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 08/02 - Alpenlandforum 

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Re: [JP] ÖV-Benutzung und Bargeld

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 01.08.26 12:29

Fastrider schrieb:
Es gibt Privatbahnen mit Haustarif (MGB) und welche mit SBB Tarif (RhB). Bei Haustarif ist wurscht, weil der einfach additiv drauf kommt.

Trotzdem ist es ein durchgehender Fahrschein, die Zusammensetzung des Preises kann und muss ein Fahrgast nicht wissen, und die Umsteigezeiten sind üblicherweise so knapp bemessen, dass sie zuverlässig zum Umsteigen, aber nicht zum Fahrkartenkauf reichen. Der durchgehende Tarif ist auch aus vielen Stadtnetzautomaten nicht verfügbar. Wäre bei der heutigen Automatengeneration nur eine Frage der Software.

Sven Jähnig schrieb:
Es muss dabei ja nicht einmal um den Willen gehen, sondern oft auch im die technische Möglichkeit.
Eine Gegebenheit gerade aus dieser Woche: Bekannte aus Japan zu Besuch in Deutschland, wollte ihr zeigen, wie man Tickets per App holt. Suche nach der örtlichen App im Store gibt kein Ergebnis. Schicke ihr den Link zu: "Diese App ist in Ihrer Region nicht verfügbar"
Die App ist offenbar regionlocked und der japanische Store ist nicht freigeschaltet.

Das ist dann ein Beispiel einer lieblos hingehauenen App. Solange die App nicht der einzige vor Ort verfügbare Vertriebsweg ist, geht das. Wenn man das aber zum Zwang machen will, könnte es zumindest in Deutschland passieren, dass solche durchaus beeinflussbaren Sachzwänge vorher ausgeräumt werden - und zwar durch den Verkehrsbetrieb bzw. -verbund. Die deutsche Verordnung zu allgemeinen Beförderungsbedingungen (die aufgrund Unbestimmtheit kein unmittelbarer Vertragsbestandteil, sondern lediglich Ermächtigungsgrundlage für Besondere Beförderungsbedingungen ist, sieht inzwischen ja alternative Vertriebsformen als einzig verfügbaren Weg durchaus vor, lässt aber völlig offen, wie das aussehen soll. Das bleibt dann den Besonderen Beförderungsbedingungen vorbehalten, die das exakt auszugestalten haben und als AGB der gerichtlichen Nachprüfbarkeit unterliegen. Ich habe da noch keinen Versuch gesehen, einen digitalen Vertriebsweg verfügbar zu erklären. Da es aber zur Bedingung erklärt ist, dass der Weg zur Verfügung stehen muss, liegt es nahe, dass eine App vom Dorfprogrammierer nicht unbedingt ausreicht. Ein großer Teil der Probleme kommt schon aus der Tatsache der App. Browserlösungen mögen manche Optionen ausschließen, sind aber wesentlich zugänglicher und auch datenverbindungstoleranter (ja, das ist auch in der Schweiz durchaus ein Argument). Der DB-Navigator ist insofern ein ausgesprochen hässliches Beispiel, weil der bei nicht perfekter Datenverbindung sofort dichtmacht. Insofern ist nicht mal gesagt, dass eine Pflicht zur App rechtlich standhalten würde. Zickigkeiten bei Anerkennung ausländischer Kreditkarten gehen ebensowenig wie Ausschlüsse bestimmter Telefonnummern. Und falls ein Zwang zur App anerkannt sein sollte, könnte damit z. B. die direkte Downloadmöglichkeit von der Seite des Verkehrsbetriebs verpflichtend sein. Wie gesagt, das ist alles noch nicht rechtlich geklärt.

Max__Mustermann schrieb:
MrEnglish schrieb:
Fahrerverkauf beim Busfahrer behindert den pünktlichen Betrieb.
Ach komm, in der Pauschalität ist das doch übertrieben. Mag auf Großstadtverkehr zutreffen, in Kleinstädten oder am Land ist das meiner Meinung nach ausschließlich vorgeschoben.

Wie hat man das denn früher geschafft, als die Quote des Fahrerverkaufs viel höher war? Wenn ich in Bussen mit Fahrerverkauf beobachte, sind das nur einzelne Verkäufe und es findet kein Verspätungsaufbau statt.
Wenn überhaupt kommt es zu Problemen wenn jemand mit mehr als 5 Euro Scheinen zahlen will.

Es ist der kontrollierte Einstieg, der aufhält, nicht der Fahrkartenverkauf.

Max__Mustermann schrieb:
In Deutschland gibt es zumindest im Bahnbereich noch die Regelung, dass bei nicht vorhandenem Automaten entweder Bordverkauf ohne Zuschlag oder gratis Fahrt besteht.

Da auf dieser angeblichen Gratisfahrt manche Leute so gern herumreiten (bzw. wegen der Ausfälle rumheulen): Es gilt keine Gratisfahrt. Wenn entsprechend den Beförderungsbedingungen kein Fahrkartenkauf unmittelbar vor oder bei Fahrtantritt möglich ist, entfällt die Pflicht des Fahrgasts zur Vorausleistung und die Möglichkeit eines EBE. Der Zahlungsanspruch des Unternehmens auf den einfachen Fahrpreis bleibt aber bestehen, theoretisch bis zu 3 Jahre lang. De facto endet die Möglichkeit zum Fahrpreiseinzug bei Fahrtende bzw. beim Verlassen der Zielhaltestelle, weil dort die Aufbewahrungspflicht für den Fahrschein und damit die Nachweispflicht durch den Fahrgast endet.

Re: [JP] ÖV-Benutzung und Bargeld

geschrieben von: Max__Mustermann

Datum: 01.08.26 13:14

kaufhalle schrieb:
Da auf dieser angeblichen Gratisfahrt manche Leute so gern herumreiten (bzw. wegen der Ausfälle rumheulen): Es gilt keine Gratisfahrt.
Wie du eben selbst ausführst, gilt de facto dann doch Gratisfahrt. Ein Fahrgast zwischen zwei Waldbahnstationen ohne Automat hat ja auch gar keine Möglichkeit den Fahrschein nach Beendigung der Fahrt noch nachzulösen, wenn kein ZuB mitfährt.

Re: [JP] ÖV-Benutzung und Bargeld

geschrieben von: Fastrider

Datum: 01.08.26 22:53

kaufhalle schrieb:
. Zickigkeiten bei Anerkennung ausländischer Kreditkarten gehen ebensowenig wie Ausschlüsse bestimmter Telefonnummern. Und falls ein Zwang zur App anerkannt sein sollte, könnte damit z. B. die direkte Downloadmöglichkeit von der Seite des Verkehrsbetriebs verpflichtend sein. Wie gesagt, das ist alles noch nicht rechtlich geklärt.


Ich habe den Eindruck, das solche Zickigkeiten in den letzten Jahren eher zugenommen haben. Telefon Verifizierungen dienen angeblich der Sicherheit. Verifikatinsdienste wie Verime führen zu Problemen mit ausländischen IBANS.

Ich fürchte, dass irgendwann die Berlin Welcome Card die einzige für Ausländer erwerbbare Fahrkarte ist. Wer nur ins Hotel will, muss halt trotzdem 30 EUR hinlegen. Mag jetzt nach Verschwörungstheorie klingen, aber es gibt Länder, wo man als,Ausländer nicht mehr an eine normale Fahrkarte kommt.

Treno Verde statt QdLT und Ländertickets

Re: [JP] ÖV-Benutzung und Bargeld

geschrieben von: Rodscha

Datum: 02.08.26 07:29

Fastrider schrieb:
Ich fürchte, dass irgendwann die Berlin Welcome Card die einzige für Ausländer erwerbbare Fahrkarte ist. Wer nur ins Hotel will, muss halt trotzdem 30 EUR hinlegen. Mag jetzt nach Verschwörungstheorie klingen, aber es gibt Länder, wo man als,Ausländer nicht mehr an eine normale Fahrkarte kommt.
Kannst du da eine Liste oder zumindest Beispiele nennen? Für Reiseplanungen ist das ja durchaus interessant.

Re: [JP] ÖV-Benutzung und Bargeld

geschrieben von: kaufhalle

Datum: 02.08.26 11:25

Fastrider schrieb:
Ich habe den Eindruck, das solche Zickigkeiten in den letzten Jahren eher zugenommen haben. Telefon Verifizierungen dienen angeblich der Sicherheit. Verifikatinsdienste wie Verime führen zu Problemen mit ausländischen IBANS.

Die IBAN sollte eigentlich bei Kreditkartenzahlung keine Rolle spielen, mein Verständnis war auch immer, dass die bei Kreditkartenzahlung gar nicht übertragen wird. Woran sich Bezahlsysteme und Apps traditionell stören, sind ausländische Kreditkarten und Telefonnummern. Und das muss wirklich nicht sein. Die IBAN könnte allenfalls bei Verwendung von Bankkarten eine Rolle spielen, und deren Akzeptanz würde ich im Inland immer noch für verpflichtend halten, weil es Leute gibt, die keine Kreditkarte bekommen. International ist ohne Kreditkarte nicht auszurichten, und das dürfte auch akzeptabel sein.

Rodscha schrieb:
Fastrider schrieb:
Ich fürchte, dass irgendwann die Berlin Welcome Card die einzige für Ausländer erwerbbare Fahrkarte ist. Wer nur ins Hotel will, muss halt trotzdem 30 EUR hinlegen. Mag jetzt nach Verschwörungstheorie klingen, aber es gibt Länder, wo man als,Ausländer nicht mehr an eine normale Fahrkarte kommt.
Kannst du da eine Liste oder zumindest Beispiele nennen? Für Reiseplanungen ist das ja durchaus interessant.

Es gibt Beispiele in China. Der harmlosere Fall war die fehlende Kaufmöglichkeit von Guthabenkarten für die U-Bahn in vielen Städten, was international eher nicht so aufgefallen ist, weil Peking und Shanghai kein Problem waren. In den betroffenen Städten hätte man Guthabenkarten zwar sogar mit Bargeld aufladen können, aber kaufen konnte man sie nicht ohne chinesische Zahlsysteme. Auch das lokale Personal konnte da nicht helfen. Ich schreibe das in der Vergangenheitsform, weil ich bei meinem letzten Besuch in Peking dieses Jahr den Eindruck hatte, dass es die Guthabenkarten gar nicht mehr gibt. Ich habe mich nicht lange damit aufgehalten, lasse mich daher gern korrigieren, wenn ich das übersehen hätte. Das scheint heute eher direkt übers Telefon zu laufen. Aber bei allen U-Bahn-Systemen in China, die ich benutzt habe, war immer noch ein Fahrkartenkauf gegen Bargeld möglich. Mitunter etwas zickig bei der Annahme, und die regionalen Prioritäten bei 1 CNR (Münze oder Geldschein - es wird immer nur eins von beiden akzeptiert) sind eh chinesische Folklore. Für Touristen grundsätzlich absolut vertretbar.

Aber bei untergeordneten Systemen kann es Schwierigkeiten geben. Ganz krass ist der Spurbus von Yibin, der nur Alipay akzeptiert. Alipay ist theoretisch auch Ausländern und mit ausländischer Kreditkarte zugänglich, aber der Verifizierungsaufwand ist kaum praktikabel, reichlich erratisch und faktisch unzumutbar. Wenn ein deutscher Anbieter ein solches System für den Fahrkartenkauf verlangen würde, würde das von einem deutschen Gericht garantiert als de facto nicht vorhandene Zahlmöglichkeit einkassiert.

Daneben gibt es noch Systeme, die den Fahrkartenkauf an der Haltestelle verlangen und zwar im Prinzip Bargeld annehmen, bei denen die Bargeldannahme aber mitunter abgeschaltet wird oder defekt ist. Sehr hässlich in diesem Zusammenhang ist die Straßenbahn von Wenshan, aber vereinzelt kam es auch bei der Straßenbahn im Südosten von Peking vor (sowieso ein reichlich verlottertes System).

Re: [JP] ÖV-Benutzung und Bargeld

geschrieben von: Fastrider

Datum: 03.08.26 22:10

Rodscha schrieb:
. Kannst du da eine Liste oder zumindest Beispiele nennen? Für Reiseplanungen ist das ja durchaus interessant.
Mal ein paar Beispiele. Was mir oder in meinem Umfeld wirklich passiert ist:

2019 Disney Park App für Ausländer nicht nutzbar, Verifikation mit einheimischer Telefonnummer (USA, ggf. alle +1 Nummern) notwendig
2023: PKP app nur mit polnischer Telefonnummer
2024: Trenitalia ist kein vertrauenswürdiger Vertragspspartner, Zahlung abgelehnt.
2024 Wienerlinien betreibt IBAN Diskriminierung.
2025 DB App und MVV App lehnen österreichisches Bankkonto ab ( in Österreich wird die Ausgabe von Kreditkarten restriktiver gehandhabt)
2021: länderabhängige Preise für Flugtickets um Faktor 3 unterschiedlich.
2022 Bestellung eines Buchs beibeinem italienischen versender wegen Geobkockimg abgelehnt, nachdem es jahrelang funktioniert hat.

Nur einmal ein paar Beispiele dass es in der online Welt durchaus ländespezifische Diskriminierungen gibt. Manche durch billig implementiert Apps verursacht, manche sogar vorsätzlich. Das kann dann dazu führen, dass z.B. die Berlin Welcome Card die einzig legal für Ausländer erwerbbare Fahrkarte werden könnte. Entweder durch schlampig programmierte Apps (im Zweifel kann man ja die Berlin Welcome Card kaufen) oder sogar vorsätzlich nach dem Motto, Touristen kann ma ja abkassieren.

Gruss. Fastrider

Treno Verde statt QdLT und Ländertickets




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 03.08.26 22:21.
MrEnglish schrieb:
.Und du glaubst echt Bargeldhandling kostet nichts? Gerade bei Automaten an jeden Popelbahnhof ist das teuer. Und wenn jeder Busfahrer mit Bargeld verkauft, kannst du gleich noch Schwund mit einkalkulieren.
Mein Tabsk und Zeitungskioskbhat gemeint, dass für ihn Barzahlung immer noch das günstigste ist. Und in den USA habe ich immer nur Rabatte für Barzahler oder oder Aufschläge für Kartenzahler erlebt, aber nie umgekehrt. In den USA sind Kartengebühren besonders hoch und es ist legal, dass der Ladenbesitzer diese an den Kunden weitergibt.

Gruss, Fastrider

Treno Verde statt QdLT und Ländertickets
MrEnglish schrieb:
Hoffentlich hängt man die Kosten dafür nicht der Allgemeinheit um, sondern lässt die zahlen die ständig unter Verfolgungswahn leiden.
...aber die Kosten für die ganzen Dinge, nach der die mit Digitalisierungswahn immer schreien, z. B. überall USB-Ladesteckdosen, kostenloses W-Lan an jeder Ecke, stabiles Handynetz bis nach Kleinkleckersdorf bis hin zu so Sachen wie der Entsorgung von Althandys und -akkus weil deren Lebenszyklus immer kürzer wird, die darf bzw. soll die Allgemeinheit natürlich ganz selbstverständlich tragen!?

Komisch auch, dass es oftmals erhebliche Schnittmengen zwischen alljenen gibt, die einerseits zwar hemmungslose Digitalisierung predigen und jedem der das nicht mitmacht Verfolgungswahn vorwerfen (der auch berechtigt ist, siehe die Tatsache auf was für Ideen der Staat bei Corona so alles gekommen ist, wenngleich davon zum Glück nicht alle umgesetzt wurden), aber dann auf einmal wenn es um Kameraüberwachung im öffentlichen Raum geht laut aufschreien......



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 04.08.26 08:53.
MrEnglish schrieb:
Automaten an jeder Milchkanne sind teuer
... und stehen je nach Gegend alsbald seltsam aufgebeult bzw. zerfetzt oder mit eingeschlagenem Touchscreen und Flatterband ringsum dort.

Mir fehlt da absolut die Kenntnis, ich vermute aber, dass Automaten im Fahrzeug (ohnehin zunehmend gleich mit dem gesamten Fahrgastraum videoüberwacht) in Summe günstiger kommen. Selbst wenn man die nur bargeldlos nutzen könnte, also via "EC-Karte" (girocard), wäre das noch als Notlösung für mich akzeptabel. Ist dann zwar nicht anonym, aber wenigstens ohne Registrierungszwang bei Google oder Apple zu nutzen. Es gäbe aber auch schon dann Menschen, die damit ausgeschlossen würden.

MrEnglish schrieb:
Zitat:
Was allerdings ganz hilfreich ist, ist sowohl die Nutzung von defacto Standardapps, wie dem DB Navigator und die Möglichkeit die Apps ohne Nutzerkonto benutzen zu können
Ich bin weder bei Google (noch bei Apple) registriert, ich komme damit auf offiziellem Wege nicht an die Android-Apps heran, die hier, da und dort als Bezahl-Apps oder Zugangs-Apps (DHL-Packstation!) vorgesehen sind. Natürlich könnte ich mir die Apps auch anderswoher als apk beschaffen - nur sind sie dann auch wirklich nicht manipuliert? Gerade wenn das Smartphone als "Zahlungsgerät" verwendet wird und irgendwo Bankzugangsdaten in sich birgt oder private bzw. dienstliche vertrauliche Kommunikation darüber läuft, würde ich da nicht unbedingt Risiken eingehen wollen. Ob eine so installierte App dann auch auf einem nicht mit Google-Konto laufendem Android vollständig und fehlerfrei funktioniert, weiß man vorher auch nicht.

Google plant ja, ab September das Sideloading von Apps massiv zu erschweren:

[www.heise.de]
[keepandroidopen.org]

Man kann zwar wohl davon ausgehen, dass kommerzielle Apps von Mobilitätsdienstleistern kaum durch unregistrierte EntwicklerInnen erstellt werden, so dass die radikalen Maßnahmen erstmal nicht greifen, aber es ist gut zu erkennen, wohin die Fahrt geht: Totalüberwachung und vollständige Kontrolle, welche Software auf Android-Geräten läuft. Derzeit wäre eine vom Herausgeber selbst (parallel zum Playstore) gehostete apk noch möglich, aber wie lange noch? Und selbst wenn die apk (auch) außerhalb des Playstore gehostet wird: läuft sie auf "entgoogeltem" oder auch nur nicht registriertem Android? Baut sie auf Google-spezifischen Funktionen auf, erfordert sie diese?

Inzwischen gibt es auch zunehmend Apps, die bewusst so gebaut sind, dass sie nur auf dem Original-Android und mit Login bei Google laufen. Natürlich zur "Sicherheit".

Über den DB Navigator als Tracking-App, gegen die ein Gerichtsverfahren läuft, muss man ja überhaupt nichts mehr schreiben.


MrEnglish schrieb:
Zitat:
bzw. einfach eine Website zu verwenden und das Ticket per PDF zu bekommen
So mache ich das - das ist aber eigentlich nur am "großen" Bildschirm nebst Maus und Tastatur zu Hause halbwegs ergonomisch möglich. Und seitdem die DB die einzige nicht direkt oder indirekt (via 2FA-App) an Google oder Apple oder Paypal gebundene Bezahlart - die Lastschrift - nach Willkür mit Tink oder Verimi versperrt, ist das auch Risiko. Paarmal musste ich dann abends nach erfolglosem Kaufversuch via bahn.de (klar, dass ich Tink bzw. Verimi nicht mit meinen Daten füttern werde) aufs Fahrrad und 4 km zum nächsten Bahnhof mit DB-FV-Automaten und wieder zurück, damit ich am nächsten Tag ein Ticket habe (zum Flexpreis, so es online überhaupt noch einen Sparpreis gegeben hätte). Sowas geht gar nicht. Schon gar nicht, wenn man z.B. auf Radtour wegen irgendwas (Wetter, größere Panne) gestrandet ist und "mal eben schnell" ein Bahnticket braucht.

Sehr "schön" dazu:

[social.tchncs.de]

Das ist nur noch abartig. Schon alleine deswegen braucht es eine "offline"-Kaufmöglichkeit am / im Zug.

Wenn man dann noch die USA als zunehmend unberechenbares, nicht mehr kooperatives, sondern den Launen eines einzelnen Politikers unterworfenes Land sieht, aus dem die großen Betriebssysteme und die wichtigsten Zahlungssysteme stammen, wird es für ganz Europa höchste Zeit, sich um Unabhängigkeit zu bemühen. Noch sind es Einzelfälle

[www.derstandard.de]

aber das kann jederzeit im großen Umfang als Mittel einer "waffenfreien" Kriegsführung gegen die EU oder gegen Gesamt-Europa (also auch die Schweiz) ausgeweitet werden. Man sollte als Staatenverbund für diesen Tag vorbereitet sein. Und wenn es über antiquiert wirkende Fallback-Lösungen wie "Bargeld" läuft.
Radiowaves schrieb:
aber das kann jederzeit im großen Umfang als Mittel einer "waffenfreien" Kriegsführung gegen die EU oder gegen Gesamt-Europa (also auch die Schweiz) ausgeweitet werden. Man sollte als Staatenverbund für diesen Tag vorbereitet sein. Und wenn es über antiquiert wirkende Fallback-Lösungen wie "Bargeld" läuft.
Da braucht es gar keine "Kriegsführung" zu, es reicht auch schon ein fehlerhaftes Update und schon ist die ach so gehypte und moderne digitale Zahlmöglichkeit lahmgelegt. Das ewiggestrige Bargeld hingegen funktioniert immer.
Hallo...
anderes Beispiel: Ich fahre am 18. an den Lago Maggiore, dort gilt auch ein Verkehrsverbund im ÖPNV, und für Touristen gibt es das Ticino-Ticket, das man vorab als Äpp runterladen kann, und das im Hotel aktiviert wird (für analoge Menschen wie mich gibt es immerhin sogar einen Ausdruck fürs Portemonnaie - gabs zumindest 2025 noch) - explizit wird jedoch erwähnt, daß es vorher nicht geht.
Eigentlich ist das TT eine tolle Sache, freie Fahrt in der 2. Klasse im ganzen Tessin, Ermäßigung bei Bergbahnen etc.! Bleibt der erste Weg bis zum Hotel, also eine Einzelfahrt, die man dann natürlich bezahlen muß. Ich verzweifle bald an den Onlineauftritten der FART, wenn ich richtig sehe, ist man gerade voller Stolz (!) dabei, alle noch vorhandenen Fahrscheinautomaten durch bargeldlose Kisten zu ersetzen. Also kann ich nur hoffen, zu Öffnungszeiten der "Biglietteria" anzukommen, wenn ich einen blöden Busfahrschein mit Bargeld kaufen will....super - schöne neue Welt!
Nicht einmal alle Bankomaten akzeptieren die Maestro-Karte meiner Bank, was ist, wenn das im Bus passiert? Dann fahr ich schwarz, gehe zu Fuß oder bestelle mir ein Taxi, das garantiert gerne meine Fränkli nimmt...

"Ich bin wie ich bin, die einen kennen mich, die anderen können mich" - Konrad Adenauer
"Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit - und beim Universum bin ich mir nicht sicher." - Albert Einstein
"Die letzten sogenannten Fernverkehrsreisen waren mehr improvisiertes Zurücklegen einzelner Teilabschnitte unter Miteinbeziehung ungewöhnlicher Routen." - Ich

+1 (o.w.T)

geschrieben von: Dieselpower-WW

Datum: 04.08.26 12:38

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
"Ich bin wie ich bin, die einen kennen mich, die anderen können mich" - Konrad Adenauer
"Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit - und beim Universum bin ich mir nicht sicher." - Albert Einstein
"Die letzten sogenannten Fernverkehrsreisen waren mehr improvisiertes Zurücklegen einzelner Teilabschnitte unter Miteinbeziehung ungewöhnlicher Routen." - Ich
ICE11 schrieb:
Da braucht es gar keine "Kriegsführung" zu, es reicht auch schon ein fehlerhaftes Update und schon ist die ach so gehypte und moderne digitale Zahlmöglichkeit lahmgelegt. Das ewiggestrige Bargeld hingegen funktioniert immer.
Stromausfall reicht schon, um die Lesegeräte lahmzulegen...
Und deshalb habe ich immer Bares im Haus, und wenn es ausländisches, oder 90 Jahre altes aus edlerem Metall als dem heute verwendeten ist....

Aber wir haben ja auch einen Schrank mit verschiedenen Aluhüten, glauben an die Erdscheibe oder an den Klapperstorch - zumindest wenn man andere so hört! 😂
Ich sag immer: Wer zuletzt lacht....

"Ich bin wie ich bin, die einen kennen mich, die anderen können mich" - Konrad Adenauer
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"Die letzten sogenannten Fernverkehrsreisen waren mehr improvisiertes Zurücklegen einzelner Teilabschnitte unter Miteinbeziehung ungewöhnlicher Routen." - Ich
Dieselpower-WW schrieb:
ICE11 schrieb:
Da braucht es gar keine "Kriegsführung" zu, es reicht auch schon ein fehlerhaftes Update und schon ist die ach so gehypte und moderne digitale Zahlmöglichkeit lahmgelegt. Das ewiggestrige Bargeld hingegen funktioniert immer.
Stromausfall reicht schon, um die Lesegeräte lahmzulegen...
Und deshalb habe ich immer Bares im Haus, und wenn es ausländisches, oder 90 Jahre altes aus edlerem Metall als dem heute verwendeten ist....

Aber wir haben ja auch einen Schrank mit verschiedenen Aluhüten, glauben an die Erdscheibe oder an den Klapperstorch - zumindest wenn man andere so hört! 😂
Ich sag immer: Wer zuletzt lacht....
Letztens hatte ich den Fall, daß auf mein legales Papier-Zahlungsmittel jemand nicht wechseln konnte (nein, nicht ein Kaugummi mit einem 200€-Schein, sondern als letzter am Ende des Abends 45€ mit einem 100€-Schein; Wechselgeld war halt aufgebraucht).

Nicht nur Ticket-Automaten können Störungen haben, sondern auch Geldautomaten. Wollte vor kurzem Mal so Papier mit Zahl drauf holen. Wollte das Maschinchen nicht rausrücken. Auch die beiden benachbarten nicht.
Die Karte war okay, hat mehrmals am Abend funktioniert.

Ah, und weil die Schweiz immer alles besser macht: die bunten Scheinchen, die ich hier noch liegen habe, habe ich vor weniger als 10 Jahren an einem Automaten der Schweiz geholt; ich müßte sie jetzt (eigentlich schon seit ein paar Jahren) bei einer Handvoll möglicher Bankfilialen eintauschen, weil das bunte Stück Papier eben nur noch das ist.

Ist das etwa "funktioniert immer"...?

Nota bene: ich habe nicht gesagt, daß bargeldlosen Bezahlen die beste oder gar einzige Lösung ist! Ich habe nur der Behauptung widersprochen (mit Belegen), daß Bargeld immer problemlos funktionieren würde.

Ich kann mich nur wiederholen: es würde beiden Seiten, den anti-Digitalen und den anti-Analogen, sehr gut tun, massiv verbal abzurüsten. Wer digitale Dinge nutzt, ist nicht abhängig (lieber Kilometer-erl...), wer analoge Dinge nutzt, nicht einfach rückständig.

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Die EU-Bildungsminister: Lesen gefährdet die Dummheit
Radiowaves schrieb:


Mir fehlt da absolut die Kenntnis, ich vermute aber, dass Automaten im Fahrzeug (ohnehin zunehmend gleich mit dem gesamten Fahrgastraum videoüberwacht) in Summe günstiger kommen. Selbst wenn man die nur bargeldlos nutzen könnte, also via "EC-Karte" (girocard), wäre das noch als Notlösung für mich akzeptabel.

Ist auch nicht akzeptabel. Da gibts einerseits das Problem mit Minderjährigen. Nicht jede Bank gibt Karten an Minderjährige aus. Und ich möchte meinen Nachwuchs nicht an eine windige Online Bank verweisen, deren eizige Kontaktmöglichkeit eine Telefonnummer in Irland ist.

Oder wer ein P-Konto hat, bekommt auch nicht immer eine EC-Karte in die Hand.

Und dann gibt es das Problem mit ausländischen Touristen. Ich habe selbst erfahren, dass im Ausland Kartenzahlung nicht immer funktioniert.


Gruss, Fastrider

Treno Verde statt QdLT und Ländertickets
Dieselpower-WW schrieb:


Aber wir haben ja auch einen Schrank mit verschiedenen Aluhüten, glauben an die Erdscheibe oder an den Klapperstorch - zumindest wenn man andere so hört!
Ich habe keinen einzigen Aluhut zu Hause. Allerdings habe ich erfahren, dass das digitale im Ausland nicht immer funktioniert. Manchmal absichtlich, wie in Russland, meist aber durch Apps, die nicht auf alle Eventualfälle programmiert sind und oft billig hingeklatscht sind. D. Aucie hängen sich dann an einer ausländischen Telefonnummer auf und geben nicht mal Rückmeldung und kreiseln einfach vor sich hin oder die Verifizierungs SMS kommt einfach nicht. Auch an fehlender Hardware im Endgerät scheitert oder weil der Anbieter nicht mit dem heimischen Geldinstitut kommunizieren kann oder das heimische Geldinstitut den Anbieter nicht für vertrauenswürdig hält.

Gruss, Fastrider

Treno Verde statt QdLT und Ländertickets

Diskussion beendet

geschrieben von: Sören Heise (Mod)

Datum: 05.08.26 11:58

Moin.

Nachdem hier irgendwer mit Aluhüten umwirft, mache ich dicht.
Ich sollte eigentlich alle Beiträge durchlesen und was rauswerfen, aber dazu sind mir bei dieser Wärme meine Gehinzellen zu schade. Freut euch dran, nachlesen zu können, wie sich eine Diskussion über Bezahlarten hin zu Aluhüten entwickeln kann.

Viele Grüße
Sören

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