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[CH] Herbstsonne in Graubünden - Teil II (15 B.)

geschrieben von: BGD

Datum: 20.11.18 20:56

Hallo,

nach zwei schon recht sonnigen Tagen

[http://www.drehscheibe-online.de]

sollte auch heute wieder den ganzen Tag die Sonne scheinen und das tat sie auch.


Sonntag, 14.10.18

Nach dem obligatorisch entspannten Frühstück ging es zur ersten geplanten Fotostelle, diese lag bei Saas im Prättigau. Kurz vor dem Bahnhof unterquert die Bahn in einem kleinen Tunnel einen Berghang und von diesem kann man verschiedene Blickwinkel realisieren. Zudem herrscht zwischen Klosters und Landquart eine ordentliche Zugdichte, da hier die stündlichen Züge nach Davos, Scuol und die zweistündlichen Engadin-Star nach St. Moritz verkehren. Und dies in der Regel lokbespannt mit hohem Anteil an BoBo II, die ja von der Neubeschaffung der „Capricorn“-ETs bedroht sind. Auf der Fahrt ins Prättigau konnte man bei Davos-Glaris nochden Vormittagsnostalgieplanzug nach Filisur mitnehmen.

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Halb Elf und noch immer reichlich Schatten im Landwassertal als der Nostalgiezug gen Filisur strebt, es sollte das letzte Bild dieses Zuges im Urlaub sein

An der angepeilten Fotostelle verblieben wir länger als geplant, denn es war äußerst entspannend hier, fast wie Urlaub. Das Prättigau ist ja für mich so etwas wie die Klischee-Schweiz aus den Heidifilmen – viele saftig grüne Wiesen und Hütten, die sich über die Berghänge verteilen. Dass während unseres Aufenthalts dort noch eine Ziegenherde vorbeischaute, machte die Sache dahingehend perfekt.

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RhB-Lokomotiven sind fester Bestandteil des LGB-Produktportfolio, anlässlich des 50-jährigen Firmenjubiläums wirbt Ge 4/ II 617 seit diesem Jahr für den Gartenbahnmonopolisten

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Im Gegenlicht erheben sich die Gipfel der Silvrettagruppe - die EMS Lok Ge 4/4 III 643 fährt mit RE 1032 nach Landquart in den Bahnhof Saas ein

Inzwischen war es fast Mittag und eigentlich sollte es noch weiter Richtung Appenzeller Land gehen. Hier stand etwas Sightseeing (evtl. Säntis, Käserei) und noch ein Besuch des lokbespannten Voralpenexpress an, der ja ab Ende 2019 durch neue, achtteilige FLIRT-Triebzüge ersetzt werden. Im Urlaub selbst ging ich von einer Ablösung durch die „Traverso“ zum kommenden Fahrplanwechselaus. Als Motiv wurde das Viadukt Degersheim gewählt, welches mir von den vorab betrachteten Möglichkeiten als subjektiv schönstes herausstach. Durch die Rheintalautobahn ist man auch tatsächlich schnell am Rande des Appenzeller Land. Dann geht es vom im Rheintal gelegenen Altstätten über eine gut ausgebaute Straße in einigen Kehren hinauf Richtung Gais und Appenzell. Diesen Weg, wenngleich nicht straßenparallel, bestreitet auch die Appenzeller Bahn, aufgrund der starken Steigungen bis 160 Promille als Zahnradbahn geführt. An der passend benannten Station Kreuzstraße treffen sich Straße und Schiene und da auch bald ein Zug von Altstätten hinaufkäme, wurde ein kurzer Stopp eingelegt. Die Appenzeller Bahnen stehen ohnehin schon seit einiger Zeit auf meiner erweiterten ToDo-Liste.

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Schon recht weit hat sich S 3138 aus dem Rheintal hochgearbeitet

Nun ging es weiter in die Kantonshauptstadt Appenzell. Hier bot sich auch ein kurzer Stopp am markantesten Kunstbau der Strecke, dem Sitterviadukt in Appenzell. Darüber führt die Strecke von St. Gallen nach Appenzell, welche in Gais Anschluss von und nach Altstätten bietet. Erst seit kurzer Zeit fahren hier die auf dem Stadler „Tango“ basierenden ABe 8/12, die aufgrund ihrer Mischkonstruktion zwischen Straßen- und Überlandstadtbahn wohl noch das ein oder andere Problemchen mit sich herumschleppen.

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Ein neuer Tango überquert die Sitter in Appenzell

Jetzt war nun aber wirklich Degersheim das nächste Ziel. Das dauerte aber nun auch etwas länger als gedacht, bzw. vom Navigationsgerät vorhergesagt und so verpasste ich einen Voralpenexpress (VAE) in Richtung St. Gallen, der als Seitschuss geplant war. Ebenso ernüchternd war die Tatsache, dass die Schatten mehr und mehr Besitz ergriffen. Für den bald kommenden VAE nach Luzern könnte das schon knapp werden. Die seitliche Perspektive wurde dann mit einem SOB-Flirt als S 23459 nach St. Gallen umgesetzt

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Aus den herbstlichen Bäumen ragt das Viadukt Degersheim heraus

Da die Schatten nun langsam auch die bunten Bäume im Vordergrund verdunkelten, wechselte ich wieder näher zur Brücke, aber so wirklich überzeugen konnte mich das Bild nicht. Hmm, da ich zu diesem Zeitpunkt ja noch der Überzeugung war, der Einsatz der lokbespannten Garnituren ende zum Fahrplanwechsel und wir unser touristisches Programm aufgrund der ganzen väterlichen Extrastopps wohl ohnehin nicht mehr komplett durchziehen würden können, wurde im Familienrat eine baldige Wiederkehr ins Appenzeller Land beschlossen. Das bedeutete auch, dass nun noch Zeit war, dem vielleicht bekanntesten Motiv des VAE einen Besuch abzustatten, dem Glatttalviadukt in Herisau. Auch hier wuchsen die Schatten schon ins Motiv herein. Aber da diese nicht so flächig daherkamen, sondern schön die Silhouetten der Wohnhäuser wiedergaben, empfand ich das sogar eher als bildbereichernd. Ein wenig ärgern könnte man sich, dass mit 446 017 und 018 vielleicht nicht gerade die Attraktivsten aus dem SOB-Fahrzeugpark am Zug waren, aber wir wollen ja mal nicht so sein.

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Zwei der insgesamt nur vier Re 446 mit VAE 2582 nach Luzern, die Loks wurden als Re 4/4 IV 1982 als Prototypen an die SBB geliefert und kamen in den Neunzigern zur SOB


Montag, 15.10.18

Der heutige Morgen offenbarte etwas ungewohntes, dicke Wolken bevölkerten den Himmel. Eisenbahnfotografie stand aber ohnehin nicht auf dem Plan. Vielmehr eine Wanderung von Brambrüesch nahe Chur zum Dreibündenstein, der an den Zusammenschluss der Drei Bünde Graubündens erinnern soll und den Punkt darstellt wo einst alle drei Gebietskörperschaften aufeinander trafen. Der Aufstieg vom bereits knapp 1600 Meter hoch gelegenen Brambrüesch, welches per Lift auch von Chur aus erreicht werden kann, führt über den 2174 Meter hohen Furggabüel und ist recht unkompliziert machbar.

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Herbst knapp unterhalb des Furggabüels

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Vom Furggabüel fällt der Blick in die Surselva, auch die hellen Felswände der Rheinschlucht lassen sich erkennen

Schon während des Aufstiegs war zu erkennen, dass Chur heute als Wetterscheide fungierte. Während es im Süden und Westen von dicken Wolken nur so wimmelte fiel der Blick gen Norden auf nahezu ungetrübtes Blau. So wurden die Waden beim Abstieg nicht durch übermäßiges Bremsen überstrapaziert und schon standen wir auf den windigen Wiesen zwischen Maienfeld und Landquart an der Normalspurstrecke von Chur nach Zürich. Der starke Wind besaß den Vorteil, dass sich der Nachwuchs mit Drachensteigen vergnügte, während es auf den Schienen ganz gut rollte. Nur ab und zu schnappte mal eine Wolke aus Westen kurz nach der Sonne.

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Kein Ausflug ohne Steuerwagenfoto, IC 573 nach Chur hat sogar deren zwei, im Hintergrund erhebt sich der 2560 Meter hohe Falknis

Der Nahverkehr wird hier ausschließlich von Stadler-Produkten abgewickelt. Alle Unterwegshalte bedienen elektrische GTWs, welche in die S-Bahn Chur eingegliedert sind. Den beschleunigten Nahverkehr übernehmen KISS-Doppelstocktriebzüge der Baureihe RABe 511. Die Züge des Fernverkehrs nach Zürich und darüber hinaus verkehren in der Regel lokbespannt. Aber keine Regel ohne Ausnahme. Ich nehme mal an als Füllleistung verkehrt der etwa anderthalb Stunden vorher als ICE 71 aus Hamburg in Chur angekommen ICE1-Triebzug als IC 1256 nach Zürich. Der Zug dürfte von dort am Abend wieder nach Chur zurückkehren um dann am nächsten Morgen als ICE 72 Wieder nach Deutschland zu starten.

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Ein normal dreckiger ICE zwischen Landquart und Maienfeld

Nun wanderte die Sonne immer straffer gen Bergkante und auch die Wolken zogen nun mehr und mehr vor ihr vorüber, aber für ein paar Züge reichte es noch. Auch der letzte IC passte noch gerade so in eine Lücke.

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Eine IC2000-Doppelstockgarnitur als IC 580 nach Basel in der letzten Lichtlücke

Danach wurde noch ein wenig Maienfeld angeschaut und der Coop in Thusis beehrt.

Dienstag, 16.10.18


Heute sollte das vor zwei Tagen aufgrund der Bahnfotografie nicht zustande gekommene touristische Programm nachgeholt werden. Aber natürlich ließ sich da auch die Eisenbahnfotografie integrieren. Nach dem Besuch der Käserei Appenzeller Land ging es erneut zum nicht weit entfernten Viadukt Degersheim. Zwar passte diesmal alles mit den Schatten, aber dass nun wieder die gleiche Garnitur mit der unfotogenen grauen Lok an der Spitze kommen musste drückte doch ein wenig aufs Gemüt. Selbiges wurde aber mit einem Besuch des sich selbst als Familien- und Freizeitberg bezeichnenden Kronbergs bei Jakobsbad wieder aufgehellt. Hier stehen den Familienmitgliedern aller Altersklassen einige Aktivitäten zur Auswahl. Von Sommerrodelbahn und Kletterwald über mehrere Spielplätze bis hin zu zahlreichen Wanderstrecken. Und befindet sich in der Familie mit einem Hang zur Eisenbahn, so kommt er durch den direkt an der Talstation der Luftseilbahn befindlichen Bahnhof der Appenzeller Bahnen auf seine Kosten. Denn nur unwesentlich weiter westlich findet sich eines der bekanntesten Motive im Appenzeller Land, der Blick auf das Kloster Leiden Christi. Dank des 30-Minuten-Taktes musste ich auch gar nicht lange warten, bis ein Zug kam. Auf der Strecke Gossau-Wasserauen werden seit diesem Jahr die neuen ABe 4/12 Triebwagen eingesetzt. Diese entstammen wie auch die „Tango“ dem Hause Stadler, besitzen die gleiche Front wie zahlreiche Westschweizer Triebwagen und wurden von den Appenzeller Bahnen auf den Namen „Walzer“ getauft.

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Ein „Walzer“ verlässt Jakobsbad in Richtung Gossau, im Hintergrund ist die Talstation der Kronbergseilbahn zu erkennen

Während ich wieder zurück zum Freizeitareal lief, überholte mich der Gegenzug. Diesem war die einzige Lokomotive der Appenzeller Bahnen vorgespannt, die Ge 4/4 1. Zunächst hatte ich mich ja ein wenig geärgert, aber der Zug dürfte bei dem dichten Takt zurückkommen. Und ein paar Runden auf der Sommerrodelbahn später tat er das auch. Diesmal geschoben, was mich zu einem seitlichen Blick auf Zug und Kloster veranlasste. Inzwischen waren auch die Schatten wieder rasch angewachsen.

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Ursprünglich für den Rollbockverkehr angeschafft, die Ge 4/4 der AB drückt einen Wendezug hinab nach Urnäsch

Und nachdem sich die Kinder an den Spielanlagen ausgetobt hatten, gab es auch noch eine Streiflichtaufnahme des Einzelstückes.

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Obwohl optisch nur wenig drauf hindeutet, besitzt die 1994 gebaute Lokomotive viele technische Gemeinsamkeiten mit den Ge 4/4 III der RhB

So neigte sich abermals ein sonniger Tag dem Ende entgegen. Und viel Sonne sollte uns auch die nächsten Tage erwarten.

Danke für die Aufmerksamkeit!

Björn
Hallo, Björn !

Vielen Dank für's Mitnehmen auf Eure Reise nach Graubünden. Da mag ich es ein wenig verschmerzen, dass ich es auch dieses Jahr nicht zu den gelben Lärchen geschafft habe. Und der Abstecher ins Appenzell an altbekannte Fotostellen hat mich auch sehr gefreut. Dafür gibts als Dankeschön einen spontanen Rückblick auf den 21.1.96:

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Gruss Andreas

Wieder sehr schön, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 21.11.18 22:24

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
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