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[Wiener Zeitung]: Österreichs Antwort auf den ICE

geschrieben von: bertrand

Datum: 04.11.06 13:14

Ab 2008 in zweieinhalb Stunden Wien-Salzburg: ÖBB und Siemens starten Railjet-Produktion

Von Werner Grotte

  • 23 Garnituren um 244 Millionen Euro.
  • Taurus-Lok soll 230 km/h bringen.

  • Wien. Am fahrenden Material soll es künftig nicht scheitern, wenn es gilt, auch in Österreich per Zug mit 230 Stundenkilometern unterwegs zu sein: Der von den ÖBB und Siemens entwickelte "Railjet" soll ab Dezember 2008 mit solchen Spitzengeschwindigkeiten und nie gekanntem Komfort zwischen Budapest, Wien und München unterwegs sein. Die Strecke Wien-Salzburg soll so in zweieinhalb Stunden zurückgelegt werden – sofern auch der Ausbau der Westbahn zur "Hochgeschwindigkeits-Strecke" bis dahin abgeschlossen ist.

    Die Produktion der neuen Wagen startet ab sofort bei Siemens-Transportation Systems in Wien-Simmering. Alle 23 neuen Garnituren sollen ab Dezember 2009 im Einsatz sein; es existiert bereits eine Kaufoption auf 40 weitere. Bis 2012 sollen in Österreich 63 Railjets unterwegs sein. Gesamtauftragsvo lumen: gut 650 Millionen Euro.

    80 Prozent Einsparung

    Im neuen Konzept geht es allerdings um mehr als nur um Geschwindigkeit: "Wir sind die ersten, die solche Geschwindigkeiten mit nur einer Lok fahren", erklärt ÖBB-Personenverkehrs-Vorstandsvorsitzender Stefan Wehinger. TGV, ICE und andere internationale Konkurrenten fahren bisher durchwegs mit zwei Triebwagen; einem vorne, einem hinten.

    Die Railjet-Garnituren hingegen bestehen aus jeweils sieben zusammengehörenden Waggons. Einer davon ist der Steuerwagen – mit ihm lässt sich der ganze Zug lenken – gezogen oder geschoben wird er aber von (nur) einer Lok: dem Taurus; erst kürzlich mit erreichten 357 km/h zur Weltrekord-Lok gekürt.

    "Dieses System bringt bei Service und Logistik erhebliche Vereinfachungen, weil immer die ganze Garnitur, und nicht einzelne Waggons ausgetauscht werden", so Wehinger. In Spitzenzeiten werden zwei Garnituren – also 14 Waggons für 840 Passagiere – zusammengehängt und von zwei Taurus-Loks bewegt.

    Dieses Konzept biete laut Wehinger gewaltiges Einsparungspotenzial: Die Kosten pro Sitzplatz sollen weniger als 30.000 Euro betragen, "das sind um etwa 80 Prozent weniger als beim ICE", betont Wehinger.

    Umgekehrt erreiche man auch beim Komfort locker das Niveau der Konkurrenz: Jede Garnitur biete 370 Economy-, 80 Business- und 16 Premium-Plätze.

    Premium-Klasse mit Bar

    "Dabei sind wir völlig neue Wege gegangen", beschreibt ÖBB-Vorstands-Assistent Christian Pettauer das Innere der Waggons: So gebe es etwa für die neue Premium-Klasse eine eigene Küche samt Bar. Die Business-Passagiere werden über einen Bistro-Waggon kulinarisch versorgt.

    Auch die Eco-Waggons wurden verbessert: Weil die bisher an den Wagenenden platzierten Gepäckstauräume aufgrund schlechter Sichtbarkeit wenig genutzt wurden, hat man diese nun mitten in den Waggon verlegt. Breitere Durchgänge zwischen den Waggons, Hebebühnen für Rollstuhlfahrer, Kinderkino, Kinderwagenplätze und fast zwischenraumlose Fenster an den Waggonseiten runden das Konzept ab.

    Kritiker vermissen allerdings einen eigenen Speisewagen und mehr Plätze für Familien. "Mehr brauchen wir nicht – 90 Prozent all unserer Gäste fahren allein oder zu zweit", präsentiert Pettauer aktuelle Fahrgastzählungen.

    Quelle: Wiener Zeitung - Samstag, 04. November 2006

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    Re: [Wiener Zeitung]: Österreichs Antwort auf den ICE

    geschrieben von: Roni

    Datum: 04.11.06 13:26

    > "Wir sind die ersten, die solche Geschwindigkeiten mit nur einer Lok fahren", erklärt ÖBB-Personenverkehrs-Vorstandsvorsitzender Stefan Wehinger. TGV, ICE und andere internationale Konkurrenten fahren bisher durchwegs mit zwei Triebwagen; einem vorne, einem hinten.

    Haben die schon etwas vom ICE2 gehört? ;-)

    lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de] - Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de]
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    Roni schrieb:
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    > > "Wir sind die ersten, die solche
    > Geschwindigkeiten mit nur einer Lok fahren",
    > erklärt ÖBB-Personenverkehrs-Vorstandsvorsitzender
    > Stefan Wehinger. TGV, ICE und andere
    > internationale Konkurrenten fahren bisher
    > durchwegs mit zwei Triebwagen; einem vorne, einem
    > hinten.
    >
    > Haben die schon etwas vom ICE2 gehört? ;-)


    Anscheinend noch nicht, achja, liebe ÖBB, es gibt auch einen ICE3 und ICE-T, das sind komplette Triebwagen. ;-)

    Ruhe in Frieden:
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    *07.09.1996 +28.05.2010

    Re: [Wiener Zeitung]: Österreichs Antwort auf den ICE

    geschrieben von: Roni

    Datum: 04.11.06 14:31

    Hallo!

    Naja, ICE3 und -T (von denen ja die ÖBB jetzt auch welche besitzen, werden ab Fahrplanwechsel eingesetzt) sind doch anders aufgebaut, aber der ICE2 hat abgesehen vom Triebkopf mit einseitigem Führerstand fast genau die selbe Zusammensetzung.

    lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de] - Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de]
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    Rail Jet = schneller 4010

    geschrieben von: ehemaliger Teilnehmer

    Datum: 04.11.06 21:01

    Halli!

    Tja, was ich weiß wollte die ÖBB TR ihre Taurus an den Mann bringen und daher diese etwas komische Lösung! Super finde ich auch das es sich im Prinzip um einen schnellen 4010 handelt. Denn man ja eigendlich bei der ÖBB nicht will. Da zu unflexibel, bei 2 Garnituren 2 Speisewagen, kein Durchgehen möglich usw..
    In meine Augen rentiert sich so ein Österreichischer "ICE2" bei uns in Österreich überhaupt nicht. In Deutschland sicher schon, da ja das Land etwas ;-) größer ist.
    Der Rail Jet ist nach der 1046 (4061), 1014 der nächste Fehlgrff, nur Teurer!!

    Lg
    Chris

    Re: Rail Jet = schneller 4010

    geschrieben von: Michael Sieß

    Datum: 04.11.06 21:38

    Ich bin ja gespannt ob man auch den Transalpin damit fahren wird, anzunehmen ist es ja. Als ich den Zug zuletzt sah, hatte er wieder einmal 16 Wagen, davon ein Verstärker bis Innsbruck. Bei einer Führung mit RailJets müsste man dann wohl wieder täglich zur Doppelgarnitur greifen. Ob hier die eingesparte Vorspannlok am Arlberg und die etwas besseren Beschleunigungswerte sämtliche Nachteile aufwiegen, muss sich erst weisen...

    Dass sich die Reisenden gleichmäßig am Bahnsteig verteilen und nicht nur in eine Garnitur drängen, war schon früher nicht moglich und wird wohl auch heute nicht zu ändern sein.

    mfg
    MS

    Re: Rail Jet = schneller 4010

    geschrieben von: Bundesländerexpress

    Datum: 05.11.06 09:46

    Wie war das eigentlich mit Steuerwagen voraus am Arlberg, noch dazu im Winter???
    Jetzt warten wir mal den ICE T am winterlichen Arlberg ab, wie der sich so als "Räum"fahrzeug macht...

    Re: [Wiener Zeitung]: Österreichs Antwort auf den ICE

    geschrieben von: E44 1152

    Datum: 05.11.06 10:50

    Das ist ja wirklich allerhand!!

    Österreich erfindet den Steuerwagen geführten Zug, der hinten von einer Lok geschoben wird!!

    Warum ist bisher sonst auf der Welt noch niemand darauf gekommen??

    Jetzt warte ich stündlich darauf, dass der österreichische Kandesbrunzler der Welt verkündet,
    man habe an der TU Wien soeben eine runde Scheibe erfunden, die man - um einen kurzen, einprägsamen Begiff verwenden zu können - "Rad" getauft hat...


    Schönen Sonntag wünscht
    E44 1152

    Re: [Wiener Zeitung]: Österreichs Antwort auf den ICE

    geschrieben von: Roni

    Datum: 05.11.06 15:21

    Hallo!

    Erstens: was soll der Ton? Nationalistisch gesehen ist mir das so etwas von egal, aber ein halbwegs vernünftiger Umgangston ist wünschenswert.

    Zweitens: Wendezüge mit 230 km/h gibt es tatsächlich noch nicht.

    lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de] - Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de]
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    Danke Roni, volle Zustimmung.

    Zu den Zeiten wo DB-Steuerwagen auch wirklich als Steuerwagen in Österreich verwendet wurden, waren diese nur mit v/max 200 km/h zugelassen.

    Re: [Wiener Zeitung]: Österreichs Antwort auf den ICE

    geschrieben von: bertrand

    Datum: 05.11.06 16:00

    Hallo

    > Erstens: was soll der Ton?

    Frag ich mich auch grad.

    > Zweitens: Wendezüge mit 230 km/h gibt es
    > tatsächlich noch nicht.

    Gabs doch aber schonmal, im "Metropolitan".


    Gruß

    Bertrand

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    *schmunzel*

    geschrieben von: Florian R.

    Datum: 08.11.06 15:33

    Na na, wer wird denn auf Ironie so allergisch reagieren? Die Ankündigung ist schon a bisserl bombastisch ausgefallen ;-)
    Wahnsinn, was für ein Komfort!
    Zitat:
    Wien. Am fahrenden Material soll es künftig nicht scheitern, wenn es gilt, auch in Österreich per Zug mit 230 Stundenkilometern unterwegs zu sein: Der von den ÖBB und Siemens entwickelte "Railjet" soll ab Dezember 2008 mit solchen Spitzengeschwindigkeiten und nie gekanntem Komfort zwischen Budapest, Wien und München unterwegs sein. Die Strecke Wien-Salzburg soll so in zweieinhalb Stunden zurückgelegt werden – sofern auch der Ausbau der Westbahn zur "Hochgeschwindigkeits-Strecke" bis dahin abgeschlossen ist.

    Also
    1. "Nie gekannter Komfort" glaub ich sogar! Einen Komfort wie zu zweit oder dritt in einem Abteil in einem BMZ wird man dort vermutlich nicht kennen. Ausserdem
    2. wird man als "economy"-Passagier den Genuss eines Speisewagens wohl genauso vermissen.
    3. Hat nicht die Öbb die Strecke noch vor ein paar Jahren explizit als "Hochleistungsstrecke" bezeichnet um Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen?

    mfg Matthias der sich die BMZ mit ausziehbaren Sitzen zurückwünscht.

    Re: [Wiener Zeitung]: Österreichs Antwort auf den ICE

    geschrieben von: falk

    Datum: 15.11.06 23:20

    Zu den Zeiten wo DB-Steuerwagen auch wirklich als Steuerwagen in Österreich verwendet wurden, waren diese nur mit v/max 200 km/h zugelassen.


    Nein, auf den Führerständen klebt ein Zusatzschild "Im Netz der ÖBB beträgt die größte zuloässige Geschwindigkeit 160km/h".
    Die ICE2 dürfen mit dem Steuerwagen voraus auch nur 200km/h fahren.

    Falk

    Re: Rail Jet = schneller 4010

    geschrieben von: Michael Sieß

    Datum: 16.11.06 14:48

    Bundesländerexpress schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Wie war das eigentlich mit Steuerwagen voraus am
    > Arlberg, noch dazu im Winter???

    Im Winter fuhr man mW mit Lok vor Steuerwagen und beim 4010er mit Vorspann.

    mfg
    MS
    falk schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Nein, auf den Führerständen klebt ein Zusatzschild
    > "Im Netz der ÖBB beträgt die größte zuloässige
    > Geschwindigkeit 160km/h".


    Ist das eigentlich jetzt immer noch so, das die deutschen Züge mit Steuerwagen vorraus nur 160 fahren dürfen?? Denn die EC aus österreichischen Garnituren brauchen genauso lang von Regensburg nach Wien wie die aus deutschen Garnituren.

    Ruhe in Frieden:
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    *07.09.1996 +28.05.2010




    1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2006:11:17:19:50:19.

    Re: [Wiener Zeitung]: Österreichs Antwort auf den ICE

    geschrieben von: falk

    Datum: 17.11.06 20:22

    Das kommt auf den Steuerwagen an. Die Bimzdf 269 und ihre Abkömmlinge, also Halberstädter mit IR-Einrichtung und die sehr gerupften Großraumwagen der Bauartnummer 289 (da muss die Gattung irgendwas mit Bpmdzf sein), sind zumindest im deutschen Netz für 200km/h zugelassen und müssen das auch bringen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Tauben bei 200km/h nicht mithalten können und die Frontscheibe sehr stabil ist...

    Falk
    falk schrieb:
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    > Das kommt auf den Steuerwagen an. Die Bimzdf 269
    > und ihre Abkömmlinge, also Halberstädter mit
    > IR-Einrichtung und die sehr gerupften
    > Großraumwagen der Bauartnummer 289 (da muss die
    > Gattung irgendwas mit Bpmdzf sein), sind zumindest
    > im deutschen Netz für 200km/h zugelassen und
    > müssen das auch bringen. Aus eigener Erfahrung
    > weiß ich, dass Tauben bei 200km/h nicht mithalten
    > können und die Frontscheibe sehr stabil ist...
    >
    > Falk


    Gut, das hat mir gezeigt, das ich meine Frage falsch formuliert habe. Ich meinte die Höchstgeschwindigkeiten der Steuerwagen im ÖBB-Netz.

    Ruhe in Frieden:
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    *07.09.1996 +28.05.2010