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J-C schrieb:
Na die ÖBB lügen sicher nicht absichtlich. Wieso sollte man auch so hobbylos sein?

Ich wäre für ein generelles Weglassen der Verspätungsgründe. Ganz ehrlich, 99,9% der Fahrgäste interessieren sich weder für die Pünktlichkeitsstatistik, noch für die Verspätungsgründe. Und ich gehöre tendenziell auch zu dieser Mehrheit

Ist also ein Problem, das nur die Nerds haben...

Nicht nur Nerds, sondern auch Reisende mit Anschlussbrüchen, die dann ihre Fahrgastrechte geltend machen wollen.

Noch ist es ja nicht üblich, dass sich die Bahnen - wie bereits im Flugverkehr - mit Ausflüchten wie höherer Gewalt erst mal aus der Affäre ziehen wollen.
J-C schrieb:
Na die ÖBB lügen sicher nicht absichtlich.
Ganz ohne Zutun der ÖBB kommen falsche Informationen sicher nicht zum Fahrgast. Das machen die ÖBB; mit Absicht. Wenn der Fahrgast Grund XYZ für die Ursache erfährt, ist das intern nicht anders abgelegt. Was nützen vor dem Hintergrund irgendwelche Maßnahmen zur Erhöhung der Pünktlichkeit, wenn sich "die" ÖBB schon bei der Angabe der (ursächlichen) Ursache in die Tasche lügen? Das lässt tief blicken, wenn's um die Verbesserung der eigenen Produktionsprozesse geht. Die drei Ws!

J-C schrieb:
Ganz ehrlich, 99,9% der Fahrgäste interessieren sich weder für die Pünktlichkeitsstatistik, noch für die Verspätungsgründe.
Auch das sehen die ÖBB anders. Weshalb Verspätungsstatistiken sammeln um daraus falsche Pünktlichkeitsstatitisiken zu erstellen und diese veröffentlichen?
Die ÖBB wissen um ihr Bild in der Öffentlichkeit und nutzen jeden Strohhalm, um es zu verbessern. Da ist es natürlich besser, 5.5 min reale Verspätung als pünktlichen Zug zu verkaufen. Wie würde die Statistik aussehen, wenn die Schwelle bei 2 min liegt? Andere Bahnen schaffen Schwellen im zweistelligen Sekundenbereich. Auf dem Papier funktionierende Anschlüsse mit 4 min Übergang sind bei "pünktlichen" Zügen nicht zu halten. Die Zugpünktlichkeit ist zwar gerettet, der Reisende kommt trotzdem nicht wie geplant ans Ziel. Selbst die 2012 angekündigte Auswertung der Reisendenpünktlichkeit hat inzwischen standesgemäße erspätung.

Die ÖBB nehmen sich selbst aus der Schusslinie, wenn eine externe Verspätungsursache genannt wird. Prüft tatsächlich fast niemand. Fehlt diese Ansage, sind automatisch "die ÖBB Schuld". Ergo ein Kratzer im Image. Wobei eine Falschaussage zur Ursache IMHO ein viel tieferer Kratzer ist. Auch hier gilt: Prüft niemand, so dass sowas nur den wenigsten auffällt. Spricht für die Wertschätzung der Kundschaft.

J-C schrieb:
Ist also ein Problem, das nur die Nerds haben...
Nicht wirklich. Das Problem haben die ÖBB, die ihren Kunden stets die Überdrüberleistungsfähigkeit beweisen müssen. Selbst dann, wenn sie zu spät sind. Koste es, was es wolle. Selbst vor der (Not)Lüge wird nicht zurück geschreckt.

J-C schrieb:
Noch ist es ja nicht üblich, dass sich die Bahnen - wie bereits im Flugverkehr - mit Ausflüchten wie höherer Gewalt erst mal aus der Affäre ziehen wollen.
Einen falschen Grund bzw. Verursacher zu nennen, geht schon stark in die Richtung, keine Verantwortung übernehmen zu wollen.
Nun, diese Verspätung war zu viel für diesen Zug. Um nicht in die Statistik mit der Verspätung hinein zu kommen, hat der Zug eine Technisches Problem und der Ersatzzug fährt von der Kernzonengrenze pünklichst ab. Daher fallen im Wiener Raum so viele Züge aus.
R 450 schrieb:
Die DB macht das ebenso. ALEX von München nach Prag hat Verspätung, Gegenzug muss in Ceska Kubice die Kreuzung abwarten, in Furth übernimmt diesen Zug der Zugbegleiter, der zuvor im verspäteten ALEX München-Prag Dienst hatte, und sagt bei der Begrüßung "wegen verspäteter Übergabe aus dem Ausland", womit er den "Schwarzen Peter" an die tschechische Bahn weitergereicht hat.

In diesem Fall ist es wenigstens bei rein formalistischer Sichtweise noch richtig. Bei dem, was die ÖBB machen, nicht mal das.

kami schrieb:
Ich wollte darauf hinaus, dass Provodniks oder gar ÖBBs Analyse nicht zwingend der Wahrheit entspricht: Der Verspätungsgrund ist nicht zwingend dort zu suchen, wo der Fahrgast am Stück das meiste verliert. Viel mehr ist es die Summe aller kleinen Verspätungen, die i.d.R. am Beginn der Reisekette kassiert werden.

Dass im betreffenden Fall die 4 min Fahrspätung übers deutsche Eck mehr sein sollen, als die 8 min zwischen Linz und Salzburg, passt wunderbar zu Provodniks Versuchen, die Kundenverarsche schönzureden.

Er hat beschrieben, wie die ÖBB vorgehen. Für die Ermittlung der Ursache, die man den Fahrgästen dann mitteilt, stimmt das natürlich höchstens dann, wenn keine DB-Strecke beteiligt ist. Wenn über die Rosenheimer Kurve gefahren wird, wird immmer die "Verspätung aus einem Nachbarland" den Fahrgästen als Grund mitgeteilt, das overrult dann jeden anderen Grund in der Fahrgastkommunikation.

Die Frage nach der Ursächlichkeit und nach dem Schwellenwert, ab dem für die Fahrgäste Probleme entstehen, ist natürlich noch wieder eine andere. Die 4 min auf deutscher Strecke sind zweifelsfrei Folge der Verspätung aus Salzburg. Woher die Verspätung auf ÖBB-Strecke nun genau stammte, habe ich nicht nachverfolgt. Es sieht ein bisschen nach "Verspätung aus dem Nichts" aus, also Verspätung aufgrund zu optimististischer Fahrzeitplanung verbunden mit hohem Reisendenaufkommen. Ersteres ist ein typisches Railjetproblem. Die 12 min wären an sich noch nicht mal zum Problem geworden. Selbst ohne Aufholen reicht da die Standzeit in Feldkirch (haben dort alle Railjets von und nach Zürich im Taktfahrplan wegen einzelner Zugteilungen und -vereinigungen) aus, um die Zugkreuzung in Nendeln mit Übertragung der Verspätung auf den Gegenzug (der wiederum Standzeit in Feldkirch zum Ausgleich hat) sicherzustellen. Hier waren es aber 20 min, und dann wird die Zugkreuzung von Nendeln nach Feldkirch verlegt. Wenn das passiert, sind die Konsequenzen unabwendbar: Ab Sargans Einreihung hinter dem RE und dadurch Verspätung von etwa 30 min in Zürich. Und da ist es dann tatsächlich korrekt, die gesamte Verspätung aus kausaler Sicht als "made by ÖBB" zu bezeichnen.

leofink schrieb:
Man könnte schon, wenn man wollte.

Auch die SBB wollen längst nicht immer. So in einem anderen Fall in Sargans bei 4 min Verspätung aus Buchs erlebt. Der IC nach Zürich hat nicht gewartet, sondern ist genau in dem Moment abgefahren, als die ersten Umsteiger auf den Bahnsteig kamen. Erreicht hat den Anschluss niemand.

J-C schrieb:
Na die ÖBB lügen sicher nicht absichtlich.

Kann man aus Versehen lügen? Schon per definitionem kann man das nicht. Kann man aus Versehen unwahre Behauptungen verbreiten? Im Prinzip schon. Nur fehlt dafür jeder Anhaltspunkt, wenn diese unwahren Behauptungen immer wieder verbreitet werden.

J-C schrieb:
Wieso sollte man auch so hobbylos sein?

Was ist daran Hobby? Die ÖBB sind gewerblich unterwegs.

J-C schrieb:
Ich wäre für ein generelles Weglassen der Verspätungsgründe. Ganz ehrlich, 99,9% der Fahrgäste interessieren sich weder für die Pünktlichkeitsstatistik, noch für die Verspätungsgründe. Und ich gehöre tendenziell auch zu dieser Mehrheit

Die ÖBB sagen auch nicht immer was dazu. Es gibt einen Schwellenwert, unter dem dem kein Grund angegeben wird. Aber selbst der ist variabel, je nachdem ob man die DB belasten kann oder nicht. Die meisten anderen Gründe sind auch eher nichtssagend.

Den meisten Fahrgästen ist es nicht egal, ob ihr Zug pünktlich ist. Und was die (häufig unwahren) Schuldzuweisungen an die DB betrifft: Wenn es den Leuten egal wäre, würden die ÖBB sie nicht belügen. Es ist den Leuten eben nicht egal. Und den ÖBB auch nicht.

Patrick Rudin schrieb:
Nicht nur Nerds, sondern auch Reisende mit Anschlussbrüchen, die dann ihre Fahrgastrechte geltend machen wollen.

Noch ist es ja nicht üblich, dass sich die Bahnen - wie bereits im Flugverkehr - mit Ausflüchten wie höherer Gewalt erst mal aus der Affäre ziehen wollen.

Aus Sicht der Fahrgastrechte kann es den Fahrgästen egal sein, welches EVU für die Abschnitt verantwortlich ist (zumal die Züge über Rosenheimer Kurve auf DB-Strecke ÖBB-Binnenverkehrszüge sind und keine DB-Züge - die ÖBB erkennen dort ja auch keinen DB-Tarif an). Ich habe keine Zweifel daran, dass sich DB Netz im konkreten Fall keine Verantwortung zuschieben lassen wird. Und höhere Gewalt liegt beim konkreten Fall sowieso nicht vor.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.03.18 19:47.
kaufhalle schrieb:
leofink schrieb:
Zitat:
Man könnte schon, wenn man wollte.
Auch die SBB wollen längst nicht immer. So in einem anderen Fall in Sargans bei 4 min Verspätung aus Buchs erlebt. Der IC nach Zürich hat nicht gewartet, sondern ist genau in dem Moment abgefahren, als die ersten Umsteiger auf den Bahnsteig kamen. Erreicht hat den Anschluss niemand.

Da hast du recht.
Allerdings bezog sich die Aussage erst mal auf einen Busanschluss.

Aber: Auf die vielleicht 5 Umsteiger warten, den IC massiv verspäten und damit die Anschlüsse in Zürich verpassen oder abzufahren, mit dem Wissen, dass 9 Minuten später ein Zug läuft,mit dem man die gleiche Spinne in Zürich erreichen würde, die man, wenn der IC wartet, auch erreicht hätte, das sind die Alternativen die man hat. Wie hättest du, als Verantwortlicher im BLZ reagiert?

Ich nehme an, das betraf den Übergang xx.24 auf xx.28
Guggsch mal hier, den IC 560. 07.28 ab Sargans, wie der im Laufweg nach Zürich eingebunden ist:
[www.fahrplanfelder.ch]
[www.fahrplanfelder.ch]
Ab Pfäffikon läuft der in einem Pulk von 3 und ab Thalwil von 4 Zügen

Käme er zu spät, müsste er schon ab Ziegelbrücke hinter der S Bahn herzockeln und hätte bis Thalwil mindestens eine Viertelstunde verplempert.
Somit hat man vielleicht 5 Umsteiger, statt 200 IC Fahrgäste verärgert. Leider!
Die Frage ist, ob es nun das Können, oder das Wollen ist, das den Ausschlag gab, den IC pünktlich laufen zu lassen.

Solange man nicht wie in Berlin, den Fern- und den S-Bahnverkehr infrastrukturmässig strikte getrennt hat, sind solche Konflikte leider vorprogrammiert.
Und die Strategie der SBB ist nun so: Ein kranker Zug wird isoliert. Eklig, für die die drinsitzen, gut für die anderen, die nicht betroffen sind.
[www.nzz.ch]
Zitat:
Um zu verhindern, dass eine einzelne Störung den ganzen Fahrplan durcheinander bringt, verfolgen die SBB eine neue Strategie. Die betroffenen Züge werden «isoliert».

Gruss Leo



4-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.03.18 06:56.
leofink schrieb:
Aber: Auf die vielleicht 5 Umsteiger warten, den IC massiv verspäten und damit die Anschlüsse in Zürich verpassen oder abzufahren, mit dem Wissen, dass 9 Minuten später ein Zug läuft,mit dem man die gleiche Spinne in Zürich erreichen würde, die man, wenn der IC wartet, auch erreicht hätte, das sind die Alternativen die man hat. Wie hättest du, als Verantwortlicher im BLZ reagiert?

Mit der Anzahl der Reisenden liegst Du völlig falsch. Da kannst Du durchaus den Faktor 10 annehmen. Die 5 Reisenden mögen vielleicht in denjenigen Stunden zutreffen, in denen ein Railjet parallel fährt. Allein im Verlauf der internationalen Verbindung aus Richtung Feldkirch hast Du ganz sicher mehr als 5 Umsteiger.

Der nachfolgende Zug ist ein RE, mit der Konsequenz einer Verzögerung der Anschlüsse in Zürich um etwa 30 min.

leofink schrieb:
Ich nehme an, das betraf den Übergang xx.24 auf xx.28
Guggsch mal hier, den IC 560. 07.28 ab Sargans, wie der im Laufweg nach Zürich eingebunden ist:
[www.fahrplanfelder.ch]
[www.fahrplanfelder.ch]
Ab Pfäffikon läuft der in einem Pulk von 3 und ab Thalwil von 4 Zügen

Käme er zu spät, müsste er schon ab Ziegelbrücke hinter der S Bahn herzockeln und hätte bis Thalwil mindestens eine Viertelstunde verplempert.
Somit hat man vielleicht 5 Umsteiger, statt 200 IC Fahrgäste verärgert. Leider!
Die Frage ist, ob es nun das Können, oder das Wollen ist, das den Ausschlag gab, den IC pünktlich laufen zu lassen.

Die Verzögerung durch Anschlussabwarten wird ganz gern aufgebauscht. Der IC gerät da nicht gleich hinter einen Folgezug. Im übrigen hätten 30 s weniger Verspätung beim Zug aus Buchs ausgereicht, dass die ersten Umsteiger den Zug erreicht hätten. Und dann hätten ihn alle erreicht, weil der IC im fortlaufenden Umsteigerzustrom nicht weggekommen wäre. Die Konsequenzen sind also gar nicht unbedingt von absichtlichem Abwarten abhängig.

Man kann hier durchaus feststellen, dass der Fahrplan der SBB zu eng gestrickt ist. Und auch bei den SBB wird aus einer Nichtverspätung von 4 min häufig eine reale Verspätung von 30 min. Das ist da auch nicht anders als in Deutschland, man muss da keinen Unterschied konstruieren. Und bei Anschlussbussen hast Du mitunter auch Gründe fürs Nichtwarten.

leofink schrieb:
Und die Strategie der SBB ist nun so: Ein kranker Zug wird isoliert. Eklig, für die die drinsitzen, gut für die anderen, die nicht betroffen sind.
[www.nzz.ch]
Zitat:
Um zu verhindern, dass eine einzelne Störung den ganzen Fahrplan durcheinander bringt, verfolgen die SBB eine neue Strategie. Die betroffenen Züge werden «isoliert».

Das machen die meisten Bahnen inzwischen so, und die SBB machen es insbesondere mit internationalen Zügen. Ein Gegenbeispiel sind die Niederlande, wo man bei einer Verkehrsdichte, die den SBB kaum nachsteht, Verspätungen von 1 bis 2 min durch Anschlüsse auch in Fortsetzung einfach akzeptiert. Und das führt nicht zum Zusammenbruch des Fahrplans.

Eigentlich hatte es hier aber auch nicht um Warten oder Nichtwarten gehen sollen, sondern um die Lügen der ÖBB zum Verspätungsgrund.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.03.18 09:07.
kaufhalle schrieb:
Auch die SBB wollen längst nicht immer. So in einem anderen Fall in Sargans bei 4 min Verspätung aus Buchs erlebt. Der IC nach Zürich hat nicht gewartet, sondern ist genau in dem Moment abgefahren, als die ersten Umsteiger auf den Bahnsteig kamen. Erreicht hat den Anschluss niemand.
Die Strecke Sargans-Zürich hat kurze eingleisige Abschnitte sowie einen längeren Abschnitt entlang des Zürichsees mit S-Bahn-Mischverkehr. Damit das klappt, müssen schnelle Züge im Bündel fahren, der stündliche IC von Chur derzeit zur Minute 28 und die Railjets zur Minute 25. Unter anderem muß von beiden genau passend eine 'S-Bahn' überholt werden, die in Ziegelbrücke mit dem nachfolgenden RE (Sargans ab Minute 37) eine Korrespondenz hat.

Die nächste freie Trasse, die nicht den gesamten Zugverkehr entlang der Strecke stören würde, gibts erst exakt 30min. später. In diese Zeitlage (unmittelbar vor dem in Sargans und Zürich zur vollen Stunde fahrenden IC) rutscht ein verspäteter RJ unvermeidlich hinein, falls es ihm nicht gelingt, in Sargans wenigstens im (fast-)Blockabstand NACH dem IC aus Chur wegzukommen.

In der Praxis kann dafür eine Verspätung von 5 Minuten reichen.
kaufhalle schrieb:
Mit der Anzahl der Reisenden liegst Du völlig falsch. Da kannst Du durchaus den Faktor 10 annehmen. Die 5 Reisenden mögen vielleicht in denjenigen Stunden zutreffen, in denen ein Railjet parallel fährt. Allein im Verlauf der internationalen Verbindung aus Richtung Feldkirch hast Du ganz sicher mehr als 5 Umsteiger.
Selbst wenn er voll ist, bringt der Regionalzug aus Buchs nicht mehr als 1-2 Dutzend Umseiger in Richtung Zürich mit.

kaufhalle schrieb:
Die Verzögerung durch Anschlussabwarten wird ganz gern aufgebauscht. Der IC gerät da nicht gleich hinter einen Folgezug. Im übrigen hätten 30 s weniger Verspätung beim Zug aus Buchs ausgereicht, dass die ersten Umsteiger den Zug erreicht hätten. Und dann hätten ihn alle erreicht, weil der IC im fortlaufenden Umsteigerzustrom nicht weggekommen wäre. Die Konsequenzen sind also gar nicht unbedingt von absichtlichem Abwarten abhängig.

Man kann hier durchaus feststellen, dass der Fahrplan der SBB zu eng gestrickt ist. Und auch bei den SBB wird aus einer Nichtverspätung von 4 min häufig eine reale Verspätung von 30 min. Das ist da auch nicht anders als in Deutschland,
Ob der Fahrplan 'zu eng' gestrickt ist, zeigt sich an der Häufigkeit der Anschlußbrüche. In Deutschland liegen bei 4 min. Umstiegszeit mittlerweile Risiko bzw,. Erfolgsquote bei 50%; das wäre untragbar. Zwischen Buchs, Sargans und Zürich bin ich in ca. 20 Jahren bisher ein einziges Mal aufgelaufen (in Gegenrichtung), obwohl ich dort relativ häufig vorbeikomme und Station mache. Diese Statistik schließt übrigens Busanschlüsse ein.

kaufhalle schrieb:
Das machen die meisten Bahnen inzwischen so, und die SBB machen es insbesondere mit internationalen Zügen. Ein Gegenbeispiel sind die Niederlande, wo man bei einer Verkehrsdichte, die den SBB kaum nachsteht, Verspätungen von 1 bis 2 min durch Anschlüsse auch in Fortsetzung einfach akzeptiert. Und das führt nicht zum Zusammenbruch des Fahrplans.
Dort gibts allerdings auch nicht die die starke Ausdifferenzierung des Angebots. 90km weit nonstop fahrende IC gibts gar nicht und S-Bahn-artige Angebote nur, wo man viergleisig ausgebaut hat.

2 Minuten würden auch die SBB warten. In deinem Fall hat möglicherweise irgendwer die Verspätung aus Buchs überschätzt oder den Bahnsteigwechsel überbewertet. Ich bin diese Tour in den letzten zwei Jahren mehr als ein Dutzendmal sehr früh gefahren, in 50% der Fälle war der IC schon beim Betreten des Bahnsteigs zu sehen - und immer hat es geklappt.
kaufhalle schrieb:
Es ist ganz und gar nix neues. Einfach ein typisches Beispiel von heute, wie die ÖBB die Leute verarsсhen: RJ 166 Wien - Zürich hatte heute in Salzburg bei der Abfahrt 8 min Verspätung, in Kufstein bei der Ankunft 12 min. In Bludenz waren es dann schon 20 min. Den Reisenden wird das als "Verspätung aus einem Nachbarland" verkauft, obwohl die Verspätung weder zuerst noch zuletzt noch maßgeblich dort aufgetreten ist. So macht man Stimmung gegen Deutschland.

Ankunftsprognose für Zürich ist übrigens + 30 min, diese zusätzliche Verspätung ist zugfolgebedingt unvermeidbar. Aber die SBB schieben die Schuld bei Verspätungen auch nicht auf ihre Nachbarn. Obwohl sie hier allen Grund dazu hätten.

Nachtrag: Inzwischen ist es auch bei den SBB eine "verspätete Übergabe aus dem Ausland", als ich den Beitrag geschrieben hatte, war es das noch nicht. Aber dort stimmt es ja auch.
Ist doch schön, wenn man immer alle Schuld auf die Piefkes schieben kann... Wieso sollte den Volkssport Piefke-Disssen nur die Polizei in Österreich beherrschen?
kmueller schrieb:
Die Strecke Sargans-Zürich hat kurze eingleisige Abschnitte sowie einen längeren Abschnitt entlang des Zürichsees mit S-Bahn-Mischverkehr. Damit das klappt, müssen schnelle Züge im Bündel fahren, der stündliche IC von Chur derzeit zur Minute 28 und die Railjets zur Minute 25. Unter anderem muß von beiden genau passend eine 'S-Bahn' überholt werden, die in Ziegelbrücke mit dem nachfolgenden RE (Sargans ab Minute 37) eine Korrespondenz hat.

Die nächste freie Trasse, die nicht den gesamten Zugverkehr entlang der Strecke stören würde, gibts erst exakt 30min. später. In diese Zeitlage (unmittelbar vor dem in Sargans und Zürich zur vollen Stunde fahrenden IC) rutscht ein verspäteter RJ unvermeidlich hinein, falls es ihm nicht gelingt, in Sargans wenigstens im (fast-)Blockabstand NACH dem IC aus Chur wegzukommen.

In der Praxis kann dafür eine Verspätung von 5 Minuten reichen.

Im Fall des Schweizer Anschlussversäumnisses ging es natürlich um den Fall ohne Railjet. Den Anschluss in Sargans braucht man ja aus Buchs (und auch aus Richtung Feldkirch) nur, wenn der Railjet nicht fährt. Anderenfalls nimmt man selbigen und braucht die Umsteigeverbindung nur als Rückfallebene.

Für den Railjet selbst hat man gewöhnlich klare Verhältnisse. Wenn er einigermaßen pünktlich bzw. mit höchstens wenigen min Verspätung ankommtin Buchs ankommt, reicht die Standzeit in Buchs gewöhnlich zum Ausgleich aus. Wenn es mehr ist, dann gewöhnlich aufgrund Verlegung der Zugkreuzung von Nendeln nach Feldkirch (so auch im anfangs beschrieben Beispiel), und das führt (wie schon beschrieben) unabwendbar zur Erhöhung der Verspätung auf knapp 30 min.
Wenigstens gibt es bei den SBB im Gegensatz zu den ÖBB klar erkennbare und nachvollziehbare Gründe, wann gewartet wird und wann nicht.
Gestern ist etwa der RJ 167 mit 8 min Verspätung um 18.11 Uhr (daran waren übrigens nicht das Ausland/die Schweizer schuld, Begründung für die Verspätung gab es keine) in Salzburg angekommen und die zahlreichen zum RJ 698 sprintenden Umsteiger konnten diesem nur noch hinterherwinken, als dieser pünktlich um 18.12 Uhr von Salzburg abgefahren ist, was wiederum eine verlängerte Reisezeit von 120 Minuten samt Fahrgastentschädigung für die Umsteiger zur Folge hatte.
Warum hier in manchen Fällen gewartet wird (wobei der Zug die Verspätung sowieso locker wieder aufholen kann) und in manchen nicht, versteht absolut niemand.
Regelmäßig warten ja beispielsweise auch die RJ nach Venedig in Villach 15-20 Minuten um die Anschlüsse aus Richtung Salzburg zu garantieren - die eigene "Nicht abwarte"-Regel nimmt man also offenbar auch nicht immer so ernst.
kaufhalle schrieb:
...
So macht man Stimmung gegen Deutschland.
...
etc. p. p. usw. usf.

Solche Threads erfreuen mein Herz und meine Seele. Dass ier ein bestimmtes Land erwähnt wird (Deutschland) ist meiner Meinung nach Stimmungsmache im Forum.

Ansonsten freue ich mich immer über Menschen, die keine Sorgen und offensichtlich nix zu tun haben.

Gruß aus Wien

"Ohne Skepsis und Zweifel würden wir heute noch glauben, die Erde wäre eine Scheibe".
"Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."

(Immanuel Kant)

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