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Friseursalon in TOUROPA-Wagen - Fakten und Fragen

geschrieben von: Meisinger

Datum: 31.12.19 15:38

Einige der von der DB beschafften und exklusiv der TOUROPA zur Verfügung gestellten Liegewagen der Gruppe 53 waren mit Friseurabteile ausgestattet zur Auslieferung gelangt und in Betrieb genommen worden. Obgleich dieser wohl imagefördernd angedachte Service nicht lange währte, finde ich den Sachverhalt so interessant, dass ich mich etwas näher damit beschäftigt habe.

Die ältesten Ausführungen zur Thematik habe ich bislang in der ETR, Ausgabe Juni/Juli 1953 im Artikel „Neue Wagen für den Fernverkehr der Deutschen Bundesbahn“ von Dr.-Ing. A. Mielich entdeckt.

Dort ist u. a. zu lesen:

„Ein Teil der mit Küche ausgestatteten Wagen [Abteil 1] besitzt am anderen Ende im 12. Abteil entweder einen Friseur- oder einen Rundfunk-Besprechungsraum.“

Dazu passend wird ein Bild (Nr. 14) des Wagengrundrisses mit Darstellung der Einrichtungen der v. Sonderabteile gezeigt. Die Küche wird dabei mit „Wirtschaftsabteil“ bezeichnet. Zum Friseurabteil findet sich zudem noch der Hinweis „1 x für 8 Wagen“.

Die Quintessenz daraus:

1. Wagen mit Friseurabteil besaßen auch ein Wirtschaftsabteil!

2. Das Friseurabteil war im Abteil 12 (Wagenende 1) untergebracht.


Im etwas jüngeren LEHMANN-PFLUG – Der Fahrzeugpark der Deutschen Bundesbahn lauten die Angaben zu den Wagen mit Friseurabteil allerdings anders:

„Auf dem einen Ende [Wagenende 2] kann neben dem Waschraum wahlweise ein Getränkekühlschrank (wenn das Endabteil [Abteil 1] als Wirtschaftsraum ausgebaut ist) untergebracht werden, oder dieser Raum dient als Gepäckraum. Jeder vierte Wagen erhält einen solchen Wirtschaftsraum mit Kleinküche, jeder achte Wagen an dieser Stelle ein Friseurabteil (Abb. 291).“

Die Mathematiker unter Euch werden jetzt vermutlich anfangen, zu überlegen ... aber mal abgesehen davon ist diese Schlussfolgerung zu ziehen:

1. Wenn ein Frisuerabteil vorhanden war, besaß der Wagen kein Wirtschaftsabteil.

2. Das Friseurabteil war im Abteil 1 (Wagenende 2) untergebracht.




Somit stehen sich zwei Aussagen diametral gegenüber !!!


Die besagte Abbildung 291 findet sich heute hier im Bildarchiv der Eisenbahnstiftung Joachim Schmidt:

[eisenbahnstiftung.de]

Es handelt sich dabei um eine aus zwei Fotografien zusammengesetzte Abbildung. Im Bereich des Waschbeckens ist der rechte Bildteil mit dem Geschränk winklig angesetzt. – Bitte also nicht, wie es mir zuerst gegangen ist, täuschen lassen!

Überraschend ist diese Abbildung nun dahingehend, dass sie die Einrichtung genau spiegelbildlich zu der Grundrissdarstellung in dem ETR-Artikel zeigt. – Dass die Foto-Collage spiegelbildlich sein könnte, kann ausgeschlossen werden, da auf den Seifen in der Schrankvitrine eindeutig „PALMOLIVE“ zu lesen ist.

Warum also, wurde die Einrichtung gedreht? – Hing dies vielleicht damit zusammen, dass es, wie in der Literatur angegeben, unterschiedliche Varianten der Unterbringung in den Abteilen 12 oder 1 gegeben hat?

Womöglich wurde vom ursprünglichen Ansatz, Wirtschafts- und Friseurabteil in einem Wagen zu vereinen, schon bald Abstand genommen? – Eine mögliche Erklärung hierfür, könnten Probleme bei der Reservierung gewesen sein, denn das Abteil 1 diente ja immer entweder als Sonderraum oder als „Depot“ für die Reiseutensilien (Decken u. ä.), wurde also bei der Reservierung nicht berücksichtigt, das Abteil 12 war regulär dagegen belegbar. Somit könnte es bei den Buchungen des Öfteren Kuddelmuddel gegeben haben, wenn das Friseurabteil nicht ins Kalkül gezogen wurde.

Dass es eine zweite, der im ETR-Artikel gezeigten Wagengrundriss eingearbeiteten Darstellung entsprechende Einrichtungsvariante für das Friseurabteil gegeben haben muss, ist hier

[www.gisinger.com]

und hier

[youtu.be] (bitte Film starten!)

zu sehen.



Hat jemand von Euch des Rätsels Lösung parat?


Grüße in die Runde von

Dirk

Re: Friseursalon in TOUROPA-Wagen - Fakten und Fragen

geschrieben von: B4üpe-56

Datum: 31.12.19 18:46

Guten Abend Dirk!

Lehmann und Pflug gaben auch ein Grundriß. Dort steht: entweder 8 oder 9 oder 10. Sowie 12 ist entweder Kühlschrank oder Gepäckraum. Es gibt im Buch auch ein Foto des Wagens. Außen, Abteilseite - und weißes Fenster rechts. Also: es gab minimum ein Wagen mit dieser Anordnung.

20191231_175958.jpg

Aber:
Diese braucht ~ 2,5 m mehr Wasserrohrleitung! (Von Abort bis Friseur-Washbecke.) Muß man sparen.

Guten Rutsch!

Re: Friseursalon in TOUROPA-Wagen - Fakten und Fragen

geschrieben von: Meisinger

Datum: 31.12.19 19:16

Danke, dass Du den Grundriss zeigst. - Ich hab' mich aus urheberrechtlichen Gründen nicht getraut.

Das von Dir angesprochene Seitenansichtsfoto zeigt die Abteilseite mit unten geweißter Scheibe im Abteil 1 (Wagenende 2). Was sich dahinter verbirgt? - Entweder das Wirtschaftsabteil mit Kleinküche oder ein "Friseursalon?
Da in dem von mir verlinkten Video das Außenwandfenster des Friseurabteils als Übersetzfenster mit klarem Unter- und Oberteil ausgeführt ist, vermute ich beim im Lehmann-Pflug abgebildeten Wagen eher das Wirtschaftsabteil. - Den Kunden im Fiseursalon sollte mit Sicherheit auch Ausblick auf die während der Fahrt vorbeiziehende Landschaft geboten werden (Frau unter der Trockenhaube wollte bestimmt nicht nur lesen ...).

Aber egal, zum im Lehmann-Pflug dargestellten Grundriss würde beides passen.


Gruß

Dirk

Re: Friseursalon in TOUROPA-Wagen - Fakten und Fragen

geschrieben von: B4üpe-56

Datum: 31.12.19 19:57

(Quelle ist merfach genannt.)

Hast Du Recht.
Stiftung-Bild und Buch-Foto von Salon zeigt klares Fenster. Also das weißes Fenster muß Wirtschaftsabteil sein.

Anders: Zahlen.
Jede vierte Wagen (aus zwölf) hatte Kleinküche,
jede achte Wagen (aus Dutzend) hatte Salon &
jede zwölfte hatte Lautsprecher/Rundfunk.
(Ich habe so verstanden.)

MfG.
Georg
.

Re: Friseursalon in TOUROPA-Wagen - Fakten und Fragen

geschrieben von: Meisinger

Datum: 31.12.19 21:18

Zur Verteilung der Wirtschafts-, Friseur- und Rundfunkzentrale-Abteile ist in der von mir genannten ETR Folgendes ausgeführt:

- jeder 2. Wagen mit Wirtschaftsabteil

- Friseurabteil 1 x für 8 Wagen

- Rundfunkzentrale 1 x für 8 Wagen

Danach wurde wohl ursprünglich davon ausgegangen, dass die Zugeinheiten aus 8 Wagen gebildet werden sollten.


Pro Einheit waren das dann nach der in der ETR beschriebenen Systematik gewesen:

4 Wagen mit 12 Abteilen
2 Wagen mit 11 Abteilen und 1 Wirtschaftsraum
1 Wagen mit 10 Abteilen und 1 Wirtschaftsraum sowie 1 Rundfunkzentrale
1 Wagen mit 10 Abteilen und 1 Wirtschaftsraum sowie 1 Friseurabteil


Nach Lehmann-Pflug wäre folgende Zusammenstellung adäquat gewesen:

2 Wagen mit 12 Abteilen
4 Wagen mit 11 Abteilen und 1 Wirtschaftsraum
1 Wagen mit 11 Abteilen und 1 Rundfunkzentrale
1 Wagen mit 11 Abteilen und 1 Friseurabteil


Gruß

Dirk

Re: Friseursalon in TOUROPA-Wagen - Fakten und Fragen

geschrieben von: B4üpe-56

Datum: 31.12.19 22:14

Ich danke Dir recht schön füt neue Infos.
Auch heute habe ich etwas gelernt.

Große Grüße:
Georg
.
Hallo Dirk,

ein gesundes neues Jahr wünsche ich Dir.

Zu dem Thema habe ich auch noch was gefunden. In einer Baubeschreibung der Bc4üm-53 des Reisezugwagendezernats des BZA Minden heißt es dazu (und das muss von Mielich als Chef abgesegnet gewesen sein):

"Etwa jeder zehnte Touropa-Wagen hat anstelle des ersten Fahrgastraumes neben dem Getränke-Kühlschrank am Handbremsende ein Wirtschaftsabteil erhalten, dessen Ausstattung im wesentlichen von der DSG zugeliefert wird."

"Weitere Wagen haben anstelle des ersten Fahrgastraumes ein Übertragungsabteil zur Durchsage bzw. Umsetzübertragung über die Lautsprecher erhalten. Die drei Schlaflager auf der einen Seite des Abteiles sind dabei erhalten geblieben. An der gegenüberliegenden Wand sind lediglich eine Ablage zum Aufstellen eines Magnetofongerätes und einige offene Schränke (Regale) sowie eine bewegliche Lautsprecheranlage für die Besprechung der Bahnsteige angebracht."

"In wieder anderen Wagen ist der erste Fahrgastraum als Friseurraum ausgestattet worden, dessen Ausstattungsteile mit Ausnahme einiger Schränke von der Touropa-Reisegesellschaft zugeliefert werden."

Wenn auch die Stückzahlen hier nur sehr vage angegeben werden, deckt sich diese Beschreibung doch mit den Angaben bei Lehmann/Pflug, alle Sonderabteile befanden sich am Handbremsende im Abteil 1. Das ist jetzt Stand März 1957.
Mielichs Artikel in der ETR ist von 1953. Nun war Mielich ein überaus korrekter Mensch, auf seine Angaben konnte man sich verlassen. Wenn er also schrieb, der Friseur war in Abteil 12, dann war der dort auch.
Wie Du schon geschrieben hast, mag dies zu Problemen mit Reservierungen für das reguläre Abteil 12 geführt haben. Ich vermute deshalb, dass die Friseureinrichtung bis 1957 aus diesem Grund in das Abteil 1 verlegt wurde. Das würde auch erklären, warum sich das Waschbecken jetzt auf der "falschen" Seite des Abteils befand, zuvor war es ja im Abteil 12 direkt neben dem WC. Ist aber nur Spekulation von mir, über einen solchen Umbau habe ich nichts.

Noch was aus der Baubeschreibung:

"In den Getränkekühlschrank bzw. Gepäckraum am Handbremsende soll später ein zusätzlicher Wasserbehälter für rd. 50 l Trinkwasser eingebaut werden."

Mir ist jedoch nichts bekannt, dass das jemals ausgeführt wurde.

Viele Grüße

Uwe
DSG-BZL Köln schrieb:
"Etwa jeder zehnte Touropa-Wagen hat anstelle des ersten Fahrgastraumes neben dem Getränke-Kühlschrank am Handbremsende ein Wirtschaftsabteil erhalten, dessen Ausstattung im wesentlichen von der DSG zugeliefert wird."
....
"In den Getränkekühlschrank bzw. Gepäckraum am Handbremsende soll später ein zusätzlicher Wasserbehälter für rd. 50 l Trinkwasser eingebaut werden."
Eine ganze Reihe dieser Wagen habe ich in den Jahren 1969 bis 1979 noch persönlich kennengelernt, natürlich dann ohne Friseurabteil. In einem Fall habe ich jedoch eine Kleinküche (mit Kohleherd!) im Abteil 1 noch selbst gesehen, das war in dem ominösen 51 80 51-40 111-6 (ehemals 17609) im Mai 1976, damals schon ein Einzelstück.

Der sogenannte "Gepäckraum" war in Wirklichkeit ein kleines Kabuff unterhalb der Heizungsschalttafel, in das möglicherweise ein heutiger Haushaltskühlschrank (oder zwei Koffer....) hineingepaßt hätten, tatsächlich flogen dort allenfalls ein paar (wenige) leere Getränkekisten oder Wäschesäcke herum; irgendwelche Reste von Kühlschränken, Wassertanks oder sonstigen Einrichtungen habe ich nie gesehen. Der obige 51-40 111 hatte weder eine Schürze noch einen Ölbrenner und auch kein "Kabuff", dafür aber V-Abteile in Versuchsanordnung.

Da in anderem Zusammenhang auch hiernach gefragt wurde: Wenn ich nach der darüber befindlichen Heizungsschalttafel urteilen kann, dann hatten alle diese Bcm mit Ölbrenner auch Dampfheizung sowie elektrische Heizung für 1000 V ~ (für den Rest nur eine Durchgangsleitung), so daß der Ölbrenner im Wesentlichen nur auf den elektrifizierten Strecken in Frankreich, Italien etc. in Aktion treten mußte. Ich erinnere mich deutlich an eine Sonderfahrt mit mehreren Wagen Anfang Januar (wie passend....) im Weihnachtsferien-Rückreiseverkehr nach Oostende, der anschließend über Nacht als ungeheizter Leerzug zurückfahren sollte; zum Glück war ein Bcm mit Ölbrenner dabei (52-40 223 oder so ähnlich), in dem sich dann alle Betreuer für ein paar angenehme Stunden versammelten. Ob diese Heizungsausrüstung auch schon für den Erstbau galt, kann ich nicht sagen, halte es aber für naheliegend, weil just zu dieser Zeit auch die WLABm mit eben dieser Kombination entwickelt wurden.

Lothar Behlau, der so manche Liegewagenfahrt lieber doch nicht wiederholen möchte

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Hallo Lothar,

verbunden mit den besten Wünschen für 2020 möchte ich mich für die wie immer wieder faszinierende aus dem richtigen Leben gegriffene Schilderung bedanken.

In Sachen "Heizung" habe ich gerade im anderen Beitragsbaum "nachgelegt": [www.drehscheibe-online.de]


Viele Grüße

Dirk

Re: Friseursalon in TOUROPA-Wagen - Fakten und Fragen

geschrieben von: apfelpfeil

Datum: 09.01.20 13:51

Ich hatte irgendwo irgendwann mal Nummern von den Wagen mit Friseurabteil aufgeschnappt: demnach sollen das die Wagen 17 613, 17 614, 17 623, 17 624, 17 633, 17 634 und 17 754 gewesen sein. Nach denselben Angaben taucht keiner dieser 7 Wagen unter denjenigen mit anderweitigen Sonderausrüstungen auf, also kein Hinweis auf Wagen mit Friseur und Küche/Reiseleiter etc. vereint, sondern entweder - oder.

Allerdings ist da auch von einigen späteren Umbauten die Rede, da wurde ein- und ausgebaut - von daher will ich jetzt mal nichts definitv verneinen, nur weil es dort nicht genannt ist.

Bei der Umzeichnung auf UIC sind die Wagen mit Sonderabteilen egal ob Friseur oder Küche oder Reiseleiter oder Rundfunk folgerichtig nicht als "52-40 xxx" sondern mit ihren nur 11 Abteilen konsequent als "51-40 xxx" genummert worden (soweit sie nicht bereits umgebaut waren) Ein Wagen mit 2 Sonderabteilen hätte nach der Logik ein "50-40 xxx" mit nur 10 Abteilen werden müssen, aber auch da bislang kein Hinweis auf die Existenz solcher Zwitter. "50-40 7xx" gab es allerdings durchaus, das waren die Bc(ü)mk 255 mit einer nachträglich eingebauten "großen Küche" der gleich 2 Abteile an einem Wagenende geopfert wurden. aber bei keinem Bcmk 255 ein Hinweis auf ein Friseurabteil...

Bis zum Beweis des Gegenteils tendiere ich infolgedessen klar zu Lehmann/Pflug als fundiertere Angabe.
Dafür spricht auch, dass ich die Verteilung der Sonderabteile auf verschiedene Wagen - d.h. möglichst immer genau ein sonderbteil pro Wagen betrieblich für eindeutig flexibler halte als die Vermischung innerhalb eines Wagens, die dann unnötigerweise zu weiteren Zwängen in der Zugbildung führen würde. Beispielsweise kann so ein Wagen mit Küche bei Ausfall mit einem Wagen mit - auch unbenutztem - Friseurabteil ersetzt werden, ohne evtl. reservierte Plätze opfern zu müsssen.

PS: die oben genannten Wagen mit Friseurabteil haben Baujahre zwischen 1954 und 1957. Zum Zeitpunkt des Artikels in der ETR - 1953 - gab es überhaupt noch aber gar keinen Wagen mit Friseurabteil!! Folglich kann sich die Aussage dort nur auf den damaligen Planungsstand beziehen und niemals auf einen fertigen Wagen. Lehmann-Pflug gibt hingegen - 1957 (?) - die real gebauten Wagen wieder, wie so oft wurde der Plan halt zwischenzeitlich noch geändert. Der scheinbare Widerspruch ist somit keiner, sondern löst sich im Zeitverlauf ganz natürlich auf! That's it...



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.01.20 15:35.

Re: Friseursalon in TOUROPA-Wagen - Fakten und Fragen

geschrieben von: Meisinger

Datum: 10.01.20 09:00

Ich widerspreche nur äußert ungern, allerdings sind nach den mir zur Verfügung stehenden Unterlagen die Wagen mit Friseurabteil Nr. 17 613 und 17 614 bereits 1953 gebaut worden.
1954 folgte der 17 623. Die 17 624, 17 633, 17 634 und 17 754 wurden erst 1955 gefertigt.

Somit zählen zumindest zwei Wagen zum Kreis der "Verdächtigen". Auch sprechen die mit Fotos belegten spiegelbildlichen Anordnungen der Friseurabteil-Inneneinrichtung für die Existenz von zwei Ausführungsvarianten.

Zu der These. dass ursprünglich die Wagen mit "Rundfunkzentrale" oder "Friseurableil" auch ein "Wirtschaftsabteil" besessen haben, passt m. E. zudem, dass die ersten Wagen mit "Rundfunkzentrale", die 17 611 und 17 612, Baujahr 1953 gewesen sind.
Somit zählten die Wagen 17 611 - 17 614 zur Erstausrüstung für zwei zur Einführung des neuen "Produktes" benötigte Zugeinheiten.

Bei näherer Betrachtung sind bei den ersten gelieferten 53er-Wagen im Übrigen auch äußerlich markante Abweichungen gegenüber den später gelieferten festzustellen. So fehlen z. B. die Zurr- / Fährösen im Bereich der Schürzen.

Und außerdem: Ich glaube nicht, dass Dr.-Ing. A. Mielich als Verfasser des Artikels in der Ausgabe Juni / Juli 1953 der ETR "Falschmeldungen" verbreitet hat.



Gruß

Dirk