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Moderatoren: allgäubahn - MWF
Ab und zu sind auf alten Aufnahmen offene Güterwagen mit hölzernen Wagenkästen zu sehen, bei denen beschädigte Wände mit rechteckigen Blechflicken repariert wurden.

In Güterwagen Bd.3 (Stefan Carstens, Hans Ulrich Diener) habe ich Fotos von folgenden Wagen gefunden:

S. 38 Om 04 700 394, mit insgesamt 3 Reparaturblechen auf einer Wagenseite, davon eins sogar unter der diagonalen Kastenstrebe.
S. 49 O 10 671 112, 1 Reparaturblech
S. 50 O 10 673 100, mindestens 1 großes Reparaturblech
S. 58 Om 12 724 468, 2 Reparaturbleche
S. 61 Om 12 714 024, 1 Reparaturblech, Farbaufaufnahme, der Farbton vom Blech erscheint rötlicher als der restliche Wagenkasten
S.62 Om 12 76 340, 1 Blech; Om 12 72 823 1 Blech (beide Wagen der SAAR-Bahn)
S. 63 Om 12 720 630, 1 Blech
S. 73 Om 19 701 222, 4 Bleche, davon eines unter der Diagonalstrebe
S. 85 Om 31 717 623, 2 Bleche, davon eines an der Diagonalstrebe rechts davon ausgerichtet
S. 90 Ommr 32 802 066 (Sonderbauart mit verstärktem Langträger*), 1 Blech
S. 96 Omm ("Villach" ÖBB) 760 157, 1 Blech an Verlauf Diagonalstrebe angepasst, dh. entsprechend gekürzt, sowie 2 aufgeschraubte oder genagelte "Holzflicken"
S. 97 Ommr 43-73-22 DR, 2 Bleche, die dicker auftragen, als die bei der DB verwendeten Reparaturbleche
S. 100 Omm 34 831 982, 2 Bleche (die HO-Zeichnung auf S. 101 zeigt einen Omm 34 mit insgesamt 7 Blechen)
S. 102 Omm 34 als E-34, 826 5901, Farbfoto 8 Bleche (!) in z.T. verschiedenen Rotbraun-Tönen
S. 104 Omm 34 832 329, 5 Bleche
S. 113 Omm 37 851 422 Europ, 2 Bleche
S. 127 Om 31 729 782, 3 Bleche

Im Gegensatz dazu, hat man den OOru 47-74-49 der DR mit 7 aufgeschraubten oder genagelten Holzbrettern repariert (S.194).

Die Reparaturbleche waren scheinbar bei der DB genormt. Eine HO-Zeichnung im Buch zeigt auch eine Wagenstirnwand, die auf diese Weise repariert worden ist.
Scheinbar war der Einsatz dieser Reparaturbleche eine gängige Vorgehensweise, um beschädigte Bretter der Wagenwände zu flicken.

Ich möchte meinen Bestand an offenen Güterwagen mit hölzernen Wagenkästen mit den Neusilber-Reparaturblechen von HO-fine etwas abwechslungsreicher gestalten.
Der "Blechsatz" von HO-fine enthält verschieden große rechteckige Bleche, der vom "AwLingen" besteht scheinbar aus gleich großen Blechen.

Daraus ergeben sich für mich folgende Fragen:

Wurden die Bleche nur einseitig auf der Wagenaußenseite angebracht, oder befanden sich im Innern des Laderaums, deckungsgleich, gleichgroße Bleche, um beschädigte Bretter beidseitig zu "schienen"?
Wie wurden die Bleche befestigt? Geschraubt oder genietet?
Wurden beschädigte Bretter grundsätzlich bei Hauptuntersuchungen ersetzt (was in einigen Fällen die völlige Demontage einer Wagenwand bedeutete), oder blieben die Flicken erhalten?



viele Grüße
Stefan Walter

Edit: *) Wie ich aus informierten Kreisen erfahren habe, wurde der Ommr 32 mit verstärktem Langträger nicht erst bei der DB entsprechend umgebaut, sondern war als "Flakwagen" eine Sonderbauart der DR. Insgesamt soll es 10 Stück davon gegeben haben, alle ohne Handbremse.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 29.10.20 09:19.
Hallo Stefan,

es gibt diese Flicken als Zurüstteile in H0 als Neusilber-Ätzteile von mehreren Anbietern, z.B Fränkische Modellbahnspezialitäten, H0fine und Aw Lingen.

Viele Grüße

Joachim

Anbieter

geschrieben von: Stefan Walter

Datum: 29.10.20 00:43

Hallo Joachim,

ich weiß, das war ja der Hintergrund meiner Frage:

Wurden beschädigte, angebrochene oder sogar durchgebrochene Bretter nur einseitig, oder von beiden Seiten geflickt? Bei der DR war man da scheinbar etwas "rustikaler" und hat einfach ein passend zugeschnittenes Brett außen drübergenagelt.

Bei einem beladenen Wagen würde man die Innenwände ja nicht sehen, da vom Ladegut verdeckt, aber halt bei einem leeren Wagen. Andererseits haben geschätzt über 90 % der offen Güterwagen im Maßstab 1:87 keine detailiierte Innenwände, dh. die Türen sind innen überhaupt nicht strukturiert. An Modellen bei denen die Innenwände vorbildgerecht nachgebildet sind, fallen mir spontan der O 10 von Sachsenmodelle bzw. Tillig, der Omm 39 bzw. Vtr der CSD von Vacek, der Omm 34/37 von Exact Train und der Pb der DSB von Hobbytrade ein. Möglicherweise hat der Omm 52 von Brawa auch detailierte Innenwände, aber erstens besitze ich den nicht und zweitens hat er einen Blechwagenkasten.

Was ich noch herausgefunden habe ist, dass diese Reparaturbleche scheinbar irgendwie genormt waren, was bedeuten würde, dass sie in den Reparaturwerkstätten und AWs für die Güterwagenausbesserung als Ersatzteile vorrätig waren. Aufgrund der relativen Häufigkeit von Abbildungen solch reparierter Wagen in Güterwagen Bd.3, gehe ich davon aus, dass bestimmt ein gutes Viertel der hölzernen Om- und Omm-Wagen mindestens einen Blechflicken hatte. Der Rekord steht bei 8 Stück an einer Wagenseite (wie die andere Seite und die Stirnwände aussahen?).

viele Grüße
Stefan



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.11.20 10:05.
Stefan Walter schrieb:
Edit: *) Wie ich aus informierten Kreisen erfahren habe, wurde der Ommr 32 mit verstärktem Langträger nicht erst bei der DB entsprechend umgebaut, sondern war als "Flakwagen" eine Sonderbauart der DR. Insgesamt soll es 10 Stück davon gegeben haben, alle ohne Handbremse.
Hallo Stefan,

die Wagen gehörten der Wehrmacht.
Vor vier Jahren war das schon mal Thema:
[www.drehscheibe-online.de]
Die Wagen hatten im übrigen kein Sprengwerk und die "Verstärkung" diente lediglich dem Abheben des Wagens vom Gleis mittels Winden.

Wagenkästen wurden auch gemischt mal Holz mal Stahlblech geflickt.:
[eisenbahnstiftung.de]
Bei der DR kam so etwas häufiger vor, da war mal Stahl knapp, mal Holz. Oder beides.
Ein Gegenblech macht sicherlich Sinn um die Seitenwand besser zu stabilisieren und um Folgeschäden vorzubeugen.
Ein Bildbeleg dafür fehlt mir allerdings.

Nachtrag: Die Reparaturbleche und Bretter waren verschraubt. Das konnte jede Wagenausbesserungsstelle vor Ort und draußen.

Gruß

Norbert



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 29.10.20 23:55.

vielen Dank!

geschrieben von: Stefan Walter

Datum: 16.11.20 12:18

Hallo Norbert,

vielen Dank für deine Rückmeldung und besonders für den Verweis auf den "belgischen Radarwagen"!

Das wäre nämlich eine weitere Frage gewesen, da ich noch einen alten Liliput "Linz" mit den Bauteilen von M. Krüger für die verstärkten Langträger aufhübschen möchte:

In dem Fall wußte ich überhaupt nicht, ob der Wagen überhaupt ein Sprengwerk hatte, und falls ja, wie das aussah. In diesem Fall kann ich es mir jetzt einfach machen und das (zum Glück) nur eingeklipste Original-Sprengwerk entfernen.


viele Grüße
Stefan Walter

Keine Ursache und gern geschehen ! (o.w.T)

geschrieben von: Norbert Bank

Datum: 20.11.20 14:29

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Hallo Steffen,

auf Krügers Seite gibt es eine Reihe von Detailaufnahmen , gut erkennbar auch die Knotenbleche und die
Querversteifungen (falls es genau werden soll).

[www.krueger-modellbau.de]

Gruß

Norbert
"Die Reparaturbleche waren scheinbar bei der DB genormt."

Das "scheinbar" darf gestrichen werden, sie waren "genormt". Sie wurden auf "Vorrat" gefertigt, und bei Bedarf direkt dem Lager entnommen. Es gab diverse Größen die je nach Schadstelle passend ausgewählt wurden.
Die Zeichnungen zu diesen Blechen waren einst in einem ganz frühen HP1-Heftchen zu finden (noch vor Kosak und Fremo-Zeiten).
Ich vermute, das war nicht erst bei DB eingeführt wurden, sondern geht noch auf die Reichsbahn zurück (damit wären sie auch in Ost und West erstmal "gleich"...).

Die Reparatur mit Blechflicken ging natürlich schneller als der Austausch, dazu musste der Wagen auch nicht erst in ein AW, das war sozusagen die "Schnellreparatur vor Ort" und ersparte die vorzeitige Zuführung in ein AW.
Ich denke bei der nächsten HU wurde dann im AW ggf. je nach Zustand der Schadstelle auch die Bleche wieder entfernt und durch erneuerte Holzlatten ersetzt (auch die waren nach einheitlichen Abmessungen auf Vorrat gefertigt - allerdings in diesem Fall wohl eher nur im AW!).

Ob die Bleche auch auf der Innenseite angebracht wurden ist eine interessante Frage. Bildbelege dafür kenne ich keine. Eine Vorschrift wie die anzubringen sind auch nicht. Solange das so ist, gehe ich mal davon aus dass das je nach Schadensbild auch reichlich individuell ausgeführt worden sein könnte, also mal so mal so. Nur innen schliesse ich aber eher aus, es sollte sicher auch der weitere Verlust von Splitterteilen während der Fahrt tunlichst vermieden werden, was bei innerer Anbringung ja nicht gewährleistet ist.