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 08/02 - Alpenlandforum 

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Es gibt das boshafte geflügelte Wort, dass die ÖBB der DB alles Schlechte mit einigen Jahren Verzögerung nachmacht. Diesmal ist es wieder so weit, es geht um die neuen Tarifbestimmungen für die Nachtzüge, abrufbar auf [www.oebb.at].

Die ÖBB stellt mit Fahrplanwechsel alle Nachtzüge (ausgenommen Wien - Warschau/Krakau) auf Globalpreise um. Derzeit sind nur die Nachtzüge nach Italien globalpreispflichtig. Diese Idee wurde von der DB abgeschaut, die diese Idee vor circa 10 Jahren hatte und wegen Misserfolges inzwischen wieder aufgegeben hat.

Hingewiesen wurde bereits in [www.drehscheibe-foren.de] vor einiger Zeit hier im Forum. Es betrifft leider nicht nur die Nachtzüge in die Schweiz, sondern auch die nach Deutschland.

Der Tarif ist auf typische ÖBB-Art leider von eher unterdurchschnittlicher Qualität, folgende Änderungen ergeben sich:
* Es wurden alle Preistafeln entfernt, die Preise werden dynamisch festgelegt.
* Es ist weiterhin erlaubt, mit "normalen" Fahrscheinen im Tagesrandverkehr im Sitzwagen mitzufahren, leider ist nirgendwo definiert, was Tagesrandverkehr bedeutet.
* Sommer- und Seniorentickets sind in Nachtzügen nicht gültig.
* Liege- und Bettplätze kann man nur mit Globalpreisen buchen
* Ermäßigung mit Rabattkarten gibt es nur noch, wenn das Land, in dem die Karte ausgegeben wurde, befahren wird. Mit BC gibt es also in den Zügen in die Schweiz keine Ermäßigung mehr.
* Für Inhaber einer ÖC wird in Zukunft ein Globalpreis namens "Partial Pass" ausgestellt
* Inhaber von Pässen bekommen einen speziellen Globalpreis namens "Pass".
* Die Teilstrecke Deutschland gibt es weiterhin, aber die Definition bleibt unsauber.
* Die Schlafwagenkategorie T4 gibt es laut Tarif nicht mehr.
* Es wird weiterhin nicht zwischen Single und Special bzw. Double und T2 unterschieden, was bei Zügen mit unterschiedlichen Schlafwagentypen die Leute irritiert.

Dadurch ergeben sich folgende Nachteile:
* Es besteht kein Buchungsschluss, weswegen Upgrades im Zug wohl nicht mehr möglich sein werden, obwohl das laut Punkt 6 angeblich möglich ist.
* Kunden mit einem NRT-Fahrschein zum Vollpreis werden nicht verstehen, wieso sie nicht oder wenn überhaupt nur im Sitzwagen mitfahren dürfen.
* Die Sparschiene (TEE) wird konterkariert. Für Fahrten von Wien nach Amsterdam war bis jetzt eine Sparschiene Wien - Amsterdam und ein Aufpreis für den WL von Wien bis Frankfurt oft die beste Lösung. Das ist in Hinkunft nicht mehr möglich. Besonders bei den Zügen in die Schweiz wird das für Verärgerung sorgen, denn die Schweiz ist plurizentrisch und nicht jeder will nach Buchs (SG) oder Zürich. Fahrten von Graz über Linz nach Deutschland mit dem 490 bzw. 420 werden wohl empfindlich verteuert. Das ist auch nicht im Sinne des Erfinders.
Ich vermute übrigens, dass die DB für diese beiden Züge weiterhin NRT + Aufpreis verkaufen wird. Bei der DB hat man erkannt, dass Globalpreise nicht ins System passen und verkauft sogar bei Fahrten in Globalpreishochburgen wie Schweden, Italien, England NRT + Aufpreis. Dabei hat man sogar so gut verhandelt, dass man bestimmte Trenitalia-Binnenzüge und den Eurostar (!) durchgehend ab Deutschland mit NRT + Aufpreis abfertigen kann.
* Bei Fahrten über den Endpunkt des Nachtzuges hinaus fallen die Fahrgäste möglicherweise um ihre Railplus-Ermäßigung um. Besonders auf kleinen Bahnhöfen wissen die Kassiere oft nicht, dass z.B. bei einem Fahrschein von Zürich nach Genf Railplus möglich ist, sofern dieser Teil einer internationalen Reise ist und man mit einem Globalpreis-Nachtzug nach ZH anreist.
* Fahrten mit ÖC nach Zürich dürften sich extrem verteuern, derzeit kostet ein NRT-Fahrschein mit Railplus von Buchs SG nach Zürich 20,40 Euro. Nächste Woche kostet ein "Partial Pass" von Wien nach Zürich 45 Euro. Die Aufpreise für Liege- und Schlafwagen werden geringfügig billiger.

Als Vorteil fällt mir ein, dass Fahrten mit dem 490/420 nach Deutschland für Inhaber einer ÖC billiger werden können. Diese bekommen derzeit "nur" die VC-Ermäßigung, in Zukunft "Partial Pass", was wohl unter dem VC-Preis liegen wird. Ein weiterer Vorteil ist, dass alle Schlafwagenkategorien in Zukunft mit Pässen oder Österreichcards 2. Klasse benützt werden können.

Weiterhin mit NRT + Aufpreis abgefertigt wird offenbar im "Chopin" nach Warschau und seinem Kurswagen nach Krakau sowie im Lisinski München - Zagreb. Eventuell handelt es sich aber auch um Redaktionsversehen.

Im Dacia gelten schon seit letztem Jahr Globalpreise, die aber nicht so streng gehandhabt wurden (NRT + Aufpreis war möglich, aber oft teurer als der Globalpreis). Über den Dacia, der im neuen Fahrplan übrigens täglich verkehrt, schweigt sich der Tarif aus.

Die Kurswagen nach Moskau fahren in Zukunft nicht mehr mit dem "Chopin" nach Bohumin, sondern als eigener Zug D 100. Diese werden auf Betreiben der RZD ebenfalls auf Globalpreise umgestellt. Diese fehlen aber genauso im Tarif wie der Moskau-Nizza-Zug und die CNL von München nach Italien.

Über die Motivation und die Auswirkungen kann man jetzt nachdenken. Die DB ist mit diesem Modell eingefahren und hat es rückgängig gemacht. Eine Tarifvereinfachung ist ein Sondertarif für einige wenige Nachtzüge jedenfalls nicht. Wenn es darum gegangen wäre, hätte man sich die DB zum Vorbild nehmen müssen.
Wenn es darum gegangen wäre, die Einnahmen zu erhöhen, wäre eine "Anpassung" der Aufpreise möglich gewesen, außerdem hätte man bei Nachtzügen die billigsten Preisstufen der Sparschiene (TEE) sperren können. So macht es die DB beim EN "Metropol" Berlin - Budapest. Die billigsten Europa-Spezial-Preisstufen gibt es auf dieser Strecke nur in den EC-Zügen tagsüber.

Man wird sehen, wie lange diese Tarife gültig bleiben. Ich gebe ihnen kein langes Dasein. Übrigens halte ich das für einen großen Nachteil des FIP-Systems, die Aushecker solcher Maßnahmen kommen damit kaum selber in Kontakt.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:12:11:18:06:38.
Eine hypothetische 15-Minuten-Fahrt im EuroNight von Schärding nach Passau kostet also ab sofort laut ÖBB-Website mindestens 74 Euro - wow! Da muß ja ordentlich was dahinter sein.

Die Liege- und Bettkarten an die Globalpreisfahrkarte zu binden, ist bitter. In meinem Fall ist das Globalpreisangebot deutlich teurer als die bisherige Normalpreis-BC(-VC)-Reservierungs-Kombi, und z.B. spontanere Umentscheidungen von einem späten Tagzug auf eine Nachtverbindung werden damit auch ungemütlich. Daß eine Reservierung zwingend eine Fahrkarte erfordert, ist erstaunlich. Da drängt sich die Frage auf, ob die ÖBB mit Abertausenden nicht eingenommenen Bettplätzen zu kämpfen hatte? ;) Aber, verstanden, Flexibilität ist ein böses Wort, und Tarifvereinfachung ein kompliziertes.

Weißt Du, inwieweit der Fahrkarten-/Reservierungsverkauf durch die DB betroffen sein wird? Bei den EN, die nach Köln und Hamburg fahren, scheint sich zumindest momentan noch nichts zu ändern (Reservierungen lassen sich einzeln buchen), und ich hoffe, das bleibt auch so.
Edit: Hatte den passenden Absatz in deinem Posting überlesen. Was MP angesprochen hat, würde mich auch intessieren - jedenfalls kann ich mir leider schon ganz gut vorstellen, wie sich dieses Tarifwirrwarr demnächst im Zug zu erkennen geben wird.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:12:11:23:37:22.
Gondelchen schrieb:
-------------------------------------------------------

> Weißt Du zufällig, ob davon auch die Regelungen
> der DB beeinflußt werden (können)? Bisher läßt
> sich für jedes beliebige Datum wie gewohnt ein
> EN-Liegewagenaufpreis ohne Fahrkarte lösen, und
> ich hoffe, das bleibt auch so.



Kann ein Kunde mit gewöhnlichem DB-Fahrschein nun im EN einen Liegewagenaufpreis nachlösen?
railjet schrieb:
-------------------------------------------------------
>
> Der Tarif ist auf typische ÖBB-Art leider von eher
> unterdurchschnittlicher Qualität

PT ÖBB und ÖPT waren eigentlich gute Tarifbestimmungen - im Sinne von umfassend, detailliert und klar ausformuliert.

Mit dem "Handbuch" (ein seltsamer Zwitter aus Informationsbroschüre und Tarif) hat man allerdings so ziemlich alles falsch gemacht: Zugunsten einer - vermeintlich - für die Reisenden leichter verständlichen Formulierung hat man die juristische Genauigkeit aufgegeben, womit nun in vielen Punkten drastische Unklarheiten entstanden sind, wo im PT ÖBB und ÖPT noch eindeutige Regelungen standen. Vom Wegfall der Preistafeln und anderer hilfreicher Daten (z.B. Liste der Grenztarifpunkte) ganz zu schweigen.


> * Es ist weiterhin erlaubt, mit "normalen"
> Fahrscheinen im Tagesrandverkehr im Sitzwagen
> mitzufahren, leider ist nirgendwo definiert, was
> Tagesrandverkehr bedeutet.

Alleine, dass der Begriff "Tagesrandreisen" im Tarif in Anführungszeichen gesetzt ist, sagt ja schon alles. Der Ersteller wusste offenbar selbst nicht, was er damit genau meint.

Auf folgendes ist aber hinzuweisen:

1.)

Der gegenständliche Tarif "ST 6.1 EuroNight (EN)" erscheint in der Tarifübersicht unter Internationale Tarife. Demnach erscheint zweifelhaft, ob der Tarif für innerösterreichische Fahrten überhaupt Gültigkeit beanspruchen kann, auch wenn es innerhalb des Tariftextes danach aussieht, als ob der Tarif auch nationale Fahrten erfassen soll.

Laut dem "Handbuch für Reisen mit der ÖBB in Österreich" gelten aber gemäß B.1.1.6. die Fahrkarten zum Normalpreis (also ganz normale ÖBB-Inlandsfahrscheine) "in allen Zügen und Bussen der ÖBB". Dass die Nachtzüge auch dazu zählen, ergibt sich aus A.1.6.1.1.: "Unsere Zuggattungen für Nachtreisezüge sind EuroNight (EN) und D-Züge mit Schlaf- und Liegewagen."

Man kann sich also durchaus auf das Handbuch berufen, wenn man den EN innerösterreichisch im Sitzwagen auch für lange Fahrtstrecken nutzen will. Bei Einreise aus dem Ausland im Sitzwagen sollte nichts gegen eine Kombination von Fahrscheinen bis/ab Grenze sprechen.

Auch auf die Ausgabe eines Normalpreis-Fahrscheines im Sitzwagen des Nachtzugs hat man laut "Handbuch" B.1.1.10.1. Anspruch: "Diese Fahrkarte [Normalpreis] erhalten Sie bei folgenden Verkaufsstellen: [...] In unseren Fernverkehrs- und Nacht-Zügen"

Fragt sich nur, ob sich die Zugbegleiter im EN dessen auch bewusst sind. Vielleicht kommt aber auch noch eine Änderung des "Handbuches" - man wird sehen.

2.)

In den Kursbuch-Fahrplantabellen ist bei den Nachtzügen der Vermerk "Globalpreis im internationalen Verkehr" angebracht [Kursivierung von mir].


> Übrigens halte ich das für einen großen Nachteil
> des FIP-Systems, die Aushecker solcher Maßnahmen
> kommen damit kaum selber in Kontakt.

Volle Zustimmung. Ich gönne den Eisenbahnern ihre Fahrvergünstigungen. Aber sie sollen bitteschön dieselben Fahrscheine kaufen müssen wie normalsterbliche Reisende (ggf. eben mit hoher Rabattstufe), damit sie das Tarifchaos, das sie auf dem Rücken der normalsterblichen Reisenden anrichten bzw. exekutieren, auch am eigenen Leibe erfahren.
Zitat:
Volle Zustimmung. Ich gönne den Eisenbahnern ihre Fahrvergünstigungen. Aber sie sollen bitteschön dieselben Fahrscheine kaufen müssen wie normalsterbliche Reisende (ggf. eben mit hoher Rabattstufe), damit sie das Tarifchaos, das sie auf dem Rücken der normalsterblichen Reisenden anrichten bzw. exekutieren, auch am eigenen Leibe erfahren.
Magst du mir mal erklären, wieso ein normaler Mitarbeiter der mit Fahrkarten so rein gar nix am Hut hat, und davon gibt es durchaus einige bei der DB, dies am eigenen Leib erfahren soll ? Über einen Kamm musst du nicht alle scheren. Ich hab kein Problem damit, auch mal einen Globalpreis zu zahlen, oder für eine Fahrkarte auch den Normalpreis zu bezahlen. Kann ich ja auch, schließlich arbeite ich auch dafür, aber diese Aussage finde ich irgendwie etwas irritierend.

Grüße
Jan

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2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:12:12:01:39:30.
Bremer1897 schrieb:
-------------------------------------------------------
>
> Magst du mir mal erklären, wieso ein normaler
> Mitarbeiter der mit Fahrkarten so rein gar nix am
> Hut hat, und davon gibt es durchaus einige bei der
> DB, dies am eigenen Leib erfahren soll ? Über
> einen Kamm musst du nicht alle scheren. Ich hab
> kein Problem damit, auch mal einen Globalpreis zu
> zahlen, oder für eine Fahrkarte auch den
> Normalpreis zu bezahlen. Kann ich ja auch,
> schließlich arbeite ich auch dafür, aber diese
> Aussage finde ich irgendwie etwas irritierend.

Nochmal: Es geht mir in keiner Weise um die Höhe oder die Existenz der Fahrvergünstigung. Vergünstigungen für Mitarbeiter sind völlig in Ordnung. Faktisch handelt es sich dabei um eine den Arbeitslohn ergänzende Leistung des Arbeitgebers, und diese auszuhandeln ist genauso wie das Aushandeln des Lohns eine interne Angelegenheit von Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Aber wenn eine Firma ihren Produktvertrieb (hier: Fahrkartenverkauf) für normale Kunden und Mitarbeiter in zwei verschiedenen Systemen organisiert, wobei das System für Mitarbeiter sehr viel einfacher gestaltet ist als jenes für Kunden, dann führt das bei vielen Mitarbeitern - ganz ohne Böswilligkeit - zu Unverständnis und Ignoranz gegenüber den Problemen des Kunden. Und das ist geschäftsschädigend!

Praktisch betrachtet geht es hier natürlich um Führungspersonal, Mitarbeiter der Tarifabteilung, Fahrkartenverkäufer, Zugbegleiter und Kontrollpersonal.

Es gibt aber auch keinen Grund, irgendjemand vom Tarif- und Vertriebssystem auszunehmen! Entweder Tarif und Vertrieb sind gut organisiert, dann taugen sie auch für alle Mitarbeiter. (Einfach an die Mitarbeiter ganz normale Fahrkarten verkaufen mit einer Mitarbeiterermäßigung von xx,xx%!) Oder Tarif und Vertrieb sind schlecht organisiert, dann sollte man sie niemandem - und ganz besonders nicht den Kunden - zumuten.

Nun sind aber die Eisenbahnverkehrsunternehmen bekanntlich überzeugt davon, dass ihre Tarife und ihr Vertriebssystem für die Kunden wahre Segnungen darstellen - alles ganz einfach, alles wunderbar! In diesem Sinne kann ich natürlich noch einmal auf deine Frage zurückzukommen:

> Magst du mir mal erklären, wieso ein normaler
> Mitarbeiter der mit Fahrkarten so rein gar nix am
> Hut hat, und davon gibt es durchaus einige bei der
> DB, dies am eigenen Leib erfahren soll ?

Antwort: Weil es ein wahrer Genuss ist, das Tarif- und Vertriebssystem für Kunden am eigenen Leib zu erfahren! Davon sollte man niemanden ausschließen.
Die dynamische Preissteuerung dürfte wirklich dynamisch sein. In den nächsten Tagen kommt es nach mehrmals vor, dass der 6er-Liegewagen billiger als der Sitzwagen ist.
railjet schrieb:
-------------------------------------------------------
> Die dynamische Preissteuerung dürfte wirklich
> dynamisch sein. In den nächsten Tagen kommt es
> nach mehrmals vor, dass der 6er-Liegewagen
> billiger als der Sitzwagen ist.

Konnte aber bisher auch schon vorkommen. Bei vielen Nachtzügen gab es ja schon bisher auch die Globalpreis-Sparschiene mit separaten Kontingenten je Kategorie.
Etwas eigenwillig ist aber die Darstellung mit einem zuerst angezeigten für den Sitzwagen geltenden Basispreis und einem dazu optional angebotenem "Aufpreis" in der Höhe von -10 EUR für den Liegewagen. Da sehe ich noch Verbesserungspotential bei der Darstellung...


Provodnik

railjet schrieb:
-------------------------------------------------------
>
> Die ÖBB stellt mit Fahrplanwechsel alle Nachtzüge
> (ausgenommen Wien - Warschau/Krakau) auf
> Globalpreise um.
> * Es ist weiterhin erlaubt, mit "normalen"
> Fahrscheinen im Tagesrandverkehr im Sitzwagen
> mitzufahren, leider ist nirgendwo definiert, was
> Tagesrandverkehr bedeutet.
>
Ich hab gerade probeweise Linz-Feldkirch abgefragt und zwar für die Nächte 24./25.Dezember und 25./26. Dezember. Resultat in beiden Fällen:

Von einem Fahrgast mit Österreichcard 1.Kl. will die ÖBB im EN 4.-EUR haben. Es kommt der Hinweis 'Nur Sitzwagen 2.Kl.'

Mit Vorteilscard kostet es im Railjet 29,60, im direkten EN 32,00, und (absurderweise) mit einem Umstieg in Bludenz zwecks Einsparung von 4 Minuten noch etwas mehr, nämlich 34.90.

Man zahlt für diese (lange) Inlandsfahrt also effektiv Grundpreis+Reservierungsbühr. Falls das Reservieren Pflicht ist, scheint mir die Möglichkeit des Ausgebuchtseins die größere Klippe zu sein. Je näher zur Grenze, desto größer wird dieses Risiko. Dazu komt die Notwendigkeit des Vorplanens, was man für diebeschriebene Fahrt wohl täte, nicht aber unbedingt für Strecken wie Linz-Passau oder Linz-Salzburg.
Eher eine Randnotitz, aber auch ziemlich schwach finde ich, dass auch die Preistabellen für Passangebote entfallen sind.
flow71 schrieb:
-------------------------------------------------------
> Eher eine Randnotitz, aber auch ziemlich schwach
> finde ich, dass auch die Preistabellen für
> Passangebote entfallen sind.

Die werden womöglich jetzt auch dynamisch bepreist. An sich könnte man alle möglichen Preisstufen angeben, aber man will sich verständlicherweise nicht in die Karten schauen lassen.
Provodnik schrieb:
-------------------------------------------------------
> Konnte aber bisher auch schon vorkommen. Bei
> vielen Nachtzügen gab es ja schon bisher auch die
> Globalpreis-Sparschiene mit separaten Kontingenten
> je Kategorie.

Echt? Die waren separat? Das wusste ich nicht.

Vor einigen Jahren gab es aber im November eine Nachtzug-Aktion, bei der es für Double stark ermäßigte Preise, für T3 dagegen nur die "normale" Sparschiene gab. Die war an unserem gewählten Reisetag schon aus, also sind wir natürlich in der besseren Kategorie nach Berlin gefahren. Das müsste 2009 gewesen sein.
Das wäre ja grandios! Werde dem einmal nachgehen...
kmueller schrieb:
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> Von einem Fahrgast mit Österreichcard 1.Kl. will
> die ÖBB im EN 4.-EUR haben. Es kommt der Hinweis
> 'Nur Sitzwagen 2.Kl.'

Es gibt sogar Globalpreise Villach - Zürich im Sitzwagen, obwohl dieser ja in Feldkirch endet und man dort umsteigen muss.

> Mit Vorteilscard kostet es im Railjet 29,60, im
> direkten EN 32,00, und (absurderweise) mit einem
> Umstieg in Bludenz zwecks Einsparung von 4 Minuten
> noch etwas mehr, nämlich 34.90.
> Man zahlt für diese (lange) Inlandsfahrt also
> effektiv Grundpreis+Reservierungsbühr. Falls das
> Reservieren Pflicht ist, scheint mir die
> Möglichkeit des Ausgebuchtseins die größere Klippe
> zu sein. Je näher zur Grenze, desto größer wird
> dieses Risiko.

Ich habe vorhin Marchegg - Zürich für eine Reise im Wiener Walzer Anfang Januar probiert und da enstpricht die Differenz zum Globalpreis auch exakt dem Fahrpreis Marchegg - Wien. Das dürfte zwischen Bludenz und Feldkirch nach dem gleichen Prinzip (anderer Zug für den kein Globalpreis gilt) funktionieren.

Interessant wäre jetzt nur noch, ob man einen Globalpreis im Zug upgraden (also z.B. von Liege auf Schlafplatz) kann.

Erik

"Der Bierzeltfrosch hört gern Ernst Mosch und sagt zu seiner Fröschin: Wenn Du Durst hast, lösch ihn!"

Wiglaf Droste (1961 - 2019)
D 2027 schrieb:
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> Interessant wäre jetzt nur noch, ob man einen
> Globalpreis im Zug upgraden (also z.B. von Liege
> auf Schlafplatz) kann.

Laut Tarif Punkt 6. geht das. Da laut Punkt 3. aber kein Buchungsschluss besteht, kann ich mir das schwer vorstellen. In der Praxis müsste der Schlafwagenbetreuer so einen Platz irgendwie in der EPA als vergeben kennzeichnen, da ihn sonst theoretisch jemand anderer reservieren könnte.
Zitat:
Es gibt sogar Globalpreise Villach - Zürich im Sitzwagen, obwohl dieser ja in Feldkirch endet und man dort umsteigen muss.
Wieso sollte der dort enden? Wagen 304 auf [www.vagonweb.cz] :-)
Nur gut, dass die Preisetabellen jetzt in der neuen Ausgabe der BB Nachtzug enthalten sind. :)

Oups wie peinlich

geschrieben von: D 2027

Datum: 23.12.13 22:34

Da hast Du natürlich recht... aber wenn man immer nur im ÖBB-Abteilwagen fährt übersieht man den Serben natürlich sehr gerne.

Erik

"Der Bierzeltfrosch hört gern Ernst Mosch und sagt zu seiner Fröschin: Wenn Du Durst hast, lösch ihn!"

Wiglaf Droste (1961 - 2019)