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 08/02 - Alpenlandforum 

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Hallo zusammen,

nachdem ich kürzlich im allgemeinen Forum einen aktuellen Reisebericht von einer vorweihnachtlichen Fahrplanwechseltour zwischen Thüringer Wald und Franken eingestellt hatte, will ich nun mit der Aufbereitung von Bahntouren aus dem Jahr 2017 beginnen. Den Anfang macht ein erstklassiger Tagesausflug vom Januar 2017. Die Vorgaben lauteten „Schweiz und Schnee“, wobei ich die Osthälfte der Schweiz mittlerweile weitgehend abgegrast habe und die Wahl schließlich auf die Region zwischen Genfersee und Waadtländer Voralpen fiel.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-00Karte.jpg

Von Konstanz fahren wir quer durch die Schweiz an den Genfersee und besuchen dort die Zahnradbahnen der Transports Montreux-Vevey-Riviera (MVR) von Montreux auf den Rochers de Naye und von Vevey nach Les Pléiades. Normalerweise bevorzuge ich ja Rundfahrten, aber da es auf der Rückfahrt ohnehin dunkel sein wird, geht es anschließend auf dem gleichen Weg zurück an den Bodensee.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-01SBB-EC-1Klasse.JPG

Wir starten morgens gegen sieben Uhr am Bahnhof von Konstanz und fahren zunächst mit dem Interregio nach Zürich. Der Zug führt diesmal EC-Wagen, es stecken noch Reservierungen Lugano-Zürich und es hängen auch Sicherheitshinweise für den Gotthard-Basistunnel aus.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-02Winterthur-Zuerich.JPG

Gut, der Blick aus dem Zugfenster irgendwo zwischen Winterthur und Zürich verspricht zwar schon etwas Schnee, aber ein schöner Wintertag sieht anders aus. Auch über der Limmat in Zürich hängt dichter Nebel.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-03Zuerich-Limmat.JPG

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-04SBB-IC-Dosto-1Klasse.JPG

In Zürich wechseln wir auf den Intercity in Richtung Genf, im Oberdeck der IC2000-Garnitur fahren wir bis Lausanne.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-05Fahrt-Bern.JPG

Auch in Bern nichts Neues, über der Aare herrscht ebenfalls Nebel.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-06Billens.JPG

Doch dann, zwischen Fribourg und Lausanne ein Lichtblick: für eine kurze Etappe bei Billens auf einem Höhenrücken im Freiburger Mittelland gibt es Sonnenschein und blauen Himmel.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-07Fahrt-Genfersee.JPG

Dann geht es hinab zum Genfersee – oder das was davon zu erahnen ist. In Lausanne steigen wir um, dann geht es mit einem Interregio noch 20 Minuten entlang des Seeufers bis nach Montreux.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-08MVR-Bhe48-303-Montreux.JPG

So, die Anreise ist geschafft und wir haben unser erstes Ziel erreicht. Der Bahnhof Montreux hat die Besonderheit, dass hier drei unterschiedliche Spurweiten aufeinandertreffen. Die Normalspurstrecke der Simplonlinie kennen wir bereits, ebenso die Meterspurstrecke nach Zweisimmen – und so haben wir diesmal die Schmalspurstrecke auf den Rochers de Naye ins Auge gefasst. Das 800 mm-Gleis befindet sich unter dem Goldenpass Center und einem Hotel, für die Bergfahrt wartet der Zahnrad-Doppeltriebwagen Bhe 4/8 303.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-09MVR-Fahrt-Montreux.JPG

Die Strecke schlängelt sich zunächst durch das Stadtgebiet von Montreux und überwindet dabei schon einige Höhenmeter, dann geht es mit Blick auf den Genfersee weiter bergauf.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-10Montreux-Glion.JPG

Unsere Reise findet am Tag nach der Vereidigung von Donald Trump statt, im Zug ist eine Gruppe Amerikaner, denen es offenbar ein Bedürfnis war, sich öffentlich vom Präsidenten zu distanzieren; sie sitzen nun mit einem selbstgebastelten Plakat mit der Aufschrift „Not my President“ im Zug.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-11MVR-Schneeraeumer-Glion.JPG

Glion liegt bereits 300 Meter oberhalb von Montreux, der Schneeräumer vermittelt schon einen Eindruck vom Winter auf dem Berg.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-12Glion-Caux.JPG

So hatte ich mir das vorgestellt: zwischen Glion und Caux verlassen wir den Nebel. Wir sind hier etwa auf 1.000 Meter über dem Meer auf dem „Balkon des Genfersees“ – auch wenn vom See jetzt nichts zu sehen ist.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-13MVR-Kreuzung-Caux.JPG

Kurz darauf findet im Bahnhof von Caux eine Begegnung mit einem anderen Triebwagen statt, der das Goldenpass-Design trägt. Die Zahnradbahn wird von dem Verkehrsunternehmen Transports Montreux-Vevey-Riviera (MVR) betrieben, wobei die MVR zusammen mit der MOB unter der Marke Goldenpass auftritt.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-14Bergfahrt-Rochers-de-Naye.JPG

Auf der weiteren Bergfahrt bietet sich den Fahrgästen ein beeindruckender Panoramablick über das Nebelmeer des Genfersees und die Berglandschaft der Waadtländer Voralpen.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-15Bergfahrt-Rochers-de-Naye.JPG

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-16Bergfahrt-Rochers-de-Naye.JPG

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-17MVR-Bhe48-303-Rochers-de-Naye.JPG

Nach rund 50 Minuten ist die Bergstation auf dem Rochers de Naye erreicht. Hier nochmals ein Blick auf den Triebwagen, der uns auf den Berg gebracht hat. Der Zahnradtriebwagen 303 mit Taufname Villeneuve stammt aus dem Jahr 1983. Links davon steht mit dem Triebwagen 207 ein Vertreter der Vorgängergeneration aus dem Jahr 1949.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-18Rochers-de-Naye-Bahnhof.JPG

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-19Rochers-de-Naye.JPG

Der Rochers de Naye ist der Hausberg von Montreux, der Gipfel hat eine Höhe von 2.042 Meter über dem Meer und bietet einen Blick über den Genfersee und die Schweizer und Französischen Alpen. Während sich im Sommer hier Murmeltiere beobachten lassen und ein Alpengarten auf die Besucher wartet, dominiert heute der Wintersport.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-20Rochers-de-Naye.JPG

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Hier bringt der nächste Zug schon weitere Wintersportler und deren Gerätschaften auf den Berg. Im Hintergrund die Galerie Fontaines, eine von zahlreichen Tunneln und Galerien der Strecke. Mit diesem Zug fahren wir nun wieder hinab nach Montreux. Der Triebwagen 305 aus dem Jahr 2011 ist der jüngste der Triebwagen auf der Strecke.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-23MVR-Bhe48-305-Rochers-de-Naye.JPG

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http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-25Rochers-de-Naye-Bergstation.JPG

Die Zahnradbahn von Glion auf den Rochers de Naye wurde 1892 erbaut, seit 1938 ist der Verkehr durchgebunden bis Montreux. Durch mehrere Fusionen entstand aus der Glion-Rochers-de-Naye-Bahn (GN) die Montreux-Territet-Glion-Rochers-de-Naye-Bahn (MTGN), die in der heutigen Transports Montreux-Vevey-Riviera (MVR) aufging. Hier noch ein letzter Blick auf die Bergstation, sie liegt auf 1.973 Metern über dem Meer.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-26Rochers-de-Naye-Talfahrt.JPG

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-27Genfersee-Nebel.JPG

Die Bahnstrecke ist 7,7 Kilometer lang, sie überwindet einen Höhenunterschied von 1.300 Metern. Nachfolgend noch ein paar Eindrücke von der Talfahrt mit Blick auf die Berge und die Nebeldecke über dem Genfersee.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-28Rochers-de-Naye-Talfahrt.JPG

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-29Rochers-de-Naye-Talfahrt.JPG

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-30Rochers-de-Naye-Talfahrt.JPG

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-31Rochers-de-Naye-Talfahrt.JPG

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-32Rochers-de-Naye-Talfahrt.JPG

Bei Glion tauchen wir wieder in den Nebel ein...

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-33Glion-Blick-Genfersee.JPG

...wobei diesmal der Genfersee sogar schemenhaft auszumachen ist. Bei einem solchen Ausblick wartet man doch sicher gerne auf diesem Bahnsteig.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-34Einfahrt-IR-Montreux.JPG

Wir haben diesmal einen eng getakteten Plan, in Montreux geht es gleich mit dem nächsten Interregio eine Station zurück nach Vevey.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-35SBB-IR-1Klasse.JPG

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-36MVR-SURF-Vevey.JPG

Hier steht nun die nächste Strecke der MVR auf unserer Liste, nämlich die Meterspurstrecke von Vevey auf den Berg Les Pléiades. Am Bahnsteig wartet ein Stadler-Triebzug vom Typ SURF (Série Unifiée Romande pour Réseau Ferré métrique) für den gemischten Adhäsions- und Zahnradbetrieb.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-37MVR-SURF-1Klasse.JPG

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-38MVR-Netzkarte.JPG

Anhand der Streckenkarte auf dem Tisch können wir uns orientieren: am Vormittag waren wir auf der grünen Linie rechts auf den Rochers de Naye gefahren, jetzt sind wir auf der roten Linie auf den Les Pléiades unterwegs.
(Und der Vollständigkeit halber: das blaue ist die Goldenpass-Linie nach Zweisimmen, da habe ich einen Link auf einen Reisebericht aus 2012 parat. Jetzt ist also nur noch die Museumsbahn dazwischen offen.)
Die Region zwischen Vevey und Montreux heißt Waadtländer Riviera, daraus leitet sich auch der Name des Verkehrsunternehmens Transports Montreux-Vevey-Riviera (MVR) ab.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-39Vevey-Genfersee.JPG

Die Strecke steigt anfangs nur leicht an und bietet zunächst einen Blick auf die Stadt Vevey am Nordostufer des Genfersees. In Blonay beginnt der Zahnradabschnitt und die Strecke gewinnt nun deutlich an Höhe.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-40Bergfahrt-Les-Pleiades.JPG

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-41Bergfahrt-Les-Pleiades.JPG

In einem weiten 180-Grad-Bogen klettert die Zahnradbahn am Berghang des Les Pléiades nach oben. Die Strecke ist 10,5 Kilometer lang.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-42MVR-SURF-Les-Pleiades.JPG

Nach knapp vierzig Minuten ist die Endstation Les Pléiades erreicht. Hier können wir nochmals einen Blick auf den SURF-Triebzug werfen...

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-43MVR-SURF-Les-Pleiades-Talfahrt.JPG

...und schauen ihm noch bei der Talfahrt nach. Wenn im Mai hier oben die wilden Narzissen blühen, gibt das mit der Farbgebung der Triebzüge bestimmt ein schönes Bild – aber im Winter wirkt die Lackierung fast wie eine Tarnfarbe.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-44Les-Pleiades-Bahnhof.JPG

Die Zahnradbahn wurde 1911 von der damaligen Chemins de fer électriques Veveysans (CEV) eröffnet. Die Endstation liegt auf 1.348 Meter über dem Meer, der Aussichtsberg Les Pléiades bietet einen Panoramablick über die Waadtländer Riviera, den Genfersee und die Alpen.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-45Les-Pleiades.JPG

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-46Les-Pleiades.JPG

Gut, mit dem Blick auf den Genfersee ist es wieder nichts – aber der Blick über den Nebel ist nicht minder beeindruckend.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-47Les-Pleiades-Gleise.JPG

Ein Wegweiser mit Wegezeitangaben bringt uns auf die Idee, ein kleines Stück der Strecke zu Fuß zurückzulegen, und so folgen wir einem Weg zunächst entlang den Gleisen und weiter durch die Winterlandschaft...

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-48Les-Pleiades.JPG

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-49Les-Pleiades-Gleise-Fayaux.JPG

...bis zum Haltepunkt Fayaux. Hier steigen wir wieder in die Bahn und fahren hinab nach Vevey.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-50MVR-SURF-Fayaux.JPG

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-51Schloss-Blonay.JPG

Bei der Fahrt fällt der Blick auf das Schloss Blonay, es wurde 1175 durch Wilhelm II. von Blonay erbaut. Der Ort Blonay liegt auf einer Geländeterrasse oberhalb des Genfersees am Südwesthang der Pléiades.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-52Vevey-Bahnhof.JPG

Und hier sind wir wieder in Vevey angekommen. Der Ort Vevey ist bekannt für den Hauptsitz von Nestlé, für eine Stadtbesichtigung bleibt heute allerdings keine Zeit, und so treten wir gleich die Heimfahrt an. Mit dem nächsten Zug fahren wir am Ufer des Genfersees nach Lausanne.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-53Fahrt-Genfersee.JPG

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-54Lausanne-Bahnhof.JPG

In Lausanne besorgen wir noch Proviant für die Heimfahrt und drehen eine kleine Runde um den Bahnhof. In Lausanne hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) seinen Hauptsitz, seit dem Jahr 1994 schmückt sich die Stadt mit dem Titel „olympische Hauptstadt“, so leuchten auch die olympischen Ringe am Empfangsgebäude.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-55Lausanne-Bahnhof-innen.JPG

Der Bahnhof gehört zu den Baudenkmäler von Lausanne, hohe Fensteröffnungen, die vom deutschen Vertikalismus beeinflusst sind, verleihen dem Empfangsgebäude Rhythmus und lassen viel Licht einfallen. Die Ornamentik ist in einem diskreten, raffinierten Jugendstil gehalten.
Ok, ich gebe es zu, so ein großer Architekturkenner bin ich nun auch nicht und habe diesen Absatz von der Internetseite der Stadt Lausanne abgeschrieben.

Mit einem Intercity fahren wir von Lausanne nach Zürich. Für Streckenbilder ist es nun zu dunkel und ein Bild vom Dosto-IC gibt es oben von der Hinfahrt – da überspringen wir jetzt diese Etappe.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-56SBB-Dosto-IR-Zuerich.JPG

Als Interregio von Zürich nach Konstanz erwischen wir nun erstmals einen Regio-Dosto (Stadler KISS / SBB RABe 511), mit dem wir die letzte Etappe unseres Tagesausflugs zurücklegen.

http://www.bahnreiseberichte.de/078-Montreux-Vevey-Riviera/78-57SBB-Dosto-IR-1Klasse.JPG

Vielen Dank für das Interesse und das Mitkommen – vielleicht konnte ich damit auch einen kleinen Anreiz für einen Besuch der Bahnen an der Waadtländer Riviera geben.


Viele Grüße vom Bodensee
und einen schönen Sonntag


Tobias


PS: Meine früheren Reiseberichte gibt’s unter http://www.bahnreiseberichte.de.

http://www.bahnreisefuehrer.de - Deutschland aus der Fahrgastperspektive
Der Weg ist das Ziel: Meine Bahnreiseberichte.de.
Bahnreise-Wiki.de | Ein Mitmach-Projekt mit Tipps & Tricks für Bahnreisen im In- und Ausland.
Ein sehr schöner Beitrag! Und das spricht natürlich immer für Konstanz, die Schweiz vor der Tür zu haben...:)

Die 2+2-Bestuhlung in der 1. Klasse ist furchtbar und immer wenn ich in der Schweiz Bahn fahre, egal ob Regio, IC, ICN, sehne ich mich nach der Qualität der 1. Klasse im DB-Fernverkehr und den Dostos.
Guten Morgen,Tobias!
Schön,dass Du wieder an"meinen"See gekommen bist und gute Fotos geschossen hast!
Ja,mit Nebel oder Dunst muss man halt immer rechnen,wird ja vom See selbst erzeugt.
Der eindrückliche Felszahn(Bild 30) heisst übrigens "Dent du Jaman",daneben verläuft ein seit Urzeiten
benutzter Pass(Richtung Konstanz:=)
Schönen Sonntag!
Olaf



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 07.01.18 10:13.
DDorf schrieb:
Ein sehr schöner Beitrag! Und das spricht natürlich immer für Konstanz, die Schweiz vor der Tür zu haben...:)

Die 2+2-Bestuhlung in der 1. Klasse ist furchtbar und immer wenn ich in der Schweiz Bahn fahre, egal ob Regio, IC, ICN, sehne ich mich nach der Qualität der 1. Klasse im DB-Fernverkehr und den Dostos.
Diese Züge wurden eigentlich für die S-Bahn Zürich entwickelt. Nur nehmen sich die SBB die Freiheit sie nun auch im Fernverkehr einzusetzen. Nicht nur in der 1. Klasse ist deren Komfort äusserst rudimentär. Auch die 2. Klasse wartet mit minimalem Sitzabstand, weder Abfalleimer am Platz noch Steckdosen auf. Für komfortables Reisen haben die SBB kein grosses Verständnis mehr. Ich bin auf die neuen Twindexx gespannt.

Gruss
Ernst

1. Klasse RVD

geschrieben von: Patrick Rudin

Datum: 07.01.18 16:38

...wobei kaum eine Bahnfahrt im RVD länger dauert als Zürich-Chur. Man vergleiche dies mal mit Fahrzeiten bei Deutschen Komfortwundern wie dem 8-Platz-VT612, der bald Basel-Ulm eingesetzt wird, dem Talent 2 oder dem Mops von Alstom. Im Gegensatz zu den Deutschen jammern wir Schweizer schon auf einem verdammt hohen Niveau, was die Bahn betrifft. Nicht jeder (Fern-) Pendler ist in Deutschland so verwöhnt wie ich und hat geräumige ruhige ALEX-Abteile...

Der Sitzabstand ist im RVD (KISS) sehr gut, der Fensterteiler stimmt, und man kann im Vierer diagonal sitzen, wenn die Auslastung 50% ist. Im Fernverkehr sitze ich auch immer im Vierer, wenn der Zug nicht voll ist, da kann man den Rucksack neben sich ablegen (den stelle ich selbstverständlich hinter die Sitzlehne, wenn der Zug sich füllt). Das geht im Zweier nicht.

Somit finde ich den RVD nicht schlecht, zumindest wenn ich unten sitzen kann, wo es eine (akustische) Abtrennung zur zweiten Klasse gibt. Dies finde ich in der Schweiz mittlerweile den größten Vorteil der 1. Klasse.

Re: 1. Klasse RVD

geschrieben von: Weltreisender

Datum: 07.01.18 19:13

Grüss Dich TD,

vielen Dank für den schönen Bericht.
Eine kleine Anmerkung:
Du hast geschrieben, dass MVR und MOB gemeinsam unter dem Namen Goldenpass auftreten. Das war einmal. Vom "Goldenpass" hat man sich mittlerweile getrennt. So wurden die GoldenPass-Uniformen zu MOB-Uniformen getauscht. Auch wurde bereits an den Bahnhöfen das GoldenPass-Gelb/Gold gegen das MOB/MVR-blau getauscht. Auch in den Fahrplänen steht wieder MOB bzw. MVR und der MOB/MVR-Fahrplan erscheint nun im MOB/MVR-blau.

Richtig ist aber, dass noch längst nicht alle Wagen in das MOB/MVR-blau umgespritzt sind, so dass durchaus noch "GoldenPass-Spuren" zu finden sind. Ich denke, man ist so klug und spritzt nicht alles von jetzt auf gleich um, zumal die MOB und MVR auch nicht wirklich Geld zum verschenken haben, im Gegenteil, das Jahr 2016 war für sie ein schwieriges Jahr, worauf im 2017 etwas gespart wurde. Ich habe auch etwas gehört, dass es wegen der anstehenden TransGoldenPass-Rollmaterial-Bestellung Probleme gab/noch gibt: Stichwort budgetierter Kostenrahmen und die Preisvorstellung des bietenden Herstellers.

Wie es in der Zwischenzeit weitergegangen ist, kann ich nicht sagen.

Herzliche Grüsse
Martin
Super Reisebericht (:
Schade das sich der Nebel im Tal nicht gelichtet hat ):
Trotzdem starke Bilder , freu mich auf den nächsten Reisebericht :)
Grüße Dutt :)

Re: 1. Klasse RVD

geschrieben von: Urs Nötzli

Datum: 07.01.18 23:16

Danke Patrick,

ich bin auch nicht glücklich über die S-Bahn-Bestuhlung in der ersten Klasse, vor allem wenn man vor einiger Zeit den 511 036 in der oberen ersten Klasse benutzen konnte. Dort war eine 2+1-Bestuhlung mit interessanten Versuchssitzen - leider erreichte mich nie eine Kundenbefragung. Diese hat aber den klaren Wunsch ergeben, solche Bestuhlungen einzubauen, aber das käme zu teuer - meinte der von der DB übernommene CEO. Allerdings darf man den Stadler-Fahrzeugen Eines lassen: Das Raumgefühl ist selbst unten mit der leicht bombierten Decke um einiges angenehmer als die Vierkantcontainerställe anderer Hersteller.

Und - Ernst,
die blauen KISS des ZVV haben aber zumindest in der 1. Klasse Abfallkübel, in der zweiten Klasse war es eine ZVV-Forderung, keine Abfallbehälter einzubauen. Beim Roll-Out in Zürich meinte der einem Meter neben mir ein Interviev gebende CEO, dass er eine Vision hätte: "Jeder nimmt das wieder hinaus,was er reingebracht hat!" Vermutlich ist er noch nie auf "langen" Strecken gefahren, wo das Buffetwägelchen Abfall produziert, welche dann wohl die zahlenden Kunden mitnehmen sollten!
Der Giruno hat dann wieder 2+1-Bestuhlung und Abfallbehälter, anzunehmen ist dass auch der Twindexx solcherart ausgerüstet ist.

Herr Meyer glaubt ja, dass er der beste CEO aller Zeiten bei der SBB sei - siehe heute in der Presse - als er seinen Vorgänger Weibel abkanzelte - dass er aber beim Fahrkomfort abbaut, davon kein Wort. Die gemachte Aussage betreffend SBB-Pensionskasse ist nicht die Schuld Weibel, sondern der Politik, welche beim vom Parlament geforderten Systemwechsel im Gegensatz zu jener der Swisscom nicht vollständigt entschuldet wurde - somit die geschuldeten Beiträge des Bundes nicht bezahlt wurde. Zum Glück widersprach ein hoher BAV-Mitarbeiter, welche den damaligen Gesprächen beiwohnte, der Auffassung von Meyer, betreffend Zerschlagung der SBB. Meyer lobt sich, indem Divisionübergreifend aggiert würde! Nur - zum Teufel komm raus - warum gibt es seit der Divisionalisierung viel mehr kleine Könige, keine gleichlautenden Vorschriften und Abläufe, ein Gewurstel sondergleichen!
Seit Meyer am Ruder - pardon am Steuerrad hockt - haben die Verspätungen zugenommen - zahlenmässig frisiert, indem ausgefallen Züge nicht als verspätet gelten! Bei Weibel waren es weniger Verspätungen und man stellte ICN aus der Westschweiz infolge von Verspätungen nicht mehrmals in Olten weg! Dabei wäre die Komp. genau zwischen der Spinne in Zürich angekommen.
Gleiches wurde in Bern mit Zügen aus dem Wallis nach Romanshorn mehrfach produziert - wäre bei Weibel nicht vorgekommen . . .

Da nützen die schönsten Sitze und Anordnungen nichts, wenn man in dann überfüllten Nachfolgerzügen sich Plätze suchen darf! Womit wir wieder beim Komfort wären . . .

Urs
TD schrieb:
Zitat:
Anhand der Streckenkarte auf dem Tisch können wir uns orientieren: am Vormittag waren wir auf der grünen Linie rechts auf den Rochers de Naye gefahren, jetzt sind wir auf der roten Linie auf den Les Pléiades unterwegs.
Das ist ganz neu, daß die Züge nun durchgehend fahren, bislang hieß es, mit (Adhäsions-)GTW nach Blonay zu reisen, und dort zu eine Altbau-Zahnradgarnitur umzusteigen.


TD schrieb:
Und der Vollständigkeit halber: das blaue ist die Goldenpass-Linie nach Zweisimmen, da habe ich einen Link auf einen Reisebericht aus 2012 parat. Jetzt ist also nur noch die Museumsbahn dazwischen offen.)
Blonay-Chamby ist jedenfalls für ein Besuch wert, sowohl wegen Streckenführung, als auch bzgl. Rollmaterial. In diesem Jahr kann dazu September bestens geeignet sein, da anläßlich des 50-jährigen Jubiläum der Museumsbahn sogar die Bernina-Krokodil dazu kommt. (Mehr dazu: [blonay-chamby.ch])

Hinzu noch zwei Berichte von mir... zwar auf einer ganz fremden Sprache, aber Bilder sind auch ohne Hilfsmitteln genießbar... ;-)
[hovamegyavonat.blog.hu]
[hovamegyavonat.blog.hu]

Re: 1. Klasse RVD

geschrieben von: 511048

Datum: 08.01.18 18:58

Urs Nötzli schrieb:
Danke Patrick,

ich bin auch nicht glücklich über die S-Bahn-Bestuhlung in der ersten Klasse, vor allem wenn man vor einiger Zeit den 511 036 in der oberen ersten Klasse benutzen konnte. Dort war eine 2+1-Bestuhlung mit interessanten Versuchssitzen - leider erreichte mich nie eine Kundenbefragung. Diese hat aber den klaren Wunsch ergeben, solche Bestuhlungen einzubauen, aber das käme zu teuer - meinte der von der DB übernommene CEO. Allerdings darf man den Stadler-Fahrzeugen Eines lassen: Das Raumgefühl ist selbst unten mit der leicht bombierten Decke um einiges angenehmer als die Vierkantcontainerställe anderer Hersteller.

Und - Ernst,
die blauen KISS des ZVV haben aber zumindest in der 1. Klasse Abfallkübel, in der zweiten Klasse war es eine ZVV-Forderung, keine Abfallbehälter einzubauen. Beim Roll-Out in Zürich meinte der einem Meter neben mir ein Interviev gebende CEO, dass er eine Vision hätte: "Jeder nimmt das wieder hinaus,was er reingebracht hat!" Vermutlich ist er noch nie auf "langen" Strecken gefahren, wo das Buffetwägelchen Abfall produziert, welche dann wohl die zahlenden Kunden mitnehmen sollten!
Der Giruno hat dann wieder 2+1-Bestuhlung und Abfallbehälter, anzunehmen ist dass auch der Twindexx solcherart ausgerüstet ist.
Nur keine Panik bei den Kiss ist bei 41 von 44 Stück eine Anpassung vorgesehen. Die restlichen 3 Stück wird man in Zukunft nur noch auf dem RE Olten-Wettingen oder auf der S-Bahn Zürich sehen.(Der Starttermin ist soviel ich weiss im Jahr 2018 vorgesehen.

Betreffend Abfallkübel, man hat die Abfallkübel in der 2.Klasse auch bei den DTZ/DPZ entfernt



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 08.01.18 18:59.

Re: 1. Klasse RVD

geschrieben von: Weltreisender

Datum: 08.01.18 20:03

511048 schrieb:
Urs Nötzli schrieb:
Und - Ernst,
die blauen KISS des ZVV haben aber zumindest in der 1. Klasse Abfallkübel, in der zweiten Klasse war es eine ZVV-Forderung, keine Abfallbehälter einzubauen. Beim Roll-Out in Zürich meinte der einem Meter neben mir ein Interviev gebende CEO, dass er eine Vision hätte: "Jeder nimmt das wieder hinaus,was er reingebracht hat!" Vermutlich ist er noch nie auf "langen" Strecken gefahren, wo das Buffetwägelchen Abfall produziert, welche dann wohl die zahlenden Kunden mitnehmen sollten!
Der Giruno hat dann wieder 2+1-Bestuhlung und Abfallbehälter, anzunehmen ist dass auch der Twindexx solcherart ausgerüstet ist.
Nur keine Panik bei den Kiss ist bei 41 von 44 Stück eine Anpassung vorgesehen. Die restlichen 3 Stück wird man in Zukunft nur noch auf dem RE Olten-Wettingen oder auf der S-Bahn Zürich sehen.(Der Starttermin ist soviel ich weiss im Jahr 2018 vorgesehen.

Betreffend Abfallkübel, man hat die Abfallkübel in der 2.Klasse auch bei den DTZ/DPZ entfernt
Grüssech Wohl mitenand,

danke für die Infos. Aber was für einen Sinn macht es in der 2.Kl keine Abfallbehälter einzubauen, bzw. diese sogar zu entfernen? Hat man Terrorangst?
In GB waren ja - angeblich wegen Terrorgefahr - auch eine zeitlang sämtliche Abfallbehälter entfernt. Mittlerweile gibt es zumindest in den Zügen Abfalltüten. Das mit den Tüten ist natürlich auch so eine Sache. Einerseits kann man sie schneller entfernen. Andererseits steigt so das Müllvokumen, in ZH Güselvolumen, in BN das Küdervolueme.

Die Folge war dann vielfach, dass der "Küder" dann auf dem Boden lag. Ob das der Sinn der Sache ist? Ich würde sagen, nein.

Herzliche Grüsse
Martin

Re: 1. Klasse RVD

geschrieben von: Patrick Rudin

Datum: 08.01.18 20:16

511048 schrieb:
Nur keine Panik bei den Kiss ist bei 41 von 44 Stück eine Anpassung vorgesehen. Die restlichen 3 Stück wird man in Zukunft nur noch auf dem RE Olten-Wettingen oder auf der S-Bahn Zürich sehen.(Der Starttermin ist soviel ich weiss im Jahr 2018 vorgesehen.

Betreffend Abfallkübel, man hat die Abfallkübel in der 2.Klasse auch bei den DTZ/DPZ entfernt

Wie ist die Anpassung geplant? 2+1-Bestuhlung? Wie würde man dann die fehlende Kapazität ausgleichen?

Und dumme Frage, wann wurden bei den DTZ/DPZ die Abfallkübel entfernt? Ich meine, als ich auf unserer Linie (S2/S8) das letzte Mal in der 2. Klasse in einem DTZ sass, dass da wie gewohnt Abfallkübel waren. Das kann ja nicht allzulange her sein...

Re: 1. Klasse RVD

geschrieben von: 511048

Datum: 08.01.18 21:36

Soviel ich noch in Erinnerung habe: 2 Klasse bekommt Steckdosen, 1 Klasse bekommt eben 2+1 Bestuhlung. Betreffend Kapazität soll der Bereich der 1.Klasse leicht vergrössert werden In der 2. Klasse wird für Sitzplätze die Stehplatzzonen verkleinert.

Ich meinte letzten Sommer hat man in allen 61 DTZ die Abfallkübel entfernt und seither ist man bei den DPZ dran.

Re: 1. Klasse RVD

geschrieben von: Ernst

Datum: 09.01.18 09:24

Die 2+1 Bestuhlung nützt nur der 1. Klasse. Auch Steckdosen in der 2. Klasse ändern die mikrigen Sitzabstände nicht. Die Entfernung der Abfallkübel wurde auch schon mit den engen Platzverhältnissen begründet. Diese Züge bleiben nun einmal S-Bahnzüge und haben in einem komfortablen Fernverkehr nichts verloren. Es bedauerlich, dass das Bundesamt für Verkehr (BAV) diese SBB Politik akzeptiert. Uebrigens hat der Twindexx als Ferverkehrsdoppelstöcker pro Wagen etwa gleich viele Sitzplätze wie der S-Bahn RVD. Dies bei deutlich grösserem Sitzabstand.

Gruss
Ernst

Re: 1. Klasse RVD

geschrieben von: Florian Ziese

Datum: 09.01.18 13:28

Ernst schrieb:
Die 2+1 Bestuhlung nützt nur der 1. Klasse. Auch Steckdosen in der 2. Klasse ändern die mikrigen Sitzabstände nicht. Die Entfernung der Abfallkübel wurde auch schon mit den engen Platzverhältnissen begründet. Diese Züge bleiben nun einmal S-Bahnzüge und haben in einem komfortablen Fernverkehr nichts verloren. Es bedauerlich, dass das Bundesamt für Verkehr (BAV) diese SBB Politik akzeptiert. Uebrigens hat der Twindexx als Ferverkehrsdoppelstöcker pro Wagen etwa gleich viele Sitzplätze wie der S-Bahn RVD. Dies bei deutlich grösserem Sitzabstand.
Aber der Twindexx hat deutlich weniger Stehplatzflächen. Der Sitzabstand im RVD in der 2. Klasse ist 5,5 % kleiner als im Twindexx, dafür nehmen die Stehplatzflächen im RVD auch einige Prozent Sitzplatzfläche weg.

Aber das ist eben das Problem an der SBB-Flottenpolitk, wo aus angeblichen Kostengründen nur exakt einheitliche Fahrzeuge beschafft werden sollten. Dann fahren halt im Fernverkehr S-Bahn-bestuhlte Züge herum, die aber (zu) grosse Stehplatzflächen und (zu) viele Türen haben (z.B. Gotthard). Während die SBB bisher komfortablere Teilserien wegen dem nicht mehr freizügigen Einsatz ablehnt, sind umgekehrt unkomfortablere Teilserien hingegen kein Problem, sie bei den FLIRT, wo es nun auch welche mit mehr Stehplätzen und engerer, teils unkomfortablerer Bestuhlung gibt. Da sind die separaten Teilserien plötzlich doch kein Problem...
Generell ist der RVD ja abseits der Inneneinrichtung ein durchaus gutes und geeignetes Fahrzeug für diese Linien. Eine echte S-Bahn-Version, vielleicht analog DPZ und DTZ etwas enger bestuhlt und eine echte Fernverkehrsversion mit mehr Beinfreiheit wären da eine gute Lösung gewesen. Technisch wie Drehgestell, Führerstand, Elektrik, Türen etc. dürfen die zwecks einheitlicher Ersatzteilhaltung absolut identisch sein. Hingegen so wie jetzt, dass S-Bahn und Fernverkehr bis auf Lackierung und Sitzbezug identisch sind, ist schon zu übertrieben Einheitlichkeit. An irgendwelchen Spitzentagen darf man dann durchaus auch als Verstärkung einen S-Bahn-Zug an den Fernverkehrszug drankuppeln, so wie man da heute EW I ausgräbt, die auch deutlich unkomfortabeler sind.

Wobei die Beinfreiheit im RVD zwar wirklich etwas eng ist, aber so extrem ist es nun auch nicht, der Sitzteiler liegt in der Mitte zwischen EW I und EW II und mit den engeren EW I oder Leichtstahlwagen war man früher deutlich länger unterwegs als nun in den RVD auf doch Kurzstrecken.

Der wegfallende Abfalleimer ist zwar unschön, der Gewinn an Beinfreiheit aber doch spürbar (besonders auch im Vergleich zum IC 2000, wo die Dinger permanent im Weg sind und stören). Ein kompliziertere Lösung wäre durch hochliegende, längliche Behälter sicher möglich. Hauptgrund für die SBB dürfte natürlich die Einsparung sein, auch wenn jetzt nun mehr Müll auf dem Boden liegt, ist der Wagen trotzdem schneller gereinigt. Über den Boden kehren musste man sowieso, mit etwas mehr Müll daurert das nur etwas länger, dafür muss man nicht mehr zeitaufwendig jeden Abfallkübel öffnen.

Gruss

Florian



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.01.18 13:33.
Danke für den tollen Bildbericht.,Die Museumsbahn Blonay-Chamby ist immer eine Reise wert. Die 4 PlatzBestuhlung in der ersten Klasse beim KISS stört mich nicht. Auch ist bei den kurzen Reisezeiten- Fernverkehr in der Schweiz, dies macht in Deutschland ein RE, der Fahrkomfort ausreichend.Dies weiß ich aus eigener Erfahrung, o.k. die EW IV sind immer noch weit vorne in der ersten Klasse, aber ansonsten gibt es nichts zu Meckern.Die neuen Tw SURF sind ein guter Wurf, da endlich in der Westschweiz einmal ein Standartfahrzeug für die Meterspurbahnen in größerer Stückzahl beschafft wurde. Dazu passt dann das neue zentrale Unterhaltszentrum für Drehgestelle.Ich bin stets gerne Bahn und Postbus in der Schweiz gefahren und gedenke, dies auch weiterhin zu tun, wenn ich dort im Urlaub bin...