DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 10 - Wagen-Forum 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Testforum aufsuchen!
Das Wagen-Forum ist Bestandteil des Angebotes von www.revisionsdaten.de im Verbund von www.drehscheibe-online.de. Bitte auch Revisionsdaten von Wagen in diesem Forum unterbringen.
Moderatoren: allgäubahn - MWF
Moinsen,
leider schon etwas her, aber mein Warten auf Wiederholungen wurde bisher nicht belohnt. Nein, keine der hier üblichen 2159, DE18 oder G2000BB ;-)
Gegenüber einem Roos oder Snps mit 4 Radsätzen kann die Innofreight-Doppeleinheit mit 8 Radsätzen nur die 1,5-fache Menge Stammholz laden und befördern. Das ist hinsichtlich der Ausnutzung von Achsfahrmasse und Zuglänge unbefriedigend. Natürlich kann man da über die Schnittlänge der Knüppel noch etwas dran drehen, aber dem sind wegen der zuliefernden LKW-s Grenzen gesetzt.
Sggmrrs_Holzwagen_GS-Oker_2021-04-26.jpg
Ende April 2021 kam man in Goslar-Oker daher auf die in ihrer Umsetzung abgebildete Idee, die Doppeleinheit Sggmrrs über die Kurzkupplung hinweg zu beladen. Man erkennt an den Wagenenden eine unsymmetrische Fixierung mit nur 2 Rungen, In der Mitte jedes Einzelfahrzeuges die Halterung des Holzstapels mittels 3er Rungen, und die relativ kritische Fixierung des Stapels über der Kurzkupplung wieder mit nur 2 Rungen. Irgendwer hatte wohl bereits am mittigen Stapel pinkfarbene Baumarkierungen aufgesprüht, um die Reaktionsbewegungen des Holzstapels zwischen den Rungen in z.B. Gegenbögen mit ihrem Querversatz der Fahrzeugenden oder in Überhöhungsrampen zueinander zu überwachen.
Ziel ist sicherlich gewesen, die zulässigen Lastgrenzen des Sggmrrs besser auszunutzen.
Frage: Wird so eine Beladung regelmässig praktiziert, oder war das ein eher "exotischer" Moment, den ich hier eingefangen hatte?
Da das eine Systemoptimierung von "Güterbahn" darstellt und einer solchen in Dtl. immer viele Vorschriften entgegenstehen: Ist diese Form der Beladung zulässig?
Grusz in die Runde!

Der Unglaeubige Thomas
Hallo Thomas,

der Wagen von deinem Bild mit nur zwei Stirnwänden taucht in der Betriebsanleitung von Innofreight bei den dort beschriebenen Varianten des Sggmrrs nicht auf. Aber kurioserweise ist auf der ersten Seite ein ganz ähnlicher Doppelwagen abgebildet:

Bedienungsanleitung 90ft-Sggmrrs

Am ehesten passt die Variante „A“ - RWP-Wood (ab Seite 15). Der Doppelwagen hat allerdings auch zwischen den Wagenhälften Stirnwänden. Hier steht auf Seite 20 des PDF:

"Die Mindestlänge des Langgutes pro Ladegestell beträgt 2,5 m. Eine Überschreitung dieser Ladelänge, und somit eine Verteilung des Ladegutes auf mehrere Ladegestelle, ist zulässig. Die maximale Nettozuladung pro Halbwagen beträgt 70.500 kg".

Hier wurde die Ladung ja auf zwei Wagenhälften verteilt. Auf Seite 35 steht dann:

"Die Beladung darf den vorgeschriebenen Raum zwischen Pufferbrust 1 und Pufferbrust 2, über halb der Kupplungsstange, nicht überschreiten. Der vorgeschriebene Freiraum ist durch eine Markierung am Wagen gekennzeichnet. (Abbildung 4)".

Ich vermute mal das war ein Versuch. Innofreight schreibt auf der eigenen Homepage:

Wir probieren immer wieder aufs Neue aus, was tatsächlich mit unserem Equipment möglich ist, um weiterhin die flexibelsten Varianten bieten zu können.



Grüße
Markus

So noch nie gesehen! Grüße ODEG (o.w.T)

geschrieben von: ODEG

Datum: 19.08.21 19:03

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Vielen Dank für diese Recherche -
Ja, ich war erstmal völlig platt, als ich das Teil dort stehen sah. Bisher anscheinend ein Einzelfall, aber Korrekturen erbeten.
Bausprüh-Pink Markierungen am mittleren Stapel: Ich vermute(te), dass man dort in Oker einfach das reale "dynamische" Verhalten der Stämme in den vielen Gegenbögen der Weichenstrassen ausprobiert hat oder ausprobieren wollte.
Ich wundere mich aber bis heute, dass man sich beim mittleren Stapel über der Kuppelstange nicht mit einigen Spanngurten abgesichert hatte, auch wenn das systemwidrig erscheinen mochte. Die Rungen sind ja nicht für Relativbewegungen dieses Ladegutes gegeneinander und gegen die Rungen ausgelegt. Bei einem Gelenkwagen mit Jakobsdrehgestell wäre mir das noch plausibler vorgekommen, denn bei dem gibt's keinen Querversatz am Gelenk; bei der Kurzkupplung der Sggmrrs schon.
Oder ein zur jeweiligen Fahrzeugmitte hin versetzter "Bulkhead", um Längsbewegungen der Stämme hier einen Riegel vorzuschieben? Nix davon zu sehen.
Falls das ein Spontanversuch war, wollte ich mit dem Posting niemanden reinreissen, daher habe ich erstemal zugewartet. Vielleicht hätte sich sowas auch etablieren können, trotz der vorgenannten "Problemzonen". Hat jemand "sowas" schon regulär beobachten können?
Daher meine Frage.
Schönes Wochenende !

Der Unglaeubige Thomas

Daaaaaaaaaaa gugge (tm)

geschrieben von: Dr. NE

Datum: 26.08.21 18:49

[www.linkedin.com]

"Schienengüterverkehr im Alltag: "Corona hat vieles durcheinander gebracht – auch den Stammholztransport. Davor gab es Stammlängen von 3m, 4m und 6m, die auf einer Ladelänge von ca. 12m gut transportiert werden konnten. Unser GigaWood-Wagen war daher für 2 x 13m Ladelänge konzipiert. Für den USA-Export mussten wir die gängige Schnittholzlänge von 200 Zoll oder 5,08m neu denken: Nehmen wir 5,08m x 5 Stapel, müsste man über zwei Wagenhälften laden… Die Idee reifte und über die technische Realisierung wurden Wetten abgeschlossen – das geht sicher nicht. Eine erste Testfahrt – keine Schäden und nicht entgleist! Dann eine weitere Idee, wie man aussagekräftige Versuche ohne großen Aufwand machen kann: Durch die langjährige und vertrauensvolle
Partnerschaft mit PJM waren die Versuche rasch organisiert und durchgeführt – machbar! Dann: Was im Betrieb alles auftreten kann. Basierend auf den Versuchen konnte mittels Simulation von PJM nachgewiesen werden: Das geht! Das ermutigte uns zu begleitenden Versuchsfahrten: Es geht wirklich! Die Zuladung wurde um 25%gesteigert – durch den gezielten Einsatz von Ingenieur-Methoden am Stand der Technik.“

http://www.bahn-adressbuch.de/temp/link99.gif http://www.bahn-adressbuch.de/temp/link2.gif http://www.bahn-adressbuch.de/temp/link8.gif http://www.bahn-adressbuch.de/temp/link6.gif

Jetzat au geguggget ... (R) :-)

geschrieben von: Der Ungläubige Thomas

Datum: 30.08.21 17:27

Vielen Dank für den Quellenfund.
Der war für mich Outsider gut im WWW versteckt. Besser als die Fuhre in GS-Oker selbst !
Dann war das also eine offizielle Aktion. Freut mich. Auch, wenn mir die Befestigung über den Kurzkupplungsenden noch etwas wackelig vorkommt. Nur aus dem Bauch heraus: Zwei, drei Spanngurte dürften es bei dem "Mittelbrückenpaket" schon noch sein. Weiss nicht, für wie viele Lastwechsel auf Schub / Scherung die Rungen konzipiert sind.
Bestätigt jedoch im Nachhinein meinen Spekulatius über die Motivlage oben. Den Bogen zu "Co....na" konnte und wollte ich aber nicht spannen oder/und nachvollziehen. Ich will daher hier keine Bedenkenträgerei betreiben.
Alles ist gut, was Systemvorteile der Bahn sicher optimiert.
Cheerz

Der Unglaeubige Thomas