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[AT/IT] "Brenner-Basistunnel: Wahnsinn mit Methode"

geschrieben von: J-C

Datum: 13.03.18 08:12

Auf der Webseite trend.at wurde über den Bericht des europäischen Rechnungshofes berichtet - und der attestiert dem Brenner-Basistunnel keine gute Note.

Zitat:
Der Befund des Rechnungshof-Prüfers ist, nach ausführlicher Recherche, vernichtend: "Es wird", sagt Oskar Herics, zumindest bis zum Jahr 2040 keine gesamthaft funktionierende Strecke geben. Es ist auch nur eine sehr eingeschränkte Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße in den Bahntunnel zu erwarten. Alles, was wir bisher sehen, ist ein nationaler Fleckerlteppich, es fehlen ein Gesamtkonzept und die gemeinsame Umsetzung."
Vor allem der weit gediehene Bau des 64 Kilometer langen Brenner-Basistunnels zwischen Innsbruck und dem Südtiroler Franzensfeste ist ein zehn Milliarden schwerer Schildbürgerstreich. Denn um die Kapazitäten des Tunnels, der laut der Errichtungsgesellschaft BBT-SE in neun Jahren fertiggestellt sein soll, nutzen zu können, bräuchte es funktionierende "Zulaufstrecken" in Deutschland und Italien. Bei seiner Recherche kam Herics zur Erkenntnis, dass sich genau hier aber wenig bis gar nichts rührt: "Es gibt in Deutschland und teilweise in Italien weder konkrete Trassenplanungen noch Kostenschätzungen. Wir haben an vielen Stellen gefragt und sind nirgendwo fündig geworden."

Zitat:
Tatsächlich gibt es nicht mehr als fromme Absichtserklärungen - und Eingeständnisse, dass die nötigen Zulaufstrecken, zumindest jene in Deutschland, so bald nicht kommen werden. Alexander Dobrindt, bis vor kurzem Verkehrsminister des Nachbarlandes, verkündete bei einer Protestversammlung lärmgeplagter Bahnanrainer in Rosenheim einen "Neustart des Bürgerdialogs". Was so viel bedeutet wie jahrelange Diskussionen, Raumordnungs-, Planfestellungs- und Gerichtsverfahren sowie, so Dobrindt, einen "Baubeginn frühestens in 20 Jahren". Was eine Fertigstellung vor dem Jahr 2050 undenkbar macht.

Zitat:
Ähnlich ungeklärt ist die Situation im italienischen Sektor. Die Trasse vom Tunnelportal bis Verona müsste, um "systemkompatibel" zu sein, ebenfalls auf weite Strecken untertunnelt werden. Die Baukosten beliefen sich für die 180 Kilometer auf grob geschätzte zehn Milliarden Euro. Abgesehen davon, dass Italien mit 132 Prozent Staatsschuldenquote am finanziellen Abgrund spazieren geht, hat die Trasse für die römische Regierung nicht wirklich Priorität; die Bahnhöfe an der Strecke sind für die geplanten zwei Kilometer langen Güter- Fern-Schnellzüge sowieso ungeeignet und müssten völlig neu adaptiert werden.

Es ist dieses Unverhältnis zwischen deutschem und italienischem Stillstand und österreichischer Übereifrigkeit, das den Prüfer erregt. "Ich bin wirklich betroffen und frage mich, wie die Europäische Union ihre Projekte in Zukunft umsetzen will", sagt Herics: "Die Frage ist, ob die EU überhaupt imstande ist, große, transnationale Projekte zu verwirklichen." Eine Verzögerung des Projekts wäre halb so schlimm, wären nicht bereits etliche Milliarden aus Brüssel wie auch aus dem österreichischen Budget für das Projekt ausbezahlt beziehungsweise fix budgetiert.
Zitat:
"Der Lkw-Transport ist zu billig, es bräuchte, um den Tunnel zu füllen, zumindest eine EU-weite Lkw-Mindestmaut, sagt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Doch genau davon ist die EU weit entfernt. Gigantische Lkw-Staus im Inntal, Blockabfertigung, ewiger Transit-Streit mit Deutschland sind logische Konsequenz. Drohungen, "Lkw-Obergrenzen" oder "Alpentransitbörsen" einzurichten, waren im Tiroler Wahlkampf permanent zu hören -und bleiben doch nur leere Ankündigungen. Trucker brettern zu Dumpinglöhnen unter ausländischer Billig-Flagge und ohne Grenzkontrollen mit - tolerierten - 90 km/h über die Autobahnen, während Bahnlokomotiven an den Grenzen ebenso getauscht werden müssen wie die beamteten, teuren Lokführer.

Zitat:
Schon Mitte März wird EU-Rechnungshofkontrollor Herics der Verkehrskommissarin seine brisanten Infos zum Projekt persönlich mitteilen. "Es wird im Abschlussbericht bis zu zehn konkrete Empfehlungen geben", verspricht er. Brisant ist der Zeitpunkt seiner Intervention jedenfalls: Als Folge des Brexits wird das nächste EU-Budget um mindestens zwölf Milliarden Euro schrumpfen, der Verteilungskampf um die verknappten Fördermittel hat längst begonnen. Klar ist: Bei allen zukünftigen Förderzusagen will die EU mehr denn je den "EU-Mehrwert" im Mittelpunkt sehen und nicht nationale Interessenpolitik subventionieren.
Droht also im nächsten EU-Budget eine empfindliche Kürzung der versprochenen EU-Brenner-Gelder? Muss Österreich sein Tunnelbauwerk stoppen oder zumindest bremsen? Herics ist da überraschend offen. "Ausschließen würde ich gar nichts", sagt der Kontrollor, "denn schließlich werden hier viele Milliarden Euro nicht wirkungsvoll eingesetzt. Bis hin zu einem möglichen Vertragsverletzungsverfahren ist alles offen."

Leiwand...

Re: [AT/IT] "Brenner-Basistunnel: Wahnsinn mit Methode"

geschrieben von: Railfan

Datum: 13.03.18 10:27

Es ist aber in der Schweiz genau gleich aber trotzdem nicht falsch.

Der lange Tunnel (Gotthard, Lötschberg) musste in einem Streich gebaut werden. Er hat eine Lebensdauer von mehr als 100 Jahren. Die Zufahrtsstrecken folgen jetzt in den nächsten Jahren, gar Jahrzehnten.

Es mag zwar wirtschaftlich nicht optimal sein, aber es ist vernünftig, nicht den ganzen Korridor innert kurzer Zeit zu bauen. Der Korridor kann jetzt in Abhängigkeit der Verkehrsentwicklung realisiert werden. An meiner Strecke sind das z.B. 3-spurige Abschnitte, Ueberwerfungen für den Regionalverkehr. Der Transitverkehr erhält dadurch freie Fahrt.

Beim Vollausbau müsste wahrscheinlich die Strecke 4-spurig durch meine Stadt geführt werden. Da gäbe es vermutlich eine grosse Opposition.

Ich glaube eher, dass es am Willen und nicht an der Strecke liegt, wenn nicht mehr Verkehr auf die Bahn kommt. Auch mit den heutigen Strecken wäre ein wesentlich grösserer Güterverkehr möglich, wenn man es nur wollte.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.03.18 10:29.

Re: [AT/IT] "Brenner-Basistunnel: Wahnsinn mit Methode"

geschrieben von: kmueller

Datum: 13.03.18 12:17

Railfan schrieb:
Es mag zwar wirtschaftlich nicht optimal sein, aber es ist vernünftig, nicht den ganzen Korridor innert kurzer Zeit zu bauen. Der Korridor kann jetzt in Abhängigkeit der Verkehrsentwicklung realisiert werden.
Als erstes könnte man Bahnverladung von Wörgl bis Südtirol anbieten und parallel dazu die Paßmaut verzehnfachen. Nicht als eine Schikane, sondern als eine notwendige Umweltmaßnahme im Rang deutscher Fahrverbote für Diesel-PKW. Die EU-Umweltbehörde würde bestimmt genauso positiv drauf anspringen wie die Umweltminister von Deutschland, Bayern, Österreich und Italien. Auch bei Volksabstimmungen in beiden Teilen Tirols fände das sicherlich eine Mehrheit. Spannend ist nur, was der EU-Rechnungshof dazu sagen würde. Vielleicht 'unwirtschaftlich' für die LKW-Branche, der die Behörde verpflichtet ist?

Re: [AT/IT] "Brenner-Basistunnel: Wahnsinn mit Methode"

geschrieben von: Avala

Datum: 13.03.18 16:43

So wirklich viel Ahnung vom System Eisenbahn dürfte der Herr Herics ja nicht haben. Nicht nur dass es keine 2 Kilometer langen Güterzüge im BBT geben wird, auch die Qualität der (ja durchaus bereits vorhandenen) Zulaufstrecken ist nur teilweise maßgeblich für die Auslastung im Tunnel.

Re: [AT/IT] "Brenner-Basistunnel: Wahnsinn mit Methode"

geschrieben von: AK1

Datum: 13.03.18 21:02

Nachdem er davon ausgeht, dass Loks und Lokführer an der Grenze getauscht werden müssen, ist das wohl so... Und ein paar Angestellte soll es ja inzwischen unter den Lokführern auch geben.

Zerstöre nicht das Weltbild von solchen Leuten!

geschrieben von: J-C

Datum: 13.03.18 23:16

Am Ende kommt heraus, dass schon seit den Neunzigern die ÖBB keine Beamten mehr einstellen!

Ich finde Kritik gut und richtig, wo sie angebracht ist. Was ich aber gar nicht mag, wenn man in dieser Kritik alternative Fakten bringt.

Die Konsequenz von dem, was man da liest, wäre als Forderung abgeleitet, dass sich ganz genau gar nichts tut...

Das kann man übrigens auch über Luise Ungerböck vom Standard oder dem Knoflacher, der von der selben Uni kommt, wie die, an der ich studiere.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.03.18 23:21.
J-C schrieb:
Die Konsequenz von dem, was man da liest, wäre als Forderung abgeleitet, dass sich ganz genau gar nichts tut...
Da sehe ich allerding schon viel Raum für andere Interpretationen. Die Kritik im Kern ist nicht neu. Der europäische Gerichtshof betrachtet die freie uneingeschränkte Fahrt für LKWs als ein Menschenrecht und bewertet dieses in rechtskräftigen Urteilen höher als den Gesunheitsschutz der Bevölkerung. Damit sind Maßnahmen zur Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene nur sehr eingeschränkt möglich (und meiner Meinung nach offensichtlich in Wahrheit politisch nicht gewollt). Und daran wird der BBT nichts ändern.
Moin,

Welche EU-Umweltbehörde? Außerdem: schon was von der EU-Wegekostenrichtlinie gehört?

Lg RhB WR 3811

Re: [AT/IT] "Brenner-Basistunnel: Wahnsinn mit Methode"

geschrieben von: kmueller

Datum: 15.03.18 10:51

RhB WR 3811 schrieb:
Welche EU-Umweltbehörde? Außerdem: schon was von der EU-Wegekostenrichtlinie gehört?
Als 'Umweltbehörde' könnte diejenige Stelle gelten, die aus Umweltgründen Dieselfahrverbote anmahnt. Und irgendetwas mit unvermeidlich notwendigen Kosten teuer machen, ist in einer Marktwirtschaft wirklich kein Problem.

Re: [AT/IT] "Brenner-Basistunnel: Wahnsinn mit Methode"

geschrieben von: KkStB

Datum: 15.03.18 13:41

Um dies zu wissen, hat es nicht den Europ. Rechnungshof benötigt, wo von mir Kollegen sitzen und arbeiten. Vom Milliardengrab BBT sprechen schon seit Jahren kluge Köpfe im scheinheiligen Land Tirol, denen man aber nie glaubte.

Manche Thesen von Ossi Herics, den ich persönlich kenne, sind wirklich an den Haaren herbeigezogen. Als Ossi Herics vor neun Jahren die ÖBB prüfte, ist mir sogar in einem Bericht ein Fehler aufgefallen, denn der RH dann nur widerwillig zu gab. Er war es auch, der den Salzburger Finanzskandal im Rahmen einer Prüfung übersehen hatte (es wurde nicht in die Durchlaufergebarung geschaut, dort waren die Zahlungsflüsse alle abgebildet), und daraufhin dann Karriere vom RH in den Europ. RH machte.

Im Unterschied zur Schweiz ist zu sagen, daß die Schweiz eine rigorose Verkehrspolitik hinsichtlich des Schwerverkehrs verfolgt und sich nicht von der EU bevormunden läßt. Dies Position hat Österreich durch den EU-Beitritt aufgegeben, obwohl stets Mitspracherechte versprochen waren.
Die Frage ist ja noch eine andere: der Tunnel muss erst einmal fertiggestellt werden... und bis dahin...sind dann auch die Zulaufstrecken in Planung bzw. Ausbau..So ein Projekt braucht schon 20 Jahre...in Italien sowieso aus anderen Gründen...

Rosenheim - Wörgl ist der Knackpunkt

geschrieben von: citta dei sassi

Datum: 15.03.18 21:35

LittleJoe4 schrieb:
Die Frage ist ja noch eine andere: der Tunnel muss erst einmal fertiggestellt werden... und bis dahin...sind dann auch die Zulaufstrecken in Planung bzw. Ausbau..So ein Projekt braucht schon 20 Jahre...in Italien sowieso aus anderen Gründen...
Da sind wieder die üblichen Heimatkämpfer in Bayern am Werk. [www.welt.de] Hier ein zitat aus [www.salto.bz] :
"In Tirol und Südtirol werden Milliarden investiert, um eine in eine zukunftsgerichtete Verkehrspolitik im sensiblen Alpenraum zu schaffen. Es ist an der Zeit, dass vor allem auch der wirtschaftlich starke süddeutsche Raum erkennt, dass es ohne den Ausbau der Zulaufstrecken zum Brenner Basis Tunnel schlicht und einfach nicht gehen wird,“ wurde der Tiroler Landeshauptmann gestern bereits auf dem Treffen mit den Südtirolern auf das Treffen mit Hermann eingestimmt.
mehr dazu: [www.salto.bz]
In Italien ist bei der Ausschreibung für den Abschnitt Franzensfeste - Waidbruck nach Eigenangabe angelaufen. [www.bbtinfo.eu]
So, wodran wird´s liegen? Eher nicht an den anderen Gründen....

Re: Rosenheim - Wörgl ist der Knackpunkt

geschrieben von: LittleJoe4

Datum: 16.03.18 07:47

Vor allem auf deutscher Seite die selbsternannten Umweltschützer!

Re: [AT/IT] "Brenner-Basistunnel: Wahnsinn mit Methode"

geschrieben von: leofink

Datum: 16.03.18 07:48

LittleJoe4 schrieb:
Die Frage ist ja noch eine andere: der Tunnel muss erst einmal fertiggestellt werden... und bis dahin...sind dann auch die Zulaufstrecken in Planung bzw. Ausbau..So ein Projekt braucht schon 20 Jahre...in Italien sowieso aus anderen Gründen...
Na na! Was soll denn das? Aus Schweizer Sicht kann ich dir aber sagen, dass die Italiener durchaus nicht die Letzten sind, was den Ausbau anbelangt.
Gruss Leo

Re: [AT/IT] "Brenner-Basistunnel: Wahnsinn mit Methode"

geschrieben von: J-C

Datum: 16.03.18 10:43

Auch ich bin der Meinung, dass das Problem vor allem auf deutscher Seite besteht...
dann verweise ich mal auf die Modernisierungsarbeiten am Simplontunnel und den Zustand des Bahnhofs Domodossola...da ist noch viel Luft nach oben...
LittleJoe4 schrieb:
dann verweise ich mal auf die Modernisierungsarbeiten am Simplontunnel und den Zustand des Bahnhofs Domodossola...da ist noch viel Luft nach oben...
Ist die Eigentumsgrenze nicht in Iselle? Und ja, über italienisch Bahnhöfe darf man Streiten, aber es hat einen gewissen Charm und meist doch noch die Infrastruktur die man erwartet wie eine Bar mit Trafik und der Möglichkeit eine Fahrkarte zu erweben auch wenn hier und die Farbe fehlt.
citta dei sassi schrieb:
LittleJoe4 schrieb:
dann verweise ich mal auf die Modernisierungsarbeiten am Simplontunnel und den Zustand des Bahnhofs Domodossola...da ist noch viel Luft nach oben...
Ist die Eigentumsgrenze nicht in Iselle? Und ja, über italienisch Bahnhöfe darf man Streiten, aber es hat einen gewissen Charm und meist doch noch die Infrastruktur die man erwartet wie eine Bar mit Trafik und der Möglichkeit eine Fahrkarte zu erweben auch wenn hier und die Farbe fehlt.

Das bringt aber den grenzüberschreitenden Hochgeschwindigkeits- und Güterverkehr herzlich wenig.
Zitat:
Tatsächlich gibt es nicht mehr als fromme Absichtserklärungen - und Eingeständnisse, dass die nötigen Zulaufstrecken, zumindest jene in Deutschland, so bald nicht kommen werden.
Man sollte sich was das angeht m.E. nicht immer nur auf zusätzliche Gleise Kufstein-Rosenheim fixieren, sondern etwas großräumiger denken.
Relevant ist doch vor allem, dass der Ostkorridor zeitnah realisiert wird, und das sieht derzeit so schlecht nicht aus.
J-C schrieb:
Auf der Webseite trend.at wurde über den Bericht des europäischen Rechnungshofes berichtet - und der attestiert dem Brenner-Basistunnel keine gute Note.

Zitat:
Der Befund des Rechnungshof-Prüfers ist, nach ausführlicher Recherche, vernichtend: "Es wird", sagt Oskar Herics, zumindest bis zum Jahr 2040 keine gesamthaft funktionierende Strecke geben. Es ist auch nur eine sehr eingeschränkte Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße in den Bahntunnel zu erwarten. Alles, was wir bisher sehen, ist ein nationaler Fleckerlteppich, es fehlen ein Gesamtkonzept und die gemeinsame Umsetzung."
Vor allem der weit gediehene Bau des 64 Kilometer langen Brenner-Basistunnels zwischen Innsbruck und dem Südtiroler Franzensfeste ist ein zehn Milliarden schwerer Schildbürgerstreich. Denn um die Kapazitäten des Tunnels, der laut der Errichtungsgesellschaft BBT-SE in neun Jahren fertiggestellt sein soll, nutzen zu können, bräuchte es funktionierende "Zulaufstrecken" in Deutschland und Italien. Bei seiner Recherche kam Herics zur Erkenntnis, dass sich genau hier aber wenig bis gar nichts rührt: "Es gibt in Deutschland und teilweise in Italien weder konkrete Trassenplanungen noch Kostenschätzungen. Wir haben an vielen Stellen gefragt und sind nirgendwo fündig geworden."
Ist doch ganz einfach, direkt vor der deutschen Grenze ein Verladeterminal. Dann bekommen die Bayern die Brummis und die Özis die Züge. Wenn sich dann die Bayern beschweren sollten über die vielen LKWs, dann können sie sich ja direkt beim bayrischen Bundesverkehrsminister beschweren. Definitiv schläft ja seit 9 Jahren im Bundesverkehrsministerium jeweils mindestens ein Bayer. Können die Betroffenen ganz direkt selber an der Wahlurne abstrafen, was ja dem Rest der Republik nicht vergönnt ist.

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