DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 10 - Wagen-Forum 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Testforum aufsuchen!
Das Wagen-Forum ist Bestandteil des Angebotes von www.revisionsdaten.de im Verbund von www.drehscheibe-online.de. Bitte auch Revisionsdaten von Wagen in diesem Forum unterbringen.
Moderatoren: allgäubahn - MWF
Liebe Wagenfreunde,

wie die Überschrift schon sagt, suche ich nach einer Liste, die Auskunft über die Dachform von Avümh 111 und Apümh 121 gibt.
Mir ist klar, dass die ersten Bauserien ab 1962 alle Runddächer hatten, der WRümh 132 und die Barwagen natürlich von Anfang an mit Steildächern.
Die Züge Rheingold und Rheinpfeil wurden damit gebildet. Als man ab 1965 die ehemals aus VT11.5 gebildeten Züge Helvetia und Blauer Enzian auf lokbespannte Garnituren umstellte, bestellte man erneut Avm und Apm mit Runddächern.

Deshalb hier meine Fragen:

1. Wann wurden die ersten Avm/Apm mit Steildächern geliefert?

2. In welchen Zügen kamen sie zum Einsatz?

3. Gibt es Listen, aus denen hervorgeht, welche Lieferserien mit Steil- bzw. Mit Runddächern geliefert wurden?

Im Obermeyer oder auch im Deppmeyer gibt es vollständige Lieferlisten der Wagen, aber keinen entsprechenden Hinweis auf die Dachform.
Falls es hier schon mal einen diesbezüglichen Beitrag gegeben hat, wäre ich für den Link dankbar.

Gruß

Ralf

Re: Frage zu der Dachausführung bei Avümh 111/Apümh 121

geschrieben von: elric

Datum: 10.10.21 20:06

Ab 1967 wurden Steildachwagen auch als Sitzwagen geliefert. Sie dienten der Bedienung weiterer 1. Klasse-Züge neben Rheingold und Rheinpfeil. Ab dem 23. Avm und ab dem 12. Apm ... wurde diese Dachform verwendet.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.10.21 20:21.

Nummern und Baujahre dazu

geschrieben von: TS-Sounddesigner

Datum: 10.10.21 20:48

Hallo Ralf,

es ist nicht schwer zu antworten. Wir hatten es zuletzt im April: [www.drehscheibe-online.de]
Dort habe ich auf die Liste von Contrans aus 2009 verlinkt: [www.drehscheibe-online.de]

Die Daten dort sind weiterhin aktuell. Steildachenden ab 1967, wie elric richtig bemerkte.

Allerdings nicht ab dem 23. Av, sondern ab dem 37. Av. Die Wagen 10 401 bis 10 436 wurden 1962 bis 1965 geliefert. Ab 1967 dann mit Steildach als 19-80 023 (mit Mg-Bremse) bzw. 19-80 115 (ohne Mg-Bremse ab Werk). Bei den Ap-Wagen ist es ähnlich: 10 501 bis 10 525 von 1962 bis 1965 mit Runddach, danach ab dem 26. Wagen hier ab 1968 die Wagen ab 18-80 114 mit Steildach.


Viele Grüße



Hark

Re: Nummern und Baujahre dazu

geschrieben von: Alta Villa

Datum: 11.10.21 10:34

Hallo Elric, hallo Hark,

vielen Dank für eure schnellen und wie immer exzellenten Wageninformationen.

Eine weitere Frage noch:
Wie man auf Abbildungen sehen kann, erschienen mit Einführung des IC-Systems 71/72 in den TEE/IC-Zügen wie Rheingold und Rheinpfeil u.a. sehr bald die steildächrigen Av und Ap. Mitunter kommt es mir so vor, dass diese sehr schnell in der Mehrheit waren. Wo blieben die runddächrigen? Oder ist das nur mein subjektiver Eindruck beim Betrachten doch einiger diesbezüglicher Fotos in der Literatur.

Viele Grüße

Ralf



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.10.21 10:44.

Re: Nummern und Baujahre dazu

geschrieben von: tbk

Datum: 11.10.21 18:54

Alta Villa schrieb:
Wie man auf Abbildungen sehen kann, erschienen mit Einführung des IC-Systems 71/72 in den TEE/IC-Zügen wie Rheingold und Rheinpfeil u.a. sehr bald die steildächrigen Av und Ap. Mitunter kommt es mir so vor, dass diese sehr schnell in der Mehrheit waren. Wo blieben die runddächrigen? Oder ist das nur mein subjektiver Eindruck beim Betrachten doch einiger diesbezüglicher Fotos in der Literatur.

Ob sie in bestimmte züge kamen, weiß ich nicht. Was eine zeit lang noch eine rolle gespielt haben könnte: Wagen mit dampfheizung auf entsprechend bespannten strecken, wagen für 160 oder 200 km/h. Mit der zeit verschwanden die dampfheizungen und alle wagen wurden für 200 ertüchtigt. Die dachform war eine äußerlichkeit, die sich nicht auf den einsatz auswirkte.
Die wagen dürften ziemlich vollzählig die orientrot-lichtgraue epoche erreicht haben und einige Avmz kamen zu AutoZug, etwa der einspannungswagen DB AutoZug Avmz111.4 61 80 19-94 031-0 in Lindau-Reutin, 23-07-2005, bild von Eddy Konijnendijk: [railfaneurope.net]

mit den allerbesten grüßen aus der Obersteiermark, tobias

Korrespondenz bitte per e-mail, nicht über "Private Nachrichten" - das wird sonst viel zu schnell voll!

Bei der fülle des zu verarbeitenden materials sind trotz sorgfältiger bearbeitung vereinzelte tippfehler oder kleinere unstimmigkeiten nicht immer vermeidbar. Eine rechtliche gewähr für die richtigkeit des inhalts dieses beitrages kann daher nicht übernommen werden.

Re: Nummern und Baujahre dazu

geschrieben von: TS-Sounddesigner

Datum: 11.10.21 19:51

Hallo Ralf,

Du bringst die Lösung quasi selbst mit :-)

Die Sitzwagen mit Achsgeneratoren (und Dampfbeheizbarkeit) wurden vor 1971 vor allem für TEE-Züge beschafft. Das waren zu ca. 75 % Wagen mit Runddach. Viele von diesen blieben einfach in ihren TEE-Umläufen, als die nationalen F-Züge zu IC-Zügen wurden. Die neuen Wagen ab 1971 wurden dann für die neuen Umläufe genau dort stationiert, wo die IC-Züge verkehrten. Und anfangs waren es die ersten Jahre auch nicht wenige blaue Aüm 202/203, die da eingesetzt werden mußten, da man nicht schnell genug bestellt hatte und nicht schnell genug Avm/Apm geliefert bekam. Teile der IC-Umläufe wurden anders als die TEE-Umläufe also erst nachrangig mit klimatisierten Ap/Av besetzt, und als das passiert, geschah das dann mit den ganz neuen Wagen.

Wie Tobias anmerkte:
>Die dachform war eine äußerlichkeit, die sich nicht auf den einsatz auswirkte.

Und die Dampfbeheizbarkeit spielte im Einsatz da schon kaum noch eine Rolle, weil Emmerich - Arnheim und Lüttich - Namur 1971 schon elektrifiziert waren; Hamburg - Kopenhagen kam mit dem Merkur erst 1974 bis 1978 wieder dazu. Wichtig war sie allerdings noch bei der Vorheizung, da die Ausrüstung mit elektrischen Vorheiz-Anlagen erst ab 1970 auf Touren kam; vorher wurde meist mit Dampf vorgeheizt.


Viele Grüße



Hark

Re: Nummern und Baujahre dazu

geschrieben von: tbk

Datum: 11.10.21 23:00

Ich habe noch den lebenslauf des oben verlinkten runddachwagens recherchiert auf [reisezug-wagen.de]

1965: 10423 Av4üm-62 (Credé)
1968: 61 80 19-80 101-7 Avümh 111
1980: 61 80 19-94 031-0 Avmz 111.0 (ausbau der dampfheizung, achsgeneratoren entfernt, nur noch einspannungsfähig, 200 km/h)
1994: neulack orientrot/lichtgrau
200x: neulack verkehrsrot/lichtgrau (AutoZug), Avmz 111.4 (welche technischen änderungen?)
2011: verkauft an Iran

Interessant, dass es im Iran demnach auch alte deutsche TEE-wagen gibt. Sicher wurden mit IC'71 verstärkt einspannungswagen beschafft für die zahlreichen zugläufe, die das gebiet Deutschland, Österreich, Schweiz nicht verlassen (mit IC'79 im stundentakt erhöhte sich der bedarf noch). Und auf die dampfheizung und achsgeneratoren konnte dann auch bald verzichtet werden, die einsätze mit dampfgeheizten dieselloks wurden schnell immer weniger und sobald es genug 218er gab, im fernverkehr entbehrlich (im nahverkehr haben sich dampfgeheizte züge noch etwas länger gehalten angesichts der großen stückzahlen von 211/212). Spart alles instandhaltungsaufwand und komplexität, nur muss bei der wagendisposition aufgepasst werden, dass kein einspannungswagen ins falsche spannungsgebiet geschickt wird und womöglich die anlage mit italienischen oder belgischen 3 kV gegrillt wird (aber dagegen gibt es hoffentlich eine sicherung, die größere schäden oder gar brandgefahr verhindert).

mit den allerbesten grüßen aus der Obersteiermark, tobias

Korrespondenz bitte per e-mail, nicht über "Private Nachrichten" - das wird sonst viel zu schnell voll!

Bei der fülle des zu verarbeitenden materials sind trotz sorgfältiger bearbeitung vereinzelte tippfehler oder kleinere unstimmigkeiten nicht immer vermeidbar. Eine rechtliche gewähr für die richtigkeit des inhalts dieses beitrages kann daher nicht übernommen werden.




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.10.21 23:01.

Re: Nummern und Baujahre dazu

geschrieben von: DSG-BZL Köln

Datum: 12.10.21 20:42

Hallo Tobias,

das ist so nicht ganz richtig. Die Avmz/Apmz, die ab 1971 beschafft wurden, waren (bis auf wenige Ausnahmen) alles Mehrspannungswagen, also 18-70 bzw. 19-70, ab 1977/78 dann 200 km/h-Hochrüstung zu 18-90 bzw. 19-90. In den 80er-Jahren wurde dann erst ein Teil der Wagen in Einspannungswagen zurückgebaut (um Unterhaltungskosten zu sparen), sprich 18-95 und 19-95, die Wagen von 1962 bis 1968 wurden bei ihrer Vollaufarbeitung dann ebenfalls zu Einspannungswagen 18-94 bzw. 19-94. Bei der Wagendisposition bedeutet das natürlich einen höheren Aufwand, aber gegrillt wurde keiner im falschen Stromsystem, der wäre nur eben stromlos gewesen, aber auch gar nicht erst in Italien, Belgien, Holland oder Frankreich übernommen worden.

Viele Grüße

Uwe

Re: Nummern und Baujahre dazu

geschrieben von: elric

Datum: 15.10.21 18:34

oh echt.... Danke für die Korrektur, das hab ich dann wohl mal falsch aus irgendeinem Magazin vor Jahr und Tag aufgeschrieben.