohnerzahl viel zu gering. In der Gemeinde Eben zusammen mit den Ortsteilen Maurach und Pertisau leben gerade einmal 3.180 Einwohner, von denen sicher nicht die meisten regelmäßig pendeln, sondern vielmehr im Tourismus vor Ort beschäftigt sind. Laut Statistik von 2016 sind im gesamten Planungsverband 23 (Eben, Achenkirch, Steinbberg am Rofan) 1.373 Auspendler gewesen, wobei Achenkirch und Steinberg sicherlich nicht die Achenseebahn benutzen werden, sondern mit Bus oder Pkw fahren. Demgegenüber stehen 2017 über 1.509.000 Nächtigungen pro Jahr und das riesige Einzugsgebiet des Zillertals mit 4.293.000 Nächtigungen in 2017.

Die Achenseebahn wirbt nicht unrecht damit, dass sie die einzige rein dampfbetriebene Strecke in Österreich im Regelbetrieb ist, sie wirbt damit, dass sie quasi seit 130 Jahren im Originalzustand fährt. Und dies sind sicher, auch wenn es einige hier anders sehen, Argumente, die Touristen anziehen. Sicher wird nicht jeder Busreisende der hier durchgeschleust wird auf die Originalität der Bahn achten, aber der Werbefaktor wäre nach einer Elektrifizierung dahin.
Die Bahn ist eben keine "Mickey Mouse Bahn" mit irgendwie zusammengewürfelten Fahrzeugen. Das Gegenbeispiel dazu ist die Zillertalbahn, hier wurde aus dem stilreinen Regeldampfzügen wie sie bis Anfang der 80er Jahre verkehrten mittlerweile ein touristisches, recht teures Vergnügen mit nicht unbedingt passenden Fahrzeugen wie der bosnischen Lok 4, Fasslwagen, Swarowsky Kristall-Werbewagen, Cabriowagen usw. Ich will damit nicht die Leistungen der Zillertalbahn schmälern, die heute ein attraktives Nahverkehrsmittel ist und nachdem die Entscheidung gegen Elektrifizierung und für Wasserstoffbetrieb getroffen wurde, den Dampfzügen wenigstens (hoffentlich) eine optisch passende Umgebeung, soweit dies im Zillertal möglich ist, bietet. Nur steht es fest und ist in jedem Jahresbericht der ZB ausgeführt, daß die Nutzerzahlen der Dampfzüge immer weiter zurück gegangen sind. Und dies dürfte an beiden Faktoren liegen, hoher Fahrpreisaufschlag (H/R Jenbach - Mayrhofen mit Dampfzug 22,00EUR, mit VVT 14,80EUR), zu starke touristische Vermarktung mit z.T. unpassenden Fahrzeugen. Folge davon ist die immer stärkere Einschränkung des Dampfbetriebs.

Die Achenseebahn dagegen entspricht doch aber gerade dem, was einige in DSO immer so fordern...

Nur wenn jetzt eine Fahrleitung aufgestellt wird, dann war es das mit Original, dann sieht es auch der letzte Tourist, dass die Dampfzüge nix mehr mit Originalbetrieb zu tun haben. Dann könnte es schon sein, dass die Nutzerzahlen derer die bereit sind den exorbitanten Fahrpreis zu zahlen zurück gehen. Dann geht es wie bei der Zillertalbahn, Ausdünnung der Dampfzugfahrten, so dass dann nur noch ein Alibidampfzugverkehr übrig bleibt. Und schon wird der Betrieb völlig unrentabel und eines schönen Tages eingestellt.

Die Mitmenschen, die jetzt aus der Öko- / Klima- / Umweltschutzseite her kommen (ja, ich bin auch für Umweltschutz, nur sollte diese Debatte nicht völlig faktenfrei und einseitig geführt werden), die z.B.
Zitat
[/bgcolor][bgcolor= rgb(229, 229, 225)]r125 schrieb:
"Da wird (zu Recht und endlich) über Kohleausstieg, Luftqualität und CO2 diskutiert, und die Bahnbetreiber dort wollen Subventionen für ein kohlebetriebenes Freizeitverkehrsmittel. "
Zitat
Kaufhalle schrieb:
"Wenn die Achenseebahn es nicht schafft, ihre rein touristisch genutzte Infrastruktur instandzuhalten, scheint es wohl doch nicht weitergehen zu können wie bisher. Dass das Land eine solche rein touristisch genutzte Infrastruktur nicht subventionieren will, sollte wohl auch nachvollziehbar sein. Nun sind an der Notwendigkeit der öffentlichen Mittel für die Streckeninstandhaltung sowieso Zweifel angebracht, ebenso am drohenden Konkurs."

Wieso sollte das Land kein Geld zu einer reinen touristischen Infrastruktur geben? Der wirtschaftliche Nutzen für das Land und die anliegenden Gemeinden von ca. 120.00 Fahrgästen pro Jahr sollte hierbei auch nicht vernachlässigt werden. Diese Fahrgäste werden sicher nicht nur die Fahrkaste bei der Achenseebahn kaufen, sondern Gaststätten aufsuchen, mit der Achenseeschifffahrt fahren, die Seilbahnen in Maurach nutzen usw.. Ob all die Gäste auch ohne Achenseebahn in die Region gefahren wären wage ich zu bezweifeln und ob sie ohne Dampfzüge mit der Bahn gefahren wären und nicht gleich mit dem PKW wäre auch zu untersuchen.

Aber zu der Frage, warum sollte das Land touristische Anlagen fördern? Ganz einfach, weil z.B. in Tirol jeder Betrieb, auch wenn er gar nichts mit Tourismus zu tun hat, eine gewinnabhängige Tourismusabgabe leisten muß. Ich habe z.B. wirklich nichts mit Tourismus zu tun (Schiffselektrik und Elektronik) und dennoch bin ich verpflichtet eine Tourismusabgabe zu leisten. Wenn die Aussage von Kaufhalle stimmen richtig wäre, dann stelle ich mir die Frage warum ich den Tourismus fördern soll?
Ein Großteil der Wirtschaftsleistung Tirols kommt nun einmal aus dem Tourismus, also soll das Land dann auch touristische Projekte, wie z.B. die Achenseebahn, fördern.

Ich frage mich aber, wieso der Streckenzustand derart katastrophal sein soll, daß ohne Instandsetzung in 2019 kein Betrieb stattfinden kann. Laut Verkehrsbericht 2004 vom Land Tirol, Seite 53, Abschnitt 2.4.4 heißt es " Im Rahmen des V. Privatbahn-Investitionsprogramms wurde im vergangenen Jahr die Flachstrecke von Eben nach Seespitz auf einer Länge von 3,4 km saniert. "
Wie kann bei der geringen Nutzung der Strecke diese nach 14 Jahren bereits wieder derart desolat sein, daß ein Weiterbetrieb nicht möglich sei? Hier kommt dann auch bei mir der Verdacht auf, daß hier ein kleiner Erpressungsversuch gestartet werden soll und das Geld eigentlich für etwas anderes benötigt wird. Aber dies sollte doch wohl die Aufsichtsbehörde klären können. (Vielleicht sollte in diesem Zug auch geklärt werden, wer denn zufällig zeitlich passend alle Triebwagen derart mit Grafitti verunziert haben, daß seitens der Achenseebahn von einem Schaden in Höhe von 100.000 ... 250.000 EUR gesprochen wird. Siehe hierzu Bericht der TT vom 30.11.18.)


Der andere Punkt ist aber, daß wirklich ein Jammer ist, daß eine existierende Bahnstrecke, die optimal das Siedlungsgebiet Maurach erschließt, nicht für den regulären ÖPNV genutzt wird. Und das dies nicht durch die jetzige Betriebsführung mit 4 historischen Dampfloks erfolgen kann ist auch klar.

Die Fahrzeuge für eine modernere Betriebsführung sind gleichgültig ob jetzt mit Überlegung oder aus Träumerei heraus beschafft worden. Also sollten sie auch genutzt werden.

Woher soll aber auch das Geld für die Streckenelektrifizierung kommen? Wie lange soll das Projekt denn dauern, es ist doch nicht damit getan einige Masten aufzustellen und etwas Kupferdraht drüber zu spannen. Heute bedarf es doch was weiß ich für Planungsvorlauf, vielleicht eine UVP oder so. Dann kommen die Einsprüche gegen den bösen Elektrosmog...
Und in 10 Jahren wird dann mit dem Bau begonnen. Nur bis dahin haben die schönen Triebwagen wahrscheinlich noch Schrottwert und sind technisch komplett überholt und nicht mehr zulassungsfähig.

Also bleibt ein Generatorwagen, der ist aber auch nicht von der Stange zu haben und kostet auch Geld, wenn auch sicher nicht so viel wie eine Streckenelektrifizierung. Nur wie diesen betreiben?
Diesel?
Aber da geht dann sicher auch sofort das Geschrei los, Diesel geht gar nicht, ausgenommen vielleicht bei dem SUV vor dem Haus (ja, habe ich auch vor der Garage stehen. Stehe dazu.)

Wasserstoff?
Das Experiment will die ZB ja jetzt durchführen, nur wird das sicher wesentlich teuer als Diesel. Und wer soll für die paar Triebwagen einen bezahlbaren Generatorwagen bauen? Der Markt hierfür dürfte mehr als begrenzt sein, also würde es eine extrem teure Einzelfertigung sein.
Und wie sollte bei Wasserstoffbetrieb die Werkstätte aussehen? Die Achenseebahn wirbt ja gerade mit ihrer historischen Werkstatt, es fehlt also die komplette Infrastruktur.
Und wie soll das Zusammenspiel zwischen Dampfbetrieb und Wasserstoffbetrieb bei den begrenzten Platzkapazitäten funktionieren? Die Werkstatt und Tankstelle wird dann sicher ATEX Zone 2 sein, da wird es dann wieder richtig teuer mit allem, aber wirklich allem, was dort verwendet wird.

Batteriebetrieb?
Wäre fahrzeugtechnisch sicher die einfachste Variante, betriebstechnisch und preislich aber sicher nicht das Ideal. Die Triebwagen haben 820kW Dauerleistung, angenommen einstündiger Betrieb bis zum Nachladen, also ganz grob 900kWh Batteriekapazität (die Batterien dürfen ja nicht vollstndig entladen werden, Heizung ist auch nicht schlecht). Damit kostet die reine Batteriebank ca. 280.000 EUR, ohne jede erforderliche Leistungselektronik, ohne Ladetechnik.
Mit dem Einbau der Batterien in die Triebwagen ist es ja nicht getan. Es muß die geeignete Ladetechnik her, die wirkliches Schnellladen erlaubt und an diese Ladestelle muß auch ein ausreichend dimensionierter Anschluß an das EVU vorhanden sein. Also auch hohe Kosten.

Und nicht zuletzt, welches Personal soll die Wasserstoff- bzw. Batterietechnik bei der Achenseebahn beherrschen? Elektroniker mit Schwerpunkt Leistungselektronik sind sicher nicht die Menschen die aktuell händeringend Arbeit suchen. Eventuell wäre hier eine Kooperation mit der Zillertalbahn denkbar, nur würde die ja bei dem Projekt ihre Buslinie zum Achensee verlieren, was vielleicht die Kooperationswilligkeit einschränkt.

Für einen der wichtigsten Punkte bei dem ganzen Thema Achenseebahn als normaler ÖPNV-Betrieb in den VVT integrieren, halte ich die Verlängerung zumindest bis Pertisau. Dies sollte auf dem heute von Fuß- und Radweg genutzten Streifen unter Einbezug des Grünstreifens und "Zusammenrücken" von Fuß- und Radweg eventuell beschneiden des Straßenbanketts relativ problemlos möglich sein.
Damit könnte der Busverkehr nach Pertisau entfallen, vielleicht ließe sich dieses Straßenstück auch zur verkehrsberuhigten Zone umgestalten.
Ein weiterer, für die Umwelt wirklicher Nutzen wäre ferner die spätere Verlängerung in die Gramai.
Heute ist dies durch eine rein touristische und im Sommer hochbelastet Mautstraße bis zur Gaststätte Gramai erschlossen. Diese könnte dann für den Individualverkehr gesperrt werden und damit würde dem Gedanken Naturpark Karwendel Rechnung getragen.
Die Trassenführung wäre ohne größere Kunstbauten parallel zur Mautstraße durchführbar.

So, damit sind meine Gedanken zum Thema Achenseebahn für heute erschöpft, vielleicht war die eine oder andere Idee für eine weiterführende Diskussion dabei.
Ansonsten ist meine nächste Idee jetzt ein schönes Bier auzumachen :-)

Schönen Gruß Norbert

Bahn benutzen - nicht nur fotografieren!
vobri schrieb:
Meiner Ansicht nach ist der aktuelle Status der Achenseebahn dem vieler deutscher Schmalspurbahnen vergleichbar. Die Bahn sitzt zwischen allen Stühlen, ist einerseits wertvolles Kulturgut und ein lebendiges Museum, da professionell und regelmäßig von einer Betriebsgesellschaft betrieben aber keine reine vereinsbetriebene Museumsbahn. Ähnlich wie z.B. HSB oder RüBB dient sie überwiegend dem Touristenverkehr und nur zu geringen Teilen echtem ÖPNV.

Sie dient überhaupt nicht echtem ÖPNV. Das ist mit den Fahrpreisen nicht machbar, auch die Kurzstreckenfahrscheine auf der Flachstrecke von 2,50 EUR je Teilstrecke (tauchen auf der Internetseite nicht auf) helfen da nicht. Zudem hat man bei der Achenseebahn ein Verständnis von Pünktlichkeit, das mit Touristenbetrieb vereinbar ist, aber nicht mit ÖPNV. Zudem taugt die Fahrplanlage der Züge nur wenig für ÖPNV.

Die Situation ist insofern vielleicht irgendwie ähnlich mit manchen Bahnen in Deutschland, aber nicht wirklich vergleichbar. Die Achenseebahn lebt zu einem ganz wesentlichen Teil von Touristen, die einmal rauf und runter und dazwischen mit dem Schiff fahren. Das kommt eher einem Fahrgeschäft als einer Touristenbeförderung nahe.

vobri schrieb:
Die Mehrzahl der Fahrgäste fährt mit um die Bahnfahrt - vorallem wegen dem Dampfbetrieb und der schönen Landschaft - ansich zu erleben, weniger um zwingend von A nach B zu kommen. Schüler und Berufspendler nehmen - so es sie in diesem Bereich überhaupt in signifikanter Zahl gibt - den Bus bzw. das Auto. Der Bahn wird Konzeptlosigkeit vorgeworfen. Nur was will man schon anderes tun als die letzten 50 Jahre ? Wie bei nahezu allen Bahnen dieser Art wird es ohne zusätzliche Mittel aus der öffentlichen Hand nicht gehen wenn man den Bahnbetrieb langfristig erhalten möchte.

Die Achenseebahn ist für 31 Euro für Hin- und Rückfahrt unterwegs. Und diesen Preis kann man auch kaum mehr als nur symbolisch drücken, der ist real. Das ist eine völlig andere Größenordnung als bei den Dampfbahnen im deutschen Osten. Zu diesem Preis wird ÖPNV-nahe touristische Nutzung (z. B. mit der Bahn zum Wandern fahren) ausgegrenzt, wozu allerdings auch die eingeschränkte tägliche Betriebszeit beiträgt. Mit dieser Preislage schafft man aber auch eine Einnahmesituation, die kostendeckend ist und auch kostendeckend sein muss. Man würde sich sehr schwer tun, dass Befördern von Rentnerbusladungen aufwärts mit dem einzigen Zweck, nach Schiffsfahrt wieder runterzufahren, als irgendwie subventionswürdig zu verkaufen. Was die Achenseebahn eigentlich und ursprünglich will, wofür sie Geld haben will und was mit den Elektrifizierungs- und ÖPNV-Bemühungen nur sehr mühsam und halbherzig kaschiert wird, ist eine Optimierung dieses Busladungsabfertigens.

vobri schrieb:
Wer nun fordert den Betrieb einzustellen oder die Bahn aus Kosten- und Umweltschutzgründen zu elektrifizieren müßte auch fordern alle deutschen dampflokbetriebenen Schmalspurbahnen einzustellen. Es gibt Bahnen mit friedlicher Koexistenz von Historie und Moderne, aber ich habe große Zweifel ob der Weg aus der Achenseebahn eine Art "Albtalbahn (AVG) 2.0" zu machen mit modernem ÖPNV und sporadischem Museumsbahnverkehr der richtige und erfolgversprechende ist. Dazu fehlt einfach das Fahrgastpotential und ein dicht besiedeltes Umfeld. Ohne Dampf fahren da nur noch wenige mit. Dass die Bahn nach Jahrzehnten der Kontinuität in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist dürfte eher an politischem Gezänk und persönlichen Befindlichkeiten liegen. Alle Beteiligten sollten sich um eine konstruktive Lösung bemühen. Wenn der Betrieb in bisherigem Umfang absolut nicht mehr finanzierbar ist wäre es vielleicht eine Option die Achenseebahn in eine klassische Museumsbahn zu überführen mit Betrieb nur am Wochenende so sich ein entsprechender Verein findet. Ohne öffentliche Hilfen geht es aber auch dann nicht. Es wäre jammerschade würde diese interessante Dampfbahn für immer verschwinden......

Die Situation ist nicht vergleichbar. Das Fahrgastpotenzial für den Dampfbetrieb ginge nur sehr begrent verloren, weil es den Rentnergruppen völlig wurscht ist, ob da eine Oberleitung hängt. In der Schweiz funktioniert Dampfbetrieb unter Oberleitung auch. Andererseits halte ich es durchaus für prüfenswürdig, ob man mit oberleitungslosem elektrischem Betrieb auch auskommen würde, womit dann der Dampfbetrieb weiterhin freie Entfaltung (allerdings innerhalb fest einzuhaltender Fahrplanlagen hätte. Solange die Strecke nicht bis Pertisau verlängert wird, hätte man sowieso den ÖPNV nur bis Maurach Mitte, das Stück bis Seespitz hätten die Dampfzüge für sich allein. Andererseit wäre im Fall einer Verlängerung bis Pertisau weiterhin in Seespitz Schluss für die Dampfzüge. Der Dampfbetrieb würde aber wohl tatsächlich Fahrgäste an den Triebwagenbetrieb verlieren. All diejenigen, die eine Bergbahnfahrt haben wollen, dafür mangels Alternative die horrenden Preise akzeptieren, die aber mit Triebwagen zum Verbundtarif glücklicher wären.

bergeundmeer83 schrieb:
eigentlich mag ich mich ja nicht an manchmal sinnfreie Diskussionen über "ungelegte Eier" beteiligen , aber bei dem Thema Achenseebahn tue ich es jetzt doch mal.

Erst mal vielen Dank für die differenzierte Darstellung und dem Bemühen um eine Berücksichigung beider Seiten.

bergeundmeer83 schrieb:
In den 1970er bis Anfang 1980er habe ich selbst die Achenseebahn häufiger als ganz normales Verkehrsmittel benutzt um von Jenbach nach Maurach für Touren im Rofan zu fahren. Und ich war da nicht der einzige, der z.B. von Jenbach nach Maurach oder Eben fuhr um dann von dort eine Bergtor zu starten. Damals war die Bahn nicht so wesentlich teurer als das Postauto, nur eben stilvoller. Damals waren die Fahrzeiten aber auch so, dass man den Zug für eine Bergtour nutzen konnte und nicht wie heute, wo der erste Zug um 10:00h ab Jenbach fährt.

Damals gab es für Urlauber auch bezahlbare Kombitickets, Zillertalbahn - Achenseebahn - Achenseeschifffahrt. Dann in den 1990er aber sind die Preise derart explodiert, dass sich eine normale Familie den Spaß "Achenseebahn" kaum mehr leisten konnte ohne vorher bei der Hausbank einen Kreditantrag zu stellen.

Bliebe die Frage, ob das damals aufgrund geringerer Lohnkosten kostendeckend war oder ob es da Subventionen gab.

bergeundmeer83 schrieb:
Aber dies ist ja kein Alleinstellungsmerkmal der Achenseeebahn sonder gilt für fast jedwede Seilbahn bzw. für große Teile des speziell Tirol Tourismus.

Im Sommer gibt es durchaus Gästekarten, die die Nutzung diverser Seilbahnen ohne weitere Kosten ermöglichen. Für die Achenseebahn gibt es das so nicht, da wird lediglich eine Kaufmöglichkeit für eine Wochenkarte angeboten - zu einem Preis, für den man auch eine Wochenkarte für den ganzen restlichen ÖPNV in Tirol bekommt (als VVT-Tirolticket-Wochenkarte).

bergeundmeer83 schrieb:
Was ich aber damals schon nicht verstand, war der Umstand, dass im Winter keinerlei Betrieb war, obwohl es bereits genügend Wintertourismus, und dies waren nicht nur Skifahrer, in Maurach gab.

Der Wintertourismus ist halt sehr monothematisch, auch wenn das nicht immer den Bedürfnissen der Touristen entspricht. Es gab vor einigen Jahren mal den Versuch eines Versuchs von Winterbetrieb, der voll in die Hose gegangen ist, war hier auch Thema. Man hatte 2016 einen Winterfahrplan zunächst für 3b Wochend von Ende November bis Mitte Dezember angekündigt, mit dem Umfang des Nachsaisonfahrplans. Kurz vor Wirksamwerden des Fahrplans hat man dann nicht etwa die Ankündigung zurückgezogen, sondern den Fahrplan ohne irgendeinen Kommentar von der Seite genommen. Das ist halt das professionelle Management der Achenseebahn.

bergeundmeer83 schrieb:
Ich wage zu bezweifeln, dass die absoluten Fahrgastzahlen steigen würden. Dafür ist die Einwohnerzahl viel zu gering. In der Gemeinde Eben zusammen mit den Ortsteilen Maurach und Pertisau leben gerade einmal 3.180 Einwohner, von denen sicher nicht die meisten regelmäßig pendeln, sondern vielmehr im Tourismus vor Ort beschäftigt sind. Laut Statistik von 2016 sind im gesamten Planungsverband 23 (Eben, Achenkirch, Steinbberg am Rofan) 1.373 Auspendler gewesen, wobei Achenkirch und Steinberg sicherlich nicht die Achenseebahn benutzen werden, sondern mit Bus oder Pkw fahren. Demgegenüber stehen 2017 über 1.509.000 Nächtigungen pro Jahr und das riesige Einzugsgebiet des Zillertals mit 4.293.000 Nächtigungen in 2017.

Die Einführung von ÖPNV auf der Achenseebahn erfordert zwingend, dass der Busverkehr zwischen Wiesing und Maurach eingestellt wird. Diese Busfahrgäste hat man also sowieso schon in den Triebwagen. Vom Aufwand her ist das nicht neutral, weil der Busverkehr zwischen Jenbach und Wiesing bleiben müsste, weil ein Stundentakt (Linie nach Brixlegg) dort nicht akzeptabel wäre und die Rofansiedlung weiterhin bedient werden muss. In diesem Busverkehr ist aber der Busverkehr Jenbach - Achenkirch mit drin. Der Busfahrplan weist das nicht immer sauber aus, die scheinbaren Parallelfahrten von Postbus und Zillertalbahn zwischen Jenbach und Maurach gibt es nicht. Umsteigen in Maurach muss man heute oftmals sowieso, der Busfahrplan legt das nur nicht offen.

bergeundmeer83 schrieb:
Die Achenseebahn wirbt nicht unrecht damit, dass sie die einzige rein dampfbetriebene Strecke in Österreich im Regelbetrieb ist, sie wirbt damit, dass sie quasi seit 130 Jahren im Originalzustand fährt. Und dies sind sicher, auch wenn es einige hier anders sehen, Argumente, die Touristen anziehen. Sicher wird nicht jeder Busreisende der hier durchgeschleust wird auf die Originalität der Bahn achten, aber der Werbefaktor wäre nach einer Elektrifizierung dahin.
Die Bahn ist eben keine "Mickey Mouse Bahn" mit irgendwie zusammengewürfelten Fahrzeugen. Das Gegenbeispiel dazu ist die Zillertalbahn, hier wurde aus dem stilreinen Regeldampfzügen wie sie bis Anfang der 80er Jahre verkehrten mittlerweile ein touristisches, recht teures Vergnügen mit nicht unbedingt passenden Fahrzeugen wie der bosnischen Lok 4, Fasslwagen, Swarowsky Kristall-Werbewagen, Cabriowagen usw. Ich will damit nicht die Leistungen der Zillertalbahn schmälern, die heute ein attraktives Nahverkehrsmittel ist und nachdem die Entscheidung gegen Elektrifizierung und für Wasserstoffbetrieb getroffen wurde, den Dampfzügen wenigstens (hoffentlich) eine optisch passende Umgebeung, soweit dies im Zillertal möglich ist, bietet. Nur steht es fest und ist in jedem Jahresbericht der ZB ausgeführt, daß die Nutzerzahlen der Dampfzüge immer weiter zurück gegangen sind. Und dies dürfte an beiden Faktoren liegen, hoher Fahrpreisaufschlag (H/R Jenbach - Mayrhofen mit Dampfzug 22,00EUR, mit VVT 14,80EUR), zu starke touristische Vermarktung mit z.T. unpassenden Fahrzeugen. Folge davon ist die immer stärkere Einschränkung des Dampfbetriebs.

Die Achenseebahn dagegen entspricht doch aber gerade dem, was einige in DSO immer so fordern...

Es stimmt schon, dass die Achenseebahn sich eine gewisse Authentizität bewahrt hat und weder quietschbunt noch totmodernisiert wurde. Eine konsequente Ausrichtung in diesem Sinne sehe ich aber nicht. Sonst würde man nicht Fahrzeuge und Strecke mit den Jubiläumsplaketten zunageln.

bergeundmeer83 schrieb:
Wieso sollte das Land kein Geld zu einer reinen touristischen Infrastruktur geben? Der wirtschaftliche Nutzen für das Land und die anliegenden Gemeinden von ca. 120.00 Fahrgästen pro Jahr sollte hierbei auch nicht vernachlässigt werden. Diese Fahrgäste werden sicher nicht nur die Fahrkaste bei der Achenseebahn kaufen, sondern Gaststätten aufsuchen, mit der Achenseeschifffahrt fahren, die Seilbahnen in Maurach nutzen usw.. Ob all die Gäste auch ohne Achenseebahn in die Region gefahren wären wage ich zu bezweifeln und ob sie ohne Dampfzüge mit der Bahn gefahren wären und nicht gleich mit dem PKW wäre auch zu untersuchen.

Das Geld, das die Achenseebahn nicht mehr bekommt, ist für "Privatbahnen" bestimmt, die ÖPNV leisten. Es ist völlig korrekt, dass die derzeitige Achenseebahn davon nichts abbekommt. Tourismusförderung ist eine andere Baustelle, anscheinend ist da prinzipiell weniger zu holen. Grundsätzlich kann von privat betriebenen Touristenattraktionen (dazu gehört eben auch die Achenseebahn) Kostendeckung erwartet werden, sofern es nicht eine Querfinanzierung gibt. Der Haken dabei ist, dass sehr viele Nutzer der Achenseebahn außer den unmittelbaren Fahrpreisen für Bahn und Schiff kaum Geld dalassen. Da ist vielleicht noch gerade das Mittagessen drin, aber übernachtet wird woanders. Sonst würde man ja nicht mit dem Bus anreisen. Wirklich Geld bringen die Leute, die vor Ort übernachten, aber denen bietet die Achenseebahn wenig. Teilstreckennutzungen sind preislich unattraktiv, und wer eh schon oben seine Unterkunft hat, erreicht mit der Bahn kaum attraktiven Ziele.

bergeundmeer83 schrieb:
Der andere Punkt ist aber, daß wirklich ein Jammer ist, daß eine existierende Bahnstrecke, die optimal das Siedlungsgebiet Maurach erschließt, nicht für den regulären ÖPNV genutzt wird. Und das dies nicht durch die jetzige Betriebsführung mit 4 historischen Dampfloks erfolgen kann ist auch klar.

Die Fahrzeuge für eine modernere Betriebsführung sind gleichgültig ob jetzt mit Überlegung oder aus Träumerei heraus beschafft worden. Also sollten sie auch genutzt werden.

Woher soll aber auch das Geld für die Streckenelektrifizierung kommen? Wie lange soll das Projekt denn dauern, es ist doch nicht damit getan einige Masten aufzustellen und etwas Kupferdraht drüber zu spannen. Heute bedarf es doch was weiß ich für Planungsvorlauf, vielleicht eine UVP oder so. Dann kommen die Einsprüche gegen den bösen Elektrosmog...
Und in 10 Jahren wird dann mit dem Bau begonnen. Nur bis dahin haben die schönen Triebwagen wahrscheinlich noch Schrottwert und sind technisch komplett überholt und nicht mehr zulassungsfähig.

Es ist sehr fraglich, ob mit den gekauften Triebwagen irgendwas auszurichten wäre. Sie sind nicht barrierefrei, und lange Züge braucht man eigentlich nicht.

bergeundmeer83 schrieb:
Für einen der wichtigsten Punkte bei dem ganzen Thema Achenseebahn als normaler ÖPNV-Betrieb in den VVT integrieren, halte ich die Verlängerung zumindest bis Pertisau. Dies sollte auf dem heute von Fuß- und Radweg genutzten Streifen unter Einbezug des Grünstreifens und "Zusammenrücken" von Fuß- und Radweg eventuell beschneiden des Straßenbanketts relativ problemlos möglich sein.
Damit könnte der Busverkehr nach Pertisau entfallen, vielleicht ließe sich dieses Straßenstück auch zur verkehrsberuhigten Zone umgestalten.

Diese Verlängerung würde sehr helfen, dem Bahnbetrieb über die kritische Größe zu bringen.
Die fehlende Barrierefreiheit der Triebwagen sehe ich in einem "isolierten System" wie der Achenseebahn als relativ geringes Problem an.

Die Appenzeller Bahn hat es selber vorgemacht: Auf der Linie nach Walzenhausen fährt seit genau 60 Jahren ein und der selbe Triebwagen. Um die Barrierefreiheit gemäss BehiG zu erreichen, hat man nun die Bahnsteige angepasst.

Dies sollte auf der Achenseebahn mit ihren wenigen Stationen auch möglich sein - dann werden sich die Anpassungen an den Triebwagen auf einen oder mehrere Türbereiche einschränken.
Kann man machen. Allerdings befördert man damit genau die befürchtete "Verunstaltung" des Erscheinungsbilds. Andererseits müssen sowieso Haltepunkte neu gebaut werden. Der Haltepunkt Burgeck (der sowieso nur der Dekoration dient und faktisch mangels Bedarfs nicht bedient wird) hat überhaupt keinen Bahnsteig, die Straße ist der "Bahnsteig". Das ist dort auch nicht zu ändern. Die Lage ist aber sowieso ungünstig, den Haltepunkt könnte man etwas weiter nach Süden verschieben, wo ein Zugang von den Wohnblocks zu schaffen wäre. Völlig neu wäre ein Halt in Höhe der HTL Jenbach. Außerdem wäre wohl in Fischl nicht nur eine Ausweiche (braucht man für Mischbetrieb mit Dampfzügen und ggf. für Halbstundentakt in der Frühspitze), sondern auch ein Haltepunkt sinnvoll, weil dort keine Bushaltestelle mehr wäre. Ebenso wäre im Westen von Eben eine zusätzliche Haltestelle nötig, um dort den Bus abzulösen.
kaufhalle schrieb:
Kann man machen. Allerdings befördert man damit genau die befürchtete "Verunstaltung" des Erscheinungsbilds.

Erscheinungsbild bei der Achenseebahn?
Der moderne ÖBB-Bahnhof Jenbach?
Das moderne Bushäuserl in Maurach Mitte mit dem Beton-Bahnsteig und -Ensemble?
Die moderne Endstation am Seespitz direkt an der Leitplanke der Strasse?

Ist die bahnsteiglose Ausweiche Eben schützenswert? Oder der Bahnhof Maurach?

Wirklich interessant sind die historischen Zahnradlokomotiven. Aber die werden sicher, wie am Schnee- und Schafberg, weiterhin Touristen erfreuen können.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.12.18 11:23.
Patrick Rudin schrieb:
kaufhalle schrieb:
Kann man machen. Allerdings befördert man damit genau die befürchtete "Verunstaltung" des Erscheinungsbilds.

Erscheinungsbild bei der Achenseebahn?
Der moderne ÖBB-Bahnhof Jenbach?
Das moderne Bushäuserl in Maurach Mitte mit dem Beton-Bahnsteig und -Ensemble?
Die moderne Endstation am Seespitz direkt an der Leitplanke der Strasse?

Ist die bahnsteiglose Ausweiche Eben schützenswert? Oder der Bahnhof Maurach?

Wirklich interessant sind die historischen Zahnradlokomotiven. Aber die werden sicher, wie am Schnee- und Schafberg, weiterhin Touristen erfreuen können.

Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich jetzt verunsichert sein wegen der widersprüchlichen Aussagen. Die einen betonen den authentischen und unverbauten Charakter der Achenseebahn, Du sagst, dass eh alles hinüber ist. Die Realität liegt dazwischen, und eigentlich steht das auch alles schon da. Tatsache ist, dass die Achenseebahn nicht "totmodernisiert" wurde, aber auch, dass sich das halt so ergeben hat und keinen hohen Stellenwert bei der Achenseebahn hat.

Deine Beispiele sind sehr einseitig gewählt. In Jenbach ist die Achenseebahn nicht wirklich Teil des Bahnhofs (auch wenn das für die Parole vom Dreispurweitenbahngof gern so hingebogen wird), sondern mindestens in gleichem Maß Teil des Bahngofsvorplatzes. Maurach Mitte ist Neubau, da war vorher nichts. Also hat man da auch nichts kaputtgemacht. Außerdem muss das eh wieder weg, weil da eine Ausweiche hinmuss. Und dem Bahnhof Dreispitz kann man die Leitplanke nichr wirklich anlasten. Leitplanken kommen meistens woanders her.

Eben ist tatsächlich ansprechend, die Haltestelle Maurach (ist kein Bahnhof) könnte es auch sein.

Die historische Substanz an den Lokomotiven hält sich übrigens in Grenzen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.12.18 22:57.
kaufhalle schrieb:

Deine Beispiele sind sehr einseitig gewählt. In Jenbach ist die Achenseebahn nicht wirklich Teil des Bahnhofs (auch wenn das für die Parole vom Dreispurweitenbahngof gern so hingebogen wird), sondern mindestens in gleichem Maß Teil des Bahngofsvorplatzes.
Meine Beispiele sind nicht einseitig gewählt - ich habe schlicht und ergreifend alle Haltestellen mit Hochbauten aufgezählt. Beim Seespitz wirkt das Gebäude genau so modern wie die Leitplanke - und der asphaltierte Bahnhofsvorplatz in Jenbach gibt auch keine historische Kulisse ab...

Und ob Eben so fotogen ist, dass man den Bahnhof nicht antasten darf?

Die Lokomotiven sind dagegen im technischen und optischen Zustand der Ablieferung, auch wenn die Rahmen und Kessel im Laufe der Zeit ersetzt wurden. Aber diese herrlichen technischen Wunderwerke können die Leute auch noch erfreuen, wenn der Planverkehr statt mit Bussen mit Triebwagen stattfindet, und die Leute an Hochperrons ein- und aussteigen...

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