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Moderatoren: allgäubahn - MWF
Moin,

die ÖBB haben nachfolgende Markterkundung (vom 17.12.2020) im TED veröffentlicht:

Die Internationalisierungsstrategie der ÖBB-Personenverkehr AG (ÖBB-PV) sieht den Ausbau des europäischen Nachtzugnetzes vor. Dabei sollen diverse Ressourcen durch externe Dienstleister sichergestellt werden. Die ÖBB-PV sondiert hierzu den Mietmarkt nach geeigneten Lieferanten. Sofern positive Rückmeldungen im Zuge der Markterkundung eingehen, wird ÖBB-PV die Leistungen im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung vergeben, und voraussichtlich im Rahmen eines Dienstleistungsverhältnisses mit einer unbefristeten Vertragslaufzeit sowie einer einseitigen Kündigungsoption nach 4 Jahren, durch die ÖBB, vertraglich fixieren.
Der Markt wird daher nach Lieferanten erkundet, die die folgenden Leistungen und Mengen selbstständig oder in mit Hilfe von Sublieferanten anbieten können:
1. Sale und Lease-Back von sieben Stück ÖBB-PV Schlafwagen des Typs AB32s, die der Lieferant durch allfällige Revisionen und Refurbishment in den ursprünglichen Zustand versetzt, und im Anschluss, als voll servicierte Fahrzeuge, an ÖBB-PV zurückvermietet (inkl. Übernahme der Fahrzeughalterschaft, ECM 1-4).
Die sieben Stück ÖBB-PV Schlafwagen sollen nach der Instandsetzung folgende Leistungs- und Qualitätsanforderungen erfüllen: Klimatisierung; Maximalgeschwindigkeit 160 km/h; Zulassung für: Deutschland, Dänemark, Schweden & Österreich; Einsetzbarkeit für die Route: Deutschland – Schweden (via Öresund Brücke); Einsatz gemäß betrieblicher Vorgaben der jeweiligen EVUs (wird im Rahmen der Ausschreibung genauer spezifiziert).

Technische Daten:
— Gattung: WLABmz, Bauart: AB32s,
— Baujahr: 1974,
— RIC,
— Drehgestell Bauart: M6,
— Gewicht leer: 55 t,
— Bremsbauart: entweder D_KE-PR oder D_O-PR/ScheibenKlotz,
— Türsteuerung: elektropneumatisch,
— Instandhaltungsdokumentation soll wiederhergestellt werden.

2. Bereitstellung von voll servicierten Fahrzeugen inkl. Instandhaltung vom Fahrzeugtyp:
2.1. Schlafwagen: Mindestanforderung 0 Stück, optional bis zu 4 Stück,
2.2. Liegewagen: Mindestanforderung 8 Stück, optional bis zu 20 Stück,
2.3. Sitzwagen: Mindestanforderung 8 Stück, optional bis zu 20 Stück,
2.4. Bar-/Restaurantwagen: Mindestanforderung 0 Stück, optional bis zu 5 Wagen.

Es ist anzumerken, dass alle angemieteten Fahrzeuge aus Leistung (2) bis spätestens 1. August 2022 einsatzbereit sein müssen. Die Fahrzeuge der Leistung (1) sollen zum schnellstmöglichen Zeitpunkt einsatzfähig gemacht werden, spätestens jedoch bis 31. Dezember 2022 verfügbar und einsetzbar sein.


Die Interessensbekundung soll folgende Informationen enthalten:
— Für Leistung (1):
Sale und Lease-Back von sieben Stück ÖBB-PV Schlafwagen des Typs AB32s:
(...)

[ted.europa.eu]

Bis zum 22.01.2021 können Interessenten ihr Interesse gegenüber der ÖBB bekunden.

Bilder der AB32s, als sie noch regulär im Einsatz waren: [www.vagonweb.cz]

Gruß



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.01.21 09:50.
Wunderbar. Alle wollen im grünen Nebel so schnell wie möglich Nachtzüge, sind aber für ein Betrieb in Eigenregie feig oder faul genug, so betrachten immer wieder ÖBB als Erlöser. Noch schlimmer dagegen, daß sie gleichzeitig auch ungeduldig sind, Zeit zur Schaffung der geeigneten Grundlagen - also brauchbare Fahrzeuge - zu lassen.

Das ist alles selbes Sch... wie bei Zürich-Amsterdam, wo ÖBB ebenso zu Gebrauchtwagen (und darunter die früheren eigenen Schlafwagen, welche auch schon damals von erheblichen Mangeln leideten), zurückgreifen muß. Diese "Bastelei" wird der Marke Nightjet alles anderes als gut tun.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.01.21 15:30.
gastronomie1916 schrieb:
1. Sale und Lease-Back von sieben Stück ÖBB-PV Schlafwagen des Typs AB32s, die der Lieferant durch allfällige Revisionen und Refurbishment in den ursprünglichen Zustand versetzt, und im Anschluss, als voll servicierte Fahrzeuge, an ÖBB-PV zurückvermietet (inkl. Übernahme der Fahrzeughalterschaft, ECM 1-4).
Was soll das denn heißen? Ursprünglicher zustand = T2S mit 17 abteilen?

Diese altersschwachen fahrzeuge (siehe auch vorübergehende probleme mit den drehgestellen der AB33s bei BTE) können höchstens als übergangsmaßnahme angesehen werden. Ist damit abgesehen von komfortfragen wirklich ein zuverlässiger betrieb möglich?
(Gut, die Bvcmz, die Snälltåget einsetzen wird, sind auch nicht jünger.)

Zur marke nightjet: ist doch jetzt auch schon ein gewisses typensammelsurium der letzten 50 jahre, wirklich neu wird es erst 2022 mit inbetriebnahme der bestellten garnituren.


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Bei der fülle des zu verarbeitenden materials sind trotz sorgfältiger bearbeitung vereinzelte tippfehler oder kleinere unstimmigkeiten nicht immer vermeidbar. Eine rechtliche gewähr für die richtigkeit des inhalts dieses beitrages kann daher nicht übernommen werden.




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.01.21 17:54.
Guten Abend.

Das sind ja interessante Entwicklungen.
Ich denke, die Wagen sollen einfach etwas modernisiert werden und es wird vermutlich tatsächlich nur eine Übergangslösung.
Ich kenne mich mit den Wagentypen nicht so gut aus, was meinst du mit den 17 Abteilen? Wie viele Abteile haben sie denn jetzt?
Gibt es dazu Wagenskizzen?

Ich erinnere mich mit diesen Wagen mehrfach gefahren zu sein. Müsste Wien - Düsseldorf gewesen sein. Ziemlich eng, aber als Alleinreisender ok. Weniger eng als die kleinen Abteile in den Doppelstock-Schlafwagen.
Nur das obere, eingeklappte Bett störte etwas das "Lichtraumprofil" beim Liegen im unteren Bett.
bahnex schrieb:
Guten Abend.

Ich kenne mich mit den Wagentypen nicht so gut aus, was meinst du mit den 17 Abteilen? Wie viele Abteile haben sie denn jetzt?
Gibt es dazu Wagenskizzen?
Ja: [www.railsi.at]

Mit der Errichtung von zwei DeLuxe-Abteilen verringerte sich Abteilzahl auf 15 - da jedoch diese drei Betten haben, ist Kapazität nur um zwei Plätzen weniger. (In den Schwesterwagen 33s, welche sich nun bei BTE befinden - [www.railsi.at] - wurde durch einem aufwändigeren Umbau sechs Abteile für die Geräumigkeit geopfert, und die verbliebenen mit drei Betten ausgestattet.)

Für zwei Reisenden sind die Platzverhältnisse wirklich sehr ungeeignet, insbesondere wenn sie auch viele Gepäcke haben. (Ich zitiere häufig meinen Freund, dem mit Frau, Kleinkind, Kinderwagen und je einem Koffer pro Erwachsenen wirklich echt beengt war...) Eine Linderung wäre, wenn man immer die zwei gegenüberliegenden Abteilen, die ohnehin mit Verbindungstüren ausgestattet sind, als eine Einheit zu verkaufen. Einziges Problem: das hieße 18 Plätze pro Wagen, wenn auch drittes Bett pro "Suite" verkauft wird, auch dann nur 21.


Und heute ist Schlafwagenpark von Nightjet ziemlich übersichtlich: es gibt die ehemaligen DB Comfortline, und die zwei Gattung von Doppelstockler. Vorher gab es neben der Doppelstockler 32s, 33s, P und MUn... einer hatte keine Triple-Belegung (oder nur in DeLuxe), andere keine DeLuxe-Abteile... auch wenn DB immer wieder ein ähnlich chaotisches Angebot hatte, ist das weder für die Bahnen, noch für die Reisenden gut.
Vielen Dank für die Ausführungen und die Wagenskizzen. Ja, ideal ist die Platzaufteilung in den Wagen mit den kleinen Abteilen sicher nicht. Immerhin gibt es die geräumigen DeLuxe-Abteile.

Bleibt auch noch die spannende Frage, welche Nachtzüge nach Schweden damit bestückt werden sollen. Vor allem, wenn deren Einsatz schon 2022 sein soll?

In der Nachtzugkonferenz kam das in den konkreten Planungen für die Nightjets noch nicht vor:

[www.drehscheibe-online.de]
bahnex schrieb:
Vielen Dank für die Ausführungen und die Wagenskizzen. Ja, ideal ist die Platzaufteilung in den Wagen mit den kleinen Abteilen sicher nicht. Immerhin gibt es die geräumigen DeLuxe-Abteile.

Bleibt auch noch die spannende Frage, welche Nachtzüge nach Schweden damit bestückt werden sollen. Vor allem, wenn deren Einsatz schon 2022 sein soll?

In der Nachtzugkonferenz kam das in den konkreten Planungen für die Nightjets noch nicht vor:

[www.drehscheibe-online.de]
Vielleicht hat man diese Ausschreibung gewonnen? [www.lok-report.de]
Die Termine und die Vertragslaufzeit von 4 Jahren passen jedenfalls zusammen.
EC Avala schrieb:
Vielleicht hat man diese Ausschreibung gewonnen? [www.lok-report.de]
Die Termine und die Vertragslaufzeit von 4 Jahren passen jedenfalls zusammen.
Danke für den Link. Das klingt sehr schlüssig.
Dort steht auch: "Die schwedische Verkehrsbehörde muss die Zuweisung spätestens am 1. Januar 2021 an die Regierungsbehörden melden...". Das würde nun auch zu der kurz nach dem 1.1.2021 veröffentlichten Markterkundung passen.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.01.21 22:27.
Das „eingeschränkte Lichtraumprofil“ der Betten war in der Tat das Manko der ÖBB-Schlafwagen - und die Comfortline nicht nur deshalb ein Quantensprung auf den Verbindungen.
Aber wo nun mal Schlafwagen nicht vom Himmel fallen kann man sich nur über alles freuen was - nach einer vernünftigen Instandsetzung - wieder ins Rennen geschickt wird.
Denn selbst wenn die Nightjet zur Verfügung stehen kann man froh sein über jede Linie die angeboten werden kann - mit den 7 Wagen kann man ja gut eine Linie mit 2 Zuggarnituren mit je 2 Wagen + einen Park in der Werkstatt + einen im AW sicher bestücken.

Ich würde mich allerdings sehr wundern wenn am Ende nicht RSI dabei raus kommt.
tbk schrieb:
Zur marke nightjet: ist doch jetzt auch schon ein gewisses typensammelsurium der letzten 50 jahre, wirklich neu wird es erst 2022 mit inbetriebnahme der bestellten garnituren.
Technisch mag das richtig sein, aus Fahrgastsicht stimme ich da allerdings nicht zu: Bei Schlafwagen gibt es überwiegend die Siemens Comfortline sowie auf zwei Linien die Doppelstockschlafwagen. Beide sind weder 50 Jahre alt, noch wirken sie auf den Fahrgast so. Einziges Manko bei den Doppelstockschlafwagen ist die fehlende Dusche in der 2. Klasse. Oder wurde die auch bei der ÖBB nachgerüstet?
Bei den Liegewagen gibt es zwar eine gewisse Typenvielfalt, auch in Bezug auf Baujahr und Herkunft. Dennoch wirken gerade die ältesten Fahrzeuge nach Modernisierungen auf den Fahrgast wesentlich jünger, was die Optik des Innenlebens angeht. Klimaanlage ist ebenfalls überall vorhanden. Die Nightjetflotte mag für die Instandhaltung eine Katastrophe sein, für den Fahrgast ist sie aber durchaus auf der Höhe der Zeit.
was ich nicht verstehe, die Doppelstockschlafwagen der DB gammeln vor sich hin, werden verschrottet, bei der ÖBB sind sie offenbar das "Flaggschiff"? Haben sie eine Kompletmodernisierung erhalten?

Danke für weiterführende Antworten.

Mit freundlichen Grüßen
Sascha
Guten Abend!

Ja, Mitte der 2000er gab's ein Redesign für die ÖBB-Dosto-WL.
Es gab ein neues Interieur und neue Drehgestelle, weil die alten durch waren. Gerade das ging ins Geld, nach meiner Kenntnis.

MfG, ICE 91 Prinz Eugen

Meine Fotodokus bei DSO >>KLICK<< (Neueste Doku vom 30.12.2020: Bdmpee233 der ČD)
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Wieso waren die DG denn hin? Die Doppelstockschlafwagen von der DB und SBB hatten doch die Talbot - Laufwerke?!

Wie viele dieser Wagen wurden insgesamt gebaut?

Mit freundlichen Grüßen
Sascha
Die Schweden wollen ein Nachtzug Malmö-Bruxelles haben/subventionieren. DSB und ÖBB hat gemeinsam Malmö-Aachen, mit eine spätere Erweiterung bis Bruxelles analysiert. In Aachen gibt es (im Analyse unbenannte) Werkstattmöglichkeiten, was es momentan weder in Bruxelles oder Kopenhagen/Malmö gibt.

Talbot könnte ein Kandidat für diesen Umbau/Wartungs-Vertrag sein.
sagichnet schrieb:
Einziges Manko bei den Doppelstockschlafwagen ist die fehlende Dusche in der 2. Klasse. Oder wurde die auch bei der ÖBB nachgerüstet?

Nein, es gibt leider weiterhin keine öffentliche dusche in den doppelstockschlafwagen.

Zitat:
Bei den Liegewagen gibt es zwar eine gewisse Typenvielfalt, auch in Bezug auf Baujahr und Herkunft. Dennoch wirken gerade die ältesten Fahrzeuge nach Modernisierungen auf den Fahrgast wesentlich jünger, was die Optik des Innenlebens angeht.

Klar atmen sie nicht mehr den charme eines Bcm 243 der 1960er jahre, auch wenn das die basis eines Bvcmbz ist ....

Schon an den drehfalttüren merken die fahrgäste, dass die älteren liegewagen aus einer anderen epoche stammen. Was die abteilausstattung angeht, wurden sie zwar erneuert, aber etwa die ausstattung mit wenigen steckdosen und ohne WLAN lässt erkennen, dass die wagen nicht auf dem stand des heute möglichen/erwarteten sind. Trotzdem ... angesichts des alters eine solide aufarbeitung.


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BR 103 235-8_2 schrieb:
Wieso waren die DG denn hin? Die Doppelstockschlafwagen von der DB und SBB hatten doch die Talbot - Laufwerke?!

Wie viele dieser Wagen wurden insgesamt gebaut?

Mit freundlichen Grüßen
Sascha

Die Drehgestellproblematik war ein wesentlicher Grund für die relativ frühe Abstellung bei der DB.

Viele Grüße vom
http://abload.de/img/bild4310headb.jpg