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 08/02 - Alpenlandforum 

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Hi zusammen,

zwischen den Jahren zu verreisen war schon immer etwas Besonderes. Ein paar freie Tage standen an und schnell war der Plan für eine kleine Jahresabschlussfahrt geschmiedet.

Schon lange wollte ich mit dem Doppelstockschlafwagen fahren, damit war die Schweiz als Ziel gesetzt.

Da der Fahrpreis für jedes Ziel in der Schweiz gleich war, lösten wir durch bis Tirano.
So wird es zur Albula- und Berninabahn gehen. Von Tirano aus fahren wir weiter zum Comer See, überqueren diesen und setzen die Reise über Chiasso und Locarno durchs Centovalli fort. Durch den Lötschbergbasistunnel geht es zurück nach Deutschland.

Ein paar Bilder, die auf dieser 3,5-Tage- Tour heraussprangen, möchte ich im Folgenden zeigen.
Los ging es in Berlin im Doppelstockschlafwagen nach Zürich, für den wir ein Deluxe-Abteil mit Dusche/WC ergattert hatten. Diese Abteile wurden schon oft sehr hoch gelobt, deswegen war ich mehr als gespannt:

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Innenansicht im Deluxe-Abteil unseres Dosto-Schlafwagens: Garderobe, Betten, ein kleiner Tisch mit Stühlen, 2 Mal Schaumwein als Begrüßungsgetränk… Bestellen kann man sich beim Betreuer u.A. ein Rindersteak, hat das schon jemand getestet?

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Das Bad mit integrierter Dusche.

Der Komfort und die Laufruhe (die Deluxe-Abteile befinden sich oben, also weit weg von den Drehgestellen…) waren super, einziger Kritikpunkt war die sehr enge Dusche…

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Beim Frühstück sind 6 Komponenten zur freien Wahl im Fahrpreis inclusive, jede weitere kostet 1,20 Euro. Kaffee kann kostenlos nachgefasst werden…

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Unser Wagen bei der Ankunft in Zürich um kurz nach 9 Uhr. Der Wagen hat innen nur einen Gang mittig, von dem aus es jeweils nach unten in die Economy-Abteile und nach oben in die Deluxe-Abteile geht…

Wir fahren weiter mit dem IC nach Chur und steigen dort um in einen IR der Albulabahn Richtung St. Moritz.

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Der IR bestand aus einer sehr illustren Garnitur: Ein Allegra-Triebwagen an der Spitze, dann Speisewagen und ein alter Zweitklasswagen und dahinter eine komplette Alvra-Wagengarnitur ohne Steuerwagen… Die Aufnahme entstand aus dem „Fotografenwagen“ kurz vor dem Landwasserviadukt…

Nach Umstieg in Samedan und Pontresina geht es weiter auf der Berninabahn Richtung Tirano:

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Geplant war eine Pause zum Eislaufen auf dem zugefrorenen Lago Bianco, doch das klappt wegen dem vielen Neuschnee nicht… Deswegen fahren wir weiter bis zur Alp Grüm.

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Auf der Alp Grüm kurz hinter dem Scheitelpunkt kam sogar kurz die Sonne raus. Wir unterbrechen für eine Stunde...

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… und lassen den Zug ohne uns weiter Richtung Tirano fahren.

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Fassade des Bahnhofs Alp Grüm

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Wir wärmen uns in der Bahnhofswirtschaft auf…

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Der Gegenzug kommt mit Schneepflug voraus.

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Als der Folgetakt, mit dem wir weiter nach Tirano fahren, eintrifft, versinkt die Alp wieder im Nebel… Fast alle Züge der Berninabahn werden an diesem Nachmittag mit Allegra bespannt.

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Gleich hinter der Alp Grüm tut sich ein Blick hinunter zum Lago di Poschiavo auf. Da die Buchung im Deluxe-Schlafwagen einen Fahrschein erster Klasse generierte, sitzen wir im Allegra immer direkt hinter dem Tf im 1. Klasse-Abteil mit Streckenblick…

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... es geht immer weiter bergab...

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… bald eröffnet sich nochmal ein Blick auf Poschiavo und den See...

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In Lese Prese spielt der Zug Straßenbahn…

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In Brusio wartet der Gegenzug…

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Und dann geht es nochmal bergab zum Ziel Tirano. An dieser Stelle sind wir schon in Italien…

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In Tirano geht es quer über den Hauptplatz…

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Da in Tirano alles ausgebucht bzw. völlig überteuert ist, fahren wir noch ein Stück weiter bis Colico am Comer See. Wir haben Glück und fahren mit einem lokbespannten Zug von Trenord…

Nach einer Übernachtung am Comer See wollen wir zurück in die Schweiz nach Locarno. Dazu müssen wir über den See, um von Como aus weiterzukommen. Von Colico gibt es im Winter ein einziges Schiff früh um 6, da schlafen wir noch fest…
Deswegen geht es nach dem Frühstück am späten Vormittag gemütlich mit dem Zug ein Stückchen weiter bis Varenna…

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Der Bahnhof Varenna, wo wir Mittags ankommen, liegt eingekesselt zwischen 2 Tunnels etwas oberhalb des Ortes…

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Ins Ortszentrum und zur Uferpromenade sind es zu Fuß etwa 10 Minuten…

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Eine Autofähre pendelt ganztags zwischen Varenna, Bellaggio und Menaggio. Damit würde man über Menaggio und ab dort per Linienbus schnell rüber nach Lugano kommen.

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Die Autofähre am Anleger Varenna.

Wir entscheiden uns gegen die Kombination aus Autofähre+Bus und warten aufs Tragflügelboot:

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Da kommt unser Geschoss von Bellaggio her…

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Anlegen in Varenna…

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Das Tragflügelboot wird uns in einer knappen Stunde nach Como bringen. Es werden knapp 10 Zwischenhalte bedient und dabei wird immerzu die Uferseite gewechselt. Die Fahrt macht Spaß ohne Ende, man fühlt sich wie im Flieger…

Zwei Blicke zurück auf Varenna:
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Blick auf Bellaggio:

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Das Tragflügelboot in Como.

Von Como aus geht es unspektakulär mit Nahverkehrszügen über Chiasso und Lugano zurück in die Schweiz nach Locarno, wo wir übernachten.

Am Folgetag fahren wir von Locarno aus mit der Centovallibahn nochmal im Transit durch Italien bis Domodossola.

Man muss sich auf der Centovalli-Bahn zwischen Triebwagen der schweizerischen FART und der italienischen SSIF entscheiden. Letztere werden als Panoramazüge vermarktet, sollen aber deutlich unbequemer sein als die Züge der FART. Weil man in den Panoramatriebwagen den Sitz direkt neben dem Lokführer buchen kann, entscheiden wir uns für den SSIF-Zug.

Online haben wir vorher platzgenau reserviert, im Zug stecken Reservierungsschilder mit unseren Namen. Allerdings ist der Zug anders gereiht als vorgesehen: Unser Panoramaplatz neben dem Tf in der zweiten Klasse ist entgegen der Fahrtrichtung- das Panoramaabteil der ersten Klasse ist an der Spitze. Dabei sollte die 2. Klasse vorne sein.

Nach Schilderung des Problems wurden wir vom sehr netten italienischen Personal in die 1. Klasse umquartiert und bekamen den gewünschten Streckenblick auf dem Beifahrerplatz und direkt dahinter.

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In Locarno ist der Centovalli-Bahnhof (wie auch in Domodossola) unterirdisch. Der Panoramazug nach Italien steht bereit.

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Blick in die zweite Klasse.

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Unser Platz mit Streckenblick in der ersten Klasse.

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Dann ging es nochmal hoch über die Schneefallgrenze. Die Fahrt mit Streckenblick war einfach herrlich, hier der Gegenzug.

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Gegenzug Nr. 2….

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In der Ferne ist das Ziel Domodossola in Sicht...

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Kurz vor Domodossola kreuzen wir noch mit einem inneritalienischen Regionalzug…

Wegen Verspätung der Gegenzüge haben auch wir 13 Minuten Verspätung. Das engagierte Zugpersonal gibt unseren Anschlusswunsch (12 Minuten Übergang) weiter und wirklich wartet der EC(E) Mailand-Frankfurt in Domodossola auf uns. Es steigen einige Reisende um, die Centovallibahn hat Bedeutung im Fern-, Nah- und touristischen Verkehr…

Mit der neuen Verbindung Mailand-Frankfurt fahren wir bis Basel. Bis dorthin fährt der Zug zweiteilig und wir machen es uns bequem:

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In Basel Bad Bf steigen wir aus dem nur noch einteiligen ECE Mailand-Frankfurt aus… Für uns geht es ab Basel mit einem IC nach Hause.

Ich hoffe der Bericht hat Euch gefallen! Viele Grüße und frohes neues Jahr!

Daniel

Bilderalben meiner Touren durch Europa gibts auf Flickr:

[www.flickr.com]

Sehr schön - danke! (o.w.T)

geschrieben von: Urs Renninger

Datum: 03.01.18 20:44

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
ABomz schrieb:
Man muss sich auf der Centovalli-Bahn zwischen Triebwagen der schweizerischen FART und der italienischen SSIF entscheiden. Letztere werden als Panoramazüge vermarktet, sollen aber deutlich unbequemer sein als die Züge der FART.
Die SSIF hat zum Glück nicht nur Triebzüge welche als Panoramazüge vermarktet werden... :-D

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/3e/SSIF_ABe_8-8_21_Trontano_221217_R138.jpg/640px-SSIF_ABe_8-8_21_Trontano_221217_R138.jpg
(R 138 Locarno-Domodossola, 22.12.17)

Ansonsten schöne Rundreise!
Die ältesten Fahrzeuge sind meist auch die bequemsten... XD

Ich versuchte mit Beobachtungen mal herauszufinden, wann die alten Triebwagen jeweils eingesetzt werden. Leider musste ich feststellen, dass diese nur sporadisch zum Einsatz kommen... schade eigentlich...

Also, selbstverständlich ohne Gewähr:
- seit dem Fahrplanwechsel (eigentlich öfters schon seit Ende November) gab es auf dem R 119 fast immer (zumindest Mo-Fr) einen ABe 8/8 (merkwürdige Ausnahmen am 27.11. (Pano-Tz 86+812+89+85), 12.12. (fiel aus wegen Stromunterbruch, kam irgendwann einen Bus), 18.12. (fuhr ABe 6/6 35 :-D)), Rückfahrt nach Domo als D 32 (bis zum Fahrplanwechsel) bzw. als R 138 (ab Fpl-Wechsel; Locarno ab 10:02 mit grosszügigem Anschluss (es reicht für ein Prosecco am Bahnhofsbuffet...) zum EC nach Frankfurt);
- diese Woche gab es ABe 8/8 öfters auch als D 80 (bzw., wie heute Abend, D 69);
- ein Paar Wochen lang in Dezember war der ABDe 6/6 31 oft als R 304 unterwegs, scheint aber leider vorbei zu sein.
Das ganze ist insoweit merkwürdig, weil man konnte eine Zeit lang fast meinen, dass die ABe 8/8 aus der Schweiz verbannt worden wären...
Ja, die Zusammenarbeit zwischen SSIF und SBB funktioniert durchaus. Die Centovalli-Linie hat touristische aber auch Nahverkehrsbedeutung. Durch den Cenotovalli fahren viele Touristen(-gruppen), aber auch aus dem BeO und dem Wallis wird zur Reise ins Tessin oft der Centovalli benutzt, weil das eben eine gute Verbindung ist.

Zumindest die SBB wartet bedingt auf den Centovalli. Ob auch die FS auf den Centovalli wartet, weiss ich nicht. Umgekehrt dürften sie dann wohl auch warten.

Zwar ist der Fdl im Bahnhof Domo ein RFI-ler. Aber es gibt auch einen "Representante FFS". Dieser hat dann in Angelegenheiten für Verkehre Richtung CH ein Wort mitzureden, bzw. es dürfte gerade der "Representante FFS" sein, der dann in allem auch mit der zuständigen BLZ in Spiez die Sachen bespricht und regelt.

Herzliche Grüsse
Martin
Man hat aber auch schon gesehen dass den 10056 die Türen zugemacht hat und gen Bern losgefahren losgefahren ist als die Anschlussreisenden noch am Einsteigen waren (Antwort der am Perron anwesenden SBB-Angestellten (wohl ZP des 56) auf der Frage ob sie nicht gesehen hatten, dass Kunden noch am Einsteigen waren: "Fahrplan muss eingehalten werden, die hätten nur schneller rennen müssen" (!)).

Ansonsten muss man schon sagen dass die zwei Bähnler mit gelbe Warnweste (Aufsicht Personenverkehr oder was auch immer sie sind), welche im oben geschilderten Fall nicht anwesend zu sein schienen, sich schon Mühe geben und einen Lob verdienen.
Viersieben schrieb:
Man hat aber auch schon gesehen dass den 10056 die Türen zugemacht hat und gen Bern losgefahren losgefahren ist als die Anschlussreisenden noch am Einsteigen waren (Antwort der am Perron anwesenden SBB-Angestellten (wohl ZP des 56) auf der Frage ob sie nicht gesehen hatten, dass Kunden noch am Einsteigen waren: "Fahrplan muss eingehalten werden, die hätten nur schneller rennen müssen" (!)).

Ansonsten muss man schon sagen dass die zwei Bähnler mit gelbe Warnweste (Aufsicht Personenverkehr oder was auch immer sie sind), welche im oben geschilderten Fall nicht anwesend zu sein schienen, sich schon Mühe geben und einen Lob verdienen.
Das hängt oft aber auch noch ein bisschen davon ab, wer gerade vor Ort Dienst hat, bzw. wer gerade in Spiez in der BLZ sitzt. Da gibt es sowohl in der BLZ solche, die eher ein warten zulassen, auch situativ ein bisschen grosszügiger als die vorgegebenen Zeiten sind. Dann gibt es andere, die eher nein sagen.

Aber auch vor Ort, da gibt es solche, die vor dem "Schlüssel drehen" noch einmal in alle Ecken schauen, ob noch Leute zu springen kamen, und andere, die stur auf Zeigersprung den Schlüssel gedreht haben. Bei meiner Zeit bei der MOB kann ich folgendes berichten, wenn wir zu spät kamen, gab es Leute im Fahrdienst BLS, bei denen konntest Du davon ausgehen, dass sie im Rahmen Spiez gegenüber ein Warten durchzukriegen. Dann gab es Andere, die nur Spiez fragten, ob ja oder nein, und so entsprechend handelten. Bei einem Mitarbeiter kam immer bei Verspätungsvormeldung die Antwort: "Mir tüe gugge."

Zwei Jahre lang, hatte der MOB GPP 3118 von Montreux nach Zweisimmen einen sehr sportlichen Fahrplan. Die Fahrzeit war sehr eng, die kleinste Verspätung konnte i.d.R. nicht mehr aufgeholt werden, oder eben nur durch schnelleres Fahren als erlaubt. Nach dem ersten Jahr bekam der Anschluss RE 3118 der BLS in Zweisimmen plötzlich eine Wartezeit von null Minuten. Dies zu einer Zeit, wo eben gerade sehr viele Fahrgäste von Montreux nach Interlaken fuhren. Da gab es einmal die Situation, da war ich zu spät. Ich meldetete nach Abfahrt in Saanenmöser in Zweisimmen beim Fdl BLS und sagte, wieviel wir Verspätung haben. Kurz vor der Kreuzungsstelle Halten, riefen sie mich zurück, dass sie nicht warten. Ich fuhr ein, der BLS-RE fuhr gerade aus.
Ein ander Mal soll es eine Situation gegeben haben, wo jemand anders in Zweisimmen Dienst hatte, er meldetete Spiez vor, dass die MOB wenig zu spät ist. Spiez sagte, pünktlich fahren, so wie es im Reglement steht. Der Fdl erwiderte, das kann ich doch nicht machen, den Zug den Leuten vor der Nase wegfahren lassen. Da entgegnete Spiez, dann las ihn einen Moment vor Signal stehen.

Als ich bei der MOB anfing, habe ich beim Abfertigen sowohl als Statiönler als auch als Zugchef zuerst immer nur auf den Zug geschaut. Ich schaute zuerst noch nicht in die Ecken, ob noch Leute zu springen kamen. Das gewöhnte ich mir erst später an. Ggf. nahm ich den Abfahrbefehl auch noch einmal zurück. (Das ging in Lenk am Pult, indem man auf Automatik schaltete. Anderswo ging das nicht.) Dann gab es aber auch Situationen, wo wir eh schon zu spät waren und immernoch Leute angesprungen kamen. Da musste ich dann irgendwann sagen, so geht das nicht. Dann gewöhnte ich mir folgende Linie an: Sind wir pünktlich warte ich noch einen Moment auf die Fahrgäste. Ich verkaufe ihnen sogar noch schnell ein Billett, sofern sie eines brauchen. Waren wir aber eh schon zu spät, liess ich die Züge dann fahren und kannte dann bei Leuten, die noch angerannt kamen, kein Pardon mehr. Ich wartete höchstens auf sie, wenn sie kurz vor meinem Drücken schon am Zug waren. Kamen die Leute hingegen vom verspäteten Anschlussbus zu springen, war die Sache klar, dass ich wartete. Ich begab mich sogar extra auf den Bahnsteig, als der Bus kam.
Aber das war meine Praxis. Jeder handhabte es einwenig anders.

Du siehst, es hängt viel vom diensthabenden Mitarbeiter ab, ob oder wie gewartet wird.

Herzliche Grüsse
Martin
Viersieben schrieb:
Man hat aber auch schon gesehen dass den 10056 die Türen zugemacht hat und gen Bern losgefahren losgefahren ist als die Anschlussreisenden noch am Einsteigen waren (Antwort der am Perron anwesenden SBB-Angestellten (wohl ZP des 56) auf der Frage ob sie nicht gesehen hatten, dass Kunden noch am Einsteigen waren: "Fahrplan muss eingehalten werden, die hätten nur schneller rennen müssen" (!)).
Hallo
Vielleicht hätte man den Burschen mal auf den Terminus Kundendienstliche Bereitschaft aufmerksam machen sollen:
Kundendienstliche Bereitschaft

Die kundendienstliche Bereitschaft ist erstellt, wenn der Fahrgastwechsel und der Ein- und Auslad beendet sind sowie die Abfahrtszeit erreicht oder das vorzeitige Verkehren zulässig ist. Für die Abfahrt des Zuges ist die Bahnhofuhr massgebend. Nicht öffentlich publizierte Züge dürfen vorzeitig verkehren.
Falls es absehbar ist, dass die kundendienstliche Bereitschaft nicht rechtzeitig erstellt werden kann, verständigt der Lokführer den Fahrdienstleiter. Diese Information erfolgt so früh wie möglich, in der Regel vor dem Erteilen der Zustimmung zur Fahrt.

Quelle FDV
Wenn also noch Fahrgäste einesteigen, darf der Zug nicht abgefertigt werden.

Ich hätte da nicht gezögert, die Notbremse zu ziehen.
Gruss Leo



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.01.18 07:06.