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CH: Problemfall SBB Cargo in Eco

geschrieben von: Weltreisender

Datum: 27.02.18 02:29

Guete Morge mitenand,

[www.srf.ch]

Das Problem SBB Cargo im Eco. Die Privaten sind nur bereit, sich zu beteiligen, wenn sich auf Einfluss nehmen können.
Treffend finde ich die Aussage von Philipp Hadorn in Minute 09:50, dass der Einzelwagenverkehr eigenwirtschaftlich gar nicht zu bewerkstelligen ist.

Da müsste vielleicht doch mal über Abgeltungen über den EWV nachgedacht werden, wie der SEV das ja in der Vergangenheit - in meinen Augen mit Recht - schon gefordert hat. Andererseits hat man sich ja in der Vergangenheit immer mehr der Synergien beraubt. Früher war es problemlos möglich, einzelne Güterwagen einem Reisezug mitzugeben. Das wurde bei der BLS, der MOB, der TPF, der RhB und der MGB auch lange praktiziert. Heute ist dies ja kaum noch so möglich (unterschiedliche Kupplungssysteme, kein Personal mehr vor Ort, dass die Wagen dann abnehmen und zustellen kann.)

Herzliche Grüsse
Martin

Re: CH: Problemfall SBB Cargo in Eco

geschrieben von: Urs Nötzli

Datum: 27.02.18 08:42

Da muss ich Martin recht geben, Umweltpolitisch ist der Rückzug der SBB-Cargo ein Unsinn, rechnerisch wohl nachvollziehbar. Service public ist gross in Diskussion, kontra und bejahrend. Für mich sind Armee, Polizei, Feuerwehr usw. auch nicht selbstragend - somit kann man diese abschaffen . . . oder privatisieren? Letzteres käme bald wohl teurer und die Dienstleistung würde heruntergewirtschaftet werden. Aber alle diese Dienste benötigen wir schrankenlos, genau so verhält es sich mit dem ÖV. Nur: Güterverkehr ist kein Transport von Menschen, und daher weniger spektakulär! Kein bürgerlicher Politiker wäre bei der Eröffnung von LBT und GBT hingestanden und hätte das "Hohe Lied des Güterverkehrs" gesungen, wiewohl diese beiden Tunnels dafür gebaut wurden (mitsamt den Lokomotiven 460/465!).

Ähnlich verhält es sich im Einzelladungsverkehr, wo nun ein Mehrfaches an Lastwagen die Fracht über die Strasse mit Umwelt- sowie Gefahrenbelästigungen übernommen haben. Es gab zwar schon früher Versuche einer Gesamtverkehrskonzeption mit einer Partnerschaft zwischen Bahn und Strasse, welche meist aber schon in der Versuchphase wieder abgebrochen wurde, weil zuwenig detailiert durchgedacht. Und so wollte die SBB natürlich nur noch "rentable" Kunden bedienen, obwohl weniger rentable Firmen an gleichem Anschlussgleisen oder -ort hätten mitbedient werden können. Die heutige Situation haben sich die SBB-Gewaltigen selbst zu Schulde kommen lassen. Ob es da eine sinnvolle Rückkehr geben wird? Dabei wären vermutlich günstiger produzierende Privatbahnen gerne eingesprungen. Habe selbst die Rechnung unseres Unternehmens sicht verstanden, wo eine Bedienung "mitlaufend" möglich gewesen wäre und die Kosten wohl tiefer gewesen wären.

Urs

Re: CH: Problemfall SBB Cargo in Eco

geschrieben von: Railfan

Datum: 27.02.18 10:26

Irgendwie ist es schon zum Verzweifeln.

Die Bahnen können einfach nicht mithalten.

Beispiele:

- Obwohl jetzt eine durchgehende normalspurige Strecke nach Barcelona fertiggestellt ist, kann man von der Schweiz aus kaum mehr vernünftig nach Spanien reisen. Wir sind früher oft mit durchgehenden Zügen dorthin gefahren.

Der Kanaltunnel wird nicht genutzt, um durchgehende Züge von Deutschland, der Schweiz etc. nach London zu fahren. Es gibt jetzt eine durchgehende Verbindung von Amsterdam, aber in Lille müssen alle Fahrgäste den Zug zur Grenzkontrolle verlassen.

Generell ist auch kaufen von Fahrscheinen ein Problem.

Dazu kommt noch das ganze Zulassungstheater.

Im Güterverkehr sind einfach die Strukturen der Staatsbahnen zu Aufwendig und zu unflexibel für eine gescheite Güterverteilung.

Es ist nicht nur die Politik, welche schuld ist. Die Bahnen und ihr Personal sind oft einfach zu faul für eine gute Dienstleistung. Es ist einfach noch zu viel "Herrenmentalität" vorhanden um z.B. beim Beladen und beim Kuppeln zu helfen.

Technisch kann mit den Bahnen viel gemacht werden. Die Verantwortlichen und auch teilweise das Personal wollen aber gar nicht.

Gerade in Frankreich scheitern die Bahnen am Desinteresse des Personals. Bald wird man in Frankreich kaum mehr Bahn fahren können.

Leider muss ich neu mit dem Auto in mein Lieblingsland fahren, nachdem man mich unzählige Male im Stich gelassen, ja sogar "Verseckelt" hat. Nein Danke, SNCF ich brauche euch nicht mehr.

Re: CH: Problemfall SBB Cargo in Eco

geschrieben von: Christian Snizek

Datum: 27.02.18 10:34

Weltreisender schrieb:
Guete Morge mitenand,

[www.srf.ch]

Das Problem SBB Cargo im Eco. Die Privaten sind nur bereit, sich zu beteiligen, wenn sich auf Einfluss nehmen können.
Treffend finde ich die Aussage von Philipp Hadorn in Minute 09:50, dass der Einzelwagenverkehr eigenwirtschaftlich gar nicht zu bewerkstelligen ist.

Da müsste vielleicht doch mal über Abgeltungen über den EWV nachgedacht werden, wie der SEV das ja in der Vergangenheit - in meinen Augen mit Recht - schon gefordert hat. Andererseits hat man sich ja in der Vergangenheit immer mehr der Synergien beraubt. Früher war es problemlos möglich, einzelne Güterwagen einem Reisezug mitzugeben. Das wurde bei der BLS, der MOB, der TPF, der RhB und der MGB auch lange praktiziert. Heute ist dies ja kaum noch so möglich (unterschiedliche Kupplungssysteme, kein Personal mehr vor Ort, dass die Wagen dann abnehmen und zustellen kann.)

Herzliche Grüsse
Martin
Also das mit den Kupplungen kann ich so nicht ganz stehen lassen. Sicher, der sogenannte 3L-Zug oder die ehem. Swissexpressgarnituren haben unterschiedliche Kupplungssysteme und auch die reinen Pendelzüge mit den EP-Leitungen machen da innerhalb der Garnitur Schwierigkeiten (ICN/ICE/CIS lasse ich mal aussen vor). Aber was das Beigeben von Güterwagen bei P-Zügen betrifft, liegt das auch daran, dass in Folge der Wendezeiten solche Zugbehandlungen gar nicht mehr möglich sind. Ferner darf nicht jeder P-Führer auch G-Wagen bzw umgekehrt mitführen und nicht zuletzt spielen auch die Geschwindiglkeiten eine Rolle (Gotthard-/Lötschbergtunnel, NBS Matstetten <-> Rothrist).

Re: CH: Problemfall SBB Cargo in Eco

geschrieben von: PKP Cargo

Datum: 27.02.18 12:31

Railfan schrieb:
Es ist nicht nur die Politik, welche schuld ist. Die Bahnen und ihr Personal sind oft einfach zu faul für eine gute Dienstleistung. Es ist einfach noch zu viel "Herrenmentalität" vorhanden um z.B. beim Beladen und beim Kuppeln zu helfen.
Hi,

dann sag mir mal bitte wie man bei einer 10h- Schicht die Zeit finden soll einen Güterwagen zu beladen? Das Kuppeln gehört in vielen Bahnhöfen zur selbstverständlichen Aufgabe des Lf. In manchen Bahnhöfen mit Personal wird nicht angehängt, das hat aber nichts mit Faulheit des Personals, sondern mit Zusammenarbeit zu tun. Jeder hat seine Aufgabe, und keiner nimmt dem anderen die Arbeit weg, ganz einfach.
Bei der SBB Cargo und vielen anderen Eisenbahnen wäre es mal Zeit die Büroetage zu verkleinern. Schlanke Strukturen können auch helfen die SBB Cargo wieder in die Gewinnzone zu bringen resp. die Schulden zu minimieren. In dem TV- Beitrag wurde ja erwähnt das die SBB Cargo vielleicht gar nicht rentabel sein kann, die Frage ist ob die Politik bereit ist diese Schulden zu übernehmen, wenn im Gegenzug ein funktionierender Einzelwagenverkehr in der ganzen Schweiz angeboten wird.

Zitat:
Technisch kann mit den Bahnen viel gemacht werden. Die Verantwortlichen und auch teilweise das Personal wollen aber gar nicht.
Genau, man könnte z.B. endlich eine automatische Kupplung einbauen. Stattdessen wird in Olten eine Position Leiter Innovation geschaffen, dann zusätzlich ein Leiter Automation, denen jeweils 10 Mitarbeiter unterstehen von den jeder vermutlich so viel verdient wie zwei Rangierer. Im sauberen Büro wo man die Eisenbahn nur aus dem Blick vom Fenster kennt wird dann ein ganz toller Demonstratorzug ins Leben gerufen. Der wird dann ganz toll in den Medien präsentiert, nach dem Motto: "guckt, wir tun etwas". Nur blöd das der schöne Zug seit Monaten(!) in Basel RB vor sich hin rostet, wenn man in dem Tempo weiterforscht, fahren wir in 100 Jahren noch mit Schraubenkupplungen. Aber die Abteilungen Innovation und Automation werden sicher ihre Prämien erhalten haben, also haben die ja alles richtig gemacht. Vom Staat gab es vielleicht auch noch ein paar Millionen Forschungsgelder, also können wir doch mit Volldampf Richtung Zukunft fahren, oder nicht?

Gruß Marc

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/logo11lprfuthq0.jpg

Re: CH: Problemfall SBB Cargo in Eco

geschrieben von: Railfan

Datum: 27.02.18 13:56

Das mit dem Innovationszug ist ein gutes Beispiel. Ich kann es durchaus glauben, dass da einige gutbezahlte Herren in ihren Büros tätig sind. Dazu gibt es vermutlich noch einen Wissensmanager, einen Kommunikationsbeauftragten und natürlich auch Qualitätsmanager. Die meisten dieser Herren haben noch nie einen Wagen beladen, angekuppelt oder die Weiche zum Getreidesilo mit dem Besen freigewischt.

Ich kenne auch solche Herren, welche jeden Donnerstag um 11.00 mit der Frau in die Stadt gehen müssen, oder am Freitag bereits um 15.00 Feierabend haben müssen. Es interessiert sie nicht, ob Güterzüge blockiert sind, Kundenreklamationen anstehen etc.

Irgendwie ist jeder mit seinen Prozessen beschäftigt, zum Teil sehr ernsthaft und mit Ueberzeitarbeit. Ob diese Prozesse jedoch dem Kunden nützen und ob sie bezahlbar sind, wird oft nicht hinterfragt.
Das ich mit meinen Steuerfranken den Gütertransport der Eisenbahn (und auch indirekt der Strasse) subventionieren soll, ist mir absurd.

Eher einverstanden bin ich, die Infrastrukturen mitzufinanzieren, was ich in hohem Masse bereits tue.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 27.02.18 13:57.

Re: CH: Problemfall SBB Cargo in Eco

geschrieben von: Weltreisender

Datum: 28.02.18 02:22

Gut, dass diese kurzen Wendezeiten kein Beigeben von Wagen, mehr ermöglich ist natürlich auch richtig. Es wäre höchstens möglich, bei Einfahren einen kurzen Halt in der Einfahrgruppe zu machen und sie dort abzuhängen und dann einzufahren. Das geht aber auch nur bei automatischen Kupplungen. Bei Schraubenkupplungen keine Chance. Das kostet schon wieder viel zu viel Zeit.

Die Divisionalisierung - gerade bei der SBB - tut natürlich noch ihr Übriges. Bei der BLS ist die Divisionalisierung Gott sei Dank weniger stark ausgeprägt. Die Briger, Spiezer und Berner Personale können Gott sei Dank noch beides fahren. Die Basler wohl weniger, die Zweisimmener wohl auch nicht unbedingt, oder die Gotthard-Personale.

Herzliche Grüsse
Martin

Re: CH: Problemfall SBB Cargo in Eco

geschrieben von: pardorea

Datum: 28.02.18 17:12

Sehe ich auch so. Zumal im Güterverkehr der grösste Kostenfaktor nun einmal das personalintensive Ranigeren ist - mit gravierenden Folgen für den EWLV.

Leider hat SBB Cargo innerhalb des Konzerns mittlerweile ohnehin eine Stiefkindrolle. Dies spitzt sich insbesondere in den Äusserungen SBB Konzernchefs zu, welcher in Zukunft lieber Innovationen auf der Strasse als auf der Schiene fördern möchte (Stichwort Platooning und automatisches Fahren), damit mehr Kapazitäten für Fensterzüge (und Immobilienentwicklung) frei würden.

Hier kommt den SBB leider in die Quere, dass jahrelang die Umstellung auf eine AK verschlafen wurde bzw. sie sich nicht durchgesetzt hat. Ob die mit dem Innovationszug gestarteten Modernisierungen da noch etwas umbiegen können, bleibt dahingestellt. Nicht umsonst haben sich im KV Shuttlezüge durchgesetzt.

Unbestritten braucht der Schienengüterverkehr Innovationen, aber doch bitte innerhalb des Verkehrsträgers...

Viele Grüße,
Matthias

Re: CH: Problemfall SBB Cargo in Eco

geschrieben von: Weltreisender

Datum: 01.03.18 15:01

pardorea schrieb:
Sehe ich auch so. Zumal im Güterverkehr der grösste Kostenfaktor nun einmal das personalintensive Ranigeren ist - mit gravierenden Folgen für den EWLV.

Leider hat SBB Cargo innerhalb des Konzerns mittlerweile ohnehin eine Stiefkindrolle. Dies spitzt sich insbesondere in den Äusserungen SBB Konzernchefs zu, welcher in Zukunft lieber Innovationen auf der Strasse als auf der Schiene fördern möchte (Stichwort Platooning und automatisches Fahren), damit mehr Kapazitäten für Fensterzüge (und Immobilienentwicklung) frei würden.

Hier kommt den SBB leider in die Quere, dass jahrelang die Umstellung auf eine AK verschlafen wurde bzw. sie sich nicht durchgesetzt hat. Ob die mit dem Innovationszug gestarteten Modernisierungen da noch etwas umbiegen können, bleibt dahingestellt. Nicht umsonst haben sich im KV Shuttlezüge durchgesetzt.

Unbestritten braucht der Schienengüterverkehr Innovationen, aber doch bitte innerhalb des Verkehrsträgers...

Viele Grüße,
Matthias
Das ist so der grösste Kostenfaktor ist das personalintensive Rangieren. Deswegen wird der EWLV ja in fast ganz Euroa stiefmütterlich behandelt, nicht nur in CH. Aber wenn man immer mehr EWLV-Verbindungen streicht werden die verbliebenen Verbindungen dadurch eben auch nicht rentabler. Aber das scheint man ja immer wieder zu vergessen. Ein Nahgüterzug war früher im Obersimmental immernoch deutlich rentabler, als er lang war und verschiedene Punkte bei einer Fahrt bedient wurden, als heute, wo nur noch 1-2 AVAG-Wagen dranhängen.

Eine AK hätten ja einige Bahnen in Europe bereits vor Jahren gemeinsam auf den Weg bringen wollen, aber da waren dann immer noch einige Osteuropäische Bahnen, die sich da vor den Kosten scheuten. So wurde da ewig nichts draus. Heute, wo ja immer mehr jede Bahn für sich Güterverkehr macht und kaum noch bahnübergreifend Güterverkehr stattfindet, mag das schon wieder anders aussehen. Und dennoch die AK ist seit Vorgestern überfällig und das europaübergreifend.

Herzliche Grüsse
Martin

Re: CH: Problemfall SBB Cargo in Eco

geschrieben von: Urs Nötzli

Datum: 02.03.18 18:37

Weltreisender schrieb:
Zitat:
Eine AK hätten ja einige Bahnen in Europe bereits vor Jahren gemeinsam auf den Weg bringen wollen, aber da waren dann immer noch einige Osteuropäische Bahnen, die sich da vor den Kosten scheuten. So wurde da ewig nichts draus. Heute, wo ja immer mehr jede Bahn für sich Güterverkehr macht und kaum noch bahnübergreifend Güterverkehr stattfindet, mag das schon wieder anders aussehen. Und dennoch die AK ist seit Vorgestern überfällig und das europaübergreifend.

Herzliche Grüsse
Martin
Nein Martin - es waren nicht die osteuropäischen Bahnen des Comecon, welche die Kosten scheuten! Es war der franz. Staat, welcher in seinen Fünfjahresbudget diese Kosten vergass! Dass dadurch in allen andern Staaten Europas Riesenkosten entstanden, war dann eine andere Sache. Viel vorbereitetes Material musste danach verschrottet werden. Heutige Fahrzeuge sollten im Prinzip zur Aufnahme der Zentralkupplung Eurocupler vorbereitet sein. Damals hätten noch viele - selbst Zweiachswagen älteren Datums - im Untergestell nachgerüstet werden müssen, was natürlich auch Kosten und Zeit gekostet hätte.

Die Comecon-Staaten haben aber in ihren Fünfjahresplänen das notwendige Geld vorgesehen, nicht zuletzt, weil sie mit der damaligen Sowjetunion und ihren Vasallenstaaten enger verbunden waren und ein freizügiger Wagenaustausch für alle Bahnen und Staaten damals als wichtig erschien. Die Kupplung der Swiss-Express-Wagen war genau diese vorgesehene Kupplung, kompatibel mit der russischen SAM-Kupplung. Allerdings wollte man damit ursprünglich auch Luft und elektrische Leitungen automatisch kuppeln können.
Vorgesehen war nach meinen Erinnerungen die Osterzeit ab Palmsonntag bis etwas über den Ostermontag hinaus. Damit sollte vor allem der Güterwagenpark umgebaut werden, Reisezugskompositionen hätte man zusammengehalten und nur die Endfahrzeuge umgerüstet, um mit den umzusrüstenden Loks eingesetzt werden zu können, danach hätte man anschliessend, unter Umständen auch vorgängig die Kupplungen innerhalb der Einheiten wechseln können. Dies hätte natürlich eine ziemlich grosse und weit gefasste Planung mit entsprechender Logistik nach sich gezogen. Depots und Werkstätten hätten da natürlich rund um die Uhr mitarbeiten müssen!
Zusätzlich waren damals (ursprünglich?) die Zentralkupplungen noch mit einem Haken für die Schraubenkupplung vorgesehen, um eine gewisse Flexibiltät zu erreichen.

Was ich damals nicht verstanden habe, ist, dass man nicht trotz allem ohne Frankreich umgerüstet hat, weil ja Fahrzeuge mit der "Übergangskupplung" vorhanden waren. Die Franzosen wären dann gezwungen worden, vorwärts zu machen . . !

Aber sicher ist, dass diese Kupplung überfällig ist. Der SBB-Vorstoss betrachte ich als der Witz des Jahrhunderts - da man schon in Österreich vor 1900 Versuche mit solchen Kupplungen amerikanischer Bauart an Zweiachswagen machte (Siehe österr. "Eisenbahn") und auch praktisch alle europäische Bahnen einen aus verschiedensten Wagen zusammengesetzten Güterzug testen konnten. Nachzulesen in Publikationen damals. Kommt mir vor wie der "Versuch" mit CFL-Wagen und Loks bei der BLS - nachdem bereits früher Zürcher DPZ dort getestet wurden. Aber die heutigen Manager können eben nicht lesen oder die vorhandenen Unterlagen des eigenen Unternehmens nicht studieren . . . Der eigne Ego lässt grüssen!
Oder hat man dies für die Bahnfotografen arrangiert?

Urs
auch Nutzniesser der CFL-Aktion bei der BLS . . .;-)

Re: CH: Problemfall SBB Cargo in Eco

geschrieben von: 210

Datum: 02.03.18 19:17

Urs Nötzli schrieb:
Zitat:
Was ich damals nicht verstanden habe, ist, dass man nicht trotz allem ohne Frankreich umgerüstet hat, weil ja Fahrzeuge mit der "Übergangskupplung" vorhanden waren. Die Franzosen wären dann gezwungen worden, vorwärts zu machen . . !
Das hat den übrigen europäischen Bahnen, trotz der Vorleistungen, ebenfalls einen Großteil der Kosten für die Umrüstung erspart.
Die eingeplanten Gelder konnten für anderes verbraten werden.;-)

Re: CH: Problemfall SBB Cargo in Eco

geschrieben von: Urs Nötzli

Datum: 02.03.18 21:11

210 schrieb:
Urs Nötzli schrieb:
Zitat:
Was ich damals nicht verstanden habe, ist, dass man nicht trotz allem ohne Frankreich umgerüstet hat, weil ja Fahrzeuge mit der "Übergangskupplung" vorhanden waren. Die Franzosen wären dann gezwungen worden, vorwärts zu machen . . !
Das hat den übrigen europäischen Bahnen, trotz der Vorleistungen, ebenfalls einen Großteil der Kosten für die Umrüstung erspart.
Die eingeplanten Gelder konnten für anderes verbraten werden.;-)
In wie weit man das für den Umbau vorgesehene Geld dann anderweitig benutzen konnte ist eine politsche Sache. Möglicherweise wurden sie gar nicht für die Bahnen verwendet, weil es staatliche, zweckgebundene Investitionen waren, über welche die Bahn nicht frei verfügen konnte. Viele Staaten, vor allem die "Volksdemokratien" oder andere zentralistisch regierte Länder hatten vielfach Fünfjahres- oder weitergehende Finanzpläne. Kann mich nicht mehr erinnern, wie dies in der Schweiz gehandhabt wurde - weil es nicht interessierte! Solche Fünfjahrespläne gab es in der Schweiz zumindest damals nicht, obwohl natürlich Finanzplanungen durchaus sich auch über mehrere Jahre erstrecken konnten und in den Budget als Einzelposten auch zu finden waren.

Urs
Versteht aber auch das ;-) . . . als "Hätte", "Könnte" usw.