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Kleine Bastelei--Weinert Luftpumpe 8406

geschrieben von: PKP-modelarz

Datum: 15.07.10 23:41


Hallo Leute,
heute möchte ich mal wieder ein paar Bilder zu einem "kleinen" Umbau zur Diskussion stellen. Wie immer bin ich für jeden Vorschlag und konstruktive Kritik dankbar.
Wie ihr ja wißt, bin ich seit einiger Zeit dabei, eine Lok der polnischen Gattung Ok22 zu bauen.
Mittlerweile habe ich nahezu alle Zurüstteile fertiggestellt, so daß ich bald mit der Montage beginnen könnte.
Einige Zurüstteile habe ich ja auch schon in einem anderen Beitrag vorgestellt:

[www.drehscheibe-foren.de]

Bei der probeweisen Montage der Luftpumpe an der Lok fiel mein Blick eher zufällig auf ein Vorbildfoto. Hierbei habe ich festgestellt, daß sich die Pumpe von Weinert (aber auch die von Reitz) in einigen Details von den an polnischen Lokomotiven unterscheidet. Die Ventile für die Überströmkanäle sind bei den polnischen Lokomotiven in den Körper der Pumpe eingeschraubt.So sind also nur die Deckel mit den Sechskanten zu sehen. Bei den deutschen Pumpen sind diese Ventile außen am Pumpenkörper angeschraubt. Die Kanäle der polnischen Pumpen sind unterhalb der Ventile nach einem anderen Gießmodell eingegossen. So sind diese vier Ventile im Niderdruckteil um den Ansaugkorb gruppiert.An dieser Stelle sind die Rippen unterbrochen. Im Hochdruckteil der Luftseite ist lediglich ein Kanal, der aber deutlich zu sehen ist.
Auf den ersten Bildern ist die unveränderte Pumpe zu sehen. Dabei sind die Überströmventile deutlich zu erkennen.

http://i26.tinypic.com/2q23dyt.jpg

bei den polnischen Lokomotiven sind die Luftpumpen üblicherweise auf der Heizerseite montiert.

http://i25.tinypic.com/2qcjdw3.jpg

Hier ist der Unterschied zwischen der Weinert-Pumpe und der Pumpe auf dem Vorbildfoto erkennbar.Die Überströmventile sind zur Rauchkammerseite angebracht. Die Pumpe ist probehalber angebaut- hier ist sie von vorn, und auf dem folgenden Bild von hinten zu sehen.

http://i30.tinypic.com/30a722c.jpg

http://i28.tinypic.com/206bklj.jpg

Dieser Zustand mit den Ventilkörpern hat mir so nicht gefallen. Daraufhin habe ich mal im Netz gesucht, ob es eventuell schon fertige Pumpen nach polnischem Vorbild zu kaufen gibt. Fehlanzeige. Bei den Kollegen im Forum:

[www.forum.martel.pl]

bin ich dann fündig geworden. Flotoma- ein "Edelbastler"- hat für seine Klapperschlange (etwas nach unten scrollen) eine Weißmetallpumpe umgebaut.
Damit war der Entschluß gefaßt, eine Pumpe umzubauen.
Als erstes habe ich die Ventilkörper mit einer Goldschmiedesäge und einem sehr feinen Sägeblatt abgesägt.Die dadurch entsatandenen "Platten" auf dem Pumpenkörper habe ich dann mit der obengenannten Säge so bearbeitet, daß die Rippen der Kompressorzylinder rundum vorhanden waren. Ein Stück Tombakblech wurde zurechtgefeilt und ausgeglüht. Auf den Duchmesser des Pumpenzylinders gerollt (mit dem Schaft eines 3mm Bohrers) und aufgeklebt.Um es vorwegzunehmen, diese Klebung mit Cyanoacrylat hat nicht gehalten als ich die Löcher für die Ventilkörper gebohrt habe.Also habe ich unterhalb des Bleches eine Vertiefung in den Pumpenkörper gefräst. Nach dem Bohren und Einlöten der Ventilköpfe habe ich dann das Teil mit einem Zweikomponentenepoxid eingeklebt.

http://i26.tinypic.com/2h4yon8.jpg

Jetzt sieht die Pumpe schon deutlich mehr nach der PKP-Pumpe aus. Die Luftleitung zum Hauptluftbehälter ist auch schon angebracht.
Die Ventilköpfe bestehen aus einem Stück 1 x 0,3 mm Ms-Rohr in das ein Stück Ms-Draht eingelötet wurde...

http://i28.tinypic.com/ortjf9.jpg

Der Luftsauger ist ein Stück Ms Rohr 1 x 0,3
Bei der Ansicht von hinten sieht man die Leitung zum Hauptluftbehälter, lediglich der Kanal zum Abgangsventil ist nicht nachgebildet. Dazu waren meine Finger zu dick.
Außerdem ist der Abgang der Luftleitung bei der weiner-tpumpe ein wenig höher (was für die deutschen Pumpen korrekt ist).Damit wäre die typische Stufe des Kanals nicht darstellbar gewesen.

http://i25.tinypic.com/o76ayx.jpg


Ein neuerlicher Vergleich mit einem Originalfoto machte noch einen Unterschied sichtbar: Das Gehäuse der Schleppschiebersteuerung liegt bei deutschen Lokomotiven parallel zur Kesselachse, bei den polnischen Lokomotiven aber rechtwinklig dazu.

http://i26.tinypic.com/2h3a2w3.jpg

Also habe ich den Schieber und die Kranöse entfernt.
Aus zwei Flanschen, einem Stück Ms-Rohr und etwas Draht wurde das Schiebergehäuse gebaut.Nachdem die Teile hart verlötet wurden, habe ich die Verstärkungsrippen mit 0,3mm Ms-Draht,wie er zum Drahterodierenverwendet wird, aufgelötet. Dazu habe ich vorher zwei Nuten in den Flansch eingesägt. Die Dampfleitung zum Zylinder (welche auch die Kranöse aufnimmt) besteht ebenso aus dem 1mm-Rohr in das die Kranöse eingelötet ist.
Gleichzeitig habe ich die DK-Schmierpumpe aus einem Stück Messing gefeilt. Eine kleine Bohrung zur befestigung reingebohrt-und weil das Teil so schön ist Stiftenklöbchen passte noch eine zweite für die Kurbel.Die Kurbel habe ich wieder aus Messingdraht gebogen- der hat den Vorteil daß er sehr hart ist. Die Schmierleitungen bestehen aus Cu-Lackdraht aus dem Trafobau und haben einen Durchmesser von 0,1mm.

http://i27.tinypic.com/2ro5g0y.jpg

An jeder Luftpumpe ist ein Luftpumpen-Druckregler welcher den Gang der Pumpe in Abhängigkeit zum Hauptluftbehälerdruck regelt. Warum der bei keinem der Anbieter dargestellt, oder als separates Teil erhältlich ist,ist für mich nicht nachvollziehbar.Zumal er bei der Doppelverbundluftpumpe mit angegossen ist...Aber das hätte mir auch nichts genützt, da die bei der PKP verwendeten, anders aussehen. Am ehesten sind sie vergleichbar mit denen, welche in einer Vorschrift der preußisch-hessischen Staatsbahn zum Gebrauch der Luftbremse abgebildet sind.
Also war auch hier Selbstbau angesagt...
Dabei waren die Bilder von einem Modellbaukollegen aus der Kartonszene und einige Vorbildfotos eine wertvolle Hilfe.
Die Baubeschreibung der Px48 mit den hervorragenden Fotos möchte ich Euch nicht vorenthalten:

[www.kartonbau.de]

Gut das ist ein wenig größer.
Mein Pumpenregler besteht aus einem Stück Ms auf das Rohr mit verschiedenem Durchmesser aufgelötet ist.Der Form des Ventilkörpers habe ich mit einer Minifräse und einem Zahnarztbohrer zurechtgefräst. Unten noch ein Loch für das Handrad...
Die Leitungen bestehen wieder aus dem harten Messingdraht.

http://i29.tinypic.com/161ywip.jpg

Nun reißt mir aber nicht den Kopf ab- der Pumpenregler ist ein klein wenig zu groß. Nun ich bin kein Millimeterfetischist- die Größe sollte es so ungefähr haben. Wichtig ist mir,daß die Teile,welche zu sehen sind, dann auch am Modell zu finden sind...
Inzwischen sind die Schmier- und Steuerleitungen montiert.Damit sie auch so schön wirr liegen, habe ich den Draht ausgeglüht und ein wenig verbogen.

http://i31.tinypic.com/17vgxs.jpg

http://i29.tinypic.com/2i9i6gz.jpg

Nun ist die Luftpumpe komplett zum Einbau an der Lok. Zum Schluß noch ein Bild vom Original. Links die Pumpe der Ol49 und rechts die der TKt48. Nur sind hier die Pumpen nicht mehr ganz vollständig. Es handelt sich bei den beiden Lokomotiven um die Ausstellungsstücke der Sammlung in Wolsztyn.

http://i29.tinypic.com/b4g9qh.jpg

Nun hoffe ich, daß ich Euch mit diesem Beitrag nicht gelangweilt habe.
Eine Gute Nacht wünscht Euch
Christian aus Jena



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2010:07:16:00:06:32.
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