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Moderatoren: allgäubahn - MWF

NACCO Uas

geschrieben von: LokRe460

Datum: 24.04.20 21:40

Im November 2019 begegnete mir dieser Uas von NACCO, der durch seine Bauform doch auffällt.
IMG_6918.jpg

Der Wagen läuft unter der Nummer 37 80 9300 003-2 D-NACCO, Ladegut ist Natriumchlorat. Später versuchte ich mehr Informationen zu diesem Wagentyp zu finden. Es existieren die Wagen 001 bis 004. Allerdings trugen die Wagen früher schwedische Nummern:
[www.dybas.de]
Noch etwas früher scheinen sie (oder zumindest einzelne baugleiche Wagen) der Gattung Z angehört zu haben, und fielen unter die Bezeichnung Zacs (10. Bild von oben):
[www.drehscheibe-online.de]
Einige jener Zacs trugen ausserdem Aufkleber der Ermewa SA:
[karow900.startbilder.de]
Die beiden verlinkten Zacs tragen die Nummern 33 74 7866 010 respektive 011.

Weil sich die Bilder der als Zacs und Uas bezeichneten Wagen zeitlich überschneiden, interessiert mich vor allem, ob diese Wagen tatsächlich von Zacs zu Uas umgezeichnet wurden oder ob das zwei getrennte Serien, die aber mindestens optisch baugleich zu sein scheinen, waren, in diesem Zusammenhang wäre auch spannend zu erfahren wieso ein Umzeichnung in eine andere Gattung erfolgte.
Sind ausser den vier Wagen bei Nach weitere Wagen bekannt, oder existierten nur vier davon?

Re: NACCO Uas

geschrieben von: Jürgen Sieweke

Datum: 27.04.20 19:35

Hallo,
Kesselwagen dienen bekanntlich dem Transport von Flüssigkeiten aller Art.
Manche Feststoffe werden erwärmt um sie zu schmelzen und in wärmeisolierten Kesselwagen transportiert (z. B. Natrium oder weißer Phosphor.)
Manche nicht festen Stoffe werden im Lösung tansportiert. (z. B. Chlorwasserstoff als Salzsäure)
Die Entleerung erfolgt mittels Schwerkraft nach unten oder durch ein Druckgas (z.B. Pressluft) über ein Steigrohr nach oben über den Kesselscheitel.

Für Feststoffe verwendet man Behälterwagen, die durch Druckgas (meistens Pressluft) entleert werden können.
Damit die Entleerung möglichst vollständig stattfinden kann, haben die Behälter unten schräge Wände. Wenn sie rund sind, sind die Behäter also unten kegelförmig.

Natriumchlorat ist ein kristalliner Feststoff und dazu ziemlich empfindlich.
Was macht das in einem Kesselwagen? Als wässrige Lösung? Was die Explosibilität deutlich herabsetzen würde.
Vielleicht weiß ja jemand darauf eine Antwort.

Schönen Tag noch

Jürgen

Re: NACCO Uas

geschrieben von: Stefan Walter

Datum: 28.04.20 12:16

Was mich irritiert, ist die Bauart "Uas", also eindeutig ein "Silowagen" für festes Ladegut und kein Kesselwagen für Flüssigkeiten (Gattungszeichen "Z").
Das Nebengattungszeichen "c" (Entladung durch Druckluft) fehlt aber. Wie wird das Ladegut entladen?

Natriumchlorat (NaClO3) lässt sich nicht unzersetzt schmelzen: Beim Schmelzen wandelt es sich zunächst in einer Disproportionierungsreaktion in Natriumchlorid (Kochsalz, NaCl), Natriumperchlorat (NaCl04) und Sauerstoff um. Beim weiteren Erhitzen gibt auch das NaClO4 seinen Sauerstoff ab. Alleine für sich, ist NaClO3 nicht explosiv, sondern erst in Mischung mit brennbaren Stoffen. Es ist aber ein starkes Oxidationsmittel (wie Peroxide, Nitrate und Permanganat auch) und richtig als brandfördernder Stoff (Klasse 5) gekennzeichnet. (Explosivstoffe gehören zur Klasse 1).


mfG
Stefan Walter



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 28.04.20 12:18.

Re: NACCO Uas

geschrieben von: bengt

Datum: 30.04.20 20:18

https://i25.photobucket.com/albums/c63/bengts/gsv/tank/3596.jpg~original

https://i25.photobucket.com/albums/c63/bengts/gsv/tank/3597.jpg~original

https://i25.photobucket.com/albums/c63/bengts/gsv/tank/3598.jpg~original

https://i25.photobucket.com/albums/c63/bengts/gsv/tank/3599.jpg~original

In Alby in die nähe von Ånge wird oder wurde u A Natriumchlorat hergestellt. Alle Wagen hatten Pendelrollenlager aber die abgebildete hat jetz Zylinder- oder Kegelrollenlager.

Re: NACCO Uas

geschrieben von: Bullok

Datum: 30.04.20 23:49

Hallo allerseits,

das einzige, was ich mir noch vorstellen könnte, ist, daß die Wagen von oben mittels eines Saugrohres entladen werden. Es wären dann also Silowagen, aber ohne Druckluftentleerung.
Das würde dann auch die Anzahl an Mannlöchern erklären (vier ?).
Alternativ wäre es noch möglich, daß der Inhalt über das mittige Auslaßventil abgesaugt wird. Ob das aber den gesamten Wageninhalt erfassen kann ?

Schöne Grüße

Ralph



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 01.05.20 00:07.