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Moderatoren: allgäubahn - MWF
Im Jahr 1995 fotografierte ich die dort im Hafen seit Jahrzehnten abgestellte Wagenrarität, den letzten erhaltenen Gbmhs 32-Fährbootwagen.

Gbmhs 32 in Bingen 95_01_kompr.jpg
Von dieser Bauart wurden 1940 (!) für den Fährbootverkehr nach Großbritanien nur 4 Stück gebaut. Der letzte Wagen wurde 1962 ca. 1963 ausgemustert.
Gbmhs 32 in Bingen 95_02_kompr.jpg
Auf dieser Wagenseite hat sich jemand die Mühe gemacht, die Anschriften zu übermalen.
Gbmhs 32 in Bingen 95_03_kompr.jpg
Der Wagen stand seit seiner Ausmusterung 1962 auf einem Abstellgleis im Binger Hafen.
Gbmhs 32 in Bingen 95_04_kompr.jpg
Der bis vor ein paar Jahre zuvor dort ebenfalls abgestellte Om 31 war zum damaligen Zeitpunkt 1995 schon verschwunden.
Gbmhs 32 in Bingen 95_05_kompr.jpg

viele Grüße
Stefan Walter



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.02.20 20:46.
Hallo,
der Wagen ist in Darmstadt-Kranichstein erhalten. An der anderen Seite trägt er noch seine Originalbeschriftung. Seine britische Handbremse hat er allerdings verloren:

212000 Gbmrs 32 Darmstadt-Kranichstein-1.jpg
Die Bezeichnung ist übrigens Gbmrs32. Bild ist von 2013

Gruß Werner


Hier kommt der 2. Teil:
Das Bremserhaus hatte er längst verloren.
Gbmhs 32 in Bingen 95_06_kompr.jpg
Auf der anderen Wagenseite waren die Anschriften noch weitgehend erhalten.
Gbmhs 32 in Bingen 95_07_kompr.jpg
Hier ist auch noch der Bremsschlauch der engl. Vakuumbremse vorhanden.
Gbmhs 32 in Bingen 95_08_kompr.jpg
Teil der Anschriften
Gbmhs 32 in Bingen 95_09_kompr.jpg
Beim Wagen 212 000 handelt es sich um exakt den gleichen Wagen, den Stefan Carstens in "Güterwagen Bd.1" abgebildet hat.
Gbmhs 32 in Bingen 95_10_kompr.jpg

viele Grüße
Stefan Walter
Schrägansicht: Eine bessere Perspektive war von dieser Seite aus leider nicht möglich, da ich nicht im Rhein schwimmen wollte....
Gbmhs 32 in Bingen 95_11_kompr.jpg

Gbmhs 32 in Bingen 95_12_kompr.jpg

Gbmhs 32 in Bingen 95_13_kompr.jpg

Gbmhs 32 in Bingen 95_14_kompr.jpg

Gbmhs 32 in Bingen 95_15_kompr.jpg

Der Wagen wurde, wie Werner schon schrieb, vor ca. 15 Jahren ins Eisenbahnmuseum Darmstadt Kranichstein abtransportiert, wo er auch heute noch zu finden ist. Ich hoffe, er gammelt nicht weiter vor sich hin.
Die Abmessungen sind praktisch mit dem Vorgänger, dem Austauschbauart-Gbh 21 identisch. Allerdings ist der Gbmhs 32 eine ca. 15 Jahre jüngere geschweißte Bauart, mit einem auf 20 Tonnen (?) erhöhtem Ladegewicht (m), und mit 100 km/h schnelllauffähig (Gbh 21 nur 65 km/h). Von diesem Wagen (und dem Om 31) wurde hier im DSO-Wagenforum schon einmal Bilder aus den 80er Jahren veröffentlicht.
Ergänzung: Soweit ich weiß, hatte dieser Wagen zwar eine Druckluftbremse mit GP-Bremsartwechsel, aber keine Vakuumbremsausrüstung. Dh. der Wagen verkehrte im britischen Netz als Leitungswagen (mit engl. Handbremse). Nichtsdestotrotz waren durchgehend luft (Vakuum)-gebremste Güterzüge bei den engl. Eisenbahnen noch bis in die 50er Jahre nicht selbstverständlich: Gebremst wurde durch die Lok und dem "Ballast Car" am Wagenende. Auf YT gibt es einen interessanten Film, aus den 50ern, bei dem bei einem talwärts fahrenden Güterzüg nacheinander die Handbremsen mit den seitlich angebrachten Handhebeln angelegt werden.

viele Grüße
Stefan Walter



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.02.20 21:14.

Frage zu: Fährbootwagen Gbmhs 32 (Wg-Nr. 212 000)

geschrieben von: Kanzleirat

Datum: 24.02.20 22:35

Servus,

wenn der Binger Wagen noch eine UIC-Nummer bekommen hätte, wie würde die UICNr lauten incl. Bauart.Nr ?

Dankesehr,
Kanzleirat

irgendwas mit Hfs

geschrieben von: Stefan Walter

Datum: 24.02.20 23:31

Ich denke, der Wagen wäre analog zur Nachkriegsbauart Gbmhs 51 (Hfrs 312, dann Hfs, Hfs-u 312), eine Bauartbezeichnung für gedeckte Güterwagen der Sonderbauarten bekommen, also Hfs (H = ged. Wg. in Sonderbauart, f = Fährbootwagen, s = für Züge bis 100 km/h; wegen der Gleitachslager wäre die Vmax wahrscheinlich aber später reduziert worden).
Bauartnummer wahrscheinlich 310 oder 311. Der Hfrs 312 (Gbmhs 51) belegte den UIC-Nummernbereich 214 0 000 bis 214 0 149. Sehr wahrscheinlich wären dann Nummern unmittelbar danach belegt worden.

Aber das ist alles nur Spekulation, da sich die DB dieser Splittergattung bis Anfang der 60er Jahre entledigt hat. Merkwürdigerweise waren die letzten der wesentlich älteren Gbh 21 noch bis ca. 1965 im Einsatz.
So ganz ist es mir auch nicht plausibel, warum man noch 1940 Fährbootwagen gebaut hat, war man doch mit GB seit September 1939 im Kriegszustand, was sich mit Sicherheit nicht positiv auf den Warenaustausch mit der Bahn ausgewirkt hat. Es sei denn, die Wagen waren bereits soweit fertig gestellt, dass man den Auftrag nicht mehr stornieren konnte.


mfG
Stefan Walter
Der Wagen wurde irgendwann ab 2000 nach Darmstadt Kranichstein abtransportiert, wo ich ihn fotografiert hatte.


mfG
Stefan Walter
Gbhs32.JPG

Re:Fährbootwagen

geschrieben von: andreas +

Datum: 25.02.20 21:26

Stefan Walter schrieb:
So ganz ist es mir auch nicht plausibel, warum man noch 1940 Fährbootwagen gebaut hat, war man doch mit GB seit September 1939 im Kriegszustand, was sich mit Sicherheit nicht positiv auf den Warenaustausch mit der Bahn ausgewirkt hat.
Hitler dachte, er könne England (Großbritanien) "in die Knie zwingen" resp. zu einem "Vasallenstaat" des Deutschen Reichs machen (mit Hilfe Eduards VIII., der 1936 abdanken mußte, und den Hitler wieder als König einsetzen wollte).