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 08/02 - Alpenlandforum 

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Hallo zusammen,

in Niederösterreich wird ja gerade eine der romantischsten Schmalspurbahnen Europas dem Erdboden gleich gemacht. Die in bosnischer Spurweite erbaute, 760 mm Kleinbahn Waidhofen-Gstadt mit ihrer Teilung (kleines Ybbstal) Ybbsitz/(großes Ybbstal) Lunz am See, die bis Sommer 2009 in Betrieb war, erlebt aktuell eine Politiker-Provinz-Posse der allerfeinsten Güte. Nachdem die Bahn 2006, 2007 und 2009 von mehreren Hochwässern schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde, das Hochwasser im Juni 2009 war das schlimmste, 354 Liter Regen pro qm prasselten Ende Juni 2009 in nur 2 Tagen auf Lunz nieder, nutzte man die Chance und nahm den Betrieb nie wieder auf. Es wurde eine Maschinerie in Gang gesetzt, die für die heutige Zeit, wo Klimawandel, umweltfreundliche Verkehrsmittel eine immer größere Rolle spielen, absolut unverständlich ist. Es wird dazu in einiger Zeit von mir noch einen umfangreichen Beitrag geben, wo ich intensiv auf die politischen Sachen eingehen werde. Die teils skurillen Strukturen, mit denen der Bahnabriss vorangetrieben wird, Intrigen von Politikern gesponnen werden, sowie das spielen auf Zeit, um möglichst schnell vollendete Tatsachen schaffen zu können. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2009 wurde der Gesamtverkehr ab Gstadt komplett eingestellt und der SEV in einen regulären Busbetrieb umgewandelt. Fortan übernahm die neue Buslinie M 01 Waidhofen-Lunz am See die Transportaufgaben der KLeinbahn. Diese fährt jedoch zumeist über die "Kripp", einen Pass der ab Opponitz nach Göstling führt. Die kleinen Dörfer Blamau, Königsberg und Obereinöd werden von einer separaten Buslinie, der M 03 bedient. Angeboten werden allerdings nur ganze 3 Fahrten, 2 am Morgen und eine am frühen Nachmittag. Es kommt also für die örtliche Bevölkerung zu einer deutlichen Angebotsverschlechterung. Am 12. Dezember 2010 wurde die Ybbstalbahn neben zahlreichen anderen Lokalbahnen an das Land Niederösterreich abgegeben. Auch die Ybbstalbahn wurde jetzt ausgeschrieben. Angebote zur Übernahme gab es, z.B.: durch die deutsche Bayerische Oberlandbahn. Jedoch ließen sich die Verantwortlichen viel Zeit mit der Bearbeitung. 12000 Unterschriften, die gegen die Bahneinstellung gesammelt wurden, liegen noch heute unbearbeitet beim Landeshauptmann in Sankt Pölten. Auch der Wunsch der Ybbstaler Menschen, mit dem Landeshauptmann zu sprechen, wurde ihnen bis heute verwehrt.

So wurde auch alsbald der Antrag auf dauernde Einstellung beim Land Niederösterreich gestellt. Am 30. September 2011 wird vom Amt der niederösterreichischen Landesregierung Gruppe Raumordnung, Umwelt und Verkehr, Abteilung Verkehrsrecht der Bescheid zugestellt. Der Verkehrslandesrat überläßt die Bahn dem Land, für 1 Euro werden die Strecken Gstadt-Ybbsitz und Gstadt-Lunz am See an das Land abgetreten. Er sagte in einem Interview, das die Lokalgrößen mit der Bahn nun machen können, was sie wollen. Umgehend gründen 6 Bürgermeister einen Radwegeverein, womit die Zerstörung der Bahn begann, dabei wurden recht fragwürdige Mittel angewandt:


Um für die Bahn zu kämpfen, werden bereits seit 2009 regelmäßig Demonstrationen und Protestmärsche organisiert.

Im September 2012 fanden in Niederösterreich die Wahlen zum Landeshauptmann für die folgenden Jahre statt. Der damals und auch jetzt immer noch amtierende LH, spricht zu den Ybbstalbahnkämpfern, er prüft neuerlich die Möglichkeit, die Bahn doch noch zu erhalten und mit dem Radweg zu verbinden:[www.youtube.com] Ob er das damals ernst gemeint hat?

Um den Ybbstalbahnaktivisten zu helfen, soll das ganze Drama öffentlich gemacht werden. Dazu schreiben die Aktivisten neben kleinen, lokalen Fernsehsendern auch große wie den ORF an. Doch sie erhalten von ihm keine Antwort, es werden lediglich kleine, schriftliche Beiträge mit einem Bild auf Orf Online gestellt und ein kurzer, genehmigter Epilog mit dem LH gesendet: [www.youtube.com] Obwohl es sich beim Abbau der Bahn um ein heiß diskutiertes Thema handelt, berichtet das ORF-Fernsehen seltsamerweise nicht wirklich darüber. Das verwundert doch sehr... Die Zeitung "der Ybbstaler" veröffentlicht meist nur genehme Leserbriefe zum Thema Ybbstalbahn. Der Grund ist einfach: Die Landesregierung sähe es ungern, wenn der ORF über den Bahnabriss berichten würde: Zum Besseren Verständnis über die Zustände soll ein ORF Film beitragen:
[www.youtube.com]
Zeitungen werden ebenfalls gerne von Oben zensiert, aber dabei sehr geschickt vorgegangen.
Noch 2009 wird die ganze Bahn der Gemeinde Großhollenstein als "Goldgrube" zum Kauf angeboten. Damals gehörte sie aber noch der ÖBB. So musste der Bürgermeister ablehnen.

2013 wollten die Politiker ihren Bürgern etwas gutes tun. Die Ybbstalstrasse im kleinen Ybbstal war zwischen Ederlehen und Gurhof total baufällig. Aber NUR hier. Auf diesem kurzen Stück. Dazu kam noch, das ein armer Bauer sein Vieh immer über die stark frequentierte Strasse drüber auf seine Weide treiben musste. Das darf doch nicht sein! Fassten sich die Verantwortlichen ein Herz. Und beschlossen daher aus absoluter Nächstenliebe, für den lieben Bauern Millionen an Steuergeldern locker zu machen und eine schicke Umgehungsstrasse -wie sollte es anders sein- auf der Bahntrasse zu bauen, die dann fortan hinter seinem Hof vorbeiführt. Dazu musste aber nicht nur die Bahnstrecke auf über 1 km Länge abgebrochen werden, der bisher existierende Radweg auch. Die abgebauten Gleise wurden im Bauhof der Gemeinde Ybbsitz abgelagrt und neben dem Planum der neuen Strasse wird auch ein Stück für die Bahn vorgehalten.

Nachdem es im großen Ybbstal zu heftigen Anwohner&Bahnaktivistenprotesten mit Baustellenbesetzungen gekommen war, das die Abrissarbeiten auf der Schmalspurbahn um mehrere Tage verzögerte und die Bürgermeister vom Radwegeverein den Schweiß auf ihre Stirn trieb da sie merkten, das das ganze -auch kostenmäßig- aus dem Ruder läuft, machte der Bgm. von Lunz am See (Obmann des Radwegevereins) den Bahnfans das Angebot, die Strecke n. Ybbsitz zu bekommen. Der Haken an der Sache ist allerdings, das ab sofort alle Kampfaktivitäten eingestellt werden und der Abriss im großen Ybbstal ungehindert fortgeführt werden kann. Aktuell zeichnet sich hier auch ein möglicher Erfolg ab. So wollte ein privater Bahnfreund um 101.000 Euro die angebotenen Bahngründe samt Bahnhof und Heizhaus kaufen, die Gemeinde Ybbsitz bot lediglich 100.000 Euro. Um den privaten Bahnfreund auszubooten, wurde bis jetzt gar nicht verkauft, alles gehört weiter der NÖVOG. Nachdem die Politiker aber merkten, das sie da selber über das Ziel drüber hinaus geschossen sind, soll der Bahnhof nun zu einem moderaten Preis an die zukünftige Museumsbahn verpachtet werden. Aktuell wird an einer Machbarkeitsstudie gearbeitet. Hoffen wir das Beste. Wahrscheinlich wird es im Bereich Ederlehen dann nochmal zu einer Neutrassierung der Bahn kommen. Zur Zeit jedoch gibt es Ärger mit dem Bundesrechnungshof wegen der sinnlosen Strassenverlegung am Bauerngut und schwere Bedenken wegen der starken Qualitätsverschlechterung des Radweges. Im März 2014 sollten die Swietelsky-Arbeiter das Gleis von Opponitz Richtung Gstadt abbauen. Die Arbeiten waren jedoch täglich von Anwohnerprotesten begleitet. Nachdem dann durch erboste Anwohner und Bahnaktivisten auch noch die Baustelle besetzt wurde, wurden die Arbeiter daraufhin angewiesen, sich in das "Ofenloch", einer engen Felsschlucht, die von der Strasse aus nicht einzusehen ist, zurückzuziehen. Von hier sollte der Abriss fix gen Waidhofen von Statten gehen. Nachdem aber auch hier die Arbeiter auf Gaissulzer Flur "entdeckt" wurden und die Baustelle neuerlich besetzt wurde, platzte den Politikern der Kragen. Die Polizei wurde angerufen. Dumm nur, das einer der Demonstranten, der auch die Baustelle besetzte, ein Grünenpolitiker aus Waidhofen ist. Dieser zeigte der eingetroffenen Polizei alle erforderlichen Genehmigungen und die Polizisten zogen wieder ab. Die Radwegeverbandpolitiker merkten, das sie so nicht durchkommen. So wurde zu anderen Mitteln gegriffen. Der Bauer, dem der gesamte Grund um Gaissulz gehörte, erhielt mehrere Anrufe. Er möge doch bitte die Politiker unterstützen und die Polizei anrufen, den Bahnkämpfern Besitzstörklage auf den Hals hetzen, da sie unbefugt sein Land betreten hätten. Dumm nur, das jener Bauer auch zeitweise unter den Demonstranten saß... So mussten die Bahnzerstörer, auch im Volksmund gern als Abrissbürgermeister betitelt, dann wie ein Beispiel weiter oben beschrieben klein bei geben und die Strecke n. Ybbsitz versprechen.

das traurigste Kapitel in der Bahnzerstörung schrieb leider Großhollenstein: am 06. Februar 2014 arbeiteten die Bagger der Firma Meissner im Bereich Blamau. Die Schienen wurden herausgerissen. Der Bgm. der Gemeinde Sankt Georgen am Reith und Bahnhasser 1. Klasse, der auch weiß, wie Hollenstein zu seiner Bahn steht und die als einzige Gemeinde auch nicht dem Radwegeverband beigetreten war, dieser Gemeinde wollte er zeigen, was Sache im Ybbstal ist. Der Radweg wird gebaut, Basta! Keine Disskusionen mehr! Es liegt die Vermutung nahe, das er den Vorarbeiter der Abrissfirma kontaktierte und ihn anwies, sofort seine Arbeiter zum Bahnhof Großhollenstein zu schicken und dort die Schienen abzureisen und sich dann von dort nach Blamau raufzuarbeiten. Es ist vorstellbar, das dies auch ein Racheakt seinerseits an den Bahnaktivisten sein könnte, da Hollenstein die Bahnkämpfer immer sehr unterstützt hat. Hollensteins Bürgermeister bekam Wind von der Sache und traf sich mit dem Vorarbeiter der Firma Abrissfirma aus Deutschland und einigen angerufenen Bahnaktivisten am Bahnhof. Er machte dem Vorarbeiter klar, das er den Abriss der Bahn nicht duldet und das sein Bahnhof verschont bleibt! Zum Schein ging der Vorarbeiter darauf ein. Er versicherte dem Bürgermeister und den Bahnaktivisten, die Gleise im Bahnhof nicht zu demontieren. Als beide Parteien wieder abgezogen waren und die dunkle Nacht über das romantische Tal hereingebrochen war, lies der Vorarbeiter eiligst seine Männer anrücken, die umgehend mit dem zerschneiden der Schienen begannen. Noch vor dem Sonnenaufgang rückten 2 Bagger an und begannen ihr schändliches Werk zu vollenden. Die Tochter von einem der Bahnkämpfer, die gegenüber vom Bahnhof wohnt, rief sofort ihren Vater an. Er fackelte nicht lange. Er stellte sich vor die Bagger und zwang sie so zum einstellen der Abrissarbeiten. Rasch kamen weitere Bahnaktivisten hinzu und gemeinsam wurde die Baustelle blockiert. Auch Hollensteins Bürgermeister kam später hinzu. Die Baustellenblokade rief die Polizei und später auch den verantwortlichen Auftraggeber dieser fragwürdigen Aktion auf den Plan. Im Einvernehmen mit dem Ortskommandannten räumten alle Bahnaktivisten friedlich sofort die Baustelle. Der für den Zerstörungsangriff zuständige Bürgermeister blaffte die Bahnkämpfer an und verbot dem Hollensteiner Bürgermeister energisch und unter Androhung einer Besitzstörklage das Betreten der Baustelle! Er sagte wörtlich aus: "ich bin hier Chef, ich schaffe hier an!" Barsch wies er die Abrissfirma an, weiterzuarbeiten.

Alle Beteiligten mussten nun mit ansehen, wie ohne, das sie etwas machen konnten binnen 1 Stunde der Bahnhof Großhollenstein gleich einem Schlachtfest zerstört wurde. Es sah dort aus, wie nach einem Kriegsangriff.


So, das sind mal ein paar Beispiele, was im Ybbstal so alles vor sich geht. Nun komme ich zu den Bildern. ABER VORSICHT!!! Das ist nichts für schwache Nerven!!!

Bild 1:
Da wir ja gerade vom Schlachtfest im Bahnhof Großhollenstein geredet haben, zeige ich gleich mal 3 Bilder vom Bahnhof dieser idyllisch im Ybbstal gelegenen Gemeinde, viele Eisenbahnfreunde kennen den Bahnhof noch aus der Betriebszeit, als hier fleißig Holzzüge am rangieren waren. Alle Fotos Karl Piaty:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/ziolbuum4amk.jpg
Es geht los! Mit brachialer werden die Schienen aus dem Bitumen gerissen.
Bild 2+3:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/b3qo9pxr4yjt.jpg
gleich einem Schlachtfeld gleicht der Bahnhof Großhollenstein am Morgen des 7. Februar 2014. Es war aber kein Bombenangriff, nur die Arbeiter der Firma Meissner aus dem Baden Würtembergischen Dörzbach wüteten hier. Sie bauten übrigens auch die Gleise der Strecke Menden-Hemer im Sauerland ab!
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/tdnfb9jybm.jpg
gut kann man an den Schienen im Vordergrund erkennen, das sie einfach nur zerstört, unbrauchbar gemacht wurden. Die Arbeiter trennten sie nur zur Hälfte durch, der Bagger, der sich im Hintergrund gerade an den Bahnsteiggleisen zu schaffen macht, hob sie hoch und drehte sie so lange hin und her, bis sie auseinanderbrachen. das fotografieren war hier nicht ganz ungefährlich, drohten doch Herr Schagerl mit Konsequenzen und die Schrottarbeiter waren auch schon ziemlich angefressen von den Bahnkämpfern.
Bild 4:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/5qc8r9neczg3.jpg
2 km weiter unten bei Saimannslehen hatten wütende Anwohner dieses Transparent aufgehangen und eine Seite vom Zaun demoliert. Das Plakat wurde wenig später von den Abrissbürgermeistern entfernt. 16.02.2014
Bild 5:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/iwrrmrfuq3q.jpg
nachdem die Bagger in Hollenstein einer Gewaltorgie gleich den Bahnhof platt gemacht hatten, arbeiteten sie sich dann wieder talaufwärts. Am 16.02.2014 waren sie im Bereich der schon in den 1970er Jahren aufgelassenen Haltestelle Oißberg am werkeln. Hier waren erst 2001 nagelneue Betongleisjoche verlegt worden. Die neuen Schienen werden einfach verschrottet! Die Betonschwellen wurden ins Waldviertel abgefahren, um bei der dortigen Schmalspurbahn wiedereingebaut zu werden.
Bild 6:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/clxzy4punp88.jpg
hier das ganze noch einmal in Nahaufnahme. Die neuen Schienen, die Geschwindigkeiten von 60 km/h zuließen, werden einfach umgewälzt und verschrottet! 16.02.2014
Bild 7:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/wdn3hhfmo4.jpg
einmal 90 Grad gedreht geht der Blick in die Gegenrichtung und zeigt, wie eine modern ausgebaute Schmalspurbahn für 10 Millionen Euro kaputtgemacht wird. Bis 2006 wurden hier bis Hollenstein 20 Millionen Euro investiert, die nun für ein paar Politiker, die ihre ganz persönlichen Kleinkriege miteinander austragen, mit Steuergeldern vernichtet werden.
Bild 8:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/97ao61mu6vf.jpg
am 01. März zeugen nur noch die fein säuberlich gestapelten Betonschwellen von der Existenz einer Eisenbahn. Der Abschnitt n. Göstling ist nun fast komplett abgebaut.
Bild 9:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/ufl18ujgrh7v.jpg
nochmal der 16.02. Blick von Waidhofen her auf den Baggerüberfall. Links mein Taxi, das mich an diesem Tag durch das Tal chauffierte. Mit dem selben Taxi verfolgte ich 2005-2007 sehr oft den Holzzug, der immer Dienstags fuhr, was waren das noch für Zeiten...
Bild 10:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/9xwmmun1yqv2.jpg
überall im Tal hängen dieser Tage auf Littfasssäulen, in Ladengeschäften, auf Bahnhöfen Plakate aus, die zu Protestmärschen, Fackelzügen und ähnliches aufrufen, so auch in der Gemeinde Opponitz Mitte Februar 2014.
Bild 11:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/fu56wy2c3utf.jpg
am Abend des 16.02.2014 fand in Waidhofen wieder eine Demonstration statt. Zahllose erschienene Menschen schimpften und es wurde eine Menschenkette gebildet. Martin Ortner von der Wiener Symphonie der staatlichen Oper aus Wien trug sein Ybbstalbahnlied vor: [www.youtube.com] Schon krass. Während weiter oben im Tal der Abbau tobt, kämpfen tapfer viele Menschen um ihr Wahrzeichen!
Bild 12:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/o3ogzjymchyt.jpg
anschließend wurde eine Menschenkette gebildet, die über den ganzen Untermarkt ging.
Bild 13:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/kluqxng1z5cw.jpg
machen wir nun einen kurzen Abstecher zur Strecke Gstadt-Ybbsitz. Hier begann der Abbau der Schmalspurbahn im Sommer 2013. Ganz urplötzlich, am 16.07.2013, ohne Vorankündigung, begannen Mitarbeiter der Strassenmeisterei Ybbsitz, mit den Demontagearbeiten
Bild 14:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/tadywt7phuvv.jpg
wie beide Bilder von Markus Berger aus Weiher zeigen. Hier wurde für den angeblich baufälligen Strassenteil der Ybbstalstrasse ein Stück Natur zerstört.
Bild 15:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/lnmxu7une43g.jpg
Also, ihr müsst schon zugeben, die Strasse ist wirklich schwerst baufällig. der Bus n. Gstadt fährt gerade vorbei. In Wahrheit wollte man nur vollendete Tatsachen schaffen, man dachte wohl, die Bahnkämpfer geben irgendwann auf. Doch dem war nicht so, jetzt aktuell tritt ein Problem auf. Aber für die Politiker: es steht der Tatvorwurf der Steuergeldverschwendung im Raum, aktuell werden gerade Gutachten erstellt, Dokumente offengelegt. Es wurde ja nicht nur die Bahn abgebaut, auch der bereits existierende Radweg wurde abgebrochen. Der Ersatzweg würde für Radfahrer sehr starke Steigungen aufweisen und außerdem an einem Felshang vorbeiführen, der für Benutzer nicht unerhebliche Steinschlaggefahren bürgt.
Bild 16:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/u8z8ildp5jq5.jpg
Zurück im oberen Ybbstal. Bei Blamau lagen Anfang März noch 400 Meter Gleis. 01.03.2014
Bild 17:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/ls1b773nnq.jpg
parallel zu den Abrissarbeiten der Firma Meissner aus Dorzbach in Baden Würtemberg, die übrigens auch die Bahnstrecke Menden-Hemer im Sauerland abgebaut hat, begann die Firma Swietelsky aus Fischamend mit dem Abriss des Streckenabschnittes Gstadt-Großhollenstein. Die Schienen werden bis auf wenige Abschnitte vollständig wiederverwendet. Ein Teil wird bei der Waldvierteler Schmalspurbahn, der Rest bei der Mariazeller Schmalspurbahn eingebaut. Erstaunlicherweise wurde mit dem Abriss aber nicht in Großhollenstein oder etwa in Gstadt begonnen. Zu aller Leute Verwunderung wurde in Opponitz mit dem Abriss begonnen. (Bild vom 08.03.2014) Aber warum? Ganz einfach: Das Wasserkraftwerk Mirenau, 2 km talabwärts, wird über einen 10 km langen Stollen unterirdisch mit einer Wasserleitung versorgt. Jenes Kraftwerk der Wiener Stadtwerke, das schon oft bei Fotoaktionen als Motiv gedient hatte. Diese Leitung muss jetzt erneuert werden. Dazu muss aber ein Lagerplatz her, der ausreichend Platz in der Nähe der Baustelle bietet, um die riesigen Wasserohre optimal lagern und schnell abholen zu können. Die Anwohner am Bahnhof müssen sich nun für die nächsten Monate auf das folgende Bild einrichten:
Bild 18:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/8mhits111hs.jpg
Bahnhof Opponitz am 26.04.2013. Während links am Bildrand noch letzte Gleisreste lagern, regieren auf dem ehem. Gleisbereich heute 2,30 m mal 10 Meter große Wasserrohre.
Bild 19:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/ke2rjwps23w.jpg
es gab massive Proteste von Anwohnern. Die Firma Swietelsky erhielt daraufhin den Auftrag, sich mit den Demontagearbeiten zum Bahnkilometer 9,0 ins Ofenloch zu begeben. Dort konnte ich am 12.03.2014 die Abrissarbeiten dokumentieren:
Bild 20:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/uy6twadf6fg.jpg
im tief in die Felsen eingegrabenen Tal, das von den Einheimischen auch "Österreich Kanada" genannt wird (wegen der Trassierung, der Felsen)...
Bild 21+22:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/7wwiwpb2pqp5.jpg

http://www11.pic-upload.de/11.05.14/45vipao2yd.jpg
kamen die Swietelskyarbeiter gut voran. 12.03.2014 Währenddessen befanden sich eine Meute Bahnaktivisten auf dem Weg zum Bhf. Opponitz, um da die Bagger neuerlich zu stoppen und die Gleise Richtung Mirenau zu besetzen. Doch als sie dort ankamen, war niemand da. Sie ahnten es bereits und drehten sofort um, um n. Gaissulz zu fahren. Dieser Ort ist nur schwer erreichbar, man muss bis Gstadt zurückfahren und erst in Schütt gibt es eine kleine Strasse, die 3 km hinter nach Gaissulz führt. Die Swietelskyarbeiter brachen am Mittag ihre Arbeiten ab, um einen Abbauzug zusammenzustellen. Währenddessen erreichten die Bahnaktivisten die Baustelle und besetzten sie:
Bild 23:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/s77b5dgviy1c.jpg
die bisher ausgebauten Gleisjoche wurden besetzt, die Bagger am weitermachen gehindert. Der später hinzugekommene Polier handelte mit den Aktivisten aus, das sie zum Hp. Gaissulz gehen sollen und dort die Baustelle besetzen, während sie sich zur B 31 begeben. Dies wurde schließlich so gehandhabt Bild 24:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/4rrlf8qe43w.jpg
Abzug der Ybbstalbahnaktivisten zur Bahnstation Gaissulz, hier am Kilometer 8,6 wo 2009 der Hangrutsch das Bahngleis unpassierbar machte. Markus Berger hielt das ganze auf Video fest: [www.dailymotion.com]
Die Gleisbesetzung dauerte an. Plötzlich stand ein Polizeiauto da. Nachdem aber die Demoleitung alle erforderlichen Genehmigungen vorgelegt hatte, zog die Staatsmacht wieder ab. So kam es an diesem Tag zu keinen weiteren Abrißtätigkeiten mehr im Ybbstal. Der Abruch der Bahn war fürs erste gestoppt! Auch der Abtransport der Gleisjoche von der Baustelle zur 2 km entfernten Verladestelle an der B 31 konnte durch die Firma Swietelsky nicht mehr ausgeführt werden. Die Bewohnerin des Bahnwärterhauses am Hp. Gaissulz versorgte uns derweile mit Speisen und Getränken (Bild 24)
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/nviszf64xncs.jpg
so lässt es sich aushalten: die Frühlingssonne brennt schön angenehm warm auf den Bauch, Karl Piaty Senior, Bäckermeister brachte Buchteln mit (eine österreichschiche Spezialität, hier in Deutschland mit Pfannkuchen vergleichbar). Der Herr des Hauses stellte Bier und Schnaps bereit. Die Frau schenkte frisch gebrühten Kaffee&Tee ein. Das Programm für den Folgetag wurde besprochen. Am nächsten Tag hatte die Demoleitung 10 Uhr als Treffpunkt ausgehandelt. Ja, so macht kämpfen für eine der reizvollsten Kleinbahnen richtig Spaß :-) Ich überlegte. Die Firma Swietelsky fängt 07 Uhr mit arbeiten an. Das würde bedeuten, ich muss zeitig raus. Um 6 Uhr im Landgasthof Steinmühl aufstehen, fix frühstücken, nix wie raus an die Piste.
Bild 25:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/88lgi9bfaz.jpg
um kurz nach Sieben rollte am Morgen des 13.03.2014 bereits die erste Fuhre mit Jochen aus dem Ofenloch zur Bundesstrasse vorbei an der Hst. Gaissulz. Es wird das letzte mal sein, das hier "Züge" vorbeifahren. Auf die 2 Kleinwagen X6019 322+323 werden je 6 Gleisjoche, 13-16 Meter lang, 2,5 Tonnen schwer, verladen.
Bild 26:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/6oq8ir6or53w.jpg
die nächste Fuhre erwischte ich oberhalb der Bahnstation. Ist dieses Tal mit seiner Bahn nicht einfach traumhaft schön? Warum nur erkennen das die Politiker hier nicht? Man stelle sich vor, hier würden Dampfloks mit offenen Aussichtswagen fahren, wie zum Beispiel in Sachsen n. Oberwiesenthal! Stattdessen zerstört man diese Bahn mit allen legalen und illegalen Mitteln!
Bild 27:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/ze5mhaur8v1b.jpg
aber es geht noch weiter! Ein Wunschmotiv, das mir sehr am Herzen lag, war dieses hier. Die untere Ybbsbrücke ist nämlich nur von dieser Seite optimal fotografierbar. Die andere Seite ist nur sehr schwer, da zugewachsen, umsetzbar. Oder man klettert auf einen Felsen hinauf. Dann kann man sie aus luftiger Perspektive umsetzen. Dazu benötigt man aber entsprechende Bergsteigerausrüstung. Um dieses Motiv umsetzen zu können, braucht man allerdings die Erlaubnis der Bewohner eines Hauses. Das steht nämlich oberhalb der Ybbs, die sich hier tief in der Steinzeit ihr Flußbett in die schroffen Felsen hineingegraben hat. Auf freundliches fragen durfte ich in den Garten des Hauses und die Leiter hinunter zum Flußufer, wo ein extra gebauter Holzperron über das Wasser von den Bewohnern errichtet wurde. Dieser ermöglicht diesen beeindruckenden Blick. Das Wasser ist hier gestaut, etwa 1 km talabwärts befindet sich ein Wasserkraftwerk, das für relativ ruhiges Wasser sorgt, so, das sich der vorletzte "Abbauzug" hier um 09.38 Uhr leicht spiegelt. Es sind für diese "Zugfahrt" nun nur noch 300 Meter bis zur Verladestelle.
Bild 28+29:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/mtecac5rwxvk.jpg
für mich hieß es nach diesem Bild, elig in Schusters Rappen treten. Nun musste noch die Ankunft des letzten Transports festgehalten werden, bevor die Bahnaktivisten wieder die Bagger blockierten *grins* Hier erreicht er gerade die Verladestelle...
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/e2mhd64ygmlj.jpg
... um seine "Fracht" dann abzuladen. 13.03.2014

Nach diesem Entladevorgang fuhren die Bagger wieder hoch ins Ofenloch. Dort wurden sie bereits von 50 Bahnaktivisten erwartet, die die Bagger blockierten. Die Swietelskyarbeiter "fügten" sich ihrem Schicksal. Die Hausherrin vom Bahnwärterhaus reichte wieder Kaffee&Tee umher, wir nahmen alle Platz und auch die Swietelskyarbeiter setzten sich zu uns in den Garten. Hier genossen sie die Sonne, aßen Buchteln, tranken Kaffee und lasen Zeitung. So saßen wir dann den ganzen Tag neben den Gleisen, blockierten sie und die Swietelskyarbeiter konnten auch heute keinen Millimeter Bahnstrecke demontieren :-))


Ich musste an dem Tag abends dann abreisen, aber ich erfuhr, das am nächsten Tag Martin Ploderer, der Lunzer Bürgermeister auf der Baustelle erschien und den Bahnaktivisten die Strecke n. Ybbsitz anbot. Er sagte wörtlich, "wenn sie sofort die Baustellenbesetzung abbrechen, uns die Bahn im großen Ybbstal überlassen, dann kann eine Museumsbahn n. Ybbsitz sofort ihren Betrieb aufnehmen!" Anderenfalls drohte er den Aktivisten, von jedem Einzelnen die Kosten für die Verzögerung einzuklagen. Die örtlichen Politiker hatten es offenbar nun kapiert, das sie etwas machen mussten. Ein kleiner Erfolg für die tapferen Männer&Frauen konnte endlich verbucht werden! Und wie weiter oben schon geschrieben, sieht es recht gut aus, das evtl. doch noch eines Tages zumindest wieder bis Ybbsitz die Pfiffe der Yv 02 durchs kleine Ybbstal hallen werden.

Bild 30:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/s36uxegiapi.jpg
nachdem die Bahnkämpfer ein Versprechen abgeben mussten, nun nicht mehr die Demontagearbeiten im großen Ybbstal zu blockieren, klotzten die Swietelskyarbeiter richtig ran. bis zum 18.03. bauten sie das Gleis vom km 8,4-km 6,5 ab. am Nachmittag des 18.03. begann man dann am Bahnübergang, dort, wo sich die Strecken n. Ybbsitz und Lunz verzweigten, mit dem Ausbau der ersten Schienenstücke. Es war nicht ganz ohne, da hier auf den pausenlosen Strassenverkehr geachtet werden musste. Um 15 Uhr hatte der Bagger gerade das 1. Joch ausgehoben, nun wird mit der Benzinflexx das nächste Schienenstück herausgetrennt. Zum Glück kam mal kurzzeitig kein Auto. Es fliegen nur so die Funken. Zum löschen kleinerer Brände liegt ein Feuerlöschgerät bereit, war es doch in den letzten Tagen ungewöhnlich warm und trocken für diese Jahreszeit.
Bild 31:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/altww8zxv9rc.jpg
in der Folge konzentrierte sich der Abbau nun im Ofenloch talaufwärts. Am 02.04. erreichte der Abriß die obere Ybbsbrücke bei Mirenau. Gerade zieht der Bagger ein ausgebautes Gleisjoch über die Brücke zu der dort am Bahnübergang in km 11,113 eingerichteten Lagerstelle. Dort wurden die Joche dann von Swietelskyarbeitern zum Abtransport vorbereitet.
Bild 32:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/v1ze6xgnrkla.jpg
die nächste Fuhre am Nachmittag des 2. April lichtete ich von etwas weiter weg ab. Der Hang neben der Strasse war freigeholzt worden und ermöglicht nun diesen Blick. Schade, wie gern hätte ich hier 2005 den Nachmittagszug um kurz vor 15 Uhr mit 2 mal 5090 abgelichtet. Meistens ist es so, das erst zum Ende einer Bahnstrecke diese freigerodet wird... Hinter dem braunen Bootshaus befindet sich die Verladestelle für die ausgebauten Oberbaustoffe.
Bild 33:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/7tr96hv19ut7.jpg
vom 07.04.2014-11.04.2014 hatte ich 1 Woche Urlaub, den ich gänzlich im Ybbstal verbrachte. Hier wird unweit von Mirenau gerade das nächste Joch aus dem schon recht verkrauteten Schotterbett herausgehievt, 7. April
Bild 34:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/q4m37hukbtrd.jpg
bei dem herrlich warmen Frühlingswetter lässt es sich oben auf dem Wiesenhang unter einer Kiefer am besten aushalten. Wenn nur der Bahnabriss nicht wäre...! 8.4.2014 vor Mirenau
Bild 35:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/gfjsg52vcy34.jpg
1 km hinter der Bahnhaltestelle Mirenau wurde die neue Bushaltestelle errichtet. Für die Bewohner von Mirenau bedeutet das, das sie jetzt hinten über die große Brücke gehen müssen und dann nochmal 1 km hoch bis hierher laufen müssen. Wie war das Verbesserung durch den Bus?! Gerade wurde das nächste Gleisjoch ausgebuddelt und nun abtransportiert. Dazu wird das Stück Gleis auf ein Winkeleisen, das mit 760 mm Spurhaltern ausgestattet ist, aufgesetzt, um dann vom Bagger weggezogen zu werden. 09.04.
Bild 36+37:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/ndyqt7pcnylb.jpg
am 09.04. kippte abends das Wetter. Kräftiger Dauerregen begleitete den ganzen 10. April. Heute sollte eine Streckenbegehung durch die Radwegebürgermeister statt finden, ich fürchtete schon, das dokumentieren einstellen zu müssen. Aber zum Glück kamen die Weicheier wegen des starken Regens nicht aus ihren Büros raus, so das ich, zwar total durchnässt nach 5 Stunden im Regen, aber um eindrucksvolle Bilder reicher, doch noch was machen konnte. Da die Schienen im Laufe der Zeit etwas gewandert sind, lassen sich die Laschen nicht mehr auf normalen Wege demontieren. Ein Wegflexen mit der Benzinsäge kam auch nicht mehr in Frage, so beschloss man, die weiteren Laschen mit dem Gasbrenner wegzubrennen. Bei dem dunklen Wetter und dem Regen war das ein optisches, wenn auch trauriges Erlebnis. Die Funken flogen und sprühten wie verrückt. 10.04.2014
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/3okkqjpessw3.jpg
die Funken sprühenm, was das Zeug hält, es lag wohl auch am starken Regen.
Bild 38:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/y3oc9dbk84q5.jpg
während die Arbeiter von Swietelsky die letzten Laschen bis zum Anfang der Stahlgleisjoche wegbrennen, wurden bereits die nächsten 3 LKW Ladungen Schienen verladen, soeben macht sich der erste LKW der Firma aus dem Traisental auf den langen Weg ins Waldviertel. Im Hintegrund sind bereits die ersten Häuser von Opponitz zu erkennen und die im Abschnitt km 11,113-hierher (km13,000) ausgebauten Gleisjoche, die an der Strasse zum abholen vorbereitet werden. 10.04.2013
Bild 39:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/v3xolvuxh2q8.jpg
schließlich kommen die Bagger ins Spiel und reißen die Gleisjoche heraus. 10.04.2014. Sie werden alle ins Waldviertel und zur Mariazeller Bahn kommen und dort die Erinnerung an die Ybbstalbahn aufrechterhalten. Ob dies die Fahrgäste, die dann da drüber fahren, wissen werden? Wohl eher nicht.
Bild 40:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/41syomx4mli1.jpg
nachdem ich 5 Stunden vom Regen durchnässt war, musste erst mal wieder etwas Wärme her. Als die Swietelskymannen Mittagspause machten, ging auch ich zur "Mittagspause" nach Opponitz zum Gasthof Tatzreiter "Bruckwirt". Hier konnte ich erst mal eine köstliche Holzhackerpfanne, die sehr herzhaft gewürzt war und hervorragend gemundet hat, zusammen mit einem leckeren Glas Apfelsaft aus dem Mostviertel genießen. Umrandet wird das ganze noch durch ein Ybbstalbahnbild an der Wand. Na dann, guten Appetit!

Die vielen Obstbäume, die hier einst gepflanzt wurden und ihm seinen Namen gaben, ziehen seit jeher viele Urlauber an. Im Herbst wird traditionell geerntet und es gibt hier wunderbare Fruchtsäfte und Most, ein leicht alkoholhaltiger Saft.
Bild 41:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/kiyner54rac3.jpg
nach dem Mittagessen ging es frisch gestärkt und aufgewärmt wieder raus zum Endspurt. Heute Nachmittag, dem 10.04.2014 sollten die Abbauarbeiten des ersten Abschnittes Gstadt-Hollenstein, nämlich der bis Opponitz, zum Abschluß kommen. Die Arbeiter gaben noch einmal richtig Gas. Die letzten 571 Meter Gleis, bestehend aus Stahloberbau, sollte verschrottet werden. Zuletzt durfte hier nur noch 10 km/h gefahren werden, es war eine der vielen Langsamfahrstellen der Bahn, die in den letzten Betriebsjahren wie Pilze aus dem Erdboden gewachsen waren. Da sie auch leichter waren als die anderen Joche, nahm der Bagger gleich 2 Joche auf einmal auf, schleifte sie zum Bhf. Opponitz, wo sie dann in 5 Meter lange Stücke zerbrannt wurden, um schön in einen LKW zu passen. Soeben hat der Bagger das erste Joch aus dem Schotterbett gehoben. Hier wurde auch nicht mehr die Benzinflexx genommen, an der Strasse wurde direkt vom Swietelsky-Ford mittels Schneidbrenner das Gleis zerbrannt, wie im Bild 42 zu sehen ist.
Bild 42:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/fojqvybrhoma.jpg
Bild 43:
http://www11.pic-upload.de/11.05.14/y54fgucw9g7a.jpg
Und raus mit dem Joch! Um hier vom freigeschnittenen, durch den Regen aufgeweichten Hang in Ruhe fotografieren zu können, legte ich mir ein Seil um den Bauch. So war dieses Bild möglich. Es war elende schmierig und ich sah nach dieser Tour aus wie Sau. Aber dafür wurde ich "belohnt", mit diesen Bildern. Tja, das soll es dann für heute gewesen sein.

Zum Abschluß meines Berichtes noch etwas aktuelles, derzeit liegen die Gleise noch von km 21-25,6. Bis Ende des Monats dürfte auch dieser Rest verschwunden sein und damit eine der reizvollsten Strecken Österreichs. In einigen Jahren, wenn die Emotionen sich wieder beruhigt haben, keiner mehr ins große Ybbstal kommt und Ybbsitz sich mit seiner Museumsbahn rühmen wird, dann erst werden die Menschen merken, was ihnen mit der Ybbstalbahn genommen wurde. Nämlich ein Stück Heimatgeschichte. Das freimütig geopfert wurde. Die verantwortlichen Politiker sind längst im Ruhestand, denen geht dann alles am "@#$%&" vorbei. Aber das große Ybbstal ist ein für allemal tot. Denn wegen einem Radweghighway kommt keiner ins Tal. Für eine Bahn aber schon. Aus Amerika, Deutschland, Ungarn, England, Schweden, Polen, Finnland, Frankreich... die Liste könnte man beliebig fortsetzen. Aber hierfür kommt keiner ins Tal:

http://www11.pic-upload.de/11.05.14/graw5rryiohp.jpg

immerhin-die ÖBB ist heute im Ybbstal wieder präsent-nur eben halt in Form einer Gummieisenbahn.

traurige, verbitterte Grüße, 219 003-1, FAUR-Power aus Rumänien für die DR-das U-Boot!!!

http://loksounds.eu/banner.jpg

.....DIE Seite mit Sound !!!




6-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:05:17:14:05:06.
Aus dieser Region hätte man so viel machen können, aber man hat halt nicht gewollt. Diese @#$%& werden es irgendwann bereuen, man hat es ja auch bei der Ischler Bahn gesehen. Was wäre das heute für ein Tourismusmagnet! Außerdem wären sehr viele lieber mit der nach Salzburg unterwegs statt im Stau zu stehen.
Traurig, sagt Yannis

Hinzugefügt: Selbiges gilt auch für die Thayatal Bahn.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:05:11:21:21:04.
Moin,
hab schon lange das Drama um diese schöne Bahn verfolgt,bin auch öfters da gewesen um mich an der Nostalgie zu erfreuen,aber was da jetzt abläuft.......
Das das Land Niederösterreich sich so zurückgehalten hat,der Tourismus spielt doch in der Region eine sehr große Rolle,möchte nicht wissen um wieviel Prozent die Buchungen zurückgegangen sind.Da drängt sich mir die Frage auf
"Wieviel Schmiergeld ist da geflossen????" Da werden Steuergelder wirklich verschwendet für Straßen die keiner braucht,
Gemeinden werden einfach abgekoppelt vom öffentlichen Verkehr,ich komme aus dem kopfschütteln nicht heraus.
Dein Bericht ist wirklich nichts für schwache Nerven,trotzdem danke das Du ihn gemacht hast.
Gruß Peter

Danke dir! (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 12.05.14 11:08

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen: [www.drehscheibe-online.de]
http://raildata.info/raildatabanner1.jpg

nachdenker67 schrieb:
-------------------------------------------------------
> Moin,
> hab schon lange das Drama um diese schöne Bahn
> verfolgt,bin auch öfters da gewesen um mich an der
> Nostalgie zu erfreuen,aber was da jetzt
> abläuft.......
> Das das Land Niederösterreich sich so
> zurückgehalten hat,der Tourismus spielt doch in
> der Region eine sehr große Rolle,möchte nicht
> wissen um wieviel Prozent die Buchungen
> zurückgegangen sind.Da drängt sich mir die Frage
> auf
> "Wieviel Schmiergeld ist da geflossen????" Da
> werden Steuergelder wirklich verschwendet für
> Straßen die keiner braucht,
> Gemeinden werden einfach abgekoppelt vom
> öffentlichen Verkehr,ich komme aus dem
> kopfschütteln nicht heraus.
> Dein Bericht ist wirklich nichts für schwache
> Nerven,trotzdem danke das Du ihn gemacht hast.
> Gruß Peter

Hallo Peter,

bitte sehr, Ja, ich bin auch der Meinung, das das publik gemacht werden muss. Weil, diese Bahn in dieser reizvollen Landschaft platt zu machen ist ein Verbrechen ohne Gleichen. Aber wir hatten beim Demo machen unseren Spaß. Das glaube mir. Das geilste war, als die Polizei wieder abziehen musste, weil wir leider, leider, leider sämtliche Genehmigungen hatten und ein hohes Tier von Grünenpolitiker mit bei uns war *hähä*

Gruß, 219 003-1
So läuft das wenn Spezlwirtschaft (bzw. hier Freunderlwirtschaft) am Werk ist, da wird im Hinterzimmer die Region beherrscht und wie Regionalfürsten alles beherrscht und wer nicht spurt, der bekommt das zu spüren.

Landespadron und Regionalfürsten.............

Vor etwa 40 Jahren lernte ich das Ybbstal durch die Bahn kennen. Auch mit Familie und Kind zog es mich immer wieder in diese Region und wir kamen nicht nur der Bahn wegen. Im Laufe der Zeit habe ich sicherlich in Summe Monate in dieser Region zugebracht und auch entsprechendes Geld in der Gegend gelassen. Mit dem Rad habe wir das Ybbtal kennen gelernt und schätzte es, als unschlagbaren Vorteil, samt Radl bequem per Bahn immer wieder an unseren Standort (Gasthof) zurückkehren zu können.
Ich bin heute im Ruhestand und verbringe auch einen Teil meiner Freizeit damit Gegenden wandernder Weise zu erleben, wodurch für die dort ansässige Gastronomie (Nächtigungen und Essen) stets einiges abfällt. Das Ybbstal ist sicher für den Rest meines Lebens ein WEISSER FLECK auf der Landkarte, den ich nicht mehr betreten werde. Dementsprechend werde ich auch in meinem (internationalen) Bekanntenkreis Werbung machen. Es gibt in Österreich auch andere schöne Gegenden in welchen nicht regionale, SCHWARZE STAMMESHÄUPTLINGE wie Marionetten an den Politfäden eines LANDESKAISERS Hampelmann spielen. Mögen die Stammeshäuptlinge in Zukunft sich und ihre Untertane mit der, im St.Pölten Landhaus gebrauten Suppe ernähren. Ich werde keinen Cent mehr im Ybbstal lassen.

In Trauer um die Ybbstalbahn
TRAUNBAHN



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:05:12:18:54:25.
Hallo Traunbahn,

Danke für deine mitfühlenden Worte.

Gruß, 219 003-1

Wenn man das so gebündelt liest...

geschrieben von: Der 1bügler

Datum: 12.05.14 19:49

...dann dreht sich einem der Magen um!

Entsetzte und frustrierte Grüße...

http://s1.directupload.net/images/140414/ukfaan2k.jpg

Wat ei wrait ßer ebav is friee from ße liver away.

Re: Wenn man das so gebündelt liest...

geschrieben von: Schienenradler

Datum: 12.05.14 23:15

Danke für diese so schönen und so traurigen Bilder...!

Ich glaube nicht, dass irgendwer von denen, die diesen Beitrag hier lesen, jemals wieder ins Ybbstal kommen werden...
Schade, es wäre wirklich schön dort gewesen... :-(

Re: Wenn man das so gebündelt liest...

geschrieben von: Ae4/7

Datum: 13.05.14 09:39

Ja, vielen Dank auch von mir für das interessante Reportage über diese schändliche Devastierung eines Alpentals !

Auch ich werde das Gegend NIE wieder besuchen und am Besten das Ybbstal von vor 25 Jahren in Erinnerung behalten :

http://abload.de/img/gstlingmoev3.jpg
(Photo Alexandre Gilliéron, 8/1989)

Schon die Bilder Nr. 15 und 18 zeigen warum, man sollte sich dorthin nicht mehr aufhalten : allgegenwärtiges Strassenverkehr mit den dazugehörigenen Plagen, geistlose und hässliche industrielle Siedlungen, usw. usw. - Was soll ich ernsthaft dort noch auf irgendwelchen Radwegen suchen ??? Es gibt also viel schönere Ecken in Österreich. Tschüss Ybbstal, das war's.

VG von Alex



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:05:13:09:40:06.

Re: Wenn man das so gebündelt liest...

geschrieben von: Andreas Perren

Datum: 13.05.14 22:01

Besten Dank für diesen ausführlichen, aber traurigen Bericht. Vor gut 30 Jahren habe ich damals das ganze Schienennetz von Österreich bereist, auch die Ybbstalbahn war damals einer meiner Lieblingsstrecken: Kleine Bahn in prächtiger Landschaft mit viel Natur, eine schöne Gegend, wäre heute bestimmt eine touristische Attraktion. Auch vor ein paar Jahren zog es mich wieder ins Ybbstal, die Bahn fuhr damals noch. Nach den Wildwest-Methoden mit mafiaähnlicher Vorgehensweise seitens der Regionalpolitiker werde ich (mit Ausnahme der dampfbetriebenen Bergstrecke) inskünftig einen grossen Bogen ums Ybbstalbahn machen. Es bleibt die Erinnerung an ein schönes Tal mit einer sympathischen Schmalspurbahn. Und die Fahrt mit der Ybbstalbahn werde ich nur noch im Fernsehen mit der DVD erleben können. Traurig, was da passiert ist.

Mit eisenbahnigen Grüssen aus der Schweiz
Hallo Forengemeinde!

Da kommen mir Erinnerungen an den Nacht-und Nebelabriss bei der damaligen Pressnitztalbahn auf, die ja heute ein Stück weit wieder fährt. Dank der fleißigen Hände der dortigen Vereinsmitglieder!

Gruß Jens
Herzlichen Dank für diese detaillierte Dokumentation, mit Fotos in hervorragender Qualität, auch bei Regenwetter, da lüpf ich den Hut!

Mit den Statements "Jetzt komme ich nie mehr ins Ybbstal" bin ich nicht ganz einverstanden. Die im Sommer betriebene Museums-Bergstrecke hat's in sich. Ein Extrabesuch dort lohnt sich, nur: Vorher nacht den eingesetzten Tfz fragen. Oder: Wer den fremden Diesel nicht fotografieren möchte, kann die Mitfahrt im Speisewagerl um so mehr geniessen. Wirklich empfehlenswert, jetzt und auch in Zukunft!

Hier noch etwas Erinnerung an eine im Grunde leistungsfähige, aber leider nicht sehr stark von Passagieren frequentierte Langstrecken-Schmalspurbahn:
http://666kb.com/i/cof68x8id8a70vpr7.jpg

http://666kb.com/i/cof6a69z0m0hjiqzn.jpg

http://666kb.com/i/cof6c7lhket77hjj7.jpg

http://666kb.com/i/cof6d8wowr5gto2lf.jpg

http://666kb.com/i/cof6em39h3vplxeeb.jpg

Gruss Werner
wernerhardmeier schrieb:
-------------------------------------------------------
> Herzlichen Dank für diese detaillierte
> Dokumentation, mit Fotos in hervorragender
> Qualität, auch bei Regenwetter, da lüpf ich den
> Hut!
>

Hallo Werner vielen Dank!

> Mit den Statements "Jetzt komme ich nie mehr ins
> Ybbstal" bin ich nicht ganz einverstanden. Die im
> Sommer betriebene Museums-Bergstrecke hat's in
> sich. Ein Extrabesuch dort lohnt sich, nur: Vorher
> nacht den eingesetzten Tfz fragen. Oder: Wer den
> fremden Diesel nicht fotografieren möchte, kann
> die Mitfahrt im Speisewagerl um so mehr geniessen.
> Wirklich empfehlenswert, jetzt und auch in
> Zukunft!
>

Genau! Das würde ich auch meinen! Die Bahn im unteren Ybbstal ist leider Geschichte, aber dafür gibt es ja noch den Verein "oben", der ja nix für kann, wenn unten solche fragwürdigen Entscheidungen getroffen werden. Auf jeden Fall behalten wir die Bahn in unserem Herzen für immer auf. Die genussvolle Fahrt im gemütlichen Reisezugwagen. Einmal, 2006, fragte ich den Schaffner, ob ich im Packwagen mitfahren darf. Dort war die Ladetüre offen, die große Schiebetür, die Eisensicherungsstange war umgeklappt-ich durfte und konnte von Lunz bis Waidhofen die Fahrt stehend am Gitter durch das romantische Tal genießen. Es war für mich eine der schönsten Zugfahrten, die ich je auf der Kleinbahn erlebt habe. Die netten Eisenbahner, die unermüdlich um das Fahrgastwohl bemüht waren, die freundlichen Fahrdienstleiter unterwegs an der Strecke, die beeindruckende Kulisse, wenn hinter der 2095 26 beladene Holzwagen dranhingen, all das wird immer in meinem Herzen bleiben! Vielen Dank für deine wunderschönen Einsatzbilder.

Gruß, 219 003-1