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 08/02 - Alpenlandforum 

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Moin Gemeinde,

hier mal wieder ein kleiner Reisebericht meinerseits mit Alltagseinblick. - Begonnen hatte der gestrige Samstag wie üblich bei mir als Frühdienstjunkie (ich mag das einfach um diese Uhrzeit) in aller Herrgottsfrüh um 3.34 h. Ergo hatte sich der Wecker bei mir inkl. persönlicher Vorbereitungszeit zu Hause weg. Frühstück und Wegzeit bereits gegen 2.10 h gemeldet. Kaffee, Saft, zwei oder drei Scheiben Brot und der Tag ist mein Freund. Im Regelfall geht es um diese Zeit Samstags mit einem Zug nach Buchs, Lok für den Nachmittag dort abstellen und dann per Dienstfahrt nach Hause - also "kein großes Ding"; dachte ich. Zunächst ist ja bekanntlich bei der Eisenbahn nix so beständig wie die Abweichung einer Schicht, die noch nicht geplant ist. Bereits in der Nacht deutete sich an, dass ich auf dem Heimweg statt der Dienstfahrt noch die Lok mitnehmen sollte, da der nachfolgende Zug am Vormittag wohl im Ausfall sein. Nach Ankunft auf der Dienststelle wandelte sich der bis dato geplante Lokzug sogar noch in einen vollwertig beladenen Blubberbrause-Express um, welchen wir vorgezogen ab Buchs abfahren konnten. So weit - so gut.

Nach dem ich dann am frühen Morgen in Basel in See gestochen bin meldete sich in Höhe Rheinfelden der Funk und deute mir einen Extrahalt in Frick Gls. 4 (dieses besuchte ich später noch einmal) an, da ich an der Profilmessanlage einen außerplanmäßigen Ausschlag erhalten habe. Dieser konnte bis dahin vom zuständigen Mitarbeiter an dessen Monitor nicht eindeutig erkannt werden. Also in Frick an den Rand und den letzten Wagen (Nr. 39!) fix kontrolliert. Der Wagen stand gerade, Wagen war verschlossen und verplombt und dies gab ich an die zuständige Stelle weiter. Meine Weiterreise konnte ich mit ca. 35 min Verzug fortsetzen. Kurz hinter Zürich in Thalwil wäre ein Planhalt eingebaut, diesen benötigte ich nicht und somit war ich ab Thalwil wieder absolut im Plan und erreichte Buchs/SG absolut planmäßig.

Dort angekommen wollte ich auf die bereitgestellte Folgeleistung wechseln - WOLLTE, denn da stand eine Re 6/6 im Weg, welche ein Kollege in der Nacht dort geparkt hatte. Also meine DB 185 fix zur Seite gestellt und die SBB Re 6/6 in Form von 620 055 kurz geentert, um diese umzuparken. Ich staunte nicht schlecht; denn bis dato wusste ich nicht, dass es noch Re 6/6 ohne ETCS gibt; muss wohl eine der letzten ihrer Art sein. Vllt kann User Remo dazu mehr sagen? Wie dem auch sei, den Hobel fix umgestellt, so dass ich mit meiner Lok an meine Last anfahren konnte. Nach der unmittelbaren Zugvorbereitung für mich in Zusammenarbeit mit dem Visiteur konnte ich nun endlich meine Pause machen und das zweite Frühstück in Form von warmen Fleischkäsebrötchen genießen (*leggaschmegga)

Gegen kurz vor halb zehn (also noch vor dem Halb-zehn-Uhr-Knoppers, geht eig. sowas von gar nicht :-) ) sollte dann planmäßig die Rückfahrt für mich starten. Beladen mit knapp 1.650 To Gesamtzuggewicht ging es dann wieder auf die Reise zurück nach Muttenz. Da es sich um einen Sonderfahrplan handelte - vielen Dank an die vllt. Mitleser hier im Forum, dass das so reibungslos geklappt hatte! - waren die Fahrtzeiten entsprechend stramm und viel Luft zum Bummeln hatte ich nicht, verglichen mit den sonstigen Fahrordnungen des Alltags auf dieser Linie. Also zog ich stramm durch und konnte im großen und ganzen auch die Fahrtzeiten bei +/- ein/zwei Minuten halten, dies kommt dadurch zu Stande, dass zum Beispiel im Zimmerbergtunnel zw. Thalwil und Zürich (Vorbahnhof) in der von mir gefahrenen Zugreihe D 65 % max. 70 km/h zugelassen sind. Daher verschiebt sich hier und da alles um ein bis zwei Minuten. Dennoch konnte ich meine Planzeiten ab Alstätten wieder einhalten und es ging nahtlos durch; nahtlos durch bis ja bis Frick Gls. 4 (wir erinnern uns?). Dort war eine Überholung eines Schnellzuges eingeplant, welche auch stattfand. Danach versagte die Weiche vor Ort ihren Dienst und verweigerte die Mitarbeit. Nach Absprache mit dem FDL trat ich dann mal kurz den Fußweg an und lief zur Weiche vor. Diese wurde zwar angesteuert, allerdings bewegte sich die Zunge genau gar nicht; der Weichenantrieb wollte, aber konnte nicht. Nun wurde seitens FDL noch das Serviceteam aufgeboten. diese kamen und gaben mit zu verstehen, dass das wohl nix mehr wird heute, da ein bestimmtes Bauteil gewechselt werde müsste. Im selben Atemzug kam abermals durch den Funk die Nachricht, dass die Weiche wieder zur Mitarbeit überredet werden konnte und siehe da, nach knapp 92 min (Zwangs-) Stillstand ging das für mich gültige Signal auch wieder auf. Also die Pferde gesattelt, bevor sich das Teilchen dies wieder anders überlegt. Somit erreichte ich Basel gegen kurz vor 14°° am Nachmittag und nach einem kleinen Fußweg zurück zur Meldestelle konnte ich dann auch dem Feierabend entgegen sehen.

Früh am Morgen:

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Re 6/6 620 055 in Buchs/SG, im weg stehend:

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Hassler Bandtacho, kein ETCS, manuelle Technik eben, welche schlicht funktionell ist

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Zwangspause in Frick:

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Der Rächer der Enterbten in Person - mit Spaß bei der Arbeit:

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Bis die Tage - schönes Wochenende euch allen.

Das Leben bei und mit der Eisenbahn: "Jeder macht was er will; keiner was er soll; alle machen mit!"

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.11.18 08:26.

Re: Reisebericht vom Alltag - oder doch nicht? ;-)

geschrieben von: LaYa

Datum: 11.11.18 14:38

Hallo Christian
Danke für den schönen Bericht.
Re 6/6, oder eben nun Re 620, ohne ETCS gibt es schon noch einige. 620040-620060 haben alle kein ETCS. Man hat schon gerüchteweise gehört, dies werde nachgerüstet, ob das mal soweit kommt, keine Ahnung
Gruess und allzeit gute Fahrt
Martin

Danke für die Ergänzung. (o.w.T)

geschrieben von: Christian Snizek

Datum: 11.11.18 15:21

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.11.18 15:22.

Re: Reisebericht vom Alltag - oder doch nicht? ;-)

geschrieben von: 44 115

Datum: 11.11.18 16:30

So sieht er also aus-unser Christian.
Haare etwas spärlich über dem Gehirn:lange Zeit Mütze getragen?:=)
Danke für neue Bilder!Und schönen Sonntag noch!
Olaf

Re: Reisebericht vom Alltag - oder doch nicht? ;-)

geschrieben von: Jochen-1958

Datum: 11.11.18 17:17

Sehr interessanter Bericht aus dem Alltag... Prima geschrieben und beschrieben - schön zu lesen...

Schöner Reisebericht

geschrieben von: 146 116-9

Datum: 12.11.18 11:53

Hallo Christian

wieder mal ein schöner reisebericht, aus dem
Alltag, herrlich zu lesen.
und dann die böse Feierabendverhinderungsweiche, ist ja wie mit unserem Hochregallager.

Kannst ja mal ein Buch schreiben.

Grüße Uwe
Hallo Christian

Kann man in solchen Störungsfällen nicht den Zug unbegleitet über die Einfahrweiche zurückdrücken und dann durch Gleis 3 die Fahrt Richtung Basel fortsetzen? Natürlich alles mit Anweisungen durch die Zentrale. In Frick hat es ja Seite Brugg keinen Bahnübergang etc.

Das hätte zwar auch einige Zeit gekostet, aber sicher nicht 90 min Verspätung ergeben.

Gruss Railfan

Re: [CH] - Reisebericht vom Alltag - oder doch nicht? ;-)

geschrieben von: e32

Datum: 13.11.18 14:05

Railfan schrieb:
Hallo Christian

Kann man in solchen Störungsfällen nicht den Zug unbegleitet über die Einfahrweiche zurückdrücken und dann durch Gleis 3 die Fahrt Richtung Basel fortsetzen? Natürlich alles mit Anweisungen durch die Zentrale. In Frick hat es ja Seite Brugg keinen Bahnübergang etc.

Das hätte zwar auch einige Zeit gekostet, aber sicher nicht 90 min Verspätung ergeben.

Gruss Railfan
Das Problem ist eher, wer überschaut am Zugschluss das Rückwärtsfahren?
Selbst wenn einer ungerechtfertigt im Gleis steht und überfahren wird, dann hat man dann mehr als 90 Min Verspätung.
Vom ganzen "Pipp- Papp" nachher (Justiz, etc.), gar nicht geschrieben.
Naja, in Folge der Bauarbeiten die am Bözberg derzeit sind, ist das im Moment nur sehr schwer bis gar nicht möglich. Da ist jeder froh, wenn die Verkehre einigermassen planmässig durchkommen; auch in Folge des derzeitigen abschnittsweisen Einspurbetriebes. Zudem müsste man ja mindestens zu zweit sein, um diese Aktion durchzuführen. Ging mir auch durch den Kopf - aber wie gesagt, wenn man alleine ist, stehst ziemlich schräg da ...

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Hi,

mich wundert es ja, dass zweiachsige Wagen die am Zugschluss eingereicht sind, nicht regelmäßig entgleisen. Auf geraden Streckenabschnitten kann man schön beobachten wie die Wagen hin und her schaukeln, teilweise sogar richtig heftig.
Danke für den Beitrag.

Gruß Marc

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/logo11lprfuthq0.jpg

Re: [CH] - Reisebericht vom Alltag - oder doch nicht? ;-)

geschrieben von: e32

Datum: 13.11.18 16:37

Das "schaukeln" hat manchmal auch damit zu tun, wie straff der Wagen im Zugverband gekuppelt ist und den Zustand des Fahrwerkes.
Früher gab manchmal in Güterzügen mit alten Wagen regelrechte "Schaukelstühle, so ďie Wagentypen Gklm, Gms.

Das Wackeln der Zweiachser ...

geschrieben von: Christian Snizek

Datum: 13.11.18 17:44

Wir hatten seinerzeit - damals war ich noch bei einer anderen Firma in CH angestellt - eine Leistung, welche im Wagenpark aus 40 Tds Wagen (Symbolbild -> [www.dybas.de] ) bestand. Damit rollten wir von Basel bis Erstfeld (und weiter bis Chiasso), bzw. dort übernahm ein Kollege den Zug. Es war schon witzig anzuschauen, wie sich die Wagen aufschaukelten. Liegt in der Natur der Wagen in Verbindung mit dem kurzen Radstand am/im Fahrgestell. Bei den Hbillns & Co. (Symbolfoto(s) -> [www.ts-werkstatt.de] ) dürfte das nicht viel anders sein; hinzu kommt da noch die Tatsache, dass der Wagenüberhang zw. Puffer und Achsmitte recht lang ist. Dadurch schunkelt es halt noch ein wenig mehr.

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.11.18 17:46.

Hauptsache die Buchs' bleibt sauber :-)

geschrieben von: Stumpfgleis

Datum: 13.11.18 22:14

Hallo Christian,

vielen Dank für Deinen angenehm zu lesenden Bericht.
Besteht nicht die Möglichkeit, das Du Dir bei Deinen häufigen Fahrten nach Buchs nicht Deine Buchs(e) vollmachst :-)) ?
Meine Frau würde mich da wohl lieber nach Knielingen fahren lassen ;-)

Liebe Grüße,

Frank



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.11.18 22:15.

Verständnisfrage

geschrieben von: Jörn

Datum: 15.11.18 23:19

Kannst du / darfst du, wie du schreibst, in Buchs mal eben eine fremde Lok entern und umstellen? Ich bin immer davon ausgegangen, dass abgestellte Loks abgeschlossen sind und man sie auch nicht "ohne Papiere" in Betrieb nehmen kann.

Wie ist das geregelt? Ich gehe mal davon aus, dass es in Buchs nicht so etwas wie eine Lokleitung (so hieß das ja früher in deutschen Betriebswerken) gibt, wo man mal eben Schlüssel etc. holen kann.

Auf Erleuchtung freut sich
Jörn.

Re: Verständnisfrage

geschrieben von: Christian Snizek

Datum: 16.11.18 08:30

Noch dürfen wir - eine entsprechende Einweisung/Ausbildung vorausgesetzt - die Fahrzeuge der SBB bewegen und im Bedarfsfall auch benutzen, da gibt es entsprechende Vereinbarungen dafür. Mal sehen, wie lange das noch der Fall ist.

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Re: Verständnisfrage

geschrieben von: Jörn

Datum: 16.11.18 12:55

Okay, ich gehe davon aus, dass du vielleicht mit einem Vierkant in den Führerstand kommst. Aber viele Eisenbahnfreunde haben so etwas auch in der Tasche. :-)

Da muss es doch noch einen weiteren Sicherheitsmechanismus geben, damit du die Lok auch Aufrüsten / in Betrieb nehmen kannst?

Gruß
Jörn.

Re: Verständnisfrage

geschrieben von: Matthias Muschke

Datum: 16.11.18 20:07

Jörn schrieb:
Okay, ich gehe davon aus, dass du vielleicht mit einem Vierkant in den Führerstand kommst. Aber viele Eisenbahnfreunde haben so etwas auch in der Tasche. :-)

Da muss es doch noch einen weiteren Sicherheitsmechanismus geben, damit du die Lok auch Aufrüsten / in Betrieb nehmen kannst?
Ja, nennt sich Ausbildung. Auch die Schlüssel modernerer Tfz waren ja schon auf den einschägigen Portalen zu haben...
Im übrigen holt man schon viele Jahre in einer Lokleitung keine Papiere und Schlüssel mehr.

MfG

"Weiss jemand ob DR Kesselwagen auch durch die BRD gefahren sind. Von Güterwagen weiss ich, dass sie auch in der BRD unterwegs waren, aber Kesselwagen ?"
Aus: [www.stummiforum.de]
(:-O???)
meine aktuelle Hymne: [www.youtube.com]

Re: Verständnisfrage

geschrieben von: PKP Cargo

Datum: 17.11.18 01:53

Jörn schrieb:
Okay, ich gehe davon aus, dass du vielleicht mit einem Vierkant in den Führerstand kommst. Aber viele Eisenbahnfreunde haben so etwas auch in der Tasche. :-)

Da muss es doch noch einen weiteren Sicherheitsmechanismus geben, damit du die Lok auch Aufrüsten / in Betrieb nehmen kannst?
Hi,

die meisten Cargo 420/620 haben mittlerweile Kreuzbart- Schlösser wie bei der BR 185/485, 186/486, 187 usw. Der kleine Schlüssel zum entsperren des Führerpultes bleibt immer auf der Maschine.
Die Lokleitung für die ganze Schweiz sitzt in Olten. Es gibt noch ein paar "regionale Lokleiter" z.B. in Bellinzona, die sehen ihre Loks aber auch ausschließlich am Computer.

Gruß Marc

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/logo11lprfuthq0.jpg

Re: Verständnisfrage

geschrieben von: ssb

Datum: 17.11.18 13:06

PKP Cargo schrieb:
Der kleine Schlüssel zum entsperren des Führerpultes bleibt immer auf der Maschine.
Die Lokleitung für die ganze Schweiz sitzt in Olten. Es gibt noch ein paar "regionale Lokleiter" z.B. in Bellinzona, die sehen ihre Loks aber auch ausschließlich am Computer.

Gruß Marc
Der kleine Schlüssel sollte immer auf der Maschine bleiben......

Re: Verständnisfrage

geschrieben von: class88

Datum: 17.11.18 21:12

Betriebsgeheimnisse gehören nicht ins Forum...Sonst kommen noch so ein paar Schwachmaten auf gewisse Ideen!

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