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[CH] (I) - Grenzbahnhof Domo I / II

geschrieben von: Christian Snizek

Datum: 03.12.15 18:22

Es ist jetzt für mich fraglich, in welche Untersparte ich diesen Beitrag nun einstelle. Ich habe mich nun für das Alpenforum entschieden, da ich diesen Grenzbahnhof eigentlich nur aus der Richtung Brig kommend bzw. in Richtung Brig ausfahrend befahren werde. Auch wenn der Bahnhof eig. auf italienischem Gebiet liegt, betreffen mich auch "nur die Schweizer Signale" (mit ein paar wenigen Ausnahmen), welche ich auf dem Weg von/nach Domo I/II über das entsprechende Verbindungsgleis antreffen werde. Sei es drum; die ersten örtlichen Gehversuche habe ich nun dieser Tage unternommen und wir wanderten die großzügigen, aber runtergewirtschafteten Gleisanlagen in den Bahnhofteilen Domo I und Domo II auf Schusters Rappen ab. Den Temperaturen sei Dank, bekamen wir doch eine große Portion frische Luft am Morgen ab, bevor selbige im Laufe des späten Vormittags erträglich wurden. Neben den betreiblichen Abläufen - deswegen waren wir ja eigentlich da - bekamen wir auch noch eine Taucherbrille zu sehen, welche dort als Rangierlokomotiven zum Umsetzen der Lasten sowie Lokomotiven (Verschub/Umsetzen unter CH-Bahnstrom) eingesetzt werden. Beteiblich interessant ist der Bahnhof allemal, da etwa nach zwei Drittel einfahrseitig aus Brig nach Domo I (sowie bei Weiterführung nach Domo II) der 15.000 V ~ -Bahnstrom endet und das letzte Stück lediglich gerollte werden muss/kann/darf/soll ... wie auch immer. Jedenfalls kommt dann mit der italienischen Gewohnheit "irgendwann" einer der Rangierdiesel angeblubbert und setzt die ankommenden Lokomotiven wieder unter die "richtige Bahnstromversorgung" um, da bekanntermaßen die "nordeuropäischen Lokomotiven" mit 3.000 V = -Strom nicht besonders viel anfangen können. Das typische, italienische Urgestein darf natürlich auch nicht fehlen; wobei der Unterhalt der Lokomotiven stark zu wünschen über läßt ...

Warum das Gebäu... äh Gebilde "Deposito" heißt, wissen wohl nur Eingeweihte:

Depo(sito) Domo II.jpg

Das Urgestein Italiens:

italienischer  6 Achser.jpg

Taucherbrille, wo auch immer die herkommt (war remotorisiert mit Caterpillar):

Taucherbrille, örtliche Rang.-Lok.jpg

Ausfahrseite von Domo I nach Domo II/Inneritalien:

Ausfahrt Domo I nach Domo II.jpg

Ausfahrseite von Domo I nach Brig, rechts die Gleise von/nach Domo II, links die Gleise von/nach Domodossola Personenbahnhof:

Ausfahrt Domo I nach Brig.jpg

„Mutig ist (m/w/d), wer mit dem Diesel nach Hamburg fährt und dort in einem Veganerrestaurant im Indianerkostüm ein Zigeunerschnitzel bestellt!“

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:12:03:18:25:23.

Re: [CH] (I) - Grenzbahnhof Domo I / II

geschrieben von: LittleJoe2

Datum: 03.12.15 18:34

Tauerbrille von NORDCARGO, einer Privatbahn, die auch Elloks der Firma SKODA gekauft hatte.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:12:03:18:34:47.

Re: [CH] (I) - Grenzbahnhof Domo I / II

geschrieben von: Railfan

Datum: 03.12.15 18:44

Lieber Christian

Zu meiner aktiven Zeit beherbergte das abgebildete Deposito im PB noch diese schönen Lokomotiven. Foto und Gruss Railfan

http://www2.pic-upload.de/img/29023686/Domodossola.jpg


http://www2.pic-upload.de/img/29023774/E636.jpg



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:12:03:18:51:34.

Re: [CH] (I) - Grenzbahnhof Domo I / II

geschrieben von: PKP Cargo

Datum: 03.12.15 18:57

Hi,

und nicht vergessen, vom Deposito darfst du nur weg fahren wenn zuvor ein Fuzzy mit seinem Fahrrad angetuckelt gekommen ist um die Stellung der Handweichen zu kontrollieren.
:-D

Ich bin froh das es bei mir bei der Bahnhofsbegehung geblieben ist, und ich den Bahnhof nicht mehr sehen muss.

Allzeit gute Fahrt!

Grüßle Marc

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/logo11lprfuthq0.jpg




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:12:03:18:58:25.

Re: [CH] (I) - Grenzbahnhof Domo I / II

geschrieben von: Christian Snizek

Datum: 03.12.15 19:03

Ja, ich bin gespannt, was da noch alles so (auf uns zu) kommt ...

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Re: [CH] (I) - Grenzbahnhof Domo I / II

geschrieben von: Michael G.

Datum: 03.12.15 19:50

Hallo Christian,

sehr interessanter Bericht...bin auf den zweiten Teil gespannt.


Gruss
Michael

Re: [CH] (I) - Grenzbahnhof Domo I / II

geschrieben von: Michael G.

Datum: 03.12.15 20:00

Hallo Railfan,

Die E-Loks habe Ich seinerzeit auch noch kennen gelernt aber bei dem Dampfer muss Ich passen... aussenliegende Schieber und innenliegende Zylinder.. mir ist keine andere Dampflok bekannt die derartiges aufweist. Auch bei der Betrachtung der Radsätze, insbesondere des mittleren, musste Ich mich mehrfach am Kopf kratzen. Es dürfte sich zweifellos um die Treibachse (Kropfachse) handeln. Allerdings bereitet mir die Lage des Treibzapfens zum Gegengewicht des Rades Kopfzerbrechen. Eig. ist das Gegengewicht immer gegenüber des Zapfens angeordnet wie bei der vorderen und hinteren Kuppelachse erkennbar ist.
Auch die Steuerung scheint sehr sonderbar zu sein....
Sowas habe Ich bislang noch nie gesehen.Danke fürs Zeigen.

Gruss
Michael



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:12:03:20:05:38.

Re: [CH] (I) - Grenzbahnhof Domodossola

geschrieben von: Railfan

Datum: 03.12.15 21:00

Hier noch ein Bild des Umsetzvorganges beim Lokwechsel.

Die Trennstellen der jeweiligen Spannungssysteme 15 kV/ 16.7 Hz / 3000 V DC befanden sich in Perronmitte.

Die Züge aus der Schweiz fuhren also mit gesenktem Stromabnehmer in den Bahnhof Domodossola ein. Hier wurden sie von einer FS-Lok vom Zug weggezogen und anschliessend meist mit Schwung wieder in den 15 kV Bahnhofteil abgestossen. Anschliessend konnte die italienische Lok an den Zug fahren.

Auf diesem Bild werden die schweizerische BLS Ae 6/8 und die SBB Ae 6/6 gemeinsam von einer italienischen Disellok rangiert.

Dieser Vorgang war bis vor ein paar Jahren alltäglich und der Aufenthalt der Schnellzüge dauerte deshalb mindestens 20 Minuten.

Da auch die elektrische Zugheizspannung wechselte (1000 V AC auf 3000 V DC), mussten bei älteren Wagen auch der Systemschalter von Hand umgestellt werden.

Da hatte man als Reisender genügend Zeit, um beim Perronverkäufer mit Handwagen seine Lasagne zu erwerben.

Bild Railfan

http://www2.pic-upload.de/img/29025015/Lokwechsel.jpg



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:12:03:21:04:29.

Re: [CH] (I) - Grenzbahnhof Domodossola

geschrieben von: Railfan

Datum: 03.12.15 21:16

Im Sommer gab es auch Züge, welche von der Schweiz unter Umgehung von Milano direkt an das Adriatische Meer fuhren.

Da konnte ich zuhause einsteigen und am Spätnachmittag nahe beim Sandstrand aussteigen.

Die Züge waren meist sehr lang (z.B. 21 Wagen). Sie wurden oft mit den beeindruckenden Lokomotiven der Reihe 428 geführt.

Diese Reisen sind mir unvergesslich geblieben.


http://www2.pic-upload.de/img/29025281/E428.jpg



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:12:03:21:17:48.
Ein zweiter Teil war eigentlich nicht geplant, aber um Mißverständnissen vorzubeugen kurz die Aufklärung: Domo ist unterteilt in zwei (Güter-)Bahnhöfe, davon hat Domo I auch DEN Personenbahnhof-Teil, eben Domodossola, welcher logischerweise auch für die Fahrgäste erreichbar ist. Domo II dagegen ist nur per Güterzug, Lokomotive und/oder Taxi erreichbar. Zu Fuß benötigt man ca 1 - 1,5 Std ab Domo I.

Das (hier sichtbare) größte Gebäude) beschreibt den Fahrdienstleiter. Diese haben hier besonders viel Platz, sogar inkl Helilandeplatz; warum auch immer. Das Gebäude mit der Betonröhre in der Mitte ist in den '90er Jahren wohl mal eine Spende der SBB/CH gewesen an die Infrastruktur der FS und/oder TrenItalia, um das Gelände vermutlich als zukünftiger Wirtschaftststandort betreiben zu können. Dem Anschein nach ist es wohldabei geblieben, denn seit der Übergabe hat sich da wohl nicht besonders vbiel getan; im Gegenteil, es wird viel bis alles sich selber überlassen - leider; denn in meinen Augen liegt in der Infrastruktur Straße/Schiene dort sehr viel Potenzial, so dass man dort auch einen größeren Güterumschlag machen und betreiben könnte. Ferner sind genügend Büros für alles Mögliche vorhanden; man müsste einfach nur wollen. Aber so liegt vieles brach und wird schlichtweg nicht genutzt. Paar LKW standen dort rum gegen Mittag, aber lange nicht so viel, als dass man sagen könnte, der Güterumschlag lohnt sich - eher nicht. Schade drum.

Ein richtiges Schwergewicht ist der Weichenstellhebel. Wer also auf der Suche nach Kraftsport ist, ist dort sehr gut aufgehoben. Aber: Selbst wenn die Lokführer aus dem - naja, nennen wir es halt so - "Deposito" ausrücken, kommt erst einer mit dem Fahrrad daher und dreht die Weichen rum; selbermachen: Fehlanzeige ... (und wehe dem, dann kann es passieren, dass die angemeldete Rangierfahrt "aus Versehen vergessen" wird). Ich bin gespannt, was da auf uns zukommt in Zukunft ...

Die schienen sind übrigens "in weiß" gehalten; dabei handelt sich um eine Art Rostschutz. Ob das Zeug als Pulver, flüssig oder sonst wie aufgetragen wird, es erschloss sich uns nicht. Das sichtbare Gleisvorfeld beschreibt die Einfahrt aus Richtung Brig gen Domo I/Personenbahnhof. Der im Hintergrund der Brücke sichtbare Zug mit einer Bo'Bo' bespannt, steht im Gleichstromteil abgestellt und wurde später vom Diesel unter den 15 kV Teil geschleppt (-> in diesem Fall Gls 2)

(Leider sind die Bilder hier jetzt etwas durcheinander geraten, aber ich hoffe die Beschreibungen finden die dazugehörigen Ablichtungen)

„Mutig ist (m/w/d), wer mit dem Diesel nach Hamburg fährt und dort in einem Veganerrestaurant im Indianerkostüm ein Zigeunerschnitzel bestellt!“

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Einfahrt Domo I aus Brig.jpg
Fahrdienstleiter Domo II.jpg
Spende CH.jpg
Weichenstellhebel.jpg

Fahrt mit Kerzen bis Domodossola

geschrieben von: Christof 421

Datum: 03.12.15 22:25

Hallo Gemeinde,

habe da auch noch ein Erlebnis zu erzählen. So Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts hat die BLS jeweils 1 mal im Jahr eine Sonderfahrt von Bern via Domodossola und Genua nach San Remo durchgeführt. Zurück ging es via Tendabahn nach Turin, Mailand, Domodossola, Lötschberg-Bergstrecke nach Bern und zu den Zielorten.
In Cuneo gab es dann noch in der örtlichen Gastronomie üppig zu futtern.

Bei einer Fahrt war ich dabei. In Italien ist an unserem Wagen die Batterie ausgefallen. Daraufhin haben sie in diesem Wagen Kerzen ausgeteilt.
Mit Kerzenlicht im Wagen kamen wir in Domo an, das Schweizer Personal sollte übernehmen und schlug die Hände über dem Kopf zusammen.

Dann wurden, während des Lokwechsels, erst mal Batterien am orangen Eurofimawagen getauscht. Nach etlicher Zeit wurde es wieder hell im Wagen und die Kerzen wurden vom Schweizer Personal eingesammelt.
Dann erst ging die Fahrt via Simplon , Brig und Bergstrecke weiter nach Bern.

Gruss aus Südbaden
Christof 421
Danke für den Einblick in einen Teil von Domo, den man als Laie nicht wirklich zu Gesicht bekommt.

Gruss,
SLM-Nostalgiker

Re: [CH] (I) - Grenzbahnhof Domo I / II

geschrieben von: Viersieben

Datum: 05.12.15 21:15

Michael G. schrieb:
-------------------------------------------------------

> Sowas habe Ich bislang noch nie gesehen.

In Italien gab es sowas (zumindest?) auf die Gruppen 625 ([commons.wikimedia.org]) und 640 ([commons.wikimedia.org]) (übrigens teilweise in Deutschland gebaut) zu sehen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:12:05:21:15:57.

Re: [CH] (I) - Grenzbahnhof Domo I / II

geschrieben von: Railfan

Datum: 05.12.15 23:23

Die Reihe 625 war eher im Güterzugsdienst anzutreffen. Ich konnte sie in Venezia aufnehmen


http://www2.pic-upload.de/img/29044325/FS625VeneziaSL.jpg


Auf der Strecke Domodossola - Novara durfte ich einmal auf der Lok der Reihe 640 mit einem fahrplanmässigen Personenzug mitfahren.

Natürlich fährt so eine Lok 640 auch auf meiner Modellbahn


http://www2.pic-upload.de/img/29044296/FS640Ars.jpg



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:12:06:08:55:21.

Re: Fahrt mit Kerzen bis Domodossola

geschrieben von: Weltreisender

Datum: 06.12.15 13:57

Erst einmal, Grüssich wohl, Bongiorno, Guten Tag allerseits;

danke schön für die Präsentation. Das ist interessant.

Dass da viel totes / nicht genutztes Potential vorhanden ist, sehe ich auch so. Irgendwie ist dort viel tot, besonders viel Güterverkehr scheint da nicht (mehr) stattzufinden. Schade eigentlich.
>
> Bei einer Fahrt war ich dabei. In Italien ist an
> unserem Wagen die Batterie ausgefallen. Daraufhin
> haben sie in diesem Wagen Kerzen ausgeteilt.
> Mit Kerzenlicht im Wagen kamen wir in Domo an, das
> Schweizer Personal sollte übernehmen und schlug
> die Hände über dem Kopf zusammen.
>
> Dann wurden, während des Lokwechsels, erst mal
> Batterien am orangen Eurofimawagen getauscht. Nach
> etlicher Zeit wurde es wieder hell im Wagen und
> die Kerzen wurden vom Schweizer Personal
> eingesammelt.
> Dann erst ging die Fahrt via Simplon , Brig und
> Bergstrecke weiter nach Bern.

Da muss ich ja lachen. Die Italiener haben da halt pragmatisch improvisiert, zumal sie vielleicht eh nicht viel an einem Wagen hätten machen können, der nicht von ihnen ist und den sie nicht kennen. Die Schweizer haben dann nach Vorschrift gehandelt und die Batterien wechseln lassen, und fuhren nicht eher weiter, bis es wieder Licht gab. Naja, ich glaube, das mit Kerzenbeleuchtung das wäre in CH wohl als brandgefährlich verboten gewesen, in IT vielleicht auch, nur dass sich dort dann keiner dran hält, oder es nicht so eng gesehen wird. Zwei grundverschiedene Mentalitäten.
>
Herzliche Grüsse und einen besinnlichen zweiten Advent.
Martin
Kein Problem, immer wieder gerne.

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Re: [CH] (I) - Grenzbahnhof Domo I / II

geschrieben von: Urs Nötzli

Datum: 07.12.15 20:04

Danke für die interessanten Bilder von anno domini und heute!

Ich kenne Domodossola recht gut, war schon vor Jahrzehnten in Domo II (mit einem EW I-A, gezogen von einer Re 12 - 2 x 6/6 - und zurück mit einer Ae 8/8).

Die Besichtung der Anlage - u. a. vom Dach aus (mit Durchfahrt TEE-Cisalpin in Beura nebenan) sowie der Steuerkanzel ergaben interessante Einblicke!
Als Bahnhofmanager funktionierte auf erhöhtem Platz eine 24-jährige Blondine! Sie erteilte den 50-jährigen Stellwerkern die Befehle - als es in der Schweiz kaum Damen in Fernsteuerzentren gab . . ., Und sie tat dies souverän!

Das ganze Gelände ist vollständig ummauert, darin hätte noch Domo III Platz, falls man den mal bauen würde . . . Natürlich mit EU-Gelder gebaut, hat man in die Zukunft geplant - das Gelände wäre gesichert.

Das FS--Personal kann Betrieb machen - wenn sie nur wollen! Diese Feststellung habe ich dort öfters gemacht! Das Ganze ist allerdings schon etwas antiquiert - wenn man auch in den letzten Jahren Personal und Kundendienst stark abgebaut hat.

In den letzten Jahren hat man den Personenbahnhof arg verlottern lassen, man denke auch an diie Strecke nach Iselle. Zum Glück fahren dort Schweizer Unternehmen, welche schneller Druck auf die FS ausüben können - dank des Simplon-Vertrages. Die Strecke Iselle - Domo Viagiatori ist heute in gutem Zustand, auch die Einfahrt nordwärts wurde saniert.

Mir nicht bekannt - vielleicht wissen Andere mehr - ist der Zustand der südlichen Ausfahrt, welche seit längerem mit Vmax 10 km/h (!) signalisiert und befahren werden muss. Das Abstossen allfälliger "Schweizer Loks" am Personenbahnhof ist somit ein zeitliches Hinderniss, vor allem wenn dies von der neuen FS-Zuglok gemacht werden muss. Da muss geradezu froh sein, verkehren dort im internationalen Verkehr Triebzüge . .
Ich würde auch behaupten, dass zumindest der Rangierdienst diese Vmax nicht einhält . .

Domo hat sich stark verändert, was vermutlich auch Railfan weiss - Normalspurwagen wurden auf einem Dreischienengleis mit SSIF-Triebfahrzeugen und einem Kuppelwagen in einen auf tiefern Niveau liegenden Betrieb zugeleitet, Die Rampe ist noch knapp sichtbar, heute praktisch unter der "Ausweichstelle" der einspurigen Strecke auf der Westseite des Bahnhofs. Das Gleis kreuzte rechtwinklig gleich vor dem unterirdischen Bahnhof dessen Ausfahrt.

Die Umschaltbarkeit der Gleise (auch Abstellgleise) erschliesst sich dem Beobachter nicht so einfach. Bei der Einfahrt von Preglia her gibt (oder gab?) es rechter Hand meines Wissens auch umschaltbare Abstellgleise.

Im Prinzip ist das Bahnhofsgleis 1 umschaltbar und prinzipiell fährt man von beiden Seiten her immer mit gesenktem Stromabnehmer ein. Die andern Gleise in der Mitte mittels Schutzstrecke getrennt. Interessant war auch immer die Abfahrt vor allem nordwärts (wo sofort die Steigung beginnt) eines doppelten RAe-TEE II-Zuges, dessen hinterer Teil immer noch im noch nicht umschalltbaren 3 kV-Teil stand. Hier musste meines Wissens der TEE-Bordmech seines Amtes walten. Der hintere Teil fuhr mit gesenktem Stromabnehmer ab und musste danach gehoben werden. Dies war in Chiasso so nicht der Fall. Südwärts habe ich nie eine Doppel-(At)traktion gesehen, dort ging dies wohl einfacher, da Gefälle folgte . .

Bei meinen letzten Besuchen habe ich Domo leider eher als heruntergekommener und langweiliger Bahnhof erlebt - zumindest in der von mir frequentierten Zeit. Er hatte schon bessere Zeiten erlebt.

Urs