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 08/02 - Alpenlandforum 

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Hallo mittenand!

Gestern Abend blieb ich zufällig bei "10vor10" hängen, als dort die Innentemperaturen Schweizer Züge zur Winterzeit das Thema war.
Anlass war die Ankündigung der SBB, dass sie die Fahrzeuge der Züricher S-Bahn in Zukunft nur noch auf 20°C statt bisherigen 22°C heizen wollten. Für höhere Temperaturen sorgen dann die Fahrgäste in dicker Winterkleidung, wenn sie denn in größerer Zahl anrücken.
Eine exakte Temperaturregulierung in einem S-Bahnzug finde ich ohnehin ein ehrgeiziges Vorhaben. Bei Fahrzeugen mit Klimaanlage ist ja sogar eine Umschaltung auf Kühlung möglich, sollte die 20° Grenze überschritten werden.
Interessant wie sonst so die Idealtemperaturen bei den Schweizer Bahnen aussehen:

[www.srf.ch]


In der Umkehr zur Winterszeit ist ja auch die Regulierung der Innenraumtemperaturen zur Sommerzeit stets ein großes Thema. Auch hier ist wieder insbesondere die Temperaturregulierung bei S-Bahnfahrzeugen eine Herausforderung, da sie naturgemäß - also baubedingt - viel mehr "Kontakt" zur Aussenwelt und den dort herrschenden Temperaturen herstellen.
So durchleben an heißen Sommertagen die Münchner 423er bemerkenswerte Temperaturschwankungen wenn sie gut gekühlt (weil kaum geöffnet) vom Dorf in die große Stadt fahren und dann wieder aufs Dorf zurückkehren. Von Station zu Station wird zunehmend mehr Sommerhitze in den Zug geschleust - je mehr Leute zusteigen umso mehr Türen öffnen sich und bleiben zumeist auch länger offen. Die Personen selbst sind aufgeheizt und bringen noch zusätzlich etwas mit. Der Zug ist dann ohnehin voll und es kann auf der Stammstrecke schon drückend bis schwül im Innenraum werden. Nach der Durchquerung Münchens kehrt sich das Verhältnis wieder um und die auf Hochtouren arbeitende Klimaanlage versucht den Zustand vor dem Start auf der Durchmesserlinie herzustellen. Spätestens am Endbahnhof zur Wende wird wieder richtig gekühlt, da die Türen kaum mehr geöffnet werden.


Gute Fahrt wünscht sommers wie winters,
Dirk
Dirk Mattner schrieb:
... die Ankündigung der SBB, dass sie die Fahrzeuge der Züricher S-Bahn in Zukunft nur noch auf 20°C statt bisherigen 22°C heizen wollten. Für höhere Temperaturen sorgen dann die Fahrgäste in dicker Winterkleidung, wenn sie denn in größerer Zahl anrücken. ...
Das darf man nicht unterschätzen. So ein winterbemantelter Bahnkunde bringt gerne 100 bis 200 Watt Heizleistung hinein. In einem vollen Wagen sind das dann gschwind 10 kW - genug Heizleistung um ein älteres Einfamilienhaus zu beheizen.

Gruss Pelzer



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.01.18 16:02.
Danke für den interessanten beitrag!

Reisende heizen mit, jeder warmblüter ist ein kleiner heizofen mit der moderaten vorlauftemperatur von 36 bis 37°C. Von daher ist der heizaufwand bei einem gefüllten zug geringer, um die gleiche temperatur zu halten (der aufwand für die klimaanlage, um den zug im sommer zu kühlen, wird dagegen um so größer).

Ich halte es für sehr vernünftig, die solltemperatur im innenraum von der außentemperatur abhängig zu machen. Im hochsommer sind die leute entsprechend kurzärmlig bekleidet und haben keine jacke dabei, bei über 30°C draußen werden 25°C im zug schon als deutliche abkühlung empfunden - im winter haben sie unter der jacke noch einen pullover. Zuhause habe ich im winter auch nur 19°C und ziehe ggf. eine strickjacke an.

Natürlich muss auch zwischen kurz- und langstreckenverkehr unterschieden werden. Wenn jemand lange stillsitzt, sinkt der puls und die körpertemperatur, dann beginnt irgendwann nach einer halben stunde oder so bei manchen ein leichtes frösteln, zu dieser zeit sind im nahverkehr die meisten aber längst am ziel. Anders im fernverkehr, wo die temperaturen für stillsitzende fahrgäste (in jahreszeitgemäßer kleidung) angenehm sein sollten. Subjektiv ist es mir in fernzügen am anfang immer erst zu warm, ich bin gerade mit dem fahrrad oder im laufschritt zum zug geeilt und der innere heizofen hält mich warm - wenn ich dann am platz sitze, ist es auf die dauer doch angenehm.

Mit 20°C in regionalzügen im winter könnte ich gut leben (selbst mit den 18°C der RBS).



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.01.18 16:19.
Wie so vieles ist auch die Temperatur normiert (EN 14750 - Luftbehandlung in Schienenfahrzeugen des innerstädtischen und regionalen Nahverkehrs):
Bei "Regionalbahnen"* (Kat A) liegt der empfohlene Sollwert bei 21°C (bis 15°C und dann steigend) und bei "Schnellbahnen"* (Kat B) bei 19°C (bis +10°C und dann steigend). Somit war man wohl deutlich darüber.

*) Kann anders definiert werden, aber ich hätte es so übersetzt.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.01.18 17:08.