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[AT] Spricht die Bahn junge Kunden an?

geschrieben von: J-C

Datum: 18.12.17 14:42

Link
In seinem Blog hat ein gewisser Niki Schmölz Vertreter der Bahnen zum Thema befragt, wie man die junge Generation in die Züge bringen will.

Auszüge davon.

Ines Volpert, Pressesprecher der Westbahn
Zitat:
[...]Wir glauben aber, dass gerade das Ticketing sehr wichtig ist. Sprich, wie schnell, wie unkompliziert, wie zuverlässig komme ich an das Ticket, um die Bahn so schnell und bequem wie möglich in die Mobilitätskette einbinden zu können. Man muss aber hier auch eine Lanze brechen und sagen, dass unser System Bahn in Österreich sehr gut funktioniert, sowohl bei ÖBB als auch eben bei der Westbahn. Dass heißt, das Image der Bahn ist besser als man glaubt, auch wenn man immer nur hört, wenn etwas nicht klappt ;).

Dr. Benedikt Weibel – ehem. Chef der SBB und Aufsichtsratsmitglied der Westbahn:
Zitat:
In der Schweiz wird die Bahn von der Jugend sehr gut angenommen, da hat fast kein junger Mensch ein Auto und oft sogar nicht einmal einen Führerschein.

Thomas Posch – CCO Westbahn und ehem. Mitarbeiter der ÖBB Personenverkehrs AG:
Zitat:
Ich glaube, dass von ÖBB und Westbahn hier bereits sehr viel getan wurde und dass das Image recht gut ist. Ich glaube auch, dass Bahnfahren in Österreich sehr billig ist, und es geht ja eben auch darum, Zugfahren für die junge Gesellschaft leistbar zu machen. Die große Frage ist: Wie bekomme ich Leute von der Straße auf die Schiene? Aber Bahnfahren ist bereits sehr cool und man hat schon viele Leute erreicht und man erreicht auch immer mehr Menschen, aber wenn jemand nicht überzeugt ist, wird man das nur sehr schwer ändern können. Es liegt an den Bahnbetreibern ihr Möglichstes zu tun, gerade in Sachen neue Medien mitzugehen aber auch Zugangsbarrieren zu reduzieren. Wir gehen auch bewusst den Weg bei der Personalauswahl, auf Leute zu setzen die eher einen Jungen ansprechen, als ein griesgrämiger Schaffner.

Aber irgendwo hats ein Ende, wer nicht will soll es lassen.

Klaus Garstenauer – Leiter Nah-und Regionalverkehr ÖBB:

Zitat:
Vergessen Sie das Image, das ist echt ein veraltetes und introspektives Konzept. Entscheidend ist, was für einen wahrgenommenen sozialen Status wir unseren Fahrgästen durch die Nutzung unserer Dienstleistung geben. Ist Bahnfahren so einfach, angenehm und nützlich, dass der Nutzer (m/f) damit smart, selbstbestimmt und bereichert ist? Dann wird Bahnfahren ein Attribut des (Wunsch-)Selbstbildes einer Person sein und er oder sie wird auch ganz selbstverständlich darüber berichten, d.h. Bahnfahren zu einem Teil seines Lebensstils machen. Und wenn nicht, dann eben nicht.

Und wenn nicht, dann eben nicht.

Dem kann ich immer und immer wieder zustimmen.

Die Frage ist: Spricht die Bahn junge Kunden an?



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2017:12:18:14:47:12.

Re: [AT] Spricht die Bahn junge Kunden an?

geschrieben von: RhBDirk

Datum: 18.12.17 15:26

Bahn, Bahn, Bahn. Es muss heissen: Spricht der ÖV junge Kunden an?

Ich muss aber auch erstmal zur Bahn hinkommen - also an den Bahnhof. Und da macht die Schweiz mit ihrem gesamtschweizerischem Ticketkonzept oder die Niederlande das schon sehr gut vor. Ein Ticket für alles. GA bzw OV Karte. Man darf nicht nur alleine auf die Eisenbahn schauen. Die Fahrt zum/vom Bahnhof muss in den meisten Fällen auch bestritten werden.

Re: [AT] Spricht die Bahn junge Kunden an?

geschrieben von: Thomas Hörmann

Datum: 18.12.17 18:56

Die ÖBB wollen offenbar gar nicht allzu viele Fahrgäste, sonst hätten sie die Bedienung des neuen Automaten
nicht komplizierter, sondern einfacher als jene des Vorgängers gestaltet.

Re: [AT] Spricht die Bahn junge Kunden an?

geschrieben von: HSB Tw 44

Datum: 18.12.17 19:27

Das sagt die Vertreterin der westBAHN an sich ja schon: Es muß einfach sein, die Bahn zum Teil der Mobilitätskette zu machen.

In diesem Sinne wäre ich sehr dafür, daß ÖC und BC100 nach dem Vorbild des GA umfassende Tickets sind. Dafür würde ich auch ein paar Euro mehr bezahlen - immerhin zahle ich zu den ~1.800€ für die ÖC ja auch noch 365€ für meine WL-Jahresticket. Die BC100 ist da mit dem CityTicket natürlich schon einen deutlichen Schritt weiter als die ÖC - spare ich doch in BS jedes Jahr 684€ für die Abo-Jahreskarte nur in der Innenstadt. Aber es ist noch Luft nach oben.

Interessant ist es aber trotzdem, das von der westBAHN zu hören. Immerhin zwingen sie mit ihrem Haustarif und Nicht-Anerkennung ja immer dazu, mehrere Fahrkarten zu kaufen. Und ganz im Sinne der Aussage ihrer Vertreterin werde ich mit einer ÖC oder auch VC und ÖBB-App garantiert nicht westBAHN fahren, auch wenn sie ein paar Schilling billiger wäre.

---
Die EU-Bildungsminister: Lesen gefährdet die Dummheit

Re: [AT] Spricht die Bahn junge Kunden an?

geschrieben von: J-C

Datum: 18.12.17 19:42

Mit ÖC bindet man sich durchaus stark an die ÖBB, seitdem es nicht Sinn ergibt, innerhalb Österreichs irgendeine Fahrkarte für eine Bahnfahrt zu zahlen.

Mit VC ist es hingegen so, dass die Preise ähnlich sind. Da kann man den besten Modus wählen und den Zug wählen, der einem am günstigsten liegt.

Es sollte aber definitiv sein, dass ALLE Bahnen mittelfristig in einem Tarif, der sämtlichen Bahn- und Busverkehr Österreichs umfasst, teilnehmen. Das wäre mein Traum für die Zukunft. Sieht dieser Tarif Zeitkarten vor, hat man dann auch als Besitzer einer Jahresnetzkarte die Möglichkeit einfach den Zug zu nehmen, der einem am nächsten kommt.

Wäre halt ideal. In die Richtung will ja schwarz-blau laut Regierungsprogramm gehen.

Also ich kann dir da durchaus zustimmen.

Re: [AT] Spricht die Bahn junge Kunden an?

geschrieben von: J-C

Datum: 18.12.17 19:46

Uhhm, gerade für die, die zum ersten Mal ihr Ticket am Automaten kaufen, ist es doch relativ leicht. Es ist für die schwer, die sich umgewöhnen müssen.

Vor allem, wo junge Personen oft ihr Ticket online kaufen, wird es nicht so schwer, sich da zurechtzufinden.

Klagen kommen wohl eher von Pendlern, die sich an die alte Oberfläche gewöhnt haben.

Das größere Problem ist die Dezimierung der Automaten, wodurch längere Wartezeiten entstehen, da ist es egal wie gut bedienbar die Oberfläche ist, bei zu wenigen Automaten wird's nix.

Re: [AT] Spricht die Bahn junge Kunden an?

geschrieben von: leofink

Datum: 19.12.17 08:02

HSB Tw 44 schrieb:
Das sagt die Vertreterin der westBAHN an sich ja schon: Es muß einfach sein, die Bahn zum Teil der Mobilitätskette zu machen.

Interessant ist es aber trotzdem, das von der westBAHN zu hören. Immerhin zwingen sie mit ihrem Haustarif und Nicht-Anerkennung ja immer dazu, mehrere Fahrkarten zu kaufen. Und ganz im Sinne der Aussage ihrer Vertreterin werde ich mit einer ÖC oder auch VC und ÖBB-App garantiert nicht westBAHN fahren, auch wenn sie ein paar Schilling billiger wäre.
Wer will es der Westbahn verübeln, dass sie die ÖBB Bilette nicht anerkennt, wenn kein Gegenrecht herrscht?
Der Fehler ist eben, dass die Politik hier nicht eingreift:
In der Schweiz ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass der direkte Verkehr, nämlich ein Vertrag über alle ÖV Dienstleiter angeboten werden MUSS!
Quelle:
[www.admin.ch]
Zitat:
Art. 16 Direkter Verkehr

1 Im Fern-, Regional- und Ortsverkehr bieten die Unternehmen in der Regel der
Kundschaft für Verbindungen, die über das Netz verschiedener Unternehmen führen,
einen einzigen Transportvertrag an. Soweit ein Bedürfnis besteht, ist im Fern- und
Regionalverkehr zwingend ein direkter Verkehr anzubieten.
2 Sie erstellen dafür gemeinsame Tarife und Fahrausweise.

[b][/b]Art. 17 Organisation
1 Zur Sicherstellung des direkten Verkehrs regeln die Unternehmen ihre gegenseitigen
Beziehungen. Sie vereinbaren insbesondere:
a. die Bereiche der Zusammenarbeit;
b. die Voraussetzungen für die Beteiligung am direkten Verkehr;
c. die Verteilung der gemeinsamen Verwaltungskosten;
d. die Verteilung der Verkehrseinnahmen;
e. die Haftungsgemeinschaft und den gegenseitigen Rückgriff.

2 Ist ein direkter Verkehr von besonderer Bedeutung, so kann das BAV weitere
Anforderungen an die Organisation stellen.
3 Die Übereinkommen über den direkten Verkehr und über die Haftung dürfen
besondere Interessen einzelner Unternehmen nur so weit berücksichtigen, als die
Gesamtinteressen des öffentlichen Verkehrs nicht beeinträchtigt werden. Diese
Übereinkommen sind dem BAV zur Genehmigung vorzulegen.
4 Stellen die Unternehmen einen direkten Verkehr, der einem Bedürfnis entspricht,
nicht zeitgerecht sicher, so erlässt das BAV die notwendigen Verfügungen.


Das gilt auch für die Fernbusse:
[www.bav.admin.ch]
Zitat:
Neue Busangebote müssen unter anderem Halbtax- und Generalabonnemente anerkennen, die schweizerischen arbeitsrechtlichen Bedingungen einhalten und branchenübliche Anstellungsbedingungen garantieren.
 
Und das ist keine leere Formel:
Letzthin in Weesen Dorf, warteten wir auf den Bus, Mein Kollege wollte das Billett bis Ziegelbücke lösen und dann dort das bis Bern Bümpliz nord. Ich sage ihm, "Löse direkt nach Bern beim Chauffeur." Das klappt, zu seinem Erstaunen, anstandslos.

In meinem 1800 Seelen Dorf stieg eine Weile lang jeden Morgen ein Fahrgast ein, der ein Billett von Winznau nach Zuckenriet löste. Ohne Probleme.
Neugierig geworden habe ich mir das Display des Verkaufsautomaten im Bus mal genauer angesehen:
[www.flickr.com]
Rechts steht "DV" (Direkter Verkehr); mit diesem Button gelangt man in ein vergleichbares Menue, wie beim Billettautomaten fürs Publikum.
Dort kann man jede Art von Billetten lösen.

Gruee Leo

Re: [AT] Spricht die Bahn junge Kunden an?

geschrieben von: kami

Datum: 19.12.17 08:36

J-C schrieb:
Uhhm, gerade für die, die zum ersten Mal ihr Ticket am Automaten kaufen, ist es doch relativ leicht.
Die Betonung liegt auf relativ. Das ist jedoch egal, wenn Erstnutzer und Mehrfachbnutzer beide vor der Menüführung und der Suche nach dem/den richtigen Button kapitulieren. Wenn die ÖBB Info-Zettel verteilen, weil die Automaten zu kompliziert zu bedienen sind, ist das ein Zeichen, dass sich die ÖBB über ihren Mist bewusst sind. Es ist jedoch keine Lösung, die Infokräfte dann abzuziehen, wenn die Automaten umgestellt sind und die Fahrgäste Hilfe brauchen. Noch kundenfreundlicher wäre ein Verzicht auf die Umstellung, nachdem die Probleme bekannt wurden. Was nützt in Schleinbach die Möglichkeit einen Fahrschein nach St. Johann am Frostaufbruch zu kaufen. Ein Ziel, welches in 10 Jahren vielleicht drei Kunden haben. Wichtiger ist es, schnell an einen Fahrschein nach Mistelbach, Wolkersdorf und7oder Wien zu gelangen. Das sind die Ziele für >90% der Kunden an diesem Automaten. Umgekehrt braucht hinterm Arlberg wahrscheinlich niemand Fahrscheine irgendwohin in die niederösterreichische Pampa.

Thomas Hörmann schrieb:
Die ÖBB wollen offenbar gar nicht allzu viele Fahrgäste, ...
Anders ist diese Aussage

J-C schrieb:
Klaus Garstenauer – Leiter Nah-und Regionalverkehr ÖBB:

Zitat:
Vergessen Sie das Image, das ist echt ein veraltetes und introspektives Konzept. Entscheidend ist, was für einen wahrgenommenen sozialen Status wir unseren Fahrgästen durch die Nutzung unserer Dienstleistung geben. Ist Bahnfahren so einfach, angenehm und nützlich, dass der Nutzer (m/f) damit smart, selbstbestimmt und bereichert ist? Dann wird Bahnfahren ein Attribut des (Wunsch-)Selbstbildes einer Person sein und er oder sie wird auch ganz selbstverständlich darüber berichten, d.h. Bahnfahren zu einem Teil seines Lebensstils machen. Und wenn nicht, dann eben nicht.
nicht zu verstehen. Erst ein Image des Bahnfahrers/Bahnfahrens infrage stellen, dann genau zu dem Thema philosophieren (Status, Lebensstil, Selbstbild - Was sonst ist Image???) um sinngemäß mit den Worten: "Wer nicht anders kann, fährt Bahn.", zu schließen. Noch besser kann der Herr nicht ausdrücken, dass er keine Idee für ganzheitlich Mobilitätsdienstleistungen Stand 2017/18 (einfach ausgedrückt: Reisekette Tür - Tür) hat. Dass ihn die Pressesprecher nicht zurückpfeifen?!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2017:12:19:08:41:21.

Re: [AT] Spricht die Bahn junge Kunden an?

geschrieben von: 2095_010

Datum: 19.12.17 08:44

leofink schrieb:
Wer will es der Westbahn verübeln, dass sie die ÖBB Bilette nicht anerkennt, wenn kein Gegenrecht herrscht?
Der Fehler ist eben, dass die Politik hier nicht eingreift:
In der Schweiz ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass der direkte Verkehr, nämlich ein Vertrag über alle ÖV Dienstleiter angeboten werden MUSS!
Ich sehe hier auch den Fehler bei der Politik. Auch sollte man die Bahnen dazu verpflichten bei der ÖsterreichCard mit zu machen (und wenns das Ego braucht, dann können sie sie auch gerne umbenennen).

Zur Westbahn muss man aber schon sagen, dass sie es waren, die gemeint haben zu den VOR (Verkehrsverbund) - Karten zu den Stoßzeiten Zuschläge zu verlangen. Das geht einfach nicht.

Re: [AT] Spricht die Bahn junge Kunden an?

geschrieben von: leofink

Datum: 19.12.17 09:29

2095_010 schrieb:
MUSS!
Ich sehe hier auch den Fehler bei der Politik. Auch sollte man die Bahnen dazu verpflichten bei der ÖsterreichCard mit zu machen (und wenns das Ego braucht, dann können sie sie auch gerne umbenennen).
Nicht nur die Bahnen:
in den 70er jahren hatte unter 10'000 GAs. Damals war das GA auch nur auf den Bahnen voll gültig und auf dem Rest halb:
[de.wikipedia.org]
[www.google.ch]
 
Ein Renner wurde es erst, als es 1990 wirklich zum "Klappauto" wurde.

Ich kann mit dem GA in praktisch jede offene Türe eines öffentlichen Verkehrsmittels in der Schweiz einsteigen. DAS macht es unschlagbar.
Wenn ich genau rechnen würde, käme ich wahrscheinlich billiger mit einem Steckenabo als mit dem GA aber genau die universelle Nutzung ist für mich das Kriterium! Und ich denke, wer dieses Feeling mal hat, wird es nicht mehr missen wollen!
Gruss Leo



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2017:12:19:09:29:55.

Re: [AT] Spricht die Bahn junge Kunden an?

geschrieben von: kami

Datum: 19.12.17 10:40

2095_010 schrieb:
Zur Westbahn muss man aber schon sagen, dass sie es waren, die gemeint haben zu den VOR (Verkehrsverbund) - Karten zu den Stoßzeiten Zuschläge zu verlangen. Das geht einfach nicht.
Das hatte durchaus gute Gründe: Die zugedachte bzw. erfolgte Verteilung der Fahrgeldeinnahmen hatte wenig mit der Fahrgastverteilung zu tun. Ein Anbieter hatte die Kurzstreckenkunden im Zug. Ein anderer erhielt deutlich mehr Geld als Kurzstreckenkunden und zusätzliche für einen Teil der Leistungen Bestellerentgelte. Logisch, dass der erste unzufriedener ist als der andere. Der VOR wollte oder konnte die ungleiche Verteilung nicht korrigieren. Schon im Vorfeld war die Begeisterung des VORs über ein zusätzliches Mitglied sowie Wettbewerb unter Mitgliedern übersichtlich. Was durchaus verständlich war: Die WESTbahn wollte ungefragt vom VOR-Kuchen naschen. Ausschreibung der Leistung o.ä. gab es zuvor keine. So ein Anspruch seitens WESTbahn auf VOR-Gelder ist IMHO nicht im Sinne des Erfinders.

Ich bin etwas erstaunt, dass die WESTbahn trotz dieser politisch motivierten Widerstände noch immer fährt; sogar ihr Angebot ausbauen kann. Und dass die WESTbahn nicht allein bleibt, sondern weitere Unternehmen gegen den subventionierten Staatsbetrieb antreten, ist ein erstaunliches Zeichen.

Re: [AT] Spricht die Bahn junge Kunden an?

geschrieben von: Avala

Datum: 19.12.17 11:07

Zitat:
Und dass die WESTbahn nicht allein bleibt, sondern weitere Unternehmen gegen den subventionierten Staatsbetrieb antreten, ist ein erstaunliches Zeichen.
Wo denn? Wäre mir neu, dass die Linie Wien-Prag eine GWL-Leistung ist.

Re: [AT] Spricht die Bahn junge Kunden an?

geschrieben von: J-C

Datum: 19.12.17 11:36

Zwischen Breclav und Prag wird die CD wohl Geld für die Leistung kriegen. Aber zwischen Wien und Breclav fließt kein Cent Steuergeld. Kein GWL, kein Verbundstarif.

Re: [AT] Spricht die Bahn junge Kunden an?

geschrieben von: kmueller

Datum: 19.12.17 12:57

leofink schrieb:
Wer will es der Westbahn verübeln, dass sie die ÖBB Bilette nicht anerkennt, wenn kein Gegenrecht herrscht?
Der Fehler ist eben, dass die Politik hier nicht eingreift:
In der Schweiz ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass der direkte Verkehr, nämlich ein Vertrag über alle ÖV Dienstleiter angeboten werden MUSS!
Quelle:
[www.admin.ch]
Zitat:
...
2 Sie erstellen dafür gemeinsame Tarife und Fahrausweise.
...
4 Stellen die Unternehmen einen direkten Verkehr, der einem Bedürfnis entspricht,
nicht zeitgerecht sicher, so erlässt das BAV die notwendigen Verfügungen.

Das Problem habe ich im Zitat fett hervorgehoben.

Die nicht hervorgehobene Passage darunter würde es lösen, gilt aber im großen Land der Export- und Billiglohnweltmeister als übler Stalinismus. Sollte Österreich eine Extratour riskieren, würde es auf EU-Ebene verklagt, weil schon immer nur Berlin wußte, was für alle gut ist.

Re: [AT] Spricht die Bahn junge Kunden an?

geschrieben von: HSB Tw 44

Datum: 19.12.17 13:18

Ja, so sollte es sein. Ohne Theater mit Verbundgrenzen, Produkübergängen oder ähnlichem Trara!

---
Die EU-Bildungsminister: Lesen gefährdet die Dummheit

Re: [AT] Spricht die Bahn junge Kunden an?

geschrieben von: leofink

Datum: 19.12.17 14:23

kmueller schrieb:
Die nicht hervorgehobene Passage darunter würde es lösen, gilt aber im großen Land der Export- und Billiglohnweltmeister als übler Stalinismus. Sollte Österreich eine Extratour riskieren, würde es auf EU-Ebene verklagt, weil schon immer nur Berlin wußte, was für alle gut ist.
Ein Grund mehr, dem Verein nicht beizutreten. Auch die Finanzierung à la Schweiz wäre nicht EU Konform.
Gruss Leo

Re: [AT] Spricht die Bahn junge Kunden an?

geschrieben von: kami

Datum: 19.12.17 17:14

Avala schrieb:
Wäre mir neu, dass die Linie Wien-Prag eine GWL-Leistung ist.
Mir ist überhaupt die Linie Prag - Wien neu! Ich kenne die nur als Teil der Linie Graz - Prag. Einzig für die paar Meter Wien - Breclav gibt's auf der Linie keine Bestellerentgelte.

J-C schrieb:
Aber zwischen Wien und Breclav fließt kein Cent Steuergeld.
Zumindest nicht direkt. Allerdings kann ich nicht an die schwarze Null auf der Strecke und dem Angebot glauben: Ausgerechnet das am schlechtesten ausgelastete Stückchen der Verbindung soll eigenwirtschaftlich zu betreiben sein?! Wenn dem so wäre, bräuchten weder die ÖBB zwischen Wien und Graz Förderung noch die CD zwischen Breclav/Brno und Prag. Zumindest nicht für die durchgehenden Züge.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2017:12:19:17:19:19.

Re: [AT] Spricht die Bahn junge Kunden an?

geschrieben von: J-C

Datum: 19.12.17 17:31

Kann auch sein, dass die etwaigen Verluste durch Profite auf anderer Seite (z.B. Weststrecke) gedeckt werden. Würde es wie in der Schweiz keinen Wettbewerb geben, könnten die ÖBB leichter mit profitablen Strecken nicht profitable Strecken kompensieren...

...aber wir haben ja den Wettbewerb, die EU wollte das so.

Re: [AT] Spricht die Bahn junge Kunden an?

geschrieben von: Wrzlbrnft.

Datum: 19.12.17 18:30

Ohne jetzt den ganzen Faden im Detail gelesen zu haben, wird ein wichtiger Punkt kaum angesprochen: Ein vernetztes, zu jeder Tageszeit verfügbares und leicht merkbares Angebot.

In Vorarlberg, wo der öffentliche Verkehr für junge Fahrgäste nicht nur günstig ist, sondern in Punkto Häufigkeit und Vernetztheit schon nahe an Schweizer Verhältnisse heranreicht, erfreuen sich Bahn und Bus einer immensen Beliebtheit. Nach meinen Beobachtungen behaupte ich, dass das z.B. in Niederösterreich oder Kärnten ganz anders ausschaut...

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