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26. April 2007, 11:48, NZZ Online

Vorerst nur auf Neubaustrecken

SBB vor der Einführung des Zugsicherungssystems ETCS

Das neue Zugsicherungssystem «ETCS Level 2» wird bis auf weiteres nur auf neuen Strecken mit Geschwindigkeiten von über 160 km/h zum Einsatz kommen. In einer vereinfachten Form wird es allerdings bis ins Jahr 2015 auf dem gesamten SBB-Netz verwendet.


http://www.nzz.ch/images/2007/04/26/il/newzzF0Z06RJ8-12/etcs.jpg
Das Ende des ETCS-Tunnels ist in Sicht. (Bild key)

(ap/sda) Das neue Zugsicherungssystem «ETCS Level 2» (European Train Control System) wird vorerst nur auf neu gebauten Strecken eingeführt. Nach der Neubaustrecke Mattstetten-Rothrist und dem Lötschberg-Basistunnel folgt der nächste Schritt mit der Inbetriebnahme des Gotthard- und des Ceneri-Basistunnels. Bis Ende des kommenden Jahrzehnts werden damit über 150 Kilometer des Bahnnetzes mit dem neuen Zugsicherungssystem ausgerüstet sein.

In vereinfachter Form auf dem gesamten Netz

In der vereinfachten Form als «ETCS Level 1 Limited Supervision» wird ETCS bis 2015 auf dem gesamten SBB-Netz zum Einsatz kommen. Das System löst damit auf den bestehenden Strecken die beiden bisherigen Zugsicherungssysteme ZUB und Signum ab, die das Ende ihrer Lebensdauer erreichen. Die Gesamtinvestitionen für ETCS betragen 610 Mio. Franken. Das neue Zugsicherungssystem übermittelt dem Lokomotivführer die Fahrerlaubnis per Funk in den Führerstand, die Signale entlang der Gleise braucht es nicht mehr.

Schrittweise eingeführt

«ETCS Level 2» war seit Juli 2006 schrittweise auf der Neubaustrecke eingeführt worden. In Olten zogen die SBB-Verantwortlichen am Donnerstag eine positive Bilanz: Das ETCS-System funktioniere stabil. Seit Juli 2006 sind knapp 20'000 Züge fahrplanmässig mit «ETCS Level 2» über die Neubaustrecke gefahren. Seit dem 18. März setzen die SBB das System auf der Neubaustrecke im 24-Stunden-Betrieb ein.

Abstand wird verkleinert

Am 9. Dezember 2007 können die Züge damit wie geplant mit 200 km/h statt wie bis jetzt mit 160/km/h über die Neubaustrecke fahren. Mit dem höheren Tempo verkürzt sich die Fahrzeit zwischen Bern und Zürich um zwei Minuten auf 56 Minuten. Zudem kann der Minimalabstand der Züge auf zwei Minuten verkleinert werden, was eine dichtere Zugfolge ermöglicht.

Auf Grün stehen die ETCS-Signale auch für den Lötschberg- Basistunnel, der am 15. Juni für den Güterverkehr freigegeben wird. Mit der Inbetriebnahme für den Personenverkehr am 9. Dezember sichert das ETCS-System täglich 110 Züge, die im Minimalabstand von drei Minuten mit bis zu 250 km/h durch den Tunnel fahren können. Nach umfangreichen Tests, die seit Januar laufen, deutet alles auf eine rechtzeitige Aufnahme des Vollbetriebs hin, schreiben die SBB.

Zahlreiche Probleme

Die SBB hatten bei der ETCS-Einführung mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Ursprünglich hätte das System bereits bei der Inbetriebnahme der 45 Kilometer langen Neubaustrecke am 12. Dezember 2004 erfolgen sollen. Auch den letzten Starttermin für den Vollbetrieb im Dezember 2006 mussten die SBB verschieben.

Bello è affrontar la morte
Gridando libertà!
Amor di patria impavido
Mieta i sanguigni allori,
Poi terga i bei sudori
E i pianti la pietà.

Vincenzo Bellini, "I Puritani"