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Eurofima-Wagen - viele Fragen eines Laien

geschrieben von: Zugbeobachter

Datum: 17.08.21 10:58

Ein herzliches "Hallo" an alle Wagenfreunde!

Darf ich Euch bezüglich meines Interesses über die "Eurofima"-Wagen der verschiedenen europäischen Bahnverwaltungen nochmals belästigen?

Die Frage nach in Originalzustand befindlichen Fahrzeugen aus dem Jahr 2020 hatte ich schon mal gestellt und Antworten darauf bekommen:
[www.drehscheibe-online.de]

Das Thema an und für sich lässt mich nicht wirklich los und so habe ich im Forum "Bahn und Medien" nach Publikationen zum Thema Eurofima-Wagen gefragt:
[www.drehscheibe-online.de]

Als "Heimat" einer gehörigen Anzahl von "Eurofima"-Wagen entpuppt sich ja das tschechische Eisenbahnunternehmen Railjet, das vornehmlich aus der Schweiz noch relativ originale Fahrzeuge 1. und 2.Klasse übernommen hat. Zumindest noch mit originalen Einstiegstüren, die ja so nicht mehr häufig anzutreffen sind.
Da ich mit dem Thema Eurofima-Wagen doch relativ laienhaft behaftet bin, freue ich mich natürlich über weiterführende Infos. Railjet dürfte ja auch von den ÖBB Fahrzeuge dieser Bauart übernommen haben, wohl aber in bereits sehr modernisiertem Zustand? Die BDm-Wagen der ÖBB zählen vermutlich nicht mehr zur originalen Eurofima-Bauart oder?

Französische Eurofima-Wagen - sind davon heute noch welche im Heimatland anzutreffen? Mehrere Fahrzeuge gingen nach Marokko, war nicht auch davon die Rede, daß einige auf den Balkan gingen?

Eine fundierte Publikation über dieses Thema könnte ja ein dickes Buch füllen.

Lieferlisten, Umnummerierungen und -bauten, Lackierungsvarianten, Abgänge, Verbleibe - ein spannendes Thema, in dem ja noch immer Bewegung ist.

Vielleicht befindet sich unter der werten Leserschaft ja der eine oder andere Spezialist für dieses Thema und kann weiterhelfen, wie sich die Bestandsentwicklung der einzelnen Lieferlose so darstellt.

Re: Eurofima-Wagen - viele Fragen eines Laien

geschrieben von: tbk

Datum: 17.08.21 16:18

Zugbeobachter schrieb:
Als "Heimat" einer gehörigen Anzahl von "Eurofima"-Wagen entpuppt sich ja das tschechische Eisenbahnunternehmen Railjet, das vornehmlich aus der Schweiz noch relativ originale Fahrzeuge 1. und 2.Klasse übernommen hat.
Vorsicht verwechslungsgefahr: Das unternehmen heißt RegioJet! Railjet ist etwas anderes (fest gekuppelte wendezüge der ÖBB und ČD), auch wenn manchmal gleich abgekürzt.

Die SBB hatte nur Eurofimawagen 1. klasse. SBB-wagen 2. klasse in der farbe waren entweder unklimatisierte abteilwagen (später zu großraumwagen umgebaut) oder klimatisierte großraumwagen (später auch an RegioJet verkauft).
RegioJet hat auch aus Belgien Eurofimawagen 1. und 2. klasse übernommen, diese aber noch nicht eingesetzt. In welchem umfang sie ggf. umgebaut werden? Mal abwarten.

Zitat:
Railjet dürfte ja auch von den ÖBB Fahrzeuge dieser Bauart übernommen haben, wohl aber in bereits sehr modernisiertem Zustand? Die BDm-Wagen der ÖBB zählen vermutlich nicht mehr zur originalen Eurofima-Bauart oder?

RegioJet hat von den ÖBB Eurofimawagen 1. und 2. klasse übernommen, andere sind an die ČD gegangen und wurden dort teils erheblich umgebaut (großraumwagen mit fahrrad- oder rollstuhlbereich).
Die ÖBB hatten unklimatisierte BDmsz-wagen mit drehgestellen SGP VS RIC (diese wurden zu bahndienstfahrzeugen umgebaut oder ausgemustert) sowie druckertüchtigte großraum-halbgepäckwagen BDmpsz mit drehgestellen MD 522 (später zu ADbmpsz umgebaut), letztere sind noch im bestand. Das sind aber alles keine Eurofimawagen.

Zitat:
Französische Eurofima-Wagen - sind davon heute noch welche im Heimatland anzutreffen? Mehrere Fahrzeuge gingen nach Marokko, war nicht auch davon die Rede, daß einige auf den Balkan gingen?

Die SNCF hatte 100 Eurofimawagen 1. klasse und einen teil davon an ONCFM Marokko [railfaneurope.net] verkauft; ich weiß leider nicht wie viele und wo sonst noch welche verblieben sein könnten.

Bei 500 wagen insgesamt wird eine verbleibliste relativ lang ... und einige wagen sind auch schon unfallbedingt ausgeschieden.

DB: 100 A, laufen (großteils) noch bei DB AG
ÖBB: 25 A + 75 B, verkauft an ČD und RegioJet
FS: 30 A + 70 B, zu großraumwagen umgebaut (Frecciabianca, IC Sole)
SBB: 20 A, verkauft an RegioJet
SBB: 20 Bc, verkauft an Ralpin, umgebaut für RoLa
SNCB: 20 A + 60 B, teils verkauft an RegioJet (einschl. zu liegewagen umgebauten B-wagen)
SNCF: 100 A, teils verkauft an ONCFM (und ZPCG Montenegro??)

Ergänzungen willkommen. Montenegro wird bei [de.wikipedia.org] erwähnt, aber in [www.vagonweb.cz] tauchen sie nicht auf, vielleicht liegt eine verwechslung mit den Alm-wagen vor (UIC-Z mit drehfalttüren von TŽV Gredelj).
Wagenbestand ČD: [www.vagonweb.cz]
Wagenbestand RegioJet: [www.vagonweb.cz]

mit den allerbesten grüßen aus der Obersteiermark, tobias

Korrespondenz bitte per e-mail, nicht über "Private Nachrichten" - das wird sonst viel zu schnell voll!

Bei der fülle des zu verarbeitenden materials sind trotz sorgfältiger bearbeitung vereinzelte tippfehler oder kleinere unstimmigkeiten nicht immer vermeidbar. Eine rechtliche gewähr für die richtigkeit des inhalts dieses beitrages kann daher nicht übernommen werden.
Hallo Tobias,

danke für deine Ausführungen und "Asche auf mein Haupt" - ich meinte natürlich RegioJet und nicht Railjet - da war ich gedanklich woanders. Ich Dummerle.

Re: Eurofima-Wagen - viele Fragen eines Laien

geschrieben von: apfelpfeil

Datum: 01.09.21 22:02

Hallo.

Die SBB: 20 Bc, verkauft an Ralpin, umgebaut für RoLa waren bereits der erste Nachbau nach der originalen gemeinsamen Bestellung über die in Summe 500 Stück.
Sie wurden bereits vor dem Verkauf an Ralpin gründlich modernisiert (komplett entkernt und neu aufgebaut - neue Drehgestelle, neue Türen etc.) - original blieb da nichts.

Was noch fehlt, sind die 10 Prototypen, alle 10 unterschiedlich bestückt und alle als 1./2. Klasse ausgeführt. Bei uns fünf davon als ABvmz 227 eingereiht, drei weitere bei FS und 2 bei SNCF.

Diese 10 + 500 sind die original "echten" Eurofima, die von Eurofima nicht nur finanziert, sondern auch als europäisches Projekt technisch entwickelt und auch gemeinsam bestellt wurden. Sie waren aber technische Basis für vielerlei Nachbauten, die aber dann wieder unter nationaler Regie der einzelnen Bahnen weiterentwickelt und bestellt wurden und daher vielfach auch wieder verstärkt nationale Komponenten verbaut haben.