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Moderatoren: allgäubahn - MWF

rätselhafte Bremsbauart "KEs end"

geschrieben von: Meisinger

Datum: 27.04.20 10:59

Im Zuge der Auswertung eines ausgewählten Teils der Personenwagensichtkartei der DB bin ich bei den Wagen 17 869 bis 17870 - es handelt sich um die "beschürzten" TOUROPA-Liegewagen des Baujahres 1957 - auf den maschinengeschriebenen Eintrag "KEs end" zur Bremsbauart gestoßen.

Zu nicht angegenen Zeitpunkten sind an diesem Eintrag handschriftliche Streichungen und Ergänzungen vorgenommen worden. Bei KEs wurde das "s" gestrichen. Ergänzt wurden "Dir", "<R>" und "GPR" sowie die Bremsgewichtsangabe(n) "33 / 43 / 63 / 59".

Rätselhaft bzw. für micht nicht deutbar ist die ursprüngliche Eintragung "end" in Verbindung bzw. zur Ergänzung mit / von "KEs".


Hat jemand von Euch eine diesbezügliche Erklärung? - Es liegt die Vermutung nah, dass ein Bezug zur Dir- bzw. Henry-Bremse besteht, die bis 1960 für den Einsatz in der Schweiz vorgeschrieben gewesen ist.


gespannte Grüße in die Runde von

Dirk

Re: rätselhafte Bremsbauart "KEs end"

geschrieben von: Pio

Datum: 27.04.20 14:50

KE mit G/P/S/SS Bremsstellungen, später umgebaut auf KE mit G/P/R ?

Zwei Trapeze pro Bahnhof statt zwei einfacher Weichenverbindungen !!!

Re: rätselhafte Bremsbauart "KEs end"

geschrieben von: Meisinger

Datum: 27.04.20 15:42

Von einer SS-Ausführung der KEs-Bremse (KEss) bei den Liegewagen ist mir bislang nichts bekannt.

Die weitere Entwicklung der besagten Wagen mit den Nr. 17 869 - 17 878 ist wie folgt zu beschreiben.


In Wagenverzeichnissen aus dem Jahr 1959:


KEs + Dir
Bremsgewicht(e) 33 / 43 / 63 t


Hier noch einige weitere Angaben:

Drehgestell: ............................. MD 330
Bremsklötze: ............................ doppelt
Steuerapparat: ........................ KEs - a 1
(Vor)Steuerventil: .................... KE 0 a E/5 *)
Druckübersetzer: ..................... Dü 21 / 2,2
Bremsdruckregler: ................... Ar 11
Schnellbremsbeschleuniger: .... EB 3
Gleitschutzregler: .................... M 2
Bremszylinder: ......................... 2 x 14 "
Bremszylinderhöchstdruck ....... 2,1 / 3,6 bar
Bremsgewichte G / P / R .......... 33 / 43 / 63 t

*) 0 = ohne Einheitswirkung, a = Bremszylinderhöchstdruck 3,6 ±0,1 bar, E/5 = Einheitsdüsensatz



In Wagenverzeichnissen aus dem Jahr 1966 dann:


<R> KE - GPR


Bremsgewicht(e) G / P / <R> / R = 33 / 43 / 59 / 63 t


Rätselhaft ist wie gesagt der ursprüngliche Zusatz "end".


Die ersten TOUROPA-Wagen wurden noch mit Hikp-Bremse (G / P) + Henry-Bremse ausgeliefert. Dann folgten die Liegewagen mit Hiks (G / P / S = 31 / 41 / 52 t) + Dir und im Weiteren mit KEs + Dir, auch als Übergangsabauart KE (Ü3) - GPR (G / P / R = 31 / 41 / 52 t) bezeichnet (siehe auch hier).
Die Bauart KEs end stellt fast den Abschluss der seinerzeitigen Entwicklung dar.

Gruß

Dirk





2-mal bearbeitet. Zuletzt am 27.04.20 16:30.

Re: rätselhafte Bremsbauart "KEs end"

geschrieben von: Meisinger

Datum: 27.04.20 17:16

Bei der Suche im "Altpapier" bin ich in der Niederschrift über die Bundesbahn-Wagenbeistellungsbesprechung (BWB) 1961 vom 7. bis 10. März 1961 in Marburg (Lahn) auf folgende Passage gestoßen:

"Der Zustand [i. S. Bremsen] ist ... heute etwa folgender:
...
4. Die Schnellzugwagen mit Zwischenbauform von Bremsen sind geeignet bis etwa 135 km/h.
...
6. Die modernen Schnellzugwagen mit der endgültigen Schnellzugbauart KE-GPR sind für 140 km/h geeignet."

Interessant finde ich unter 6. die Bezeichnung "endgültigen".

Da seinerzeit die KE-Bremsen der Liegewagen - egal ob Übergangsform oder endgültige Bauform mit KEs bezeichnet wurden und erst 1965 auf die Bezeichnungen KE(Ü3)-GPR und KE-GPR umgestellt worden ist, gab es vermutlich Irrungen und Wirrungen. Es könnte somit nahegelegen haben, die endgültige KEs-Bauart besonders zu kennzeichnen, gff. mit "end".

Was meint Ihr?


Grüße von

Dirk

Re: rätselhafte Bremsbauart "KEs end"

geschrieben von: WHA

Datum: 28.04.20 08:34

Hallo Dirk,

die Erklärung ist zwar schon etwas seltsam, könnte aber passen.


Viele Grüße
Wolfgang

"Es ist keine Schande, nichts zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen" - Plato